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    Inter-Tech 650W vs. Sempre 700W



    Im heutigen Test vergleichen wir zwei PC-Netzteile unter 40 EUR mit fast identischer Nennleistung. Das Sempre Green Silent ist ein 700-W-Netzteil mit fest angeschlossenen Leitungssträngen, während das Combat Power 650 W von Inter-Tech über modulare Anschlüsse verfügt. Bei beiden stellt sich die Frage, ob sie die angegebene Leistung überhaupt erreichen können und welches Modell qualitativ vorne liegt. Auch diesmal haben wir die Produkte selbst erworben, da es relativ schwer wäre, die Hersteller für einen intensiven Test der günstigsten Netzteile zu begeistern. Dennoch geben wir den Probanden die Möglichkeit, sich zu beweisen. Wie immer wünschen wir viel Spaß beim Lesen!

    Marktpreise Sempre Green Silent 700 W
    Marktpreise Inter-Tech Combat Power CP Modular 650 W

    [break=Sempre Green Silent 700 W - Überblick]


    Auf das Green Silent 700 W von Sempre wurden wir durch eine Anzeige in einer K&M-Anzeige aufmerksam.Dort ist das Gerät für weniger als 30 EUR zu erstehen, was für ein 700-W-Gerät sehr verdächtig ist. Im Lieferumfang sind ein Kaltgerätekabel und die notwendigen Schrauben zur Befestigung des Netzteils im Gehäuse vorhanden. Die Marke aus China wirbt vor allem mit einer geringen Lautstärke ("only 28 dB"). Das Green Silent erfülle zudem die Anforderungen von ATX 2.0. Im Datenblatt ist uns noch ein ungewöhnliches Detail aufgefallen: Sowohl der Produktname als auch das Etikett bestätigen eine Nennleistung von 700 W, während dort von 400 W als Maximalwert die Rede ist. Da das Modell aber eindeutig als 700-W-Gerät ausgewiesen wurde, werden wir es auch als solches testen.



    +5 V und +3,3 V sind mit je 25 A belastbar und sollen zusammen 350 W leisten können, was selbst mit dem Produkt dieser Werte unmöglich sein müsste, wenn die Schutzmechanismen etwas oberhalb der maximalen Belastbarkeit greifen. Die beiden +12 V Ausgänge werden mit 29 A angegeben. Insgesamt können die leistungsstarken Ausgänge 684 W leisten. Der Rest ergibt sich aus +5 VSB (3 A) und -12 V (0,8 A).



    Zum Lüfter konnten wir keine verlässlichen Daten finden. Es scheint sich um ein Gleitlagermodell mit 120 mm Durchmesser und 0,2 A Stromaufnahme zu handeln. Die sieben Lüfterblätter sind orange, um einen Kontrast zum schwarzen Gehäuse zu schaffen. Immerhin zeigt sich bereits, dass das Netzteil über die angegebene Leistungsfaktorkorrektur verfügt, wie die Drossel links zeigt.





    Bis auf den Lüfter ist das Netzteil komplett schwarz. Das trifft auch auf den relativ gut verarbeiteten Sleeve zu. Allerdings sind die meisten Leitungsstränge nach wie vor nackt. Wie gewohnt sind die Entlüftungslöcher wabenförmig. Unter der Kaltgerätekupplung befindet sich ein schmaler Netzschalter. Das klassische Lüftergitter steht nicht hervor, wie man an den tiefliegenden Schrauben sieht.

    Main CPU PCIe Peripherie
    --------------------------- --------------------------- --------------------------- ----------------------------------------------
    1x 24-pin (ca. 50 cm) 1x 4+4-pin (ca. 50 cm) 2x 6-pin (ca. 50, 15 cm) 2x SATA (ca. 50, 65 cm)
    - - - 2x SATA (ca. 50, 65 cm)
    - - - 2x HDD, 1x FDD (ca. 50, 65, 80 cm)
    - - - -
    - - - -


    Mit 50 cm sind die Leitungsstränge mit den Mainboardanschlüssen durchschnittlich lang. Zwei 6-pin-Stecker für Grafikkarten sind gemessen an der Nennleistung sehr mager. Das trifft auch auf die Peripherieanschlüsse zu, zumal die SATA- und HDD-Stecker bei maximal 65 cm liegen, was in manchen Gehäusen mit Kabelmanagement etwas knapp werden könnte. Darüber hinaus könnten die SATA-Anschlüsse asynchron auf die Leitungen aufgeteilt werden. Ein FDD-Stecker wird fest an dem HDD-Strang angeschlossen.

    [break=Sempre Green Silent 700 W - Elektronik und Messungen]




    Das Sempre-Modell besteht wie die meisten aktuellen Schaltnetzteile aus einem Halbbrücken-Flusswandler, was allerdings im Unterschied zu den meisten teureren Geräten mit eher günstigen Komponenten umgesetzt wurde. Der Zwischenkreis sieht auch etwas anders aus als sonst, da eine passive Leistungsfaktorkorrektur zum Einsatz kommt. Die beiden Primärkondensatoren (ZWCON LP mit je 820 Mikrofarad) summieren die Spannung auf, da sie in Reihe geschaltet wurden. Die PFC-Drossel wird zudem vor die Gleichrichterbrücke (KBL406) geschaltet und läuft auf Netzfrequenz. Daher müsste sie sogar noch größer sein, damit 700 W Leistung möglich wären. Eingangsseitig werden zwei Y-Kondensatoren, ein X-Kondensator und eine Gleichtaktdrossel auf einer Platine angeschlossen. CY3 als Schutzbeschaltung für die Kondensatoren und diverse andere Positionen im Schaltplan wurden überbrückt bzw. nicht besetzt. Das vermindert die EMV.

    Zur Potentialtrennung im Regler zwischen Primär- und Sekundärschaltkreis wird ein Trenntrafo verbaut und der Haupttrafo verfügt ausgangsseitig über eine Mittelanzapfung. Mehrere Kupferleitungen werden in der Mitte der Wicklung nach außen geführt und auf Masse gelegt. Damit werden gewissermaßen zwei Ausgänge mit der halben Spannung geschaffen. Mit den zwei Gleichrichterdioden SB20100CT wird auf +12 V so eine Zweiweggleichrichtung realisiert. Die Spannung wird gewissermaßen aufgeteilt und alle Halbwellen gleichgerichtet. An +3,3 V und +5 V kommen die Dioden SB3040CT zum Einsatz. Ersterer Ausgang wird über eine Art Magnetverstärker geregelt und verfügt über eine eigene Speicherdrossel mit einem gelben Kern. Die Wicklungen für +5 V und +12 V werden über einen gemeinsamen Kern geführt, was das Crossloadverhalten etwas verbessert. Beide Spannungen werden über denselben Regler angehoben oder gesenkt. Ein IC im Sekundärschaltkreis überwacht die Ausgangsspannungen und legt über einen Pin die Power-Good-Spannung an, damit ein Chip auf dem Mainboard nicht die CPU zurücksetzt und der PC bootet.

    Belastung* Lautstärke +3,3 V (ripple & noise) +5 V (ripple & noise) +12 V (ripple & noise) Wirkungsgrad/PFC Δϑ
    ----------- -------------------------------------- ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------- ---------
    5 % Starkes Lüfterrauschen +0,30 % (10 mV) +3,20 % (11 mV) +2,25 % (15 mV) 71,23 % / 0.572 2,4 °C
    10 % Starkes Lüfterrauschen +0,30 (12 mV) +3,00 % (14 mV) +1,92 % (22 mV) 78,50 % / 0.623 3,4 °C
    20 % Starkes Lüfterrauschen +0,00 % (16 mV) +2,40 % (17 mV) +1,75 % (26 mV) 80,85 % / 0.722 4,3 °C
    50 % Starkes Lüfterrauschen und minimales Surren -0,30 % (20 mV) +1,00 % (23 mV) +2,42 % (37 mV) 77,31 % / 0.774 12,3 °C
    80 % - - - - - -
    100 % - - - - - -
    110 % - - - - - -
    Crossload 1 - - - - - -
    Crossload 2 - - - - - -
    * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers. Bei den +12-V-Ausgängen geben wir die mit der schlechtesten Regulation (bzw. höchsten Restwelligkeits-Messung) an. Crossload 1: 3,3 V und 5 V bei 1 A, 12 V beim spezifizierten Maximalwert. Crossload 2: 3,3 V und 5 V beim spezifizierten Maximalwert und 12 V bei 1 A. Δϑ entspricht der Temperaturdifferenz zwischen den Entlüftungslöchern und der Raumtemperatur (20,3 °C), angegeben in °C.


    Wenig überraschend schaltete sich das Green Silent bei hoher Last einfach aus. Immerhin gab es keine Folgeschäden. Es scheint sich zu bestätigen, dass das Gerät eher einem 400-W-Netzteil entspricht. Bis dahin sind sowohl die Spannungsregulation als auch die Restwelligkeit zufriedenstellend. Auch der Leistungsfaktor entspricht dem, was wir bei einer passiven Leistungsfaktorkorrektur erwarten. Der Wirkungsgrad liegt lediglich während "20 %" Last bei über 80 %. Ansonsten erreicht das Modell meist hohe 70er-Werte. Wäre das Netzteil mit einer geringeren Gesamtleistung spezifiziert worden (und zwar eindeutig), könnte man von einem angemessenen Ergebnis sprechen. Zumindest ist das der Fall, wenn wir die Technik und den Preis des Modells berücksichtigen und anhand dessen unsere Erwartungen festlegen. Als 700-W-Netzteil hat das Modell aber ganz klar versagt. Wer wirklich so viel Leistung benötigt und sich auskennt, wird auch mehr als 80-%-Wirkungsgrad erhoffen. Schon bei geringer Last ist der Lüfter laut, da er sofort aufdreht. Entsprechend gut sind dafür die Temperaturwerte.

    [break=Inter-Tech Combat Power CP Modular 650 W - Überblick]


    Das Combat Power CP Modular 650 W von Inter-Tech ist eines der wenigen günstigeren Netzteile mit modularen Anschlüssen. Unter 40 EUR gibt es aktuell weniger als zehn Modelle mit dieser Eigenschaft. Der Lieferumfang ist etwas umfangreicher als bei Sempre. Neben den Schrauben und einem Kaltgerätekabel werden diverse Kabelbinder und HDD-zu-SATA-Adapter beigelegt. Zu den Produkteigenschaften zählt neben "aktiv PFC" auch der "superleise" 135-mm-Lüfter.



    Auf dem Etikett werden vier +12-V-Ausgänge angegeben, die mit je 18 A belastbar seien. Zusammen könnten diese maximal 550 W leisten. +3,3 V und +5 V können mit je 28 A belastet werden und leisten 150 W. Diese Angaben werden wir gleich noch im Lasttest überprüfen. Gemäß dem Aufdruck zieht das Netzteil 4,5 A aus dem Stromnetz.



    Der Lüfter mit der Modellnummer DFS132512M stammt von Young Lin. Es handelt sich um ein Gleitlagermodell mit moderater ("M") Drehgeschwindigkeit (2000 RPM bei 38 dBA). Die sieben schwarzen Lüfterblätter sind vergleichsweise gut verarbeitet, allerdings sind die Ecken auch nicht so gut abgerundet wie etwa bei Sanyo Denki. Der Vergleich hinkt natürlich etwas wegen der Preisunterschiede, genau deshalb sind letztere aber auch gerechtfertigt.





    Die Oberfläche des Netzteils glänzt schwarz, während das klassische Lüftergitter nicht lackiert wurde. Wie üblich fallen die Entlüftungslöcher wabenförmig aus und unterhalb des Netzeingangs befindet sich ein Netzschalter. Mit 160 mm ist die Bautiefe noch relativ moderat für ein teilmodulares Gerät in dieser Leistungsklasse. Die farbigen Steckerbuchsen stehen nicht hervor und wurden beschriftet, was die Installation für Laien etwas erleichtert. Allerdings würde hierzu auch noch ein Handbuch in deutscher Sprache fehlen, um wirklich Hilfe zu leisten.

    Main CPU PCIe Peripherie
    --------------------------- --------------------------- --------------------------- ----------------------------------------------
    1x 24-pin (ca. 45 cm) 1x 4+4-pin (ca. 45 cm) 1x 6/8-pin (ca. 40 cm) 2x SATA (ca. 40, 55 cm)
    - - - 2x SATA (ca. 40, 55 cm)
    - - - 2x HDD, 1x FDD (ca. 40, 55, 70 cm)
    - - - -
    - - - -


    Mit 45 cm und noch weniger beim Grafikkartenanschluss sind die Leitungsstränge kürzer als bei Sempre. Insbesondere stört, dass bei den vier SATA-Steckern maximal 55 cm erreicht werden. Für einen HTPC wäre das kein Problem, bei einem Big Tower allerdings schon. Letzterer wird von der wahrscheinlicheren Zielgruppe öfter verwendet, was die Längen problematisch macht. Nicht zuletzt werden erneut nur zwei HDD-Stecker implementiert. Ein einziger 6/8-pin-Stecker wäre selbst bei geringerer Nennleistung unzureichend. Immerhin wurden alle Leitungen mit einem Sleeving ausgestattet. Sämtliche Leitungen haben einen sehr geringen Querschnitt nach 20 AWG, also kaum mehr als 0,5 mm². Üblich sind Leitungen nach 18 AWG, also mehr als 0,8 mm². Das führt dazu, dass bei einem entsprechenden Stromfluss eine höhere Spannung auf dem Pfad zum Verbraucher abfällt. Das liegt am Widerstand, der neben dem Material und der Länge eben auch vom Leitungsquerschnitt abhängt. Anders gesagt muss der Hersteller mit einer höheren Spannung "bezahlen", um den gleichen Strom fließen zu lassen.

    [break=Inter-Tech Combat Power CP Modular 650 W - Elektronik und Messungen]




    Die Elektronik des CPM-Netzteils entspricht ziemlich genau dem Aufbau vieler 80Plus-Bronze-Modelle. Hier kommt auch die versprochene aktive Leistungsfaktorkorrektur zum Einsatz. Netzseitig werden Störungen mit vier Y-Kondensatoren, zwei X-Kondensatoren, einer Längs- und zwei Gleichtaktdrosseln herausgefiltert. Hinzu kommt ein Ferritkern, der um die beiden Leiter gewickelt wurde und damit ebenfalls wie eine Gleichtaktdrossel wirkt. Ein MOV als passiver Überspannungsschutz wird nicht verbaut. Auf die Gleichrichterbrücke KBL06 folgt der Zwischenkreis.

    In diesem wird der Transistor so eingestellt, dass der Strom durch die Speicherdrossel sinusförmig verläuft und nicht in großen Pulsen aufgenommen wird. Der Stromverlauf bewegt sich also wieder näher am Spannungsverlauf und verzerrt diese auch nicht mehr so stark. In der Ausschaltzeit überträgt die PFC-Diode den Strom an den Ausgang bzw. den Primärkondensator und entlädt damit die Speicherdrossel. Alleine wegen der Ansteuerung mit einer entsprechenden Treiberschaltung war die aktive Variante ein preisliches Problem. Dank der hohen Kupferpreise wird allerdings auch die passive Leistungsfaktorkorrektur immer unattraktiver und selbst bei Billigmarken scheint sich die effektivere Variante langsam durchzusetzen. Dafür werden nach wie vor chinesische Elkos eingesetzt.

    Als Schalttransistoren werden zwei WFP840 verwendet. Unter diese Modellnummer konnten wir herausfinden, dass diese einen Einschaltwiderstand von 0,85 Ohm ausweisen. Der Leistungsverlust in der Sättigungsphase ist damit etwas höher als bei moderneren MOSFETs. Jeder Ausgang wird mit einer Shottky-Diode besetzt, ansonsten ist der Sekundärschaltkreis mit dem von Sempre vergleichbar. Der IC EST7610A erfasst die Spannung auf +3,3 V, +5 V und +12 V. Auch hier legt der IC eine Spannung an den Power-Good-Ausgang, wenn die Ist- den Sollwerten entsprechen. Ist das nicht der Fall, wird Power Good auf einen Low-Pegel gelegt und das Netzteil schaltet sich aus.

    Belastung* Lautstärke +3,3 V (ripple & noise) +5 V (ripple & noise) +12 V (ripple & noise) Wirkungsgrad/PFC Δϑ
    ----------- -------------------------------------- ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------- ---------
    5 % minimales Lüfterrauschen +2,12 % (9 mV) +0,60 % (10 mV) +1,58 % (13 mV) 74,31 % / 0.924 1,9 °C
    10 % minimales Lüfterrauschen +1,81 % (12 mV) +0,40 % (14 mV) +1,42 % (21 mV) 81,64 % / 0.945 2,3 °C
    20 % minimales Lüfterrauschen +1,52 % (27 mV) +0,20 % (31 mV) +1,08 % (42 mV) 83,79 % / 0.967 3,5 °C
    50 % starkes Lüfterrauschen +0,30 % (33 mV) +-0,00 % (37 mV) -0,75 % (57 mV) 80,31 % / 0.972 8,5 °C
    80 % - - - - - -
    100 % - - - - - -
    110 % - - - - - -
    Crossload 1 - - - - - -
    Crossload 2 - - - - - -
    * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers. Bei den +12-V-Ausgängen geben wir die mit der schlechtesten Regulation (bzw. höchsten Restwelligkeits-Messung) an. Crossload 1: 3,3 V und 5 V bei 1 A, 12 V beim spezifizierten Maximalwert. Crossload 2: 3,3 V und 5 V beim spezifizierten Maximalwert und 12 V bei 1 A. Δϑ entspricht der Temperaturdifferenz zwischen den Entlüftungslöchern und der Raumtemperatur (21,0 °C), angegeben in °C.


    Auch hier schaltet sich das Netzteil bei mehr als "50 % Last" aus. Ein Crossload-Test war ebenfalls nicht durchführbar. Erneut befinden sich die Spannungen innerhalb der ATX-Spezifikation, wobei +5 V etwas näher am Sollwert liegt als bei Sempre. Zudem werden maximal 83,79 % Wirkungsgrad erreicht. Mit der korrekten Nennleistung wäre das Modell vermutlich 80Plus-konform. Hinzu kommt, dass die Lautstärke bis "50 % Last" absolut erträglich ist. Des Weiteren könnte der Leistungsfaktor kaum besser sein . Schon bei geringer Last werden 0,924 erreicht. Trotzdem gilt auch hier, dass dieses Netzteil die angegebene Leistung nicht erreichen konnte und die "Combined-Angaben" auf dem Etikett frei erfunden sind. Damit hat das Netzteil den Test nicht bestanden.

    [break=Fazit]
    Wie unser Test heute zeigt, sind viele Netzteile im unteren Preisbereich nach wie vor nicht empfehlenswert. Beide Probanden erreichen die Nennleistung nicht und sind deshalb durchgefallen. Zwar hat sich die Situation etwas verändert, doch ist diese nicht unbedingt besser geworden. Inter-Tech verzichtet nicht wie Sempre auf konkrete Leistungsausgaben zu den Ausgängen mit einer gemeinsamen Quelle, allerdings werden die Angaben mit einem "max." völlig entwertet und wären nicht einmal richtig, wenn man das Produkt aus der jeweiligen Spannung und der Belastbarkeit addieren würde. Nach dem Motto "lieber eine falsche als gar keine Angabe" werden Phantasiewerte aufgedruckt. Mehr Information helfen dem Kunden also auch nicht unbedingt weiter, um das richtige Netzteil für den PC auszuwählen. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass beide Netzteile nur über vier SATA- und zwei HDD-Stecker verfügen. Mit 40-45 cm sind einige Leitungsstränge zumindest bei Inter-Tech sehr kurz. Dafür verfügt das Combat Power Modular 650 W über abnehmbare Anschlüsse und eine funktionierende aktive Leistungsfaktorkorrektur. Mit geringerer Nennleistung hätte Inter-Tech sogar 80Plus-Niveau erreichen können. Dann jedoch wäre der Preis wiederum sehr hoch gewesen. Für etwas mehr Geld erhält man bereits das Cougar A400 mit 80Plus Bronze. Im Vergleich zum Sempre Green Silent 700 W ist Inter-Tech trotzdem noch als vergleichsweise modern zu bezeichen und gewissermaßen der Sieger des Vergleichtests.



    Vor kurzem haben wir das Inter-Tech Coba Ecostar mit 400 W getestet und heute eine interessante Entdeckung machen können. Das obere Bild zeigt die Elektronik des 400- und des heute vorgestellten 650-W-Netzteils. Beide Geräte sind sich sehr ähnlich, wobei das CPM dreisterweise sogar über den kleineren Haupttrafo verfügt. Das Gleiche gilt für die Kühlkörper. Zudem ist die Gleichrichterbrücke noch in einem klobigeren KBL-Gehäuse verbaut worden und der Eisenpulverkern der +5-V/+12-V-Drossel ist eine etwas günstigere Variante mit höheren Kernverlusten. Was bedeutet das? Inter-Tech verkauft unter dem Namen Coba ein 400-W-Netzteil für einen relativ guten Preis, während die 650-W-Variante mit ähnlicher, insgesamt aber schlechterer Elektronik, sogar minimal teurer ist. Es werden demnach nicht nur überlabelte Netzteile, sondern beinahe identische Produkte verkauft, die sich laut Spezifikation um satte 250 W unterscheiden sollen. Die modularen Anschlüsse sind sicherlich ein Unterschied, aber kein Grund, um beide Produkte derart unterschiedlich darzustellen. Als Ergebnis ist daher festzuhalten, dass sich Inter-Tech trotz Schlagworten wie "active PFC" und "Combined-Angaben" nicht verbessert hat, was die Dokumentation betrifft. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass diese beiden Details noch nicht ausreichen, um die Qualität eines Netzteils zu beurteilen, auch wenn diese Kriterien gerne als Indikator verwendet werden.

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    Geändert von Nero24. (17.08.2013 um 21:34 Uhr)

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