Titelbild zum CeBIT-Rückblick


Auch in diesem Jahr haben wir uns wieder ins CeBIT-Getümmel gestürzt, um mit Hardware-Herstellern ins Gespräch zu kommen. Dabei standen sowohl die üblichen Verdächtigen auf dem Plan (Neuigkeiten, Zukunftspläne) als, auch aktuelle Themen wie die allgegenwärtige Finanzkrise.

Ziel war es, eine möglichst breite Unterstützung für kommende Reviews auf Planet 3DNow! zu erhalten. Dafür haben wir einige Hersteller besucht, zu denen wir bereits Kontakt haben. Zudem sind wir mit einigen Herstellern ins Gespräch gekommen, mit denen wir bisher nichts zu tun hatten.

Auch wenn die Messe bereits einige Wochen her ist, möchten wir im heutigen Rückblick einen kurzen Überblick über unsere Gespräche geben und gleichzeitig ein paar der Erkenntnisse an unsere Leser weitergeben.

Viel Vergnügen beim Lesen!
[break=Die Anekdote des ersten Tages]
Dass die Welt sprichwörtlich klein ist, wissen wir, nicht erst durch das gleichnamige Sprichwort. Wie klein sie jedoch sein kann, konnte ich gleich am ersten Tag der CeBIT feststellen.

Die Ferienwohnung, die ich mir zusammen mit SoF von der AwardFabrik und Oliver von der PC Games Hardware teilte, liegt etwa 45 Kilometer südwestlich des CeBIT-Messegeländes. Die Anreise mit dem Auto zur Messe ist also vorprogrammiert, ebenso wie der Verbleib des Autos auf einem von tausenden Parkplätzen rund um das Messegelände. Man sollte also meinen, dass ein Auto die Nadel im Heuhaufen darstellt. Nicht jedoch am Dienstagmorgen.

Die meisten Hersteller, zu denen ich wollte, waren in Halle 21 untergebracht. Ich entschied mich daher für den Parkplatz West 3, welcher ziemlich direkt an Halle 21 grenzt. Als ich auf den Parkplatz einbog, entdeckte ich ein silbergraues Fahrzeug, was mir sofort verdammt bekannt vorkam. Ich hatte zwar das passende Nummernschild aus dem Vorjahr nicht mehr im Kopf, hatte jedoch die Vermutung, dass ich mich unter tausenden von Parkplätzen direkt für einen neben ProphetCHRIS’ Auto entschieden hatte.

Ich machte mich anschließend auf den Weg in Halle 21, um die Lage der für mich wichtigen Herstellerstände zu sichten. Und wie ich so den erstbesten Gang durch die Halle nahm, schlenderte mir Chris direkt in die Arme. Nach einer kurzen Begrüßung und der Abfrage seines Auto-Kennzeichens war mir klar, dass ich mich inmitten der ganzen Autos direkt neben sein Fahrzeug gestellt habe – wie klein die Welt doch ist….
[break=Der erste Tag – Teil 1]
Supermicro

Nach der ersten Hallen-Runde wurde ich freundlich aber direkt von einem Herrn auf Englisch vor dem Stand von Supermicro angesprochen. Supermicro, bekannt für vielseitige Serverlösungen, wollte also mit mir sprechen – ohne zu wissen, wer gerade am Stand vorbeischlenderte. Nachdem ich zu einem deutsch sprechenden Herrn übergeleitet wurde, konnte es also ums „Geschäft“ gehen.

Als erstes folgte wie üblich die gegenseitige Vorstellung und der Kollege des Herstellers war sichtlich erfreut, dass ich mit ihm sprach. Denn Supermicro möchte Ende dieses Jahres ins Geschäft mit Desktop-Boards für AMD-Prozessoren einsteigen und ist daran interessiert, Planet 3DNow! im Boot zu haben. Nach dem Austausch aller Kontaktdaten und der erneuten Interessenbekundung seitens Supermicro wollte ich noch den Sachstand in Bezug auf neue AMD Server-Chipsätze wissen. Hier gab man an, dass es demnächst etwas Neues geben wird, allerdings dürfe man darüber noch nicht sprechen. Es wurde aber empfohlen, die hauseigene Homepage im Auge zu behalten, da diese jeweils zeitnah aktualisiert wird.

Corsair
Nachdem ich mich von Supermicro verabschiedet hatte, führte mich mein Weg direkt zu Corsair. Denn dort hatte ich einen vereinbarten Termin. Ich ließ mich über den Stand führen und über alle Neuigkeiten ins Bild setzen (wobei es nicht viel Neues zu sehen gab). Lediglich der Prototyp eines Gehäuses erregte einige Aufmerksamkeit.

Mitte des Jahres plant Corsair den Einstieg in das Gehäuse-Business. Das vorgestellte Case macht auf den ersten Blick einen durchdachten Eindruck. Viel Platz für eine Wasserkühlung, viele Möglichkeiten für eine gute und versteckte Kabelführung und eine ansprechende Optik machen Appetit. Auch die Leihstellung für ein Gehäuse-Review wird wohl kein Problem sein – mal sehen, was sich da machen lässt.

Bei einem Glas Wasser (das habe ich mir übrigens unter einer Reihe von möglichen Getränken selbst ausgesucht) wurde mir noch die neue Kühlmethode für die Corsair Dominator GT-Serie vorgestellt. Dabei wird auf die Speicherriegel eine Metallplatte angebracht, die mittels eines Peltier-Elements die Speicherriegel kühl halten soll, gleichzeitig wird die heiße Seite des Elements mit einem Wasserkühlungs-Aufsatz gekühlt. Durch diese Methode (die übrigens dank eines Humidity-Sensors auch im Alltag eingesetzt werden kann) lassen sich zusätzliche Megahertz des Speichers erzielen.

Link zur Bildergalerie von Corsair
Ein Klick auf das Bild öffnet eine Galerie mit weiteren Bildern.


Abschließend wurde ich mich mit Corsair einig, dass wir 8 GByte DDR3-1333 für zukünftige (Mainboard-) Reviews gestellt bekommen. Den für Planet 3DNow! bestimmten Speicher der XM3-Serie konnte ich vor Ort begutachten, da er die ganze Zeit in einem Demo-System lief.

takeMS

Im Anschluss an meinen Besuch bei Corsair hatte ich mit takeMS einen Termin vereinbart. takeMS, der in Breisach ansässige Speicherhersteller, ist noch ein recht überschaubares Unternehmen mit etwa 60 Mitarbeitern. Auf der CeBIT war davon gefühlt ein Viertel vertreten, der Stand war klar strukturiert und praktisch eingerichtet. Ich ließ mir die Produktpalette zeigen, zu der von unzähligen USB-Sticks über SSDs, MP3-Player, digitale Bilderrahmen bis hin zu HTPC-System enorm viele Produkte gehören. Mein Favorit ist dabei ein kleiner digitaler Bilderrahmen, welcher in ausgeschaltetem Zustand ein Spiegel ist.

takeMS ist in puncto Produktpalette relativ breit aufgestellt, weshalb das Unternehmen bisher nach eigenen Angaben von der allgegenwärtigen Finanzkrise verschont geblieben ist.

Biostar

Anschließend hieß es für mich: Auf zu Biostar. Ich hatte im Vorfeld um einen Gesprächstermin gebeten, obwohl ich bisher keinerlei Kontakt mit diesem Hersteller hatte. Dennoch bekam ich einen Termin, den ich natürlich wahrnahm. Ich wurde von einem Marketing-Menschen begrüßt, der sichtlich immer erstaunter wurde, als ich ihm von Planet 3DNow! erzählte. Er machte sich eifrig Notizen über unsere User- und Zugriffszahlen, gleichzeitig erzählte ich ihm über unseren Review-Umfang. Zeitweise hatte ich das Gefühl, dass er innerlich frohlockte…..

Link zur Bildergalerie von Biostar
Ein Klick auf das Bild öffnet eine Galerie mit weiteren Bildern.


Wir verabschiedeten uns mit der Maßgabe, zukünftig zusammenarbeiten zu wollen. In Bezug auf Mainboard- und Grafikkarten-Samples sollte es in nächster Zeit einige Hardware von Biostar zu begutachten geben.
[break=Der erste Tag – Teil 2]
Mittagspause

Nachdem ich bereits vier Gespräche hinter mir hatte, war es Zeit für ein zünftiges Mittagessen. Zwischenzeitlich waren meine Bekannten der Topas GBS Datentechnik aus Cottbus eingetroffen, die dienstlich auf der CeBIT unterwegs waren. Wir trafen uns an einem kleinen Restaurant, bestellten unser Essen und fielen an der Kasse fast in Ohnmacht. Für ein zugegeben leckeres Schnitzel mit Pommes Frites und etwas Gemüse, dazu eine 0,33 Liter-Flasche Bier wurden 19,70 Euro fällig – Autsch. Dabei wollte ich nur was essen, nicht den ganzen Laden kaufen…

ASRock

Frisch gestärkt ging es zum nächsten Gespräch am ASRock-Stand. Nach der üblichen Begrüßung wurde ich ins Hinterzimmer gebeten, in der ein ASRock K7N40 mit zwei ATI-Grafikkarten im CrossFire-Modus lief. Dies war die mit einer Pressemitteilung angekündigte Geheimwaffe, die erstmals öffentlich vorgestellt wurde. Natürlich interessierte es mich, ob diese „Entdeckung“ auch auf andere Mainboards mit NVIDIA-Chipsatz portierbar war, allen voran natürlich auf Sockel AM2+/AM3-Mainboards. Hierzu konnte man jedoch keine Aussagen machen, da die Geschichte erst ganz kurz vor der CeBIT Realität wurde. Es fehlte schlichtweg an Erfahrungswerten.

Link zur Bildergalerie von ASRock
Ein Klick auf das Bild öffnet eine Galerie mit weiteren Bildern.


Die Frage nach Neuigkeiten auf dem Chipsatz-Sektor blieb leider ebenso unbeantwortet. Vielmehr klang es so, als würde es in nächster Zeit keine neuen AMD-Chipsätze geben. Denn dann, so wurde mir bestätigt, hätte man zumindest erste Infos haben müssen. Aber Fehlanzeige.

OCZ

Das abschließende Gespräch des Tages gab es bei OCZ. Ich traf dabei auf einen holländischen Marketing-Spezialisten, der äußerst humorvoll agierte. Er zeigte mir alles, was es zu sehen gab, darunter wenig Neues. Lediglich das Z-Drive, eine Zusammenstellung von SSD-Festplatten im Raid-Verbund, die Daten und Strom über den PCI Express-Slot erhalten, erregte meine Aufmerksamkeit (aber nicht nur meine). Ein Modell mit einer Kapazität von 1 Terabyte lief live in einem PC und konnte nach Herzenslust getestet werden. Benchmarks wie HDTune, ATTO-Bench oder der PCMark liefen ziemlich häufig. Das „Gerät“ erzielte dabei Transferraten von 600 und mehr Megabyte und fühlte sich ziemlich flott an. Der angepeilte Preis von rund 1.500 US-Dollar für die kleinste 1 TByte-Variante bis hin zu 4.000 US-Dollar für die größte 4 TByte-Variante trieben einem dann doch die Tränen in die Augen. Den Enthusiasten mit dem nötigen Kleingeld wird es hingegen freuen. Doch noch wird diese Storage-Lösung nicht angeboten, man will erst einen Shrink herbeiführen, sodass die „Karte“ eine Single-Slot-Lösung darstellt. Erst dann soll sie auf die Käuferschaft losgelassen werden.

Link zur Bildergalerie von OCZ
Ein Klick auf das Bild öffnet eine Galerie mit weiteren Bildern.


Sonst gab es im Prinzip keine weltbewegenden Neuigkeiten zu sehen. Im ausführlichen Gespräch zeigte sich jedoch, warum OCZ so erfolgreich ist. Die Produkte, die man anbietet, sind keinesfalls der Stein der Weisen. Jedoch setzt man die Marketing-Ressourcen geschickt ein und positioniert sich strategisch, sodass der Absatz stimmt. In puncto Marketing können sich an dieser Stelle einige Hersteller eine Scheibe abschneiden.

McDonald's

Geschafft vom Herumlaufen und hungrig, hieß die nächste Station an diesem Tag McDonald's. SoF und @rne von der AwardFabrik, Olli von der PCGH und meine Wenigkeit ließen sich das Fast Food schmecken, bevor es zurück in unsere Unterkunft ging. Auf dem Weg dorthin habe ich mich (mal wieder) verfahren, sodass ich mit Oliver etwa 15 Minuten länger als üblich benötigte. ProphetCHRIS hatte sich schon zu uns gesellt und es folgte der Ausklang des Abends bei einer Flasche Bier.
[break=Der zweite Tag]
An diesem Tag hatte ich mir im Vorfeld keine Termine eingetragen, ich wollte völlig privat auf der CeBIT umherwandern und mit Bekannten sprechen. Zusammen mit SoF schlenderten wir durch verschiedene Hallen, riskierten hier und da einen Blick, wurden mit 6,60 Euro für zwei Hot Dogs abgezockt und wollten uns alsbald in Richtung von @rnes Domizil bewegen (er wohnt in Hannover, nur rund zwei Kilometer vom Messegelände entfernt).

axle

Auf dem Weg zum Parkplatz blieben wir am Stand von axle stehen. Dieser unscheinbare Stand weckte meine Aufmerksamkeit, weil auf dem aufgestellten Plakat ein Mainboard abgebildet war. In einem kurzen Gespräch wurde klar, dass axle hauptsächlich Grafikkarten herstellt (das Topmodell ist derzeit eine GeForce 9600 GT), die in Zusammenarbeit mit diversen Kühler-Herstellern mit individuellen Kühl-Lösungen ausgestattet werden.

Man versucht, in Deutschland Fuß zu fassen und würde gern mit Planet 3DNow! zusammenarbeiten. Doch nicht nur auf dem Gebiet der Grafikkarten sondern eben auch auf dem Gebiet der (zugegebenermaßen spärlich vorhandenen) Mainboards. Die Zukunft wird zeigen, ob und wie diese Zusammenarbeit anläuft.

Jetway

Wir wichen von unserem Plan ab und besuchten den Stand von Jetway. Hier trafen wir auf gebrochen Englisch sprechende Marketingleute, die von Technik nicht so viel Ahnung zu haben schienen. Wir sprachen über die ausgestellten Mainboards (von denen 3 AM2+ -Platinen sowohl mit DDR2 als auch mit DDR3 betrieben werden können), konnten allerdings keinerlei verwertbare Informationen erhalten. Die Sprachbarriere trug hierfür sicherlich ihren Teil bei.

Link zur Bildergalerie von Jetway
Ein Klick auf das Bild öffnet eine Galerie mit weiteren Bildern.


DFI

Gleich neben Jetway residierte DFI. Der Stand war minimalistisch gehalten, an den Wänden hingen jeweils aktuelle und kommende High End-Mainboards. Auch hier konnten wir uns nur in Englisch verständigen, dafür aber ohne gebrochenen Dialekt.

Link zur Bildergalerie von DFI
Ein Klick auf das Bild öffnet eine Galerie mit weiteren Bildern.


Das Gespräch lässt sich so zusammenfassen, dass DFI lediglich am Power-User interessiert ist. Um den 08/15-Allerwelts-User macht man sich keine Gedanken, diesen überlässt man gern anderen Herstellern. Kurzum: Wer nicht übertaktet, ist für DFI uninteressant.

Diverses

Wir schlenderten zusammen mit SoF noch etwas durch die Hallen und entdeckten einige ungewöhntliche Dinge. Alles ziemlich unspektakulär, allerdings standen uns einige Fragezeichen ins Gesicht geschrieben, als wir diesen Touch-Screen sahen:

Link zur Bildergalerie von SAPPHIRE
Ein Klick auf das Bild öffnet eine Galerie mit weiteren Bildern.


Man soll also den Touch-Screen für Mehr berühren. Bei dem gewählten Motiv fragten wir uns jedoch, auf was sich dieses Mehr in diesem Fall bezieht......

ASUS | Intel Performance Lab

Unser Zeitplan war ohnehin schon komplett über den Haufen geworfen, da war ein Abstecher in Halle 22 zum ASUS und Intel Performance Lab auch kein Problem mehr. Dort zeigten die schwedischen Overclocker Markus „Kinc“ Hultin und Robert Gustav „Crotale“ Kihlberg ihr Können und übertakteten, was das Zeug hielt. Unter Verwendung von flüssigem Stickstoff zur Kühlung eines Core i7 965 XE und drei GeForce GTX285 erzielten sie im 3DMark Vantage einige sehr gute Ergebnisse.

Link zur Bildergalerie vom ASUS | Intel Performance-Lab
Ein Klick auf das Bild öffnet eine Galerie mit weiteren Bildern.


Der Ausklang

Nachdem wir endlich die CeBIT verlassen hatten, begaben wir uns auf direktem Wege zu @rne und nutzten die Gelegenheit, bei ihm im Keller einige Benchmarks mit Trockeneis als Kühlung durchzuführen. Es gab zwar keine spektakulären Ergebnisse zu berichten, allerdings konnten wir 100.000 Punkte im 3DMark01 mit zwei luftgekühlten ATI Radeon HD 4870 im CrossFire-Modus bestaunen.

Nach dem recht kurzen Gastspiel fielen wir kurz bei Rewe ein, um uns für den Abend und den nächsten Morgen mit Lebensmitteln einzudecken. Anschließend ging es zurück zu unserer Unterkunft, wo wir den Abend gemütlich mit Fachsimpeleien ausklingen ließen.

[break=Der dritte Tag – Teil 1]
ASUS

Am dritten Messetag begann mein Terminkalender um 10 Uhr bei ASUS. Ich traf meine Gesprächspartner und wurde über den Messestand geführt. Dieser war noch größer angelegt als im letzten Jahr und man sagte mir, dass ASUS in Bezug auf die Finanzkrise derzeit gut aufgestellt sei. Wie bei allen Herstellern gab es kaum Neuigkeiten, dennoch erregten einige Produkte meine Aufmerksamkeit.

In erster Linie war eines davon das ASUS Marine Cool. Dieses Mainboard ist lediglich eine Designstudie und zeigt, was derzeit technisch machbar ist. Neben SO-DIMM-Steckplätzen bietet die Studie Onboard-RAM, ein neues Kühlkonzept und sogar eine Onboard-USV. Dieses Mainboard ist und bleibt eine Studie und wird in dieser Form nie zu kaufen sein, dennoch ist es beeindruckend, was aktuell gebaut werden könnte.

Link zur Bildergalerie von ASUS
Ein Klick auf das Bild öffnet eine Galerie mit weiteren Bildern.


Des Weiteren führt ASUS mit der Gene-Serie Mainboards ein, die im Micro-ATX-Format de facto geschrumpfte Modelle bisheriger High End-Platinen sind. So gibt es mit dem ASUS Rampage II Gene und dem ASUS Crosshair II Gene jeweils die kleinen Brüder der absoluten Topmodelle für kleine Gehäuse zu kaufen. Das Crosshair II Gene interessiert uns sehr, da wir im letzten Mai bereits das ASUS Crosshair II Formula getestet haben. Da ist ein Vergleich natürlich unausweichlich, weshalb wir dieses Mainboard bereits von ASUS angefordert haben.

MSI

Nach ASUS stand ein Besuch bei MSI auf dem Plan. Unsere Kontakte zu MSI waren bisher recht oberflächlich, was sich nach unserem Gespräch aber hoffentlich ändern wird. Das 3D in Planet 3DNow! wurde bei MSI irrtümlicherweise für einen Bezug zu 3D-Spielen gehalten, obwohl es sich hierbei eindeutig um einen Befehlssatz für AMD-Prozessoren handelt. Über diesen Fauxpas sehen wir aber großzügig hinweg. Jedenfalls führte mich der nette Herr von MSI über den recht üppigen Stand, der wohl als einziger Stand auf der CeBIT einen eigenen Lageplan hatte.

Mit dem MSI 790GX-8D wurde ein sogenanntes Memory Lover-Mainboard mit 8 Speicherbänken vorgestellt, welches jeweils 4 DDR2- und DDR3-Slots bereithält. Damit ist MSI neben Jetway der einzige Hersteller, der solch ein Mainboard für AMD im Portfolio hat. Allerdings bietet MSI im Gegensatz zu Jetway die Möglichkeit, jeweils 4 Speicherriegel des gleichen Standards zu benutzen, während man bei Jetway nur eine 4 + 2-Kombination hat.

Link zur Bildergalerie von MSI
Ein Klick auf das Bild öffnet eine Galerie mit weiteren Bildern.


Neben dem 790GX-8D wurde noch das MSI 790FX-GD70 mit 790FX-Chipsatz gezeigt, welches eine ansprechende Optik bietet.

Intel

Direkt nach dem Gespräch mit MSI ging es zum Pavillon 33, der wie im letzten Jahr fest in Intel-Hand war. Dort traf ich mich mit meinem Gesprächspartner des letzten Jahres sowie mit einem Kollegen, mit dem ich vor dem Phenom II-Launch Mailkontakt hatte. Wie ich es gewohnt war, verlief das Gespräch locker und sehr herzlich. Es wurde viel gelacht, dennoch wurden interessante Themen besprochen.

Intel ist sehr selbstbewusst, wenn es um das Thema 32 Nanometer geht. Einerseits zeigte man an diesem Tag eine Präsentation, welche auf einem Laptop mit 32 nm-Prozessor lief, andererseits strebt man die Markteinführung des Prozesses direkt in den Mainstream-Markt an – was ausreichend Wafer-Ausbeute voraussetzt. Man sei vollkommen im Zeitplan, hieß es. AMD wird im Moment vor dem Hintergrund der kommenden Produkte zwar als Wettbewerber gesehen, allerdings nicht wirklich als Konkurrenz. Man konzentriert sich auf die eigene Arbeit in puncto Validierung von Mainboards für kommende Generationen und macht seine Hausaufgaben.

Da die Schnittchen sowie der Cappuccino bei Intel so gut schmeckten, verspätete ich mich etwa 5 Minuten für meinen nächsten Termin. Bei der Verabschiedung sprach mich eine nette Dame im vorbeigehen von der Seite an und begrüßte mich überschwänglich. Ich war überrascht, dass sie mich noch kannte – schließlich hatte ich bisher nur ein einziges Mal mit ihr gesprochen – und zwar auf der CeBIT 2008. Daran kann man erkennen, warum Intel derzeit mit stolz geschwollener Brust vorangeht – Marketing at its best!

SuperTalent

Die Schnittchen waren schuld, dass ich mich bei SuperTalent etwas verspätete. Die Konsequenz folgte prompt, mein Gesprächspartner hatte seine Mittagspause vorgezogen. Ich schlenderte ein wenig durch die Halle 21 und kam etwa 20 Minuten später wieder an den Ort des Geschehens. Dieses Mal hatte ich mehr Glück und das Gespräch konnte bei einer Tasse Kaffee beginnen.

Auch bei SuperTalent gab es keine weltbewegenden Neuigkeiten. Lediglich neue, in Kleinserie herstellbare USB-Sticks brachten einen frischen Wind. Ab einer Zahl von 2.000 Stück lassen sich individuelle „Umverpackungen“ für USB-Sticks herstellen, die für Werbezwecke etc. genutzt werden können. Der Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt. So wurden Exemplare in Speicherriegel-Form gezeigt, Glühbirnen lagen neben Grafikkarten, Cola-Flaschen lagen neben Festplatten etc. Für jede nur erdenkliche Gelegenheit lassen sich so individuelle Sticks produzieren, die aus dem Einheitsbrei ausbrechen. Eine nette Idee, bei der aber bezweifelt werden darf, ob man damit wirtschaftlichen Erfolg hat.

Link zur Bildergalerie von SuperTalent
Ein Klick auf das Bild öffnet eine Galerie mit einem weiteren Bild.


Eine Sache war jedoch sehr interessant an meinem Gespräch: SuperTalent sprach zum ersten Mal über konkrete Auswirkungen der Finanzkrise. Zwar könne man noch keine Auswirkungen am Umsatz ausmachen, dennoch habe sich das Bestellverhalten drastisch geändert. Während vor der Krise große, dafür aber seltenere Bestellungen an der Tagesordnung waren, werden heute sehr oft kleinere Bestellungen aufgegeben. Lagerhaltung scheint (nachvollziehbar) out zu sein.
[break=Der dritte Tag – Teil 2]
SAPPHIRE

Nächstes Ziel war SAPPHIRE. Neben einigen Mainboards wurden hauptsächlich Grafikkarten (wen wundert’s) gezeigt. Doch auch vom Netzteil-Kuchen möchte der Hersteller etwas abhaben und bietet daher in Zusammenarbeit mit Enermax Netzteile an.

In Sachen Grafikkarten zeigte man mir eine HD 4850 sowie eine HD 4870 mit individuellem Kühler-Design. Diese Karten sollen gegenüber den Standard-Versionen leiser und Kühler arbeiten. Vor allem fällt beim Design der äußerst üppige Kühler der Spannungswandler auf. Und auch die Kombination von DVI, HDMI und Display Port ist bisher ungewöhnlich.

Link zur Bildergalerie von SAPPHIRE
Ein Klick auf das Bild öffnet eine Galerie mit weiteren Bildern.


SAPPHIRE zeigte sich übrigens vom Erfolg des Phenom II überrascht. Seit dem Launch Anfang Januar sei die Nachfrage nach Mainboards sehr stark gestiegen – wesentlich stärker als erwartet. Diese Aussage brachte gleich die Überleitung zum Thema Finanzkrise. Auch SAPPHIRE kann nach eigenen Aussagen aktuell nicht klagen, wobei man die Krise in der Branche erst zum Jahresende mit voller Härte erwartet.

Arctic Cooling

Als vorletzter Anlaufpunkt an diesem Tag stand Arctic Cooling auf dem Plan. Im Vorfeld der CeBIT wurden wir von diesem Hersteller eingeladen – selbstverständlich nahmen wir die Einladung wahr. Ich war zwar etwas zu zeitig, konnte meinen Gesprächspartner aber dennoch bereits sprechen. Ich wurde in ein ruhiges Hinterzimmer gebeten, in dem es Getränke und Gummibärchen gab (warum auch immer man sich für diese Kombination entschieden hatte).

Mir wurden neue Kühllösungen für Grafikkarten gezeigt, darunter auch Lösungen für HD 4870 X2- sowie GeForce GTX 280-Karten. Außerdem gab es noch diverse CPU-Kühler zu Bestaunen und abschließend stellte man mir ein 80 Plus-Netzteil vor. Dieses Netzteil soll in Kürze auf Planet 3DNow! getestet werden – wir dürfen gespannt sein.

NVIDIA

Last but not least stand NVIDIA auf dem Plan. In kleiner Runde wurde von einem Mitarbeiter von Ascaron gezeigt, welche optische Wirkung eine PhysX-Implementation in Sacred 2 hat. Dazu wurden einige Szenen in Sacred 2 einmal mit und einmal ohne NVIDIA-PhysX gezeigt – ein sehr gravierender Unterschied. Man merkte kaum wenn PhysX mit entsprechend hinzugefügten Objekten lief (Blätter, kleine Äste, Regen). Allerdings merkte man sofort, wenn PhysX wieder deaktiviert wurde. Die Szenerie wirkte sofort lebloser und man konnte Wind, Wetter und Aktionen der Charaktere nicht mehr in gleicher Form wahrnehmen.

Der Unterschied lässt sich nur schwer in Worte fassen, man muss ihn gesehen haben. Und auch wenn man PhysX vielleicht belächelt, so muss man eingestehen, dass Sacred 2 durch die Impementierung optisch bedeutend aufgewertet wurde. Inwieweit sich die Umsetzung auf andere Titel portieren lässt, ist natürlich fraglich. Es wird aber mit Sicherheit weitere Spiele geben, die davon profitieren werden.

Im Anschluss wurde über verschiedene Dinge gesprochen. So unter anderem auch kurz über kommende Grafikchips. Hier stellt NVIDIA für Ende des Jahres einen neuen Chip in Aussicht, der natürlich in allen Belangen besser sein soll als sein Vorgänger (eine anders lautende Aussage hätte ich von einem Marketing-Menschen auch nicht erwartet). Das Hauptaugenmerk liegt bei diesem Chip auf der Idle-Leistungsaufnahme, welche 10 Watt für die GPU betragen soll. Das lässt natürlich noch absolut keinen Rückschluss auf die Leistungsaufnahme der gesamten Grafikkarte zu, man scheint sich bei NVIDIA aber mittlerweile bewusst zu sein, dass Grafikkarten nicht nur unter Vollast laufen.

Ich schnitt anschließend noch kurz das Thema Chipsätze an. NVIDIA geht offen damit um, dass der nForce 980a SLI keine Neuentwicklung sondern im Grunde genommen ein 780a ist. Es klingt allerdings so, als wolle man den Kunden klarmachen, dass der 980a DIE (notwendige) Lösung für DDR3-Support sei.

Interessanter fand ich bei diesem Thema aber zwei weitere Aussagen: Beim Launch des nForce 780a SLI im vergangenen Mai war einer der größten Kritikpunkte, dass die integrierte Grafik keine Dual-Link-DVI-Ausgabe unterstützte. Allerdings scheint dies nur die halbe Wahrheit zu sein. Denn laut Aussage meines Gesprächspartners wäre die IGP sehr wohl in der Lage gewesen, Dual-Link-DVI zu unterstützen. Man sah es jedoch seitens NVIDIA nicht als entscheidend an und setzte den Chipsatz nur als Single-Link-IGP um. Der “neue” nForce 980a SLI soll nun offiziell mit Dual-Link-DVI ausgestattet werden.

Zudem scheint es auch für Intels Nehalem-Plattform Pläne zu geben, wieder einen Chipsatz anzubieten. Man sprach davon, den Sockel 1366 bisher “ausgelassen zu haben”, die solle sich in naher Zukunft aber wieder ändern. Ein neuer High-End-Chipsatz sein in Planung. Interessant dürfte hier vor allem die Reaktion der Mainboard-Hersteller werden. Denn diese sind von der Qualität von NVIDIAs Chipsätzen nicht unbedingt überzeugt. Spricht man Hersteller auf dieses Thema an, bekommt man meist die Antwort, dass die Qualitäts-Streuung der Chips einfach zu groß sei. Wir dürfen gespannt sein, welchen Anklang der neue Chipsatz finden wird.

Der Ausklang

Nach dem Gespräch hieß es endlich Feierabend. Es ging zusammen mit SoF in unsere Unterkunft, wo wir den Tag bei einem kühlen Bier und mit etwas Phenom II X3-Overclocking ausklingen ließen. Denn SoF hatte einige Hardware und sogar mehrere Kilogramm Trockeneis mitgebracht, was wir an diesem Abend auskosteten.

Link zur Bildergalerie von diversen Schnappschüssen
Ein Klick auf das Bild öffnet eine Galerie mit weiteren Bildern.

[break=Der vierte Tag]
Wieder hieß es, um 10 Uhr auf dem Messegelände zu sein. Denn zu dieser Uhrzeit fand mein letzter offizieller Termin statt.

Gigabyte

Ich traf meine Kontaktperson zum ersten Mal live und in Farbe. Das Gespräch begann am Schaukasten der Mainboards, wo es in puncto AM3-Sockel keine Neuigkeiten gab. Bisher sind lediglich 2 Modelle erhältlich, wovon ich eines bereits für den AM3-Launch Anfang Februar gekauft hatte. Anschließend ging es zu den Grafikkarten, wo man neue Designs von einer HD 4870 sowie einer GTX 280 präsentierte.

Abschließend sprachen wir noch über das Thema Chipsätze aus dem Hause AMD. Auch bei Gigabyte gab es diesbezüglich keine Neuigkeiten. Man konnte uns nur soviel sagen, dass etwas neues kommen wird. Allerdings ist damit nicht in den nächsten Wochen (und scheinbar sogar Monaten) zu rechnen. Ich verabschiedete mich daraufhin und hatte mein offizielles Planet 3DNow! CeBIT-Pensum hinter mir. Doch vor der für Mittag geplanten Heimreise statte ich erneut der Halle 22 einen Besuch ab.

ASUS | Intel Performance Lab

Ab Freitag über das gesamte Wochenende hinweg waren die Kollegen der AwardFabrik für diverse Overclocking-Shows angekündigt. Einigen unserer Leser wird die AwardFabrik bereits aus unseren Artikeln, wie zum Beispiel dem Rückblick auf die 2. AwardFabrik Overclocking-Meisterschaft oder Overclocking im Wandel der Zeiten bereits bekannt sein. Da wir uns mittlerweile von diversen Veranstaltungen kennen, war ein kurzer Besuch Ehrensache. Gesagt, getan.

Ich wurde herzlich von allen Beteiligten begrüßt und konnte fortan No_Name und Stummerwinter über die Schultern schauen. Es ergab sich, dass ich ein paar kleine Handgriffe für Stummerwinter erledigte, damit er sich voll auf’s Übertakten konzentrieren konnte. Und das tat er eindrucksvoll: Er erzielte mit 384.408 Punkten einen neuen Weltrekord im Aquamark 3.

Link zur Bildergalerie vom ASUS | Intel Performance-Lab
Ein Klick auf das Bild öffnet eine Galerie mit weiteren Bildern.


Doch zu diesem Zeitpunkt war es bereits kurz vor 18 Uhr, meine geplante Heimreise hatte sich (aus unerfindlichen Gründen *g*) nach hinten verschoben. Ich half noch ein paar Handgriffe beim Aufräumen, anschließend ging es zurück in Halle 21 zu einer Standparty. Dort angekommen wurde noch ein wenig gefachsimpelt, bevor ich mich kurz vor 19 Uhr endlich von allen Bekannten verabschiedete und in die verregnete Nacht fuhr. Gegen 22:30 Uhr war ich zu Hause und froh, ein erholsames Wochenende vor mir zu haben.
[break=Fazit]
Titelbild zum CeBIT-Rückblick


Die CeBIT 2009 – vier anstrengende Tage, an denen ich neue Kontakte mit Herstellern knüpfen, bestehende Kontakt vertiefen, alte Bekannte treffen und neue Bekannte gewinnen konnte. Aus meiner Sicht – und stellvertretend aus der Sicht von Planet 3DNow! – handelte es sich dabei um vier erfolgreiche Tage.

Es ist davon auszugehen, dass wir in Zukunft mit immer mehr Herstellern zusammenarbeiten können, wenn es um die Leihstellung von Hardwarekomponenten geht. Bereits bewährte Kontakte werden beibehalten bzw. ausgebaut, neue Kontakte und somit auch neue Komponenten werden hinzukommen. Das macht die Arbeit als Redakteur einfacher und bringt unseren Lesern den Vorteil, eine breite Herstellerpalette abdecken zu können.

In Bezug auf die Finanzkrise vertraten alle Hersteller unisono den Standpunkt, dass sie gut aufgestellt seien. Allerdings haben wir keine andere Aussage erwartet, denn mal ehrlich: Wer gibt schon freiwillig zu, dass es ihm schlechter geht als noch vor einem halben Jahr? Interessant sind jedoch die Aussagen zum Bestellverhalten der Kunden, sowie zum Verlauf der Krise. Behält mein Gesprächspartner bei SAPPHIRE recht, haben wir bisher nur die Spitze des Eisberges gesehen.

Neuigkeiten gab es auf der diesjährigen CeBIT auch kaum zu sehen. Der Wandel der einst vor Innovation strotzenden Messe zur Ausstellung bekannter Produkte vollzieht sich scheinbar immer weiter. So gab es weder Neuigkeiten in Bezug auf AMD-Chipsätze erfahren noch gab es bahnbrechende Produktvorstellungen – von OCZ’s SSD-Lösung vielleicht einmal abgesehen. Nichts desto trotz war Hannover auch in diesem Jahr eine Reise wert.

...weitere Artikel
...diesen Artikel im Forum diskutieren