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Nero24.

HP Pavilion g7-1350eg und g7-2051sg - Kopfschütteln

Bewertung: 3 Stimmen mit einer durchschnittlichen Bewertung von 4,33.
In der vergangenen Woche hielt ich zum ersten Mal ein Trinity-Notebook in Händen, einen HP Pavilion g7-2051sg mit AMD A10-4600M APU. Natürlich nicht für mich, sondern für einen Kunden.

Beim Auspacken noch keine Überraschung. Optisch ansehnlich wie üblich bei HP, bei näherem Hinsehen oder "hinhapten" jedoch einfachstes Plastik; aber gut, dafür war er billig und beherbergt AMDs neue Top-APU mit Piledriver-Modulen. Beim Einschalten jedoch gleich der erste Schock: das Notebook ist laut, unsagbar laut. Dabei klingt es nicht, wie andere laute Notebooks, eher nach Lagerschaden des Lüfters, als ob etwas schleifen würde. Wollte das Gerät schon fast reklamieren, ehe ich in anderen Forenbeiträgen lesen musste, dass das bei diesem Modell normal ist. Zum Glück gibt's im BIOS die Option "Fan Always on", die man deaktivieren kann (by Default nicht deaktiviert!). So bleibt das Gerät wenigstens im Idle und bei niedrigster Last (Office, Surfen) komplett lautlos, und man muss das - ja, wie beschreibt man das Geräusch am besten? Sirren, ja ein unerträgliches hochfrequentes Sirren! Gibt's das Wort im Duden? Keine Ahnung, aber es passt am besten - nur unter Last aushalten.

Das Thema "Last" bringt mich aber gleich zum nächsten Punkt: das Notebook hat eine Trinity-APU, die mit 2,3 GHz Basistakt arbeitet und - zumindest laut Datenblatt - einen Turbo bis 3,2 GHz aktivieren kann. Jedoch war dieser Turbo auch im mehrstündigen Vorbereitungsbetrieb nicht zu provozieren. Weder 7-zip mit nur einem Kern, noch auf einen Kern festgeschnallte Prozesse, noch jedwede andere Tests vermochten die APU zu veranlassen, wenigstens mal kurz auf 3,2 GHz zu takten. Bei 2,7 GHz war Schluss. Einzelfall? Kleiner BIOS-Bug? Kann sein...

Heute nun bereitete ich für einen anderen Kunden ein Llano-Laptop vor, ebenfalls von HP, das g7-1350eg. Hier wohnt ein AMD A6-3420M mit 4x 1,5 GHz Basistakt, Turbo bis 2,4 GHz. Interessanterweise funktioniert der Turbo hier problemlos. Wann immer maximal zwei Kerne Last haben, takten diese auf 2,4 GHz hoch. So weit, so gut.

Vom Trinity-Notebook angefixt wollte ich auch bei diesem - äußerlich kaum zu unterscheidenden - Modell die Option "Fan always on" deaktivieren. Allerdings reagiert der Laptop äußerst unwirsch auf diese Option. Kurz hält er die Klappe, aber sobald offenbar ein Schwellenwert überschritten ist, fängt der Lüfter nicht etwa langsam an zu drehen, sondern geht gleich auf "Alarm", also volle Pulle, um dann langsam wieder nachzulassen. So ist die Funktion völlig unbrauchbar, da das selbst im Leerlauf alle paar Minuten mal passiert und dabei entweder seinen eigenen User zu Tode erschreckt oder Kopfschütteln bei den übrigen Nutzern im Raum/Saal hervorruft, die sich schützend über ihr MacBook Pro werfen, damit es nicht versehentlich eingesaugt wird. Aber wenigstens ist es bei diesem Modell ein normales Lüftergeräusch, Luftrauschen eben, kein Zahnarzt-Bohrer.

Könnte man das noch unter Schönheitsfehler abtun, fragt man sich, was HP geritten hat, einem Llano-System nur ein RAM-Modul zu verpassen. Beim HP Pavilion g7-1350eg ist nur ein SO-DIMM-Slot bestückt, noch dazu nur mit DDR3-1333 CL9, obwohl der Llano Dual-Channel DDR3-1866 unterstützen würde. Statt 2x DDR3-1866 arbeiten hier nur 1x DDR3-1333, der Anwender bekommt also nur 10 GB/s Transferrate, obwohl die Plattform für 30 GB/s ausgelegt wäre. Was schon bei einer klassischen CPU ärgerlich wäre, ist bei einer APU doppelt fatal, da sich hier CPU und GPU die Speicherbandbreite teilen müssen. Die integrierte AMD Radeon HD 6520G verfügt über immerhin 320 Unified Shader-Einheiten. Diese zusammen mit den 4 CPU-Kernen an einem 64-Bit DDR3-1333 Single-Channel Speicherbus nuckeln zu lassen, ist im günstigsten Fall für HP dilettantisch. Da kann man nur den Kopf schütteln. Was dann die angeflanschte Radeon HD 7450M noch reissen soll, die mit der 6520G ins Crossfire geschaltet ist und nur unnötig zusätzlichen Strom verbraucht, muss man nicht verstehen. Am besten, der Kunde kauft sich gleich noch ein baugleiches 4-GB-Modul Typ "Samsung M471B5273DH0-CH9" dazu und erweitertert damit nicht nur den maximal zur Verfügung stehenden Arbeitsspeicher, sondern auch die Speicher-Leistung für Prozessor und Grafik dank Dual-Channel auf das Doppelte.

Ab und zu, wenn ich als "Feuerwehrmann" mal wieder einen Amok laufenden Homebrew-PC in die Finger bekomme, den irgendein Auskenner in einem Wahn von Selbstüberschätzung zusammengepfuscht hat, wundert man sich nicht über so viel Unvermögen bei Konfiguration und Bau des Systems; da erwartet man es oder rechnet zumindest damit. Bei Laptops eines Welt-Unternehmens wie Hewlett-Packard dagegen muss man sich schon fragen, was denjenigen geritten hat, der diese Modelle entworfen und für die Produktion freigegeben hat. Hier sollte AMD ab und an auch mal ein wachsames Auge darauf werfen, was seine großen OEM-Kunden so treiben, denn ein unerträgliches Lüftergeräusch, ein um zwei Drittel (!) in der Leistung beschnittenes Speicher-Interface oder ein künstlich gebremster Prozessor fällt nicht nur auf HP negativ zurück...

Kommentare

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  1. Avatar von Gast31082015
    Beim G7-2051sg konnte ich bisher nicht eines mit schleifendem oder lärmendem Lüfter nachvollziehen. Nur eines mal mit einem defektem RAM, aber sonst ging alles gut sofern man das aktuelle Bios drauf hat.
  2. Avatar von SPINA
    Nur der Desktop-Llano unterstützt DDR3-1866. Bei Notebooks ist bei DDR3-1600 Schluß. Und bei DDR3-1600 unterstützt der Mobile-Llano obendrein keine LV-DIMMs. Außerdem sind DDR3-1600 Module mit "echten" 800 MHz Chips recht teuer und nicht mit großen Kapazitäten erhältlich. DDR3-1333 ist somit die Wahl mit dem besten P/L-Verhältnis bei gleichzeitig höchstmöglicher Stabilität. Zu bemängeln ist somit nur der Verzicht auf den Dual-Channel Modus. Zumindest erleichtert HP so das Aufrüsten. Übrigens konnte die c't den nicht sehr taktfreudigen Turbo Modus des Mobile-Trinity in der aktuellen Ausgabe (17/2012, S. 86) bei einem Arctic MC101 Nettop beobachten. Obwohl die CPU Temperatur im grünen Bereich blieb, sank der Takt bei Dauervolllast nach einigen Minuten um 300 MHz unter (!!!) den Nominaltakt. Und die maximalen Turbostufen wurden bei Teillast nie erreicht. Ein klares Verschulden von AMD. Entweder arbeitet die Power Control Unit des Trinity nicht korrekt oder AMD hat das Power Limit zu eng geschnürt, sodass die versprochenen Turbostufen nie erreicht werden können.
    Aktualisiert: 03.08.2012 um 03:06 von SPINA
  3. Avatar von Nero24.
    Ich sehe gerade, dass das Modell A6-3420M - obwohl ein Llano - von AMD komplett nur für DDR3-1333 freigegeben ist, egal ob LV oder nicht:
    http://www.amd.com/us/products/noteb...nstream.aspx#7
    Was das wieder soll? Na gut, immer noch die Hälfte an Transferrate von HP unnötig verschenkt.

    Die verschiedenen P-States werden doch vom BIOS in die entsprechenden Steuerregister gesetzt. Wäre mal interessant die per AmdMsrTweaker abzufragen, was die Hersteller, bei denen der Turbo nicht so richtig will, hier bei P0 einprogrammiert haben. Dann wüssten wir definitiv, ob es AMDs Schuld ist oder die Schuld der Hersteller.
  4. Avatar von stolperstein
    Gibt es denn sowas...der PapaSchlumpf liest bei uns nicht mit...das gibt gleich was auf die Birne

    Also, wie du z.T. selbst herausgefunden hast, kann der A6 nur bis 1333er RAM ansprechen. Die A8 MX Modelle dann bis DDR3- 1600.
    Die Llano´s werden weit unter "Wert" verscherbelt...einfach mal per K10Stat mit der Vcore herunter und den Takt dafür ordentlich nach oben! Überraschung kann ich nur sagen.
    Die Llanos sind der Hammer, fühle mich bei denen doch ein wenig in die K7 Zeiten zurückversetzt.
    Und wegen Lüfterproblem gibt es natürlich auch eine Lüftersteuerung, die gute Chancen hat, auch auf den g7 Modellen zu laufen.

    Warum hat der Kunde denn kein ProBook gewollt?

    Viele Grüße,
    stolpi

    PS: gucke einfach mal in den Mobilen Bereich
  5. Avatar von Gast29012019_2
    HP hat allerdings schon öfters Böcke geschossen z.b mit der DV 2000/6000/9000er Reihe mit quasi selbstenlöteter NV-GPU. Defintiv ein Konstruktionsfehler des Kühlsystems.

    Asus 2 indentische Modelle nach weniger als 3 Jahren Schrott, ging nichts mehr, sowie Packard Bell 1 Laptop und alles so 15,4 Zoll und größer.

    Acer Modell meiner Freundin Aspire 8530G mit 2 Grakas wird dermaßen heiß, momentan wird dank Vista Treiber von AMD erstmal die Umschaltung von ATI HD 3650 auf IGP 3200 unter Windows möglich, wird beim zocken nicht mehr so heiß und Lüfter dreht nicht auf höchster Stufe.

    Jedenfalls scheint es so das Herstellerunabhängig, und Preisunabhängig sehr viel Schrott verkauft wird.

    Da kann man sich wirklich nur im Geschäft mit Umtauschmöglichkeit die Geräte selbst begutachten.
  6. Avatar von stolperstein
    @zidane,

    das war definitiv kein Fehler vom HP-Kühlungssystem sondern von Nividia bzw. dessen Partnern.
    Es wurde minderwertigeres Lot verwendet als sonst, und da die NV Chips etwas hitzig waren, lösten sich die Verbindungen schneller auf als eigentlich "geplant".
    Darum waren zu dem Zeitpunkt z.B. auf einmal auch ATI Grafikchips in den Dell-Kisten zu finden und die NV gar nicht mehr.
    Es gab dann von den verschiedenen Herstellern heftig nachgeschobene BIOS Updates die eigentlich den Lüfter nur früher und flotter drehen ließen um die Temperatur damit etwas niedriger zu halten...in der Hoffnung das nicht alle Kisten in der Garantiezeit bemängelt werden.
    War aber definitiv kein (alleiniges) HP-Problem.


    Grüße,
    stolpi
  7. Avatar von Oberst
    Zitat Zitat von SPINA
    Übrigens konnte die c't den nicht sehr taktfreudigen Turbo Modus des Mobile-Trinity in der aktuellen Ausgabe (17/2012, S. 86) bei einem Arctic MC101 Nettop beobachten. Obwohl die CPU Temperatur im grünen Bereich blieb, sank der Takt bei Dauervolllast nach einigen Minuten um 300 MHz unter (!!!) den Nominaltakt. Und die maximalen Turbostufen wurden bei Teillast nie erreicht. Ein klares Verschulden von AMD. Entweder arbeitet die Power Control Unit des Trinity nicht korrekt oder AMD hat das Power Limit zu eng geschnürt, sodass die versprochenen Turbostufen nie erreicht werden können.
    Hallo,
    wenn der Takt nach einigen Minuten Dauervolllast sinkt, dann liegt das nicht an der CPU. Die TDP bleibt ja quasi stabil (das bisschen Mehrverbrauch durch höhere Temperatur kann man vergessen), entsprechend dürfte der Takt sich nicht ändern. Hier scheint wohl eher der Takt wegen Temperaturproblemen mit dem VRM oder anderen Komponenten gesenkt zu werden.
    Generell kann ich aber auch von Lenovo Geräten abraten (bei mir in der Firma Standard). Von 4 Lappys in meinem Büro pfeift einer nervtötend (SB i7 mit einer NV Quadro GPU), einer ist erst abgeraucht (GPU defekt) und die anderen 2 neigen zu nicht nachvollziehbaren Abstürzen, gerne in Verbindung mit USB (aber nicht immer nur mit USB).
    Auch die Kühlkonstruktionen der Lappys (vor allem bei AMD Systemen) sind meist eher "suboptimal", mit viel zu kleinen Kühllamellen (obwohl noch viel Platz wäre, so viel Gewicht macht das Alu dann auch nicht mehr aus). Generell scheinen die AMD Systeme wohl eher von den Praktikanten in der Mittagspause schnell mal zusammen geschustert worden zu sein. Ein wirklich überzeugendes und durchdachtes Gerät hab ich bisher jedenfalls noch nicht gesehen.
    M.f.G.
  8. Avatar von Gast29012019_2
    @stolperstein,

    gucke dir mal sämtliche Reviews, Userbewertungen, Anleitungen, BGA-Rework etc. zu der HP DV Serie an, dann wirst du festellen das die Kühlung sowie sie ausgeführt ist, kaum in der Lage dazu ist den Chip ausreichend zu kühlen.

    Da ist es sehr leicht zu sagen, es liegt an NV, ich schließe zwar nicht aus, das NV auch seinen Beitrag geleistet hat, aber hier liegt es defintiv nicht an NV.

    Und durch eigene Erfahrungen durch schon wenige Laptop-Exemplare und deren Kühlkonzeptionen, durchaus nachvollziehen kann, das sowas nicht lange gutgeht.
  9. Avatar von RedBaron
    Hallo

    liegt das Problem bei der "Firmware", also dem BIOS ?

    MfG
    RedBaron
  10. Avatar von firedeluxe
    So ist die Funktion völlig unbrauchbar, da das selbst im Leerlauf alle paar Minuten mal passiert und dabei entweder seinen eigenen User zu Tode erschreckt oder Kopfschütteln bei den übrigen Nutzern im Raum/Saal hervorruft, die sich schützend über ihr MacBook Pro werfen, damit es nicht versehentlich eingesaugt wird.

    bei dem satz wäre ich vor lachen beinahe vom stuhl gefallen

    made my day
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