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    SilverStone Strider Gold 450W SFX



    SilverStone ist für hochwertige und gleichermaßen teure Gehäuse bekannt. Hierzu zählen auch diverse HTPCs und Mini-ITX-Varianten. Als Anbieter solcher Produkte weiß SilverStone, dass es an kompakten und moderat leistungsstarken Netzteilen mangelt. Insbesondere dem SFX-Standard fehlte bislang ein Vorzeigemodell. Mit dem Strider Gold 450 W wird nun aber endlich ein vollmodulares SFX-Netzteil angeboten, welches das 80-PLUS-Gold-Zertifikat der Organisation EPRI erhalten hat. Ob das Gerät abseits dieser Merkmale überzeugen kann, klären wir auf den folgenden Seiten. Wie immer wünschen wir viel Spaß beim Lesen und bedanken uns bei SilverStone für die Bereitstellung des Testmusters.

    Preisvergleich

    [break=Lieferumfang, Lüfter und Nennleistung]


    Dem Strider Gold SFX12V werden ein Kaltgerätekabel, vier Schrauben zur Befestigung des Netzteils im PC-Gehäuse, zwei verschiedene Benutzerhandbücher und eine ATX-Blende beigelegt. Mit letzterer lässt sich das Modell auch in HTPCs wie dem GD03 verbauen. In die meisten SFF-Gehäuse passt es ohnehin, auch wenn diese häufig schon vorab mit Netzteilen bestückt werden. Neben den vollmodularen Anschlüssen verfügt das Netzteil über eine "single +12 V rail" und wurde mit 80 PLUS Gold ausgezeichnet. Der 80-mm-Lüfter garantiert laut Herstellerangabe einen geräuscharmen Betrieb. Nicht zuletzt verspricht der Hersteller eine gute Spannungsregulation.



    Der +3,3-V- und der +5-V-Ausgang mit einer Belastbarkeit von 19 bzw. 14 A können zusammen nur 90 W leisten. Das klingt nach wenig für ein 450-W-Netzteil, ist allerdings dem höheren Strombedarf auf +12 V geschuldet. Letzterer Ausgang leistet 444 W, wovon allerdings auch noch +3,3 V, +5 V und -12 V versorgt werden.



    Der hier verwendete 80-mm-Lüfter stammt von Young Lin, trägt die Modellnummer DFB801512H und verfügt über ein einfaches Gleitlager. Im Gegensatz zu Lüftern mit FDB (Fluid Dynamic Bearing) neigt diese Variante zu Schleifgeräuschen in ungünstigen Positionen. Mit maximal 3000/min ist das Modell kein Leisetreter, zumindest bei 12 V. Die neun Lüfterblätter sind relativ scharfkantig.

    [break=Aussehen und Anschlüsse]


    SilverStone SilverStone SilverStone SilverStoneSilverStone SilverStone


    Mit Abmessungen von 12,5 (B) x 6,35 (H) x 10 (T) cm ist das schwarz lackierte Gehäuse sehr kompakt. Wegen des daraus resultierenden Platzmangel wurde der Netzschalter eingespart. Wie üblich fallen die Entlüftungslöcher wabenförmig aus, während große Belüftungslöcher das sonst gängige Lüftergitter ersetzen. Auf der Rückseite befinden sich die Anschlussbuchsen mit einer Beschriftung für alle Stecker. Die blaue ist für Grafikkartenanschlüsse gedacht.



    Main CPU PCIe Peripherie
    --------------------------- --------------------------- --------------------------- ----------------------------------------------
    1x 24-pin (ca. 30 cm) 1x 4+4-pin (ca. 40 cm) 1x 6/8-pin, 1x 6-pin (ca. 40, 15 cm) 3x SATA (ca. 30, 50, 60 cm)
    - - - 2x HDD, 1x FDD (ca. 30, 50, 70 cm)
    - - - -
    - - - -
    - - - -


    Die 30 bzw. 40 cm langen Leitungen mit den Mainboardsteckern sind kaum für Midi-Tower geeignet. Der Fokus liegt bei SilverStone eindeutig auf kleinen Multimedia-Rechnern, bei denen jeder zu verlegende Zentimeter stört. Ebenfalls störend ist aber auch die geringe Anzahl an Anschlüssen. Mit drei SATA- und zwei HDD-Steckern ist das 450-W-Gerät schlecht ausgestattet. Hier dieselbe Argumentation vorzubringen wäre aber falsch, da man auf den 60 bzw. 70 cm langen Leitungen noch mehr Stecker hätte unterbringen können. Überdies wäre es besser gewesen, die beiden Grafikkartenstecker auf zwei getrennte Leitungen aufzuteilen. Der Sleeve ist recht gut verarbeitet, wenn auch nicht blickdicht.

    [break=Schaltungsdesign und Messungen]


    Die Komponenten im Inneren müssen sich eine kleine Fläche teilen, was besonders im Sekundärschaltkreis deutlich wird. Hier befinden sich die Tiefsetzsteller direkt unter der Netzeingangsbuchse (links unten im Bild) und werden praktisch kaum vom Lüfter erreicht. Teile der EMI-Filterung sind wild ineinander verklebt worden und zahlreiche Folien sind notwendig, um die erforderliche Isolierung zu erreichen. Immerhin sind die Elkos durchgehend hochwertig und die Schutzfunktionen umfangreich. Dazu zählt unter anderem auch der Überstromschutz (OCP), welcher bei einzelnen +12-V-Ausgängen häufig eingespart wird.

    Belastung* Lautstärke +3,3 V (ripple & noise) +5 V (ripple & noise) +12 V (ripple & noise) Wirkungsgrad/PFC Δϑ **
    ----------- ------------------- ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------- -------------------------
    5 % 22 dB(A) 3,34 V (5 mV) 4,98 V (4 mV) 12,07 V (9 mV) 76,27 % / 0.789 1,9 °C
    10 % 22 dB(A) 3,33 V (6 mV) 4,98 V (3 mV) 12,07 V (11 mV) 83,39 % / 0.926 2,6 °C
    20 % 22 dB(A) 3,33 V (6 mV) 4,98 V (7 mV) 12,05 V (17 mV) 87,32 % / 0.942 3,8 °C
    50 % 22 dB(A) 3,32 V (10 mV) 4,97 V (7 mV) 12,03 V (23 mV) 90,14 % / 0.969 7,3 °C
    80 % 28 dB(A) 3,29 V (12 mV) 4,95 V (10 mV) 11,97 V (25 mV) 89,67 % / 0.982 9,4 °C
    100 % 36 dB(A) 3,28 V (12 mV) 4,94 V (16 mV) 11,93 V (32 mV) 87,92 % / 0.987 11,9 °C
    110 % 36 dB(A) 3,28 V (15 mV) 4,92 V (18 mV) 11,92 V (33 mV) 87,34 % / 0.990 12,3 °C
    Crossload 1 - 3,28 V 4,97 V 12,09 V - -
    Crossload 2 - 3,31 V 4,98 V 11,99 V - -
    50 W - - - - 82,59 % -
    100 W - - - - 87,42 % -
    Low Load - - - - 75,41 % -
    Ultra Low Load - - - - 38,75 % -

    • * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers. Bei den +12-V-Ausgängen geben wir die mit der schlechtesten Regulation (bzw. höchsten Restwelligkeits-Messung) an. Crossload 1: 3,3 V und 5 V bei 1 A, 12 V beim spezifizierten Maximalwert. Crossload 2: 3,3 V und 5 V beim spezifizierten Maximalwert und 12 V bei 1 A.
    • ** Δϑ entspricht der Temperaturdifferenz zwischen den Messwerten an den Entlüftungslöchern und der zum Testzeitpunkt gemessenen Raumtemperatur (25,3 °C), angegeben in °C.
    • Bei der maximalen Belastbarkeit stellen wir auf den Ausgängen folgende Lasten ein und erhöhen den Wert auf einem Ausgang solange, bis sich das PC-Netzteil ausschaltet oder ein Fehler eintritt. Das Maximum liegt bei 40 A. -12 V: 0,02 A; +5 VSB: 1,00 A; +3,3 V, +5 V und +12 V: 1 A
    • 50 W: -12 V: 0,02 A; +5 VSB: 0,20 A; +3,3 V und +5 V: 1A und +12 V: 3,3 A
    • 100 W: Entspricht der doppelten Belastung des 50-W-Tests.
    • Low Load: -12 V: 0,02 A; +5 VSB: 1,00 A; +3,3 V, +5 V und +12 V: 1,00 A
    • Ultra Low Load: Alle Ausgänge werden mit 0,01 A belastet.


    An den Entlüftungslöchern ließ sich ein Δϑ von maximal 12,3 °C ermitteln. Konkret lag die Temperatur bei 37,60 °C. Das bestätigt unseren Eindruck von den Platzproblemen im Inneren, ist aber noch nicht kritisch. Die Luftleitfolie im Sekundärschaltkreis sorgt dafür, dass zumindest kein Wärmestau entsteht, was bei einem frühen Vorabmuster der Fall war. Weiterhin konnten wir bei 50 % Last und 230 V Eingangsspannung eine Effizienz von 90,14 % errechnen. Der Wert war bei dem ersten Testgerät ebenfalls etwas schlechter. Gefordert sind 90 % Wirkungsgrad bei 115 V Eingangsspannung, um das 80-PLUS-Gold-Zertifikat zu erhalten. Mit etwa 90 % bei 230 V ist das Ergebnis also nach wie vor sehr knapp. Dabei wurde +12 V mit 15,23 A am stärksten belastet, was auch der Leistungsverteilung auf dem Etikett gerecht wird. Damit kann eine ungünstige Belastung als Grund für den "niedrigen" Wirkungsgrad nahezu ausgeschlossen werden.

    Zu den positiven Eigenschaften zählt die niedrige Restwelligkeit und Rauschspannung. Hier konnten wir nicht mehr als 33 mV auf +12 V ermitteln, was prozentual gesehen deutlich unter dem im ATX-Industriestandard definierten Maximalwert liegt. In absoluten Zahlen liegen die kleineren Ausgänge sogar noch niedriger. Sehr erfreulich ist auch die relativ hohe Effizienz bei 5 % Last und die sehr zufriedenstellende Spannungsregulation. Letzteres trifft auch auf die beiden Crossload-Szenarien zu, wo sich die separate Regelung der Ausgangsspannungen bemerkbar macht.

    [break=Fazit]


    Das SilverStone Strider Gold mit 450 W ist ein vollmodulares SFX-Netzteil, welches für kompkete Gehäuse geeignet ist. Eine Blende erlaubt den Einbau in ATX-Tower. Der Wirkungsgrad liegt bei zwei Lasten und 230 V Netzspannung nur knapp über den Anforderungen für 80 PLUS Gold bei 115 V. Die Steckerkonfiguration ist ausbaufähig, während die Leitungslängen auf das Einsatzgebiet optimiert wurden. Abseits der hohen Temperaturen fallen die Messwerte sehr zufriedenstellend aus.

    Wer an Eckdaten wie das vollmodulare Design oder 80PLUS Gold denkt, wird zunächst ein ATX-Netzteil im Kopf haben und überrascht sein, dass SilverStone ein SFX-Modell damit aufstellen konnte. 450 W sind zudem ein moderater Leistungsbereich, wenn man die ATX-Konkurrenz hinzuzieht. Dennoch werden sich viele die Frage stellen, warum nicht auch 300 W möglich sind, was für ein SFX-Gerät durchaus normal wäre. Die Entscheidung für eine höhere Leistung dürfte vor allem mit den Kosten zusammenhängen, da sich ein kleineres Netzteil mit den hier genannten Kenndaten nicht viel günstiger produzieren lässt. Die Hersteller fürchten hier die mangelnde Preisakzeptanz. Demnach sind 450 W ein Kompromiss mit Folgen: Aus thermischer Sicht ist der Formfaktor nicht ideal und der Lüfter muss sehr stark aufdrehen, um eine noch angemessene Temperatur ermöglichen zu können. Durch die hohen Drehzahlen passt der Proband nicht so recht zu den eigentlich leisen HTPCs, die zudem meist weniger Leistung benötigen. In solchen PCs wird die Last ebenso niedrig sein wie der Wirkungsgrad. Bei 5 % Last ist das Netzteil nämlich nicht mehr besonders effizient, auch wenn es hier noch verhältnismäßig hohe Werte erreicht.

    Dennoch ist es beeindruckend, dass der Proband unter diesen Voraussetzungen eine ausgezeichnete Spannungsregulation bei allen Lasten erreicht und die Restwelligkeit gering ausfällt. Generell ist das Modell auch mit recht hohen Temperaturen stabil und zuverlässig. Die Leitungsstränge ab 30 cm Länge sind ideal für kleine Gehäuse geeignet. Wer weiß, wie schwierig ein 50 cm langer 24-pin-Strang in Multimedia-Rechnern zu verlegen ist, wird sich über diesen Schritt freuen. SilverStone scheint die Bedürfnisse der Kunden damit sehr genau studiert zu haben. Was unter dem Bruchstrich bleibt, ist ein sehr innovatives Produkt mit Kinderkrankheiten. Knapp 100 EUR Marktpreis lassen sich kaum objektiv beurteilen, da trotz der Mängel schlicht die Alternative fehlt. Wer ein wirklich leises Netzteil möchte, wird auch hier nicht um Modifikationen und Provisorien herumkommen. Trotzdem erfüllt das Strider schon deutlich mehr Voraussetzungen für SFF-Rechner als die immer gleichen ATX-Netzteile. Vielleicht wurde hiermit die Basis für weitere Schritte im SFX-Bereich geschaffen

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    Geändert von Nero24. (17.08.2013 um 16:17 Uhr)

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