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    Zalman CNPS5X Performa


    Zalman ist wohl einer der bekanntesten Hersteller von CPU-Kühlern, da man zu Zeiten des Sockel A (462) von AMD mit dem CNPS7000 nicht nur einen leistungsmäßig, sondern auch lautstärketechnisch wegweisenden Kühler im Portfolio hatte. Irgendwie muss man aber sagen, dass der Hersteller scheinbar immer noch von diesem Ruhm zehrt. Aktuell dominieren andere Firmen in Deutschland den Markt und so stellt sich natürlich die Frage: Was kann man vom einstigen Primus erwarten? Mit dem CNPS5X Performa tritt zwar kein Top-Modell für den heutigen Test an, dafür ist der Kühler aber mit einem Preis von knapp über 13 Euro ein Modell eines Segments, wo die Kundschaft gerne einmal spontan zusagt. Was hat der kleine Tower-Kühler zu bieten? Wie kann sich der Kühler positionieren?
    Wir haben den CNPS5X Performa durch unseren bekannten Parcours gejagt und möchten uns beim User Schwarzmetaller für die Leihstellung bedanken. Viel Spaß auf den folgenden Seiten!

    geizhals-Preisvergleich - Zalman CNPS5X Performa

    [BREAK=Testsystem]
    Entgegen den älteren CPU-Kühler-Tests kommen an dieser Stelle mehrere Konfigurationen zum Einsatz. Damit wollen wir insgesamt vier TDP-Klassen abdecken: 45, 65, 95 und 125 Watt.

    Lange Zeit war es schwierig, verlässliche Temperaturwerte der internen Dioden zu bekommen und mit dem C3-Stepping der K10-CPUs schien das Problem weitestgehend gelöst. Beim zum Einsatz kommenden AMD Phenom II X3 720BE handelt es sich noch um ein Modell mit C2-Stepping, sodass die Temperaturen vermutlich ca. 10 °C zu niedrig angezeigt werden. Der Vergleichbarkeit unter den Kühlern schadet dieser Umstand aber nicht, da für alle die gleichen Bedingungen gelten.

    Unser Testsystem:
    • AMD Athlon II X2 240e (45 W TDP), AMD A4-3400 (65 W TDP), AMD Phenom II X3 720BE (95 W TDP) und AMD FX-8150 (125 W TDP)
    • Sapphire IPC-AM3DD785G, Gigabyte GA-A55M-DS2 oder ASUS Crosshair V Formula
    • 2 x 2 GB Patriot AMD Memory Entertainment Edition DDR3-1600 oder 2 x 4 GB G.Skill RipJaws-X DDR3-1866
    • Enermax Pro82+ 385 Watt
    • Wärmeleitpaste: Arctic Cooling MX-4

    Planet 3DNow! testet mit Hardware von getgoods.de

    Die Lautstärke messen wir mit einem dB(A)-Messgerät aus einem frontalen Abstand zum Lüfter von 1 cm. Daher erscheinen die Werte mit im Schnitt über 40 dB(A) recht hoch. Allerdings verfügen wir leider nicht über einen schallisolierten Raum und können nur so Nebengeräusche weitestgehend ausschließen. Anzumerken ist hier aber, dass in einem subjektiv völlig lautlosen Raum immer noch 35 dB(A) gemessen werden. Hier sollte man bedenken, dass Hersteller in schallarmen Räumen üblicherweise aus ca. 1 m Entfernung ihre Lüfter frei schwebend messen. Das sind allerdings keine realistischen Werte, die man auf die Praxis beziehen kann.

    Als kleine Hilfe kann man sich zur Orientierung folgendes vor Augen halten, wenn man ein geschlossenes Gehäuse verwendet:
      < 40 dB(A) - nicht wahrnehmbar
      40-42 dB(A) - extrem leise
      42-44 dB(A) - leicht wahrnehmbar
      44-46 dB(A) - leise, aber hörbar
      46-48 db(A) - hörbar
      48-50 dB(A) - deutlich wahrnehmbar
      > 50 dB(A) - laut

    Wer extrem geräuschempfindlich ist, wird auch mit einer Lautstärke von 39 dB(A) nicht so wirklich glücklich sein. Insgesamt ist es immer von der subjektiven Wahrnehmung abhängig, wie stark man eine gewisse Lautstärke empfindet. Allgemeingültig ist diese Orientierungshilfe nicht, spiegelt aber grob das allgemeine Empfinden wieder.

    Die Umgebungstemperatur beträgt bei den Messungen ca. 28 °C. Das erscheint recht viel, ist aber bei einem offenen Testaufbau – wie wir ihn verwenden – realistischer mit einem geschlossenen Gehäuse zu vergleichen. Sommerliche Wetterverhältnisse treiben die Temperaturen in den Gehäusen noch höher, weshalb wir empfehlen, immer eine Reserve von ca. 5 °C zu addieren.

    [BREAK=Zalman CNPS5X Performa]
    Zalman CNPS5X Performa

    Technische Daten:
    • Preis: ab ca. 13,00 €
    • Maße (BxHxT): 64x134x127 mm
    • Material: Aluminium, Kupfer-Heatpipes
    • Gewicht: ca. 320 g
    • Lüfter: 92x92x25 mm (Spezialkonstruktion)
    • Lüfterdrehzahl: 1400-2800/min (in unserem Test: 730-2650/min)
    • Lüfteranschluss: 4-Pin (PWM)
    • Beleuchtung: Nein
    • Aufbau: Tower-Kühler
    • Sockel: 754, 939, 940, AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1, FM2, 775, 1150, 1155, 1156
    • Nebengeräusche: Luftrauschen bei hohen Drehzahlen, leichtes Rattern/Klackern, Vibrationen werden auf den Sockel weitergegeben
    • Art der Lüfterbefestigung: Schrauben/Kunststoffrahmen

    Einbau:
    • AMD: Klammer, Mainboard-Ausbau nicht nötig
    • Intel: Push-Pins, Mainboard-Ausbau nicht nötig

    Zusätzliches Zubehör:
    Wärmeleitpaste, Push-Pins und Befestigungsrahmen für Intel-Sockel, Kurzanleitung
    Besonderheiten beim Einbau auf AMD-Systemen:
    Für die Installation ist kein Mainboardausbau nötig. Die Klammerkonstruktion nutzt die vorhandenen AMD-Sockel-Haltenasen. Nach dem Aufbringen der Wärmeleitpaste kann der CNPS5X Performa grob positioniert werden. Mit einem Kreuzschlitz-Schraubendreher lassen sich die Halteösen soweit absenken, um problemlos einzuhaken. Die nötige Haltespannung wird durch Anziehen der Schrauben bis zum Anschlag aufgebaut.

    Zalman CNPS5X Performa

    Der Zalman CNPS5X Performa ist ein eher kleiner Tower-Kühler mit einem 92-mm-Lüfter. Mit diesen Eckdaten sieht man im Preisvergleich, dass sich das Modell gegen etliche Konkurrenten durchsetzen muss. Da fällt vor allem der Alpenföhn Sella ins Auge, der sich nahezu preisgleich platziert und schon einmal vor einiger Zeit bei uns getestet wurde. Dabei fiel vor allem auf, dass selbst 140 Watt Verlustleistung durch diesen stemmbar sind. Damit muss sich der heute getestete CNPS5X Performa von Zalman messen.
    Eine erste gute Meldung gibt es von uns bei der Kompatibilität zu aktuellen Mainboards. Durch die kompakten Abmessungen sollte es zu keinen Kollisionen mit umliegenden Bauteilen kommen können.

    Zalman CNPS5X Performa Zalman CNPS5X Performa Zalman CNPS5X Performa

    Der kleine Tower-Kühler mit einer Höhe von 134 mm verfügt über drei Heatpipes. Die Radien scheinen im Falle der innersten Bögen am Rande des Möglichen zu sein, wie man an den Stauchungen im Metall erkennt. Die beiden vorderen Röhren überkreuzen sich, um die Wärmeverteilung zu verbessern. Die Form der Kühllamellen ist an den Lüfter angepasst. Im oberen und unteren Bereich sind die Lamellen schmaler gehalten. Die Wärmeübertragung wird durch die Heatpipe-Direct-Touch-Technologie realisiert. Wie man dem entsprechenden Bild entnehmen kann, hat Zalman an dieser Stelle nicht auf absolute Perfektion geachtet.

    Zalman CNPS5X Performa

    Die Fläche wurde grob plangefräst und weist deutlich spürbare Riefen auf. Ebenso zeigt sich, dass kleine Rillen zwischen Heatpipe und Kühlerbodenplatte vorhanden sind. Beim CNPS5X Performa sieht man also, dass knapp kalkuliert wird. Inwieweit sich die unfeine Bearbeitungsqualität auf die Leistungsfähigkeit auswirkt, kann man nur schwer sagen. Ebenso ist die Fläche der Grundplatte nicht groß genug, um den gesamten Heatspreader abdecken zu können.

    Zalman CNPS5X Performa

    Bei dem verbauten Lüfter handelt es sich um ein rahmenloses Modell. Der große Kunststoffrahmen ist theoretisch abnehmbar, aber bei unserem Exemplar so fest, dass wir Angst haben, den Rahmen zu beschädigen. Durch die Lamellen ist aber erkennbar, dass der Lüfter mit dem Rahmen verschraubt ist. So ließe sich der Lüfter als einzelnes Bauteil wechseln, wenn man im Einzelhandel ein entsprechendes Ersatzmodell auftreiben kann. Ein Tausch gegen einen beliebigen günstigen (ggf. auch stärkeren oder leiseren) Standardlüfter ist nicht möglich. Immer wieder muss sich Zalman für diese Praktik Kritik gefallen lassen.
    Eine Schwingungsdämpfung in Form von Gummipuffern oder ähnliches besitzt der Lüfter nicht. Im Betrieb fällt uns auf, dass Vibrationen auf das Mainboard weitergegeben werden. Je höher die Drehzahl, desto mehr fallen diese selbstverständlich auf. Das gebotene Drehzahlspektrum kann man durchaus als breit bezeichnen, lässt sich doch auf unserem ASUS Crosshair V Formula eine Mindestdrehzahl von knapp 730/min realisieren. Leider sind die Stufen stark vom verwendeten Mainboard abhängig und in diesem Fall recht weit auseinander. Auf höchster Stufe ist der Lüfter deutlich hörbar. Neben dem typischen Luftrauschen vernehmen wir weiterhin ein leichtes Klackern und Rattern des verbauten Lüfters.

    Die Kühlleistung des Zalman CNPS5X Performa reicht aus, um auch CPUs mit 125 Watt Verlustwärme bei guter Belüftung zu kühlen. Dabei benötigt der Kühler aber schon hohe Drehzahlen, sodass ein leiser Betrieb nicht mehr möglich ist. Senkt man die Abwärme auf 95, 65 oder gar 45 Watt, kann sich der günstige Kühler deutlich besser positionieren. Teilweise bietet sich dann auch genügend Spielraum, um die Drehzahl und damit den Schallpegel auf ein niedriges Niveau zu bekommen. Dabei erreicht der Zalman mitunter sogar Werte deutlich teurerer Kühler.

    Durch die Tower-Bauweise sollte zusätzlich beachtet werden, dass kein Luftstrom direkt auf den CPU-Sockel gerichtet ist. Daraus folgt, dass die umliegenden Bauteile keinen bzw. lediglich geringfügig aktiv mit gekühlt werden.

    Zalman CNPS5X Performa Zalman CNPS5X Performa Zalman CNPS5X Performa Zalman CNPS5X Performa

    Fazit
    Der Zalman CNPS5X Performa nimmt einen harten Kampf auf. Die Konkurrenz ist groß und der Preisdruck ebenso. Diesen Umstand sieht man in diesem Fall deutlich anhand der Bodenplatte, die unsauberer gefertigt wurde. Inwieweit sich das auf die Kühlleistung auswirkt, lässt sich nur schwer sagen. Mit dem CNPS5X Performa lassen sich CPUs mit bis zu 95 Watt Verlustleistung effektiv kühlen, sodass noch ein gewisser Spielraum besteht, um die Lüfterdrehzahl und damit den Schallpegel zu senken. Das Drehzahlspektrum des verbauten nahezu nicht ersetzbaren Lüfters ist recht weit, wobei beachtet werden muss, dass der verfügbare Bereich auch vom Mainboard und dessen Steuerung abhängt.

    [BREAK=Kühlleistung AMD Athlon II X2 240e]



    [BREAK=Kühlleistung AMD A4-3400]



    [BREAK=Kühlleistung AMD Phenom II X3 720BE]



    [BREAK=Kühlleistung AMD FX-8150]



    [BREAK=Lautstärke bei 7 V und 12 V Lüfterspannung]



    [BREAK=PWM-Steuerung]
    Seit Jahren lassen sich Lüfter über die sogenannte Pulsweitenmodulation, kurz PWM, regeln. Wie bei unseren letzten Tests haben neben den erreichten Temperaturen auch die Lüfterdrehzahlen und den erreichten Schallpegel notiert. Beginnen wir mit der Lüfterdrehzahl.


    In Verbindung mit dem Gigabyte GA-A55M-DS2 fällt die recht hohe Startdrehzahl auf. Das ASUS Crosshair V Formula bietet mehr Spielraum nach unten, dort lassen sich minimal 730/min erreichen. Die Maximaldrehzahl beträgt in unserem Fall knapp 2600/min.


    Die Konsequenz sehen wir, wenn wir uns den Schallpegel vor Augen führen. Der Zalman CNPS5X Performa liegt in diesem Abschnitt deutlich oberhalb anderer Kühler, die wir bereits getestet haben. Wirklich leise kann man den CNPS5X Performa auf dem Gigabyte GA-A55M-DS2 nicht bekommen. Wie sich der Kühler also schlägt, hängt auch vom Mainboard ab. Was das aber schlussendlich ausmachen kann, sehen wir uns im Folgenden an.


    Verwenden wir unsere 45-W-CPU, sehen wir eine Leistung, die mitunter deutlich teureren Kühlern das Wasser reichen kann. Aber auch der steile Anstieg der Kurve zeigt, dass der CNPS5X Performa hohe Lüfterdrehzahlen braucht, um Leistung zu bringen.


    Die A4-3400-APU von AMD sitzt auf dem Gigabyte GA-A55M-DS2, wo wir schon auf die deutlich höhere Startdrehzahl hingewiesen haben. Das hat zur Folge, dass der Zalman-Kühler zwar den beiliegenden AMD-Boxed-Kühler locker in die Tasche steckt, dafür aber auch nicht leise zu Werke geht. Die Kühlleistung liegt hier auf dem Niveau eines Thermalright AXP-100, dabei muss man aber mit einem höheren Schallpegel leben.


    Erhöhen wir die Verlustleistung weiter, sehen wir, dass die Leistung abfällt. Dafür bietet sich genügend Spielraum zur Anpassung des Schallpegels an die eigenen Bedürfnisse.


    125 Watt Verlustleistung, produziert von unserem AMD FX-8150, bringen den Zalman CNPS5X Performa an die Grenzen. Selbst im Leerlauf benötigen wir höhere Drehzahlen, um die CPU im grünen Bereich halten zu können.

    [BREAK=Fazit]

    Der Zalman CNPS5X Performa weckt bei uns eine gewisse Erwartungshaltung, denkt man doch ununterbrochen an die Sockel-A-Zeiten zurück. Doch man muss sich immer vor Augen halten, dass wir es hier mit einem günstigen Kühler zu tun haben. Noch dazu um einen Kühler, der gegen eine große Anzahl an Konkurrenten antritt. Das bedeutet, dass Zalman in diesem Fall an einigen Stellen Einsparungen treffen muss. Das macht sich vor allem bei der Verarbeitung bemerkbar.

    Lamellenabstand und -dicke liegen auf dem Niveau eines Scythe Kozuti, weshalb sich deutliche Parallelen erkennen lassen. Für eine adäquate Kühlleistung benötigt der Kühler einen Lüfter, der einen hohen statischen Druck erzeugt. Nur so lässt sich ein ausreichender Luftstrom durch die Lamellen "pressen". Die nötigen hohen Drehzahlen sorgen für einen entsprechenden Schallpegel. Bis zu 95 Watt Verlustleistung seitens der CPU lassen sich mit dem Zalman CNPS5X Performa effektiv kühlen, sodass noch Spielraum für die Anpassung des Schallpegels vorhanden ist.

    Neben der zwangsweise preisgünstigen Verarbeitung muss sich Zalman vor allem beim Lüfter Kritik gefallen lassen müssen. Der verbaute 92-mm-Lüfter ist nicht nur rahmenlos und somit nur schwer bis gar nicht austauschbar, sondern auch seine Entkoppelung ist dem Rotstift zum Opfer gefallen, sodass Vibrationen des Lüfters in unserem Test spürbar an das Mainboard übergeben wurden.

    Schlussendlich bleibt festzuhalten, dass man mit dem Zalman CNPS5X Performa das bekommt, wofür man bezahlt. Die Kühlleistung ist ausreichend, aber nur bis 95 Watt TDP empfehlenswert. Wenn die Ansprüche nicht allzu hoch sind, kann der kompakte Tower-Kühler mit einer Höhe von 134 mm aber trotzdem einen Blick wert sein.

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