Cooler Master Masterpulse In-Ear - Orchester aus Aluminium


- Vorwort
- Die Kopfhörer
- Lieferumfang
- Aufbau, Besonderheiten & Verarbeitungsqualität
- Der Testparcour
- Klang (mit verschiedenen Abspielgeräten)
- Aufnahmequalität
- Tragekomfort
- Fazit
- Nachwort


Im Fließtext sind nicht alle Bilder der In-Ears untergebracht, die Komplettsammlung (20 Bilder) ist hier zu finden: Klick

Die Bilder wurden ursprünglich mit höherer Auflösung aufgenommen und dann runterskaliert, wer die Bilder in einer höheren Auflösung benötigt kann mir gerne eine PM schreiben.

Vielen Dank an Cooler Master für die Bereitstellung der Kopfhörer und den freundlichen Kontakt.


Vorwort
Tests zu Lautsprechern und Kopfhörern sind immer ein schwieriges Thema, denn korrekte Mess- und Richtwerte sind zwar im Prinzip vorhanden, sie sagen aber bei weitem nicht so viel aus wie ein hübscher FPS-Balken in einem Grafikkartentest, denn die subjektive Meinung ist bei Musik und bei der Tonwiedergabe bei jedem komplett anders ausgeprägt.
Ich werde beim Thema Klangqualität mein Bestes geben, einen möglichst guten und neutralen Einblick zu bieten, dennoch ist meine Aussage nicht allgemeingültig. Wer sich unsicher ist, oder spezielle Ansprüche hat, tut also gut daran die Zeit für einen Ladenbesuch zu investieren und sich die Kopfhörer anzuhören, bevor man sie wegen den anders gewichteten eigenen Vorlieben zurückschickt.


Die Kopfhörer
Der taiwanische Hersteller Cooler Master, der bei seiner Gründung 1992 noch ausschließlich Kühler produzierte, hat sein Geschäftsfeld seitdem immer wieder erweitert. Auch Peripherie gehört inzwischen zum Angebot.
Auf der Gamescom 2016 brachte die Firma unter anderem eine zwei neue Kopfhörer mit dem Namen Masterpulse auf den Markt: Den Masterpulse Over-Ear und den Masterpulse In-Ear. In diesem Test geht es um letzteren.

Für einen Marktpreis von gut 50€ erhält man mit dem Masterpulse In-Ear einen Ohrstöpsel, den man wahlweise in einer schwarzen und in einer weißen Ausführung kaufen kann. Beide Versionen sind mit einem 8mm-Treiber ausgestattet. Dieser deckt einen Frequenzbereich von 20Hz bis 20kHz ab und findet seinem Platz in einem Aluminiumgehäuse. Darüber hinaus soll eine Funktion namens 'BassFX' die Tonwiedergabe verbessern.
Angeschlossen wird der Kopfhörer über einen einzelnen, vergoldeten, 3,5mm-Klinkenstecker, an dessen Kabel sich eine Fernbedienung mit Mikrofon befindet. Das integrierte Mikrofon nimmt laut Hersteller in allen Richtungen auf und kann Frequenzen von 100Hz bis 10kHz aufzeichnen.

Spezifikationen



Lieferumfang
Der 17x10,5x7,5cm große, aufklappbare Karton enthält neben den In-Ears noch das mehrsprachigen Anleitungsheft, Garantiehinweise auf Englisch und eine - innen gepolsterte - Transporttasche mit Reißverschluss. In dieser befinden sich die Wechselkappen - insgesamt gibt es drei Größen.


Aufbau, Besonderheiten und Verarbeitungsqualität
Die Kopfhörer sind fest mit einem 1,3 Meter langem Flachbandkabel mit Klinkenanschluss verbunden. Nach 95cm teilt sich das Kabel in die jeweiligen Seiten.

Die Kopfhörer selbst bestehen, wie von Cooler Master beworben, im Grundkörper komplett aus Aluminium, das teilweise von Kunststoff überdeckt wird. Im Vorderen Teil des Gehäuses befindet sich die von einem Gitter geschützte Membran. Auf ihn werden die Wechselkappen gedrückt. Diese bestehen innen aus einem etwas härteren, roten Kunststoffrohr, der Rest ist sehr weich und passt sich dementsprechend der Ohrform an.

An der Hinterseite der In-Ears befindet sich ein farbiger Ring aus Kunststoff, der den jeweiligen Kopfhörer kennzeichnet: Blau ist links, rot ist rechts.
Darüber hinaus ist dort auch der Regler für die vom Hersteller beworbene 'Bass FX'-Technologie. Diese soll – wie der Name es bereits andeutet – die Basswiedergabe verbessern. Die Funktion kann pro Seite individuell aktiviert werden, indem man das Rad hinten in die entsprechende Position schiebt. Dadurch kann man den Luftstrom zur Membran etwas verringern, was den Effekt von BassFX verringert.

Der Klang wird in etwa auf Höhe des farbigen Kunststoffrings, durch eine Titanbeschichtete Membran, erzeugt. Als nächstes dient das hohle innere des Aluminiums als Klangkammer, bevor die Töne durch das Metallgitter nach außen gegeben werden.

Mit der am Kabel des linken Kopfhörers angebrachten 1-Tasten-Fernbedienung lassen sich am Handy Lieder stoppen und Anrufe annehmen, Titel umschalten oder vor- bzw. zurückspulen. Darüber hinaus befindet sich darin integriert das Mikrofon für Telefonate.


Die Wechselkappen reichen von kleinen Ohren hin bis zu sehr großen Ohren, sie passen sich gut an diese an. Der Tragekomfort ist dementsprechend hoch, vor allem im Vergleich zu den billigen Standard In-Ears von Smartphones.

Die mitgelieferte Transporttasche, mit ihrem Durchmesser von 82mm und ihrer Höhe von 28mm, besteht aus zwei festen Teilen. Diese werden durch ein Stück Stoff und einen Reißverschluss zusammengehalten. Im Inneren kann man alle Kappen und die In-Ears problemfrei unterbringen und so sicher und vor Beschädigungen geschützt transportieren.


Der Testparcour
Als Wiedergabequelle kommt ein standardmäßig MSI X99S SLI Plus mit ALC892 zum Einsatz. Es wird der Windows Media Player von Windows 7 Professional verwendet, die Lautstärke von Player und Windows ist auf 100% eingestellt. Sofern die Audiodateien nicht direkt aus dem Internet bezogen werden, kommen sie entweder als .flac oder als .mp3 mit 320 kbit/s zum Einsatz.


Klang

Hinweis: Die Kopfhörer wurden in mehreren Stunden gemischten Musikhörens getestet, mit dieser Auflistung wird ein Fokus auf bestimmte Lieder gesetzt.

Es sind natürlich bei weitem nicht alle Musikgenres vorhanden, das liegt unter anderem an der schieren Menge derselben. Da es ein recht bunter Mix, ist dürften aber trotzdem alle Ansprüche an die Kopfhörer gestellt werden, die Normalnutzer an sie haben.

Cooler Masters MasterPulse In-Ears geben in den getesteten Liedern einen lobenswerten Klang von sich. Ein Vergleich mit den üblichen Beilagekopfhörern ist nicht selbstredend nötig, diese sind ohnehin fast durchgehend untauglich für ein auch nur akzeptables Hörerlebnis.

Die einzelnen Instrumenten geben die In-Ears in Orchesterliedern wie Ordu Languet differenziert wieder, hier leisten die MasterPulse gute Arbeit. Auch bei der allgemeinen Tonwiedergabe gibt sich der Hörer keine Blöße. Gesang, Streich-, Zupf- oder Schlaginstrumente kommen, insbesondere in Anbetracht des kleinen Klangkörpers, gut an. BassFX leistet dabei subjektiv eine gute Arbeit und gibt dem Ton noch etwas mehr Fülle. Sonderlich überladen wird der Bass dadurch nicht.

Schließt man die In-Ears an ein LG L90 an, merkt man schnell, dass ein Stück Qualität verloren geht. Alles andere wäre auch verwunderlich, schließlich verbaut man in Smartphones wie diesem – untere Mittelklasse – für gewöhnlich alles andere als hochwertige DACs. Beim Kauf sollte dieser Punkt nicht übersehen werden, sonst könnte man die In-Ears zu stark ausbremsen.

Die FiiO Olympus II E10K mit ihren, im Vergleich zum MSI X99S, deutlich hochwertigeren Bauteilen, holt noch ein mal eine Menge mehr aus den kleinen Kopfhörern raus: Man fühlt sich nun wirklich fast wie im Geschehen. Details werden gut wiedergegeben und man kann sehr leicht die Zeit vergessen.


Aufnahmequalität
Um Telefonate zu ermöglichen ist in der 1-Tasten-Fernbedienung ein Omni-Direktionales Mikrofon eingebaut.
Bei der Aufnahme, die über die Memo-Funktion des LG L90 durchgeführt wurde, befand sich das Mikrofon rund 15 cm dem Lautsprechern (Edifier R1900TII) entfernt und war auf diesen gerichtet. Es wurde ein Teil von 'Caminandes 3 - LIamigos' aufgenommen.

Wie man hört ist die Aufnahmequalität anständig. Ein Grundrauschen ist zwar vorhanden, aber glücklicherweise nur sehr schwach ausgeprägt.
Da das Mikrofon, wie vom Hersteller angegeben, Omnidirektional ist, werden natürlich alle Umgebungsgeräusche aufgenommen. Das ist ein notwendiges übel, um bei Telefonaten auch dann hörbar zu sein, wenn sich das Kabel und damit das Mikrofon wegdreht.


Tragekomfort
Um die Ohren beim Tragen nicht zu sehr zu belasten, ist ein Schirm aus leicht verformbaren Kunsstoff an die Spitzen der Kopfhörer angebracht. Dieser passt sich der Ohrform an.
Alles in allem kommt der Tragekomfort zwar nicht an den von besonders an den Höhrgang angepassten heran, dort hat man aber auch schnell Probleme mit der passenden Größe.
Man kann gut länger Musik hören, ohne dass die In-Ears einen stören. Dabei dichten sie gut von Umgebungsgeräuschen ab: Es ist zwar keinen Totenstille, aber eine sehr starke Dämpfung - beispielsweise hört man keine Zimmertüren mehr.

Die verschiedenen Kappen dürften mit ihrem Durchmesser von 12mm auch für sehr große Ohren noch ausreichend dimensioniert sein.


Fazit
Cooler Masters MasterPulse In-Ear bieten für den Preis von aktuell etwas über 50€ einen lobenswerten Klang. Musik wird sauber und unverfälscht wiedergegeben, Details werden - sofern man einen entsprechend hochwertigen DA-Wandler im Abspielgerät hat - gut ausgearbeitet. BassFX, bietet darüber hinaus noch eine gute Möglichkeit den Klang etwas auf die eigenen Ansprüche anzupassen. Viel Feinjustierung ist aber natürlich nicht möglich.
Die verbauten Kappen dichten gut ab, die meisten Umgebungsgeräusche sind so unhörbar. Ergonomisch geformte In-Ears wären vermutlich noch komfortabler, aber auch so kann man über längere Zeit ohne nennenswerte Probleme Musik hören.
Auch das Zubehör, mit den Kappen in drei verschiedenen Größen und der Transporttasche überzeugt, und ist, wie auch die Kopfhörer selbst, ohne Verarbeitungsmängel. Einzig das Stellrad hätte statt Kunststoff noch aus Metall sein können, das ist aber schon meckern auf (sehr) hohem Niveau und aus diesem Grund kein echter Kritikpunkt.

Positiv:
- Klangqualität
- Verarbeitungsqualität
- Zubehör

Negativ:
- nA


Nachwort
Wie immer sind Verbesserungsvorschläge, Korrekturen und weitere Testwünsche gerne gesehen. Sollte noch jemand spezifischere Fragen zu den In-Ears haben werde ich diese natürlich gerne beantworten.