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    SilverStone Precision PS07W

    Ende 2011 stellte SilverStone das Prescision PS7 vor, welches als erstes Gehäuse der Precision-Serie keine ATX-Boards, sondern lediglich mATX-, DTX- und mITX-Boards aufnehmen kann. Vor einigen Tagen schließlich legte SilverStone das PS07W nach. Das W in der Produktbezeichnung steht für Weiß. Nachdem wir in letzter Zeit verstärkt Gaming-Gehäuse getestet haben, ist dies ein Grund mehr, sich das neue Modell genauer anzuschauen, immerhin gibt es in weiß deutlich weniger Gehäuseauswahl als in schwarz.

    Die Erwartungen der Redaktionen an Gehäuse von SilverStone sind sicherlich höher als bei anderen Herstellern, nicht umsonst gehört SilverStone mit zu den bekannteren Herstellern im Gehäusebereich. Grund hierfür ist die hohe Verarbeitungsqualität, verbunden mit edlem Aluminium. Die Temjin-Reihe, speziell das Temjin TJ-07, gehört noch heute zu den beliebtesten Gehäusen und erzielt auch im Gebrauchtmarkt noch oft Preise, die nur knapp unter dem Neupreis liegen. Aber nicht jeder Käufer ist bereit, 200 Euro oder mehr für ein Gehäuse zu bezahlen und so musste nach und nach Aluminium Kunststoff beziehungsweise Stahlblech weichen. Trotz der vergleichsweise günstigen Materialien bleibt die Qualität gewohnt gut und immer noch überrascht SilverStone mit kleinen ausgefallenen Extras oder üppigem Zubehör.

    Wir bedanken uns bei SilverStone für das Testmuster und wünschen viel Spaß beim Lesen.



    [BREAK=Testsystem]Für das Testsystem kommt eine AMD-Plattform mit folgenden Komponenten zum Einsatz:
    • CPU: AMD Phenom X4 9850 Black Edition mit 4 x 2,5 GHz und 125 W TDP
    • CPU-Kühler: Scythe Rasetsu oder bei kleineren Gehäusen der AMD-Boxed Kühler
    • Mainboard: ASRock A780FullHD - AMD 780G/SB700-Chipsatz, mATX
    • Arbeitsspeicher: 4 x 1024 MB Kingston (DDR2-800)
    • Grafikkarte: Gigabyte Radeon HD 6950 mit 2048 MB Grafikspeicher
    • Festplatte: 2 x Maxtor DiamondMax 10
    • Netzteil: Enermax Modu 82+
    Der Testparcours bedarf einiger Hilfsmittel und Programme:
    • Furmark v1.80 – Stabilitätstest für die Grafikkarte
    • Prime95 v25.11 - CPU-Testprogramm
    • AIDA64 Extreme Edition zur Auswertung sämtlicher Temperatursensoren

    Messgeräte: Voltcraft 329 Schalldruckmessgerät. Zum Aufheizen des Systems kommen Prime95 und FurMark gleichzeitig zum Einsatz. Hierbei wird eine Belastung der CPU und GPU erzielt, welche im normalen Alltagsbetrieb kaum vorzufinden ist. Ein Testlauf ist absolviert, wenn das System 30 Minuten der Belastung standhält. Vorzeitige Abbrüche werden selbstverständlich vermerkt und gehen mit den letzten Maximaltemperaturen in die Grafiken ein. Messungen im Idle-Zustand haben wir gestrichen, da diese bei den Stromsparmechanismen der Prozessoren zunehmend uninteressanter sind. Die Raumtemperatur beträgt hierbei 20 °C. Die erzielten Temperaturen der einzelnen Sensoren lesen wir mit dem Programm AIDA64 Extreme Edition aus. Hierfür hat uns der Hersteller freundlicherweise einige Lizenzen zur Verfügung gestellt.

    Bei den Messungen der Lautstärke haben wir uns für zwei Durchläufe entschieden: ein erster unter voller Last des gesamten Systems und ein weiterer, wenn lediglich die im Gehäuse verbauten Lüfter laufen. Damit möchten wir eine bessere Vergleichbarkeit für den Leser gewährleisten. Die Lautstärke mit verbauter Hardware ist stets von den einzelnen Komponenten abhängig und wird somit immer unterschiedlich ausfallen; ohne installierte Hardware wird sie jedoch bei jedem annähernd gleich sein. Wir messen die Lautstärke mit einem dB(A)-Messgerät von drei Seiten bei einem Abstand von 30 cm.




    [BREAK=Technische Daten] Die Daten zum SilverStone Precision PS07W entnehmen wir wie immer der Webseite des Herstellers:

    ModellnameSST-PS07W
    LaufwerkschächteExtern: 2x 5.25“, 1x 3,5“
    Intern: 5x 3,5", 1x 2,5"
    Abmessungen

    210 x 374 x 400 mm ( Breite, Höhe, Tiefe)

    MaterialStahl, Kunststoff mit Aluminiumapplikation
    FormfaktorMicro ATX, Mini-DTX, Mini-ITX
    Front I/O2x USB 3.0, 1x Mikrofon, 1x HD-Audio
    Maximale Grafikkartenlänge343 mm
    Maximale CPU-Kühler Höhe165 mm
    Lüfter:

    Front: 2x 120 mm / 950/min, 18 dB(A)
    Heck: 1x 120 mm optional

    Erweiterungsslots 4
    Gewicht 5,5 kg
    Empfohlener Verkaufspreis ca. 70,- Euro


    Der Lieferumfang des SilverStone Precision PS07 umfasst die auf dem Bild ersichtlichen Kleinteile:

    • Einbauanleitung
    • 3,5“-Einbaurahmen für 5,25“-Laufwerksschacht
    • Adapter USB 3.0 auf USB 2.0
    • Kabelbinder
    • Gummipuffer
    • Diverse Schrauben
    • SilverStone-Aufkleber

    Die Einbauanleitung ist wie üblich bei SilverStone exzellent. Während andere Hersteller sich auf Faltblätter beschränken, gibt es bei SilverStone ein Handbuch im DIN-A5-Format, in welchem jeder einzelne Einbauschritt samt Zeichnung in 10 Sprachen auf 47 Seiten erläutert wird. Hier finden sich auch alle notwendigen Abmessungen, die man wissen muss. Wie groß darf der CPU-Kühler sein, wie lang darf die Grafikkarte sein, wie lang dürfen externe 5,25“-Laufwerke sein? Vorbildlicher geht es kaum noch.

    [BREAK=Äußeres – Teil 1]

    Die Front des Precision PS7W ist aus Kunststoff, im oberen Bereich befinden sich zwei Einbauschächte für externe 5,25“-Laufwerke, einer der Schächte kann mit dem Adapter im Zubehör für ein 3,5“-Gerät benutzt werden. Darunter befindet sich eine Tür mit Linksanschlag, die mit einem SilverStone-Schriftzug verziert ist.

    Die linke Seite der Front ist mit einem vertikal verlaufenden Aluminiumstreifen verziert. Unterbrochen wird der Streifen lediglich durch das I/O-Panel. Das Precision bietet zwei USB-3.0-Anschlüsse, Audio-IN/OUT, zwei Status-LEDs sowie Power- und Resettaster, die beide mit einem dünnen silbernen Rahmen verziert sind. Optisch ist die Front auf jeden Fall ansprechend. Meshgitter findet man hier keines vor.

    Hinter der Tür hat SilverStone zwei 120-mm-Lüfter eingebaut, die für die Frischluftzufuhr im Gehäuse sorgen. Ein Blick ins Handbuch verrät die näheren Spezifikation der Lüfter: 950/min, 18 dB(A). Damit neben Frischluft aber nicht auch Staub ins Gehäuse gesaugt wird, befindet sich davor ein auswaschbarer Staubfilter, der ähnlich wie eine Tür nach links aufgeklappt und dann entnommen werden kann. Die Tür wird nicht wie meist üblich durch Magnete gehalten, sondern lediglich durch Kunststoffnasen. Somit vernimmt man beim Öffnen und Schließen das typische Geräusch aufeinanderreibenden Kunststoffs. Optisch wirkt das System auf den ersten Blick recht instabil und die Tür biegt sich leicht durch, wenn man sie öffnet. Aber der Schein trügt, die Verarbeitung ist trotzdem ziemlich stabil.


    Beide Seitenteile besitzen keine weiteren Funktionen. Von der Gehäuseseite aus erkennt man, dass die Frischluft, welche die beiden Frontlüfter einsaugen, seitlich durch die Blende gelangt. Hier sind zahlreiche Luftdurchlässe. Eine weitere Besonderheit befindet sich auf der linken Seite der Frontblende. Oben sieht man zwei Knöpfe. Betätigt man diese, werden die Laufwerksblenden herausgehebelt. Ein Feature, was uns wirklich gefallen hat. Wer kennt das nicht? Entfernen der Laufwerksblenden Teil eins: Fingernägel nicht geschnitten, also einfach mal versuchen damit herauszuhebeln. Mit Glück klappt es, mit Pech ist erst einmal der Fingernagel abgebrochen. Zweiter Versuch: Gehäuse öffnen und von innen durch die Laufwerksschächte die Blenden herausdrücken. Pech, wenn sich hier noch Metalblenden befinden, dann muss nämlich erst die ganze Front entfernt werden. Glaubt man Murphys Law, dann stellt man spätestens jetzt fest, dass die Frontblende noch mit sechs schlecht erreichbaren Schrauben befestigt ist. Hier wird hingegen einfach der Knopf betätigt und die Blende klappt heraus.

    Diese Idee, Laufwerksblenden mit Clips oder ähnlichen Halterungen auszustatten, um sie bequem von außen entfernen zu können, ist natürlich nicht neu, aber während andere Hersteller direkt an den Blenden Schieber oder Hebel haben, schafft es SilverStone mit einer simplen Idee, diese Vorrichtung außerhalb des Sichtsfelds zu platzieren und damit eine saubere Optik der Front zu gewährleisten.



    [BREAK=Äußeres – Teil 2]

    Das Precision steht auf vier dicken Halbkugeln aus Gummi, die es vom Boden entkoppeln. Im vorderen Teil sind einige Bohrungen vorhanden, vermutlich um hier etwas von innen auf dem Boden zu verschrauben. Meist wird dies mit Lüftern oder Festplatten gemacht. Was der Hintergrund beim Precision ist, werden wir später noch sehen. Weiterhin sticht mittig eine Schiene ins Auge. Hierbei handelt es sich um ein weiteres Feature, das sich SilverStone hat einfallen lassen, aber auch hier drauf gehen wir erst später bei der Betrachtung des Innenraums ein.

    Auf dem hinteren Teil des Gehäusedeckels, von vier kleinen Magneten gehalten, liegt ein auswaschbarer Staubfilter. Das ganze Gehäuse stellt sich dank fehlender Meshgitter oder Lüfteröffnungen in den Seitenteilen durchweg homogen dar und dieser außen liegende Staubfilter sticht wie ein Fremdkörper ins Auge. Wer jetzt meint, unter dem Staubfilter befindet sich ein Einbauplatz für einen Lüfter, der irrt. Was es damit auf sich hat, sehen wir gleich beim Betrachten der Rückseite.

    Kommen wir zur Rückseite: Hier wird jetzt auch auf den ersten Blick erkenntlich, was es mit dem Staubfilter auf dem Deckel auf sich hat. Dieser ist nämlich nicht für einen optional einzubauenden Lüfter gedacht, sondern für das Netzteil, was im SilverStone mit der Lüfteröffnung nach oben unter dem Deckel sitzt. Direkt darunter folgen dann auch schon vier Slotblenden für Erweiterungskarten. Das bedeutet also, im Precision wird das Mainbord nicht wie üblich rechts, sondern links und obendrein auf dem Kopf liegend eingebaut. SilverStone überrascht des Öfteren mit ungewöhnlichen Einbaumethoden. Wir erinnern uns an das Raven 3 (zu unserem Artikel) oder das Fortress FT02 (zu unserem Artikel), wo sich das I/O-Panel des Mainboards gar am Gehäusedeckel befand. Die Befestigungsmethode im Precision stammt noch aus der Zeit, als das BTX-Format (zu unserem Artikel) in aller Munde war, sich aber nie durchsetzen konnte.

    Unterhalb der Slotblenden folgt ein Einbauplatz für einen optionalen 120-mm-Lüfter. Die Slotblenden sind zusätzlich noch mit einer weiteren verschraubbaren Blende von außen abgedeckt. Beide Seitenteile verfügen über einen Griff und sind mit Rändelschrauben befestigt. Weiterhin hat SilverStone an Unterlegscheiben aus Kunststoff gedacht, damit der Lack nicht verkratzt wird, wenn man die Rändelschrauben festzieht.



    [BREAK=Inneres]

    Nach dem Entfernen der Seitenteile kommt der natürlich ebenfalls in weiß lackierte Innenraum zum Vorschein. Da wie bereits erwähnt das Mainboard auf der linken Seite kopfüber befestigt wird, erblickt man hier auch erst einmal die Rückseite des Mainboardträgers. Die obligatorische Aussparung, um verschraubbare Kühler ohne Ausbau des Mainboards wechseln zu können, befindet sich folglich unten. Da das Precision sehr kleine Abmessungen hat, hat SilverStone das Gehäuse mit einem entfernbaren Mainboardträger ausgestattet. Hierfür müssen lediglich drei Kreuzschlitzschrauben gelöst werden, dann kann das Mainboard bequem außerhalb des Gehäuses eingebaut werden. Weiterhin verfügt der Mainboardträger über einige Kabeldurchführungen sowie Ösen zur Befestigung von Kabelbindern.

    Die 3,5“-Laufwerke finden in einem Käfig auf dem Gehäuseboden Platz, die 5,25“-Laufwerke werden darüber eingebaut. Der Einbauplatz des Netzteils ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Dieser ist mit einer Metallblende verdeckt, die durch das ganze Gehäuse verläuft. Im vorderen Teil der Blende werden später die zwei externen 5,25“-Laufwerke eingebaut. Diese durchgehende Blende scheint neu zu sein. Die schwarzen Versionen, die wir nach Erscheinen des Precision gesehen haben, hatten eine unterbrochene Blende.

    Der Käfig für die 3,5“-Laufwerke ist mit zwei Kreuzschlitzschrauben befestigt. Er fasst drei Laufwerke und ist von innen an der Auflagefläche der Laufwerke mit Gummimatten beklebt, um die Laufwerke zu entkoppeln. Um den Käfig aufzubauen, müssen die beiden Kreuzschlitzschrauben gelöst werden. Unter dem Käfig befindet sich eine Abdeckung, die von der Gehäuseunterseite her verschraubt ist. An dieser Abdeckung kann ein weiteres 3,5"-Laufwerk befestigt werden, das ebenfalls durch Gummimatten gedämmt ist, sowie darunter, auf dem Gehäuseboden ein 2,5"-Laufwerk. Zwei 120-mm-Lüfter vor dem Käfig sorgen für eine Kühlung der Festplatten. Die Lüfter können direkt am Mainboard oder einer Lüftersteuerung angeschlossen werden. Das passende Finish der Lüfter bilden die ebenfalls in weiß gesleevten Kabel.

    Hinter dem Laufwerkskäfig auf dem Gehäuseboden befindet sich ein Kunststoffschieber mit einer kleinen Platte. Der Schieber kann in der Höhe verstellt werden und dient Dazu, den Kühler abzustützen. Auch dies ist ein kleines nützliches Extra, was sich SilverStone hat einfallen lassen. Die Kühler werden immer größer und schwerer, es hängt nicht selten fast ein kg Kupfer am Sockel und zieht diesen kaum merkbar nach unten. Dank dieser Halterung ist man hier definitiv auf der sicheren Seite, auch wenn wir bisher noch nie Probleme mit schweren Kühlkörpern feststellen konnten.

    Bevor wir uns dem Einbau widmen, abschließend noch ein Blick unter den Gehäusedeckel. Hier wird später das Netzteil seinen Platz finden.



    [BREAK=Einbau]

    Der Einbau gestaltet sich ohne vernünftige Planung komplizierter als wir gedacht haben. Mehr als einmal haben wir bereits eingebaute Teile wieder ausbauen müssen. Doch der Reihe nach: Im ersten Schritt haben wir erst einmal den Deckel des Precision PS07 entfernt. Hierfür müssen insgesamt fünf kleine sowie zwei größere Kreuzschlitzschrauben entfernt werden. Um die kleinen Schrauben zu lösen, ist ein passender Schraubendreher notwendig. Am besten eignet sich hierfür Uhrmacherwerkzeug. Unter dem Deckel findet später das Netzteil seinen Platz. Nach dem Lösen von weiteren drei Kreuzschlitzschrauben ist der Mainboardträger entfernt. Die ebenfalls weißen Abstandshalter sind fest mit dem Träger verbunden und somit kann auch schon das Board darauf befestigt werden.

    Bevor der Träger aber wieder eingebaut wird, bauen wir noch die 3,5- und die 5,25“-Laufwerke ein. Sämtliche Laufwerke müssen im Precision PS07 verschraubt werden. Dies ist zwar sicherer aber nicht wirklich anwenderfreundlich. Zur Entkopplung der Platten ist der Käfig auf beiden Seiten von innen mit dicken Gummimatten ausgekleidet. Ist das geschehen, kann auch schon der Mainboardträger wieder befestigt werden. So zumindest die Theorie. In der Praxis sollte man so viele Kabel wie möglich bereits vor dem Einbau wieder anschließen. Ist der Mainboardträger nämlich erst einmal wieder eingebaut, kommt man kaum noch an die Anschlüsse, da man extrem wenig Platz zum Hantieren im Gehäuse hat. Dies wurde uns mehr als einmal zum Verhängnis, sodass wir den Mainboardträger mehrmals wieder ein- und ausbauen mussten.

    Nach dem Einbau des Mainboardträgers wollten wir den Festplattenkäfig wieder installieren. Wie man aber auf nachfolgendem Bild sieht, war dies nicht möglich, da der Kühler zu breit ist. Nun standen wir vor der Wahl, den Boxed-Kühler zu benutzen oder auf alternative Einbauplätze für die 3,5“-Laufwerke zurückzugreifen. Wir entschieden uns für letzteres. Hierzu haben wir die 3,5“-Einbaurahmen an ein Laufwerk geschraubt, um dieses im zweiten 5,25“-Schacht einzubauen. Aber auch hier tauchten Probleme auf. Die Schrauben passten nämlich nicht in die dafür vorgesehenen Bohrungen, da diese zu klein ausgefallen sind. Also haben wir erst einmal mit einem Kreuzschlitzschraubendreher die Bohrlöcher ein wenig geweitet. Dies geht ganz gut, da der Adapter nur aus Kunststoff ist. Danach haben wir die Schrauben eingedreht, damit diese erst einmal fassen. Anschließend konnten wir dann das Laufwerk endlich im 5,25“-Schacht einbauen.

    Die zweite Festplatte findet einen Platz im unteren Teil des Laufwerkskäfigs, der aus zwei Teilen besteht. Hier kommt die Platte nicht dem Kühler ins Gehege. Auch der zweite Teil des Käfigs ist mit Moosgummi verkleidet, um Vibrationen der Platte auf das Gehäuse zu mindern. An beiden Platten sollten jetzt schon die SATA-Kabel und Stromanschlüsse befestigt werden.

    Abschließend kann dann endlich der Mainboardträger wieder eingebaut und die Grafikkarte installiert werden. Immer wieder sieht man gerade bei langen Grafikkarten, dass diese leicht durchhängen und einige Gehäusehersteller bringen hierfür extra Halterungen an, welche die Karte stützen sollen. Im Precision PS07 liegt die Karte hierfür auf einer Kunststoffplatte, die auf den Festplattenkäfig geschraubt ist. Für Grafikkarten ohne Backplate kann man die Kunststoffplatte entfernen und stattdessen einen dicken Gummipuffer auf den Käfig kleben. Dieser liegt dem Zubehör bei.

    Für die Grafikkarte stehen im SilverStone Gehäuse 343 mm an Platz zur Verfügung. Nachfolgend noch ein Überblick über die Abmessungen einiger aktueller Karten:

    Nachdem alles verkabelt ist, wird noch die „Hebebühne“, welche den Kühler stützt, hochgefahren und von unten mit einer Schraube fixiert.

    Fertig zusammengebaut sieht das Ganze wie folgt aus:

    Es geht reichlich eng im Gehäuse zu, man darf gespannt sein, wie sich dies auf die Temperaturen auswirkt.

    [BREAK=Temperaturen und Lautstärke]

    Im ersten Schritt unserer Messungen haben wir uns wie angekündigt die Lautstärke nur mit den installierten Lüftern, im Fall des SilverStone Precision PS07 also mit insgesamt zwei Lüftern, ohne weitere Hardware angeschaut. Der Hintergrundpegel im Raum war mit unserem Messgerät nicht mehr messbar.

    Danach erfolgte der Belastungstest. Hierzu liefen Prime95 und FurMark für eine halbe Stunde gleichzeitig. Vorab die Lautstärke, die wir dabei gemessen haben, danach die erzielten Temperaturen:


    Die beiden 120-mm-Lüfter des Precision PS07 leisten ganze Arbeit und sind auf jeden Fall der Kategorie Silent zuzuordnen. Im Idle-Zustand war die Lautstärke nicht messbar, was allerdings nicht heißt nicht lautlos. Unter Last legten sie dann ein wenig zu, aber auch hier hört man nur ein dezentes Rauschen.

    Die Temperaturen sind allesamt recht hoch. Gerade bei hochsommerlichen Temperaturen kann es hier zu Problemen kommen. Ein dritter, optionaler Lüfter im Heck, der die erwärmte Luft absaugt, ist auf jeden Fall empfehlenswert. So bilden sich im Precision PS07 Hitzestaus, da die Luft, welche von vorne zur Kühlung ins Gehäuse gesaugt und sich erwärmt, nicht mehr optimal abgeführt wird.

    Nachfolgend noch unser Diagramm mit der Temperaturdifferenz, basierend auf dem aktuellen Testsystem bei 20 °C Raumtemperatur:




    [BREAK=Fazit]

    Das SilverStone Precision PS07W fügt sich harmonisch in jede Umgebung ein, sei es nun daheim oder im Büro. Die zwei 120-mm-Lüfter rauschen dezent vor sich hin und ermöglichen ein ermüdungsfreies Arbeiten ohne das man einen Gehörschutz benötigt. Sobald man allerdings ein High-End-Gaming-System in das Gehäuse verfrachtet, sollte man auf jeden Fall einen weiteren Lüfter im Budget einplanen. Bei der Wahl des Prozessorkühlers ist es notwendig, auf allzu breite Modelle zu verzichten, da es sonst zu Platzproblemen mit eingebauten Festplatten kommen kann. Bei Towerkühlern muss gegebenenfalls der Lüfter auf der anderen Seite platziert werden.

    Auch wenn der Einbau aufgrund des geringen Platzes im Inneren des Gehäuses ein wenig aufwendiger ist als bei anderen Towern, so geht er doch relativ problemlos von der Hand, wenn man sich denn die Zeit nimmt, vorher einmal die Einbauanleitung zu studieren. Diese ist bei SilverStone gewohnt ausführlich und den ein oder anderen doppelten Arbeitsschritt, den wir beim Einbau vornehmen mussten, hätten wir mit Lesen der Anleitung vermeiden können. Grundsätzlich können wir jedem Käufer von SilverStone-Gehäusen nur empfehlen, sich vorab diese ausführlichen Anleitungen auf der Homepage herunterzuladen. SilverStone gibt nicht nur die Höhe für CPU-Kühler oder die maximale Grafikkartenlängen an, sondern auch Hinweise darauf, wie lang Festplatten, Netzteile oder wie breit Kühler sein dürfen.

    Gefallen haben uns besonders die kleinen Extras, wie die seitlichen Knöpfe, um die Laufwerksblenden heraushebeln zu können, die Stütze für den CPU-Kühler und die Verwendung des Festplattenkäfigs als Grafikkartenstütze.

    Für knapp 70 Euro ist das Gehäuse auf jeden Fall eine Überlegung wert. Wer sich aber partout nicht mit einer Kunststofffront anfreunden kann, dem empfehlen wir das Temjin TJ08E für 10 Euro mehr, welches auf dem gleichen Chassis basiert, aber eine Aluminiumfront mit 180-mm-Lüfter und Lüftersteuerung bietet.


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