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    Vorstellung: Enermax Triathlor FC 550W (ETA550AWT-M)



    Vor kurzem erweiterte Enermax seine Triathlor-Serie und führte unter diesem Namen teilmodulare PC-Netzteile mit 550, 650 und 700 W ein. Wir haben die 550-W-Version beim Hersteller begutachtet und getestet. Das Triathlor FC 550 W verfügt über abnehmbare flache Anschlussleitungen (FC = flat cable), das obligatorische 80-PLUS-Bronze-Zertifikat und das für Enermax typische Sicherheitspaket mit OCP, OVP, UVP DC, OPP, OTP, SCP und SIP (Surge and Inrush Protection). Wie sich das Gerät schlägt, zeigen wir auf den folgenden Seiten. Wir bedanken uns bei Enermax für die Bereitstellung des Musters und wünschen wie immer viel Spaß beim Lesen des Artikels!

    Preisvergleich

    [break=Lieferumfang, Lüfter und Nennleistung]


    Das gut verpackte Triathlor FC wird begleitet von einem Kaltgerätekabel, vier Schrauben, zwei Enermax-Kabelbindern, einem Benutzerhandbuch (mit sehr guten Übersetzungen) und einer Tasche für die modularen Leitungen. Neben den eingangs erwähnten Eigenschaften verfügt das Netzteil über einen T.B.Silence-Lüfter, japanische Kondensatoren und Abwärtswandler für die kleineren Ausgänge. Darüber hinaus bietet Enermax 3 Jahre Garantie. +3,3 V und +5 V sind mit je 24 A belastbar und können immerhin 120 W leisten. Die beiden +12-V-Ausgänge vertragen je 1 A mehr und liegen zusammen bei maximal 540 W. Das mag nach einem hohen Wert klingen, allerdings sollte man berücksichtigen, dass +3,3 V und +5 V über +12 V versorgt werden.



    Der hier verwendete T.B.Silence-Lüfter hat einen Durchmesser von 12 cm und verfügt über das hauseigene Twister-Lager, das selbstschmierend ist und einen Magneten im Rotor trägt, um möglichst wenige Berührpunkte herzustellen. Damit soll eine MTBF von 100.000 Stunden möglich sein. Dieser Durchschnittswert bezogen auf eine größere Menge sagt allerdings nichts über die Lebensdauer eines einzelnen Gerätes auf und ist daher im Wesentlichen eine mathematische Spielerei. Dennoch lässt sich zumindest innerhalb diesen Wertebereiches festhalten, dass Enermax mit der angegebenen Dauer weit vorne liegt.

    [break=Aussehen und Anschlüsse]


    Enermax Enermax Enermax


    Rein äußerlich hat sich kaum etwas gegenüber den non-modularen Varianten geändert. Mit einer schwarzen Lackierung und einem flach abfallenden Lufteinlass um das Lüftergitter erinnert das Netzteil stark an die alten Pro82+-Modelle. Auf beiden Seiten trägt das Gerät die bronzefarbene Modellbezeichnung "Triathlor". Wie üblich fallen die Entlüftungslöcher wabenförmig aus, wobei nicht die gesamte Fläche dafür genutzt wurde. Auf der Vorderseite/Rückseite befinden sich die beschrifteten Anschlussbuchsen für die abnehmbaren Flachleitungen. Sämtliche Leitungen mit den Mainboard-Steckern wurden mit dem typischen Sleeve von Enermax versehen. Durch die rote Farbgebung heben sich die Grafikkartenstecker etwas ab. Die zugehörigen Buchsen sind mit 12 pins ausgestattet, weshalb (zumindest theoretisch) vier 6-pin-Anschlüsse möglich sind.

    Main CPU PCIe Peripherie
    --------------------------- --------------------------- --------------------------- ----------------------------------------------
    1x 24-pin (ca. 55 cm) 1x 4+4-pin (ca. 60 cm) 2x 6/8-pin (ca. 50, 50 cm) 3x SATA, 1x HDD (ca. 45, 55, 65, 75 cm)
    - - 1x 6/8-pin (ca. 50 cm) 3x SATA (ca. 45, 55, 65 cm)
    - - - 4x HDD, 1x FDD (ca. 45, 60, 75, 90, 105 cm)
    - - - -
    - - - -


    Vergleicht man die Steckerkonfiguration des Triathlor mit der Konkurrenz, fallen vor allem die drei PCIe-Stecker auf. Erst ab 600 W haben sich vier Anschlüsse durchgesetzt, bei 550 W sind es häufig nur zwei Stück, womit Enermax überdurchschnittlich viel anbietet. Man muss sich allerdings die Frage nach dem Sinn gefallen lassen, da der dritte Stecker höchstens für eine schwächere Zweitkarte und PhysX gebraucht werden kann. Viele Spiele, die PhysX unterstützen, existieren nicht, auch wenn darunter bekannte Titel wie Batman: Arkham City sind. Allerdings sollte man das Netzteil nicht nur darauf reduzieren.

    Fünf HDD- und sechs SATA-Anschlüsse sind ebenfalls sehr zufriedenstellend. Gerade an ersteren wird mittlerweile gerne gespart. Wer allerdings ein altes IDE-Laufwerk, diverse Peripherie und ggf. sogar Lüfter mit dem 4-pin-Stecker betreibt, wird mit zwei oder drei HDD-Steckern nicht zufrieden sein. Mit 60 cm sind die Leitungen am CPU-Stecker sehr lang und lassen sich damit gut in größeren Gehäusen mit Kabelmanagement verlegen. Generell sind die Leitungslängen auf geräumige Gehäuse ausgelegt, was in diesem Leistungsbereich auch realitätsnah ist. Ein FDD-Anschluss zählt ebenso zur Ausstattung.

    [break=Schaltungsdesign]


    Das Gerät besteht im Kern aus einem Halbbrücken-Flusswandler, was einer der populärsten Wandler in solchen Netzteilen ist. Wie unser Test zeigen wird, ist das Modell aber deutlich effizienter als 80 PLUS Bronze es erfordert, was vor allem an den guten Einzelteilen liegt. Durch die zentral gelegenen Kühlkörper wird der Luftstrom kaum behindert. Die Kühlkörper können auch sehr klein ausfallen, da sekundärseitig MOSFETs statt Gleichrichterdioden verwendet werden und die MOSFETs auf der Primärseite einen geringen Drain-Source-Widerstand aufweisen. Mittlerweile verfügen die Modelle auch über eine Abschirmung an den Tiefsetzstellern, was angesichts der Nähe zum Netzeingang keine schlechte Idee war. Wie versprochen werden Kondensatoren aus Japan verwendet, wobei das nicht auf die Feststoff-Varianten zutrifft.

    Im unteren Teil des Bildes sind mehrere ICs als Teil des Regelkreises zu sehen. Sekundärseitig werden alle Ausgangsspannungen überwacht, zumal die beiden +12-V-Ausgänge mit einem Überstromschutz versehen wurden. +3,3 V und +5 V werden direkt am Tiefsetzsteller geregelt, +12 V je nach Tastverhältnis im Flusswandler selbst eingestellt. Der IC für die Leistungsfaktorkorrektur überwacht den Eingang und verfügt über einige Schutzfunktionen. Nicht zuletzt setzt das Modell auf alle notwendigen Komponenten zur Filterung von Netzstörungen, wozu mehrere Gleichtaktdrosseln, Y-Kondensatoren, X-Kondensatoren, die Schmelzsicherung, ein Thermistor und auch ein MOV zählen. Der einzige Unterschied zu dem zuvor getesteten Triathlor 385 W besteht abgesehen von der Dimensionierung in den Anschlussbuchsen. Das ist eine gute Nachricht, da uns das bisherige Design ohnehin sehr gefallen hat.

    [break=Erste Messungen]

    Belastung* +3,3 V (ripple & noise) +5 V (ripple & noise) +12 V (ripple & noise) Wirkungsgrad/PFC
    ------------ ------------------------ ------------------------ ------------------------ -------------------
    20 % 3,34 V (5,6 mV) 5,04 V (18 mV) 12,12 V (11 mV) 84,93 % / 0.93
    50 % 3,29 V (6 mV) 4,97 V (21 mV) 12,06 V (10 mV) 88,33 % / 0.97
    100 % 3,19 V (11 mV) 4,86 V (27 mV) 11,98 V (19 mV) 85,56 % / 0.98

    • * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers.

    Bei Enermax haben wir das Netzteil einem Test unterzogen, um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Ziehen wir vom Wirkungsgrad 1-2 Prozentpunkte für 115 V Netzspannung ab, liegt das Modell immer noch eindeutig über den Anforderungen für 80 PLUS Bronze. Lediglich bei 20 % Last sind die Puffer etwas knapp. Sehr hoch ist auch der Leistungsfaktor, was angesichts der aktiven Version auch nicht verwunderlich ist. Wirklich außergewöhnlich fallen dafür die Ergebnisse bei der Restwelligkeit und Rauschspannung aus. Die hier gezeigten Werte entsprechen dem, was wir eher bei teureren Geräten gewohnt sind. Einzig die gemessenen 3,19 V unter Last sind etwas niedrig für den +3,3-V-Ausgang, womit dieser 3,33 % unter dem Sollwert liegt. Auch dieser Wert entspricht aber noch den Anforderungen der ATX-Spezifikation.

    [break=Fazit]


    Wir haben das Triathlor FC 550W von Enermax begutachtet und können festhalten, dass die Qualität des Modells unseren Erwartungen entspricht. Sicherlich ist 80 PLUS Bronze keine Besonderheit mehr, doch übertrifft das Netzteil die dafür notwendigen Werte recht eindeutig. Im 230-V-Netz werden maximal ~88 % Wirkungsgrad erreicht und selbst bei 20 % Last kann sich das Ergebnis noch einigermaßen sehen lassen. Kritisieren müssen wir die etwas niedrige Spannung auf +3,3 V und den für nur wenige Systeme sinnvollen dritten PCIe-Stecker. Hier hätte man gegebenenfalls auf einen vierten aufstocken müssen, um sich wirklich deutlich von der Masse absetzen zu können, was nach wie vor das Ziel der Marke Enermax ist. Dafür sind die Peripherie-Stecker umfangreich und der Sleeve an den festen Anschlüssen gewohnt gut. Ob einem die flachen Anschlussleitungen gefallen, muss dagegen jeder für sich entscheiden. Generell fällt die Ausstattung sehr großzügig aus. Abgesehen von der umfangreichen Steckerkonfiguration werden nämlich ein gutes Benutzerhandbuch und die typischen Enermax-Kabelbinder beigelegt.

    Auch inhaltlich zeigt Enermax, das nicht gespart wird. Neben dem T.B.Silence-Lüfter kommen überwiegend japanische Kondensatoren zum Einsatz; Tiefsetzsteller sorgen für eine optimale Regelung der beiden kleineren Ausgangsspannungen +3,3 V und +5 V. Das ist allerdings auch notwendig. Mit Preisen von 72 EUR und höher zählt das Gerät zu den teureren Bronze-Geräten mit Kabelmanagement. Die Konkurrenz fällt entsprechend stark aus. So verfügt be quiet! über eine vergleichbare Lösung, wobei die Elko-Wahl hier nicht so hochwertig ausfällt. Ein weiterer starker Mitbewerber ist das S12II-520Bronze von Seasonic. Hier allerdings stört der laute ADDA-Lüfter mit Kugellager. Wer innerhalb des genannten Bereiches also eher kompromisslos unterwegs sein möchte, sollte zum Triathlor FC greifen. Wer eher auf den Preis achtet, findet einige Alternativen.

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    Geändert von Nero24. (17.08.2013 um 16:18 Uhr)

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