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    AMD FX "Vishera"

    Titelbild AMD Vishera


    Etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass AMD mit den FX-Prozessoren eine völlig neue Prozessorarchitektur vorstellte. Auch wir haben uns damals die Bulldozer-CPUs in aller Ausführlichkeit angesehen. Bereits im Oktober vergangenen Jahres kamen wir zu der Einschätzung, dass AMDs neue Architektur mehr denn je auf die Software angewiesen ist, mit der gearbeitet wird. Denn während AMDs FX zum Launch in den meisten Anwendungen der Intel-Konkurrenz hinterherhinkte (und mitunter noch nicht einmal die Vorgänger aus eigenem Hause überflügelt werden konnten), gab es einige wenige Anwendungen, in der es der Prozessor sogar mit der gesamten Konkurrenz mühelos aufnehmen konnte.

    Ein Jahr nach dem ersten Auftritt des neuen Modulkonzepts lässt sich festhalten, dass sich an der Softwarewelt nichts Spürbares verändert hat. Der gefühlte Rückstand auf die Konkurrenz ist geblieben, da seit dem FX-8150 kein neues Spitzenmodell mehr aufgelegt wurde. Im Gegenteil: Mit dem Launch von Intels "Ivy Bridge" dürfte sich der Rückstand der FX-Prozessoren aus Performance-Sicht sogar noch vergrößert haben.

    Am heutigen Tag ist es nun soweit. AMD stellt neue Prozessoren mit Codenamen "Vishera" vor. Verbesserungen in Sachen Effizienz und ein noch weiter gesteigerter Basistakt sollen verlorenen Boden auf Intel gutmachen. Doch reichen die Detailverbesserungen, um der Konkurrenz auf den Leib zu rücken? Oder schafft man es nur, den Rückstand wieder auf das Niveau vom Oktober 2011 zu verkürzen?

    Wir haben auf den kommenden Seiten allerlei Konstellationen betrachtet. Welche Performance-Vorteile ergeben sich zum Vorgänger FX-8150 (Codename "Zambezi")? Wie sieht die absolute Performance gegenüber der "blauen" Konkurrenz aus? Welche Architektur erweist sich bei gleichem Takt als die Bessere? Wir werden es auf den folgenden Seiten sehen.

    Viel Vergnügen beim Lesen!
    [break=AMD FX-8350 im Detail]

    Sagen wir "Hallo" zum neuen Spross der Prozessoren-Familie von AMD: Dem FX-8350.

    Foto des Prozessors AMD FX - Codename Vishera


    Hergestellt wurde unser Testexemplar in der zweiten Jahreshälfte, genauer gesagt in der 29. Kalenderwoche (16.07. - 22.07.2012).

    Foto des Prozessors AMD FX - Codename Vishera


    Der Blick auf die Unterseite des AMD FX-8350 offenbart, dass es keine Veränderungen zum Vorgänger, dem FX-8150 "Zambezi", gibt. Somit passen die "Vishera"-Prozessoren physisch ebenfalls in den Sockel AM3 sowie AM3+. Doch wie bereits beim Vorgänger gilt, dass das BIOS der Hauptplatine die CPU auch unterstützen muss. Da es von "Zambezi" zu "Vishera" keine großen Veränderungen gab bzw. gibt, ist die Chance groß, dass alle Platinen, die FX-CPUs der letzten Generation aufnehmen können, ebenfalls für "Vishera" fit gemacht werden können.

    CPU-Z CPU AMD Vishera


    Obwohl die letzte CPU-Z-Version noch von einem "Zambezi" spricht, handelt es sich beim FX-8350 um einen "Vishera". Wie sein Vorgänger setzt die neue CPU ebenfalls auf das CMT-Design (Cluster-based Multithreading), wodurch vier Module mit acht Kernen zum Einsatz kommen. Diese acht Kerne takten erstmals in der x86-Ära mit vier Gigahertz vom Werk aus – selbst Intels Netburst-Architektur blieb kurz vor den 4 GHz stehen. Insgesamt stehen somit satte 400 MHz mehr Basistakt als beim Vorgänger FX-8150 zu Buche.

    Unser Testexemplar wird mit 1,35 Volt Kernspannung versorgt, was unter Last dank LoadLine-Calibration (Anpassung der Spannungskurve unter Last) etwa 1,27 Volt bedeutet. Laut AMD handelt es sich beim FX-8350 um einen Prozessor in der Klasse bis 125 Watt TDP (Thermal Design Power).

    CPU-Z CPU Turbo-Modus AMD Vishera


    Auch der FX-8350 unterstützt AMDs Turbo-CORE-Technologie und bietet unter bestimmten Auslastungsszenarien noch einmal 200 MHz mehr. Die maximale Taktrate des FX-8350 beträgt also 4,2 GHz – genau wie bei seinem Vorgänger. Ohne irgendeinen Benchmark durchgeführt zu haben, kann bereits bei diesem Fakt ein Schluss gezogen werden: Ohne Turbo-Modus dürfte ein FX-8350 deutlich flotter sein als ein FX-8150 (4,0 GHz vs. 3,6 GHz), mit aktiviertem Turbo-Modus dürfte es jedoch deutlich knapper zugehen.

    CPU-Z CPU Cool'n'Quiet AMD Vishera


    Bei aktivierten Stromspareinstellungen taktet unser Exemplar mit 1,4 GHz bei 0,9 Volt.

    CPU-Z Cache AMD Vishera


    Bei der Cache-Anbindung hat sich bei "Vishera" gegenüber "Zambezi" nichts getan. Die Werte fallen wie beim Vorgänger aus.

    CPU-Z Speicher AMD Vishera


    Auch das neue AMD-Flaggschiff unterstützt DDR3-1866. Diese Taktrate gilt jedoch nur bei Bestückung mit einem Speicherriegel pro Kanal – kommen zwei Riegel pro Kanal zum Einsatz (Vollbestückung), gilt DDR3-1600 als maximal unterstützte Taktrate. Wir konnten während des Testzeitraums jedoch kein Problem bei Nutzung von Vollbestückung samt DDR3-1866 feststellen.

    CPU-Z Latency AMD FX - Codename Vishera


    Abschließend noch der Blick auf die Latenzen unseres neuen Prozessors. Zum Vergleich haben wir hier den gleichen Test beim Vorgänger FX-8150:

    CPU-Z Latency AMD FX - Codename Zambezi


    Vergleicht man beide Screenshots, so fällt auf, dass der L3-Cache zwei Takte langsamer erreicht wird als beim Vorgänger. Die Latenzen der L1- und L2-Caches sind hingegen gleich geblieben.
    [break=Unechte Piledriver-Kerne?]
    Im Vorfeld des "Vishera"-Starts gab es oft Irrungen und Wirrungen um die Version der verbauten "Piledriver"-Kerne. Merkwürdig war unter anderem die Einordnung der CPU als Modell 2. Denn dadurch waren alle Verbesserungen, die für Trinity und dessen Piledriver-Kerne ab Modell 10 beschrieben wurden, per Definition in AMDs Software Optimization Guide nicht gültig. Ein weiterer Kritikpunkt war die Bezeichnung des Silizium-Dies, welches AMD-intern weiterhin unter dem Namen "Orochi" läuft. Dies ist die gleiche Bezeichnung, die bereits für die alten FX-CPUs gebräuchlich war, womit "Vishera" quasi nur ein Update dieses Chips werden würde. Gegen beide Punkte sprach, dass "Vishera" eher nur kurzfristig als Übergangslösung geplant wurde, wodurch die aktuellen AMD-Informationen veraltet waren. Schließlich ersetzte "Vishera" die "Komodo"-CPU, die ursprünglich einmal für Trinitys FM2-Sockel geplant war. Im Folgenden wollen wir dem Ganzen nun auf den Zahn fühlen:

    Erste Unterschiede, dass nicht alles "Piledriver" ist, was "Piledriver" heißt, sieht man in den offiziellen Informationen von AMD. Bei "Trinity" wurden die "Piledriver"-Verbesserungen noch folgendermaßen illustriert:


    Trinity-Piledriver Verbesserungen


    Bei "Vishera" nun, sieht das Ganze so aus:

    Vishera-Piledriver Verbesserungen


    Wie man auf den ersten Blick sieht, fehlt dem "Vishera"-Derivat die Unterstützung für größere Instruktions-Pakete. Während "Trinity" die vollen 32 Byte eines Rohpaketes in ein 32-Byte-Paket lädt, verteilen "Zambezi" und "Vishera" die 32 Byte des Rohpakets in zwei 16-Byte-Pakete. Dies ist vermutlich auch der Grund, wieso wir in einer früheren News-Meldung Unterschiede im Front-End des Chips ausmachen konnten, die wir damals noch der Sprungvorhersage zuordneten.

    Zum Glück bewahrheitete sich unsere damalige Schlussfolgerung aber nicht, abgesehen von der verbesserten Integer-Divisions-Einheit (wir berichteten) sind auch alle restlichen Verbesserungen der "Piledriver"-Kerne mit an Bord. Im obigen Foto taucht gar ein zusätzliches Feature auf, nämlich größere Puffer für Speicher-Lade-Befehle. Diese sind allerdings auch im Software Optimization Guide für "Trinity" aufgeführt und stellen somit keinen Unterschied dar.

    Als Zwischenfazit können wir also festhalten, dass "Visheras" CPU-Kerne fast identisch zu "Trinitys" sein sollten und nur geringe Unterschiede (im Front-End) bestehen. Die "Piledriver"-Bezeichnung geht somit also schon in Ordnung. Ein Restzweifel bleibt aber wegen dem Informationschaos natürlich trotzdem noch. Deswegen verfahren wir nach dem guten, alten Motto: Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser, und überprüfen AMDs Angaben aus der obigen Hochglanzfolie so gut wie möglich.

    Integer-Divisions-Einheit
    Am einfachsten ist die Überprüfung des Integer-Dividierers. Dafür starteten wir einfach den Passmark-Test, den wir in der bereits oben erwähnten Meldung verwendeten, da der Integer-Code übermäßig viele Divisionen aufwies. Die Resultate sprechen für sich und bedürfen keiner weiteren Erläuterung:

    Passmark Integer-Math-Test

    Der "Vishera" liegt weit vor allen anderen Chips. Die Integer-Dividier-Einheit muss also aktiv sein, da sich ohne Aktivierung das hervorragende Ergebnis nicht erklären ließe.

    Larger L1 TLB
    Als nächstes überprüften wir die vergrößerten L1-TLBs. Diese werden benötigt, um die Speicheradressen schnell zwischen logischen und physikalischen Adressen umrechnen zu können. Eine kurze Erklärung der Funktionsweise findet man auf Wikipedia. Kurz gesagt, die TLBs sind quasi ein Cache, der die letzten benutzen Adressen zwischenspeichert. Die alten FX-Chips mit den Bulldozer-Kernen hatten nur eine Kapazität von 32 Einträgen, jetzt sollen es 64 sein. Den ersten Beweis dafür erhält man, wenn man sich vom Prozessor selbst über seine Fähigkeiten informieren lässt, denn für die Größe der TLB-Einträge gibt es CPUID-Melde-Register. Bei den alten FX-Chips erfuhr man auf eine Anfrage noch folgenden Zahlen-Wust:
    Zitat:
    0x80000005 0xFF20FF18 0xFF20FF30 0x10040140 0x40020140

    Nun, bei den Piledriverkernen, erhält man aber:
    Zitat:
    0x80000005 0xFF40FF18 0xFF40FF30 0x10040140 0x40020140

    Also "40" anstatt 20 in der ersten Version. Diese "40" sind in Hex-Code angegeben, bedeuten also im Dezimalsystem 64, während die "20" auf 32 Einträge verwiesen. Laut den prozessoreigenen Registern sind somit also wirklich mehr TLB-Einträge im "Vishera" zu finden. Sicherheitshalber haben wir aber auch noch mit Rightmarks Memory Analysator (RMMA) nachgemessen. Zum Vergleich mit anderen AMD-CPUs sind neben unserem "Vishera"-Testexemplar FX-8350 auch noch ein K10, ein FX-8150 und ein A10-5800K ("Trinity") zu finden. Da es bei den Messungen nur um Takte bzw. Einträge geht, spielen die unterschiedlichen Frequenzen der Chips keine Rolle.

    AMD Vergleich: D-TLB Messung bis 511 KiB


    Wie man sieht, liegt der alte K10 mit 48 Einträgen schön zwischen dem FX-8150 und den Piledriver-Versionen ("Trinity" und "Vishera"). Unschön dagegen ist die gestiegene Latenz des L2-TLBs, der im Vergleich zum "Zambezi" nun über 30 Takteinheiten liegt. Womöglich hat dies aber nur einen kleinen Seiteneffekt, die verdoppelten L1-TLBs wiegen den kleinen Nachteil sicherlich durch einen höheren Vorteil auf.

    Stichwort Vorteil, was hat man nun konkret davon? Antwort: Vor allem eine bessere Ausnutzung der L1- und L2-Caches. Zwar haben die FX-Chips einen großen 2 MiB L2-Cache, jedoch sind dessen Zugriffszeiten davon abhängig, ob die Zugriffsmuster geordnet oder chaotisch sind. Normale Wald- und Wiesen-Messprogramme messen normalerweise nur geordnete Zugriffe, die immer Bestwerte erzielen. Bei RMMA kann man dagegen auch einen chaotischen Zugriff mittels Zufallszugriffen simulieren. In diesem Fall steigt die L2-Latenz bereits ab nur 128 KiB relativ stark an, was den Effekt des großen L2-Caches mindert. Mit 64 Einträgen des L1-TLBs verdoppelt sich nun der Spielraum aber immerhin auf 256 KiB. Zwar noch immer etwas wenig, aber bei einer Verdoppelung kann man sich schlecht beschweren. Im folgenden Cache-Zugriffs-Diagramm haben wir wieder die AMD-Riege gegen den FX-8350 antreten lassen:


    AMD D-Cache-Vergleich bis 512 KiB (Zufallszugriffe)


    "Vishera" verschwindet hier komplett hinter der Trinity-Farbe, wie es sich für einen "Piledriver"-Chip gehört. Das alte K10-Design schlägt im Bereich bis 511 KiB zwar alles (zuerst mit 3 Takten L1-Zugriff und dann mit ~15 Takten für den L2-Zugriff), jedoch steigt die Kurve im abgeschnittenen Bereich dann deutlich an.

    Sonstige Verbesserungen
    Die weiteren Verbesserungen sind leider nicht so einfach nachzuweisen. Eine bessere Sprungvorhersage verbessert z.B. – wie viele andere Optimierungen auch – "nur" die Leistung pro Watt. Trotzdem konnten wir mittels RMMA noch weitere Verbesserungen feststellen, welche vermutlich auf die größeren Scheduler und Lade-/Speicher-Operations-Verbesserungen beruhen. Beim Decoding-Test mittels eines sechs Byte langen CMP-Befehls steigt die Ausführungsrate von 3,6 Bytes/s auf 4,8 Byte/s, falls die Daten im L2-Cache liegen. Dies können wir im nächsten Diagramm sehen:


    AMD Dekodervergleich bis 16 MiB


    Auch in diesem Test versteckt sich unser "Vishera"-Exemplar. Zuerst hinter der Kurve des Trinity, und dann ab 2 MiB hinter der "Zambezi"-Kurve, da diese beiden CPUs als einzige über 8 MiB L3 verfügen.

    XOR/ADD
    Einen ähnlichen Effekt gibt es beim XOR/ADD-Decode-Test von RMMA. Fiel der FX-8150 nach den 64 KiB des L1I-Caches noch etwas ab, schafft "Vishera" die gleiche Rechenleistung bis zum Ende des 2 MB großen L2-Caches.


    AMD XOR/ADD Dekoder-Vergleich bis 16 MiB


    Wieder überdecken "Trinity" und "Zambezi" unseren "Vishera", nur um ~4 MiB kann man ihn erahnen. Außerdem sieht man, dass vier Byte pro Taktzyklus im Vergleich zum alten K10 eher schlecht sind, da dieser sechs Byte pro Takt verarbeiten kann. Hier liegt eine Back-End-Limitierung vor, d.h. ein Limit, dass durch das Verkleinern der Integer-Rechenwerke von drei auf zwei Pipelines von K10 auf Bulldozer auftrat. Nicht der Dekoder, Cache oder Speicher limitieren in diesem Fall, sondern schlicht die begrenzten Rechenressourcen. Die AMD-CPUs ab Modellnummer 20 sollten diesen Umstand beheben, da dort erstmals der XOR-Befehl auch von den AGUs berechnet werden kann (wir berichteten). Vermutlich handelt es sich bei den Modellnummern 20 um Chips mit Steamroller-Kernen.

    Clock-Mesh
    Eine andere Neuerung, nämlich das resonant Clock-Mesh, welches bei Trinity eingesetzt wird, ist laut Aussagen von AMD nicht in "Vishera" enthalten. Trotzdem konnte der Basistakt aber um 400 MHz gesteigert werden.

    "Piledriver"-Fazit
    Zwar sind es keine 100%-igen Piledriverkerne, jedoch weisen Visheras Piledriverkerne ebenfalls eine Menge von Verbesserungen auf, sodass wir gespannt zu den Praxistests übergehen können.
    [break=Die Testsysteme]

    Für das heutige Review kamen zwei Testsysteme zum Einsatz.

    Testsystem für AMD-Prozessoren
    • Prozessoren:
      • AMD FX-8350 (in Verbindung mit DDR3-1866)
      • AMD FX-8150 (in Verbindung mit DDR3-1866)
      • AMD Phenom II X6 1100T (in Verbindung mit DDR3-1333)
    • Kühler: Noctua NH-C14 (bestückt mit dem oberen Lüfter)
    • Mainboard: ASUS Crosshair V Formula-Z (BIOS 0704)
    • Arbeitsspeicher: 4x 4 GByte G.Skill RipjawsZ DDR3-1866 (9-10-9-28 2T)
    • Grafikkarte: ASUS Radeon HD 6970
    • Netzteil: Seasonic S12-650
    • Festplatte: Western Digital WD6400AADS (SATA, 7.200/min)
    • Gehäuse: DIMASTECH Bench-Table
    • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000


    Testsystem für Intel-Prozessoren
    • Prozessor: Intel Core i7-3770K (in Verbindung mit DDR3-1600)
    • Kühler: Noctua NH-C14 (bestückt mit dem oberen Lüfter)
    • Mainboard: Intel DZ77GA-70K (BIOS 10H.86A)
    • Arbeitsspeicher: 4x 4 GByte G.Skill RipjawsZ DDR3-1866 (9-10-9-28 2T)
    • Grafikkarte: ASUS Radeon HD 6970
    • Netzteil: Seasonic S12-650
    • Festplatte: Western Digital WD6400AADS (SATA, 7.200/min)
    • Gehäuse: DIMASTECH Bench-Table
    • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000

    Gemäß Spezifikationen können AMDs FX-Prozessoren mit DDR3-1866 umgehen, Intels Core i7-3770K unterstützt offiziell DDR3-1600 und AMDs Phenom II X6 1100T kann mit DDR3-1333 betrieben werden. Diese maximalen Spezifikationen haben wir für unsere Benchmarks genutzt – auch wenn es ggf. Einschränkungen bei der Anzahl der Speicherriegel je Kanal gibt. Alle Konfigurationen wurden mit der maximal spezifizierten Speichertaktrate samt vier Speicherriegeln betrieben. Dabei wurden die Speichertimings stets auf 9-10-9-28 2T festgesetzt. Weitere Subtimings wurden nicht angepasst und entsprechen somit der BIOS-Vorgabe des jeweiligen Mainboards.

    Auf der Software-Seite sieht das System so aus:

    verwendete Software / TreiberVersion / Bemerkungen
    Windows 7 Ultimate
    64 Bit, Service Pack 1
    WinFuture Update-Pack
    2.16, August 2012
    Windows 8 Professional
    64 Bit
    DirectX
    11, Juni-Update 2010
    Grafikkartentreiber
    Catalyst 12.9 Beta
    CPU-Z
    1.61.3 x64
    GPU-Z
    0.6.4
    AIDA64
    2.60.2135 Beta
    WinRAR
    4.20d x64
    XMPEG
    5.0.3
    XViD
    1.3.2
    x264
    HD Benchmark v5.0.1
    POV-Ray
    3.7 RC6 x64
    Cinebench
    R11.5, 64 Bit
    Crysis
    Demo
    Crysis Benchmark Tool
    1.0.0.5
    DiRT Showdown
    Steam-Version
    Adrenaline Racing-Benchmark-Tool
    1.0.0.12
    Metro 2033
    Steam-Version
    Metro 2033 Benchmark-Tool
    v1.02
    Sleeping Dogs
    Steam-Version
    Adrenaline Sleeping Dogs-Benchmark-Tool
    1.0.0.3
    3DMark 11
    Advanced, Build 1.0.1, ohne Feature-Tests
    PCMark 7
    Advanced, Build 1.0.4
    BOINC Manager
    7.0.28 x64
    LinX
    0.6.4 (Non-AVX-Version)
    Prime95
    v27.6 Build 4 x64
    Steam
    1960 / v012


    Unser Test-Parcours soll einen guten Querschnitt durch den Alltagsbetrieb eines PCs bilden. 32 Bit- und 64 Bit-Anwendungen sind vertreten, ältere Software wechselt sich mit neuerer ab, Video-Encoding und Rendering sind vertreten und selbst synthetische Benchmarks spielen eine Rolle. Das alles sind Anwendungen, die im Alltag auftreten können, sie zeigen so einen guten Querschnitt durch das Anforderungsprofil eines heutigen PCs.

    Einstellungen

    Seit der Einführung der Turbo-CORE-2.0-Technologie bei den neuen FX-Prozessoren lässt sich verallgemeinernd sagen, dass Turbo nicht gleich Turbo ist. Denn je nach Einstellungen kann der Turbo-CORE-Modus zwar aktiv sein, aber nicht ideal arbeiten. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn zwar Turbo CORE aktiviert ist, die C6-States hingegen deaktiviert bleiben. Dann zündet maximal die erste Turbo-Stufe, bei der alle Kerne gleichmäßig übertaktet werden, sofern der TDP-Spielraum ausreicht. Im Falle unseres FX-8150 wären dies 3,9 GHz, die volle Taktrate von 4,2 GHz würde dann nicht zum Einsatz kommen. Wir nutzen für unsere Benchmarks daher folgende Einstellungen:
    • Profil "Turbo CORE deaktiviert"
      • Cool'n'Quiet: deaktiviert
      • C1E: deaktiviert
      • C6-State: deaktiviert
      • Turbo CORE: deaktiviert
      • HPC Mode: deaktiviert
      • APM (sofern vorhanden): deaktiviert
    • Profil "Turbo CORE aktiviert"
      • Cool'n'Quiet: aktiviert
      • C1E: deaktiviert
      • C6-State: aktiviert
      • Turbo CORE: aktiviert
      • HPC Mode: deaktiviert
      • APM (sofern vorhanden): aktiviert

    Bei unseren Benchmark-Vergleichen ohne Turbo CORE nutzen wir somit die Standard-Taktrate unserer Prozessoren. In einer weiteren Benchmark-Reihe aktivieren wir den Turbo-Modus mit den oben verzeichneten BIOS-Einstellungen und können somit sicher sein, dass alle Turbo-Stufen greifen und das System mit den idealen Einstellungen läuft. C1E deaktivieren wir bei beiden Benchmark-Reihen, da es zwar in Sachen Leistungsaufnahme Verbesserungen bringen kann, gleichzeitig aber zu negativen Einflüssen auf die Performance führen kann. Zudem ist C1E für die korrekte Turbo-Funktion nicht notwendig.

    Messungen zur Leistungsaufnahme

    Die Leistungsaufnahme messen wir für das Gesamtsystem, jedoch ohne Monitor. Es werden ausschließlich die Grundkomponenten verwendet: Mainboard, CPU, RAM, Grafikkarte, DVD-Laufwerk, SATA-Festplatte mit Betriebssystem.
    [break=Vorwort]

    Und ist ein Plan auch gut gelungen, bestimmt verträgt er Änderungen!

    Wir lassen unsere Leser nicht nur an unseren Testergebnissen und Erfahrungen teilhaben, sondern geben auch gern die Dinge zum Besten, die man sonst nirgends findet. Ob das Geschichten über ein auf dem Postweg verloren gegangenes Trinity-Sample sind oder eine völlig verkorkste Vorgeschichte beim AM2-Launch – gern lassen wir unsere Community an den Geschehnissen teilhaben. So auch heute.

    Als Tester ist man aus Erfahrungen heraus bereits auf Schwierigkeiten vorbereitet. Diese Erfahrungen helfen, Testzeiten nicht zu optimistisch einzuschätzen und bei Schwierigkeiten Ruhe zu bewahren. Im konkreten Fall führte das von Intel übersandte Komponenten-Bundle, bestehend aus einem Intel Core i7-3770K und einem Intel DZ77GA-70K, zu unerwarteten Problemen. Denn um testen zu können, sollte das fertig zusammengestellte System auch ein Bild auf den Monitor werfen – tat es aber nicht. Nach Überprüfung aller Verbindungen und ein paar Versuchen später war klar, dass wir erstens alles richtig gemacht hatten und zweitens, dass das System auch funktionierte. Denn drückte man nach einiger Zeit wieder die Power-Taste, so ging das System kurze Zeit später wieder aus. Es deutete alles darauf hin, dass das System ordnungsgemäß bootete und anschließend das Windows lud, was vom letzten System noch auf der Platte war. Mit diesem Kenntnisstand hatten wir einen Verdacht.

    Obwohl eine diskrete Grafikkarte in Form einer Radeon HD 6970 installiert war (und dort natürlich auch ein Monitor angeschlossen wurde), wurde das Bild auf dem Intel DZ77GA-70K exklusiv auf dem Onboard-HDMI-Anschluss ausgegeben. Als wir dort ein HDMI-Endgerät anschlossen, hatten wir sofort ein Bild. Nun, ab ins BIOS und die primäre Grafikausgabe umstellen. Doch Denkste! Das einzige HDMI-Gerät im Haushalt war und ist ein Samsung-TV, welcher "nur" HD ready ist und somit eine Auflösung von 1366x768 mitbringt. Offensichtlich ist diese Auflösung nicht ausreichend, um das grafische BIOS des Mainboards aufzurufen. Denn immer dann, wenn das BIOS hätte erscheinen sollen, startete der Rechner einfach neu. Egal, ob wir es mit der Taste F2 versuchten oder die Jumper-Einstellung für einen Zwangsbesuch im BIOS setzten – das System startete neu. Zu allem Überfluss unterstützt der Onboard-HDMI-Anschluss des DZ77GA nur eine maximale Auflösung von 1920x1200. Das hat zur Folge, dass das Signal mittels eine HDMI-zu-DVI-Adapters nicht auf Dual-Link-DVI gewandelt werden kann. Dieses wäre jedoch nötig, um unseren Monitor anzusprechen – einen HP LP3065. So bleibt der Bildschirm abermals schwarz. Doch was tun?

    Einmal mehr können wir uns bei der Topas GBS Datentechnik, speziell Herrn Hundro, bedanken. Wie schon so oft war dieses Systemhaus der Retter in der Not. Bei einem kurzen Besuch in den Geschäftsräumen wurde ein Werkstattplatz okkupiert, das System aufgebaut, ein passender Monitor angeschlossen (dieses Mal wurde sogar ein Bild ausgegeben!) und zwei BIOS-Einstellungen verändert. Et voilà – Nach unserer Rückkehr gab die verbaute HD 6970 ein Bild auf unserem HP-Monitor aus und wir konnten endlich mit dem Intel-System loslegen.

    Wieso Intel eine derart ungünstige Kombination an Einstellungen verwendet, erschließt sich uns nicht. Doch aufgrund unserer Erfahrungen hat uns auch diese Unzulänglichkeit nicht aus der Bahn geworfen, sodass wir heute auch Benchmarkergebnisse mit diesem System abliefern können. Dennoch werden wir diesen Sachverhalt noch mit Intel besprechen.

    Doch damit noch nicht genug. Denn ursprünglich hatten wir einen Performance-Vergleich der für unser Review verwendeten Prozessoren bei identischer Taktrate von 3,6 GHz geplant, um Vor- und Nachteile für eine CPU-Architektur herauszuarbeiten. Da FX-8150 sowie 1100T ohnehin bereits vorhanden waren, wurden die entsprechenden Werte bereits vorbereitet. So hatten wir beim Eintreffen des Intel-Systems sowie später des FX-8350 bereits alle relevanten AMD-Vergleichswerte in unseren Diagrammen. Doch leider verhielt sich das DZ77GA-70K auch hier nicht so, wie es sollte. Denn selbst wenn wir den Turbo-Modus aktivierten und den Multiplikator fest auf 36 für alle Kerne setzten – wir erhielten stets eine feste Taktrate von 3,5 GHz. Wir prüften alle Einstellungen mehrfach nach, mussten dann aber resignieren.

    Wir standen also vor der Wahl:
    • Verzicht auf Benchmarks bei 3,6 GHz für das Intel-System
    • Aufnahme der Standardtaktrate von 3,5 GHz in die Diagramme samt Kennzeichnung
    • Nachtest beider AMD-CPUs mit 3,5 GHz

    Wir entschieden uns für Variante zwei und nahmen die Ergebnisse des Intel Core i7-3770K bei 3,5 GHz in die Ergebnisdiagramme für 3,6 GHz auf und machten dies dort kenntlich. Verzichten wollten wir nicht (das hätte man uns mit Sicherheit noch negativer ausgelegt, als dies selbst mit Variante zwei ohnehin schon passieren wird) und für Variante drei fehlte schlichtweg die Zeit. Die hätten wir nur auf Kosten des FX-8350 erhalten können, was absolut keinen Sinn machte. Doch auf den kommenden Seiten beginnen wir zuerst mit einem Vergleich der Prozessoren bei Standardtakt. Die Akteure: AMD Phenom II X6 1100T, AMD FX-8150, AMD FX-8350 und Intel Core i7-3770K.

    Bevor wir jedoch endgültig mit Benchmark-Ergebnissen loslegen, möchten wir ASUS noch einen besonderen Dank aussprechen. Da anfangs nicht klar war, welches Mainboard am Besten für unsere Tests geeignet wäre und ob das vorhandene ASUS Crosshair V Formula rechtzeitig ein passendes BIOS-Update erhalten würde, wandten wir uns vertrauensvoll an ASUS und wurden nicht enttäsucht. Unkompliziert hatten wir zwei Tage später ein ASUS Crosshair V Formula-Z mit kompatiblen BIOS im Haus, was uns den Test ungemein erleichterte. Danke für die abermals unkomplizierte Hilfe!
    [break=Benchmarks Windows 7: AIDA64]

    AIDA64 ist der Nachfolger vom Tool "Everest", welches viele kennen werden. Auch wir haben für unsere Artikel auf die Benchmark-Suite zurückgegriffen, weshalb wir keine Sekunde gezögert haben, mit dem Thronfolger AIDA64 weiter zu arbeiten. Für unseren Test nutzen wir alle integrierten Benchmarks. Dabei kommt die Programmversion 2.60.2135 Beta zum Einsatz.

    An dieser Stelle möchten wir uns noch beim Programmierer von AIDA64 bedanken. Für die verschiedenen Testsysteme in der Redaktion, die für allerlei Hardware-Artikel herhalten müssen, hat man uns eine umfangreiche Extreme-Engineer-Lizenz zur Verfügung gestellt, mit der wir vollumfänglichen Zugriff auf die integrierten Benchmark-Suiten und Diagnose-Funktionen haben. So geht keine Information verloren. Danke dafür!

    AIDA64


    Speicherdurchsatz: Lesen


    Speicherdurchsatz: Schreiben


    Speicherdurchsatz: Kopieren


    In Sachen Speicher-Bandbreite sehen die AMD-Prozessoren kein Land. Besonders groß ist der Unterschied zum Intel-Prozessor im Write-Test, wobei auch Read und Copy kein Zuckerschlecken für AMD sind. Dennoch gelingt es hier dem FX-8350, sich konsequent vor seinen Vorgänger zu setzen.

    Speicherlatenz


    Auch bei der Speicherlatenz ist Intels "Ivy Bridge" weit enteilt. Zudem liegen alle AMD-Prozessoren dicht beieinander.

    CPU Queen


    Beim CPU-Queen-Teiltest handelt es sich um einen Benchmark, der die Fähigkeiten der Sprungvorhersage betrachtet. Dabei zeigt sich, dass sich "Vishera" am K10-Ableger 1100T vorbeischieben kann – etwas, was "Zambezi" nicht geschafft hat. Insgesamt ist gegen "Ivy Bridge" aber kein Kraut gewachsen.

    CPU PhotoWorxx


    Wie der Name bereits vermuten lässt, werden im PhotoWorxx-Test Bearbeitungen an einem Bild vorgenommen. Dabei werden die Integer-Einheiten zusammen mit dem Speicher-Subsystem gestresst. Da AMD ohnehin bereits einen ordentlichen Rückstand in Sachen Speicherbandbreite und -latenz hat, schlägt dies in diesem Test ordentlich durch. Auch der rund 11 Prozent höhere Prozessortakt des FX-8350 gegenüber seinem direkten Vorgänger können hier nicht helfen, sich deutlich in Szene zu setzen. Nur grob vier Prozent davon bleiben als Mehrleistung übrig. Der i7-3770K spielt hier alle Vorteile aus – trotz deutlich geringerer Taktrate gegenüber dem FX-8350.

    CPU Zlib


    Beim Zlib-Test wird die Prozessor- sowie Speicherleistung unter Verwendung der "ZLib compression library" ermittelt. Besagte Bibliothek nutzt nur die Basis-x86-Instuktionen und kann sowohl mit HyperThreading als auch CMT umgehen.

    In diesem Test zeigt der FX-8350 erstmals, wo der Hammer hängt – bzw. hängen kann. Hier ist zudem zu beobachten, dass der im Basistakt um 11 Prozent schnellere FX-8350 gegenüber dem FX-8150 etwa 25 Prozent schneller ist. Hier kommen offensichtlich alle Detailverbesserungen in "Vishera" zum Tragen. Interessant ist zudem, dass alle AMD-Prozessoren kaum vom Turbo-Modus profitieren. Intels Turbo-Modus arbeitet hier offenbar deutlich aggressiver (ggf. mit Hilfe der zulässigen TDP-Ausnutzung), sodass rund fünf Prozent mehr Leistung herausgekitzelt werden kann, während die AMD-Pendants beim Thema Turbo de facto in die Röhre schauen.
    [break=Benchmarks Windows 7: AIDA64 Fortsetzung, WinRAR]

    CPU AES


    Der Name ist Programm: Im AES-Teiltest werden Daten verschlüsselt. Hier hat der Prozessor einen Vorteil, welcher auf entsprechende Hardware-Einheiten zurückgreifen kann.

    Der Phenom II hat hier mangels solcher Einheiten klar das Nachsehen, da hier der Umweg über Software gegangen werden muss. Die anderen drei Probanden verfügen über die Verschlüsselungseinheiten und ziehen folgerichtig davon. Auffällig ist, dass trotz rund 11 Prozent Taktunterschied keine nennenswerte Differenz zwischen FX-8150 und FX-8350 herrscht. Würde sich der Taktunterschied in Mehrperformance niederschlagen, könnte sich der FX-8350 im Fahrwasser von Intels 3770K aufhalten – so bleibt nur der Respektabstand. Anhand der de facto identischen Ergebnisse aller CPUs mit und ohne Turbo-Modus sieht man, dass dieser Test mit HyperThreading und CMT umgehen kann. Er nutzt alle Ressourcen, sodass kein Spielraum mehr für den Turbo-Modus vorhanden ist.

    CPU Hash


    In diesem Teiltest kommt der SHA1-Algorithmus zum Einsatz, welcher in der "Federal Information Processing Standards Publication 180-3" definiert wurde.

    Hier hatte bereits der FX-8150 leichtes Spiel mit der Konkurrenz. Nun setzt "Vishera" noch einen drauf und setzt sich weiter ab. Intel hat mit der "Ivy Bridge"-Architektur zwar einen relativ großen Schritt gemacht, gegen die AMD-Armada ist aber kein Kraut gewachsen.

    FPU VP8


    Beim VP8-Test wird ein Video mit Googles VP8-Video-Codec bearbeitet. Der Test kann Vorteile aus HyperThreading und CMT ziehen und belastet die Fließkommaeinheiten der CPU.

    Im letzten Jahr musste sich der FX-8150 beim Einstand deutlich seinem Vorgänger 1100T geschlagen geben. Der Grund: Dank des Modulkonzepts verfügt "Zambezi" nur über vier solcher Einheiten, während der 1100T auf volle sechs Einheiten zurückgreifen kann. Das Kraftverhältnis zwischen 1100T und FX-8150 hat sich auch ein Jahr nach dem Launch nicht verändert. Dank des Mehrtaktes des neuen FX-8350 kann sich dieser nun – wenn auch nur äußerst knapp – vor den 1100T setzen. Der FX-8150 wird damit natürlich auch überholt. Gegen den i7-3770K ist aber einmal mehr kein Kraut gewachsen.

    FPU Julia


    In diesem Test werden abermals die Fließkommaeinheiten gefordert. Der Benchmark misst FPU-Performance in einfacher Genauigkeit (32 Bit) mittels der "Julia-Mengen". Dabei kann er Vorteile aus HyperThreading und CMT ziehen.

    Wieder zeigt sich das Hardware-Manko des FX-8150 gegenüber dem 1100T, welches der FX-8350 wieder knapp gerade rückt. Gegenüber der Intel-Konkurrenz gibt es jedoch überhaupt nichts zu lachen.

    FPU Mandel


    Auch hier wird die FPU-Hardware belastet, dieses Mal wird in doppelter Genauigkeit (64 Bit) mittels der "Mandelbrot-Menge" gemessen.

    Einmal mehr rückt der FX-8350 die Kräfteverhältnisse knapp gerade und avanciert zum schnellsten AMD-Prozessor. Den i7-3770K sieht die versammelte AMD-Armada nur von hinten.


    FPU SinJulia


    Auch beim "SinJulia"-Test kommen die bereits erwähnten Julia-Mengen zum Einsatz. Dieses Mal wird in erweiterter Genauigkeit (80-bit) gemessen.

    Die Kraftverhältnisse von 1100T und FX-8150 haben sich nicht verändert. Doch auch der höher getaktete FX-8350 kann die Verhältnisse nicht bereinigen, sodass der 1100T nach wie vor das AMD-Maß der Dinge ist. Gegen den i7-3770K hat er folgerichtig keine Chance.


    Bei WinRAR wird immer auf gleichem Weg getestet: Es wird ein ca. 4,5 Gigabyte großes RAR-Archiv mit gemischtem Inhalt geöffnet und anschließend der integrierte Benchmark laufen gelassen.

    WinRAR"


    WinRAR


    Im letzten Jahr war WinRAR eine der Anwendungen, in der "Zambezi" glänzen konnte. Die versammelte Konkurrenz wurde deutlich überflügelt. Seit dem vergangenen Jahr hat sich bei WinRAR einiges getan. Eine neue Programmversion wurde veröffentlicht, in der es einen sehr deutlichen Performance-Schub gab. Doch dieser Schub galt auch für die Konkurrenzprodukte von Intel und trat dort sogar noch stärker auf – das Ergebnis sehen wir hier. Der einjährige AMD FX-8150 kann sich noch immer deutlich vom 1100T absetzen und unser "Vishera"-CPU setzt noch einmal kräftig einen drauf, für Intels "Ivy Bridge"-Topmodell reicht es aber nicht mehr. Somit ist eine Domäne der Bulldozer-Architektur weggefallen, obwohl der FX-8350 alles andere als schlecht abschneidet.
    [break=Benchmarks Windows 7: XMPEG, x264, H.264]

    Wenn es um Video-Encoding bzw. -Decoding geht, so gibt es unzählige Variationen und Ausgestaltungen von Software. Viele Programme und noch mehr Codecs lassen dem Enduser die Qual der Wahl. Dabei ist die Nutzung der Ressourcen genauso vielfältig wie die Software selbst: Einige Programme bzw. Codecs können maximal einen Prozessorkern ansprechen, andere wiederum nehmen alles, was sie an Leistung bekommen können – schwer, dabei einen Querschnitt abzubilden.

    Wir haben mit der Wahl von XMPEG in Verbindung mit dem XViD-Codec sowie x264 in Verbindung mit dem H.264-Codec versucht, diesen Querschnitt abzubilden. Während XMPEG mit dem aktuellen XViD-Codec kaum mehr als einen Prozessorkern beansprucht, nutzt der hochoptimierte x264 jede zur Verfügung stehende Ressource. Der x264-Benchmark nutzt alle verfügbaren CPU-Optimierungen. In beiden Fällen wandeln wir je ein Referenz-Video um und messen dabei die benötigte Zeit.

    XMPEG


    XMPEG + XViD


    Die Ergebnisse in unserem XMPEG-Test haben uns etwas stutzen lassen. Denn in unseren Mainboard-Tests mussten wir noch nie Zeiten eines AMD FX über 200 Sekunden Bearbeitungsdauer notieren. Das war bisher nur der Fall bei Nutzung der Windows-8-Preview-Versionen. Umso erstaunter waren wir darüber, dass unser FX-8150 im heutigen Review so schlecht abschneidet. Vermutlich liegt das aber im gewechselten XViD-Codec (Version 1.3.2 statt 1.3.1).

    Der FX-8150 schneidet daher am schlechtesten von den AMD-Prozessoren ab. Der FX-8350 kann ein deutlich besseres Ergebnis abliefern, muss sich aber dennoch dem 1100T geschlagen geben – vom i7-3770K ganz zu schweigen.



    x264


    x264 1st pass


    x264 2nd pass


    x264 Gesamtbearbeitungszeit


    Der beliebte x264-Benchmark ist hochoptimiert und nutzt alle verfügbaren CPU-Optimierungen. Er liegt "Vishera". Zwar muss sich der FX-8350 im 1st pass noch mit Respektabstand hinter dem 3770K anstellen, im deutlich länger laufenden 2nd pass wird jedoch die versammelte Konkurrenz überflügelt. In der Addition beider Durchläufe reicht es deshalb für einen hauchdünnen Sieg über alle anderen Testexemplare. Aufgrund seines recht langsamen 1st pass muss AMDs "Thuban" sehr deutlich abreißen lassen. Interessant ist zudem, dass die Verbesserung im x264-Test vom FX-8150 zum FX-8350 nicht allein auf die 11-prozentige Takterhöhung zurückzuführen ist, da der Performance-Vorteil bei etwa 15 Prozent liegt.



    Da das Encodieren eines Videos einen Aspekt darstellt, das Abspielen eines Videos hingegen einen völlig anderen, spielen wir ein vorgefertigtes, mit H.264-Codec erstelltes Video im Windows Media Player ab und messen mittels der Windows Leistungsanzeige die auftretende Prozessorlast.

    Perfmon


    CPU-Last Wiedergabe H.264-Video


    Obwohl mit Ausnahme der 4-Prozent-Marke des 1100T kein wirklich schlechter Wert zu Buche steht, so sieht der FX-8350 nicht gerade am Besten aus. Werte unter zwei Prozent Auslastung sollten jedoch generell als unkritisch gelten.
    [break=Benchmarks Windows 7: POV-Ray, Cinebench]

    Auch der Punkt Rendering darf in unserem Parcours nicht fehlen. Für diesen Bereich nutzen wir zwei Programme, die unterschiedliche Anwendungsgebiete haben. Auf der einen Seite kommt POV-Ray zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein Raytracer-Programm, welches im Benchmark-Modus eine vorgefertigte 3D-Szene berechnet. Gemessen wird die dafür benötigte Zeit.

    POV-Ray


    POV-Ray


    Während es selbst der FX-8150 noch halbwegs mit Intels Sockel-1155-Topmodell aufnehmen kann, legt der FX-8350 noch einmal ein gutes Stück an Leistung zu und überflügelt alle unsere übrigen Testkandidaten. Interessant ist auch hier wieder der recht aggressive Intel-Turbo-Modus, da der i7-3770K als einziger Prozessor eine nennenswerte Leistungsverbesserung bei aktiviertem Turbo Boost vorweisen kann. Die AMD-Prozessoren gehen mit aktiviertem Turbo de facto leer aus.



    Auf der anderen Seite nutzen wir das bekannte Renderprogramm Cinebench in der Version R11.5. Cinebench basiert auf der Cinema-4D-Software von Maxon und liegt in einer 64-Bit-Version vor, welche wir natürlich nutzen.

    Cinebench


    Cinebench R11.5


    Auch in diesem Test legt der FX-8350 gegenüber dem FX-8150 eine gehörige Schippe drauf und kann sich nun endlich deutlich vom "Thuban"-Vorgänger 1100T absetzen. Für den Angriff auf Intels i7-3770K reicht es jedoch nicht. Abermals profitieren die AMD-Prozessoren fast überhaupt nicht vom Turbo-Modus, während Intels Flaggschiff noch ordentlich einen drauflegen kann.
    [break=Benchmarks Windows 7: Crysis, DiRT Showdown]

    Crysis ist ein Spiele-Klassiker aus NVIDIAs "The Way It's Meant to be Played"-Programm, welcher einen integrierten CPU-Benchmark in 64 Bit bietet. Wir lassen diesen Benchmark mit Hilfe des kostenlosen "Crysis Benchmark-Tools" hintereinander in den Auflösungen 1280x1024, 1600x1200 sowie 1920x1200 jeweils mit dem Detail-Level "High" laufen. Dazu nutzen wir den DirectX-9-Renderpfad.

    Crysis


    Crysis 1280x1024


    Crysis 1600x1200


    Crysis 1920x1200


    Im vergangenen Jahr waren die Spiele-Tests eine Schwachstelle der neuen CPUs in Modul-Bauweise. Zwar war Crysis eines der besseren Betätigungsfelder für die FX-Prozessoren, von den Vorgängern konnte man sich jedoch nicht so recht absetzen (von der Intel-Konkurrenz ganz zu schweigen). Mit "Vishera" verbessert sich das Bild in Crysis deutlich, wobei der FX-8350 in hohen Auflösungen weniger Rückstand auf Intels Core i7-3770K aufweist als er Vorsprung auf die hauseigene Konkurrenz hat. In niedrigeren Auflösungen hat der neue Prozessor noch immer einen sehr deutlichen Rückstand, mitunter fällt dieser sogar größer als 20 Prozent aus.



    DiRT Showdown ist der letzte Ableger der DiRT-Rennserie. Das Spiel ist Teil von AMDs "Gaming Evolved" und bietet unkonventionellen Rennspiel-Spaß. Für unsere Benchmarks nutzen wir das kostenlose Adrenaline Racing-Benchmark-Tool. Wir durchlaufen erneut die Auflösungen von 1280x1024, 1600x1200 und 1920x1200, nutzen hohe Details ohne Kantenglättung und setzen den DirectX-11-Renderpfad ein.

    DiRT Showdown


    DiRT Showdown 1280x1024


    DiRT Showdown 1600x1200


    DiRT Showdown 1920x1200


    In DiRT Showdown gibt es generell wenig Unterschiede zwischen den verschiedenen Konfigurationen. Dennoch ziert jeweils ein Intel-Vergleichswert die Spitze der Ergebnisdiagramme.
    [break=Benchmarks Windows 7: Metro 2033, Sleeping Dogs]

    Weiter geht es mit Metro 2033. Dabei handelt es sich um einen Ego-Shooter aus dem Jahre 2010, welcher mit starker Atmosphäre und guter Grafik überzeugt. Metro 2033 ist ein Titel der "The Way It's Meant to be Played"-Reihe von NVIDIA. Wir nutzen das mitgelieferte Benchmark-Tool und durchlaufen abermals die Auflösungen 1280x1024, 1600x1200 sowie 1920x1200. Dabei verwenden wir hohe Details, die AAA-Einstellung für Antialiasing und die vierfache anisotrope Filterung (geringste Einstellungen). Auf Advanced PhysX wird verzichtet. Als Renderpfad kommt DirectX 11 zum Einsatz.

    Metro 2033


    Metro 2033 1280x1024


    Metro 2033 1600x1200


    Metro 2033 1920x1200


    Mit steigender Auflösung fallen die Unterschiede in Metro 2033 immer geringer aus. Interessant ist, dass sich der FX-8350 in 1280x1024 sowohl mit als auch ohne Turbo-Modus vor seinen Vorgänger setzen kann. In den höheren Auflösungen schafft es der FX-8150, sich mit aktiviertem Turbo-Modus vor "Vishera" zu setzen. Zwar nur knapp, aber immerhin.



    Als letzter Vertreter der Spiele-Zunft kommt Sleeping Dogs zum Einsatz. Hierbei handelt es sich abermals um einen Titel aus AMDs "Gaming Evolved"-Serie. Wieder kommen unsere drei bekannten Auflösungen zum Einsatz, genau wie der DirectX-11-Renderpfad. Die Performance wird mit Hilfe des Adrenaline Sleeping-Dogs-Benchmark-Tools gemessen.

    Sleeping Dogs


    Sleeping Dogs 1280x1024


    Sleeping Dogs 1600x1200


    Sleeping Dogs 1920x1200


    Im von AMD unterstützten Sleeping Dogs stellt Intels i7-3770K einmal mehr das Maß der Dinge dar. Mit steigender Auflösung kann der FX-8350 zwar den Rückstand immer weiter verkürzen, verliert seinerseits aber immer mehr Vorsprung auf die hauseigene Konkurrenz. Zudem sehen wir in diesem Benchmark auflösungsübergreifend die feste Rangordnung 3770K, FX-8350, FX-8150 und 1100T.
    [break=Benchmarks Windows 7: 3DMark11, PCMark 7]

    Obwohl die Benchmarks aus dem Hause Futuremark nicht ganz unumstritten sind (wir berichteten), gehören sie noch immer zu den beliebtesten Vergleichsmöglichkeiten. Futuremark bietet mit 3DMark11 bzw. PCMark 7 zwei Programme an, die ausschließlich unter DirectX 11 laufen. PCMark liegt zudem in einer 64-Bit-Version vor, welche wir nutzen. 3DMark11 lassen wir im vorgefertigten Performance-Preset laufen (High- bzw. Extreme-Preset sind aufgrund der GPU-Limitierung nicht sinnvoll).

    3DMark 11 Performance


    3DMark11 Performance Gesamt


    Beim Gesamtergebnis des 3DMark11 geht es relativ knapp zu. Lediglich der 1100T von AMD muss etwas abreißen lassen.

    3DMark11 Performance Physik/CPU


    Der Physik-Test zeigt einmal mehr eine sehr deutliche Überlegenheit von Intels "Ivy Bridge". Zudem zeigt sich erneut, dass die AMD-Prozessoren wenig bis keine Vorteile aus dem Turbo-Modus ziehen können, während Intel noch einmal deutlich zulegen kann.


    Der PCMark bietet verschiedene Suiten, die unterschiedliche Bereiche des PCs testen. Wir nutzen neben dem Standard-Durchlauf noch zusätzlich die Entertainment- sowie die Computation-Suite und können somit ein detailliertes Ergebnis erzielen.

    Da während der Festplatten-Tests Daten auf die Festplatte geschrieben bzw. von der Festplatte gelesen werden, ist eine fragmentierte Partition tödlich für ein nachvollziehbares Resultat. Aus diesem Grund spendieren wir PCMark eine eigene 15 GByte große Partition, die bei jedem System vor der Installation von PCMark formatiert und nach der Installation defragmentiert wird. Verfälschende Einflüsse werden dadurch minimiert.

    PCMark 7


    PCMark 7 Gesamt


    Im Gesamtergebnis des PCMark 7 gilt die gleiche Rangordnung wie im Physik-Test des 3DMark11. Auch hier sieht man recht gut, dass der FX-8350 dank eines prozentual sehr geringen Turbo-Aufschlags (gerade einmal vier Prozent) kaum Vorteile daraus ziehen kann. Alle anderen Prozessoren können dies, wobei die Abstände so groß sind, dass es zu keinen Positionswechseln kommt.

    PCMark 7 Entertainment-Suite


    Auch in der Entertainment-Suite zeigt sich ein ähnliches Bild. Wieder profitiert der Neuling am Geringsten vom zusätzlichen Takt. In diesem Test ist sogar der 1100T mittels des Turbo-Modus in der Lage, den FX-8150 ohne Turbo-Modus zu überholen.

    PCMark 7 Computation-Suite


    In der Computation-Suite herrscht wieder eine klare Rangordnung. Gegen die Intel-Konkurrenz ist einmal mehr kein Kraut gewachsen und innerhalb der AMD-CPUs herrscht eine eindeutige Positionierung.
    [break=Benchmarks Windows 7: BOINC, LinX]

    Viele Forenmitglieder von Planet 3DNow! betreiben Distributed Computing als Hobby und stellen dabei die nicht benötigte Rechenzeit ihres Computers der Wissenschaft zur Verfügung. Planet 3DNow! rangiert dank der vielen fleißigen Mitglieder unter den Top 10-Teams weltweit – kein Wunder also, dass wir einen Distributed Computing-Benchmark in unser Prozessor-Review eingebaut haben. Es kommt die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle BOINC-Version 7.0.28 in 64 Bit zum Einsatz, deren integrierter Benchmark genutzt wird. Der Benchmark errechnet jeweils die Leistungsfähigkeit eines Prozessorkerns.

    BOINC


     BOINC floating point MIPS (Whetstone) - pro Kern


    Im Whetstone-Test sieht man schön, wie sehr AMDs FX-8150 mit seinem Vorgänger 1100T zu kämpfen hat. "Vishera" mit seinen rund 11 Prozent Mehrtakt kann sich aus diesem Scharmützel heraushalten und die Verfolgung der Intel-Konkurrenz aufnehmen. Wobei Verfolgung wohl nicht das richtige Wort ist. Denn immerhin ist der Vorsprung zur hauseigenen Konkurrenz kleiner als der Rückstand zum 3770K. Und einmal mehr ist anzumerken, dass der FX-8350 keine Vorteile aus dem Turbo-Modus ziehen kann.

     BOINC integer MIPS (Dhrystone) - pro Kern


    Im zweiten BOINC-Test sieht es sehr ähnlich aus. Hier verliert der FX-8150 beide Konfigurationen gegen den 1100T, der FX-8350 rückt dieses Bild aber wieder gerade. Intels 3770K ist jedoch einmal mehr enteilt. Und wieder bleibt festzuhalten, dass AMDs neues Topmodell am Geringsten von der Turbo-Einstellung profitiert.



    LinX ist die grafische Oberfläche für den Linpack-Benchmark, der zur Geschwindigkeitsmessung von Intel-Prozessoren entwickelt wurde. Doch Linpack bzw. LinX funktioniert nicht nur mit Intel-Hardware, auch AMDs Prozessoren können damit gestresst werden, weshalb sich LinX zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für Prime95 als Stabilitätstest vor allem für übertaktete CPUs entwickelt hat. Wir nutzen die Version 0.6.4 von LinX in der 64-Bit-Variante und verzichten dabei auf die Verwendung von AVX. Da die Nutzung der AVX-Version bei AMD-CPUs zu Problemen führt (keine Befüllung des Arbeitsspeichers mit Daten, keine Ausführung der Berechnung), verwenden wir für alle Probanden eine entsprechend funktionsfähige Non-AVX-Version.

    BOINC


     LinX


    Ohne AVX ist AMDs "Thuban" nach wie vor das Maß der Dinge – und das trotz der geringsten Taktrate im Feld. In diesem Test ist zudem wichtig zu erwähnen, dass hier sowohl der einjährige FX-8150 als auch der taufrische FX-8350 die Standardtaktrate nicht halten können, sobald der APM-Modus (Advanced Power Management) aktiviert wird. Während der FX-8150 auf 3,3 GHz abfällt, verliert der FX-8350 ganze 600 MHz und fällt auf 3,4 GHz zurück. Da APM für die ideale Funktionsweise des Turbo-Modus relevant ist (und deshalb in unserem "Turbo-CORE aktiviert"-Profil enthalten ist), tritt die Taktverringerung nur bei aktiviertem Turbo-Modus auf.
    [break=Benchmarks Windows 7: Leistungsaufnahme]

    Wieviel Leistung benötigt der aktuelle PC? Die Antwort auf diese Frage darf natürlich nicht fehlen. Aus diesem Grund messen wir die Leistungsaufnahme in bestimmten Szenarien mittels des Voltcraft Energy Monitor 3000. Dabei messen wir die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems (aber ohne Monitor).

    Den ersten Wert ermitteln wir im 3DMark11. Dabei setzen wir die während eines Durchlaufs im Performance-Preset benötigte Energie ins Verhältnis zur Zeit und mitteln so die benötigte Leistungsaufnahme.

    Leistungsaufnahme 3DMark11, Performance-Preset


    Leider müssen wir feststellen, dass der FX-8350 noch einmal etwas mehr verbraucht, als dies beim FX-8150 ohnehin schon der Fall ist. Selbst ein 1100T, welcher nicht gerade der sparsamste Prozessor ist, sieht hier trotz 45-Nanometer-Fertigung besser aus als das neueste Modell in 32-Nanometer-Fertigung.

    Leistungsaufnahme LinX 64 Bit


    In diesem Test sind die Ergebnisse ohne Turbo-Modus entscheidend, da mit aktiviertem Turbo-Profil aufgrund der APM-Problematik der Takt des FX-8150 und des FX-8350 deutlich verringert wird, was natürlich auch Auswirkungen auf die Leistungsaufnahme hat. Ohne diese Verringerung verbraucht unser "Vishera"-Testexemplar noch einmal 18 Watt mehr als sein Vorgänger. Damit handelt es sich um eine Differenz von unglaublichen 118 Watt zwischen der Leistungsaufnahme eines i7-3770K und einem FX-8350. Damit sind wir (leider) nur noch 16 Watt davon entfernt, dass man zwei komplette "Ivy Bridge"-Systeme mit einem i7-3770K mit der gleichen Energie betreiben kann wie ein einzelnes FX-8350-System. Unfassbar!

    Leistungsaufnahme Prime95 64 Bit


    Bei der Leistungsaufnahme in Prime95 sieht es zwar ein wenig besser aus, der FX-8350 trägt jedoch auch hier die rote Laterne. Selbst ein 1100T steht deutlich besser da, von der Intel-Konkurrenz ganz zu schweigen.

    Bei diesem Test müssen wir erwähnen, dass wir mit unserem Turbo-CORE-Profil ebenfalls kurze Taktverringerungen beim FX-8350 ausmachen konnten. Diese waren jedoch nur von sehr kurzer Dauer und nicht permanent wie noch bei LinX. Gut möglich, dass es ohne derartige Verringerungen noch das eine oder andere Watt mehr wäre.

    Leistungsaufnahme ohne Cool'n'Quiet / C1E


    Trotz 400 MHz Mehrtakt kann beim FX-8350 von einer geringen Verbesserung der Idle-Leistungsaufnahme berichtet werden. Die Ergebnisse geraten leider etwas durcheinander, als dass sowohl Cool'n'Quiet bei den FX-Prozessoren als auch SpeedStep beim 3770K nicht mehr deaktiviert werden können, sobald der Turbo-Modus samt C-States aktiviert wird.

    Leistungsaufnahme mit Cool'n'Quiet / C1E


    Interessanterweise konnten wir in mehreren Messungen beim FX-8350 keine Verbesserungen in der Leistungsaufnahme feststellen, wenn wir unser Turbo-Profil aktivieren. Dazu gehört immerhin noch die Einstellung C6, was beim FX-8150 noch für zusätzliche fünf Watt gut ist. Nicht so beim FX-8350, welcher jedoch noch immer besser dasteht als ein 1100T.

    Insgesamt lässt sich sagen, dass die Leistungsaufnahme des FX-8350 gegenüber dem FX-8150 leicht gesteigert wurde (man könnte fast von moderat sprechen). Knackpunkt daran ist, dass die Leistungsaufnahme eines FX-8150 bereits im vergangenen Jahr nicht akzeptabel war und dies im Jahr 2012 noch weniger ist. Diese Leistungsaufnahme noch weiter zu steigern (trotz um 11 Prozent höherem Basistakt und gesteigerter Performance) ist geradezu fatal. Die Intel-Konkurrenz ist mittlerweile nicht nur meilenweit entfernt, sondern um Lichtjahre!
    [break=Benchmarks Windows 7 (3,6 GHz): AIDA64]

    Schauen wir uns nun an, welche CPU-Architektur bei welchem Test Vor- und Nachteile hat. Hierfür haben wir die AMD-Prozessoren jeweils mit 3,6 GHz betrieben. Dies war auch, wie eingangs erwähnt, für den Intel Core i7-3770K geplant, aufgrund von BIOS-Problemen war dies jedoch nicht möglich. Um nicht gänzlich auf die Werte des Intel-Prozessors verzichten zu müssen, haben wir die Werte seiner Standard-Taktrate von 3,5 GHz in die folgenden Diagramme aufgenommen. Die Taktdifferenz von rechnerischen 1/35 bzw. 2,85 Prozent werden wir bei knappen Unterschieden noch einmal erwähnen.

    Speicherdurchsatz: Lesen


    Speicherdurchsatz: Schreiben


    Speicherdurchsatz: Kopieren


    Bei der Speicherbandbreite gibt es nichts zu deuteln. Hier hat "Ivy Bridge" deutlich die Oberhand, wobei sich "Vishera" wiederum vor "Zambezi" setzen kann. "Thuban" hat nichts zu lachen.

    Speicherlatenz


    Auch bei der Speicherlatenz ist "Ivy Bridge" nicht zu schlagen. Im Gegenteil: "Vishera" muss sich sogar hinter "Zambezi" anstellen.

    CPU Queen


    Während der FX-8350 bei Normaltakt noch den schnellsten AMD-Prozessor darstellt, ist dies bei genormter Taktrate nicht mehr der Fall. Hier ist "Thuban" mit seinen sechs vollwertigen Kernen das Maß der Dinge. Gegen "Ivy Bridge" ist wieder kein AMD-Kraut gewachsen.

    CPU PhotoWorxx


    Hauchdünn kann sich "Vishera" vor "Zambezi" setzen, wenn beide mit identischer Taktfrequenz laufen. Abermals grüßt die Intel-Konkurrenz aus der Ferne.

    CPU Zlib


    Im ZLib-Test weiß "Vishera" zu gefallen. Selbst wenn man bei "Ivy Bridge" noch die fehlenden knapp drei Prozent hinzurechnet, würde AMDs Neuling noch knapp die Nase vorn haben (293,4 MByte vs. ca. 291 MByte). Hier schlagen die Architekturverbesserungen voll durch. Interessant ist zudem, dass "Thuban" bei gleichem Takt sogar an "Zambezi" vorbeiziehen kann. Zwar äußerst knapp, aber immerhin.
    [break=Benchmarks Windows 7 (3,6 GHz): AIDA64 Fortsetzung, WinRAR]

    CPU AES


    Trotz fehlender 100 MHz setzt sich "Ivy Bridge" klar durch. Die beiden FX-Ausbaustufen liegen gleichauf, nur der X6 bleibt mangels Hardware-Einheiten auf der Strecke.

    CPU Hash


    Zwar setzt sich der Neuling gegen seine Vorgänger durch, von Vorsprung kann jedoch nicht die Rede sein. Intels "Ivy Bridge" gönnt sich in diesem Test ausnahmsweise mal eine Auszeit, an der selbst knapp drei Prozent mehr Takt nichts ändern würden.

    FPU VP8


    Mit nomineller Taktrate kann "Vishera" den Vor-Vorgänger "Thuban" gerade so in Schach halten. Arbeiten beide mit identischer Frequenz, gelingt das nicht mehr. Da reicht es gerade, "Zambezi" hinter sich zu halten. Über Intel müssen wir einmal mehr nicht sprechen...

    FPU Julia


    Gleiches gilt auch für den Julia-Test. Auch hier benötigt "Vishera" seine volle Taktrate, um sich den 45-Nanometer-Vorgänger X6 vom Hals halten zu können. Wieder reicht es für "Zambezi", mehr aber auch nicht.

    FPU Mandel


    Und noch einmal: "Thuban" vor "Vishera" vor "Zambezi". "Ivy Bridge" ist weit enteilt.

    FPU SinJulia


    Wieder sehen wir die bereits gewohnte Reihenfolge aus den vorangegangenen FPU-Tests. Mit dem Unterschied, dass "Vishera" und "Zambezi" faktisch gleich schnell sind und nur das Schlusslicht markieren.



    WinRAR


    Im WinRAR sehen wir endlich einmal wieder die Rangordnung bei AMD, die es aus Generationssicht auch geben sollte. Der Neuling schlägt sich gut und kann sich mit etwas über sieben Prozentpunkten vom direkten Vorgänger absetzen. Auf die Intel-Konkurrenz fehlt aber trotzdem noch ein großes Stück.
    [break=Benchmarks Windows 7 (3,6 GHz): XMPEG, x264, H.264]

    XMPEG + XViD


    Optisch hat hier "Thuban" die Nase vorn. Doch rechnen wir die fehlenden knapp drei Prozent Taktrate ein, die "Ivy Bridge" fehlen, so landen wir bei etwas über 155 Sekunden, was Platz eins bedeutet. "Vishera" kann sich immerhin deutlich vor "Zambezi" behaupten, an "Thuban" führt aus AMD-Sicht aber kein Weg vorbei.



    x264 1st pass


    x264 2nd pass


    x264 Gesamtbearbeitungszeit


    Obwohl "Ivy Bridge" 100 MHz Taktrate fehlt, überflügelt die Architektur im 1st pass alle Konkurrenten. Im 2nd pass muss er sich optisch zwar knapp geschlagen geben, rechnerisch landet er jedoch bei 14,2 Bildern pro Sekunde, was die ohnehin bereits beste Bearbeitungszeit noch weiter verringern würde (auf ca. 521 Sekunden).



    CPU-Last Wiedergabe H.264-Video


    Ergebnisse unter einem Prozent Prozessorlast für alle Architekturen stehen zu Buche, dennoch führt "Ivy Bridge" auch diese Disziplin an.
    [break=Benchmarks Windows 7 (3,6 GHz): POV-Ray, Cinebench]

    POV-Ray


    Auch wenn "Ivy Bridge" hier optisch mitten im Getümmel steckt, so wäre er bei korrekter Taktrate von 3,6 GHz mit etwas über 199 Sekunden Verfolger Nummer eins von "Vishera".



    Cinebench R11.5


    Hier sieht man einmal mehr die Detailverbesserungen in der Architektur von "Vishera". Der direkte Vorgänger wird deutlich überflügelt. Der betagtere Vor-Vorgänger kann jedoch nicht angegriffen werden, ebensowenig wie "Ivy Bridge".
    [break=Benchmarks Windows 7 (3,6 GHz): Crysis, DiRT Showdown]
    Crysis 1280x1024


    Crysis 1600x1200


    Crysis 1920x1200


    Auch im Crysis-Benchmark sieht man deutliche Verbesserungen des neuen AMD-Prozessors bei identischen Voraussetzungen. Selbst in der höchsten von uns getesteten Auflösung von 1920x1200 stehen noch 5,1 Bilder pro Sekunde bzw. knapp 8,5 Prozentpunkte zu Buche. Für "Ivy Bridge" reicht es aber bei weitem nicht.



    DiRT Showdown 1280x1024


    DiRT Showdown 1600x1200


    DiRT Showdown 1920x1200


    Obwohl "Ivy Bridge" mit der geringsten Taktrate antritt, gewinnt er auch dieses Duell in allen Auflösungen. Dahinter geht es sehr eng zu und eine klare Rangordnung innerhalb der AMD-CPUs ist nicht erkennbar.
    [break=Benchmarks Windows 7 (3,6 GHz): Metro 2033, Sleeping Dogs]

    Metro 2033 1280x1024


    Metro 2033 1600x1200


    Metro 2033 1920x1200


    In den niedrigeren Auflösungen zeigen sich Architekturverbesserungen bei "Vishera". In höheren Auflösungen ist hiervon jedoch nichts mehr zu sehen und selbst der 45-Nanometer-X6 kann sich in Szene setzen. Jedoch nur innerhalb der AMD-Konkurrenz, mit Intel kann auch er es nicht aufnehmen.



    Sleeping Dogs 1280x1024


    Sleeping Dogs 1600x1200


    Sleeping Dogs 1920x1200


    Sleeping Dogs zeigt wiederum ein anderes Bild. Hier zeigt sich "Vishera" wieder von der besseren Seite und hält die Konkurrenz aus eigenem Hause auf Abstand. In 1920x1200 ist der Vorsprung auf "Zambezi" größer als der Rückstand auf "Ivy Bridge".
    [break=Benchmarks Windows 7 (3,6 GHz): 3DMark11, PCMark 7]

    3DMark11 Performance Gesamt


    "Ivy Bridge" gewinnt – und das trotz fehlender 100 Megahertz. Dahinter reihen sich "Vishera", "Zambezi" und "Thuban" entsprechend ihrer Generationen ein.

    3DMark11 Performance Physik/CPU


    Auch im Physik-Test sehen wir die gewohnte Reihenfolge. Interessant ist, dass sich "Vishera" rund 10 Prozent vom direkten Vorgänger absetzen kann.



    PCMark 7 Gesamt


    PCMark 7 Entertainment-Suite


    Beim Gesamtergebnis sowie in der Entertainment-Suite sehen wir einmal mehr eine enteilte "Ivy Bridge"-Architektur, während sich "Vishera" wieder knapp 10 Prozent vom Vorgänger absetzen kann. Dieser wird bei gleicher Taktrate sogar von "Thuban" überflügelt.

    PCMark 7 Computation-Suite


    In der Computation-Suite muss dann aber auch "Thuban" abreißen lassen. "Vishera" wieder vor "Zambezi", die Intel-Konkurrenz ist trotz 100 MHz weniger aber weit weg.
    [break=Benchmarks Windows 7 (3,6 GHz): BOINC, LinX]

     BOINC floating point MIPS (Whetstone) - pro Kern


    Kaum Unterschiede zwischen den beiden FX-Prozessoren lassen sich im Whetstone-Test feststellen. Der X6 ist hier das AMD-Maß der Dinge. Am Intel führt kein Weg vorbei, auch nicht bei 100 MHz weniger Taktrate.

     BOINC integer MIPS (Dhrystone) - pro Kern


    Auch im Dhrystone-Test zeigt sich eine große Lücke zwischen X6 und dem Vorjahres-FX, welche der Neuling jedoch schließen kann. Knapp 14 Prozent kann "Vishera" gegenüber "Zambezi" bei gleichem Takt zulegen.



     LinX


    Das ohnehin schon beste Ergebnis vom X6 wird bei 3,6 GHz noch besser (Standard-Taktrate: 3,3 GHz). "Ivy Bridge" befindet sich im Niemandsland, sodass auch knapp drei Prozent mehr Takt nichts bewirken würden. Dahinter ist es spannend, denn selbst bei gleichem Takt stehen rund sechseinhalb Prozentpunkte mehr Performance für den Neuling zu Buche.
    [break=Benchmarks Windows 7 (3,6 GHz): Leistungsaufnahme]

    Leistungsaufnahme 3DMark11, Performance-Preset


    Mit korrekter Taktrate würde "Ivy Bridge" zwar etwas mehr verbrauchen, mit rechnerisch unter 220 Watt würde er jedoch noch immer meilenweit vor der Konkurrenz liegen. Die AMD-Prozessoren liegen alle dicht beieinander.

    Leistungsaufnahme LinX 64 Bit


    Auch hier würde "Ivy Bridge" bei exakt 3,6 GHz etwas mehr verbrauchen (ca. 137 Watt), der Vorsprung auf AMD ist jedoch noch immer gewaltig. "Vishera" sieht hier auch etwas schlechter aus als "Zambezi". Doch hierzu ist zu sagen, dass wir beide Prozessoren absichtlich mit ihrer nominellen Standardspannung antreten ließen. Beim FX-8150 sind dies 1,275 Volt, beim FX-8350 1,350 Volt. Somit wird "Vishera" mit 0,075 Volt mehr betrieben und verbraucht fünf Watt mehr.

    Hier schnellt auch die Verlustleistung des X6 in die Höhe, was jedoch vermutlich nicht allein der gesteigerten Taktrate anzulasten ist. Wir konnten trotz korrekter Einstellung der Default-VID unseres X6 (1,325 Volt) andere Spannungen unter Last beobachten, als dies bei "AUTO"-Einstellung der Fall war. Vermutlich reagiert das Mainboard mit manuell vergebener VCore in puncto LoadLine-Calibration anders, sodass eine leicht andere Spannung genutzt wird. Doch selbst wenn die Spannung geringer gewesen wäre – im Bereich von 255 bis 260 Watt wäre die Verlustleistung ausgefallen.

    Leistungsaufnahme Prime95 64 Bit


    Wie bereits bei den Tests mit nomineller Taktrate zu sehen war, hat "Thuban" bei Prime95 im Gegensatz zu LinX eine deutlich geringere Leistungsaufnahme. Trotz leicht zu hoher Spannung reicht es daher, sich vor die FX-Konkurrenz zu setzen. Die wiederum rückt noch näher zusammen, was für die Detailverbesserungen von "Vishera" spricht. Denn der wird schließlich mit 0,075 Volt höherer VCore betrieben.

    Leistungsaufnahme ohne Cool'n'Quiet / C1E


    Wieder trennen AMD und Intel Welten, daran ändert auch die um 100 MHz zu geringe Taktrate des i7 nichts. "Vishera" macht einen Schritt auf "Thuban" zu, kann diesen jedoch noch nicht einholen.

    Leistungsaufnahme mit Cool'n'Quiet / C1E


    Mit Stromsparmechanismen hat "Thuban" gegenüber seinen Nachfolgern keine Chance. Der Neuling kann sich ganz knapp vor seinen einjährigen Kollegen setzen.
    [break=Benchmarks Windows 8: WinRAR, XMPEG, x264, H.264]

    In drei Tagen will Microsoft den neuesten Spross der Betriebssystem-Familie vorstellen. Windows 8, so AMD bereits im letzten Jahr, soll Verbesserungen beim Scheduler mitbringen, weshalb die Performance im neuen Betriebssystem einen Tick besser aussehen soll. Deshalb durften einige Tests unter Windows 8 nicht fehlen – schon allein deshalb, um zu sehen, ob die Verbesserungen nicht auch der Intel-Konkurrenz zugute kommen. Wir haben jedoch nicht den kompletten Benchmark-Parcours durchlaufen. Damit kein Chaos in den Diagrammen herrscht, haben wir jeden Prozessor übergreifend einen festen Platz zugeordnet – unabhängig von der absoluten Performance.

    WinRAR


    Mit Ausnahme vom Phenom II X6 legen alle Prozessoren unter Windows 8 deutlich an Kompressionsleistung zu. Zu einer Änderung der Rangordnung führt dies nicht, wenngleich der FX-8350 etwas stärker zulegen kann als der 3770K und somit der Rückstand von rund 12,1 Prozent auf rund 8,6 Prozent verkürzt wird.



    XMPEG + XViD


    Wieder tanzt der 1100T aus der Reihe. Er ist der einzige Prozessor, welcher beim Wechsel des Betriebssystems mehr Zeit für die Arbeit benötigt. Alle anderen Probanden benötigen deutlich weniger Zeit als unter Windows 7. Dadurch ändert sich auch die Rangordnung der AMD-Prozessoren, da der FX-8350 nun schneller agiert als der 1100T.



    x264 1st pass


    x264 2nd pass


    x264 Gesamtbearbeitungszeit


    Im x264-Benchmark herrscht Einigkeit. Alle Testkandidaten legen im 1st pass minimal zu, während es im 2nd pass fast zu keinen Veränderungen kommt. Deshalb gibt es in der Gesamtbearbeitungszeit auch kaum Veränderungen. Lediglich der 1100T kann mit 9,5 respektive 11 Sekunden Einsparung nennenswert profitieren.



    CPU-Last Wiedergabe H.264-Video


    Die Prozessorlast bei Wiedergabe eines H.264-Videos fällt deutlich niedriger aus. Einzige Ausnahme bildet hier der FX-8150 ohne Turbo-Modus, wobei dessen Differenz äußerst gering ist. Am meisten profitiert der 1100T, der seine Auslastungen nahezu halbiert.
    [break=Benchmarks Windows 8: Cinebench, Crysis, 3DMark11]

    Cinebench R11.5


    Im Cinebench sehen wir unter Windows 8 fast garkeine Veränderungen. Und wenn diese Auftreten, dann fällt das Ergebnis jeweils um 0,01 Punkte niedriger aus als unter Windows 7. Das ist absolut zu vernachlässigen.



    Crysis 1280x1024


    Crysis 1600x1200


    Crysis 1920x1200


    Für ältere Spieletitel scheint Windows 8 nicht das beste Pflaster zu sein. Zumindest nicht mit aktuellen Prozessoren. Denn sowohl beide FX-CPUs als auch Intels 3770K verlieren auflösungsübergreifend einige FPS. Lediglich der 1100T kann leicht zulegen, wenn sein Turbo-Modus ins Spiel kommt.



    3DMark11 Performance Gesamt


    3DMark11 Performance Physik/CPU


    Im 3DMark11 herrscht wiederum Einigkeit. Alle Prozessoren verlieren sowohl im Gesamtergebnis als auch im Physik-Test einige Punkte – egal, ob sie mit oder ohne Turbo arbeiten. Der 3770K verliert im Physik-Test den meisten Boden, kann sich jedoch noch immer klar vor der AMD-Konkurrenz behaupten.
    [break=Benchmarks Windows 8: PCMark 7, BOINC]

    Bevor wir mit Erläuterungen zu den PCMark-Ergebnissen unter Windows 8 weitermachen, möchten wir noch anmerken, dass AMD uns 14 Stunden vor Ablauf des NDA einen neuen Treiber für Windows 8 übermittelt hat, welcher Verbesserungen bei solchen Benchmarks bringen soll, bei denen eine starke Nutzung der Festplatte festzustellen ist. In unserem Parcours ist das ausschließlich bei PCMark 7 der Fall.

    Um alle drei AMD-Prozessoren in allen Konfigurationen erneut durch den PCMark zu schicken, reichte die Zeit schlichtweg nicht mehr aus. Wir haben daher mit jeder CPU eine Stichprobe gemacht und mussten feststellen, dass es nur geringe Änderungen am Ergebnis gab – von minimalen Punktverlusten bis zu maximal 50 Punkten mehr konnten wir verzeichnen. Aufgrund dieser sehr geringen Veränderungen haben wir uns entschlossen, für das heutige Review die Werte zu nutzen, die wir mit dem "alten" Treiber erzielt haben.

    PCMark 7 Gesamt


    Beim Gesamtergebnis des PCMark 7 fällt auf, dass zwar alle Prozessoren Boden verlieren, der 1100T jedoch am Wenigsten. Auch der 3770K geht mit einem geringeren Verlust nach Hause als beide FX-CPUs.

    PCMark 7 Entertainment-Suite


    In der Entertainment-Suite verlieren die FX-Prozessoren und Intels 3770K etwa gleich viele Punkte. Lediglich der X6 kann sich diesem Trend widersetzen und geht nur mit äußerst geringem Abschlag nach Hause. Erst ist damit unter Windows 8 schneller als der FX-8150 und ist dem FX-8350 dicht auf den Fersen.

    PCMark 7 Computation-Suite


    Bereits in unserem Artikel "Windows 7, der "Bulldozer-Patch" und Windows 8" haben wir über die starke Performance-Steigerung in der Computation-Suite berichtet. Es zeigt sich, dass alle Prozessoren deutlich schneller rechnen. Prozentual gewinnt der 1100T am Stärksten, sodass er seinen hauseigenen Nachfolgern wieder äußerst nahe kommt (den FX-8150 ohne Turbo überholt er sogar). Während es zwischen den AMD-Prozessoren unter Windows 7 insgesamt rund 1.500 Punkte Differenz gibt, sind es unter Windows 8 nun nur noch etwas über 400 Punkte. Das kommt uns zwar etwas gering vor, die Ergebnisse sind aber nunmal so aufgetreten. Intels i7-3770K zeigt sich von alldem unbeeindruckt und hält den Abstand zur Konkurrenz groß. In absoluten Zahlen wird dieser sogar vergrößert (ca. 1.000 gegenüber ca. 600 Punkten).


     BOINC floating point MIPS (Whetstone) - pro Kern


    Im Whetstone-Test von BOINC gibt es quasi keine Unterschiede zwischen beiden Betriebssystemen. Somit ändert sich auch nichts an der Rangordnung der CPUs untereinander.

     BOINC integer MIPS (Dhrystone) - pro Kern


    Der zweite BOINC-Test zeigt hingegen geringe Unterschiede zwischen beiden Microsoft-Ablegern auf. Interessant ist, dass die CPUs unterschiedlich reagieren. Während der 1100T ohne Turbo noch leicht zulegen kann, verliert er mit Turbo in Windows 8 wiederum leicht. Auch FX-8350 und i7-3770K lassen ein paar integer MIPS liegen. Lediglich der FX-8150 kann in beiden Fällen unter Windows 8 leicht zulegen.
    [break=Benchmarks Windows 8: Leistungsaufnahme]

    Leistungsaufnahme 3DMark11, Performance-Preset


    Alle Konfigurationen verbrauchen etwas weniger – mit Ausnahme des i7-3770K, wenn dessen Turbo-Modus aktiviert wird. An der Reihenfolge ändert sich dadurch jedoch nichts, das Intel-Flaggschiff für Sockel 1155 liegt noch immer deutlich in Führung.

    Leistungsaufnahme LinX 64 Bit


    Unter Auslastung mittels LinX gibt es nur kleine Veränderungen in der Leistungsaufnahme. Intels 3770K sowie AMDs 1100T legen minimal zu, während die beiden FX-CPUs sehr kleine Fortschritte aufweisen können. Im Übrigen tritt das Heruntertakten beider FX-Testexemplare auch unter Windows 8 auf.

    Leistungsaufnahme Prime95 64 Bit


    Auch bei Prime95 gibt es kleinere Verbesserungen zu vermelden. Hier kommen alle Prozessoren im schlimmsten Fall mit der identischen Leistungsaufnahme wie unter Windows 7 über die Runden, in einigen Fällen wird das eine oder andere Watt eingespart. Der FX-8350 profitiert am Meisten, aber auch hier reicht es nicht, um die Reihenfolge durcheinander zu bringen.

    Leistungsaufnahme ohne Cool'n'Quiet / C1E


    Wieder ist die Leistungsaufnahme unter Windows 8 durchweg identisch oder gar besser. Groß sind die Schritte jedoch nicht, sodass es einmal mehr bei der gleichen Rangordnung bleibt.

    Leistungsaufnahme mit Cool'n'Quiet / C1E


    Zum zweiten Mal sehen wir bei der Leistungsaufnahme ein zweigeteiltes Bild. Intels i7 und AMDs X6 verbrauchen mit aktiviertem Turbo-Modus jeweils ein Watt mehr als unter Windows 7, während die FX-Konkurrenz leicht einsparen kann. Der FX-8350 profitiert einmal mehr etwas stärker vom Betriebssystem-Wechsel.
    [break=Benchmarks Windows 8 (3,6 GHz): WinRAR, XMPEG, x264, H.264]

    Zum Abschluss unserer Benchmark-Vergleiche haben wir noch einen Architekturvergleich bei identischer Taktrate und unter beiden Betriebssystemen vorgenommen. Wieder arbeiten wir beim "Ivy Bridge"-System mit dem Handicap des um 100 MHz bzw. knapp drei Prozent zu geringen Prozessortaktes. Wieder haben die einzelnen Prozessor-Architekturen einen festen Platz im Diagramm, sodass die Übersicht nicht leidet.

    WinRAR


    Wieder sieht man gut, dass Windows 8 kein gutes Pflaster für "Thuban" ist, wenn es um WinRAR geht. Dadurch, dass alle anderen Prozessoren deutlich zulegen können, der X6 hingegen nicht, sieht er die Konkurrenz nur noch von sehr weit hinten. Sowohl "Vishera" als auch "Ivy Bridge" legen in absoluten Zahlen etwa gleich viel zu, sodass der prozentuale Rückstand unseres heutigen Neulings etwas geringer ausfällt.



    XMPEG + XViD


    Trotz Taktraten-Defizit ist "Ivy Bridge" unter Windows 8 das Maß der Dinge in unserem XMPEG-Benchmark. "Thuban" kann unter dem neuen Betriebssystem anders als die Konkurrenz nicht zulegen und muss sich deshalb mit Platz zwei zufrieden geben. Da die FX-Nachfolger deutlich zulegen können, wird der Abstand zum X6 stark verkürzt.



    x264 1st pass


    x264 2nd pass


    x264 Gesamtbearbeitungszeit


    Wieder sehen wir im 1st pass leichte Veränderungen, wobei "Ivy Bridge" trotz geringerem Takt das Feld deutlich anführt. Im 2nd pass gibt es fast garkeine Veränderungen, lediglich "Thuban" kann sich um 0,1 Bilder pro Sekunde verbessern. Aufgrund der geringen Veränderungen tut sich auch in der Gesamtbearbeitungszeit nicht viel, was die gleiche Rangordnung wie unter Windows 7 zur Folge hat.



    CPU-Last Wiedergabe H.264-Video


    Bis auf "Zambezi" können sich alle Architekturen unter Windows 8 in Sachen Prozessorlast verbessern. Intels "Ivy Bridge" bleibt jedoch auch hier der Spitzenreiter.
    [break=Benchmarks Windows 8 (3,6 GHz): Cinebench, Crysis, 3DMark]

    Cinebench R11.5


    Der Wechsel von Windows 7 auf Windows 8 bedeutet bei Cinebench bei identischer Taktrate einen Punktverlust von 0,01 – bei allen Architekturen. Wieder ist "Ivy Bridge" weit in Front, obwohl hier sogar noch 100 MHz fehlen.



    Crysis 1280x1024


    Crysis 1600x1200


    Crysis 1920x1200


    "Thuban" kommt bei Crysis am Besten mit der Betriebssystem-Umstellung klar. Er verliert nur äußerst wenig an Leistung, während die anderen Kandidaten mitunter über vier Bilder pro Sekunde nachlassen. Dadurch sind "Thuban" und "Zambezi" nun gleichauf.



    3DMark11 Performance Gesamt


    Geringe Abschläge für alle Architekturen – so lautet das Fazit beim Blick auf das Gesamtergebnis des 3DMark11 unter Windows 8.

    3DMark11 Performance Physik/CPU


    Auch beim Physik-Test verlieren alle Prozessoren an Boden gegenüber Windows 7. "Ivy Bridge" ist trotz geringerem Takt aber auch hier nicht einzuholen.
    [break=Benchmarks Windows 8 (3,6 GHz): PCMark 7, BOINC]

    PCMark 7 Gesamt


    Wie bereits beim Vergleich beider Betriebssysteme mit den Standard-Taktraten der Prozessoren festgestellt, verliert "Thuban" am wenigsten Punkte beim Wechsel zu Windows 8. Alle anderen CPUs verlieren mehr Leistung, sodass "Thuban" bei gleicher Taktrate sogar vor seinen FX-Kollegen steht. "Ivy Bridge" kann aber auch hier keiner aufhalten.

    PCMark 7 Entertainment-Suite


    Wieder verliert "Thuban" recht wenig, wogegen alle anderen Kandidaten deutlich Federn lassen müssen. Und wieder positioniert sich der X6 vor seinen Nachfolgern.

    PCMark 7 Computation-Suite


    Durch die deutliche, aber pro Prozessor-Architektur unterschiedliche, Steigerung in der Computation-Suite, avanciert "Thuban" zum echten Konkurrent von "Vishera" und ist nahezu gleich schnell. "Zambezi" wird überflügelt, an "Ivy Bridge" beißt sich die versammelte AMD-Armada aber erneut die Zähne aus. Und das trotz 100 MHz Taktvorteil.



     BOINC floating point MIPS (Whetstone) - pro Kern


    Einmal mehr gibt es nur äußerst geringe Differenzen zwischen beiden Betriebssystemen. "Ivy Bridge" verliert keine Performance, die restlichen Kandidaten lassen um einige MIPS nach.

     BOINC integer MIPS (Dhrystone) - pro Kern


    Drei von vier Kandidaten lassen um ein paar integer MIPS nach, nur "Zambezi" legt ein wenig zu. Es reicht jedoch nicht für eine Änderung der Rangordnung, "Thuban" ist nach wie vor bei identischem Takt flotter unterwegs als "Vishera".
    [break=Benchmarks Windows 8 (3,6 GHz): Leistungsaufnahme]

    Leistungsaufnahme 3DMark11, Performance-Preset


    Alle Kandidaten verbessern sich in puncto Leistungsaufnahme leicht. Auch wenn "Ivy Bridge" mit 100 MHz mehr Taktrate geringfügig mehr verbrauchen würde, so stellt diese Architektur dennoch mit Abstand den Klassenprimus in unserem Feld dar. Die versammelte AMD-Konkurrenz liegt innerhalb weniger Watt Differenz.

    Leistungsaufnahme LinX 64 Bit


    "Ivy Bridge" behält seine Leistungsaufnahme unter Windows 8 bei. Trotz minimal geringerem Takt trennen diese Architektur Welten vom Zweitplatzierten "Zambezi". Zwar verbessern sich beide FX-Prozessoren in Sachen Leistungsaufnahme, mehr als Ergebniskosmetik kann man dazu hingegen nicht sagen. Aufgrund der bereits angesprochenen VCore-Problematik beim "Thuban" fällt dessen Leistungsaufnahme deutlich aus dem Rahmen. Doch selbst mit den rechnerisch korrekten 255 bis 260 Watt sähe die Welt nicht wirklich besser aus.

    Leistungsaufnahme Prime95 64 Bit


    Bei Auslastung mittels Prime95 fällt "Thuban" zwar nicht mehr aus dem Rahmen, die Situation der AMD-Armada ist jedoch noch immer alles andere als rosig. Zwar würde "Ivy Bridge" mit knapp drei Prozent mehr Takt auch etwas mehr verbrauchen (vermutlich knapp 142 Watt), mit fast 90 Watt Differenz zur neuen AMD-Architektur sprechen wir allerdings nach wie vor von einem gigantischen Unterschied.

    Leistungsaufnahme ohne Cool'n'Quiet / C1E


    Ohne Stromsparmechanismen kann "Vishera" unter Windows 8 erstmals mit "Thuban" gleichziehen und den direkten Vorgänger mit fünf Watt Differenz auf Abstand halten. Dennoch fehlen noch satte 23 Watt zum Klassenprimus, die bei 100 MHz mehr für "Ivy Bridge" auch nur kosmetisch verringert werden würden.

    Leistungsaufnahme mit Cool'n'Quiet / C1E


    "Vishera" profitiert als einzige Architektur bei aktivierten Stromspareinstellungen von Windows 8. Der Unterschied zu "Ivy Bridge" ist aber nach wie vor groß.
    [break=Übertaktung, Spannungsabsenkung]

    Um die Übertaktbarkeit unseres FX-8350 einschätzen zu können, haben wir verschiedene Tests durchgeführt. Zuerst haben wir die Standardspannung unseres Testexemplars im BIOS fest eingestellt und die LoadLine-Calibration deaktiviert. Dadurch erhielten wir unter Belastung mittels LinX eine Betriebsspannung von 1,26 bis 1,27 Volt. Der Kerntakt wurde solange erhöht, bis wir im etwa 25-minütigen LinX-Durchlauf Rechenfehler beobachten konnten. Die zuletzt fehlerfrei durchlaufene Taktrate stellte die Basis für unsere Messungen dar.

    Anschließend wählten wir VCore und LoadLine-Calibration so, dass unter Belastung eine Spannung von konstant 1,34 Volt zu beobachten war. Damit konnten wir uns der Default-VID unseres FX-8350 von 1,350 Volt am Genauesten nähern. Auch hier wurde der Kerntakt solange erhöht, bis in LinX Berechnungsfehler auftraten. Abschließend haben wir die Standard-Taktrate unseres FX-8350 von 4.000 MHz eingestellt und die Betriebsspannung soweit verringert, bis auch hier Fehler auftraten. Alle ermittelten Taktraten haben wir im folgenden Diagramm verewigt – zusammen mit der jeweiligen Leistungsaufnahme.

    Leistungsaufnahme übertakten/Spannungsabsenkung Load


    Leistungsaufnahme übertakten/Spannungsabsenkung Idle


    Mit knapp 4.300 MHz konnten wir ein ein recht ordentliches Ergebnis bei aktivierter Spannungsabsenkung unter Last einfahren. Die Versorgungsspannung liegt dabei deutlich unter der VID (Voltage Identification) unseres Prozessors. Stellen wir diese VID nahezu fest ein, erhalten wir weitere 200 MHz Mehrtakt, sodass unser Testexemplar mit über 4.500 MHz zu betreiben ist. Das alles ist für Luftkühlung keine schlechte Leistung, wenngleich die Erhöhung prozentual (knapp 12,9 Prozent) natürlich verhältnismäßig gering ausfällt. Diese Bürde haben Prozessoren mit hoher Standard-Taktrate aber nunmal zu tragen.

    Wir konnten die Betriebsspannung zudem auf glatt 1,20 Volt bei Standardtakt verringern, was noch ein paar Watt Leistungsaufnahme sparen konnte. Allerdings sind wir nicht sehr weit von dem Wert entfernt, der dank LoadLine-Calibration bereits im Normalfall beim Prozessor ankommt. Insofern ist gegenüber den Standardeinstellungen des Mainboards nur noch geringer Spielraum nach unten vorhanden.

    Abschließend haben wir noch ein paar Benchmarks mit den übertakteten Einstellungen durchgeführt und mit der Standard-Performance ohne Turbo-Modus verglichen.

    Performance OC - POV-Ray


    Performance OC - Cinebench R11.5


    Performance OC - Crysis 1280x1024


    Performance OC - Crysis 1600x1200


    Performance OC - Crysis 1920x1200


    Wie man sieht, kann "Vishera" den Mehrtakt auch in gute Performance umsetzen. Selbst im grafiklastigen Crysis reichen knapp 13 Prozent Mehrtakt immerhin für fast 10 Prozent mehr Performance – zumindest in der kleinsten von uns genutzten Auflösung von 1280x1024. Mit steigender Auflösung fällt der Vorteil geringer aus, ist mit über vier Prozent aber noch immer nennenswert.
    [break=Fazit]

    Titelbild  Windows 7, der Bulldozer-Patch und Windows 8


    Mit Hilfe des FX-8350 haben wir einen ersten Blick auf AMDs neue "Vishera"-Prozessoren werfen können. Wir haben verschiedene Aspekte betrachtet (Grundperformance, Architekturvergleich, Windows 7 vs. Windows 8) und sollten nun ausreichend Erfahrungen gesammelt haben, um ein Fazit ziehen zu können. Doch fällt uns das leicht? Bereits im vergangenen Jahr war es nicht einfach, ein vernünftiges Fazit zur Bulldozer-Architektur zu ziehen. Auch in diesem Jahr ist das nicht einfacher, da "Vishera" äußerst negative aber auch einige positive Aspekte in sich vereint.

    Die Performance gegenüber dem direkten Vorgänger FX-8150 hat sich teilweise ordentlich gesteigert. Oft liegt man im Rahmen der 10 bis 15 Prozent Leistungssteigerung, die im Vorfeld der Veröffentlichung kolportiert wurden. Ab und zu liegt "Vishera" sogar noch darüber (z.B. AIDA64 CPU ZLib mit ca. 25 Prozent), im Großen und Ganzen passte die Verlautbarung aber ganz gut. Trotz aller Verbesserungen gelingt es noch immer nicht überall, einen betagten Phenom II X6 1100T in 45-Nanometer-Fertigung zu überflügeln.

    Leider erkauft sich AMD die Leistungssteigerung des FX-8350 gegenüber dem FX-8150 abermals mit einer höheren Leistungsaufnahme. Die Steigerung fällt zwar geringer aus, als es die 11-prozentige Taktratenerhöhung vermuten lässt (zudem fällt auch die Standardspannung etwas höher aus), jedoch war bereits die Leistungsaufnahme des FX-8150 im Jahre 2011 jenseits von gut und böse. Ein noch höherer Verbrauch ist im Jahr 2012 erst recht nicht zu tolerieren. Dieser unglaubliche Durst schwebt wie ein Damoklesschwert über der Bulldozer-Architektur und überdeckt im Prinzip alle Fortschritte in Sachen Performance. Schade!

    Gegenüber der Vorgänger-Generation ist der FX-8350 sicher ein ordentlicher Schritt in Sachen Performance, der selbst bei identischer Taktrate in einigen Fällen zu gefallen weiß (z.B. WinRAR, x264, Cinebench, Crysis, Sleeping Dogs). AMD hat also nicht nur einfach den Takt erhöht, sondern unter der Haube Veränderungen vorgenommen, die mitunter deutlich auf die Performance durchschlagen. Verglichen mit einem FX-8150 ist der heute getestete FX-8350 also das deutlich rundere Produkt und spricht sicher alle die an, die bisher gut mit einem AMD FX auskommen oder dessen Kauf in Erwägung gezogen haben. Ob sich ein Upgrade lohnt, muss jeder User für sich selbst entscheiden.

    Verglichen mit der Intel-Konkurrenz ist der FX-8350 leider kaum positiv einzuschätzen. Er ist nur in wenigen Anwendungen schneller als ein i7-3770K (AIDA64 CPU ZLib, AIDA64 CPU Hash, POV-Ray, x264 2nd pass und Gesamtzeit), der Verbrauch liegt dafür aber nahezu doppelt so hoch. Bei extremer Prozessorauslastung fehlt nicht mehr viel und man könnte zwei 3770K-Systeme mit der Energie betreiben, die ein 8350-System benötigt – Autsch!

    Auf Seiten der Software, auf der viel Hoffnung der Bulldozer-Prozessoren ruht(e), hat sich im vergangenen Jahr nicht sonderlich viel getan. Das, was sich getan hat, fiel zudem nicht unbedingt zu Gunsten der FX-Prozessoren aus. Denn die Paradedisziplin WinRAR ist seit der Programmversion 4.20 wieder fest in Intels Hand. Und auch unter Windows 8 muss man feststellen, dass die Konkurrenz ebenfalls vom Betriebssystemwechsel profitieren kann. Manchmal mehr, manchmal weniger. Nachdem Windows 8 in drei Tagen vorgesellt werden soll und die Performance final sein sollte, muss man anerkennen, dass dieses Betriebssystem nicht der heilige Gral für die Bulldozer-Architektur werden wird.

    Zudem muss kritisch hinterfragt werden, wie AMD zukünftige Performancesteigerungen erzielen will. 4 GHz Basistakt und nur 200 MHz mehr bei Aktivierung der Turbo-Funktion lassen erahnen, dass AMD am oberen Ende der Takt-Fahnenstange angelangt ist. Nochmal eben 400 MHz Mehrtakt wie beim FX-8350 gegenüber dem Vorgänger dürften kaum realisierbar sein, sodass als einzige Alternative Detailverbesserungen übrig bleiben. Doch hier muss mehr passieren, als dies beim Wechsel "Zambezi"/"Vishera" der Fall ist, wenn man zukünftige CPUs jeweils deutlich vor den Vorgängern platzieren will.

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