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    LC Power Tablet - Sina-1 (LC10TAB-A9-DUAL)



    Nach langer Planung veröffentlicht Planet 3DNow! nun endlich seinen ersten Tablet-Test. Mit freundlicher Unterstützung von LC Power stellen wir heute das Sina-1 vor, ein Leichtgewicht unter den Tablets, welches unter anderem auf das Android-OS und eine Dual-Core-CPU setzt. Damit fällt das Modell etwas leistungsstärker aus als das noch günstigere Mira-1 mit Einkernprozessor. Hinzu kommen zahlreiche Anschlüsse, zwei Kameras und 1 GB RAM. Auf den folgenden Seiten werden wir zeigen, ob der Anbieter in dem jungen Markt bestehen kann. Wir bedanken uns bei LC Power für die Bereitstellung des Gerätes. Die Verfasser Opteron und soulpain und das am Artikel beteiligte Team von Planet 3DNow! wünschen außerdem viel Spaß beim Lesen!

    Preisvergleich

    [break=Lieferumfang und Eigenschaften]




    LC Power legt dem Tablet ein kurzes USB-OTG-Kabel (OTG = On the go) bei, womit das Tablet zum Host werden und damit beispielsweise auf USB-Sticks zugreifen oder eine Tastatur verwenden kann. Außerdem ist noch ein Standardkabel mit USB-Anschluss vorhanden, mit dem das Tablet an den PC angebunden wird. Ebenfalls im Paket enthalten ist ein Adapter mit 5-V-Ausgang (max. 2,5 A) und ein bebildertes Handbuch in Deutsch und Englisch. Da es sich aktuell um unser Referenzgerät handelt, sind uns noch keine Vergleiche zu anderen Tablets möglich. Aus Erfahrung mit vielen Smartphones lässt sich allerdings sagen, dass der Lieferumfang durchschnittlich ausfällt. Lediglich einen Köpfhörer könnte LC Power noch beilegen, zumal der Klang der verbauten Lautsprecher nicht besonders gut ist.


    ----------------- -----------------------------------------
    Abmessungen Tablet 258 x 10,8 x 176 mm
    Gewicht Tablet ca. 0,6 kg
    Prozessor ARM Cortex A9 2x 1,5 GHz
    Grafikkarte Quad Core Mali 400 250 MHz
    RAM 1 GB DDR3
    Speicher 16 GB NAND-Flash
    Display 10,1" IPS-Panel, kapazitiv
    Auflösung 1280 x 800 Pixel
    Anschlüsse Cardreader, Mini-USB, USB-OTG, Kopfhörer, HDMI
    Akku Li-ion Polymer / 5800 mAh
    Besonderheiten zwei Kameras; Beschleunigungssensor


    Mit 600 g ist das Tablet verhältnismäßig leicht, da die anderen Geräte in dieser Preisklasse oft bei 620 bis 680 g liegen. Tablets leichter zu machen ist nicht einfach, auch wenn 80 g mehr sicherlich nicht sonderlich auffallen. Auch die Höhe von 1,08 cm fällt recht niedrig aus, womit das Gerät sehr gut in der Hand liegt. Neben dem Dual-Core-Prozessor kommen 1 GB RAM und eine Mali-GPU zum Einsatz. Die 32-Bit-CPU taktet mit 2x 1,5 GHz (maximal sind 1,6 GHz bei den Cortex-A9-Prozessoren von Rockchip möglich), verfügt über einen 32 kB großen L1- und einen 512 kB großen L2-Cache. Die GPU Mali-400MP ist dagegen nicht besonders leistungsfähig, zumal Nvidia mit der Tegra-3 deutlich mehr 3D-Titel unterstützt. In dieser Preisklasse werden die meisten Kunden aber ohnehin keinen High-End-Spielegenuss erwarten und sich dafür über die 16 GB Speicherkapazität freuen. Im Preisbereich um 200 EUR sind 8 GB gängig und dabei wird das Betriebssystem und die vorinstallierte Software noch abgezogen.



    In diesem Fall stehen von 16 GB noch gut 13 GB zur Verfügung. Der Akku fällt mit 5800 mAh etwas kleiner aus, 7200 mAh sind selbst bei günstigeren Geräten keine Seltenheit mehr. Zu den Besonderheiten zählen die zwei Kameras, wobei diese mit 2 Megapixeln keine professionellen Ergebnisse liefern können. Auf den folgenden Seiten werden wir hierzu auch einige Beispiele präsentieren. Der Beschleunigungssensor ist bereits aus vielen Smartphones bekannt. Er erkennt Bewegungen des Handys oder Tablets, womit zwischen Quer- und Hochformat umgeschaltet oder z.B. eine Navigations-App selbst ohne GPS-Signal funktionieren kann. Die Auflösung des Displays beträgt 1280 x 800 Pixel - der gängige Standard auf Android-Geräten.

    [break=Komponenten und Technik]
    Im Folgenden wollen wir die Technik des Tablets näher betrachten:

    Der RK3066 SoC


    LC Power setzt im Kern auf den Rockchip RK3066, bestehend aus dem bereits benannten Dual-Core-Prozessor und der integrierten GPU Mali-400. Wie es sich für ein waschechtes System-auf-einem-Chip (SoC) gehört, hat der RK3066 alles nennenswerte, was man zum Betrieb eines Computersystems braucht, an Bord, wie man auf dem folgenden Blockschaltbild erkennen kann:


    RK3066 Block-Diagramm


    Neben den beiden ARM-Prozessoren aus der Cortex-A9-Generation und der bereits erwähnten Mali-GPU findet sich ein Speicherkontroller für zahlreiche Speicherstandards (DDR2, DDR3 und diverse low-power Modi), ein SATA-Kontroller, USB-Ports, Beschleuniger für JPEG sowie 1080p En- und Decodern für die schnelle und stromsparende Darstellung von HD-Inhalten. Dies entspricht grob AMDs UVD-Einheit bei deren Grafikchips.



    Elektronik / Akku mit 5200 mAh


    Der Chip wird im 40-nm-Verfahren hergestellt und häufig in günstigeren Tablets verwendet, was ihn aber keinesfalls zu einer schlechten Lösung macht. Rockchip kann problemlos mit den Markenvarianten à la Samsung Exynos 4210 mithalten, die sogar etwas langsamer takten. Als Touch-Panel-Controller kommt der SSD2533QN10 von Solomon mit 41 Sense-Lines und 23 Drive-Lines zum Einsatz. Der IC GL850G regelt die Anbindung des USB-2.0-Ports. Der WiFi- und Bluetooth-Chip RK903 kommt wieder von Rockchip. Mit Hynix hat der Hersteller einen bekannten RAM-Hersteller gewählt. Die vier DDR3-Module H5TQ2G83CFR mit je 256 MB benötigen eine Versorgungsspannung von 1,5 V. Leider mussten wir feststellen, dass der Akku nicht bei 5800, sondern nur bei 5200 mAh liegt. Daraus ergeben sich bei der angegebenen Spannung 0,019 kWh statt 0,021 kWh.

    Durch die Verbindung von CPU und GPU auf einem Die entspricht das Design grob AMDs APU-Ansatz. Nicht von ungefähr ist ARM schließlich AMDs HSA-Konsortium beigetreten (#1, #2).

    ARM Kern- und Designoptionen



    ARMs aktuelle Kernarchitektur verarbeitet nur 32 Bit. Chips mit ARMs 64-Bit-Architektur, die Ende 2011 vorgestellt (wir berichteten) und auch von AMD lizenziert wurde (wir berichteten) werden erst für 2014 erwartet.

    ARM bietet seinen Kunden insgesamt vier Möglichkeiten an, ARM-Chips zu lizenzieren bzw. herzustellen. Selbstsichere Kunden, die das letzte Quäntchen Leistung benötigen, können sich eine Architekturlizenz kaufen und eigene Kerndesigns entwerfen. Kunden, die hingegen keine Zeit und Geld in eine Eigenentwicklung stecken wollen, stellt ARM hingegen fertige Designs zur Verfügung, die Cortex-Reihe. Von diesen fertigen Designs gibt es nochmals drei Wahlmöglichkeiten, die mit dem Herstellungsprozess und eigenen Chip-Bibliotheken zu tun haben. Eilige Kunden nehmen noch ein sogenanntes Hardmacro-Design. Das heißt, man bekommt komplette Daten zur Produktion in einem TSMC-Prozess. Komplizierter ist hingegen der Quellcode der Chipdaten im RTL-Design. Um einen fertigen Chip zu bekommen, muss man den RTL-Code erst selbst an einen Herstellungsprozess und die Bibliotheken anpassen. AMD könnte z.B. seine High-Density-Libraries aus der eigenen GPU-Abteilung einsetzen, die bereits für die Steamroller-FPU gezeigt wurden (wir berichteten) und somit möglicherweise einen kleinen Vorteil erzielen. Zwischen beiden Optionen liegt noch die RTL + POP Option. Dabei werden die Chipbibliotheken vorgegeben, es besteht aber noch die Möglichkeit der eigenen Routingoptimierung. Das folgende Schema von ARM zeigt die letzten drei Optionen in der Übersicht:


    ARM Designoptionen


    Die anfangs erwähnte Option eines komplett eigenen Designs wäre im Bild links einzuordnen. Mehr zum Thema ist auf der entsprechenden ARM-Seite zu erfahren. Welche Optionen beim RK3066 genau gewählt wurden, ist nicht bekannt, aber es ist klar, dass es sich um kein eigenes Design handelt, sondern um ARMs Cortex-A9-Design.

    Die Cortex-A9 Kerne



    Bei den Cortex-A9-Kernen, die in dem von uns getesteten Tablet in der Version mit 2 x 32kB L1-Cache und einem gemeinsamen L2-Cache mit 512 kB eingesetzt werden, handelt es sich um 32-Bit-Kerne aus der letzten Generation. Das Chip-Schema ist in der nächsten Grafik illustriert:


    A9-Kernaufbau


    Die aktuell schnellsten Chips wären die sogenannten Cortex-A15-Chips, die gegenüber der A9-Kerne eine um 40% größere IPC aufweisen (Quelle).

    Trotzdem muss sich ein A9 nicht verstecken, immerhin handelt es sich im Unterschied zu älteren ARM-Chips bereits um ein dual-issue Out-of-Order-Design. In Sachen Web-Performance sieht man sich auf Augenhöhe mit Intels Atom-Chips, aber natürlich mit weniger Stromverbrauch:


    A9-Webperformance


    Die Pipelinelänge beträgt 8-11 Stufen und ist damit relativ kurz, aktuelle x86-Kerne bewegen sich eher im Bereich um 15 Stufen. Zusätzlich erwähnenswert ist außerdem noch die "NEON" getaufte SIMD-Erweiterung für die FPU, vergleichbar mit den SSE-/AVX-Befehlssätzen in der x86-Welt. Weitere Informationen sind ARMs Webseite zu entnehmen,

    Die Mali-400-GPU




    Mali 400 Schema


    Die verbaute Konfiguration der Mali-GPU besteht aus vier Shader Kernen mit 128 kB L2-Cache. Sie ist kompatibel zu OpenGL ES 1.1/2.0 und OpenVG 1.1. Anti-Aliasing wird in den Modi 4xAA und 16xAA unterstützt. Die Pixelrate beträgt laut Rock-Chips Datenblatt 1 Gpixel/s. Die Mail-400MP ist sicherlich nicht mehr die beste "Grafikkarte", nachdem die Mali-450MP mit bis zu acht Rechenwerken eingeführt wurde. Mit der Mali-600, die auf GPGPU setzt, wird das Modell erst recht nicht mithalten können. Im Vergleich zur Tegra-3 von Nvidia werden auch deutlich weniger 3D-Titel unterstützt. Wie es in der Praxis aussieht sieht man an unseren Praxistests auf den nachfolgenden Seiten. Weitere Informationen bietet ARMs Webseite.

    [break=Aussehen, Anschlüsse und Display]




    Während die Rückseite des Tablets ziemlich dünnwandig ist und aus Aluminium besteht, wird auf der Oberseite schwarz lackierter Kunststoff verwendet. Schon nach kurzer Zeit sind beide Flächen mit Fingerabdrücken übersät. Bereits bei leichtem Druck lässt sich die Rückseite etwas eindrücken, wodurch wir ungewollt einen Teil der Verankerung des Oberteils gelöst haben. Generell wirkt das Tablet sehr empfindlich - der Preis für das geringe Gewicht. Wie bei den meisten Tablets fällt der Rahmen um das Display sehr breit aus.





    Sämtliche Anschlüsse befinden sich in der oberen rechten Ecke des Tablets. Der TF-Cardreader für Micro-SD-Karten bis 32GB liegt direkt unter der Lautstärkeregler. Letzterer lässt sich recht leicht mit dem Power-Taster verwechseln, weshalb man diese Position überdenken sollte. Der HDMI- und die beiden Mini-USB-Eingänge ("Host" für USB-OTG) befinden sich nebeneinander. Über dem LC-Power Logo ist eine Kamera angebracht. Direkt gegenüber auf der anderen Seite liegt die zweite Kamera.



    Das Display kann wie zuvor erwähnt 1280 x 800 Pixel darstellen und setzt auf ein IPS-Panel. Diese sind mit ihren realistischen und kräftigen Farben normalerweise für das Bearbeiten von Fotos gedacht und geeignet, zumal keine hohe Blickwinkelabhängigkeit wie beim TN-Panel besteht. Letzteres versagt besonders bei der Schwarzdarstellung. Die vergleichsweise hohen Reaktionszeiten des IPS-Panel fallen höchstens den Spielern von High-End-Titeln auf und sind somit kein Nachteil im Umgang mit (preiswerten) Tablets. Hier nervt eher das träge Umschalten von Hoch- auf Querformat und umgekehrt, auch wenn das nichts mit dem Display zu tun hat. Die Bedienung des Touchscreens erfolgt kapazitiv. Der Finger des Menschen verändert hierbei ein elektrisches Feld, sodass eine Eingabe erkannt wird. Deswegen muss zwangsweise ein leitfähiges Objekt zum Bedienen verwendet werden, damit die Eingabe funktioniert. Im Gegensatz zur sogenannten resitiven Variante kommt dafür keine druckempfindliche Oberfläche zum Einsatz und die Fähigkeit zu Multi-Touch ist gegeben, d.h. Berührung an mehreren Stellen gleichzeitig wird erkannt.

    [break=Das Betriebssystem]
    Mit Android 4.1 aka Jelly Bean führt LC Power nicht das aktuellste OS ins Rennen, da die Version 4.2 bereits im November 2012 eingeführt und in den ersten Nexus-Tablets von Google verwendet wurde. Unter Android 4.2 lassen sich unter anderem mehrere Konten erstellen, der Lockscreen wurde erweitert und Tastatureingaben mittels Wischgesten sind nun möglich. Letztere funktionieren ähnliche wie Swype, mit Gesture Typing hat Android nun aber einen eigenen Namen für diese Funktion gefunden, die standardmäßig integriert ist. Auch das kabellose Übertragen von Daten (zum Beispiel auf den Fernseher) gehört zu den Features des neuen Betriebssystems. Gemessen daran, dass viele Tablets wie das Mira-1 noch auf Android 4.0 setzen, ist das LC Power trotzdem noch recht zeitgemäß unterwegs. Der Sprung von Android 4.0 auf 4.1 war seinerzeit außerdem noch etwas größer, da unter anderem kleinere Performance-Probleme ausgemerzt wurden, die für einen sehr stockenden Ablauf gesorgt haben. Mit dem Assistenten Google Now ist seit 4.1 zudem eine praktische App mit Spracherkennung hinzugekommen. Das sind Komfort-Funktionen, die man nicht missen möchte, wenn man weiß, dass es sie gibt. Nachfolgend zeigen wir einige Screenshots aus unseren ersten Minuten mit dem OS.



    Nach dem Hochfahren des Gerätes zeigt sich ein fast leerer Bildschirm, der noch mit Symbolen von Apps und Ordnern bestückt werden will. Mit einer Berührung der Anzeige unten rechts werden die aktuelle Zeit, die Internetverbindung und die Restenergie im Akku angezeigt. Hinzu kommen einige weitere Einstellmöglichkeiten wie die Anpassung der Helligkeit. Über die Google-Suchfunktion oben links machen wir unsere ersten Erfahrungen mit der virtuellen Tastatur, deren "Tasten" sehr breit sind und wichtige Zeichen wie das @-Symbol und Smilies separat aufführt. Die deutschen Umlaute sind allerdings nicht enthalten. Über die Taste ?123 können wir auf Zahlen und Sonderzeichen wechseln. Nachdem wir einige Programme ausgeführt haben, konnten wir diese über ein Tab-Symbol in der unteren Leiste aufrufen und per Wischfunktion wieder schließen. Über die sechs Punkte oben rechts gelangt man in die Programm-Übersicht.



    In der Übersicht angekommen erwarten uns diverse vorinstallierte Apps wie das Navi mit Sprachsteuerung, ein Programm zur Video-Wiedergabe und natürlich Google Chrome. Über "Einstellungen" gelangen wir in ein Menü, welches uns das Einwählen ins drahtlose Netzwerk erlaubt und weitere Geräteanpassungen ermöglicht. Bei der Rückkehr auf den Startbildschirm haben wir lange auf das Display gedrückt, wodurch ein Fenster aufploppte, über das wir unser Hintergrundbild anpassen oder in die Galerie wechseln konnten.



    Das Abspielen von Musik und Videos in den herkömmlichen Formaten bereitete keinerlei Probleme. Auch im Internet funktionierten Plattformen wie youtube.de oder planet3dnow.de problemlos. Beim Anschauen der Filme lassen sich wie üblich die Helligkeit, die Lautstärke und Kapitelwechsel einstellen. Im Player wurden uns neben dem Liedtitel das Album und der Interpret angezeigt. Auch Bilder lassen sich mit den von Haus aus integrierten Apps ansehen und bearbeiten.



    Tablets sind häufig ein gutes Mittel gegen die Langeweile, wenn man sich z.B. auf einer längeren Bahnreise befindet oder viel Zeit in Wartezimmern verbringen muss. Über den Google Play Store lassen sich teils kostenlose und teils kostenpflichtige Titel für Android herunterladen, die einen im Stil von Tower Defense und Co. einige Minuten lang beschäftigen können. Danach werden die meisten Titel sehr eintönig. Um das Angebot nutzen zu können, muss man jedoch zuvor einen Account erstellen oder sich mit seinen Facebook-Anmeldedaten einloggen.

    [break=Fotos und Videoaufnahmen]




    Bereits bei den gezeigten Kenndaten wurde klar, dass mit der Kamera keine hochwertigen Momentaufnahmen möglich sind. Profis werden ohnehin zu einem separaten Gerät greifen und nicht erwarten, dass ein günstiges Tablet hochaufgelöste Fotos in bester Qualität ermöglicht. Sowohl die Bilder als auch das Video zeigen ein starkes Rauschen, zumal sich außer der Belichtung und den Szenenmodi "Automatisch" und "Nahaufnahme" keinerlei wesentlichen Einstellungen vornehmen lassen. Über einen Regler kann man näher an Objekte heranzoomen, womit auch schon der komplette Funktionsumfang abgehakt wäre. Die Kamera eignet sich daher lediglich für Laien, die unterwegs ein lustiges Ereignis festhalten oder Autounfälle aufzeichnen wollen und keine Alternative zum Tablet haben. Wer sich selbst fotografieren oder aufnehmen möchte, kann über ein Kamerasymbol auf die zweite Kamera umschalten. Für Skype und Co. reicht die Aufnahmequalität sicherlich, darüber hinaus sollte man aber auch hier nicht viel erwarten.



    [break=Benchmarks und Laufzeiten]


    Für den ersten Test mit Smartbench 2012 haben wir zum Vergleich die beliebtesten Mobilgeräte aufgeführt, da das Sina-1 unser Referenz-Tablet für die kommenden Tests sein wird. Ab dem kommenden Artikel vergleichen wir nur also noch die von uns vorgestellten Geräte untereinander. Smartbench 2012 ist ein Benchmark, der laut Anbieter Mehrkern-Prozessoren unterstützt und sowohl die allgemeine Leistungsfähigkeit als auch die Spieleleistung anhand eigener Tests mit Punkten bewertet. Dazu zählt auch ein 3D-Test, welcher im Vorgänger noch nicht integriert wurde. Wie die obere (notgedrungen zusammengesetzte) Grafik zeigt, kann das Sina-1 zumindest in dieser sehr theoretischen Performance-Welt kaum gegen die aktuellsten Smartphones ankommen. Für einfache 2D-Titel reicht aber ohnehin auch das älteste Tablet und unsere Erfahrungen im Alltag waren durchweg positiv. Auch beim Schreiben längerer Texte gab es keine Hänger.



    SunSpider 0.9.1 ist ein Java-Script-Benchmark für den Browser. Verwendet haben wir Google Chrome 18.0.1025.166, wobei alle Tabs bis auf den Benchmark geschlossen wurden. Beim Durchlaufen der Einzeltests wird die Zeit angegeben, die zur Berechnung benötigt wurde. Weniger ist in dem Fall also besser, wobei uns aktuell noch ein direkter Vergleichskandidat fehlt. Wer das Programm aber selbst schon mal verwendet hat, kann die Werte mit seinem Tablet vergleichen.



    Die Laufzeiten können nicht wirklich eindeutig ermittelt werden, trotzdem lässt sich mit den üblichen Programmen im Alltag zumindest grob abbilden, wie lange das Tablet ohne Aufladen hält. Hierzu haben wir sowohl einen Film in der Dauerwiederholung laufen lassen als auch nach einem erneuten Aufladen eines der 2D-Spiele ausprobiert. Leider rutscht der DC-Stecker des Adapters gerne mal aus der Buchse heraus, wodurch sich unser erster Anlauf ziemlich verzögert hat. Hier sollte LC Power definitiv noch nachbessern, was leider auch für die Laufzeiten gilt. Beim Anschauen von Filmen gehen nach nicht mal vier Stunden die Lichter aus.

    [break=Fazit]


    Das LC Power Sina-1 (LC10TAB-A9-DUAL) ist ein günstiges und leichtes Tablet mit einem immer noch aktuellen Betriebssystem und guten Leistungsdaten. Die Laufzeiten bei verschiedenen Anwendungen enttäuschen dagegen etwas, zumal der Akku in Wahrheit nur mit 5200 statt 5800 mAh spezifiziert ist. Es bleibt abzuwarten, ob nur unser Testsample diesen kleineren Akku hatte oder die gesamte Serie betroffen ist. Weiterhin fällt die Rückseite samt Halterungen sehr empfindlich aus. Die Qualität der Kameraaufnahmen ist ebenfalls zu kritisieren, wobei dies bereits aus den Produktdaten ersichtlich wird. Im Preissegment um ~200 EUR sind Alternativen mit mehr als 2 Megapixeln rar.

    Mit dem Rockchip RK3066 setzt LC Power auf einen aktuellen Chip, der uns im Alltag nie zu langsam vorkam. Längere Texte ließen sich unterbrechungsfrei schreiben, die Wiedergabe von Videos und das Spielen einfacher 2D-Titel liefen ruckelfrei, wobei diese Anwendungen auch nicht allzu viel Leistung erfordern. Einzig das träge Umschalten vom Hoch- ins Querformat und umgekehrt störte bereits nach kurzer Zeit. Sehr gut gefällt uns auch das Display, welches die Farben satt darstellt und mit 1280 x 800 Pixeln die typische Auflösung für derartige Tablets bietet. Weniger überzeugend sind die beiden Kameras mit nur wenigen Einstellmöglichkeiten auf Software-Ebene und einer miserablen Aufnahmequalität, die für deutlich verrauschte Bilder und Videos sorgt. Selbstverständlich handelt es sich bei Tablets um Multimedia-Geräte, doch kann in dieser Preisklasse nicht die eierlegende Wollmilchsau möglich sein.

    Bei der Ausstattung gibt es keinen Anlass zur Kritik. Mit einer HDMI-Buchse, zwei Mini-USB-Anschlüssen (Datenübertragung zum PC und USB-OTG) und einem Cardreader (Micro-SDHC) bietet LC Power den gängigen Standard. Im Lieferumfang ist zudem ein detailliertes Benuterhandbuch enthalten, wobei wir uns an dieser Stelle auch noch einen Kopfhörer als Beigabe gewünscht hätten. Der beigelegte Adapter würde wie bei allen anderen Marken auch vermutlich keinen EMV-Test überstehen, wirklich nervig ist aber, dass der DC-Steckerkopf immer wieder aus der Buchse des Tablets rutscht. Ebenfalls zu kritisieren ist der Akku mit 5200 mAh statt den angekündigten 5800 mAh. Damit fallen die Laufzeiten eher niedrig aus. Wer ein Tablet nur in kurzen Pausen verwendet, wird damit kein Problem haben. Bei längeren Reisen werden knapp vier Stunden (bei Anwendungen wie Filmen) aber nicht ausreichen, um sich die Zeit zu vertreiben. Wer intensiv spielt, muss sogar mit weniger als drei Stunden zurecht kommen, sofern die Bildschirmhelligkeit nicht angepasst wird.

    Vom Aussehen her macht das Tablet auf den ersten Blick noch einen guten Eindruck. Das glare-Display mit einem breiten schwarzen Kunststoffrahmen entspricht dem, was man bei der Mehrheit der Tablets erwarten kann und die gebürstete Aluminium-Fläche auf der Rückseite sieht hochwertig aus. Allerdings fällt letztere sehr dünnwandig aus und gibt bereits bei leichtem Druck etwas nach. Dabei haben wir auch einen Teil der billigen Plastik-Halterungen gelöst, womit wir das Tablet ungewollt öffnen konnten. Weiterhin sammeln sich auf der Rückseite sehr schnell gut sichtbare Fingerabdrücke an. Insgesamt muss allerdings berücksichtigt werden, dass das Tablet nur auf 0,60 kg Gewicht kommt, was zumindest die geringe Materialdicke für einige Benutzer rechtfertigen wird.

    Mit Android 4.1 hat LC Power ein modernes OS parat, dass im Betrieb ohne die bekannten Ruckler und stockenden Animationen aus 4.0 auskommt und schon viele praktische Programme vorinstalliert hat. Hierzu zählt Google Now, womit z.B. aktuelle Informationen zu Wetter, Verkehr und Nachrichten geliefert werden. Dass Google bei allem seine Finger im Spiel hat, ist ein generelles Problem von Android, mit dem man sich arrangieren können muss. Durch den Browser Chrome und Google Play versucht man die Kunden an sich zu binden und möglichst viele Daten zu gewinnen. Dabei setzt Google auf ein einfaches Prinzip: Komfort. Wer auf die hauseigene Software verzichten will, muss selbst tätig werden und Apps installieren. Über Google Play mit der einfachen Anmeldung wurden wir selbst dazu verleitet, hauptsächlich diesen Shop zu verwenden. Allerdings gehen Apple und Co. auch keinen anderen Weg. Jeder versucht sich selbst am besten zu platzieren. Mit dem Amazon-Store gibt es auch eine mächtige Alternative, weshalb hier sicherlich kein Zwang besteht.



    LC Power muss es es bei Marktpreisen um 200-210 EUR mit vielen Konkurrenzprodukten aufnehmen. Das Point of View ProTab 3XXL z.B. reizt den Cortex-A9 mit 1,6 GHz voll aus und setzt auf den besseren Akku. Wie bei vielen Geräten stört allerdings der geringe Speicherplatz von nur 8 GB, was in diesem Preisbereich nicht selten ist. Davon abziehen muss man die vorinstallierte Software, womit nur wenig Raum für eigene Apps verbleibt. Wirklich gefährlich wird dem Sina-1 nur das TrekStor SurfTab ventos 9.7, welches abgesehen vom kleineren Display in allen Belangen mindestens so gut wie LC Power ist. Leider ist die 10.1-Version von TrekStor kaum noch verfügbar, welche abgesehen vom älteren OS alle Kriterien eines starken Mitbewerbers erfüllt. Es ist zu vermuten, dass viele der 200-EUR-Geräte einen ähnlich klapprigen Eindruck wie das Sina-1 hinterlassen, womit sich LC Power innerhalb dieses Bereichs durchaus zufriedenstellend schlägt. Wer mehr erwartet, muss zwangsweise zu teureren Modellen greifen. Zumindest in Sachen Leistung ist das Sina-1 aber schon gut aufgestellt.

    Das fanden wir gut

    • hohe CPU-Leistung bei "herkömmlichen" Anwendungen

    • viel freier Speicherplatz

    • modernes OS mit guter Handhabung

    • geringes Gewicht



    Das fanden wir nicht so gut

    • schlechte Aufnahmequalität der Kameras

    • dünnwandiges und empfindliches Gehäuse

    • geringe Laufzeiten und fehlerhafte Akkuangaben



    Weitere Artikel...
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    Geändert von Nero24. (17.08.2013 um 22:48 Uhr)

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