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Freitag, 3. Februar 2012

21:47 - Autor: Opteron

AMD Analystentag 2012, der Tag danach: Piledriver 10h & 20h; Fragezeichen bei 28nm CPU-Updates

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Wie bereits in der gestrigen Meldung kurz erwähnt hielt AMD heute seinen Präsentationen für Investoren. Dabei wurden selbstverständlich neue Roadmaps vorgestellt. Nachdem im letzten Jahr fast die gesamte AMD-Führungsriege ausgetauscht wurde, wurden die neuen Planungen mit Spannung erwartet. AMDs CEO Rory Read eröffnete die Vortragsreihe und betonte, dass er den Computer-Markt vor einem Scheideweg sieht. Von handelsüblichen, großen PCs hinüber ins Mobilzeitalter. Letzteres zeichnet sich durch kleine, handliche Geräte wie Smartphones oder Tablets aus, wobei die Mehrzahl der Daten irgendwo auf einem Internetserver liegt - der sogenannten Cloud.

Deshalb wird sich AMD in Zukunft auf den Großherstellermarkt ( OEM / ODM ) sowie auf System-on-a-chip (SoC) und Plattformlösungen konzentrieren. Anstatt einzelne Chips zu liefern, plant man in Zukunft also schlüsselfertige Komponenten zu liefern, die dann von der - meist in China gelegenen - Großindustrie zusammengebaut werden und schlussendlich zum Beispiel unter der Apple-Marke o.ä. Firmen verkauft werden könnten.

Schlüssel zum Erfolg in diesem Marktsegment ist dabei die oft zitierte "Execution", also die Fähigkeit, Pläne fristgerecht in Realität umzusetzen. Vor allem 2011 hat man sich bei AMD durch die Llano- und Bulldozer-Verzögerungen nicht mit Ruhm bekleckert. Als Gründe wurden u.a. zu komplexe High-End-Designs genannt. Stattdessen will man ab sofort bescheidener sein und weniger anspruchsvolle Lösungen bieten. Aus diesem Grund wurden einige Produkte gestrichen. Wie man im folgenden Bild sieht:



Wie seit dem FX-Start bekannt, wird AMD weitere Updates für aktuelle Plattformen wie AM3+, C32 und G34 liefern. In der Zwischenzeit bekamen die bisher namenlosen Updatechips aber richtige Namen: Abu Dhabi (G34), Seoul(C32) und Delhi (AM3+, Opteron 3000) wird man sich in Zukunft merken müssen. Ursprünglich war der Übergang auf eine neue Architektur mit 5 anstatt 4 Bulldozer-Modulen (10 statt 8 Threads) und integriertem PCIe geplant (Terramar, Sepang, Komodo). Das wurde nun aber verworfen bzw. die Plattformen eventuell nur verschoben. Sicherlich keine schlechte Entscheidung. Da die aktuellen Bulldozer-Chips unter Vollast schon ziemliche Probleme mit dem Stromverbrauch und der Wärmeentwicklung haben, hätten noch ein zusätzliches Modul mehr plus PCIe sicherlich nur weitere Probleme bereitet. Die jetzige Planung ist im Vergleich simpler und hat für den Endverbraucher den Vorteil, bestehende AM3+-, C32- oder G34-Mainboards weiterverwenden zu können. Möglicherweise laufen die neuen Chips intern "nur" als Orochi-Revision C.

Piledriver, das doppelte Lottchen oder Vishera Modell 2012 / 2013
Wenn man AMDs Roadmaps noch komplettiert und sich noch die Desktop- und Mobile-Planung ansieht:




.. stellt man fest, dass Piledriver AMDs Standardarchitektur wird. Von einer 17-Watt-Version der Trinity-APU mit 2 Modulen / 4 Threads bis hin zum großen G34-Chip Abu Dhabi mit bis zu 8 Modulen / 16 Threads ist die Architektur zu finden. 2013 erfolgt dann die langsame Ablösung durch die 3. Bulldozer Generation "Steamroller", allerdings nur für die APUs. Für den Desktop ist weiterhin Vishera vorgesehen, allerdings leicht verbessert:
Zitat:
“Vishera” will also carry over into 2013 but with some enhancements over the 2012 version.
Quelle: AMD BlogThx@AnarchX@3DC

Model 10h und 20h - Informationen aus dem Software Optimization Guide (SOG)
Letztere Information passt gut zu Aussagen in AMDs SOG für die Bulldozer Familie 15h. Seit Mitte Januar gibt es eine neue Version, in der zwischen zwei Modellen 10h und 20h unterschieden wird, die aktuellen Chips der FX-Serie haben die Modellnummer 0Fh. Den 10h-Modellen wird dabei ein L3-Cache abgesprochen, auch ist nur von zwei Modulen / vier Kerne die Rede, damit ist eindeutig Trinity gemeint ist. Die 20h-Modelle dagegen verfügen über L3 und diverse Server-Features, sodass klar ist, dass dies die großen Server-Chips sein müssen. Allerdings wird dort auch ein Maximalausbau von 5 Modulen / 10 Threads erwähnt. Das heißt, das SOG ist noch auf dem alten Stand der gestrichenen Komodo/Sepang/Terramar-Serie. Deshalb ist es naheliegend die aktuellen Ersatzchips Vishera / Abu Dhabi etc. ebenfalls - entgegen den SOG-Informationen - der Generation 10h zuzuordnen und für 2013 ein Update auf die Generation 20h zu erwarten.

Unterschiede der 20er Modelle: Verbesserte 4-fach Execution
Groß war die Kontroverse bei der Präsentation der Bulldozer-Architektur, da AMD eine 4-fach-Architektur versprach, sich die vier Pipelines dann aber später dann doch nur als zwei ALUs ( Arithmetic Logic Unit) plus zwei AGUs (Adress Generation Unit) entpuppte. Prinzipiell rechnen dabei nur die beiden ALUs, die AGUs unterstützen die ALUs nur bei Speicher-Operationen, indem sie die Adresse des Speicherfelds berechnen. AMD redete sich damit heraus, dass die AGUs jetzt immerhin ein paar Rechenbefehle unterstützen würden, weswegen auch der alte "AGU"-Name verworfen wurde und das Ganze optimistisch "AGLU" getauft wurde. Allerdings ist die zusätzliche Unterstützung recht mager. Ganze zwei Befehle werden bei aktuellen Bulldozer der ersten Generation unterstützt, "LEA" sowie Increment- / Decrement-Instruktionen (INC/DEC). Letzteres sind primitive Additionen bzw. Subtraktionen mit dem festen Wert 1, C++-Programmieren bestens durch den "i++" oder "i--" Syntax bekannt. Mit der Familie 20h wird dieser Ansatz nun aber etwas ausgebaut. Ab sofort machen die AGLUs Ihren Namen etwas mehr Ehre, denn es werden nun immerhin folgende fünf Befehle zusätzlich unterstützt:

InstruktionPipesDecodeTypeKommentar





BEXTR reg, reg, reg EX0 EX1 FastPath Double 32-bit/64-bit instructions of
MOV reg , reg EX0 EX1 FastPath Single this form can also issue to
XADD reg, reg EX0 EX1 FastPath Single AG0 or AG1 for Models 20h
XCHG reg32, reg32 EX0 EX1 FastPath Double and greater
XCHG reg64, reg64 EX0 EX1 FastPath Double
Quelle: AMD SOG vom 18.1.2012


Wie man sieht sind das alles Instruktionen, die als Quelle bzw. Ziel nur Register ("reg") haben. Es müssen also keine Speicheradressen berechnet werden, d.h. die AGUs wären bei diesen Befehlen - würden sie auf den ALUs ausgeführt werden - sowieso nutzlos. Der Grund für eine solche Trippelschrittchentaktik ist - wenn man sich an Rory Reads einleitenden Worte erinnert - naheliegend: Anstatt zuviel auf einmal zu wollen und auf die Nase zu fallen, geht es AMD lieber langsamer an, wofür man dann aber eben pünktlich und ohne Verspätungen liefern will. Ein kompletter Shrink auf 28nm und einer gleichzeitiger Umstellung der Kern-Architektur wäre wohl zuviel - insbesondere im Serversegment, in dem man sich keine Bugs leisten sollte, man denke nur an die TLB-Geschichte.

28nm?
Damit wäre man beim Thema 28nm angelangt. Wie man oben sieht sind für 2013 neue APU-Generationen "Kaveri/Kabini" in diesem Herstellungsprozess vorgesehen. Ob bei TSMC oder Globalfoundries wollte AMD am Analystentag -selbst auf Nachfrage- nicht näher erläutern. Globalfoundries hat sich 2011 nicht mit Ruhm bekleckert, mittlerweile läufts aber ganz gut, laut Globalfoundries CEO hat man insgesamt weit mehr als 700.000 32nm Wafer ausgeliefert. Da GFs 28nm-Prozess ebenfalls noch im Gate-First-Verfahren arbeiten wird, hätte man damit einen ~30% Die-Flächen-Vorteil. Für TSMC spräche dagegen die Erfahrung bei Herstellen der aktuellen 7000er GPUs, die bereits jetzt schon in 28nm hergestellt und verkauft werden.

Zukünftige Server- und High-end Desktop Chips?
Was auf der Roadmap fehlt, ist ein 28nm- /Steamroller-Update im Server-/High-End-Desktopsegment. Vermutlich hat sich AMD noch nicht entschieden, ob sich zwei Plattformen - geplant war Sockel C2012 mit Triple-Channel-DDR3 und Sockel G2012 mit Quad-Channel-DDR3 - wirklich rechnen. Somit wird man noch etwas warten müssen bis Klarheit besteht. Durch die Verlängerung der Laufzeit der aktuellen Plattformen hat man sich aber zumindest genügend Luft für einen gründlichen Entscheidungsprozess verschafft.

Aussicht und Meinung
Einige Personen mögen bei AMDs Abkehr vom hochkomplizierten High-End-Produkt zu mehr energieeffizienten Brot- und Butterprozessoren Parallelen zu VIA und anderen Firmen ziehen. Oft war dies der Anfang vom Abstieg. Bei AMD ist die Lage allerdings anders. Erstens hat man wirklich ausgezeichnete Grafikchips im Angebot und durch Smartphones, Tablets, Netbooks und Ultrabooks gibt es im Vergleich zu früheren Zeiten wirklich ein starkes Wachstum in diesen Segmenten - die mittelfristig auf Kosten des normalen PC-Geschäfts gehen werden. Von daher muss die Umstrukturierung nicht unbedingt ein Fehler sein. Für den AMD-Desktop-Enthusiasten fällt hoffentlich später auch noch ein Serverprodukt, z.B. ähnlich Intels High-End-Sockel 2011, ab. Zwar ist noch nichts angekündigt, aber eben auch noch nichts offiziell gestrichen.


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