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    Noctua NH-U12S und NH-U14S


    Kurz nach der Veröffentlichung unseres letzten Artikel mit den beiden Noctua-Kühlern für HTPCs schwebte die Pressemitteilung ins Haus, dass der österreichische Kühlerspezialist neue Modelle bereit hält. Sieht man sich die beiden Tower-Kühler NH-U12S und NH-U14S an, wird recht schnell klar, dass unser bisheriger Testparcours mit bis zu 125 Watt TDP limitiert. Etliche Kühler zeigten bereits eine hohe Kühlleistung und wir mussten uns die Frage stellen, wie es weitergehen soll. Kurz und knapp: Wir brauchen mehr Abwärme. AMDs FX-Prozessoren mit offenem Multiplikator erleichtern uns die Arbeit. Der Overclocking-Test wird trotzdem nur einen kleinen Teil einnehmen, da wir a) nicht sagen können, wo die Verlustleistung tatsächlich liegt und b) die Belastung außerhalb dessen ist, was der normale Nutzer einem Kühler abverlangen möchte.

    Die beiden Noctua-Modelle NH-U12S und NH-U14S sind typische Tower-Kühler. Wem die Kühlleistung direkt aus dem Karton nicht ausreicht, kann einen zweiten Lüfter anbauen. Aufgrund der Tatsache, dass der Hersteller stets seine handelsüblichen Lüfter verbaut, wird man im Zubehörhandel schnell fündig und der Hersteller kann an dieser Stelle nicht fälschlicherweise Einsparungen vornehmen. Was die beiden Modelle leisten und wo ihre Grenzen sind, haben wir uns, wie man eingangs schon lesen konnte, genau angesehen. Viel Spaß auf den folgenden Seiten!

    Wir möchten uns bei Noctua für die Bereitstellung der beiden Kühler sowie passenden Lüfter bedanken.

    [BREAK=Testsystem]
    Entgegen unseren ersten CPU-Kühler-Tests in der jüngsten Zeit kommen an dieser Stelle mehrere Konfigurationen zum Einsatz. Inzwischen wollen wir insgesamt vier TDP-Klassen abdecken: 45, 65, 95 und 125 Watt. Hinzu kommt ein Overclocking-Setting für den AMD FX-8150. Wir erhöhen den Multiplikator, sodass eine Taktrate von 4,4 GHz erreicht wird, sowie die CPU-Spannung auf 1,30 V. Wie man in unseren Artikeln (hier und hier) nachlesen kann, sind die beiden Werte unkompliziert erreichbar. Ebenso zeigt sich anhand der dortigen Messungen, dass die Leistungsaufnahme des Systems um rund 70 Watt zulegt. Hierbei spielen aber auch die Wirkungsgrade des Netzteils und der Spannungswandler auf dem Mainboard genauso eine Rolle wie die Prozessortemperatur.

    Lange Zeit war es schwierig, verlässliche Temperaturwerte der internen Dioden zu bekommen und mit dem C3-Stepping der K10-CPUs schien das Problem weitestgehend gelöst. Beim zum Einsatz kommenden AMD Phenom II X3 720BE handelt es sich noch um ein Modell mit C2-Stepping, sodass die Temperaturen vermutlich ca. 10 °C zu niedrig angezeigt werden. Der Vergleichbarkeit unter den Kühlern schadet dieser Umstand aber nicht, da für alle die gleichen Bedingungen gelten.

    Unser Testsystem:
    • AMD Athlon II X2 240e (45 W TDP), AMD A4-3400 (65 W TDP), AMD Phenom II X3 720BE (95 W TDP) und AMD FX-8150 (125 W TDP)
    • Sapphire IPC-AM3DD785G, Gigabyte GA-A55M-DS2 oder ASUS Crosshair V Formula
    • 2 x 2 GB Patriot AMD Memory Entertainment Edition DDR3-1600 oder 2 x 4 GB G.Skill RipJaws-X DDR3-1866
    • Enermax Pro82+ 385 Watt
    • Wärmeleitpaste: Arctic Cooling MX-4

    Planet 3DNow! testet mit Hardware von getgoods.de

    Die Lautstärke messen wir mit einem dB(A)-Messgerät aus einem frontalen Abstand zum Lüfter von 1 cm. Daher erscheinen die Werte mit im Schnitt über 40 dB(A) recht hoch. Allerdings verfügen wir leider nicht über einen schallisolierten Raum und können nur so Nebengeräusche weitestgehend ausschließen. Anzumerken ist hier aber, dass in einem subjektiv völlig lautlosen Raum immer noch 35 dB(A) gemessen werden. Hier sollte man bedenken, dass Hersteller in schallarmen Räumen üblicherweise aus ca. 1 m Entfernung ihre Lüfter frei schwebend messen. Das sind allerdings keine realistischen Werte, die man auf die Praxis beziehen kann.

    Als kleine Hilfe kann man sich zur Orientierung folgendes vor Augen halten, wenn man ein geschlossenes Gehäuse verwendet:
      < 40 dB(A) - nicht wahrnehmbar
      40-42 dB(A) - extrem leise
      42-44 dB(A) - leicht wahrnehmbar
      44-46 dB(A) - leise, aber hörbar
      46-48 db(A) - hörbar
      48-50 dB(A) - deutlich wahrnehmbar
      > 50 dB(A) - laut

    Wer extrem geräuschempfindlich ist, wird auch mit einer Lautstärke von 39 dB(A) nicht so wirklich glücklich sein. Insgesamt ist es immer von der subjektiven Wahrnehmung abhängig, wie stark man eine gewisse Lautstärke empfindet. Allgemeingültig ist diese Orientierungshilfe nicht, spiegelt aber grob das allgemeine Empfinden wieder.

    Die Umgebungstemperatur beträgt bei den Messungen ca. 28 °C. Das erscheint recht viel, ist aber bei einem offenen Testaufbau – wie wir ihn verwenden – realistischer mit einem geschlossenen Gehäuse zu vergleichen. Sommerliche Wetterverhältnisse treiben die Temperaturen in den Gehäusen noch höher, weshalb wir empfehlen, immer eine Reserve von ca. 5 °C zu addieren.

    [BREAK=Noctua NH-U12S]
    Noctua NH-U12S

    Technische Daten:
    • Preis: ab ca. 58,00 €
    • Maße (BxHxT): 125x158x71 mm
    • Material: Kupfer (Boden, Heatpipes), Aluminium (Lamellen)
    • Gewicht: ca. 750 g
    • Lüfter: 120 mm (Noctua NF-F12 PWM)
    • Lüfterdrehzahl: 300-1500/min; im Test: 180-1460/min
    • Lüfteranschluss: 4-Pin (PWM)
    • Beleuchtung: Nein
    • Aufbau: Tower-Kühler
    • Sockel: AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1, FM2, 1150, 1155, 1156, 2011
    • Nebengeräusche: nicht wahrnehmbar
    • Art der Lüfterbefestigung: Klammer

    Einbau:
    • AMD: Verschraubung, Mainboard-Ausbau nötig
    • Intel: Verschraubung, Mainboard-Ausbau nötig


    Zusätzliches Zubehör: Backplate, Montagematerial für AMD- und Intel-Systeme, Klammern für zwei 120-mm-Lüfter, Kreuzschlitz-Schraubendreher, Bedienungsanleitung/Montageanleitung, Wärmeleitpaste, Gummi-Ecken für einen zusätzlichen Lüfter

    Besonderheiten beim Einbau auf AMD-Systemen: Die Montage des Noctua NH-U12S ist denkbar einfach. Zuerst muss die originale AMD-Halterung samt Backplate entfernt und durch die Noctua-Backplate ersetzt werden. Die nach oben ragenden Gewindestifte werden mit Abstandshaltern versehen und nachfolgend die passenden Bleche für AMD-Sockel aufgesetzt und mit Muttern verschraubt. Ist der Heatspreader mit einer kleinen Menge Wärmeleitpaste versorgt, kann der Kühlkörper ohne Lüfter aufgesetzt und an den entsprechenden Gewinden verschraubt werden. Zuletzt müssen nur noch der oder die Lüfter mit den Klammern am Kühlkörper befestigt werden.

    Noctua NH-U12S

    Der Noctua NH-U12S ist auf den ersten Blick ein typischer Tower-Kühler. Mit einem Blick auf den Preis wird aber deutlich, dass die Ansprüche etwas höher liegen. Der österreichische Hersteller konnte bisher in unserem Test immer zwei Gesichter zeigen. Entweder man verzichtet auf ein bisschen Leistung und genießt einen sehr leise agierenden Lüfter oder man ruft das Potenzial der Kühler ab, dann aber auch mit einem hörbaren Luftrauschen. Der Markt für Tower-Kühler ist aber, gelinde gesagt, riesig. Etliche Hersteller buhlen um die Gunst der Käufer. Bisher erreichte uns nur ein Tower-Kühler in jüngster Zeit, der SilverStone Argon AR01, und dieser konnte hinsichtlich der Kühlleistung und des Schallpegels überraschen. Wenn wir den Kühler im verbauten Zustand betrachten, können wir keine großen Kompatibilitätsprobleme erkennen. Lediglich bei hohen oder ausladenden Kühlkörpern auf RAM-Modulen könnte ein leichtes Verschieben des Lüfters nötig sein.

    Noctua NH-U12S Noctua NH-U12S Noctua NH-U12S Noctua NH-U12S Noctua NH-U12S

    Der Noctua NH-U12S ist ein typischer Tower-Kühler. Die Wärme wird von der CPU oder APU aufgenommen und über Heatpipes an parallel zum Sockel liegende Kühllamellen weitergegeben. Daraus ergibt sich aber auch, dass der Luftstrom parallel zum Mainboard verläuft und somit umliegende Bauteile nicht direkt gekühlt werden. Wir sehen fünf "U-förmig" angeordnete Heatpipes. Bei den innenliegenden Krümmungen fällt uns auf, dass man hier anscheinend nahezu an der Grenze angekommen ist, was die Umformbarkeit angeht. Denn kommt es bei Heatpipes zu Knickungen oder Verengungen, sinkt die Kühlleistung.

    Noctua NH-U12S

    Betrachtet man den Kühler von oben, sieht man sehr gut die Ausschnitte für die Befestigungsklammern von bis zu zwei 120-mm-Lüftern. Durch den Einsatz eines zweiten Modells kann man das sogenannte Push-and-Pull-Prinzip nutzen. Ein Lüfter saugt die Luft von außen an und drückt sie zwischen die Lamellen und der zweite saugt den Luftstrom ab. Zusätzlich hat man theoretisch noch den Effekt, dass ein eventuell seitlich abreißender Luftstrom durch den zweiten Lüfter ausgeglichen wird und keine Leistung verloren geht. Die Kühllamellen sind aus diesem Grund auch an den Kanten so gefalzt, dass ein Austritt weitestgehend unterbunden wird.

    Um Luftverwirbelungen zu reduzieren, sind kleine Ausschnitte zu sehen. Das zentrale Loch, das zwischen dem Noctua-Logo und dem Schriftzug eingebracht ist, unterstützt die Wärmeverteilung auf Basis des Kamin-Effekts. So kann der Luftstrom von Ebene zu Ebene geleitet werden.

    Noctua NH-U12S

    Der Kontakt zur CPU oder APU wird über eine vernickelte Kupfer-Bodenplatte hergestellt. Die Oberfläche ist mit einem Stirnfräser plangefräst. Das sorgt im Allgemeinen für eine niedrigere Oberflächenrauigkeit.

    Noctua NH-U12S Noctua NH-U12S

    Beim Lüfter vertraut Noctua auf den NF-F12 PWM aus dem eigenen Hause. Während die Lüfterblätter selbst über keine besonderen Einkerbungen für einen optimierten Luftstrom verfügen, kommen eben solche hinter dem Rotor zum Einsatz. Ebenso sind die Verbindungsstücke zwischen Rahmen und Nabe wie die Lüfterblätter geschwungen. In unserem Test zeigt sich, dass die Startdrehzahl des Lüfters etwas geringer ist als das, was Noctua angibt. Bei zwei verwendeten Lüftern muss man erwähnen, dass die Drehzahlen beider Lüfter nahezu identisch sind. Bei der Regelung der Drehzahl über das PWM-Signal des Mainboards zeigt sich ein lineares Verhalten. Die Drehzahl des NF-F12 PWM ist eher niedrig angesetzt im Vergleich zu anderen 120-mm-Lüftern.
    Durch die Gummi-Ecken sollen Vibrationen unterbunden werden, was wir in unserem Test auch bestätigen können. Lediglich bei einer bestimmten Drehzahl klappert kurz die oberste Lamelle des Kühlers. Hier erreichen wir eine kritische Drehzahl. Im Normalfall vernimmt man von Kühler und Lüfter wenn dann nur Luftrauschen, das ab ungefähr 60 % PWM-Signalstärke auffällt.

    Noctua NH-U12S Noctua NH-U12S

    Die Kühlleistung des Noctua NH-U12S liegt auf einem hohen Niveau. Selbst unser Overclocking-Setting kann der Kühler stemmen. Bis 125 Watt TDP reicht die Kühlleistung meist nicht aus, um mit dem knapp halb so teuren SilverStone Argon AR01 gleichzuziehen. Lediglich beim Schallpegel kann der NH-U12S punkten. Die relativ langsam drehenden Lüfter fordern hier anscheinend ihren Tribut. Erst oberhalb von 125 W Verlustleistung zeigt der Kühler, dass in ihm größeres Potenzial steckt. Vor allem ein zweiter Lüfter kann bei hohen TDP-Werten die Leistung merklich verbessern.

    Fazit
    Der Noctua NH-U12S ist ein leistungsstarker Kühler mit einer hochwertigen Verarbeitung. Der mitgelieferte Lüfter kann beim Schallpegel überzeugen, aber durch seine vergleichsweise geringen Drehzahlen fällt er bei der Kühlleistung ein wenig zurück. Hier zeigt der höher drehende Lüfter des SilverStone Argon AR01, das hier etwas verschenkt wird. Das bedeutet aber nicht, dass der Kühler nicht alle TDP-Klassen problemlos kühlen kann. Der Schallpegel lässt sich stets optimieren und wird vor allem Silent-Fetischisten überzeugen können. Im Endeffekt muss man sich also entscheiden, was wichtiger ist: die absolute Kühlleistung oder der Schallpegel.
    Unser Test mit der übertakteten AMD-FX-CPU zeigt aber, wozu der Kühler in der Lage ist. Ein zweiter Lüfter erhöht die Kühlleistung merklich, wenn die Abwärme stark zunimmt und kann als Tuning-Option im Notfall Abhilfe schaffen.

    [BREAK=Noctua NH-U14S]
    Noctua NH-U12S

    Technische Daten:
    • Preis: ab ca. 67,00 €
    • Maße (BxHxT): 150x165x78 mm
    • Material: Kupfer (Boden, Heatpipes), Aluminium (Lamellen)
    • Gewicht: ca. 940 g
    • Lüfter:140 mm (Noctua NF-A15 PWM)
    • Lüfterdrehzahl: 300-1500/min; im Test: 160-1470/min
    • Lüfteranschluss: 4-Pin (PWM)
    • Beleuchtung: Nein
    • Aufbau: Tower-Kühler
    • Sockel: AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1, FM2, 1150, 1155, 1156, 2011
    • Nebengeräusche: nicht wahrnehmbar
    • Art der Lüfterbefestigung: Klammer

    Einbau:
    • AMD: Verschraubung, Mainboard-Ausbau nötig
    • Intel: Verschraubung, Mainboard-Ausbau nötig


    Zusätzliches Zubehör: Backplate, Montagematerial für AMD- und Intel-Systeme, Kreuzschlitz-Schraubendreher, Bedienungs-/Montageanleitung, Klammern für zwei 140-mm-Lüfter, Gummi-Ecken für einen zusätzlichen Lüfter, Wärmeleitpaste, Noise-Reduction-Adapter

    Besonderheiten beim Einbau auf AMD-Systemen: Die Montage des Noctua NH-U14S ist identisch zum Noctua NH-U12S, da hier auf das gleiche SecuFirm-2-System gesetzt wird. Zuerst muss die originale AMD-Halterung samt Backplate entfernt und durch die Noctua-Backplate ersetzt werden. Die nach oben ragenden Gewindestifte werden mit Abstandshaltern versehen und nachfolgend die passenden Bleche für AMD-Sockel aufgesetzt und mit Muttern verschraubt. Ist der Heatspreader mit einer kleinen Menge Wärmeleitpaste versorgt, kann der Kühlkörper ohne Lüfter aufgesetzt und an den entsprechenden Gewinden verschraubt werden. Zuletzt müssen nur noch der oder die Lüfter mit den Klammern am Kühlkörper befestigt werden.

    Noctua NH-U12S Noctua NH-U12S Noctua NH-U12S

    Der Noctua NH-U14S ist sozusagen der große Bruder des NH-U12S. Die Abmessungen nehmen zu, sodass nun ein 140-mm-Lüfter montiert wird. Wie schon auf den ersten Blick zu sehen ist, hält sich die Höhe des NH-U14S in Grenzen. Der Lüfter ragt oben und unten über die Fläche mit den Aluminium-Kühllamellen heraus. Der Noctua-Kühler ist preislich ebenso wie der NH-U12S im Premium-Segment angesiedelt und muss sich gegen eine ganze Reihe von Konkurrenten behaupten. Wie auch der NH-U12S muss beim NH-U14S auf die Höhe der RAM-Module geachtet werden. Bei ausladenden Kühlkonstruktionen auf den Modulen bleibt hier nur das Verschieben des Lüfters. Typisch für einen Tower-Kühler muss man immer bedenken, dass kein direkter Luftstrom die umliegenden Bauteile auf dem Mainboard kühlt.

    Noctua NH-U12S Noctua NH-U12S Noctua NH-U12S

    Der Noctua NH-U14S ist ein NH-U12S, nur noch ein wenig größer. Die Wärme wird über eine Kupfer-Bodenplatte aufgenommen und über die Kupfer-Heatpipes an die Aluminium-Lamellen weitergeleitet. Für die Optik sind die Kupfer-Elemente zusätzlich vernickelt. Noctua setzt bei den Kühlern auf verlötete Heatpipes, die keinen direkten Kontakt zum Heatspreader haben. Im Gegenlicht kann man auch hier sehen, dass die Kontaktfläche mit einem Stirnfräser bearbeitet wurde, die Oberfläche sollte damit weitestgehend glatt sein. Wir zählen sechs "U-förmige" Heatpipes. Wie auch beim NH-U12S sind die Biegeradien augenscheinlich nahe der Grenze des Möglichen. Die Kühllamellen sind an den Seiten gefalzt, um den Luftstrom gezielt durch den Kühler zu leiten. Seitlich verfügt der NH-U14S über Ausschnitte, um bis zu zwei 140-mm-Lüfter aufzunehmen. Das "Push an Pull"-Prinzip findet auch hier seinen Einzug, wenn dies vom Kunden gewünscht und bezahlt wird. Denn hierzu muss ein zweiter NF-A15 PWM nachgekauft werden. Natürlich können aber auch Modelle anderer Hersteller verbaut werden.

    Noctua NH-U12S

    Ein Lüfter vom Typ NF-A15 PWM liegt dem NH-U14S bei. Auch wenn die Typenbezeichnung einen 150-mm-Lüfter vermuten lässt, besitzt das Modell "nur" einen Durchmesser von 140 mm. Die 150 mm in der Breite kommen zu Stande, weil man somit die Kompatibilität zu anderen Kühlern sicherstellen möchte. Gleichzeitig ermöglicht der 140er Durchmesser, dass die Gesamthöhe des NH-U14S im Rahmen bleibt, denn nicht jedes Gehäuse bietet genug Platz für die aktuellen High-End-Kühler.
    Auftretende Schwingungen sollen durch die bereits gesehenen Gummi-Puffer an den Ecken des Kühlers vermieden werden und wir können keine Vibrationen des Testsystems vernehmen. Ebenso gibt sich der Lüfter bis auf das typische Luftrauschen unauffällig. Da wir zwei Lüfter zur Verfügung hatten für diesen Test, sind uns die leichten Schwankungen bei den Lüfter-Eigenschaften bewusst aufgefallen. Auf dem ASUS Crosshair V Formula offenbaren sich unterschiedliche Start-Drehzahlen und ebenso leicht abweichende Drehzahlen im Betrieb. Aufgrund der geringen Unterschiede kommt es nicht zu unangenehmen Nebengeräuschen, jedoch sollte dies nicht unerwähnt bleiben. Mit dem verwendeten Gigabyte GA-A55M-DS2 zeigte sich wiederum zwar der Drehzahlunterschied, nicht aber ein abweichender Start.

    Noctua NH-U12S Noctua NH-U12S

    Bei Prozessoren mit geringer Verlustleistung kann der Noctua NH-U14S sein Potenzial nur bedingt ausspielen. Oftmals ähnelt er seinem kleineren Bruder mit zwei installieren Lüftern. Ab 125 Watt TDP kann der Kühler sich dann absetzen und ist dank der geringeren Drehzahlen im Vergleich zur Konkurrenz leiser bei gleicher Temperatur. Der Sprung vom NH-U12S zum NH-U14S ist doch recht beeindruckend.
    Übertakten wir schlussendlich die FX-CPU, zeigt sich der NH-U14S immer noch nicht überfordert und bietet Spielraum für die Optimierung des Schallpegels.

    Noctua NH-U12S Noctua NH-U12S

    Fazit
    Der Noctua NH-U14S ist, wenn wir uns den vorher vorgestellten NH-U12S ansehen, die bessere Wahl, wenn der Preis keine Rolle spielt. Der Kühlkörper ist sehr leistungsstark und die Lüfterwahl wirkt deutlich passender als beim NH-U12S. Der Spagat zwischen Lautstärke und Kühlleistung wirkt hier deutlich harmonischer. Die Kühlleistung ist auf einem sehr hohen Niveau. Ein zweiter, optionaler Lüfter steigert die Kühlleistung und kann zwei Aufgaben erledigen: Die Temperaturen oder den Schallpegel senken.

    [BREAK=Kühlleistung AMD Athlon II X2 240e]



    [BREAK=Kühlleistung AMD A4-3400]



    [BREAK=Kühlleistung AMD Phenom II X3 720BE]



    [BREAK=Kühlleistung AMD FX-8150]



    [BREAK=Kühlleistung AMD FX-8150 OC @ 4,4 GHz]



    [BREAK=Lautstärke bei 7 V und 12 V Lüfterspannung]



    [BREAK=PWM-Steuerung]
    Wie schon in den letzten Kühlertests haben wir weitreichende Messungen mithilfe der in die Mainboards integrierten PWM-Steuerung durchgeführt. Was dabei rausgekommen ist, wollen wir euch im Folgenden vorstellen. Beginnen wir zuerst mit der Lüfter-Kennlinie:


    Wie gut zu sehen ist, heißt 0 % bei Noctua wirklich "aus". Die Startdrehzahl liegt bei beiden Kühler um die 160/min und damit unterhalb dessen, was der Hersteller vorgibt. Zudem weiß die nahezu lineare Entwicklung zu gefallen sowie die komplette Ausnutzung des Spektrums.


    Wenn wir uns nun die dazu gehörenden Schallpegel bei der Verwendung eines Lüfters ansehen, liegen beide Kühler erneut gleichauf. Trotz 20 mm Unterschied beim Durchmesser ist der 140-mm-Lüfter des NH-U14S nicht lauter. Bei beiden fällt auf, dass ab 60 % Signalstärke Luftrauschen auffällt. Darunter sind die Modelle absolut leise. Leiser als die Konkurrenz sind die beiden Noctua-Kühler, wie man unschwer erkennen kann.


    Bei 45 Watt Verlustleistung des Prozessors können sich die beiden Kühler durch ihren niedrigen Schallpegel in Szene setzen. Die Temperaturen liegen auf dem Niveau der Konkurrenz.


    Ab 65 Watt TDP haben wir zusätzlich mit einem zweiten Lüfter getestet. Schon hier lassen sich Unterschiede erkennen. Die Zwei-Lüfter-Kurven zeigen eine höhere Kühlleistung und einen niedrigeren Schallpegel bei gleicher Temperatur. Trotzdem muss man an dieser Stelle ganz klar sagen, dass die Kühlleistung mit der APU hinter der Konkurrenz hinterherhinkt. Wie schon vor kurzem beim Xigmatek Praeton LD963 aufgefallen ist, kann das schon an einem zu geringen Anpressdruck liegen.


    Erhöht sich die Verlustleistung auf 95 Watt, so ergibt sich wieder ein erwartungsgemäßes Bild. Der Noctua NH-U12S muss sich mit dem SilverStone Argon AR01 messen und kann sich erst mit zwei Lüftern in unseren Augen günstiger positionieren. Die niedrigere Drehzahl reicht bis hierher nicht aus, um einen großen Unterschied aufzeigen zu können.
    Der Noctua NH-U14S kann an dieser Stelle seinen kleineren Bruder mit zwei Lüftern in Schach halten. Der Schallpegel des großen NH-U14S mit einem Lüfter liegt durchgängig unter den Werten der hier aufgezeigten Konkurrenz. Verwendet man nun zwei Lüfter, sehen wir beim NH-U14S, dass er nahezu unbeeindruckt seine Leistung bringt.


    Der AMD FX 8150 mit einer Verlustleistung von 125 Watt offenbart erst das Potenzial der beiden Noctua-Kühler. Während der Noctua NH-U12S weiterhin mit dem SilverStone Argon AR01 (leistungstechnisch) zu kämpfen hat und mit einem niedrigeren Schallpegel überzeugen kann, offenbart der NH-U14S einen gehörigen Abstand. Der Schallpegel ist niedrig und wird durch einen zweiten Lüfter weiter nach unten gedrückt. Die Kühlleistung liegt auf einem sehr hohen Niveau und zeigt, dass 125 Watt keine Hürde sind.


    Der Noctua NH-U14S ist immer noch nicht am Ende mit seiner Leistung, muss aber seine Krone an den SilverStone Nitrogon NT06-PRO abgeben. Trotzdem sehen wir, dass der oder die Lüfter Spielraum bieten, um den Schallpegel zu reduzieren. In dieser Klasse kann der NH-U12S mit seinem zweiten Lüfter zeigen, dass er auch fürs Overclocking geeignet ist, wenn man es nicht übertreibt. Wirklich leise kann man aber nur den NH-U14S bezeichnen.

    [BREAK=Fazit]

    Heute haben wir uns zwei Tower-Kühler aus dem Hause Noctua angesehen, den NH-U12S und den NH-U14S. Bei beiden handelt es sich um leistungsstarke Kühler im oberen Preissegment.

    Der Noctua NH-U12S ist das kleinere Modell mit dem hauseigenen 120-mm-Lüfter vom Typ NF-F12 PWM. Die Kühlleistung des Kühlers ist auf einem hohen Niveau, ebenso wie die Verarbeitungsqualität. Der Kühlkörper besitzt viel Potenzial und bewältigt auch CPUs mit einer Abwärme von mehr als 125 Watt ohne Probleme. Die Leistung reicht stets aus, um den Schallpegel weitestgehend an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Der verwendete Lüfter (NF-F12 PWM) überzeugt durch ein breites Drehzahlspektrum mit einem linearen Verlauf. Durch seine Auslegung auf einen niedrigen Schallpegel, indirekt schon an den im Vergleich zur Konkurrenz niedrigeren Drehzahlen zu erkennen, passt der Lüfter in unseren Augen aber nicht so ganz zum Konzept des NH-U12S. Der Lüfter kann das volle Potenzial des Kühlkörpers nicht bedienen. Ein zweiter Lüfter behebt diesen Umstand ein wenig, ein Modell mit einem stärkeren Luftdurchsatz könnte aber einen Versuch wert sein.

    Ganz anders der Noctua NH-U14S. Trotz gleicher Lüfter-Kennlinie sehen wir hier deutlich bessere Werte. Die Kühlleistung liegt messbar oberhalb des kleineren Bruders. Die Kombination von Kühlkörper und Lüfter ist unserer Meinung nach hier deutlich besser gelungen. Selbst bei unserer übertakteten CPU kommt der NH-U14S nicht in Schwierigkeiten. Ein zweiter Lüfter vom Typ NF-A15 PWM verbessert die Eigenschaften des Kühlers noch einmal, sodass Übertakter diesen gleich mit einplanen sollten. Ist der Schallpegel entscheidend, ist eine Aufrüstung ebenso in die Überlegungen einzubeziehen.

    Schlussendlich bleibt noch das Kapitel Preis/Leistung offen und so richtig mag man fast nicht darüber nachdenken. Mit 58,00 (NH-U12S) und 67,00 Euro (NH-U14S) sind beide Modelle keine Schnäppchen und richten sich an anspruchsvolle Nutzer. Bei beiden muss aber bedacht werden, dass hochwertige Lüfter zum Einsatz kommen. Für einen Noctua NF-F12 PWM werden zurzeit knapp 17 Euro fällig, beim NF-A15 PWM sind es sogar ungefähr 20 Euro. Sowohl der NH-U12S als auch der NH-U14S bedienen aber einen breiten Kundenstamm – vom Silent-Fetischisten bis zum (gemäßigten) Overclocker und sind damit kostspielige Allrounder, mit denen man nichts falsch machen kann.

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    Atlan78 (02.06.2013), Bond.007 (02.06.2013), bytefuzzy (03.06.2013), Cappuandy (02.06.2013), cologne46 (03.06.2013), Dr4go (02.06.2013), Effe (02.06.2013), Haubi (08.06.2013), Makso (02.06.2013), mapim (03.06.2013), Mike (02.06.2013), MrBad (03.06.2013), Phlox (04.06.2013), pokasser (03.06.2013), Qbert (03.06.2013), Raspo (02.06.2013), skibice (02.06.2013), unterstudienrat (09.06.2013)

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