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    SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01


    Nach den Top-Blow-Kühlern der letzten Tests und einer Kompakt-Wasserkühlung hat in unserem heutigen Review ein Tower-Kühler den Weg zu uns gefunden. Der SilverStone AR01 gehört zur neuesten Kühler-Serie des Herstellers, die auf den Namen Argon hört. An dieser Stelle kommt jetzt vielleicht der eine oder andere chemisch bewanderte Nutzer ins Schmunzeln. Das Element Argon gilt als inertes, sprich reaktionsträges Gas. Das möchte man bei einem CPU-Kühler natürlich nicht vorfinden. Der Wärmetransport soll schnell und effektiv vonstattengehen. Oder lässt sich der AR01 durch Nichts aus der Ruhe bringen? Wir werden es herausfinden.

    Neben dem AR01 hat uns SilverStone aber auch noch den Nitrogon NT06-PRO zur Verfügung gestellt. Der Top-Blow-Kühler orientiert sich beim Design am altbekannten NT06, der seinerzeit vor allem für den Einsatz in den hauseigenen Sugo-Gehäusen vorgesehen war. Gegenüber dem alten Modell bietet die PRO-Version mehr Heatpipes und ein überarbeiteres Kühlkonzept. Wie schon beim Scythe Kozuti oder dem Noctua NH-L12 platziert SilverStone einen Lüfter unterhalb der Kühllamellen. Ob der Kühler dadurch schwächelt? Wir werden es uns ansehen.
    Viel Spaß auf den folgenden Seiten!

    Wir möchten uns bei SilverStone für die Bereitstellung der beiden Kühler bedanken.

    geizhals-Preisvergleich - SilverStone Nitrogon NT06-PRO
    geizhals-Preisvergleich - SilverStone Argon AR01

    [BREAK=Testsystem]
    Entgegen den älteren CPU-Kühler-Tests kommen an dieser Stelle mehrere Konfigurationen zum Einsatz. Damit wollen wir insgesamt vier TDP-Klassen abdecken: 45, 65, 95 und 125 Watt.

    Lange Zeit war es schwierig, verlässliche Temperaturwerte der internen Dioden zu bekommen und mit dem C3-Stepping der K10-CPUs schien das Problem weitestgehend gelöst. Beim zum Einsatz kommenden AMD Phenom II X3 720BE handelt es sich noch um ein Modell mit C2-Stepping, sodass die Temperaturen vermutlich ca. 10 °C zu niedrig angezeigt werden. Der Vergleichbarkeit unter den Kühlern schadet dieser Umstand aber nicht, da für alle die gleichen Bedingungen gelten.

    Unser Testsystem:
    • AMD Athlon II X2 240e (45 W TDP), AMD A4-3400 (65 W TDP), AMD Phenom II X3 720BE (95 W TDP) und AMD FX-8150 (125 W TDP)
    • Sapphire IPC-AM3DD785G, Gigabyte GA-A55M-DS2 oder ASUS Crosshair V Formula
    • 2 x 2 GB Patriot AMD Memory Entertainment Edition DDR3-1600 oder 2 x 4 GB G.Skill RipJaws-X DDR3-2133
    • Enermax Pro82+ 385 Watt
    • Wärmeleitpaste: Arctic Cooling MX-4

    Planet 3DNow! testet mit Hardware von getgoods.de

    Die Lautstärke messen wir mit einem dB(A)-Messgerät aus einem frontalen Abstand zum Lüfter von 1 cm. Daher erscheinen die Werte mit im Schnitt über 40 dB(A) recht hoch. Allerdings verfügen wir leider nicht über einen schallisolierten Raum und können nur so Nebengeräusche weitestgehend ausschließen. Anzumerken ist hier aber, dass in einem subjektiv völlig lautlosen Raum immer noch 35 dB(A) gemessen werden. Hier sollte man bedenken, dass Hersteller in schallarmen Räumen üblicherweise aus ca. 1 m Entfernung ihre Lüfter frei schwebend messen. Das sind allerdings keine realistischen Werte, die man auf die Praxis beziehen kann.

    Als kleine Hilfe kann man sich zur Orientierung folgendes vor Augen halten, wenn man ein geschlossenes Gehäuse verwendet:
      < 40 dB(A) - nicht wahrnehmbar
      40-42 dB(A) - extrem leise
      42-44 dB(A) - leicht wahrnehmbar
      44-46 dB(A) - leise, aber hörbar
      46-48 db(A) - hörbar
      48-50 dB(A) - deutlich wahrnehmbar
      > 50 dB(A) - laut

    Wer extrem geräuschempfindlich ist, wird auch mit einer Lautstärke von 39 dB(A) nicht so wirklich glücklich sein. Insgesamt ist es immer von der subjektiven Wahrnehmung abhängig, wie stark man eine gewisse Lautstärke empfindet. Allgemeingültig ist diese Orientierungshilfe nicht, spiegelt aber grob das allgemeine Empfinden wieder.

    Die Umgebungstemperatur beträgt bei den Messungen ca. 28 °C. Das erscheint recht viel, ist aber bei einem offenen Testaufbau – wie wir ihn verwenden – realistischer mit einem geschlossenem Gehäuse zu vergleichen. Sommerliche Wetterverhältnisse treiben die Temperaturen in den Gehäusen noch höher, weshalb wir empfehlen, immer eine Reserve von ca. 5 °C zu addieren.

    [BREAK=SilverStone Argon AR01]
    SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01

    Technische Daten:
    • Preis: ab ca. 32 €
    • Maße (BxHxT): 120x159x75 mm
    • Material: Aluminium
    • Gewicht: ca. 420 g
    • Lüfter: 120x120x25 mm
    • Lüfterdrehzahl: 1000-2200/min
    • Lüfteranschluss: 4-Pin (PWM)
    • Beleuchtung: Nein
    • Aufbau: Tower-Kühler
    • Sockel: AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1, FM2, 775, 1150, 1155, 1156, 1366, 2011
    • Nebengeräusche: leichtes Brummen, bei hohen Drehzahlen deutliche Vibrationen
    • Art der Lüfterbefestigung: Gummi-Nippel

    Einbau:
    • AMD: Verschraubung, Mainboard-Ausbau nötig
    • Intel: Verschraubung, Mainboard-Ausbau nötig


    Zusätzliches Zubehör: Wärmeleitpaste, Kurzanleitung, Montagematerial, Werkzeug

    Besonderheiten beim Einbau auf AMD-Systemen: Für die Montage des SilverStone Argon AR01 ist zuerst die Demontage der originalen Halterung notwendig. Die SilverStone-Backplate besitzt Isolierungsflächen auf beiden Seiten, einmal für AMD-, einmal für Intel-Sockel. Die passenden Bohrungen werden grob platziert und es werden die Abstandshalter von Seiten des Sockels durchgeschraubt. Nachfolgend setzt man die passenden Bleche auf und schraubt Muttern auf, die sich per Hand bedienen lassen. Auf das Auftragen der Wärmeleitpaste folgen die grobe Positionierung des Spannbleches mithilfe von Nuten auf dem Kühlblock sowie das Aufsetzen auf der CPU. Mit zwei Muttern wird die Spannung erzeugt. Hierbei kann entweder das beiliegende Werkzeug, ein kleiner Maulschlüssel, verwendet werden, oder man greift zum Schraubendreher. Auf der Oberseite der Mutter befindet sich ein Kreuz.


    Vor knapp zwei Wochen veröffentlichten wir bereits eine News zur Argon-Serie. Leistungsfähige Kühler zu einem angemessenen Preis, das soll die Serie verkörpern. Mit knapp 32 Euro beim derzeit günstigsten Händler konkurriert der AR01 mit diversen namhaften und angestammten Produkten. Bei den Abmessungen ist der Kühler dabei aber meist schlanker gehalten. Ob sich das negativ bemerkbar macht?

    SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01

    Bei der Kompatibilität möchten wir lediglich darauf hinweisen, dass hoch bauende Kühlkörper auf RAM-Modulen mit dem verbauten 120-mm-Lüfter kollidieren können, wenn die entsprechenden Slots nahe des Sockels positioniert sind. Ein wenig Feintuning lässt sich durch das Verschieben des Lüfters erreichen, endlos ist das aber nicht möglich.

    SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01 SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01 SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01 SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01

    Der SilverStone Argon AR01 ist ein typischer Tower-Kühler. Die Wärme wird von der CPU aufgenommen und über Heatpipes an die Aluminium-Lamellen weitergeleitet. Die drei verbauten Heatpipes haben einen Durchmesser von acht Millimetern und haben direkten Kontakt mit dem Heatspreader der verbauten CPU oder APU. Hierbei spricht man von der Heatpipe-Direct-Touch-Technologie. Im Gegenlicht sieht man, dass die Kontaktfläche noch einmal überfräst wurde, sodass auch alle Heatpipes im Betrieb arbeiten können.

    SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01 SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01

    Die Kühllamellen sind im Prinzip Riffelbleche und seitlich sehen wir Aussparungen für die Befestigung des Lüfters. Wie man unschwer erkennen kann, lässt sich der Lüfter auf beiden Seiten montieren, aber auch ein zweiter Lüfter wäre möglich. Wie die Leistung beim Zwei-Lüfter-Betrieb aussieht, haben wir uns nicht angesehen.

    SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01 SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01

    Der mitgelieferten Lüfter mit der Modellnummer AS1225H12 besitzt laut Herstellerangaben eine Startspannung von weniger als 7 Volt, lässt sich also auch nicht nur per Pulsweitenmodulation regeln. Die Stromstärke ist mit 0,23 Ampere angegeben. Den Drehzahlbereich gibt SilverStone mit 1000 bis 2200/min an. In unserem Test ergibt sich ein größerer Regelbereich: 400 bis 2200/min lassen sich mit dem ASUS Crosshair V Formula erreichen. Im Betrieb macht sich der Lüfter im hohen Drehzahlbereich eher durch Luftrauschen bemerkbar, auch wenn das verwendete Modell durch Ausschnitte hinsichtlich der Aerodynamik verbessert wurde. Bei niedrigen Drehzahlen vernehmen wir ein leichtes Brummen.
    Auch wenn für die Halterung Gummi-Nippel verwendet werden, die eigentlich für ihre entkoppelnde Wirkung bekannt sind, so müssen wir beim Argon AR01 konstatieren, dass ungewöhnlich starke Vibrationen auftreten.
    Kühlleistung
    Der SilverStone Argon AR01 kann durch eine hohe Kühlleistung gefallen. Selbst 125 Watt Verlustleistung seitens der CPU sind kein Problem für den Kühler. Schon bei niedrigen Lüfterdrehzahlen reicht die Leistung aus, um die Recheneinheit ausreichend zu kühlen. Vor allem bei der höchsten TDP-Klasse fällt aber auch auf, dass die Leistung proportional zum Schallpegel zunimmt. Dabei bleibt der Schallpegel in vielen Fällen unterhalb vieler bereits getesteter Kühler. Überraschend ist vor allem, dass der AR01 sogar die Leistung der Kompakt-Wasserkühlung Corsair H60 (2nd Generation) überbieten kann. Bei gleichem Schallpegel sehen wir eine höhere Kühlleistung. Demzufolge muss man schlussendlich feststellen, dass die Leistung auch für TDP-Werte oberhalb von 125 Watt ausreichen wird.
    Anzumerken ist, dass an den Seitenflächen des Kühlers ein Luftstrom austritt. Dadurch wird theoretisch Leistung verschenkt.
    Als Tower-Kühler kann der Argon AR01 keinen direkten Luftzug auf den Sockel leiten.

    Fazit
    Der SilverStone Argon AR01 positioniert sich mit aktuell knapp 32 Euro im Preisvergleich das Mittelfeld. Großes Anliegen des Herstellers ist es, einen entsprechenden Gegenwert zu liefern. Das gelingt auch. Die Kühlleistung liegt auf einem hohen Niveau und bietet in unserem Test stets genügend Spielraum, um die Lüfterdrehzahl anzupassen und somit den herrschenden Schallpegel zu reduzieren. In unserem Test ergibt sich ein unterschiedlicher Regelbereich auf den verwendeten Mainboards. Potenziell bietet der Lüfter einen größeren Bereich als vom Hersteller ausgewiesen wird.
    Kritik üben müssen wir an den deutlichen Vibrationen, die im Betrieb durch den Lüfter erzeugt werden. Bei Gehäusen mit schwingungsfreudigem Chassis kann es zu unangenehmen Geräuschen kommen.

    SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01


    [BREAK=SilverStone Nitrogon NT06-PRO]
    SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01

    Technische Daten:
    • Preis: ab ca. 50 €
    • Maße (BxHxT): 140x82x139 mm
    • Material: Aluminium
    • Gewicht: ca. 700 g
    • Lüfter: 120x120x20 mm
    • Lüfterdrehzahl: 1000-2200/min
    • Lüfteranschluss: 4-Pin (PWM)
    • Beleuchtung: Nein
    • Aufbau: Top-Blow-Kühler
    • Sockel: AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1, FM2, 775, 1150, 1155, 1156, 1366, 2011
    • Nebengeräusche: Luftrauschen, leichtes Brummen
    • Art der Lüfterbefestigung: Klammern

    Einbau:
    • AMD: Verschraubung, Mainboard-Ausbau nötig
    • Intel: Verschraubung, Mainboard-Ausbau nötig


    Zusätzliches Zubehör: Kurzanleitung, Wärmeleitpaste, zusätzliche Klammern, kleine Schwingungsdämpfer zum Aufkleben

    Besonderheiten beim Einbau auf AMD-Systemen: Die Montage ähnelt dem Vorgehen beim Argon AR01. Nach der Demontage der originalen Kühlerhalterung samt Backplate kann die SilverStone-Backplate so positioniert werden, dass die Abstandshalter eingeschraubt und nachfolgend die Haltebleche aufgesetzt werden können. Wie auch der AR01 verfügt der Kühlblock des NT06-PRO über Nuten, um das Spannblech aufzulegen. Ist die Wärmeleitpaste auf dem Kühler verteilt, kann auch schon der Kühler aufgesetzt werden. Durch Aussparungen am Kühlkörper sind die Schrauben zu erreichen. Leider liegt hier kein passendes Werkzeug dem Lieferumfang bei, sodass ein langer Schraubendreher notwendig ist. Zuletzt werden die Klammern am Lüfter angesetzt und dieser dann an den vorgesehenen Ecken befestigt.

    SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01

    Der SilverStone Nitrogon NT06-PRO ist mit 82 mm in der Höhe direkt für die hauseigenen Sugo-Gehäuse im Small-Form-Factor-Format, kurz SFF, vorgesehen. Laut Herstellerangaben soll er hierbei ohne den beiliegenden Lüfter bis zu 65 Watt Verlustleistung passiv kühlen können. Mit dem beiliegenden 20 mm hohen 120-mm-Lüfter peilt SilverStone vor allem die 95-W-Klasse an. Mit einem dickeren Lüfter (25 mm) sollen es bereits 130 W sein, die der Kühler stemmen soll, um schlussendlich im Zwei-Lüfter-Betrieb bis zu 150 W abführen zu können. Wie wir später sehen werden, sind diese Angaben ein wenig untertrieben, wenn die Gehäusebelüftung stimmt. Da SilverStone aber auch zeitweise als OEM auftritt, sind die Angaben wahrscheinlich mit einem gewissen Spielraum angedacht und hinzu kommt der Faktor Lautstärke. Bleibt man innerhalb der vorgesehenen Betriebsparameter, ist ein leiser Arbeitsplatz möglich.
    Der aktuelle Verkaufspreis von knapp 50 Euro katapultiert den Nitrogon NT06-PRO in das Premium-Segment. Bei den Top-Blow-Kühlern bis 90 mm Höhe finden wir aus dem Stand kein Modell, was preislich und in der Höhe so richtig vergleichbar zum SilverStone-Kühler ist. Lediglich der aus dem letzten Test bekannte Noctua NH-L12 lässt sich im Ein-Lüfter-Betrieb in etwa zuordnen. Scheinbar hat SilverStone hier eine kleine Marktlücke gefunden.

    SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01

    Die Kompatibilität des NT06-PRO wird durch zwei Variablen begrenzt. Einerseits müssen die Heatpipes berücksichtigt werden, die seitlich über den Sockel hinausragen. Trotzdem muss man SilverStone hier ein wenig loben. Wie man auf dem Bild sehen kann, hält man sich weitestgehend an die Keep-Out-Area. Dadurch ist der Einsatz von Arbeitsspeicher-Modulen mit hohem Kühlkörper möglich. Dreht man den NT06-PRO um 180°, so wären nur RAM-Module ohne Kühlkörper möglich. Der Lüfter ist so hoch platziert, dass es mit Standardkomponenten zu keinem Konflikt kommen sollte.

    SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01 SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01 SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01 SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01 SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01

    Beim SilverStone Nitrogon NT06-PRO ändert sich prinzipiell nichts beim Konzept gegenüber dem altbekannten NT06. Bei der Ausstattung hat der Kühler hingegen mächtig aufgeholt. Anstatt dreier Heatpipes sind beim aktuellen Modell gleich sechs verbaut. Die Wärme der CPU/APU wird über einen kleinen Kühlblock aufgenommen und durch die in den Block eingelassenen Heatpipes an die Aluminiumlamellen übertragen. Gegenüber dem Argon AR01 setzt SilverStone an dieser Stelle nicht auf die Heatpipe-Direct-Touch-Technologie (HDC). Der plangefräste Boden des NT06-PRO weist in diesem Fall Längsriefen auf. Was bedeutet das? Höchstwahrscheinlich hat man in der Fertigung die Oberflächen mit einem Walzenfräser bearbeitet. In der Konsequenz ist die Oberfläche deutlich rauer gegenüber einer stirngefrästen oder gar geschliffenen. Dieses ausgeprägte Höhenprofil vergrößert theoretisch aber die zur Verfügung stehende Fläche zur Wärmeübertragung.
    Bei der allgemeinen Verarbeitungsqualität haben wir an dem Modell nichts auszusetzen. Die Aluminiumlamellen sind sauber verbunden und weisen keine Fehler oder Mängel auf. Als Erkennungsmerkmal hat SilverStone sein Firmenlogo in die Lamellen prägen lassen. Seitlich kann man die Haltenasen der Lamellen sehen, an denen später der oder die Lüfter fixiert werden.

    SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01

    Bei dem verbauten Lüfter handelt es sich um das Modell HA1220H12SA-Z. Die Bauhöhe beträgt "nur" 20 mm. Die Stromstärke gibt der Hersteller mit 0,33 Ampere an. Die Startspannung kennzeichnet SilverStone mit ca. 9 Volt. Der per Pulsweitenmodulation (PWM) regelbare Bereich wird mit 1000 bis 2200/min angegeben. Während der Argon AR01 hier durch ein gegenüber den Angaben breiteres Spektrum verfügte, weist das System in diesem Fall 880 bis 2200/min aus. Die Kennlinie, wenn denn der Lüfter läuft, ist weitestgehend linear. Bei steigenden Drehzahlen ist wie gewohnt mit Luftrauschen zu rechnen, im niedrigen Bereich vernehmen wir ein leichtes Brummen des Lüfters. Wie auch beim AR01 vernehmen wir deutlich hörbare Schwingungen bzw. Vibrationen bei höheren Drehzahlen. Eine leichte Schwingungsdämpfung des Lüfters lässt sich über aufklebbare Puffer erreichen, aufgrund der geringen Dicke ist hier aber nur ein geringer bis gar kein Unterschied zu erkennen.

    Oftmals können wir den NT06-PRO mit dem Noctua NH-L12 vergleichen, was unsere Kurven im PWM-Test zeigen. Ohne den 120-mm-Lüfter muss der Noctua-Kühler sich deutlich geschlagen geben. Trotzdem muss man sagen, dass der SilverStone Nitrogon NT06-PRO mehr Luft nach oben bietet, was Schallpegel und Kühlleistung angeht. Wer sich nun fragt, ob es einen Unterschied gibt, wenn man den beiliegenden Lüfter nun ober- oder unterhalb des Kühlkörpers verbaut, so können wir sagen, dass sich die Temperaturen sogar minimal (1 K) verschlechtern. Da wir ja nun schon verraten haben, dass der Kühler weitestgehend dem Noctua NH-L12 ähnelt, so gilt auch hier: Zugunsten der Lautstärke lässt sich die Lüfterdrehzahl reduzieren. Der Kühler bietet hier genügend Spielraum.

    Typisch für einen Top-Blow-Kühler ist ein Luftzug in Richtung des Sockels. Damit kühlt der SilverStone Nitrogon NT06-PRO auch die umliegenden Bauteile. Vor allem die Spannungswandler profitieren.

    Fazit
    Wer den SilverStone Nitrogon NT06-PRO sein Eigen nennen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Die Kühlleistung liegt über weite Strecken auf dem Niveau des Noctua NH-L12, ist aber ungefähr einen Zentimeter flacher. Durch den leistungsstarken Lüfter kann der NT06-PRO aber noch ein wenig mehr als der erwähnte Noctua-Kühler leisten. Er bietet also noch ein paar Reserven. Dadurch bietet das Modell von SilverStone aber auch noch Möglichkeiten, um den Schallpegel nach unten zu drücken. Der NT06-PRO kann schlussendlich beides, Leistung oder Silent.
    Bei dem vorliegenden Modell müssen wir noch einmal auf die Kompatibilität zu den Sugo-Modellen hinweisen. Für wen solch ein Gehäuse auf dem Plan steht, der sollte definitiv den passenden Nitrogon-Kühler ins Auge fassen, auch wenn der Preis recht deftig ausfällt.

    SilverStone Nitrogon NT06-PRO & Argon AR01


    [BREAK=Kühlleistung - AMD Athlon II X2 240e]




    [BREAK=Kühlleistung - AMD A4-3400]




    [BREAK=Kühlleistung - AMD Phenom II X3 720BE]




    [BREAK=Kühlleistung - AMD FX-8150]




    [BREAK=Lautstärke bei 7 V und 12 V Lüfterspannung]




    [BREAK=PWM-Steuerung]
    Über das kleine Tool SpeedFan regeln wir im laufenden Betrieb die Drehzahl des Lüfters manuell. Zuerst wollen wir euch die erreichten Drehzahlen und den dazugehörigen Schallpegel in 10-%-Stufen aufzeigen.



    Wie man sehen kann, ist der Regelbereich eingeschränkt. Bei niedrigen Stufen halten die Lüfter an, der Unterschied zwischen dem 90- und 100-%-Signal ist ebenso gering. In dem aktiven, regelnden Bereich sehen wir dafür nahezu linear ansteigende Drehzahlkurven. Der erzeugte Schallpegel offenbart, dass der SilverStone Nitrogon NT06-PRO im hohen Drehzahlbereich lauter wird als seine Mitbewerber. Selbst der Performance-Lüfter der Corsair H60 (2nd Generation) wird übertroffen.
    Der SilverStone Argon AR01 kann sich dahingehend ein wenig besser platzieren. Bis zum 50-%-Signal kann der Lüfter sogar leiser als die Lüfter des Noctua NH-L12 agieren.


    Bei 45 Watt Verlustleistung der CPU sehen wir, dass sich die beiden SilverStone-Kühler sehr gut platzieren können. Die Kurve des NT06-PRO stimmt weitreichend mit der des Noctua NH-L12 überein. Der AR01 zeigt eine Zick-Zack-Kurve, zeigt aber bereits auf, dass er selbst bei niedrigen Lüfterdrehzahlen Leistung bringt.


    Bei 65 Watt TDP kann sich der konkurrierende Noctua NH-L12 als leiser herausstellen, wenn man ihn zum Vergleich heranzieht. Der Argon AR01 schwächelt an dieser Stelle ein wenig. Mit der Kompakt-Wasserkühlung können beide Kühler aber mehr als überzeugend konkurrieren. Bei gleicher Leistung sind sie leiser in diesem Fall.


    Steigt die Verlustleistung auf 95 Watt an, kann sich der NT06-PRO vor den NH-L12 schieben. Bei gleicher Temperatur sehen wir einen niedrigeren Schallpegel und hinzu kommen Reserven bei der Kühlleistung. Der AR01 kann leise agieren. Selbst niedrige Drehzahlen reichen weiterhin aus, um sicher innerhalb der Spezifikationen zu bleiben.


    In der höchsten von uns (derzeit) getesteten TDP-Klasse liegt der SilverStone NT06-PRO erneut mit dem Noctua NH-L12 auf Augenhöhe, kann aber dank des höher drehenden Lüfters eine höhere Kühlleistung aufweisen, einhergehend mit einem entsprechenden Schallpegel.
    Der SilverStone Argon AR01 schiebt sich an die Spitze. Er bietet eine höhere Kühlleistung als die Vergleichskühler und agiert dabei nahezu durchgängig mit einem niedrigeren Schallpegel.

    [BREAK=Fazit]

    Heute haben wir uns zwei Kühler aus dem Hause SilverStone angesehen, den Argon AR01 und den Nitrogon NT06-PRO. Vom Konzept her könnten sie nicht unterschiedlicher sein, sie richten sich an unterschiedliche Nutzergruppen.

    Der SilverStone Nitrogon NT06-PRO ist im Prinzip ein Top-Blow-Kühler. Lediglich die Position des Lüfters ist nicht über dem Kühlkörper, sondern darunter. Dadurch misst die Gesamthöhe 82 mm und der Kühler eignet sich für den Einbau in Gehäusen mit begrenztem Platzangebot. Vor allem sind hier die SilverStone-Sugo-Gehäuse zu erwähnen. Bei der Kompatibilität hat SilverStone gute Arbeit geleistet. Nahestehende Arbeitsspeicher-Module werden im Normalfall nicht zum Problem und auch der Lüfter ist günstig positioniert, sodass auch Kühler auf den Spannungswandlern darunter Platz finden können.
    Die Kühlleistung des NT06-PRO ist von der Position des Lüfters unabhängig und liegt auf einem hohen Niveau, vor allem im Vergleich zu den zuletzt getesteten Kühlern, und bietet Spielraum für höhere TDP-Klassen. Da aber auch der Geräuschpegel bei HTPC-geeigneten Kühlern von Bedeutung ist, nutzt SilverStone die Reserven eher zur Reduzierung des Schallpegels. Von Herstellerseite aus ist der Kühler für 95 Watt Abwärme vorgesehen und kann diese leise kühlen.
    Der Lüfter besitzt einen leicht eingeschränkten Regelbereich, sprich nutzt nicht das gesamte PWM-Spektrum aus, gefällt aber durch eine lineare Drehzahlkurve. Bei hohen Drehzahlen fällt neben dem typischen Luftrauschen leider auf, dass stärkere Vibrationen auftreten. Bei Gehäusen, die hierauf empfindlich reagieren, muss dieser Punkt beachtet werden.
    Ebenso muss man den Preis des SilverStone Nitrogon NT06-PRO als schmerzhaft für das Portemonnaie anführen. Knapp 50 Euro verlangt SilverStone für den Kühler. Selbstverständlich erhält man hierfür auch einen Gegenwert und wenn Leistung wichtig ist, kann der NT06-PRO näher ins Auge gefasst werden.

    Der SilverStone Argon AR01 soll vor allem preisbewusste Nutzer ansprechen. Im Gegenzug platziert sich der Kühler mit einem Preis von ungefähr 32 Euro aber nicht im Einsteigersegment. Die Verarbeitung ist sauber, sodass man hieran nichts aussetzen kann. Die Befestigung des Lüfters oder optional der Lüfter weiß zu gefallen. Mit den Gummi-Puffern wird die Installation zum Kinderspiel. Wie schon beim NT06-PRO müssen wir aber feststellen, dass Vibrationen auftreten. Demzufolge sollte man das hohe Leistungspotenzial ausnutzen und die Lüfterdrehzahl zu Gunsten des Schallpegels reduzieren. Das Drehzahlspektrum ist gegenüber dem NT06-PRO noch einmal ein wenig kleiner, dafür sehen wir beim verbauten 120-mm-Lüfter nicht nur eine gleichmäßig ansteigende Drehzahlkurve, sondern auch einen größeren Regelbereich als von SilverStone angegeben. Selbst die 125-W-TDP-Klasse, die durch unseren AMD FX-8150 repräsentiert wird, stellt keine Hürde für den Kühler dar.
    Schlussendlich muss man sagen, dass der SilverStone Argon AR01 Tower-Kühler-typisch eine hohe Leistung liefert und der Hersteller mit dem Lüfter weitestgehend eine gute Wahl getroffen hat, solange man nicht die volle Leistung/Drehzahl abrufen muss. Ohne ein direktes Vergleichsobjekt in Form eines zweiten Tower-Kühlers möchten wir das Thema Preis/Leistung an dieser Stelle ein wenig offen lassen.

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  2. Die folgenden 15 Benutzer sagen Danke zu heikosch für diesen nützlichen Beitrag:

    Dr4go (06.05.2013), Effe (06.05.2013), Frosdedje (06.05.2013), Haubi (06.05.2013), mapim (07.05.2013), mickythebeagle (07.05.2013), MrBad (06.05.2013), Ordrosh (06.05.2013), Qbert (13.05.2013), S.I. (12.05.2013), Sefegiru (06.05.2013), Shadowtrooper (06.05.2013), Sje8607 (06.05.2013), skibice (06.05.2013), tex_ (06.05.2013)

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