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    mITX-Gehäuse - Cooltek Coolcube



    Cooltek hat seit längerer Zeit ein mITX-Gehäuse im Angebot, das "M2". Es ist schon so lange auf dem Markt, dass man durchaus sagen kann, dass das Konzept leicht angegraut ist. Der Netzteil-Standard TFX im "M2" hat sich ebenso nicht breit durchgesetzt. Mit dem Coolcube möchte der Hersteller nun einiges besser machen. Für einen Preis um die 50 Euro bietet es eine Vollaluminium-Bauweise und ermöglicht die Nutzung eines ATX-Netzteiles. Hinzu kommt eine USB-3.0-Buchse. Das Cooltek Coolcube ist auf dem aktuellen Stand der Technik. Maximal 80 mm Platz in der Höhe für einen CPU-Kühler laut Herstellerangaben klingen ebenso vielversprechend. Wir werden sehen, wie sich das Coolcube im Test schlägt und wünschen euch viel Spaß auf den folgenden Seiten!

    Wir möchten uns bei PC-Cooling für die Bereitstellung des Samples bedanken.

    gh.de-Preisvergleich

    [BREAK=Testsystem]
    Für unseren heutigen Test nutzen wir folgende Komponenten:
    • Prozessor: AMD Athlon II X2 240e mit 2 x 2,8 GHz
    • CPU-Kühler: SilverStone Nitrogon NT07-AM2
    • Mainboard: SAPPHIRE IPC-AM3DD785G
    • dedizierte Grafiklösung: SAPPHIRE Radeon HD 5570 LP
    • Arbeitsspeicher: 2 x 2 GB DDR3-1333 (AMD Memory Entertainment Edition - AE38G1339U2K-U)
    • Festplatte/-n:
      • 2,5" – Fujitsu MHZ2250BH G2 mit 250 GB
      • 2,5" - ADATA S510 120 GB
      • 3,5" - Samsung HD321KJ mit 320 GB
    • optisches Laufwerk: LG LG CH10LS20
    • Netzteil: Enermax Pro 82+ 385 W


    Der Testparcours bedarf einer ganzen Reihe an Hilfsmitteln und Programmen:

    • Furmark v1.80 – Stabilitätstest für die Grafikkarte
    • Prime95 v25.11 - CPU-Testprogramm
    • HWMonitor v1.16.0 – Auswertung der internen Sensoren (Mainboard, Festplatte, Grafikkarte)
    • CoreTemp 0.99.7 - CPU-Temperaturmessung
    • HD Tune 2.55 - HDD-Testprogramm


    Messgeräte: Voltcraft Energy Check 3000, Voltcraft SL-100

    Zum Aufheizen des Systems kommen HD Tune, Prime95 und FurMark zum Einsatz, während Letzteres nur bei Verwendung der SAPPHIRE Radeon HD 5570 genutzt wird. Für die Messungen ohne dedizierte Grafikkarte beschränken wir uns auf Prime95. Ein Testlauf ist absolviert, wenn das System 30 Minuten der Belastung standhält. Vorzeitige Abbrüche werden selbstverständlich vermerkt und gehen mit den letzten Maximaltemperaturen in die Grafiken ein.
    Die Messung der Werte für die Lautstärke erfolgt im Abstand von einem Zentimeter und wird für die einzelnen Flächen gemittelt in die Tabelle übernommen. Natürlich sind Messungen in einem so geringen Abstand nicht praxisnah, sorgen aber dafür, dass störende Nebengeräusche der Umgebung weitestgehend irrelevant für die Messung werden.

    [BREAK=Technische Daten]
    Die technischen Daten des Cooltek Coolcube entnehmen wir der Produktseite des Herstellers und ergänzen diese bei Bedarf:

    Cooltek Coolcube
    Material:Aluminium (schwarz anodisiert)
    Formfaktor:ITX (170x170 mm)
    Laufwerksschächte:intern: 1x 3,5", 1x 2,5" oder 2x 2,5"
    Lüfter:4x 40 mm hinten (optional)
    Stromversorgung: nicht enthalten, ATX notwendig
    Frontanschlüsse:1x USB 2.0, 1x USB 3.0, Mikrofon, HD-Audio-Ausgang
    Abmaße:210 x 200 x 240 mm (Höhe x Breite x Tiefe)
    Gewicht:ca. 1,1 kg (ohne Netzteil)
    maximale Höhe des CPU-Kühlers:80 mm
    maximale Länge einer Erweiterungskarte:180 mm

    Cooltek Cooltube

    Im Lieferumfang des Coolcube befinden sich folgende Kleinteile:
    • ein gefaltetes DIN-A4-Blatt mit Installationsanweisungen
    • Montageschrauben
    • ein Kabelbinder
    • vier aufklebbare Standfüße


    [BREAK=Äußeres – Teil 1]
    Cooltek Cooltube

    Coolteks Coolcube besitzt ein schlichtes Äußeres. Das verwendete Aluminium wurde schwarz anodisiert. Dieser Umstand lässt das Gehäuse zwar auf den ersten Blick hochwertiger erscheinen, bedeutet aber auch einen gewissen Reinigungsaufwand. Fingerabdrücke und Staubablagerungen gehören zum Alltag. Weiterhin fällt sofort auf, dass Cooltek die Front-Bedienelemente teilweise an der Seite unterbringt.

    Cooltek Cooltube

    An der Front bringt der Hersteller den Power-Button unter. In diesen sind die beiden Status-LEDs für die System- und Festplattenaktivität integriert. Festplattenzugriffe werden mit einem magentafarbenem Aufleuchten signalisiert. Ein Reset-Knopf fehlt am Coolcube. Der Firmenname ist ebenso an der Front verewigt. Bei unserem Sample ist der Schriftzug leider etwas unglücklich aufgeklebt. Wie auf dem Bild zu sehen, ist dieser leicht schief platziert worden.

    Cooltek Cooltube

    Die linke Seitenwand des Gehäuses wird von einem großflächigen Lochgitter dominiert. Zwei von vier zu lösenden Kreuzschlitzschrauben zur Demontage des Bleches finden sich im vorderen Teil des Coolcube. Die Passgenauigkeit der Seitenwand ist aufgrund der Konstruktion durchaus hervorhebenswert. Anstatt das Blech nur flächig aufzusetzen, fügt es sich zwischen Deckel und Bodenplatte ein und wird an der Rückseite verspannt und an die Front gedrückt. Das Ergebnis ist ein gleichmäßiges Spaltmaß.

    Cooltek Cooltube

    Die gegenüberliegende Seite beherbergt die schon erwähnten Front-Elemente. Von oben nach unten verfügt das Cooltek Coolcube über eine USB-3.0-Buchse, die beiden Front-Audio-Buchsen für Kopfhörer und Mikrofon sowie eine USB-2.0-Buchse. Intern werden wir noch sehen, dass die USB-Buchsen entsprechend ihrem Standard mit dem jeweiligen Stecker ausgestattet sind. Bei anderen Herstellern haben wir schon integrierte Adapter gesehen, die eine Abwärtskompatibilität der 3.0-Buchsen sicherstellen. So muss nun der geneigte Käufer eines Coolcube, wenn er beide USB-Buchsen nutzen möchte, die entsprechenden Header auf dem Mainboard vorliegen haben.

    [BREAK=Äußeres – Teil 2]
    Cooltek Cooltube

    Die Rückseite des Coolcube zeigt ein ungewohntes Bild. Neben dem Ausschnitt für das Mainboard und dem für das Netzteil verfügt das Gehäuse über vier Lüfter-Montageplätze. Der geringe Durchmesser von 40 mm ermöglicht bei annehmbarem Schallpegel nur einen geringen Luftdurchsatz, sodass hier auf mehrere Lüfter gesetzt werden kann. Wie viel der Einsatz zusätzlicher Lüfter bringt, haben wir nicht getestet.

    Im unteren Bereich sehen wir zwei Erweiterungskarten-Slots. Obwohl der mITX-Standard nur eine Erweiterungskarte vorsieht, ergibt sich hieraus ein Vorteil, da zum Beispiel aufgrund der Anschlussvielfalt vor allem Grafikkarten oftmals auf zwei Slot-Blenden setzen.

    Die Befestigung erfolgt über zwei Rändelschrauben. Im Auslieferungszustand sind die Schrauben relativ fest angezogen, sodass ein Schraubendreher zum Lösen notwendig ist. Die Installation ist aufgrund des beschränkten Aktionsraumes schwierig. In unseren Augen hätte man hier auch auf normale Schrauben setzen können.

    Cooltek Cooltube

    Die Unterseite des Gehäuses verfügt über längliche Belüftungsöffnungen sowie diverse Bohrungen. In einigen von ihnen sind bereits Gummi-Puffer installiert, die für die Laufwerkmontage bzw. die -entkopplung genutzt werden. Sechs Kreuzschlitz-Schrauben halten das Blech am Rest des Gehäuses fest.
    Die Standfüße des Coolcube sind im Lieferumfang enthalten und müssen selbstständig aufgeklebt werden. Auf dem Bild sind die noch nicht zu sehen.

    [BREAK=Inneres – Teil 1]
    Cooltek Cooltube

    Der Innenraum des Cooltek Coolcube ist schnell überblickt. Das Mainboard wird an vier bereits vorhandenen Abstandshaltern montiert. Wie auf dem Bild zu sehen ist, sind in unserem Fall zwei von diesen mit kleinen Schönheitsmakeln behaftet. Es sieht so aus, als ob hier nach der Beschichtung noch einmal nachgearbeitet werden musste. Inwieweit dies öfter auftritt, können wir nicht sagen. Anhand von Fotos anderer Seiten scheint es sich hier um einen Ausnahmefall zu handeln.
    Nicht explizit hervorgehoben von uns sind die Befestigungsschrauben des Deckels. Dieser lässt sich auf Wunsch ebenso entfernen wie der Boden des Gehäuses, jedoch sind die Schrauben nur schwer zu erreichen, wenn bereits Hardware verbaut wurde.

    Cooltek Cooltube

    Hinter der Front sind zwei kleine Platinen für die Bedienelemente an Front und Seite verschraubt. Die Kabellängen sind ausreichend, aber nicht großzügig. Die USB-2.0-Header sind auf unserem Test-Mainboard zugegeben ungewöhnlich platziert, können aber noch gerade so erreicht werden. Die Abstandshalter des Mainboards sind hoch genug, um überlange Kabel unter diesem verschwinden zu lassen.

    [BREAK=Inneres – Teil 2]
    Cooltek Cooltube

    Das Bodenblech des Gehäuses haben wir für die Montage der Laufwerke vom Gehäuse getrennt. Das macht die Installation unkompliziert. Auf dem Bild sind nun auch die Standfüße erstmals zu sehen, die durch den Käufer aufgeklebt werden müssen.

    Cooltek Cooltube

    Im Cooltek Coolcube lassen sich wahlweise zwei 2,5"-Laufwerke oder aber ein 2,5"- und ein 3,5"-Modell verbauen. Wir haben uns für die letztere Variante entschieden. Kleine Gummi-Puffer sollen die Vibrationen der Laufwerke abfangen. Diese sind vergleichsmäßig weich. Beim Anziehen der Schrauben ist deswegen Obacht geboten. Schraubt man zu weit, so können die Puffer einreißen.

    Cooltek Cooltube Cooltek Cooltube Cooltek Cooltube

    Nach der Installation des Mainboards und der Festplatten fehlt nur noch das ATX-Netzteil. Die maximale Tiefe des Netzteils würden wir mit ca. 160 mm beziffern. Bei dem von uns verwendeten Enermax Pro 82+ beträgt die Gehäusetiefe 140 mm, sodass der übrige Freiraum dazu genutzt werden kann, die Anschlusskabel zu verstauen. Den ATX- und den EPS-Stecker sollte man vor dem Einsetzen des Netzteils ins Gehäuse aufstecken, da folgend schlichtweg nur wenig Platz zur Verfügung steht. Im Lieferumfang des Coolcube findet sich ein Kabelordner, der die Ordnung erleichtert. Die Ausrichtung des Netzteiles ist dem Kunden überlassen. An der Rückseite finden sich entsprechende Bohrungen für eine Ausrichtung des Netzteillüfters zum CPU-Kühler und weg davon. Wir haben uns beide Varianten angesehen, doch dazu später mehr.

    Für die Installation müssen wir noch weitere Worte verlieren. Die maximale Höhe des CPU-Kühlers gibt Cooltek mit 80 mm an. Diesen Wert können wir bestätigen. Bei unseren Messungen stehen noch ca. 2 mm mehr zur Verfügung, der Hersteller ist an dieser Stelle aber wirklich realistisch. Genauso sieht es auch bei der Erweiterungskarte aus. 180 mm sind angegeben und realistisch, sodass sich hierbei wohl auch noch ein zusätzlicher PCIe-Stecker installieren ließe. Hier gibt es nichts zu meckern.
    Bei den Festplatten-Kabeln müssen wir ebenfalls noch einmal einen Punkt anmerken. Die Anschlussstecker bzw. -kabel ragen in unserem Fall recht weit hervor, sodass beim Schließen des Gehäuses eine leichte Spannung erzeugt wird. Es sollte zu keinerlei Problemen kommen, jedoch wird das Ansetzen und Verschrauben des Seitenbleches ein wenig erschwert.

    [BREAK=Temperaturen und Lautstärke]
    Wie alle bisher getesteten mITX-Gehäuse muss sich auch das Cooltek Coolcube im Funktionstest beweisen. Da sich unsere Liste schon stark gefüllt hat, führen wir auch im heutigen Test eine abgespeckte Liste an. Eine komplette Liste könnt ihr mit dem passenden Link abrufen.
    Zuerst soll es nun um die erreichten Temperaturen gehen.


    Link zur vollständigen Tabelle

    Wie angekündigt, haben wir zwei verschiedene Stellungen des Netzteils ausprobiert. Durch den hohen Abstand von CPU- und Netzteillüfter zeigt sich ein etwas anderes Bild als erwartet. In unserem Fall heben sich die beiden Lüfter in ihrer Funktion nicht auf. Mit zugewandtem Netzteillüfter erreicht das Coolcube bessere Temperaturwerte, die schlussendlich sogar den Betrieb einer dedizierten Grafikkarte ermöglichen. Bessere Werte ließen sich durch größere Kühler erreichen. Das Cooltek Coolcube bietet hier noch einigen Spielraum.
    Die Temperaturen sind bis auf den Testabbruch bei abgewandtem Netzteillüfter im grünen Bereich. Bei der Festplatte sieht man, dass erhöhte Werte auftreten, aber noch vertretbar sind. Die Nähe zum PCIe-Slot war in unserem Fall weniger problematisch als gedacht. Bei Grafikkarten mit Dual-Slot-Kühlung und/oder und höheren TDP-Werten sollte man aber vorsichtig sein. Die niedrigen Temperaturen verdankt das Coolcube aber auch den vielzähligen Lüftungsöffnungen.


    Link zur vollständigen Tabelle

    Bei unseren Schallpegel-Messungen müssen wir ebenso wieder eine Unterscheidung treffen. Leider ist es so, dass Vibrationen nahezu ungehindert auf den Untergrund übergehen können. Das resultiert in unangenehmen Nebengeräuschen, die auch messbar sind. Die Messwerte im betreffenden Fall spiegeln das Ergebnis nur bedingt wieder.
    Im Betrieb auf einem dämpfenden oder festen Untergrund kann sich das Ergebnis des Cooltek Coolcube sehen lassen. An das Fractal Design Array R2 reicht es in diesem Vergleich nicht ganz heran.

    [BREAK=Fazit]

    Cooltek hat mit dem Coolcube ein neues Gehäuse im Portfolio, das einen Sprung seitens der Qualität darstellt. Das Vollaluminium-Gehäuse erinnert an Gehäuse aus dem Hause Lian Li, in einzelnen Punkten ist es aber zugunsten der Kühlung angepasst worden. Trotz erweiterter Kühlungsmöglichkeiten wird die Lautstärke nicht vernachlässigt. Bei den Angaben für die maximale Länge einer optionalen Erweiterungskarte und eines CPU-Kühlers gibt der Hersteller realistische Werte an. Weiterhin bietet das Cooltek Coolcube alle gewohnten Front-Anschlüsse, dabei auch einen USB-3.0-Port. Leider ist dieser intern ohne Adapter ausgeführt, sodass man auf ein passendes Mainboard angewiesen ist.

    Die Verarbeitungsqualität ist in unserem Fall leider nicht auf höchstem Niveau. Die Passgenauigkeit der Bleche ist sehr gut. Zwei kleine Makel an dem Sample trüben aber ein wenig unseren Eindruck. Der Firmenschriftzug an der Front ist in unserem Fall nicht ordentlich aufgeklebt und im Innenraum finden sich Spuren, dass an unserem Gehäuse nachgearbeitet werden musste. Anhand von Bildern anderer Seiten und in Rücksprache mit dem Hersteller sollte es sich bei beiden Punkten um einen Ausnahmefall handelt. Die aufzuklebenden Standfüße sind nicht dazu geeignet, Vibrationen mit dem Untergrund wirksam zu unterdrücken.

    Schlussendlich bleibt festzuhalten, dass das Cooltek Coolcube zu einem Preis von knapp 50 Euro eine gute Leistung abliefert, dabei aber auch kleine Schwächen besitzt. Die Passgenauigkeit ist sehr gut, die Kühlleistung kann sich ebenso sehen lassen. Bei Hardware mit hoher Abwärme sollte man aber vor allem im Bereich der Festplatten aufpassen sowie die Kühlung entsprechend dimensionieren.

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