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    Inter-Tech Coba Ecostar 400W



    Inter-Tech ist eine Handelsgesellschaft, die ohne Zweifel zu den stärksten Anbietern in Deutschland zählt, wenn es um PC-Netzteile geht. Dass die Geräte bislang aber - wenn überhaupt - nur durch den Preis punkten konnten, zeigte der Test des fast schon berüchtigten Modells Combat Power CP-750, welches die spezifizierten 750 W nicht leisten konnte und eine unzureichende Spannungsregulation aufzeigte. Heute stellen wir ein Modell vor, mit dem Inter-Tech offensichtlich alles besser machen möchte. Das Coba Ecostar mit 400 W erhielt eine 80Plus-Zertifizierung und soll vor allem für umweltbewusste Käufer geeignet sein. Auf den folgenden Seiten werden wir klären, ob die Modelle der Ecostar-Baureihe empfehlenswert sind oder nicht. Anzumerken ist, dass wir den heutigen Probanden über Amazon.de bezogen haben und nicht über den Hersteller direkt. In Kürze werden wir weitere Modelle von Anbietern kaufen, die in unserem Blog vorgeschlagen wurden.

    Preisvergleich

    [break=Lieferumfang und Nennleistung]


    Dem Paket wurden ein Kaltgerätekabel, vier Schrauben zur Befestigung des Netzteils im Gehäuse und drei lange Kabelbinder beigelegt. Auf einen Begleitzettel oder ein Benutzerhandbuch wird verzichtet. Zu den Eigenschaften zählt das 80Plus-Zertifikat und die Schutzmechanismen OCP, SCP, OVP. Darüber hinaus sei die "volle Kompatibilität" zu den aktuellen Prozessoren "Intel® Core 2 Duo™/Quad™ und AMD® Athlon™ 64X2/X4" gewährleistet. Zur Kühlung wird ein 120-mm-Lüfter verwendet, auf den wir gleich noch näher eingehen.



    Laut des Etiketts wird das Gerät 0,2 Sone laut und benötigt im Soft-Off weniger als 1 W. Die Ausgänge +3,3 V (24 A) und +5 V (21 A) können zusammen 120 W leisten, während die beiden +12-V-Ausgänge mit 360 W angegeben werden. +5VSB wird mit 2,5 A durchschnittlich leistungsstark ausgelegt. Die maximale Stromaufnahme aus dem Netz liegt bei 4 A.



    Zu dem Lüfter konnten wir keine Herstellerangaben finden, die exakte Informationen vermitteln. Unter der Modellnummer A12025L12S werden allerdings auch günstige Lüfter von Xigmatek und AeroCool verkauft. Zu diesen konnten wir folgende Spezifikationen finden: 1700 RPM bei 30 dBA und 55 CFM. Es scheint sich um ein günstiges Gleitlager zu handeln, wie es in der Preisklasse um 40 EUR üblich ist. Die sieben Lüfterblätter des 120-mm-Rotors sind relativ scharfkantig.

    [break=Aussehen und Anschlüsse]




    Das Gehäuse ist matt schwarz lackiert und verfügt über ein klassisches goldfarbenes Lüftergitter. Die Bautiefe beträgt 14 cm gemäß ATX-Spezifikation. Unter der Kaltgerätekupplung ist ein schmaler Netzschalter zu finden. Die Entlüftungslöcher fallen wie üblich wabenförmig aus. Alle Leitungsstränge sind bis auf eine Ausnahme nicht gesleevt. Zwar fallen die Seitenwände relativ dünn aus, doch ist die Verarbeitung immerhin schon etwas besser als bei den zuvor getesteten Netzteilen im unteren Preissegment.

    Main CPU PCIe Peripherie
    --------------------------- --------------------------- --------------------------- ----------------------------------------------
    1x 24-pin (ca. 45 cm) 1x 4+4-pin (ca. 45 cm) 1x 6/8-pin (ca. 45 cm) 2x SATA (ca. 45, 60 cm)
    - - - 2x SATA (ca. 45, 60 cm)
    - - - 3x HDD, 1x FDD (ca. 45, 60, 75, 90 cm)
    - - - -
    - - - -


    Mit 45 cm sind der 24-pin-, der 4+4-pin- und der 6/8-pin-Leitungsstrang relativ kurz. Insbesondere beim CPU-Stecker könnte es Probleme geben, wenn das PC-Netzteil unten im Gehäuse verbaut wird. Auch die Länge der Peripherie-Leitungen ist - besonders im Bezug auf die SATA-Stecker - eher für Mini- als für Big-Tower geeignet. Mit vier SATA- und drei HDD-Steckern ist das Gerät unterdurchschnittlich ausgestattet. Auch wäre mehr als ein Grafikkartenstecker begrüßenswert gewesen. Nur der 24-pin-Strang wurde mit einem Sleeving ausgestattet.

    [break=Elektronik/Technik]


    Das Gerät besteht aus derselben Elektronik, die beim Xilence RedWing 420 W zum Einsatz kommt. Auf den ersten Blick scheinen die Bauteile identisch zu sein. Beide PC-Netzteile bestehen aus einem Halbbrücken-Flusswandler mit einem vorgeschalteten Zwischenkreis zur Leistungsfaktorkorrektur, einem Regelkreis, dessen Funktionen weitestgehend in ICs umgesetzt wurden, und den üblichen Filterschaltungen. Die einlagige Platine besteht aus beschichtetem Hartpapier. Viele Bauteile werden auch auf der SMD-Seite (Surface Mounted Devices) integriert, weshalb keine zusätzlichen Platinen notwendig sind. Im Detail ergeben sich einige Unterschiede.



    Zunächst ist der Aufbau nahezu identisch. Vor die Gleichrichterbrücke GBU6J werden drei X-Kondensatoren, vier Y-Kondensatoren, zwei Gleichtakt- und eine Längsdrossel geschaltet. Ein Varistor als passiver Überspannungsschutz ist ebenfalls ein Bestandteil der Schaltung. Beim vermeintlich leistungsstärkeren Xilence RedWing 420 W wurde die Gleichrichterbrücke GBU4J integriert. Letztere kann in Durchlassrichtung einen Effektivstrom von durchschnittlich 4 A - und damit 2 A weniger - gleichrichten. Anders ausgedrückt ist das Ecostar 400 W hier stärker belastbar als das mit 420 W angegebene Xilence RedWing.



    Im Leistungsfaktor-Vorregler kommen derselbe Primärkondensator (180 Mikrofarad) und eine identisch gewickelte Speicherdrossel zum Einsatz. Zwischen diesen und den beiden Schalttransistoren MDF12N50 von MagnaChip wurde eine Potentialtrennung in der Ansteuerung umgesetzt. Der IC CM6805BG befindet sich auf der Rückseite. Diesmal ist die Lötqualität besser. Beim Abschrauben der Platine sind allerdings die Unterlegscheiben der Schrauben ohne wirkliche Gewalteinwirkung gebrochen. Die im Flusswandler verwendeten MOSFETs haben einen etwas geringeren Einschaltwiderstand und speisen den großen Trafo ERL-35. Auch dieses Bauteil ist etwas größer als bei Xilence. Darunter befindet sich der Standby-Trafo mit einem eigenen PWM-IC zur Steuerung und Überwachung.



    Die Spannung auf dem +5-V-Ausgang wird von der Shottky-Diode S30D45C im TO-220AB-Gehäuse gleichgerichtet. An den davon abgeleiteten +3,3 V kommt die Shottky-Diode S20C30C im selben Gehäusetyp zum Einsatz. Ein wesentlicher Unterschied zum Xilence-Probanden ist die Tatsache, dass diesmal eine Vollweggleichrichtung bei +12 V verwendet wird (2x B20H100 statt 1x S30C100C). Die Speicherdrossel für +12 V und +5 V besteht aus einem Eisenpulverkern mit etwas geringeren Verlusten als bei Xilence. In beiden Netzteilen sind die Kerne für Frequenzen im niedrigen KHz-Bereich ausgelegt und damit ideal für ein Schaltnetzteil wie dieses geeignet. Bei den Elkos wurde erneut zu sehr günstigen Typen gegriffen. Der IC EST7610 verfügt über einen Ausgang für Power_Good und über OVP als auch UVP für die meisten Ausgangsspannungen. Ein Überstromschutz wurde nicht umgesetzt.

    [break=Messungen]
    Belastung* Lautstärke +3,3 V (ripple & noise) +5 V (ripple & noise) +12 V (ripple & noise) Wirkungsgrad/PFC Δϑ
    ----------- -------------------------------------- ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------- ---------
    5 % minimales Lüfterrauschen +1,82 % (6 mV) +1,20 % (5 mV) +1,08 % (9 mV) 65,56 % / 0.846 2,3 °C
    10 % minimales Lüfterrauschen +1,82 % (8 mV) +1,20 % (9 mV) +1,08 % (11 mV) 75,80 % / 0.931 2,1 °C
    20 % Lüfterrauschen +1,82 % (12 mV) +1,00 % (14 mV) +0,92 % (20 mV) 82,45 % / 0.972 4,3 °C
    50 % Lüfterrauschen +1,21 % (15 mV) +0,60 % (16 mV) +0,75 % (29 mV) 83,32 % / 0.984 6,2 °C
    80 % Starkes Lüfterrauschen +0,91 % (23 mV) +0,00 % (21 mV) +0,58 % (48 mV) 82,82 % / 0.988 10,3 °C
    100 % Starkes Lüfterrauschen +0,61 %(30 mV) -0,20 % (27 mV) +0,08 % (62 mV) 80,93 % / 0.991 17,1 °C
    110 % Starkes Lüfterrauschen +0,30 % (36 mV) -0,60 % (31 mV) -0,08 % (67 mV) 79,14 % / 0.992 21,3 °C
    Crossload 1 - +1,82 % +1,20 % +2,17 % - -
    Crossload 2 - -0,61 % -0,40 % +4,42 % - -
    * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers. Bei den +12-V-Ausgängen geben wir die mit der schlechtesten Regulation (bzw. höchsten Restwelligkeits-Messung) an. Crossload 1: 3,3 V und 5 V bei 1 A, 12 V beim spezifizierten Maximalwert. Crossload 2: 3,3 V und 5 V beim spezifizierten Maximalwert und 12 V bei 1 A. Δϑ entspricht der Temperaturdifferenz zwischen den Entlüftungslöchern und der Raumtemperatur (24,4 °C), angegeben in °C.


    Die eingangs recherchierten Lüfterdaten scheinen sich zu bestätigen. Die subjektive Lautstärke ist moderat (bis 20 % Last sogar sehr leise), während die Luftfördermenge eher gering ausfällt. Mit einer Temperaturdifferenz von 21,3 °C zur Raumtemperatur haben wir bei Überlast den bisher höchsten Wert erreicht. Zwar schaltet sich das Gerät nicht wie die Variante von Xilence bei über 80 % Last aus, doch sind die Temperaturen als kritisch zu sehen, wenn das Netzteil unter diesen Bedingungen auch noch die Abwärme aus dem System nach außen leiten müsste. Zumindest bei 230 VAC können wir bestätigen, dass das Gerät die Anforderungen von 80Plus erfüllt. 83,32 % werden in der Spitze erreicht, wobei 80,93 % bei 100 % Last schon relativ knapp sind, wenn man 1-2 % für das 115-V-Netz abzieht. Besonders effizient ist das Modell jedenfalls nicht, zumal der errechnete Wert von 75,80 % bei geringer Last das Netzteil wenig attraktiv für HTPCs erscheinen lässt, in denen die kurzen Leitungsstränge vorteilhaft wären. Außer während des zweiten Crossloadtests fällt die Spannungsregulation gut aus. Die Restwelligkeit ist überwiegend gering. Hier werden bis zu 0,72 % auf den kleineren Ausgängen erreicht, wobei 1 % nach ATX-Spezifikation festgelegt wurden. Der schlechteste +12-V-Ausgang erreicht kaum mehr als die Hälfte des vorgesehenen Maximalwertes von 120 mV.

    [break=Fazit]


    Das Inter-Tech Coba Ecostar mit 400W ist ein günstiges PC-Netzteil mit einer relativ leisen Kühlung. Auch während des Überlasttests sind die Spannungsregulation und die erreichte Restwelligkeit zufriedenstellend. Während des Betriebs wird das Gerät sehr warm. Die geringe Anzahl an Anschlüssen und der Lieferumfang sind noch zu verbessern.

    Die Elektronik setzt sich aus eher günstigen Elkos und Transistoren zusammen, grundsätzlich sind die Schaltungen aber mit 80Plus-Bronze-Netzteilen von diversen A-Marken vergleichbar. Darüber hinaus ist die Variante von Inter-Tech etwas leistungsstärker als die Lösung von Xilence. Die beiden +12-V-Ausgänge sollten noch mit einem Überstromschutz ausgestattet werden. Dagegen ist der Netzeingang mit ausreichend vielen Komponenten bestückt, um Störungen aus und in das Netz entgegenzuwirken. Der MOV als passiver Überspannungsschutz fehlt nicht. Viele Bestandteile des Reglers wurden auf der Rückseite der einlagigen Hartpapierplatine installiert.

    Wie der Lasttest zeigte, ist das Modell prozentual stärker belastbar als die Modelle aus der Combat-Power-Serie. Dabei blieben die Spannungen stets innerhalb der ATX-Spezifikation, unabhängig davon, ob wir die Restwelligkeit oder die Spannungsregulation betrachten. 67 mV ist in absoluten Zahlen die höchste gemessene Restwelligkeit. Nur während der Crossloadtests wird +12 V relativ schlecht geregelt und liegt teilweise bei +4,42 % über dem Sollwert. Auch bei höchster Last ist nur das Rauschen des Lüfters zu hören, Nebengeräusche von der Elektronik oder des Lüfterlagers sind nicht zu vernehmen. Allerdings wird das Gerät bereits bei Volllast sehr warm, bei Überlast liegt die Temperatur noch etwas höher, da der Wirkungsgrad sinkt und der Lüfter bereits die volle Umdrehungszahl erreicht hat. Für leistungsstarke Systeme ist das Inter-Tech-Netzteil also trotz der bestandenen Überlast nur sehr eingeschränkt geeignet. Der höchste gemessene Temperaturwert der Abluft liegt bei 45,7 °C, entsprechend heiß werden wohl die Kühlkörper im Inneren.

    Im Lieferumfang sind neben den Utensilien zur Installation des Netzteils einige Kabelbinder enthalten. Allerdings fehlt ein Benutzerhandbuch mit einer Installationsanleitung, Sicherheitshinweisen und Kontaktdaten. Auch die Anzahl der Anschlüsse ist zu verbessern. Mit vier SATA- und drei HDD-Steckern ist das Ecostar schlecht ausgestattet. Darüber hinaus ist die Länge der Leitungsstränge mit den Mainboardanschlüssen (45 cm) bei großen Gehäusen ein Hindernis. Ein 6/8-pin-Grafikkartenstecker ist nicht ungewöhnlich wenig für ein 400-W-Netzteil, allerdings werden bereits bei 50 W mehr häufig zwei dieser Stecker angeboten. Insgesamt fällt die Ausstattung sehr unbefriedigend aus.

    Zusammenfassend lässt sich das Coba Ecostar mit 400 W als Steigerung gegenüber den Vorgängern bezeichnen. Diesmal konnten wir das Gerät zu 100 % und sogar noch stärker auslasten. Mit Marktpreisen von unter 40 EUR scheint das Modell ein gutes Angebot zu sein. Für etwa 9 EUR mehr erhält man jedoch beim Rasurbo RAP450 einen höheren Wirkungsgrad, der fast dem 80Plus-Bronze-Niveau entspricht, und etwas bessere Elkos. Die 50 W an zusätzlicher Leistung und der zweite PCIe-Stecker machen das Modell erst recht zur attraktiven Alternative zum Inter-Tech-Modell. Einzig die Anzahl der Peripherie-Anschlüsse ist hier zu kritisieren. Außerdem ist für den gleichen Preis das Cougar A400 mit 80Plus Bronze zu erstehen, welches wie das Rasurbo-Netzteil von HEC stammt und sehr viele SATA-Anschlüsse bietet. Die hohe Temperatur, die wenigen Anschlüsse und die Tatsache, dass es genügend A-Marken im Preisbereich um 40-50 EUR gibt, machen eine Empfehlung des Coba Ecostar mit 400 W unmöglich.

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    Geändert von Nero24. (17.08.2013 um 21:27 Uhr)

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