Moin,

ich hatte vor kurzem die Gelegenheit im Mediamarkt diverse Systemkameras mal zu testen.

Hier mal kurz meine Erfahrungen:

Fujifilm hat im direkten Vergleich eher Konservative Designvorstellungen. Leider geht das auch auf kosten der Kompaktheit. Pencakes, also sehr kompakte Standardzoom objektive gibt es hier nicht. Auch die Bodys sind im Vergleich zu den anderen deutlich größer und bei den Cams mit Sucher auf DSLR Niveau. Die X-T10 schießt schon verdammt rauscharme Bilder mit ihrem 16 Megapixel Sensor (ich beziehe micht hierbei auf ISO 2000 Test vor Ort mit einigen Cams unter vergleichbaren Bedingungen). Allerdings kostet die Cam auch 800€. Die kleine X A2 hat den selben Sensor - demnach auch macht die Kamera auch die selben Bilder und kostet dann auch nur 500 Steine mit Linse.
Leider ist die Auswahl an Objektiven nicht so der Bringer, d.h. Linsen gibt es ausschließlich von Fujifilm. Alte Objektive die man auf dem Gebrauchtmarkt erwerben könnte gibt es nicht. Also es gibt schon welche, das sind dann aber Vollmanuelle Linsen von vor 40 Jahren...
Vom Handling her ist die Kamera recht angenehm.

Eine Olympus PL7 macht hier deutlich verrauschtere Bilder. Gefühlt zwei bis drei Klassen schlechter! Dem entgegen hält die PL7 einen optischen Bildstabi im Body - der schon vor 6 Jahren an meiner E520 besser funktionierte als der Stabi an meiner Tamron 17-50 heute! Den Olympus Stabi würde ich nicht unterschätzen, denn Stabi ist nicht gleich Stabi. Möglich z.B. das der Bildstabi eine Iso Helligkeitsstufe im direktvergleich gegen einen andere Kamera ausgleichen könnte (also länger belichten könnte). Trotzdem müssen sich die Micro Four Thirds Hersteller - zumindest beim Rauschverhalten - klar geschlagen geben. Eine Panasonic schnitt hier auch nicht besser ab. Die Pixeldichte ist auch größer als bei Fujifim - verkleinert man das Bild um auf die Bildgröße von Fujifim zu kommen relativiert sich das Rauschverhalten - ich glaube aber nicht das man den Vorsprung damit aufholt. Vom Handling her war mir persönlich die PL7 zu klein. Mir bot das nicht so recht einen sicheren Halt in der Hand. Immerhin ist die Zubehör und Objektivauswahl bei Panasonic und Olympus recht groß und die Kameras sind sehr kompakt.
Der Sucher der GX6 war nicht der Brüller. Im Vergleich zu Sony und Fujifilm war das optische Bild hier deutlich kleiner. So klein das ich zweck dieses Suchers in Frage stellen würde. Besser wird das dann bei den "großen" Systemkameras bei MFT - der Sensor bleibt hier aber der selbe. Der Sensor ist nunmal kleiner als bei APS-C.
Das mFT System sehe ich trotz der schwäche beim Rauschverhalten als relativ zukunftssicheres und ordentliches System an.

Die Sony (alpha) 5100 ist nicht viel größer als die PL7. Die Sony 6000 auch nur kaum großer als die 5100, kommt aber mit einem brauchbaren Sucher. An der 5100 vermissen ich ebenfalls den Halt wie auch den Programm-Drehschalter. Beim Rauschverhalten ist die 6000 sichtbar schlechter als die Fujifilm wenngleich das Bild trotzdem mehr als Brauchbar ist. Gefühlt ist es eine Stufe schlechter. Allerdings lößt der Sensor auch mit 24 Megapixel auf! Zoome ich auf die optische Bildgröße einer Fujifim zurück - sehe ich genau null rauschen. Die Bedienung schien mir bei den neuen Sony recht durchdacht, ebenso wie bei Olympus. Die Fujifilm war für mich auf den ersten Blick nicht ganz so klar, aber das kann auch täuschen.

Im Moment gefällt mir die Sony Alpha 6000 sehr und gefühlt führt die auch das Feld in meiner persönlichen Gesamtwertung der kompakten Systemkameras an.

VG