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    Fractal Design Define XL R2 - Ein Big Tower auf leisen Sohlen


    Der in Schweden ansässige Hersteller Fractal Design hat in den letzten Wochen einigen älteren aber immer noch beliebten Gehäusen ein Update verpasst und sei es nur eine Umrüstung von USB 2.0 auf USB 3.0 oder in Form eines Seitenteils mit Window. Auch das Define XL aus dem Jahr 2010 haben die Schweden nun in der Revision 2 auf den Markt gebracht. Im Fall des Define XL R2 hat man das Gehäuse äußerlich kaum verändert, aber im Inneren hat sich einiges getan. Fractal Design hat seinen Big-Tower zugunsten besserer Einbaumöglichkeiten diverser Radiatoren umgestaltet, da diese Features bei Big-Tower-Gehäusen mehr und mehr im Trend liegen. Dafür ist man vom Konzept des Zwei-Kammer-Kühlsystems abgewichen und hat einige Änderungen vorgenommen. Welche dies genau sind und ob sich der Aufwand gelohnt hat, werden wir uns auf den folgenden Seiten näher anschauen. Das Define XL R2 ist in zwei Farben erhältlich, Titanium Grey und Black Pearl, wir haben uns die Black Pearl Version angesehen.

    Wir bedanken uns bei Fractal Design für das Testmuster und wünschen viel Spaß beim Lesen.



    [BREAK=Testsystem]

    Für das Testsystem kommt eine AMD-Plattform mit folgenden Komponenten zum Einsatz:
    • CPU: AMD Phenom X4 9850 Black Edition mit 4 x 2,5 GHz und 125 W TDP
    • CPU-Kühler: Scythe Rasetsu oder bei kleineren Gehäusen der AMD-Boxed Kühler
    • Mainboard: ASRock A780FullHD - AMD 780G/SB700-Chipsatz, µATX
    • Arbeitsspeicher: 4 x 1024 MB Kingston (DDR2-800)
    • Grafikkarte: Gigabyte Radeon HD 6950 mit 2048 MB Grafikspeicher
    • Festplatte: 2 x Maxtor DiamondMax 10
    • Netzteil: Enermax Modu 82+
    • 2 x Cougar Vortex HDB CF-V14H Lüfter (für Gehäuse ohne Lüfter)
    • 2 x Cougar Vortex CF-V12S Lüfter (für Gehäuse ohne Lüfter)

    Der Testparcours bedarf einiger Hilfsmittel und Programme:
    • Furmark v1.80 – Stabilitätstest für die Grafikkarte
    • Prime95 v25.11 - CPU-Testprogramm
    • AIDA64 Extreme Edition zur Auswertung sämtlicher Temperatursensoren

    Messgeräte: Voltcraft 329 Schalldruckmessgerät. Zum Aufheizen des Systems kommen Prime95 und FurMark gleichzeitig zum Einsatz. Hierbei wird eine Belastung der CPU und GPU erzielt, welche im normalen Alltagsbetrieb kaum vorzufinden ist. Ein Testlauf ist absolviert, wenn das System 30 Minuten der Belastung standhält. Vorzeitige Abbrüche werden selbstverständlich vermerkt und gehen mit den letzten Maximaltemperaturen in die Grafiken ein. Messungen im Idle-Zustand haben wir gestrichen, da diese bei den Stromsparmechanismen der Prozessoren zunehmend uninteressanter sind. Die Raumtemperatur beträgt hierbei 20 °C. Die erzielten Temperaturen der einzelnen Sensoren lesen wir mit dem Programm AIDA64 Extreme Edition aus. Hierfür hat uns der Hersteller freundlicherweise einige Lizenzen zur Verfügung gestellt.

    Bei den Messungen der Lautstärke haben wir uns für zwei Durchläufe entschieden: ein erster unter voller Last des gesamten Systems und ein weiterer, wenn lediglich die im Gehäuse verbauten Lüfter laufen. Damit möchten wir eine bessere Vergleichbarkeit für den Leser gewährleisten. Die Lautstärke mit verbauter Hardware ist stets von den einzelnen Komponenten abhängig und wird somit immer unterschiedlich ausfallen; ohne installierte Hardware wird sie jedoch bei jedem annähernd gleich sein. Wir messen die Lautstärke mit einem dB(A)-Messgerät von drei Seiten bei einem Abstand von 30 cm.



    [BREAK=Technische Daten]

    Die Daten zum Fractal Design Define XL R2 entnehmen wir wie immer der Webseite des Herstellers:
    ModellnameFractal Design Define XL R2
    Laufwerkschächte

    4x 5,25 Zoll (extern)
    8x 2,5 oder 3,5 Zoll (intern)

    Abmessungen

    232 x 559 x 560 mm (Breite, Höhe, Tiefe)

    MaterialStahl, Kunststoff
    FormfaktorATX, µATX, Mini-ITX, E-ATX und XL-ATX
    Front I/O2x USB-3.0, Audio-IN/OUT
    Maximale Grafikkartenlänge330 mm mit Festplattenkäfig, ohne Käfig 480 mm
    Maximale CPU-Kühler-Höhe170 mm
    Lüfter:

    Front 2x 120 mm oder 2x 140 mm (1x 140 mm vormontiert)
    Rückseite: 1x 140 mm (vormontiert)
    Deckel: 2x 120/140 mm (optional)
    Seitenteil: 1x 140 (optional)
    Boden: 1x 140 mm (vormontiert)

    Erweiterungsslots 9
    Gewicht ca. 16,4 kg
    Empfohlener Verkaufspreis ab 120,83 Euro


    Der Lieferumfang des Define XL R2 umfasst die auf dem Bild ersichtlichen Kleinteile:
    • Montagematerial
    • Einbauanleitung
    • Kabelbinder
    • Adapter Sechskant auf Kreuzschlitz

    Die benötigten Schrauben zum Einbau sind allesamt in extra Kunststofftüten verpackt. Selbstverständlich liegen dem Zubehör auch einige Kabelbinder sowie eine Einbauanleitung bei, welche im Fall von Fractal Design wie üblich in Form eines kleinen Heftes gestaltet ist und nicht wie bei einigen anderen Herstellern, die ihren Gehäusen lediglich ein Faltblatt mit Explosionszeichnung beilegen. Auch ein Adapter, um die Mainboardabstandshalter mit einem Kreuzschlitzschraubendreher zu befestigen, ist vorhanden.

    [BREAK=Äußeres – Teil 1]

    Rein äußerlich unterscheidet sich das Define XL R2 kaum vom bereits 2010 erschienenen Define XL. Das Gehäuse ist schlicht und elegant anzusehen, da auf jegliche Spielereien, wie man sich häufig bei Gaming-Gehäusen findet, verzichtet wurde. Eine Fronttür mit Rechtsanschlag verdeckt die Laufwerksschächte. Die Tür ist mit einer besonderen Blende versehen, welche den Eindruck von gebürstetem Aluminium erweckt. Sie verfügt lediglich über einen kleinen Einschnitt im oberen Teil. Hier ragt die Power LED von oben in die Front. Rechts bietet die Tür einen kleinen Eingriff, um sie zu öffnen. Die Türinnenseite ist wie beim Rest der Define Serie mit Dämmstoff versehen.

    Weiterhin kommen im oberen Teil der Front vier Blenden für die optischen Laufwerke zum Vorschein. Wie bei der gesamten Define Serie lassen sich die Blenden leicht lösen, indem man lediglich an dem Hebel zieht. Unterhalb der Laufwerke sitzt eine Kunststoffblende mit Belüftungsschlitzen. Drückt man am oberen und unteren Teil der Blende, klappt diese nach links auf und es kommen Einbauplätze für zwei 120- oder 140-mm-Lüfter zum Vorschein. Wie wir es erwartet haben, sind die Einbauplätze mit einem Staubfilter versehen. Die Lüfter lassen sich leicht installieren. Hierzu müssen sie lediglich in den Kunststoffrahmen eingeklipst werden. Ein Lüfter ist bereits vorinstalliert und zwar ein R2 aus der Silent Serie von Fractal Design mit 140 mm Durchmesser. Der Lüfter dreht ungeregelt mit 1000/min bei einem Schalldruck von 18,5 dB(A). Angeschlossen wird er über einen 3-Pin-Anschluss direkt am Mainboard oder einer Lüftersteuerung. Einzeln ist der Lüfter für knapp 10 Euro im Handel erhältlich. Wobei wir beim Thema Lüftersteuerung wären. Diese gibt es natürlich auch im Define XL R2. Im Vergleich zum Vorgängermodell, wo die Lüftersteuerung noch mehr als ungünstig über eine Slotblende auf der Gehäuserückseite befestigt war, ist diese jetzt nach vorn gewandert und befindet sich hinter der Tür, oberhalb des Eingriffs. An der Steuerung können drei Lüfter angeschlossen und im Bereich von 5 - 12 V eingestellt werden.



    Während das rechte Seitenteil ohne weitere Funktion ist, lässt sich im linken Seitenteil ein optionaler 140-mm-Lüfter einbauen. Werksseitig ist der Einbauplatz mit einer von Fractal Design “ModuVent“getauften Abdeckung verschlossen. Hierbei handelt es sich um Kunststoffplatten mit aufgeklebtem Dämmmaterial. Die ModuVent-Abdeckungen sind mit Lüfterschrauben befestigt. Um sie leichter zu lösen, sind die Seitenteile mit Rändelschrauben befestigt. Auf einen extra Griff zum Entfernen hat Fractal Design verzichtet, aber die Seitenteile lösen sich auch so gut.



    [BREAK=Äußeres – Teil 2]

    Leicht erreichbar im vorderen Teil der Front befindet sich das I/O-Panel. Das Define XL R2 ist natürlich jetzt auch mit USB-3.0-Anschlüssen versehen worden. Hiervon gibt es zwei Stück. Weiterhin stehen noch zwei USB-2.0-Anschlüsse sowie links Audio-IN/OUT-Konnektoren zur Verfügung. Der Powerschalter sitzt mittig und ist von einem Ring umgeben, der im Betrieb blau leuchtet. Der eSATA-Anschluss ist verschwunden, hierfür hat Fractal Design dem XL R2 einen Resetschalter spendiert.

    Im hinteren Teil des Deckels können optional zwei weitere 120- oder 140-mm-Lüfter montiert werden. Alternativ ist auch der Einbau eines 240- oder 280-mm-Radiators möglich. Auch diese beiden Einbauplätze sind werksseitig mit ModuVent-Abdeckungen versehen. Gerade im Gehäusedeckel ist dies natürlich von Vorteil, da hier sehr leicht Staub ins Gehäuse gelangen kann. Der zweite positive Effekt ist natürlich die Geräuschdämmung. Im Inneren des Gehäuses werden wir hiervon noch mehr zu sehen bekommen.

    Das Netzteil sitzt im Define XL R2 auf dem Gehäuseboden, darüber befinden sich insgesamt neun weiße Slotblenden für Erweiterungskarten. Ein zweiter vorinstallierter Silent R2 Lüfter mit 140 mm Durchmesser sorgt dafür, dass die erwärmte Luft wieder aus dem Gehäuse gesaugt wird. Unterhalb des Deckels sowie neben den Slotblenden sind zahlreiche wabenförmige Luftlöcher ins Blech gestanzt, welche der Entlüftung des Gehäuses dienen sollen.

    Auf der Gehäuseunterseite sticht sofort der riesige, nach hinten entfernbare Staubfilter ins Auge. Dieser schützt nicht nur das Netzteil, sondern auch den dritten und letzten vorinstallierten 140-mm-Lüfter davor, Staub ins Gehäuseinnere bzw. ins Netzteil zu saugen. Für den sicheren Stand sorgen vier Füße im HiFi-Design mit Gummierung, um das Gehäuse vom Boden zu entkoppeln. Die hinteren Füße sind kleiner als die vorderen, damit der Staubfilter dazwischen passt.



    [BREAK=Inneres – Teil 1]

    Nachdem wir das Define XL R2 nun von außen unter die Lupe genommen haben, widmen wir uns dem Innenraum, der die größten Veränderungen zum Ursprungsmodell erfahren hat. Diese werden schon beim Entfernen des Seitenteils klar ersichtlich. Aber zuerst werfen wir noch ein Blick auf das Seitenteil: Dieses ist von innen, wie wir es aus der Define Serie kennen, mit schwerem Bitumen verklebt, das den Körperschall und somit Vibrationen dämmen soll. Weiterhin ist das Seitenteil durch das Bitumen sehr verwindungssteif. Hier mit im Bild die ModuVent-Abdeckung der Tür.

    Wer das Ursprungsmodell Define XL kennt, dem fällt sofort das fehlende Zwei-Kammer-System auf. Im alten Modell war das Netzteil räumlich vom Mainboard getrennt. Dies wurde durch eine längs durch das Gehäuse verlaufende Platte erreicht. Ein ähnliches System kennen wir auch schon vom Corsair Obsidian 800D, 700D oder dem SilverStone Temjin TJ07. Fractal hat auf die Trennung verzichtet, um mehr Platz nach oben hin zu bekommen und flexibler im Bereich der Front zu sein, damit dort ein Radiator eingebaut werden kann. Ansonsten ist das Define XL R2 natürlich von innen schwarz lackiert und einige Elemente sind in weiß, wie die Slotblenden und die Schubfächer für die Datenträger. Der Mainboardträger verfügt über vier große und drei kleinere Kabeldurchführungen, die allesamt zum Schutz der Kabel gummiert sind. Auf der Rückseite sind diverse Ösen zur Befestigung von Kabelbindern vorhanden. Zwischen Mainboardträger und Seitenteil sind ca. 26 mm Platz vorhanden zum Verstecken der Kabel.

    Bis zu acht 2,5"- oder 3,5"-Laufwerke können auf den für Fractal Design typischen weißen Schubfächern befestigt werden. Die Festplattenkäfige sind modular aufgebaut und lassen sich sehr vielseitig umbauen oder versetzen. So eine Vielzahl von unterschiedlichen Einbaumöglichkeiten der Käfige haben wir bis dato auch noch nicht gesehen. Dadurch ist es möglich, in der Front einen 240-mm-Radiator zu befestigen. Allerdings muss man dann auch auf den Bodenlüfter verzichten, da der Festplattenkäfig nach hinten wandert. Entfernt man den oberen Festplattenkäfig, können Erweiterungskarten bis zu einer Länge von 480 mm verbaut werden, mit Käfig sind es 330 mm.


    Nachfolgend noch ein Überblick über die Länge einiger aktueller Grafikkarten:

    Die optischen Laufwerke müssen im Define XL R2 auf herkömmliche Art und Weise verschraubt werden. Schnellverschlüsse hat Fractal Design nicht vorgesehen.



    [BREAK=Inneres – Teil 2]

    Das Netzteil liegt ziemlich ungewöhnlich auf nur zwei Gummipuffern auf, um es vom Gehäuse zu entkoppeln. Normalerweise sehen wir hier vier. Gehalten wird es rückseitig also nur durch die Verschraubungen. Eine Schaumstoffmatte entkoppelt es zusätzlich vom Gehäuse. Davor befindet sich der bereits erwähnte 140-mm-Lüfter. Er ist mit einem Schutzgitter versehen, damit im laufenden Betrieb keine Kabel in die Lüfterblätter gelangen.

    Die Erweiterungskarten können praktisch mit Rändelschrauben befestigt werden. Somit ist zumindest hier eine werkzeuglose Installation vorgesehen. Darüber befindet sich der letzte vorinstallierte 140-mm-Lüfter. Alle vormontierten Lüfter sind alle mit einem blickdichten schwarzen Sleeve versehen.

    Bevor wir uns dem Einbau widmen, noch ein Blick unter den Gehäusedeckel. Hier sind wie bereits angesprochen zwei ModuVent-Abdeckungen, welche die Lüfteröffnungen im Deckel verschließen, damit dort kein Staub ins Gehäuse gelangen kann.



    [BREAK=Einbau]

    Der Einbau geht erst einmal recht schnell von der Hand. Zuerst werden die Mainboardabstandshalter in den Träger gedreht. Ironischerweise haben wir erst danach den Adapter gefunden, mit dem sich die Sechskantschrauben mittels eines Kreuzschlitzschraubendreher befestigen lassen. Danach wird das Mainboard darauf befestigt. Wir haben zu Beginn den oberen Festplattenkäfig entfernt, um mehr Platz zum Arbeiten zu haben, obwohl dies angesichts der Größe des Innenraumes gar nicht nötig ist. Danach kann auch schon die Grafikkarte befestigt werden.

    Im nächsten Schritt haben wir den Einbau der Festplatten vorbereitet. Hierfür werden die Festplatten auf die Schubfächer geschraubt. Kleine Gummiunterlegscheiben entkoppeln sie vom Metall. An dieser Stelle wollen wir noch einmal näher auf die diversen Einbaumöglichkeiten der Festplattenkäfige eingehen. Dies ist leider nicht ganz so einfach wie man es sich vielleicht vorstellt. Wenn man den unteren Käfig versetzen will, benötigt man schon fast eine dritte Hand. Das Gehäuse wird auf die Seite gelegt und dann hält man mit der einen Hand den Käfig von innen fest. Während man jetzt versucht, ihn passend über den Löchern für die Verschraubung zu zentrieren, muss man mit der anderen Hand versuchen, die Schrauben von der Gehäuseunterseite her einzudrehen. Das ist leider ein ganz schönes Geduldsspiel. Ein Schraubendreher mit magnetischer Spitze ist hierbei schon Pflicht. Hat man die Festplatten auf den Schubfächern befestigt, werden sie in den Käfig geschoben, bis sie einrasten.

    Danach kann auch schon das optische Laufwerk von vorne in den gewünschten Einbauschacht geschoben und mit Kreuzschlitzschrauben von beiden Seiten fixiert werden.

    Anschließend wird das Netzteil befestigt. Dieses liegt wie bereits erwähnt nur auf zwei spitzen Gummipuffern und somit braucht man auch hier ein wenig Geduld, da es hinten praktisch frei schwebt und nur durch die Verschraubungen auf der Rückseite befestigt wird. Der Einbau geht allerdings schneller als der Versuch, den Festplattenkäfig zu versetzen. Danach geht es an die Verkabelung und hier treffen wir wieder auf ein typisches Problem, was dem Layout unseres Mainboard zuzuweisen ist. Der 24-Pin-Stromanschluß ist zu kurz und so müssen wir uns mit einer Verlängerung behelfen, um das Kabel hinter dem Mainboardtray entlangführen zu können. Aber auch mit der ersten von zwei Verlängerungen gab es Probleme. Die beiden Kabeldurchführungen oberhalb des Mainboardtrays dürften ruhig einen Zentimeter breiter sein. Unsere erste Verlängerung passte nämlich nicht hindurch. Auch für den Stromanschluss des optischen Laufwerks mussten wir auf eine Verlängerung zurückgreifen. Positiv hervorzuheben sind die Gummierungen der Kabeldurchführungen. Trotz mehrerer teils ruppiger Versuche, die Verlängerung dort hindurch zu führen, haben sich die Gummis nicht gelöst.

    Zwischen Seitenteil und Mainboardträger stehen 26 mm Platz zur Verfügung, um dort Kabel zu verstecken. Hier kann man also auch etwas dickere Kabel verlegen ohne dass das Seitenteil sich beim Schließen nach außen wölbt.

    Zusammengebaut sieht das Ganze wie folgt aus:



    [BREAK=Temperaturen und Lautstärke]

    In den nachfolgenden Tabellen sind die jeweils höchsten Werte in Rot und die niedrigsten in Grün pro Messpunkt dargestellt, um den Überblick zu erleichtern. Im ersten Schritt unserer Messungen haben wir uns wie angekündigt die Lautstärke nur mit den installierten Lüftern, im Fall des Fractal Design Define XL R2 also mit drei Lüftern, ohne weitere Hardware angeschaut. Der Hintergrundpegel im Raum war mit unserem Messgerät nicht mehr messbar. Nach dem Anlaufen der Lüfter haben wir folgende Werte gemessen:

    Danach erfolgte der Belastungstest. Hierzu liefen Prime95 und FurMark für eine halbe Stunde gleichzeitig. Vorab die Lautstärke, die wir dabei gemessen haben, danach die erzielten Temperaturen:



    Die Lüfter im Define XL R2 kann man durchaus als Silent bezeichnen. Ohne Hardware waren auf 5 V und 7 V keine Messungen möglich, da unser Messgerät erst ab 35 dB(A) misst. Auch unter Last war der Geräuschpegel sehr gut. Bei 12 V waren die Lüfter allerdings gut hörbar. Erst bei 5 V und 7 V säuselten sie angenehm vor sich her.

    Die Temperaturen unter Last haben uns mehr als positiv überrascht. Für ein gedämmtes Gehäuse sind dies hervorragende Werte. Der dritte Lüfter im Boden macht sich hier sicherlich positiv bemerkbar. Bei den Temperaturen braucht man sich nicht vor Gehäusen ohne Dämmung verstecken. Hier sind auch im Sommer immer noch ausreichend Reserven vorhanden.

    Nachfolgend noch unser Diagramm mit der Temperaturdifferenz, basierend auf dem aktuellen Testsystem bei 20 °C Raumtemperatur:




    [BREAK=Fazit]


    Die Verarbeitung des Fractal Design Define XL R2 ist auf dem gewohnt hohen Niveau, wie wir es von den Schweden kennen. Die Spaltmaße stimmen, die Lackierung ist sowohl innen als auch außen sauber, scharfe Kanten oder spitze Ecken sind keine vorzufinden. Wie es sich für ein Big-Tower-Gehäuse gehört, hat man ausreichend Platz. Bis zu acht interne und vier externe Laufwerke sollten keine Wünsche mehr offen lassen. Die vormontierten Lüfter sind auf 5 V und 7 V nicht nur leise, sondern auch effektiv genug, um die Hardware auch an heißen Tagen kühl zu halten. Auf 12 V sind die Lüfter deutlich hörbar, aber die 12-V-Stufe ist auch nur an heißen Sommertagen notwendig. Sehr positiv bemerkbar bei den Temperaturen hat sich hier der dritte Lüfter im Boden hervorgetan. Ob die Entscheidung, sich vom Zwei-Kammer-Kühlsystem zu trennen, richtig oder falsch war, können wir nicht beurteilen, da wir das Vormodell nicht im Test hatten. Letztendlich hat uns das Define XL R2 aber gut gefallen. Dadurch, dass die Trennplatte entfallen ist, hat man nach oben hin ausreichend Platz, um dort noch einen Radiator zu befestigen.
    Auch die fast schon unbegrenzten Umbaumöglichkeiten der modularen Festplattenkäfige haben uns voll überzeugt. Fast jede erdenkliche Kombination ist hier machbar. Dadurch ist ausreichend Platz in der Front vorhanden, um auch hier noch einen Radiator zu befestigen.

    Das perfekte Gehäuse gibt es nicht, so hat auch das Define XL R2 ein paar Punkte, die uns nicht gefallen haben bzw. die man hätte besser machen können. Da wären zum einen, dass drei der sieben Kabeldurchführungen zu schmal sind, zum anderen hätte man den Umbau des unteren Festplattenkäfigs besser lösen können, der ist nämlich sehr umständlich, da zwei Hände kaum ausreichen. Der letzte Punkt unserer etwas kleinkarierten Kritik betrifft die Lüftersteuerung. Diese ist zwar nach vorne gewandert und leichter erreichbar, aber im Dunkeln kaum zu finden, geschweige denn, dass man erkennt, auf welcher Stufe man ist.

    Es bleibt noch der Preis zu erwähnen. Das Define XL R2 ist ab 120 Euro erhältlich. Wenn man bedenkt, dass hier im Preis noch drei 140-mm-Lüfter enthalten sind, die den Namen Silent auch verdienen und die alleine schon 10 Euro pro Stück kosten, dann ist der Preis durchaus angemessen. Wir würden das Gehäuse auf jeden Fall empfehlen und auch selber kaufen. Somit sind auch die Voraussetzungen für unseren Editor's Choice Award gegeben, den sich das Fractal Design Define XL R2 redlich verdient hat.



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