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    SilverStone Fortress FT04 - Die Hardware steht Kopf

    Nachdem unser letzter SilverStone-Gehäuseartikel schon über ein Jahr her ist, haben wir uns diesmal ein neues Modell der Fortress Reihe angesehen. Genauer gesagt, das SilverStone Fortress FT04, welches Anfang des Jahres ebenso wie das Raven RV04 auf der CES vorgestellt wurde. Die Fortress- und die Raven-Serie stellen das konventionelle Gehäuse-Design im wahrsten Sinne des Wortes buchstäblich auf den Kopf. Während das Fortress FT01 noch einen klassischen Aufbau im Gehäuseinneren hatte, so drehte SilverStone dann im FT02 (zu unserem Artikel), nicht nur das Mainboard um 90°, sodass die Anschlüsse auf der Gehäuseoberseite kamen, auch der Einbauplatz des Boards wanderte von der rechten auf die linke Seite.   Das Kühlkonzept basiert auf einem Kamineffekt. Im Boden sind drei 180-mm-Lüfter welche die Luft von unten nach oben durch das Gehäuse leiten. Damit führte das Fortress FT02 lange Zeit die Temperaturcharts unserer Gehäusetests an. Mit dem FT04 geht SilverStone jetzt noch einen Schritt weiter und stellt das Mainboard komplett auf den Kopf. Die Lüfter im Boden sind verschwunden, dafür sollen nun zwei 180-mm-Lüfter in der Front für die Kühlung sorgen.

    Wie sich das Fortress FT04 in unserem Testparcour schlägt und welche Besonderheiten uns noch erwarten, werden wir auf den folgenden Seiten genauer unter die Lupe nehmen.

    Wir bedanken uns bei SilverStone für das Testmuster und wünschen wieder einmal viel Spaß beim Lesen.




    [BREAK=Testsystem]Für das Testsystem kommt eine AMD-Plattform mit folgenden Komponenten zum Einsatz:
    • CPU: AMD Phenom X4 9850 Black Edition mit 4 x 2,5 GHz und 125 W TDP
    • CPU-Kühler: Scythe Rasetsu oder bei kleineren Gehäusen der AMD-Boxed Kühler
    • Mainboard: ASRock A780FullHD - AMD 780G/SB700-Chipsatz, mATX
    • Arbeitsspeicher: 4 x 1024 MB Kingston (DDR2-800)
    • Grafikkarte: Gigabyte Radeon HD 6950 mit 2048 MB Grafikspeicher
    • Festplatte: 2 x Maxtor DiamondMax 10
    • Netzteil: Enermax Modu 82+
    • 2 x Cougar Vortex HDB CF-V14H Lüfter (für Gehäuse ohne Lüfter)
    • 2 x Cougar Vortex CF-V12S Lüfter (für Gehäuse ohne Lüfter)

    Der Testparcours bedarf einiger Hilfsmittel und Programme:
    • Furmark v1.80 – Stabilitätstest für die Grafikkarte
    • Prime95 v25.11 - CPU-Testprogramm
    • AIDA64 Extreme Edition zur Auswertung sämtlicher Temperatursensoren

    Messgeräte: Voltcraft 329 Schalldruckmessgerät. Zum Aufheizen des Systems kommen Prime95 und FurMark gleichzeitig zum Einsatz. Hierbei wird eine Belastung der CPU und GPU erzielt, welche im normalen Alltagsbetrieb kaum vorzufinden ist. Ein Testlauf ist absolviert, wenn das System 30 Minuten der Belastung standhält. Vorzeitige Abbrüche werden selbstverständlich vermerkt und gehen mit den letzten Maximaltemperaturen in die Grafiken ein. Messungen im Idle-Zustand haben wir gestrichen, da diese bei den Stromsparmechanismen der Prozessoren zunehmend uninteressanter sind. Die Raumtemperatur beträgt hierbei 20 °C. Die erzielten Temperaturen der einzelnen Sensoren lesen wir mit dem Programm AIDA64 Extreme Edition aus. Hierfür hat uns der Hersteller freundlicherweise einige Lizenzen zur Verfügung gestellt.

    Bei den Messungen der Lautstärke haben wir uns für zwei Durchläufe entschieden: ein erster unter voller Last des gesamten Systems und ein weiterer, wenn lediglich die im Gehäuse verbauten Lüfter laufen. Damit möchten wir eine bessere Vergleichbarkeit für den Leser gewährleisten. Die Lautstärke mit verbauter Hardware ist stets von den einzelnen Komponenten abhängig und wird somit immer unterschiedlich ausfallen; ohne installierte Hardware wird sie jedoch bei jedem annähernd gleich sein. Wir messen die Lautstärke mit einem dB(A)-Messgerät von drei Seiten bei einem Abstand von 30 cm.





    [BREAK=Technische Daten]

    Die Daten zum SilverStone Fortress FT04 entnehmen wir wie immer der Webseite des Herstellers:

    ModellnameSST-FT04B-W
    Laufwerkschächte

    2x 5,25 Zoll (extern)
    7x 3,5/2,5 Zoll (intern, 1x Hot-Swap)
    4x 2,5 Zoll (intern)

    Abmessungen

    219 x 546 x 284 mm (Breite, Höhe, Tiefe)

    Material Stahl, Aluminium
    FormfaktorSSI-EEB, SSI-CEB,Extended ATX, ATX, µATX
    Front I/O2x USB 3.0, Audio-IN/OUT
    Maximale Grafikkartenlänge338 mm, Breite 170 mm
    Maximale CPU-Kühler-Höhe165 mm
    Lüfter

    Front 2x 180 mm (vormontiert), 3x 120 mm optional
    Rückseite: 1x 120 mm (optional)

    Erweiterungsslots 8
    Gewicht 11,5 kg
    Empfohlener Verkaufspreis ab 209,- Euro


    Die technischen Daten auf der Homepage von SilverStone sind leider ein wenig irreführend. Dort steht, das Gehäuse verfügt über zwei 3,5"-HotSwap-Schächte. Dies ist nicht ganz richtig. Es ist lediglich einer. Um einen zweiten nutzen zu können, ist es notwendig einen HotSwap-Adapter CP05 im Zubehörhandel zu bestellen. Dieser schlägt mit 5,75 Euro zu Buche. Rechnet man dann noch den Versand hinzu, ist man schnell über 10 Euro.

    Der Lieferumfang des SilverStone Fortress FT04 umfasst die auf dem Bild ersichtlichen Kleinteile:
    • Montagematerial
    • Mehrsprachige Einbauanleitung
    • Kabelbinder
    • Adapter zum Einschrauben der Abstandshalter
    • Stütze für schwere Grafikkarten
    • Adapter zur Befestigung von drei 120-mm-Lüftern

    Das Zubehör fällt sehr umfangreich aus. Die Einbauanleitung ist in 10 Sprachen verfasst und geht auf so ziemlich jedes Detail ein. Die maximale Grafikkartenlänge und die maximale CPU-Kühler-Höhe gibt mittlerweile zum Glück fast jeder Hersteller an. SilverStone geht jedoch einen Schritt weiter. Es gibt außerdem Angaben zur maximalen Netzteillänge inklusive Kabel (285 mm), maximalen Länge der optischen Laufwerke (220 mm), Hinweisen, wie die Staubfilter optimal gereinigt werden und vieles mehr. Viel ausführlicher geht es kaum noch. Dies ist allerdings bei einem Gehäuse wie dem Fortress FT04 auch notwendig, da der Einbau doch sehr speziell vonstattengeht, wie wir später noch sehen werden. Ebenfalls sehr vorteilhaft ist es, sich vor dem Einbau die Anleitung durchzulesen. Einzig die Zeichnungen und die Schriftgröße sind zum Teil sehr klein geraten. Aber zum Glück gibt es die Montageanleitung ja auch zum Download auf der SilverStone Seite.

    [BREAK=Äußeres – Teil 1]
    Das Fortress FT04 verfügt über eine Fronttür mit Linksanschlag aus Aluminium. Dadurch wirkt die Front sehr ruhig und homogen. Die Tür besteht aus einem Stück Aluminium, das oben und unten abgerundet ist und somit in einen Teil des Bodens respektive Deckels übergeht. Da schlicht aber auch leicht mit langweilig verwechselt werden kann, sind rechts und links zwei Kanten eingelassen, die sich über den Deckel fortsetzen.

    Im oberen Drittel ist ein SilverStone-Logo platziert. Öffnet man die Tür, wandert der Blick automatisch auf den mächtigen auswechselbaren Staubfilter, hinter dem zwei weiße 180-mm-Lüfter durchscheinen. Bei den Lüftern handelt es sich um zwei AP182. Diese verfügen über ein doppeltes Kugellager und können mittels einer Lüftersteuerung im Bereich von 500-2000/min geregelt werden. Hierbei erzeugen sie laut Hersteller einen Schalldruck von 17–34 dB(A). Die Leistungsaufnahme liegt zwischen 0,6 W bei 9 V und 15,6 W bei 12 V. Der Luftfilter kann über zwei Kunststoffklammern leicht gelöst werden. Rechts und links neben den Klammern ist jeweils ein Drehpotentiometer, mit welchem die Lüfter gesteuert werden können. Darüber befinden sich zwei Einbauplätze für optische Laufwerke. Die Abdeckungen der Einbauplätze werden von vorne entfernt, indem man in die Aussparungen fasst und diese zusammendrückt.


    Die Tür wird durch Magnete gehalten, die allerdings ruhig ein ganzes Stück stärker haften könnten. Alternativ wäre die bessere Wahl ein Schloss gewesen. Nur ein leichter Stoß oder falsches Drehen des Gehäuses und die Tür geht aufgrund des Eigengewichts schon auf. Zur Geräuschdämmung ist die Tür von innen mit Schaumstoff verkleidet.

    Während die linke Gehäuseseite ohne weitere Funktion ist, befindet sich auf der rechten ein Fenster. Damit wird schnell klar, dass das Mainboard folglich auf der linken Gehäuseseite montiert wird. Befestigt sind die Seitenteile mit Rändelschrauben. Im vorderen Teil sind Belüftungsschlitze zu finden, durch welche die Frontlüfter die Frischluft ansaugen können. Weiterhin sind rechts vorne zwei USB-3.0-Anschlüsse sowie Audio-IN/OUT-Konnektoren und auf der linken Seite der Power- und Resetschalter.




    [BREAK=Äußeres – Teil 2]

    Der konkav geformte Gehäusedeckel ist wie schon die Tür aus Aluminium. Die einzige Einschränkung ist der entfernbare Staubfilter, dieser ist aus Kunststoff. Entfernt man ihn, kommt der Einbauplatz für das Netzteil zum Vorschein, das im Fortress FT04 unter dem Gehäusedeckel eingebaut wird. Der Deckel ist mit zwei Rändelschrauben auf der Rückseite befestigt. Löst man diese und entfernt die Seitenteile, kann er nach hinten geschoben werden. In dem Türübergang befinden sich rechts vorne eine Status-LED sowie eine weitere, welche die Festplattenaktivitäten signalisiert.

    Für einen sicheren Stand steht das Fortress FT 04 auf vier leider viel zu kleinen Füßen. Zu klein aus dem Grund, weil auf Untergründen wo das Gehäuse einsacken kann, die Bodenfreiheit so gering ist, dass die Tür über den Boden schrammt. Wir erinnern uns, die Fronttür verläuft zum Teil in den Deckel als auch in den Boden hinein. Auf harten Untergründen wie Laminat, Fliesen oder Parkett gibt es keine Probleme. Zur Entkopplung vom Boden sind die Füße zusätzlich mit einer Gummierung versehen.

    Um es besser zu veranschaulichen, haben wir ein Bild gemacht, bei dem das Gehäuse auf einem Teppichboden steht.

    Im oberen Teil der Rückseite befinden sich die beiden Rändelschrauben, die zum Entfernen des Deckels gelöst werden müssen. Darunter folgt der Einbauplatz für das Netzteil sowie acht Slotblenden mit Entlüftungsschlitzen für die Erweiterungskarten. Unterhalb der Erweiterungskarten befindet sich der Ausschnitt für das I/O-Panel und links davon ist ein optionaler Einbauplatz für einen 120-mm-Lüfter vorhanden.



    [BREAK=Inneres]

    Die Seitenteile lassen sich dank der Rändelschrauben und eines Griffs leicht lösen. Dann kommt auch schon das Innenleben des Fortress FT04 zum Vorschein. Der obligatorische Mainboardausschnitt zum Wechseln verschraubbarer Kühler ohne Ausbau des Mainboards befindet sich im unteren Teil, da das Mainboard ja auf dem Kopf steht. Der Mainboardträger verfügt über diverse Kabeldurchführungen, welche zwar nicht mit einer Gummierung versehen sind, aber da die Kanten sehr sauber abgerundet wurden, sollten hier keine Probleme mit durchgescheuerten Kabeln zu erwarten sein.

    Auf der Rückseite verfügt der Mainboardträger, welcher sich im Übrigen durch Lösen von drei Schrauben entfernen lässt, über einige Ösen, an denen später die Kabel mit Kabelbindern fixiert werden können. Der Einbauplatz für das Netzteil sowie die optischen Laufwerke ist nicht sichtbar, da der komplette obere Bereich durch eine Blende abgeschlossen ist.

    Wenn man von oben ins Gehäuse schaut, wird der Einbauplatz für das Netzteil sichtbar. Es liegt zur Entkopplung auf drei schmalen Gummistreifen auf.

    Die beiden optischen Laufwerke werden wie üblich vorne befestigt. Darunter befindet sich ein entfernbarer Käfig für fünf 3,5"-Laufwerke. Zur Entkopplung der Laufwerke ist der Käfig innen rechts und links mit einer Gummimatte versehen. Sowohl die optischen Laufwerke als auch die 3,5"-Laufwerke müssen mit Schrauben befestigt werden. Der Käfig kann durch Lösen zweier Kreuzschlitzschrauben herausgenommen werden. An der Unterkante, an denen sich die Schrauben befinden, sitzt eine Kunststoffrinne. Fällt also mal eine Schraube herunter, landet sie in dieser Rinne und nicht im Gehäuse. Wer kennt das nicht: Man löst eine Schraube, diese fällt ins Gehäuse und rollt natürlich direkt in eine Ecke, in die man mit den Fingern nicht kommt. Dann fängt man erst einmal an, das Gehäuse auf den Kopf zu stellen, damit die Schraube herausfällt. Somit ist dieses kleine Extra gern willkommen.



    [BREAK=Inneres - Teil 2]

    Unter dem Festplattenkäfig befindet sich ein kleiner Rahmen und rechts daneben ein zweiter. Diese beiden Rahmen sind für zwei weitere 3,5"-Laufwerke gedacht. Die linke Abdeckung ist HotSwap-fähig, die rechte kann für 5,75 Euro mit einer HotSwap-Festplattenhalterung CP05 nachgerüstet werden. Eine Entkopplung der Festplatten findet hier allerdings nicht statt. Beide Rahmen sind von der Gehäuseunterseite her verschraubt. Entfernt man sie, können darunter vier 2,5"-Laufwerke verschraubt werden. Zur Gehäusedämmung ist auch der Boden mit Schaumstoff beklebt. Gekühlt werden die Festplatten dann durch die zwei 180-mm-Lüfter davor.

    An der vorderen Kante der Rahmen befindet sich eine Kunststoffklammer, mit der das Laufwerk gesichert wird. Schiebt man die Festplatte jetzt in den Schacht, kann man sie mit der Klammer fixieren. Um das Laufwerk zu entfernen, löst man die Klammer und zieht an dem Stoffband. Dadurch wird das Laufwerk nach vorne gezogen.

    Eine weitere Besonderheit ist die höhenverstellbare Stütze für den Kühler, welche wir auch schon vom SilverStone Precision PS07W kennen. Ob diese Stütze nun unbedingt erforderlich ist, sei dahingestellt, schaden kann sie sicherlich nichts, da es keine Seltenheit ist, dass je nach verwendetem Kühler auch schon einmal ein 500 -1000 g schwerers Gewicht am CPU-Sockel hängt. Durch den Einbau des Mainbords auf dem Kopf kann so eine Stütze natürlich im Gegensatz zum herkömmlichen Einbau leicht realisiert werden.



    [BREAK=Einbau]

    Kommen wir zum Einbau. Hier kann es bei SilverStone-Gehäusen zum Teil sehr nützlich sein, wenn man vorher das Handbuch studiert oder zum Einbau neben sich liegen hat. Beim Fortress FT04 ist zum Beispiel keine werkzeuglose Montage vorgesehen, weiterhin lassen, beziehungsweise müssen zum Einbau an vielen Stellen Schrauben gelöst werden und auch die Reihenfolge des Einbaus sollte man beachten, da man sonst unter Umständen notwendige Schritte wiederholen muss.

    Im ersten Schritt haben wir erst einmal den Festplattenkäfig entfernt und eine unserer zwei Festplatten dort montiert. Wie bereits erwähnt ist eine werkzeuglose Montage so gut wie nicht vorgesehen, so muss also die Platte mit Schrauben befestigt werden, was sich als recht mühsam herausstellte. Die Schrauben passen nur, wenn man die Laschen nach innen drückt, was ehrlich gesagt nicht sehr schön ist. Sinnvoller wäre es gewesen, einfach längere Schrauben beizulegen. Danach kann der Käfig erst einmal zur Seite gestellt werden. Die zweite Platte wird später ihren Platz auf dem Gehäuseboden im HotSwap-Schacht finden.

    Durch Lösen dreier Schrauben kann der Mainboardträger entfernt werden. Nach dem Einschrauben der Abstandshalter, wobei der Adapter eine große Erleichterung ist, kann somit das Board ohne Einschränkungen außerhalb des Gehäuses darauf befestigt werden.

    Wie schon der Festplattenkäfig, wird auch jetzt erst einmal der Mainboardträger mit fertig montiertem Board zur Seite gelegt und wir widmen uns dem Netzteil. Dieses findet auf zwei Streben Platz. Zur Entkopplung sind die Streben mit zwei Gummistreifen versehen. Anschließend wird das Netzteil von hinten verschraubt. Danach wird das optische Laufwerk eingebaut und verkabelt.

    Jetzt kommt der Zeitpunkt, wo wir uns wieder dem Mainboardträger widmen. Bevor dieser wieder im Gehäuse festgeschraubt wird, sollte nach Möglichkeit der 4-polige ATX-12-V-Stecker angeschlossen werden, sofern dies aufgrund der Kabellänge möglich ist. Das erleichtert die weitere Montage. Ebenfalls jetzt sollten schon die SATA-Kabel der Laufwerke am Mainboard angeschlossen werden. Dann wird der Mainboardträger wieder im Gehäuse verschraubt und die Kabel des I/O-Panels werden am Mainboard befestigt.

    Anschließend haben wir den Festplattenkäfig wieder eingebaut und die zweite Festplatte in den HotSwap-Schacht geschoben. Der Platz zwischen dem Ende der Festplatte im Käfig und unserem CPU-Kühler war gerade noch ausreichend. Das Stromkabel liegt schon an den Lamellen des Kühlers an.

    Im letzten Schritt haben wir die Grafikkarte montiert und die restliche Verkabelung vorgenommen. Für Erweiterungskarten stehen im Fortress FT04 338 mm zur Verfügung. Nachfolgend noch ein Überblick über die Abmessungen einiger gängiger Grafikkarten.

    Fertig zusammengebaut sieht das Ganze wie folgt aus:



    [BREAK=Temperaturen und Lautstärke]

    In den nachfolgenden Tabellen sind die jeweils höchsten Werte in Rot und die niedrigsten in Grün pro Messpunkt dargestellt, um den Überblick zu erleichtern. Im ersten Schritt unserer Messungen haben wir uns wie angekündigt die Lautstärke nur mit den installierten Lüftern, im Fall des Fortress FT 04 also mit zwei Lüftern, ohne weitere Hardware angeschaut. Der Hintergrundpegel im Raum war mit unserem Messgerät nicht mehr messbar. Nach dem Anlaufen der Lüfter haben wir folgende Werte gemessen:

    Danach erfolgte der Belastungstest. Hierzu liefen Prime95 und FurMark für eine halbe Stunde gleichzeitig. Vorab die Lautstärke, die wir dabei gemessen haben, danach die erzielten Temperaturen:




    Auf niedriger Lüftereinstellung säuseln die beiden Air Penetrator dezent vor sich hin, auf hoher Einstellung denkt man, ein Düsenjet rauscht durchs Zimmer. Sie sind nämlich penetrant laut und stürmen unangefochten die Spitze der Lautstärketabelle. Die Temperaturen sind mehr als im grünen Bereich, aber angesichts der Lautstärke hätten wir bessere erwartet. Das in die Jahre gekommene SilverStone Raven 3 hält immer noch die Spitzenposition bei deutlich geringerer Lautstärke. Nachfolgend noch unser Diagramm mit der Temperaturdifferenz, basierend auf dem aktuellen Testsystem bei 20 °C Raumtemperatur:




    [BREAK=Fazit]

    Kommen wir zum Fazit. Das SilverStone Fortress FT04 glänzt mit einer gewohnt guten Verarbeitungsqualität. Gepaart ist das Ganze mit einem ungewöhnlichen Konzept im Innenraum. Neben leicht entfernbaren Staubfiltern und dem möglichen Einbau von bis zu sieben 3,5"-Laufwerken können zusätzlich vier 2,5"-Laufwerke montiert werden. Allerdings sollte man sich beim Einbau Zeit und Ruhe nehmen, da ein werkzeugloser Einbau nicht vorgesehen ist und man bei fast jedem Einbauschritt zum Schraubendreher greifen muss. Das Kühlkonzept bewährt sich mit Einschränkungen ebenfalls sehr gut. Hierbei wird die kühle Luft der beiden Air Penetrator 182 direkt an die kritischen Stellen wie CPU und Grafikkarte geleitet. Der Festplattenkäfig wirkt, sofern er nicht mit fünf Platten voll bestückt ist, zusätzlich wie ein Windtunnel. Eine Stütze für schwere Kühler und eine weitere Stütze für schwere Grafikkarten, die bei Bedarf angebracht werden kann, runden das Konzept ab. Die hierbei von SilverStone erzielten Temperaturen sprechen für das Konzept. Schon auf niedriger Lüftereinstellung erreicht man bei angenehmer Lautstärke sehr gute Temperaturen. Hier bleibt immer noch ausreichend Luft nach oben. Dreht man die Lüfter auf höchste Einstellung, zeigen sie erst so richtig, was in ihnen steckt. Leider aber im negativen Sinn. Ein konzentriertes Arbeiten ist hierbei nicht mehr möglich. Das Fortress FT04 stürmt die Spitze unserer Lautstärketabelle, ohne das auch nur ein Verfolger in Sicht ist. Die einzige vorstellbare erträgliche Möglichkeit, die Lüfter auf höchster Stufe laufen zu lassen, wäre mit Headset auf dem Kopf bei einer Runde Battlefield 3 oder einem anderen Shooter. Allerdings ist das vollkommen unnötig, weil die Temperaturen auch auf niedriger Lüftereinstellung nicht ansatzweise ausgereizt sind. Hier wäre es sinnvoller gewesen, die alten Air Penetrator 181 zu verwenden, die auch im neuen Raven 04 zum Einsatz kommen.

    Wer auf den Einsatz einer Wasserkühlung spekuliert, dem müssen wir vom Fortress FT04 abraten. Das Gehäuse ist voll und ganz auf Lüftkühlung ausgelegt. Weder im Deckel noch im Gehäuseboden kann ein Radiator montiert werden. Unter Umständen ist es mit viel Bastelarbeit möglich, in der Front einen Radiator zu montieren. Ansonsten bleibt einem nur der Einsatz einer AIO-Wasserkühlung anstelle des optionalen 120-mm-Lüfters auf der Gehäuserückseite.

    Unterm Strich reicht bei einem Preis von über 200 Euro ein schickes Äußeres und der Status, mit einem um 180° gedrehten Mainboard etwas Besonderes abgeliefert zu haben, nicht aus. In dieser Preisklasse dürfen Lüfter einfach nicht den Eindruck erwecken, ein Düsenjet rast durchs Büro. Ob man die Positionierung der USB-Anschlüsse auf der rechten Gehäuseseite und Power- und Resetschalter auf der linken Seite gut oder schlecht findet, ist sicherlich eine subjektive Einschätzung und hängt auch vom Platz ab, an dem das Gehäuse später steht. Uns persönlich hat dieser Punkt jetzt nicht gestört, bei anderen Anwendern mag dies anders aussehen.

     


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