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    HTPC-Kühler - Scythe Kozuti


    Anfang des Jahres haben wir bereits einen Artikel zu HTPC-tauglichen Kühlern veröffentlicht. Dort wurden bereits ein paar Fragen nach weitergehenden Tests mit den Kühlern gestellt, weshalb wir für den heutigen Test die Methodik etwas angepasst haben. Zu den bekannten Modellen von Thermalright & Co. gesellt sich der Scythe Kozuti hinzu. Mit 40 mm Bauhöhe ist der Winzling prädestiniert für den Einsatz auf engstem Raum. Geringe Größe ist oftmals kein Garant für hohe Kühlleistung. Was der Kozuti zu leisten im Stande ist und wo die Grenzen liegen, wollen wir uns im Folgenden genauer ansehen.
    Wir wünschen viel Spaß auf den folgenden Seiten!

    Wir möchten uns bei Scythe für die Bereitstellung des Testsamples bedanken.

    gh.de-Preisvergleich: Scythe Kozuti (SCKZT-1000)



    [BREAK=Testsystem]
    Entgegen den älteren CPU-Kühler-Tests kommen an dieser Stelle mehrere Konfigurationen zum Einsatz. Damit wollen wir insgesamt drei TDP-Klassen abdecken: 45, 65 und 95 Watt. Wir haben uns für diese entschieden, weil der heutige Test vor allem Kühler für den Einsatz in HTPCs betrachtet. Diese werden im Normalfall eher nicht mit CPUs/APUs noch höherer TDP-Klassen bestückt.

    Lange Zeit war es schwierig, verlässliche Temperaturwerte der internen Dioden zu bekommen und mit dem C3-Stepping der K10-CPUs schien das Problem weitestgehend gelöst. Beim zum Einsatz kommenden AMD Phenom II X3 720BE handelt es sich noch um ein Modell mit C2-Stepping, sodass die Temperaturen vermutlich ca. 10 °C zu niedrig angezeigt werden. Der Vergleichbarkeit unter den Kühlern schadet dieser Umstand aber nicht, da für alle die gleichen Bedingungen gelten.

    Unser Testsystem:
    • AMD Athlon II X2 240e (45 W TDP), AMD A4-3400 (65 W TDP) oder AMD Phenom II X3 720BE (95 W TDP)
    • Sapphire IPC-AM3DD785G oder Gigabyte GA-A55M-DS2
    • 2 x 2 GB Patriot AMD Memory Entertainment Edition DDR3-1333
    • Xilence XP250.SFX
    • Wärmeleitpaste: Arctic Cooling MX-4

    Planet 3DNow! testet mit Hardware von getgoods.de

    Die Lautstärke messen wir mit einem dB(A)-Messgerät aus einem frontalen Abstand zum Lüfter von 1 cm. Daher erscheinen die Werte mit im Schnitt über 40 dB(A) recht hoch. Allerdings verfügen wir leider nicht über einen schallisolierten Raum und können nur so Nebengeräusche weitestgehend ausschließen. Anzumerken ist hier aber, dass in einem subjektiv völlig lautlosen Raum immer noch 35 dB(A) gemessen werden. Hier sollte man bedenken, dass Hersteller in schallarmen Räumen üblicherweise aus ca. 1 m Entfernung ihre Lüfter frei schwebend messen. Das sind allerdings keine realistischen Werte, die man auf die Praxis beziehen kann.

    Als kleine Hilfe kann man sich zur Orientierung folgendes vor Augen halten, wenn man ein geschlossenes Gehäuse verwendet:
      < 40 dB(A) - nicht wahrnehmbar
      40-42 dB(A) - extrem leise
      42-44 dB(A) - leicht wahrnehmbar
      44-46 dB(A) - leise, aber hörbar
      46-48 db(A) - hörbar
      48-50 dB(A) - deutlich wahrnehmbar
      > 50 dB(A) - laut

    Wer extrem geräuschempfindlich ist, wird auch mit einer Lautstärke von 39 dB(A) nicht so wirklich glücklich sein. Insgesamt ist es immer von der subjektiven Wahrnehmung abhängig, wie stark man eine gewisse Lautstärke empfindet. Allgemeingültig ist diese Orientierungshilfe nicht, spiegelt aber grob das allgemeine Empfinden wieder.

    Die Umgebungstemperatur beträgt bei den Messungen ca. 28 °C. Das erscheint recht viel, ist aber bei einem offenen Testaufbau - wie wir ihn verwenden - realistischer mit einem geschlossenem Gehäuse zu vergleichen. Sommerliche Wetterverhältnisse treiben die Temperaturen in den Gehäusen noch höher, weshalb wir empfehlen, immer eine Reserve von ca. 5 °C zu addieren.



    [BREAK=Scythe Kozuti]
    Scythe Kozuti

    Technische Daten:
    • Preis: ab ca. 23,00 €
    • Maße (BxHxT): 11,0 cm / 4,0 cm / 10,3 cm
    • Material: Aluminium
    • Gewicht: ca. 250 g
    • Lüfter: 80 mm (10 mm hoch)
    • Lüfterdrehzahl: 800-3300/min
    • Lüfteranschluss: 4-Pin
    • Beleuchtung: Nein
    • Aufbau: Top-Blow-Kühler
    • Sockel: AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1, 775, 1156, 1155, 1366
    • Nebengeräusche: nicht explizit wahrnehmbar
    • Art der Lüfterbefestigung: Klammer

    Einbau:
    • AMD: Verschraubung, Mainboard-Ausbau nötig
    • Intel: Verschraubung, Mainboard-Ausbau nötig


    Zusätzliches Zubehör: Wärmeleitpaste in einer Tüte, Montagehalterung für AMD und Intel

    Besonderheiten beim Einbau auf AMD-Systemen: Die Montage erfordert die Installation von zwei Blechen, die systemabhängig sind. Die Bleche werden am Kühlerboden angeschraubt. Dann wird die Wärmeleitpaste aufgebracht und der Kühler auf die CPU aufgesetzt. Am leichtesten geht das, wenn man den Kühler auf den Tisch legt und das Mainboard mit seinen Sockelbohrungen exakt platziert. Von der Mainboard-Rückseite werden schlussendlich die Befestigungsschrauben samt Gummipuffer genutzt, um den Kühler zu fixieren. Die nötige Spannung ist erreicht, wenn die Schraube bis zum Ende des Gewindes eingeschraubt ist. Im Gegensatz zu den größeren Scythe-Kühlern kommt keine Backplate zum Einsatz.


    Scythe ist seit Jahren für seine Kühler wohl bekannt. Der japanische Kühlerspezialist bietet mit dem Kozuti einen 40 mm hohen Top-Blow-Kühler an, der vor allem für den Einsatz im HTPC geeignet ist. Gegenüber der Konkurrenz platziert der Hersteller den Lüfter unterhalb der Kühllamellen, was für eine prinzipiell bessere Ausnutzung des Bauraumes sorgt. Um eine ausreichende Kühlfläche zu erreichen, verwendet Scythe viele (engstehende) Lamellen. Das hat den Nachteil, dass ein hoher Druck seitens des Lüfters notwendig wird, um die Luft durch die Spalte zu drücken. In der Konsequenz hat das zwei Nachteile. Einerseits sammelt sich bei engstehenden Lamellen meist viel Staub an und andererseits kann der nötige Druck nur durch hochdrehende und damit laute Lüfter erreicht werden.

    Scythe Kozuti Scythe Kozuti Scythe Kozuti Scythe Kozuti Scythe Kozuti Scythe Kozuti

    Da der Lüfter unterhalb der Kühllamellen befestigt ist, wird Scythe dazu gezwungen, drei U-förmige Heatpipes einzusetzen. Diese transportieren die Abwärme der CPU von der Scythe-typisch polierten Bodenplatte zu den Lamellen. Ein Lüfteraustausch ist nur bedingt möglich. In unserem Fall konnten wir den verbauten Slipstream Slim (S48010SL12M-P) nicht entfernen. Nach dem Lösen der Klammern ist der Lüfter bei unserem Exemplar immer noch fest durch die Lamellen eingespannt, sodass wir aus Angst vor einem Bruch des Lüftergehäuses von weiteren Maßnahmen absehen. Aber selbst wenn, so finden wir kein passendes Austauschmodell im Preisvergleich, sodass man davon ausgehen sollte, keinen Austausch vornehmen zu können.

    Scythe Kozuti Scythe Kozuti

    Bei der Verwendung des Scythe Kozuti sollte man unbedingt auf umliegende Bauteile achten. In unserem Fall müssen wir auf dem naheliegenden RAM-Modul einen Klebestreifen zur Isolierung aufbringen.
    Obwohl die Luft top-blow-typisch durch die Lamellen gedrückt wird, können wir keinen ausgeprägten Luftzug um den Kühler herum feststellen. Eine aktive Kühlung der umliegenden Bauteile auf dem Mainboard können wir dementsprechend nicht attestieren. Die Lüfterdrehzahl beträgt 2200/min bei 7 V respektive 3200/min bei 12 V. Neben dem Luftrauschen sind keine Nebengeräusche wahrnehmbar, da sich die hohe Drehzahl schon allein durch ein hochfrequentes Laufgeräusch bemerkbar macht. Reduziert man die Lüfterdrehzahl/Lüfterspannung, wird der Kozuti deutlich leiser. Der Lüfter des Scythe Kozuti lässt sich sowohl per PWM als auch über die Spannung regeln.

    Scythe Kozuti

    Wie erwartet benötigt der Low-Profile-Kühler hohe Drehzahlen, um eine entsprechende Kühlleistung zu erreichen. Dementsprechend steigt der Schallpegel an. Schlussendlich kann man erkennen, dass man bei niedrigeren Drehzahlen auf dem Niveau des Boxed-Kühlers liegt, hohe Drehzahlen dann wie erwartet leistungsfähiger sind. Bis 95 Watt TDP reicht der Kühler aus, damit hat der Hersteller nicht zu viel versprochen.
    Wichtig zu erwähnen ist schlussendlich noch, dass der Kühler oberhalb ein wenig Luft zum Atmen braucht. Hält man die flache Hand in geringem Abstand auf den Kühler oder legt sie sogar auf, nimmt die Kühlleistung schlagartig ab.

    Fazit
    Der Scythe Kozuti ist mit 40 mm in der Höhe kompakt genug für den Einsatz in vielen mITX-Gehäusen. Die kompakte Form hat aber auch ihre Nachteile. Auf der einen Seite muss man auf nahestehende Bauteile achten, um nicht zu kollidieren, auf der anderen Seite muss man bei höheren TDP-Zahlen mit einem hohen Schallpegel rechnen. Für eine adäquate Kühlleistung benötigt der Kühler hohe Lüfterdrehzahlen bzw. einen hohen Druck. Der Lüfter ist theoretisch austauschbar, der Umbau aber diffizil und der Markt passender Lüfter praktisch nicht vorhanden.



    [BREAK=Kühlleistung AMD Athlon II X2 240e]
    Die erreichten Temperaturwerte sind nicht mit denen unserer älteren Tests vergleichbar.






    [BREAK=Kühlleistung AMD A4-3400]
    Die erreichten Temperaturwerte sind nicht mit denen unserer älteren Tests vergleichbar.






    [BREAK=Kühlleistung AMD Phenom II X3 720BE]
    Die erreichten Temperaturwerte sind nicht mit denen unserer älteren Tests vergleichbar.






    [BREAK=Lautstärke bei 7V und 12 V Lüfterspannung]





    [BREAK=PWM-Steuerung]
    Wie angekündigt haben wir den Test ein wenig erweitert. Zu diesem Zweck nutzen wir die PWM-Steuerung unseres Sapphire-Mainboards, um im laufenden Betrieb die Drehzahl des mitgelieferten Lüfters der CPU-Kühler zu regeln. Zuerst wollen wir uns den Drehzahlverlauf ansehen.


    Wie man sehen kann, lässt sich der Scythe-Slipstream-Lüfter nahezu immer regeln. Lediglich der Sprung von 90 auf 100 % macht keinen Unterschied.


    Wie man unschwer erkennen kann, ist der Scythe Kozuti im direkten Vergleich immer lauter als die beiden bereits getesteten bei gleicher Temperatur. Der bereits bei der Lüfterdrehzahl sichtbare Knick lässt sich hier entsprechend wiederfinden. Mehr Drehzahl bedeutet stets höhere Kühlleistung, aber auch einen höheren Schallpegel.


    Bei 95 Watt TDP zeigt sich die insgesamt bessere Kühlleistung des Kozuti gegenüber dem allgemein leisen LC-Power LC-CC94. Von der Kühlleistung des Thermalright AXP-100 ist man aber weit entfernt.



    [BREAK=Fazit]

    Der Scythe Kozuti ist mit 40 mm ungefähr genauso hoch wie ein AMD-Boxed-Kühler, kann aber bei der Kühlleistung und dem Schallpegel punkten. Die Leistung reicht aus, um selbst 95 Watt TDP zu kühlen. Bei reduzierter Lüfterdrehzahl sinkt die Leistung jedoch deutlich. Der geringe Lamellenabstand, der nötig ist, um genügend Kühlfläche bereitzustellen, fordert hier seinen Tribut. Der Kühler benötigt tendenziell einen hohen Druck seitens des Lüfters. Ab ca. 1750/min steigt die Leistung des Kühlers stärker an und der Schallpegel ebenso. Diese 1750/min sind schlussendlich auch der Punkt, wo CPUs mit 95 Watt Verlustleistung noch zufriedenstellend gekühlt werden können.

    Im Leerlauf, sprich bei geringer thermischer Belastung kann der von Scythe verwendete Slimstream-Lüfter durch sein breites Drehzahlspektrum bei der Regelung via PWM den Schallpegel deutlich reduzieren.

    Im Endeffekt bleibt zu konstatieren, dass der Scythe Kozuti nicht unbedingt mit der Konkurrenz mithalten kann, wenn es rein um die Kühlleistung und den Schallpegel geht, ABER auch die Bauhöhe betrachtet werden muss. 40 mm Höhe sind ein interessanter Wert und in manchen mITX-Gehäusen durchaus Gold wert. Auf alle Fälle sollte man die Verlustleistung im Zaum halten. Der Kozuti schafft die vom Hersteller angegebenen 95 W TDP, wirklich unauffällig bleibt ein HTPC dann aber nicht mehr.

    Mit einem Preis um die 23 Euro ist der Japan-Import im mittleren Preissegment angesiedelt und schließt eine Lücke (Leistung und Schallpegel) zwischen minimal flacheren Kühler wie dem SilverStone NT07-AM2 und höher bauenden Kühlern wie dem bereits getesteten LC-Power LC-CC94.

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