AMD Phenom II Deneb AM3 - Titelbild


Vor weniger als 5 Wochen meldete sich AMD mit dem Phenom II „Deneb“ auf eindrucksvolle Art und Weise auf dem Markt für Desktop-Prozessoren zurück. Gegenüber dem ursprünglichen Phenom aus dem Jahre 2007 wurden sowohl in Sachen Performance, als auch in Sachen Leistungsaufnahme signifikante Fortschritte gemacht, sodass AMDs Deneb zwar nicht an der Vormachtstellung eines Intel Core i7 rütteln konnte, sich aber als ein äußert konkurrenzfähiger Prozessor mit einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis darstellte.

Bereits beim Launch des Deneb am 8. Januar 2009 pfiffen es die Spatzen vom Dach, dass AMD nur wenige Wochen später eine weitere Ausbaustufe des Phenom II vorstellen sollte. Man munkelte, dass bereits Anfang Februar die Phenom II-Prozessoren für AMDs Sockel AM3 mit DDR3-Support vorgestellt werden. Nun, mit einem Blick auf den Kalender und dem darauf befindlichen, heutigen 9. Februar 2009, können wir den Wahrheitsgehalt dieses Gerüchtes bestätigen. Ab heute bricht für AMD die DDR3-Ära an, was weitere Performanceverbesserungen verspricht.

Im heutigen Review dreht sich nun alles um den Sockel AM3 und den DDR3-Support. Primär steht für uns die Frage im Raum, welchen Performancevorteil DDR3 gegenüber DDR2 bringt, und ob Käufer eines Phenom II für Sockel AM2+ möglicherweise eine vorschnelle Kaufentscheidung getroffen haben.

Zudem stellt AMD auch noch etliche neue AM3-Prozessoren vor. Zwei davon werden wir uns heute genauer ansehen, die es in dieser Konfiguration bisher noch nicht gab: einen Phenom II X4 810 mit nur 4 MB statt 6 MB Level 3 Cache und einen Phenom II X3 720, den ersten Triple-Core Prozessor auf Basis des 45 nm "K10.5" Designs.

Hier auf einen Blick alle heute neu vorgestellten AMD-Prozessoren:
· AMD Phenom II X4 810 (4 Kerne, 2,6 GHz, 4 MB L3) : PIB / 1KU price of $175 each
· AMD Phenom II X3 720 (3 Kerne, 2,8 GHz, 6 MB L3) : Black Edition, PIB / 1KU price of $145 each
· AMD Phenom II X3 710 (3 Kerne, 2,6 GHz, 6 MB L3) : PIB / 1KU price of $125 each
· AMD Phenom II X4 910 (4 Kerne, 2,6 GHz, 6 MB L3) : Available in tray only
· AMD Phenom II X4 805 (4 Kerne, 2,5 GHz, 4 MB L3) : Available in tray only
Viel Vergnügen beim Lesen!
[break=Unser AM3-Sample im Detail: AMD Phenom II X4 810]
Technisch gesehen hat sich bei den AM3-Prozessoren gegenüber ihren AM2+ -"Vorgängern" nicht viel getan. Da wir die technischen Feinheiten des Deneb bereits ausführlich in unserem Phenom II-Review beleuchtet haben, verweisen wir an dieser Stelle auf die Seiten 2 bis 7 des Januar-Artikels. Dort wurden die technischen Neuerungen des Phenom II ausführlich vorgestellt.

AMD übersandte uns für die Tests zum AM3-Launch zwei Prozessoren. Einer davon ist der neue Phenom II X4 810. Und das ist eine Überraschung, denn wir hatten damit gerechnet, dass AMD zur Markteinführung einer nagelneuen DDR3-Plattform auch einen neuen Top-Prozessor vorstellen würde. Einen AMD Phenom II X4 950 oder 945 zum Beispiel. Aber nichts dergleichen! AMD versandte als schnellste CPU die neue Mittelklasse-Serie 800. Das ist ein Deneb-Kern, bei dem 2 MB des insgesamt 6 MB großen Level 3 Caches deaktiviert sind. Dies kann aus wirtschaftlichen Gründen geschehen (Nachfrage nach Serie 800 ist größer als nach Serie 900) oder aus technischen Gründen (ein Teil des L3-Caches war defekt). In letzterem Fall kann AMD den Prozessor wenigstens noch als Serie 800 mit 4 MB L3-Cache verkaufen statt ihn einstampfen zu müssen. Ein seit Jahren erfolgreich angewandtes Zweitverwertungsprinzip bei AMD, Intel, ATI und NVIDIA.

AMD Phenom II Deneb AM3 - Foto des Prozessors X4 810


Unser Sample wurde in der 49. Kalenderwoche 2008 hergestellt.

AMD Phenom II Deneb AM3 - Foto des Prozessors X4 810


Die Unterseite der AM3-Prozessoren unterscheiden sich von denen der AM2+ -Prozessoren. Näheres zu den Unterschieden gibt es auf Seite 4 dieses Artikels zu lesen, wo wir sowohl die Unterseite der CPUs als auch die Sockel AM2 und AM3 miteinander vergleichen.

AMD Phenom II Deneb AM3 - CPU-Z CPU X4 810


AMDs X4 810 taktet mit 2,6 GHz, bietet 4 Kerne und wurde im Gegensatz zum Phenom II X4 940 für den Sockel AM2+ um 2 MB L3-Cache "beschnitten".

AMD Phenom II Deneb AM3 - CPU-Z Cache X4 810


Im Gegensatz zum bisherigen AM2+ -Deneb fällt der Level 3 Cache mit nur 4 MB zwar um ein Drittel kleiner aus, dafür wird er 64-fach assoziativ verwaltet, ist also effizienter und "intelligenter", während der Original-Deneb mit 48-facher Assoziativität auskommen muss. Was Fragen aufwirft, denn wenn die 800er Serie nur ein beschnittener 900er ist, wie schafft AMD es dann dem L3-Cache eine andere Assoziativität zu verpassen? Wir werden versuchen das zeitnah zu klären!

Ferner darf der Level 3 Cache bzw. die komplette integrierte Northbridge wieder mit 2 GHz arbeiten so wie es beim letzten 65 nm Phenom X4 9950 der Fall war, während der bisherige Deneb mit 1,8 GHz Northbridge- und L3-Cache-Takt auskommen musste.

AMD Phenom II Deneb AM3 - CPU-Z Speicher X4 810 DDR2


AMD Phenom II Deneb AM3 - CPU-Z Speicher X4 810 DDR3


Die Neuerung des AM3 ist der DDR3-Support. Erstmals werden AMD-Prozessoren mit einem Speichercontroller ausgestattet, welcher DDR3 mit einer Taktrate von 666 MHz bzw. DDR3-1333 unterstützt. Der Speichertakt wird wie bei allen Phenom-Prozessoren auch beim AM3 vom Referenztakt mittels eines Verhältnisses abgeleitet. DDR3-1333 wird mit einem Verhältnis von 3:10 (200 / 3 * 10) errechnet.

Die heute vorgestellten Prozessoren besitzen jedoch einen Combi-Speichercontroller für DDR2 und DDR3. Je nachdem, ob der Prozessor in einen Sockel AM2+ oder AM3 eingesetzt wird, kann er mit bis zu DDR2-1066 oder DDR3-1333 betrieben werden.

Interessant bei Verwendung von DDR3 ist, dass zwei Speicherriegel im Gegensatz zu DDR2 automatisch mit 1T Command Rate angesprochen werden. Uns liegen bisher noch keine technischen Dokumente vor, die uns einen genauen Blick auf diesen Sachverhalt werfen lassen, die automatische BIOS-Erkennung stellte jedoch in allen „Lebenslagen“ 1T Command zur Verfügung. Wir gehen daher davon aus, dass der integrierte DDR3-Speichercontroller für 1T Command bei DDR3-1066 und DDR3-1333 spezifiziert ist. Ein Sachverhalt, der uns schon beim Intel Core i7 aufgefallen war, der ebenfalls standardmäßig mit 1T Command Rate betrieben wird.

AMD Phenom II Deneb AM3 - CPU-Z Cool'n'Quiet X4 810


Auch die AM3-Prozessoren takten wie ihre AM2+ -Pendants im Idle-Zustand auf 800 MHz herunter.

AMD Phenom II Deneb AM3 - P-States X4 810


Die neuen Prozessoren bieten 4 sogenannte Power-States. Je nach Prozessorlast taktet CPU bei aktiviertem Cool’n’Quiet in 4 verschiedenen Stufen: 800 MHz, 1.400 MHz, 1.900 MHz und schließlich mit voller Kraft von 2.600 MHz.

Interessant ist auch die verwendete Northbridgespannung. Während die im Januar vorgestellten Prozessoren bei 1,8 GHz NB-Takt mit 1,15 oder 1,175 Volt auskommen, müssen es für 2 GHz NB-Takt durchweg 1,2 Volt sein.

AMD Phenom II Deneb AM3 - CPU-Z Latency X4 810


Natürlich haben wir auch kurz die Cache-Latenzen mit Hilfe des CPU-Z Latency-Tool überprüft. Momentan nur für die Akten gedacht, später im Artikel mehr zum Thema Latenzen.
[break=Unser AM3-Sample im Detail: AMD Phenom II X3 720 BE]
Als zweiter Proband gesellt sich der erste Triple-Core-Prozessor mit Deneb-Kern, ein X3 720 BE, hinzu.

AMD Phenom II Deneb AM3 - Foto des Prozessors X3 720


Auch unser X3-Sample wurde in der 49. Kalenderwoche 2008 produziert.

AMD Phenom II Deneb AM3 - Foto des Prozessors X3 720


Die Pin-Anordnung an der Unterseite ist identisch mit der des X4 810.

AMD Phenom II Deneb AM3 - CPU-Z CPU X3 720


Beim X3 720 handelt es sich um eine Black Edition-CPU, welche mit 2,8 GHz getaktet wird und einen offenen Multiplikator besitzt. Im Gegensatz zum X4 810 steht dem Triple-Core sogar der volle L3-Cache in Höhe von 6 MB zur Verfügung. Auffällig ist die ausgelesene Betriebsspannung von 1,325 Volt. Während der X4 810 mit 1,3 Volt auskommt, benötigt der X3 720 bei nur 200 MHz mehr Taktfrequenz 0,025 Volt mehr. Oder zumindest wurde er von AMD so spezifiziert. Es scheint, als vertraue AMD dem 45 nm Produktionsprozess noch nicht so weit, dass es für signifikante Spannungsabsenkungen ausreicht. Auffällig auch, dass die CPU offenbar auch als X3-Prozessor unter dem Label "Deneb" firmiert, während bei den 65 nm Prozessoren der X3 mit "Toliman" einen eigenen Codenamen erhielt.

AMD Phenom II Deneb AM3 - CPU-Z Cache X3 720


Beim Cache gibt es neben der Größe noch einen weiteren Unterschied zum X4-Prozessor: Statt 64-fach wird der L3-Cache nur 48-fach assoziativ angesprochen, entspricht somit in Größe und Assoziativität exakt dem kürzlich vorgestellten Original-Deneb. Lediglich der Northbridge-Takt unterscheidet sich. Auch der neue Triple-Core Prozessor darf auf 2,0 GHz zurückgreifen, während sich der vor 5 Wochen vorgestellte Quad-Core noch mit 1,8 GHz bescheiden musste.

AMD Phenom II Deneb AM3 - CPU-Z Speicher X3 720 DDR2


AMD Phenom II Deneb AM3 - CPU-Z Speicher X3 720 DDR3


In puncto Speicher entspricht der X3 dem X4 der vorangegangenen Seite. DDR3-1333 gehört ebenso zur Spezifikation wie DDR2-1066 - je nach verwendetem Sockel.

AMD Phenom II Deneb AM3 - CPU-Z Cool'n'Quiet X3 720


Im Idle-Betrieb taktet unser X3-Sample ebenfalls mit 800 MHz und senkt die Spannung auf 1,025 ab.

AMD Phenom II Deneb AM3 - P-States X3 720


Die einzelnen Taktraten der P-States unterscheiden sich geringfügig von denen des X4-Prozessors, ebenso die dazugehörigen Prozessorspannungen.

AMD Phenom II Deneb AM3 - CPU-Z Latency X3 720


Und hier noch der obligatorische Blick auf die Cache-Latenzen. Wie bereits beim ersten Deneb-Artikel zeigt sich, dass die Größe des L3-Caches falsch angezeigt wird. Zudem ist die Latenz des L3-Caches höher als die des X4 810, was am höheren Kerntakt liegen dürfte, der selbst bei gleicher absoluter Latenz-Zeit zwangsläufig zu mehr CPU-Wartezyklen führt.
[break=Prozessor- und Sockelvergleich AM2+ / AM3]
Auf dieser Seite wollen wir kurz auf die physischen Unterschiede zwischen Sockel AM2+ und AM3 eingehen.

AMD Phenom II Deneb AM3 - Unterseite CPU AM2+


Die beiden rot umrandeten Pins an der Unterseite der AM2+ -CPU verhindern, dass der Prozessor physisch in den Sockel AM3 passt. An diesen Stellen hat der Sockel AM3 keine Löcher.

AMD Phenom II Deneb AM3 - Unterseite CPU AM3


Sockel AM3-Prozessoren haben die auf dem vorangegangenen Bild markierten Pins nicht. Die restlichen Fehlstellen sind identisch zum AM2+, wodurch erreicht wird, dass diese CPUs in beide Prozessorsockel passen.

AMD Phenom II Deneb AM3 - Sockel AM2+


Draufsicht auf einen Sockel AM2: Während eine AM2+ -CPU für jedes der 940 Löcher im Sockel einen Pin bereitstellt, bleiben die rot markierten Stellen frei, wenn ein AM3-Prozessor installiert wird.

AMD Phenom II Deneb AM3 - Sockel AM3


Draufsicht auf einen Sockel AM3: Diese beiden Löcher werden nicht besetzt, wenn ein aktueller AM3-Prozessor installiert wird.

AMD Phenom II Deneb AM3 - Sockel AM3


Das rot markierte Loch im Sockel AM3 wird derzeit ebenfalls nicht benutzt. Diese Position ist mit dem neuen Sockel AM3 hinzugekommen, AM2+ -Mainboards bieten dieses Loch im Sockel nicht. Da es somit im neuen Sockel AM3 drei Löcher gibt, die aktuell nicht genutzt werden, ist davon auszugehen, dass weitere Prozessorvarianten folgen werden. Das bedeutet jedoch auch, dass Prozessoren, die auch nur eines dieser drei neuen Löcher benutzen werden, physisch nicht mehr in den Sockel AM2+ passen, also zum Beispiel keinen Combi-Controller mehr besitzen werden. Das jedoch ist bisher nur Spekulation unsererseits.
[break=Die Testsysteme im Überblick]
Im Rahmen der Tests für das heutige Review kamen gleich mehrere Testsysteme zum Einsatz. Dies ist der Tatsache "geschuldet", dass wir unseren Lesern möglichst viele Vergleichswerte präsentieren wollen. Einen Großteil der Benchmark-Ergebnisse haben wir aus unserem ersten Phenom II-Review übernommen, da mit Ausnahme der Prozessoren (und im Falle des AM3 noch das Mainboard sowie der RAM) die gleiche Hard- und Software zum Einsatz kam. Die Hardware sieht dabei so aus:

Testsystem Sockel AM2+
  • Prozessoren:
    • AMD Phenom II X4 810
    • AMD Phenom II X3 720
    • AMD Phenom II X4 940
    • AMD Phenom X4 9850 BE
    • AMD Phenom X3 8750 BE
    • AMD Athlon 7750 BE
    • AMD Phenom X4 9600 BE
    • AMD Athlon 64 X2 6400+
  • Mainboard (Referenz): Gigabyte GA-MA790GP-DS4H (BIOS F3)
  • Arbeitsspeicher: 2x 1 GByte Corsair TWIN2X2048-8500C5DF (5-5-5-15 2T)
  • Grafikkarte: ZOTAC GTX 280 AMP!
  • Netzteil: be quiet! Dark Power Pro 530 Watt
  • Festplatte: Seagate ST3250410AS (SATA, 7.200/min
  • Gehäuse: Chieftec Mesh CH-01 Midi-Tower
  • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000


Testsystem Sockel AM3
  • Prozessoren:
    • AMD Phenom II X4 810
    • AMD Phenom II X3 720
  • Mainboard (Referenz): Gigabyte GA-MA790XT-UD4P (BIOS F2)
  • Arbeitsspeicher: 2x 1 GByte Cellshock ES DDR3-1333 (7-7-7-21 1T)
  • Grafikkarte: ZOTAC GTX 280 AMP!
  • Netzteil: be quiet! Dark Power Pro 530 Watt
  • Festplatte: Seagate ST3250410AS (SATA, 7.200/min
  • Gehäuse: Chieftec Mesh CH-01 Midi-Tower
  • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000


Testsystem Sockel 775
  • Prozessoren:
    • Intel Core 2 Extreme QX9770
    • Intel Core 2 Duo E8600
  • Mainboard: Intel DX48BT2 (BIOS BT1893P)
  • Arbeitsspeicher: 2x 1 GByte OCZ3P1600EB2GK (7-6-6-20 2T)
  • Grafikkarte: ZOTAC GTX 280 AMP!
  • Netzteil: be quiet! Dark Power Pro 530 Watt
  • Festplatte: Seagate ST3250410AS (SATA, 7.200/min
  • Gehäuse: Chieftec Mesh CH-01 Midi-Tower
  • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000


Testsystem Sockel 1366
  • Prozessor: Intel Core i7 965 XE
  • Mainboard: Intel DX58SO (BIOS SO2786P)
  • Arbeitsspeicher:
    • 2x 1 GByte Cellshock PC3-14400 (8-7-6-21 2T)
    • 1x 1 GByte OCZ PC3-16000 (8-7-6-21 2T)
  • Grafikkarte: ZOTAC GTX 280 AMP!
  • Netzteil: be quiet! Dark Power Pro 530 Watt
  • Festplatte: Seagate ST3250410AS (SATA, 7.200/min
  • Gehäuse: Chieftec Mesh CH-01 Midi-Tower
  • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000

Auf der Software-Seite sehen die Systeme so aus:

verwendete Software / TreiberVersion / Bemerkungen
Windows Vista Ultimate
64 Bit, Service Pack 1
DirectX
10, Juni-Update 2008
Grafikkartentreiber
ForceWare 180.48
Chipsatz-/Mainboardtreiber
aktuelle Version des Herstellers
Everest
4.60, Build 1500
WinRAR
3.71d
XMPEG
5.03, Build 5.0.8.84
XviD
1.2.-127
Avidemux
2.4.3
POV-Ray
3.7, Beta 27
Cinebench
R10, 64 Bit
Crysis
Demo
Crysis Benchmark Tool
1.0.0.5
UT3
Demo
UT3-Bench
0.2.0.35
Doom 3
Demo
Quake 3
Quake 3 Arena
q3bench
v2.00 Public Beta
3DMark Vantage
Advanced, Build 1.0.1, ohne Feature Tests
PCMark Vantage
Advanced, Build 1.0.0
BOINC
6.2.19


Unser Test-Parcours soll einen guten Querschnitt durch den Alltagsbetrieb eines PCs bilden. 32 Bit- und 64 Bit-Anwendungen sind vertreten, ältere Spiele wechseln sich mit neueren ab, Video-Encoding und Rendering sind vertreten und selbst Distributed Computing spielt eine Rolle. Das alles sind Anwendungen, die im Alltag auftreten können und zeigen so einen guten Querschnitt durch das Anforderungsprofil eines heutigen Prozessors.
[break=Vorwort zu den Benchmarks]
Bevor wir zu dem Teil übergehen, in welchem wir die Performance von verschiedenen Prozessoren vergleichen, möchten wir vorab noch einige wichtige Informationen zum Benchmark-Teil geben. Oberste Priorität haben bei uns Vergleiche bei gleicher Taktrate. Dadurch lässt sich zuverlässig erkennen, welche Architektur bei welcher Anwendung Vorteile hat. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit, da es in der Praxis meist CPUs mit unterschiedlichen Taktraten gibt. Und genau aus diesem Grund haben wir gleich mehrere Szenarien vergleichen.

Benchmarks Teil 1: Vergleich bei 2,5 GHz

Im ersten Teil unseres Benchmark-Abschnittes haben wir sämtliche Tests mit allen uns zur Verfügung stehenden Prozessoren bei 2,5 GHz Taktfrequenz durchgeführt. Die CPUs liefen dabei wie folgt:
  • AMD Phenom II X4 810: 200 x 12,5 – 2 GHz NB-Takt – DDR2-1066
  • AMD Phenom II X4 810: 200 x 12,5 – 2 GHz NB-Takt – DDR3-1333
  • AMD Phenom II X3 720 BE: 200 x 12,5 – 2 GHz NB-Takt – DDR2-1066
  • AMD Phenom II X3 720 BE: 200 x 12,5 – 2 GHz NB-Takt – DDR3-1333
  • AMD Phenom II X4 940 BE: 200 x 12,5 - 1,8 GHz NB-Takt - DDR2-1066
  • AMD Phenom X4 9850 BE: 200 x 12,5 - 2 GHz NB-Takt - DDR2-1066
  • AMD Phenom X3 8750 BE: 200 x 12,5 - 1,8 GHz NB-Takt - DDR2-1066
  • AMD Phenom X4 9600 BE: 200 x 12,5 - 1,8 GHz NB-Takt - DDR2-1066
  • AMD Athlon 7750 BE: 200 x 12,5 - 1,8 GHz NB-Takt - DDR2-1066
  • AMD Athlon 64 X2 6400+: 200 x 12,5 - DDR2-714
  • Intel Core 2 Duo E8600: 333 x 7,5 - DDR3-1333
  • Intel Core 2 Extreme QX9770: 333 x 7,5 - DDR3-1333
  • Intel Core i7 965 XE: 133 x 19 - 4,8 GHz QPI-Takt, DDR3-1066 - Turbo-Modus deaktiviert

Mit Ausnahme des i7 liefen alle Prozessoren exakt bei 2,5 GHz, während der jeweilige FSB bzw. Referenztakt spezifikationsgerecht eingestellt wurde.

Beim Core i7 fehlte der passende Multiplikator, um genau bei 2.500 MHz zu landen. Er wurde daher mit 2.533 MHz betrieben, was die kleinstmögliche Abweichung darstellte.

Benchmarks Teil 2: Vergleich bei 3 GHz

Auch bei 3 GHz - dem Standardtakt des Phenom II X4 940 für den AM2+ - haben wir die Performance verglichen.

  • AMD Phenom II X4 810: 250 x 12 – 2 GHz NB-Takt – DDR2-1000
  • AMD Phenom II X4 810: 250 x 12 – 2 GHz NB-Takt – DDR3-1333
  • AMD Phenom II X3 720 BE: 200 x 15 – 2 GHz NB-Takt – DDR2-1066
  • AMD Phenom II X3 720 BE: 200 x 15 – 2 GHz NB-Takt – DDR3-1333
  • AMD Phenom II X4 940 BE: 200 x 15 - 1,8 GHz NB-Takt - DDR2-1066
  • AMD Phenom X4 9850 BE: 200 x 15 - 2 GHz NB-Takt - DDR2-1066
  • AMD Phenom X3 8750 BE: 200 x 15 - 1,8 GHz NB-Takt - DDR2-1066
  • AMD Athlon 7750 BE: 200 x 15 - 1,8 GHz NB-Takt - DDR2-1066
  • AMD Athlon 64 X2 6400+: 200 x 15 - DDR2-750
  • Intel Core 2 Duo E8600: 333 x 9 - DDR3-1333
  • Intel Core 2 Extreme QX9770: 333 x 9 - DDR3-1333
  • Intel Core i7 965 XE: 133 x 22 - 4,8 GHz QPI-Takt, DDR3-1066 - Turbo-Modus deaktiviert

Unser AM2-Phenom im B2-Stepping musste in dieser Runde die Segel streichen, da er 3 GHz nicht erreicht. Bei den restlichen Prozessoren war dies jedoch kein Problem, weshalb wir diese - wieder mit Ausnahme des i7 - bei exakt 3 GHz vergleichen konnten.

Beim i7 hatten wir die Wahl, entweder 2,93 oder 3,06 GHz zu verwenden. Wir entschieden uns für den niedrigeren Takt von 2,93 GHz, da dies exakt der Original-Frequenz eines Intel Core i7 940 entspricht.

Benchmarks Teil 3: Skalierung des AM3

Gerüchten zufolge soll auf absehbare Zeit der AMD Phenom II X4 950 mit einer Taktfrequenz von 3,1 GHz das schnellste AM3-Modell werden. Da uns AMD diese CPU jedoch nicht zur Verfügung gestellt hat, müssen wir auf einen anderen Prozessor ausweichen, um Tests in Bezug auf die Performance-Skalierung auf dem Sockel AM3 durchzuführen. Aufgrund des offenen Multiplikators des Phenom II X3 720 BE entschieden wir uns, diese CPU für unsere Tests zu nutzen. Auf dem Plan standen folgende Testreihen:

  • AMD Phenom II X3 720 BE: 200 x 12,5 – 2 GHz NB-Takt – DDR3-1333
  • AMD Phenom II X3 720 BE: 200 x 15 - 2 GHz NB-Takt – DDR3-1333
  • AMD Phenom II X3 720 BE: 200 x 17,5 - 2 GHz NB-Takt – DDR3-1333
  • AMD Phenom II X3 720 BE: 200 x 15 - 2,4 GHz NB-Takt – DDR3-1333
  • AMD Phenom II X3 720 BE: 240 x 12,5 - 2,4 GHz NB-Takt – DDR3-1600

Dank Vergleichswerten bei 2,5 GHz, 3 GHz und 3,5 GHz lässt sich erkennen, wie der Phenom II für Sockel AM3 mit steigendem Takt skaliert. Ebenso ist eine Tendenz erkennbar, welche Performance bei zukünftigen CPUs zu erwarten ist, welche mit einer anderen Taktrate released werden. Interessant dürfte vor allem auch der Vergleich sein, wie die Performance mit steigendem Northbridge-Takt und/oder steigendem Speichertakt skaliert.

Wir hoffen, durch die Auswahl der Tests und der verglichenen Prozessoren ein möglichst breites Spektrum an Informationen abzudecken, sodass für jeden Leser ein interessanter Aspekt sichtbar wird. Doch nun genug der Vorrede - auf zu den Benchmarks!
[break=2,5 GHz: Everest Memory Benchmark, WinRAR]
Auf den kommenden Seiten haben wir unsere beiden heutigen Probanden farblich gekennzeichnet. Der X4 810 wird mit einem roten Balken, der X3 720 mit einem grauen Balken kenntlich gemacht. Die dunkleren Farb-Nuancen markieren dabei das Ergebnis beim Einsatz auf dem Sockel AM2+, die helleren Nuancen stehen für den DDR3-Betrieb. Der Vergleichswert des X4 940 aus dem vergangenen Review wird in einem Braunton dargestellt.

Everest


Everest von Lavalys hat sich in letzter Zeit zu einem populären Benchmark entwickelt. Viele nutzen ihn, die Versionsabhängigkeit ist nicht so ausgeprägt wie bei SiSoft Sandra und auch bei uns im Forum lassen sich viele Vergleichswerte finden. Aus diesem Grund nutzen wir den integrierten Memory-Benchmark von Everest, um den Speicherdurchsatz beim Lesen, Schreiben und kopieren sowie die Speicherlatenz zu messen. Dabei kommt die Programmversion 4.60 mit Build 1.500 zum Einsatz.

Everest


Speicherdurchsatz: Lesen


Dank DDR3 können sich beide AM3-CPUs an den Intel-Pendants für Sockel 775 vorbeischieben. Mit DDR2 lassen beide Prozessoren den X4 940 hinter sicht.

Speicherdurchsatz: Schreiben


Beide Prozessoren überflügeln den Phenom II aus dem Januar-Review zwar deutlich, hier gibt es jedoch ein erstes interessantes Ergebnis zu beobachten: Die Transferrate fällt mit DDR3 niedriger aus als bei den selben CPUs mit DDR2-RAM. Insgesamt reicht es so nicht für den Angriff auf die Sockel 775-Prozessoren.

Speicherdurchsatz: Kopieren


Während sich die Probanden mit DDR2 direkt hinter dem Original-Deneb einordnen, fällt die Copy-Bandbreite um mehr als 26 Prozent unter Verwendung von DDR3 ab. Soweit, dass man selbst hinter beide S775-Prozessoren zurückfällt.

Speicherlatenz


In Sachen Speicherlatenz platzieren sich alle 4 Ergebnisse zwischen dem X4 940 und Intels Bloomfield.


WinRAR


Auch bei WinRAR wird immer auf gleichem Weg getestet: Es wird ein ca. 4,5 Gigabyte großes RAR-Archiv mit gemischtem Inhalt geöffnet und anschließend der integrierte Benchmark gestartet. WinRAR reagiert äußerst feinfühlig auf Speicher-Latenzen.

WinRAR"


WinRAR


Mit DDR2 befindet sich der X4 810 auf Augenhöhe des X4 940 - sofern beide gleich getaktet werden. Nutzt man DDR3, so fällt das Ergebnis deutlich niedriger aus - es reicht aber noch immer zu Platz 4 im Diagramm. Der neue Triple-Core überflügelt seinen Toliman-Vorgänger mit knapp 10 Prozent mehr Leistung deutlich, fällt jedoch ebenfalls beim Einsatz von DDR3 etwas zurück.
[break=2,5 GHz: XMPEG, Avidemux, H.264]
XMPEG + XviD / Avidemux + h.264


Wenn es um Video-Encoding bzw. -Decoding geht, so gibt es unzählige Variationen und Ausgestaltungen von Software. Viele Programme und noch mehr Codecs lassen dem Enduser die Qual der Wahl. Dabei ist die Nutzung der Ressourcen genauso vielfältig wie die Software selbst: Einige Programme bzw. Codecs können maximal einen Prozessorkern ansprechen, andere wiederum nehmen alles, was sie an Leistung bekommen können - schwer, dabei einen Querschnitt abzubilden.

Wir haben mit der Wahl von XMPEG in Verbindung mit dem XviD-Codec sowie Avidemux in Verbindung mit dem H.264-Codec versucht, diesen Querschnitt zu finden. Während XMPEG mit dem zum Teststart aktuellen XviD-Codec 1.2 Beta kaum mehr als einen Prozessorkern beansprucht, nutzt Avidemux dank H.264-Codec jede zur Verfügung stehende Ressource. In beiden Fällen wandeln wir je ein Referenz-Video um und messen dabei die benötigte Zeit.

XMPEG


XMPEG + XviD


Im XMPEG-Test reihen sich alle 4 Konstellationen knapp hinter dem reinen AM2+ -Deneb ein. Die Ergebnisse reichen jedoch aus, um sich noch vor Intels Yorkfield zu platzieren. Man sieht an den Ergebnissen sehr schön, dass XMPEG - in der Theorie multithreading-fähig - in der Praxis nicht so massiv mit mehreren Kernen arbeiten kann, wie sich die Macher das vorstellen. Denn wäre das der Fall, würde sich der Triple-Core nicht vor Intels Yorkfield setzen können. Zudem zeigt sich, dass DDR3 in diesem Test keinen Vorteil bringt.


Avidemux


Avidemux + H.264


Der H.264-Codec nutzt vorhandene Ressourcen wesentlich besser, weshalb sich der neue X3 weiter hinten einsortieren muss. Der direkte Vorgänger Toliman wird jedoch in Schach gehalten. Dem X4 810 gelingt es weder mit DDR2 noch mit DDR3, Intels Bloomfield zu überbieten, während es dem "Original-Deneb" X4 940 gelingt. Womöglich liegt das an den fehlenden 2 MB L3-Cache?

Da das Encodieren eines Videos einen Aspekt darstellt, das Abspielen eines Videos hingegen einen völlig anderen, spielen wir ein vorgefertigtes mit h.264-Codec erstelltes Video im Windows Media Player ab und messen mittels der Windows Leistungsanzeige die auftretende Prozessorlast.

Perfmon


CPU-Last Wiedergabe h.264-Video


In puncto Prozessorlast sich sind alle Quad-Core-Denebs einig und erzielen 5,3 Prozent CPU-Last. Beim X3 720 bringt DDR3 hingegen einen kleinen Vorteil, welcher aber nicht überzubewerten ist. Gegenüber dem Toliman kann der Deneb-X3 etwas zulegen.
[break=2,5 GHz: POV-Ray, Cinebench]
POV-Ray


Auch der Punkt Rendering darf in unserem Parcours nicht fehlen. Für diesen Bereich nutzen wir 2 Programme, die unterschiedliche Anwendungsgebiete haben.

Auf der einen Seite kommt POV-Ray zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein Raytracer-Programm, welches im Benchmark-Modus eine vorgefertigte 3D-Szene berechnet. Gemessen wird die dafür benötigte Zeit.

POV-Ray


POV-Ray


Im POV-Ray Rendering-Test kann sich der neue AM3-Quad-Core sowohl mit DDR2 als auch mit DDR3 knapp vor den X4 940 setzen - und das trotz kleinerem L3-Cache. Hier scheinen sich die 2 GHz L3-Cache-Takt und die höhere Assoziativität positiv auszuwirken.


Cinebench


Auf der anderen Seite nutzen wir das bekannte Renderprogramm Cinebench in der aktuellen Version R10. Cinebench basiert auf der Cinema 4D-Software von Maxon und liegt in einer 64 Bit-Version vor, welche wir natürlich nutzen. Wir lassen den Benchmark hintereinander erst auf einem Prozessorkern und dann auf allen Kernen laufen, notieren die jeweiligen Ergebnisse sowie den Speedup-Faktor.

Cinebench


Cinebench 1 CPU


Im Single-CPU-Test von Cinebench platziert sich der Triple-Core näher am X4 940 als der X4 810. Grund hierfür könnte der kleinere L3-Cache des X4 810 sein. Denn während der Berechnungs-Thread theoretisch "nur" auf 4 MByte L3 zugreifen kann, stehen dem Thread beim X3 bei Bedarf die vollen 6 MByte zur Verfügung.

Cinebench x CPU


Im X-CPU-Modus relativiert sich das Bild wieder. Mit DDR2 platziert sich unser X4 810 knapp hinter dem X4 940, mit DDR3 knapp davor. Der X3 reiht sich zwischen seinem Toliman-Vorgänger und dem per offiziell von AMD empfohlenen TLB-Fix ausgebremsten Agena B2-Quad-Core ein.

Cinebench Multiprocessor Speedup


Der Multiprocessor Speedup fällt beim X4 810 etwas besser aus als beim X4 940. Der X3 fällt jedoch leicht hinter den Toliman zurück.
[break=2,5 GHz: Crysis, UT3]
Crysis


Crysis ist ein DirectX 10-Spiel, welches einen integrierten CPU-Benchmark in 64 Bit bietet. Wir lassen diesen Benchmark mit Hilfe des kostenlosen "Crysis Benchmark-Tools" hintereinander in den Auflösungen 1024x768, 1280x1024 sowie 1600x1200 jeweils mit dem Detail-Level "High" laufen.

Crysis


Sicher könnte man darüber nachdenken, immer häufiger anzutreffende Auflösungen im Widescreen-Format zu nutzen. Da wir mit diesem System jedoch keine Grafikkarten testen und die Vergleichbarkeit lediglich unter den Mainboards bzw. Prozessoren gegeben sein soll, bleiben wir den bisher genutzten Auflösungen treu.

Crysis 1024x768


Crysis 1280x1024


Crysis 1600x1200


In den beiden kleineren Auflösungen kommen die neuen AM3-Prozessoren nicht am X4 940 vorbei. Einerseits dürfte das am fehlenden L3-Cache liegen (X4 810) und andererseits am fehlenden Kern (X3 720). In der Auflösung von 1600x1200 fällt der AM2+ -Deneb leicht zurück und muss der neuen AM3-Konkurrenz den Vortritt lassen.


UT3


Unreal Tournament bzw. dessen Game-Engine ist ein Beispiel für gute Systemausnutzung. Hier spielt die Grafikleistung eine weniger gewichtige Rolle - stattdessen skaliert das Spiel mit der Anzahl der Prozessorkernen und ist somit ideal für einen Systemvergleich.

UT3


Findige Programmierer haben ein kleines, kostenloses Tool namens "UT3-Bench" geschrieben, welches wir für unsere Benchmarks nutzen. Auch hier nutzen wir die Auflösungen von 1024x768, 1280x1024 sowie 1600x1200 und lassen den Benchmark mit der Map vCTF-Suspense_fly jeweils 60 Sekunden laufen. Vor den Durchläufen wird jedoch noch der von Haus aus eingebautet Frame-Limiter deaktiviert.

UT3 1024x768


UT3 1280x1024


UT3 1600x1200


Im Unreal Tournament 3 bringt DDR3 erstmals einen signifikanten Vorteil - allerdings nur beim X4 810. Beim kleineren X3 ist dieser Vorteil entweder nicht vorhanden oder aber weitaus geringer als beim X4 810. Allerdings fallen die Ergebnisse des X3 720 generell sehr gut aus, da er sich stets im Bereich des X4 940 aufhält, welcher bekanntlich einen ganzen Kern mehr zur Verfügung hat.
[break=2,5 GHz: Doom 3, Quake 3]
Doom 3


Doom 3 stellt unseren Vertreter der etwas älteren Spiele dar, was insgesamt zu einem guten Querschnitt durch die Spielewelt führt. Wieder kommen die 3 bekannten Auflösungen mit "Ultra Details" zum Einsatz. Gewertet wird jeweils der zweite Durchlauf, da beim ersten Durchlauf starke Nachladeruckler auftreten und dadurch das Ergebnis verfälschen.

Doom 3


Doom 3 1024x768


Doom 3 1280x1024


Doom 3 1600x1200


Doom 3 hält wieder eine Überraschung für uns bereit. Die Ergebnisse in diesem bereits betagteren Titel zeigen, dass der X3 720 mit seinen 6 MByte L3-Cache generell vor dem X4 940 liegt, welcher wiederum vor dem X4 810 liegt. In diesem Test ist dem X3 erneut egal, ob DDR2 oder DDR3 zum Einsatz kommt. Dem X4 810 liegt wiederum DDR3 etwas besser.


Quake 3


Einige werden beim Lesen der Überschrift "Quake 3" schmunzeln. Verständlich, denn dieses Spiel hat bereits einige Jahre auf dem Buckel. Als aktuell kann man es also nicht mehr bezeichnen. Doch warum nutzen wir diese Software noch immer?

Quake 3 reagiert wie kaum ein anderes Programm auf das Memory-Subsystem eines PCs. Ob Speichertakt, Latenzen oder verschiedene Speicherbestückungen - es gibt kaum eine Situation, in der Quake 3 nicht darauf reagiert. Damit erhebt sich dieses Tool zum unverzichtbaren Bestandteil unseres Benchmark-Parcours.

Quake 3


Für unsere Benchmarks nutzen wir "Q3Bench" und lassen die Map "Demo001" in den Auflösungen 640x480 mit normalen Details sowie 1024x768 mit maximalen Details jeweils 2x durchlaufen. Gewertet wird der zweite Durchlauf, da das Ergebnis des ersten Durchlaufs durch das erstmalige Laden verfälscht wird.

Quake 3 640x480


Quake 3 1024x768


Quake 3 zeigt das gleiche Bild: Während dem X3 der verwendete Speicher egal ist, bringt DDR3 beim X4 810 deutliche Vorteile. Zudem reiht sich der X4 810 weit hinter dem X4 940 ein - möglicherweise erneut dem geschrumpften L3-Cache geschuldet.
[break=2,5 GHz: 3DMark Vantage, PCMark Vantage]
3DMark Vantage


Zum Abschluss unseres Benchmark-Parcours statten wir Futuremark noch einen Besuch ab. Obwohl die Benchmarks aus diesem Hause derzeit heftig umstritten sind (wir berichteten), gehören sie noch immer zu den beliebtesten Vergleichsmöglichkeiten.

Futuremark bietet mit 3DMark Vantage bzw. PCMark Vantage zwei Programme an, die ausschließlich unter Windows Vista laufen. PCMark liegt zudem in einer 64 Bit-Version vor, welche wir nutzen. 3DMark Vantage lassen wir im vorgefertigten Performance-Preset laufen (High- bzw. Extreme-Preset sind aufgrund des verwendeten Monitors nicht zugänglich).

3DMark Vantage Performance


3DMark Vantage Performance


3DMark Vantage Performance Gesamt


3DMark Vantage Performance CPU


Im 3DMark Vantage erleben wir keine echten Überraschungen. DDR3 bringt einen kleinen Vorteil, dank des fehlenden L3-Caches beim X4 810 bzw. des fehlenden Cores beim X3 720 müssen sich beide Probanden jeweils hinter dem zuletzt getesteten X4 940 einreihen.



PCMark Vantage


Der PCMark bietet verschiedene Suiten, die unterschiedliche Bereiche des PCs testen. Wir nutzen neben dem Standard-Durchlauf noch zusätzlich die Speicher- sowie Gaming-Suite und können somit ein detailliertes Ergebnis erzielen.

Da während des Festplatten-Tests Daten auf die Festplatte geschrieben bzw. von der Festplatte gelesen werden, ist eine fragmentierte Festplatte tödlich für ein nachvollziehbares Resultat. Aus diesem Grund spendieren wir PCMark eine eigene 5 GB große Partition, die bei jedem System vor der Installation von PCMark formatiert und nach der Installation defragmentiert wird. Verfälschungen können dadurch nicht auftreten.

PCMark Vantage


PCMark Vantage gesamt


Beim Gesamt-Score müssen sich alle AM3-Probanden hinter dem AM2+ -Deneb einreihen. Beim X4 810 zeigt sich einmal mehr, dass DDR3 einen Vorteil bringt, beim X3 720 hingegen nicht. Der X3 überflügelt erwartungsgemäß seinen Toliman-Vorgänger.

PCMark Vantage Memory


Kurioserweise kehrt sich das Bild im Memory-Test des PCMark um: Hier profitiert der X3 720 von DDR3, der Wert des X4 810 wird mit DDR3 schlechter.

PCMark Vantage Gaming


In der Gaming-Suite zeigt sich erneut ein interessantes Bild: Der X3 720 konkurriert mit dem X4 940 und profitiert kaum von DDR3. Der X4 810 liegt mit DDR2 deutlich zurück, schafft sich mit DDR3 hingegen einen ordentlichen Vorsprung.
[break=2,5 GHz: BOINC, Leistungsaufnahme]
BOINC


Viele Forenmitglieder von Planet 3DNow! betreiben Distributed Computing als Hobby und stellen dabei die nicht benötigte Rechenzeit ihres Computers der Wissenschaft zur Verfügung. Planet 3DNow! rangiert dank der vielen fleißigen Mitglieder unter den Top 10-Teams weltweit - kein Wunder also, dass wir einen Distributed Computing-Benchmark in unser Prozessor-Review eingebaut haben. Es kommt die zum Zeitpunkt der Referenz-Festlegung aktuelle BOINC-Version 6.2.19 zum Einsatz, deren integrierter Benchmark genutzt wird. Der Benchmark errechnet jeweils die Leistungsfähigkeit eines Prozessorkerns.

 BOINC floating point MIPS (Whetstone) - pro Kern


In der Whetstone-Berechnung des BOINC-Benchmarks gibt es kaum nennenswerte Unterschiede zwischen den Prozessoren, da der Test lediglich das Ergebnis eines einzelnen Kerns wiedergibt.

 BOINC integer MIPS (Dhrystone) - pro Kern


Auch das Ergebnis der Dhrystone-Berechnung spiegelt das Ergebnis eines einzelnen Prozessorkerns wieder. Interssant an diesem Test ist, dass der X3 720 deutlich von DDR3 profitiert, während der X4 810 deutlich an Boden verliert, wenn man ihm den neuen Speicherstandard vorsetzt.



Leistungsaufnahme


Wie viel Strom verbraucht der aktuelle PC? Die Antwort auf diese Frage darf natürlich nicht fehlen. Aus diesem Grund messen wir die Leistungsaufnahme in bestimmten Szenarien mittels des Voltcraft Energy Monitor 3000. Dabei messen wir die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems, jedoch ohne Monitor.

Leistungsaufnahme Prime95 64 Bit


Unter 2D-Last mittels Prime95 fällt die Leistungsaufnahme des X4 810 mit DDR2 10 Watt niedriger aus als die des X4 940 - wahrscheinlich auch durch den um ein Drittel kleineren L3-Cache. Mit DDR3 sind es weitere 16 Watt weniger, sodass sich der Quad-Core sogar noch vor den Dual-Core Kuma setzen kann. DDR3-RAM bietet aufgrund der abgesenkten Speicherspannung trotz der höheren Speicherbus-Takte bessere Voraussetzungen für wenig Leistungsaufnahme. Der X3 720 setzt sich sogar noch davor und liegt bei Verwendung von DDR3 gleichauf mit dem Wolfdale-Prozessor.

Leistungsaufnahme Idle ohne Cool'n'Quiet


Im Idle-Betrieb ohne Cool'n'Quiet liegt der X4 810 immerhin noch 5 Watt vor dem AM2+ -Deneb. Der Vorsprung wird durch DDR3 nochmals um 7 Watt größer, während der X3 durch DDR3 "nur" rund 3 Watt hinzugewinnt. Alles in allem reicht diese Konstellation aber, um mit insgesamt 3 Ergebnissen vor Intels Wolfdale zu landen.

Leistungsaufnahme Idle mit Cool'n'Quiet


Bei aktivierten Stromsparmechanismen ist gegen Intels Bloomfield hingegen weiterhin kein Kraut gewachsen. Allerdings ist man mit DDR3 6 bzw. 7 Watt näher an den i7 herangekommen, während sich beide Prozessoren mit DDR3 knapp hinter dem X4 940 einordnen müssen.
[break=3 GHz: Everest Memory Benchmark, WinRAR]
Jetzt gehen wir eine Stufe höher und vergleichen die Performance bei 3 GHz.

Everest


Speicherdurchsatz: Lesen


Im Read-Test zeigt sich das gleiche Bild wie bei 2,5 GHz: Mit DDR3 liegen beide Probanden wesentlich weiter vorn im Feld und können Intels Yorkfield überflügeln.

Speicherdurchsatz: Schreiben


Auch bei 3 GHz liegen alle Probanden vor dem AM2+ -Deneb, wobei das Ergebnis mit DDR3 schlechter ausfällt als mit DDR2.

Speicherdurchsatz: Kopieren


Auch im Copy-Test gibt es bei 3 GHz keine Veränderungen. DDR3 hinkt auch hier deutlich hinterher.

Speicherlatenz


Auch bei den Speicherlatenzen gibt es keine gravierenden Unterschiede. Hier ist die theoretische Reihenfolge DDR2/DDR3 jedoch wieder hergestellt.



WinRAR


WinRAR


WinRAR zeigt das fast identische Bild wie bei 2,5 GHz. Lediglich mit dem Unterschied, dass der X3 720 bei 3 GHz minimal von DDR3 profitiert statt minimal zu verlieren.
[break=3 GHz: XMPEG, Avidemux, H.264]
XMPEG + XviD


XMPEG + XviD


Ebenfalls ohne große Veränderungen lief der Test mit XMPEG ab. Minimale Veränderungen bedingen, dass sich der X4 810 erstmals vor den X4 940 setzen kann, und zwar sowohl mit DDR2-, als auch mit DDR3-RAM. Die höhere Assoziativität des L3-Caches und der 200 MHz höhere Northbridge-Takt lassen grüßen.



Avidemux + h.264


Avidemux + H.264


Bei Avidemux kommt der X4 810 bei 3 GHz etwas besser in Schwung und kann sich ganz knapp vor Intels Bloomfield platzieren. Sonst gibt es keine Überraschungen.



Prozessorlast bei h.264-Wiedergabe


CPU-Last Wiedergabe h.264-Video


Die Reihenfolge in Bezug auf die Prozessorlast bleibt unverändert bestehen. Lediglich der Abstand vom X4 810 zum X4 940 wird etwas größer.
[break=3 GHz: POV-Ray, Cinebench]
POV-Ray


POV-Ray


POV-Ray hält ebenfalls keine Überraschungen für uns bereit. Lediglich der X4 940 konnte den Rückstand zum X4 810 egalisieren und platziert sich nun ganz knapp vor selbigem.


Cinebench


Cinebench 1 CPU


Cinebench x CPU


Cinebench Multiprocessor Speedup


Im Cinebench-Test gibt es erneut keine nennenswerten relativen Veränderungen gegenüber den Werten mit 2,5 GHz.
[break=3 GHz: Crysis, UT3]
Crysis


Crysis 1024x768


Crysis 1280x1024


Crysis 1600x1200


Erneut zeigt sich, dass die neuen AM3-Prozessoren in den beiden kleineren Auflösungen nicht am AM2+ -Deneb vorbeikommen. In der Auflösung von 1600x1200 geht selbigem aber etwas die Puste aus und er muss bei 3 von 4 Ergebnissen den AM3-CPUs den Vortritt lassen. Bis auf den Test in 1600x1200 beim X3 720 zeigt DDR3 im Crysis-Benchmark Vorteile.


UT3


UT3 1024x768


UT3 1280x1024


UT3 1600x1200


Erneut profitiert der X4 810 deutlich von DDR3. Wie schon bei 2,5 GHz profitiert der X3 720 zwar auch von DDR3, allerdings in weitaus geringerem Maße. Wieder wird der X4 940 größtenteils vom X3 720 überflügelt und wieder muss sich die AMD-Konkurrenz hinter Intels Yorkfield einreihen - mit einer Ausnahme: Bei 1600x1200 setzt AMDs X4 810 samt DDR3 einen neuen Bestwert.
[break=3 GHz: Doom 3, Quake 3]
Doom 3


Doom 3 1024x768


Doom 3 1280x1024


Doom 3 1600x1200


Auch in Doom 3 bestätigt sich das Bild der Tests bei 2,5 GHz: Der X3 720 setzt sich durchweg vor den X4 940, während der X4 810 generell hinter selbigem liegt. Interessant auch, dass bei 3 GHz jeweils ein kleiner Vorteil für DDR3 zu verzeichnen ist - ganz im Gegensatz zu den Tests bei 2,5 GHz.


Quake 3


Quake 3 640x480


Quake 3 1024x768


Bei 3 GHz fällt der X3 hinter den X4 940 zurück. Sonst bleibt alles beim Alten, der X4 810 muss sich generell geschlagen geben.
[break=3 GHz: 3DMark Vantage, PCMark Vantage]
3DMark Vantage Performance


3DMark Vantage Performance Gesamt


3DMark Vantage Performance CPU


Auch im 3DMark Vantage gibt es keine nennenswerten Veränderungen.



PCMark Vantage


PCMark Vantage gesamt


Interessant ist die Entwicklung des PCMark Vantage Gesamt-Ergebnisses. Während bei 2,5 GHz noch Intels Yorkfield den 2. Platz belegte, schieben sich die AMD-Quad-Cores nun an ihm vorbei. Ihre Leistung skaliert also besser mit höherer Taktfrequenz. Der Triple-Core baut zudem die Führung gegenüber dem Wolfdale aus.

PCMark Vantage Memory


In der Memory-Suite bleibt das Bild weitgehend unverändert.

PCMark Vantage Gaming


In der Gaming-Suite bleibt im Gegensatz zu den Tests bei 2,5 GHz der X4 940 das Maß der Dinge, die neuen AM3-CPUs reihen sich dahinter ein.
[break=3 GHz: BOINC, Leistungsaufnahme]
BOINC


 BOINC floating point MIPS (Whetstone) - pro Kern


Aufgrund der sehr eng beieinanderliegenden Ergebnisse gibt es zwar ein paar Verschiebungen, die Unterschiede sind jedoch minimal.

 BOINC integer MIPS (Dhrystone) - pro Kern


Eine Überraschung gibt es in der Dhrystone-Berechnung zu attestieren: Während der X4 810 bei 2,5 GHz noch deutlich an Boden verloren hat, wenn DDR3 zum Einsatz kam, gewinnt die gleiche Konstellation bei 3 GHz plötzlich deutlich an Fahrt im Vergleich zu DDR2. Woran das liegt können wir bisher nicht erklären, allerdings traten die Unterschiede konstant in dieser Form auf. Gleichzeitig schiebt sich AMDs neuer Triple-Core auf Platz 2 bzw. 3.


Leistungsaufnahme


Leistungsaufnahme Prime95 64 Bit


Bei 3 GHz steigt der Vorteil des X4 810 gegenüber dem X4 940 von 10 auf 16 Watt unter 2D-Last an. Beim Wechsel auf DDR3 kommen nochmals 15 Watt hinzu, sodass es in Summe einen Vorteil von satten 31 Watt zugunsten des neuen AM3-Prozessors gibt. AMDs X3 setzt sich erneut vor die hauseigene Konkurrenz und überflügelt sogar Intels Wolfdale (wenn auch denkbar knapp).

Erneut müssen wir hier auf die überdurchschnittlich hohe Leistungsaufnahme des Agena X4 im B3-Stepping hinweisen. Um diese CPU stabil mit 3 GHz unter Windows Vista 64 Bit betreiben zu können, war die Erhöhung der Spannung auf fast 1,5 Volt notwendig, was sich dementsprechend in der Energiebilanz niederschlug.

Leistungsaufnahme Idle ohne Cool'n'Quiet


Die Reihenfolge bei der Leistungsaufnahme im Idle-Betrieb ohne Cool'n'Quiet bleibt gegenüber den Werten bei 2,5 GHz komplett unverändert.

Leistungsaufnahme Idle mit Cool'n'Quiet


Gleiches gilt auch für die Verbrauchswerte bei aktivierten Stromsparmechanismen.
[break=Skalierung: Everest Memory Benchmark, WinRAR]
Kommen wir nun zu einem weiteren interessanten Aspekt - der Skalierung mit der Taktfrequenz. In erster Linie stand für uns die Frage im Raum, wie es um die Performance steht, wenn man den Prozessortakt verändert. Deshalb haben wir alle Benchmarks erst mit 2,5 GHz, dann mit 3,0 GHz und abschließend mit 3,5 GHz durchgeführt - aufgrund des offenen Multiplikators natürlich wie bereits auf den Testsystem-Seiten erwähnt mit dem Phenom II X3 720 BE. Für 3,5 GHz mussten wir die Spannung unseres X3-Prozessors um 0,1 Volt erhöhen. Diese 3 Testreihen wurden jeweils mit dem Standard-Northbridge-Takt von 2 GHz durchgeführt.

Ganz zum Schluss wollten wir noch wissen, wie die Performance bei erhöhtem Northbridge- bzw. Speichertakt aussieht. Da unser Deneb-Sample dank erhöhter NB-Spannung von 1,275 Volt mit 2,4 GHz Northbridge-Takt lief (inklusive Prime-Stabilität versteht sich), haben wir eine Testreihe mit 3 GHz CPU- und 2,4 GHz NB-Takt durchgeführt und die Ergebnisse ebenfalls mit in die Diagramme der folgenden Seiten aufgenommen. Ein Durchlauf mit diesen Einstellungen, zusätzlich aber einem erhöhten Speichertakt von DDR3-1600 bildete dann den Abschluss unserer Skalierungs-Tests.

Da bei unserem Mainboard die Einstellung für DDR3-1600 (1:4) nicht funktionieren wollte, mussten wir uns anders behelfen. Wir erhöhten den Referenztakt auf 240 MHz, senkten den Multiplikator auf 12,5 ab, was genau 3 GHz Taktfrequenz ergab. Den Northbridge-Multiplikator sowie den HT-Link ließen wir auf dem Default-Wert von 10, was jeweils 2,4 GHz ergab. Dank des Speicherverhältnisses von 3:10 von DDR3-1333 erhielten wir bei 240 MHz Referenztakt exakt 800 MHz Speichertakt bzw. DDR3-1600. Für diesen Wert mussten wir jedoch die Speicherlatenzen von 7-7-7 auf 8-8-8 entschärfen sowie die Speicherspannung auf 1,8 Volt erhöhen, da das System mit Timings von 7-7-7 bzw. niedrigerer Spannung nicht booten wollte. Dies liegt jedoch höchstwahrscheinlich nicht am Speicher selbst, da er auf einem Intel-System mit strafferen Timings bei gleicher Spannung bzw. weniger Spannung bei gleichen Timings lief.

Everest


Speicherdurchsatz: Lesen


Speicherdurchsatz: Schreiben


Speicherdurchsatz: Kopieren


Speicherlatenz


Wie wir erwartet hatten weisen alle vier Teiltests des Everest Memory-Benchmarks die gleiche Reihenfolge auf. Überdurchschnittlich legte das Ergebnis zu, wenn der Northbridge-Takt und zugleich der Speichertakt erhöht wurde.


WinRAR


WinRAR


Im WinRAR sieht die Reihenfolge nicht ganz so aus wie im Everest-Test. Mit erhöhtem Speichertakt verschlechtert sich das Ergebnis etwas gegenüber DDR3-1333, was vermutlich an den langsameren Speichertimings von 8-8-8 gegenüber 7-7-7 liegt.
[break=Skalierung: XMPEG, Avidemux, H.264]
XMPEG + XviD


XMPEG + XviD


Im XMPEG-Test zählt der Prozessortakt am stärksten. Zwar gibt es auch mit Erhöhung von Northbridge- und Speichertakt Verbesserungen zu verzeichnen, diese fallen aber weitaus geringer aus als die Erhöhung des Prozessortaktes um 500 MHz.



Avidemux + h.264


Avidemux + H.264


Das gleiche Bild bietet uns Avidemux. Hier sind die Auswirkungen der Änderungen an NB und RAM jedoch noch kleiner als bei XMPEG.



Prozessorlast bei h.264-Wiedergabe


CPU-Last Wiedergabe h.264-Video


In puncto Prozessorlast hat sich das Ergebnis oberhalb von 3 GHz kaum noch verändert. Am stärksten half noch die Erhöhung des Speichertaktes, wobei die Unterschiede sehr klein sind.
[break=Skalierung: POV-Ray, Cinebench]
POV-Ray


POV-Ray


Im POV-Ray zählt einzig und allein der Prozessortakt. Änderungen an den anderen Taktraten sind hier unnötig.


Cinebench


Cinebench 1 CPU


Cinebench x CPU


Cinebench Multiprocessor Speedup


Cinebench profitiert geringfügig von höherem NB- und Speichertakt. Hier zählt wiederum fast ausschließlich der Prozessortakt.
[break=Skalierung: Crysis, UT3]
Crysis


Crysis 1024x768


Crysis 1280x1024


Crysis 1600x1200


Crysis nimmt Veränderungen am Northbridge- und Speichertakt dankend an, wenngleich der CPU-Takt noch immer besser skaliert.



UT3


UT3 1024x768


UT3 1280x1024


UT3 1600x1200


Unreal Tournament zeigt das gleiche Bild wie Crysis.
[break=Skalierung: Doom 3, Quake 3]
Doom 3


Doom 3 1024x768


Doom 3 1280x1024


Doom 3 1600x1200


Im Doom 3-Benchmark bringt die Erhöhung des Northbridge-Taktes deutliche Vorteile - die Erhöhung des Speichertaktes hingegen nicht.



Quake 3


Quake 3 640x480


Quake 3 1024x768


Quake 3 nimmt sowohl Änderungen am NB-Takt als auch Änderungen am Speichertakt dankend an. Mit 2,4 GHz NB-Takt und gleichzeitig DDR3-1600 kommt man bei 3 GHz CPU-Takt fast an die Performance bei Standardeinstellungen und 3,5 GHz CPU-Takt heran.
[break=Skalierung: 3DMark Vantage, PCMark Vantage]
3DMark Vantage Performance


3DMark Vantage Performance Gesamt


3DMark Vantage Performance CPU


Der 3DMark Vantage zeigt sich unbeeindruckt von höherem NB- und/oder RAM-Takt.



PCMark Vantage


PCMark Vantage gesamt


PCMark Vantage Memory


PCMark Vantage Gaming


Im PCMark Vantage sind kleine Unterschiede in der Performance messbar, wenn wir es mit einem erhöhten Northbridge-Takt bzw. einem erhöhten Speichertakt zu tun haben. Am ehesten fällt der Unterschied in der Gaming-Suite ins Gewicht.
[break=Skalierung: BOINC, Leistungsaufnahme]
BOINC


 BOINC floating point MIPS (Whetstone) - pro Kern


Die Whetstone-Berechnung zeigt sich lediglich durch mehr Prozessortakt beeindruckt, die restlichen Taktraten fallen nicht ins Gewicht.

 BOINC integer MIPS (Dhrystone) - pro Kern


Bei der Dhrystone-Berechnung können wir das gleiche Bild wie im WinRAR beobachten: Während die Erhöhung des Northbridge-Taktes einen Vorteil bringt, verlangsamt sich das Ergebnis mit gleichzeitiger Erhöhung des Speichertaktes. Ursache können auch hier die höheren Speicher-Latenzen sein.


Leistungsaufnahme


Leistungsaufnahme Prime95 64 Bit


Leistungsaufnahme Idle ohne Cool'n'Quiet


Leistungsaufnahme Idle mit Cool'n'Quiet


Die für 2,4 GHz Northbridge-Takt nötige vNB von 1,275 Volt macht sich in der Leistungsaufnahme bemerkbar. Auch die erhöhte Speicherspannung sowie die im Falle des Durchlaufs mit 3,5 GHz CPU-Takt erhöhte Prozessorspannung zeigen Auswirkungen bei der Leistungsaufnahme.
[break=Performancevergleich DDR2 / DDR3]
Im Benchmark-Teil unseres heutigen Reviews haben wir beide neuen Prozessoren sowohl auf dem Sockel AM2+ als auch dem Sockel AM3 betrieben. In den Ergebnisdiagrammen sind die Performance-Unterschiede zwischen DDR2 und DDR3 zwar ersichtlich, die prozentualen Differenzen lassen sich damit aber nur mühsam beziffern. Aus diesem Grund haben wir in der folgenden Tabelle die jeweiligen Benchmarkergebnisse mit DDR2 und DDR3 gegenübergestellt, sodass die wir die durchschnittliche Performance-Veränderung auf einen Blick zeigen können.

Basis für die folgende Tabelle sind die Ergebnisse des X3 720 BE bei 3 GHz und die Ergebnisse des X4 810 bei 2,5 GHz jeweils auf beiden Sockeln.


X3 720 BE
mit
DDR2

X3 720 BE
mit
DDR3

Differenz
DDR2 zu DDR3

X4 810
mit
DDR2

X4 810
mit
DDR3

Differenz
DDR2 zu DDR3

Everest Memory Read (MByte)

8.008

8.625

7,7 %

7.847

8.457

7,8 %

Everest Memory Write (MByte)

6.711

6.512

-3,0 %

6.703

6.527

-2,6 %

Everest Memory Copy (MByte)

9.798

7.213

-26,4 %

9.208

7.072

-23,2 %

Everest Memory Latency (Nanosekunden)

53,2

50,5

5,1 %

53,9

51,7

4,1 %

WinRAR
(KByte)

1.481

1.509

1,9 %

1.974

1.809

-8,4 %

XMPEG + XviD
(Sekunden)

21,1

21,6

-2,4 %

23,9

23,9

0,0 %

Avidemux + h.264
(Sekunden)

25,6

26,0

-1,6 %

25,8

25,9

-0,4 %

CPU-Last h.264
(Prozent)

6,3

6,0

4,8 %

5,3

5,3

0,0 %

POV-Ray
(Sekunden)

172,9

172,7

0,1 %

154,9

154,8

0,1 %

Cinebench 1 CPU
(Punkte)

3.411

3.460

1,4 %

2.846

2.853

0,2 %

Cinebench x-CPU
(Punkte)

9.262

9.204

-0,6 %

10.305

10.431

1,2 %

Cinebench Speedup
(Faktor)

2,72

2,66

-2,2 %

3,62

3,66

1,1 %

Crysis 1024x768
(Bilder pro Sekunde)

53,5

54,8

2,4 %

48,2

48,9

1,5 %

Crysis 1280x1024
(Bilder pro Sekunde)

50,9

51,9

2,0 %

45,3

47,4

4,6 %

Crysis 1600x1200
(Bilder pro Sekunde)

43,4

42,7

-1,6 %

40,9

41,2

0,7 %

UT3 1024x768
(Bilder pro Sekunde)

219,1

223,9

2,2 %

188,5

207,1

9,9 %

UT3 1280x1024
(Bilder pro Sekunde)

215,6

220,4

2,2 %

186,7

205,6

10,1 %

UT3 1600x1200
(Bilder pro Sekunde)

208,7

216,3

3,6 %

183,3

199,0

8,6 %

Doom 3 1024x768
(Bilder pro Sekunde)

244,9

247,6

1,1 %

208,9

211,8

1,4 %

Doom 3 1280x1024
(Bilder pro Sekunde)

245,7

247,9

0,9 %

207,9

211,6

1,8 %

Doom 3 1600x1200
(Bilder pro Sekunde)

243,4

244,8

0,6 %

204,9

210,0

2,5 %

Quake 3 640x480
(Bilder pro Sekunde)

613,1

619,7

1,1 %

492,9

508,7

3,2 %

Quake 3 1024x768
(Bilder pro Sekunde)

578,5

585,9

1,3 %

472,0

488,7

3,5 %

3DMark Vantage Performance (Punkte)

10.422

10.483

0,6 %

10.700

10.746

0,4 %

3DMark Vantage CPU
(Punkte)

7.783

7.882

1,3 %

8.778

8.794

0,2 %

PCMark Vantage Gesamt
(Punkte)

5.789

5.749

-0,7 %

5.466

5.579

2,1 %

PCMark Vantage Memory
(Punkte)

4.887

4.895

0,2 %

4.973

4.869

-2,1 %

PCMark Vantage Gaming
(Punkte)

6.129

6.144

0,2 %

5.571

5.918

6,2 %

BOINC Whetstone
(MIPS)

3.052

3.058

0,2 %

2.543

2.554

0,4 %

BOINC Dhrystone
(MIPS)

7.411

7.370

-0,6 %

6.151

5.922

-3,7 %

Leistungsaufnahme Prime95 (Watt)

186

172

7,5 %

196

180

8,2 %

Leistungsaufnahme Idle ohne CnQ (Watt)

126

123

2,4 %

131

124

5,3 %

Leistungsaufnahme Idle mit CnQ (Watt)

117

109

6,8 %

119

110

7,6 %

Gesamtunterschied

0,6 %

1,6 %



AMD kommunizierte im Vorfeld des AM3-Launches einen Performance-Vorteil von DDR3 gegenüber DDR2 von 3 bis 5 Prozent. Wie man der vorangegangenen Tabelle entnehmen kann, profitieren einzelne Anwendungen in der Tat in dem angekündigten Maße. Einige jedoch profitieren überhaupt nicht oder liefern gar schlechtere Ergebnisse. Im Schnitt führt das in unserem Benchmark-Parcours zu einem Vorteil von durchschnittlich lediglich 0,6 Prozent beim X3 720 bzw. 1,6 Prozent beim X4 810, was weitab vom propagierten Wert ist.

Jedoch sieht man an der Tabelle sehr schön, welchen Vorteil DDR3 in puncto Leistungsaufnahme bringt. Unter 2D-Last sind es immerhin 7,5 bzw. 8,2 Prozent, im Idle-Betrieb mit aktivierten Stromsparmechanismen 6,8 bzw. 7,6 Prozent. Allerdings sind auch diese Werte mit Vorsicht zu genießen, da der Einfluss des Mainboards nicht abzuschätzen ist. Die Ausstattung beider Mainboards ist ähnlich, dem AM3-Unterbau fehlt lediglich eine integrierte Grafikeinheit, selbiger hat jedoch einen zusätzlichen Storage-Controller. Insofern herrschen ähnliche Verhältnisse, was einen einigermaßen fairen Vergleich zulassen sollte.
[break=Quo vadis AM3?]
Ursprünglich waren wir wenig begeistert, als wir von AMD zwei Prozessor-Samples für den Sockel AM3 erhielten. Denn erstens empfahl man in einem beiliegenden Schreiben ganz offiziell den Test der CPUs auf einer AM2+ -Plattform und zweitens waren wir mit den beiden Prozessor-Modellen nicht ganz glücklich. Wir wollten unseren Lesern aufzeigen, was sie von DDR3 gegenüber DDR2 erwarten konnten und wir wollten dafür gern auf das angekündigte neue Flaggschiff, den Phenom II X4 950 zurückgreifen. Doch mit der ursprünglichen Sendung von AMD war beides für uns nicht möglich.

Die Topas GBS Datentechnik in Cottbus nahm sich unseres ersten Problems an und wir konnten innerhalb von 2 Werktagen ein AM3-Mainboard erwerben. Die Zwischenzeit nutzten wir jedoch ausgiebig und testeten die AM3-Prozessoren auf dem AM2+ -Mainboard Gigabyte GA-MA790GP-DS4H. Anschließend kamen beide CPUs auf das neue AM3-Mainboard und wurden dort ausgiebig getestet. Diesem Umstand verdanken wir es, dass wir einige interessante Erkenntnisse erlangen konnten.

Obwohl identische Voraussetzungen beim Mainboard und beim Speicher, reagierten beide Prozessoren teilweise sehr unterschiedlich auf DDR3. Während der X3 beispielsweise im WinRAR-Benchmark beim Wechsel von DDR2 zu DDR3 knapp 2 Prozent zulegen konnte, verlor der X4 810 über 8 Prozent an Performance. Ähnlich starke Unterschiede gab es auch bei Unreal Tournament 3 zu beobachten, wo unser X3-Sample zwischen 2 und 3 Prozent zulegen konnte, unser X4-Sample hingegen derer 8 bis 10 Prozent. Es gibt einige weitere Beispiele, in denen die Probanden unterschiedlich auf DDR3 reagierten, was anfänglich etwas befremdete.

Im Vorfeld des AM3-Launches wurden Gerüchte laut, es gäbe derzeit Probleme mit der Stabilität der AM3-Prozessoren oder genauer gesagt mit deren DDR2/DDR3-Combicontroller. Es war sogar von einer Verschiebung des AM3 auf 2010 die Rede. Doch wie wir uns heute überzeugen konnten, sind diese Gerüchte haltlos und der AM3 kommt wie geplant. Von Stabilitätsproblemen war innerhalb der Tests zum heutigen Review absolut nichts zu merken, selbst bei den Tests mit übertakteten Teilkomponenten nicht.

Da die Gerüchte um die Stabilität derzeit haltlos erscheinen, wir aber dennoch das Phänomen der unterschiedlichen Reaktion auf DDR3 zur Kenntnis nehmen müssen, scheint sich anzudeuten, dass AMD den Fokus des AM3 bisher ausschließlich auf die Stabilität gesetzt hat - ein Eindruck, der sich noch dadurch verstärkt, dass AMD keine zur AM3-Plattform passende neue High-End CPU vorgestellt hat. Mit künftigen BIOS-Releases sollte sich in Sachen Performance noch etwas tun - zumindest in Richtung eines eindeutigeren Bildes der Reaktionen. Vielleicht zeigen unsere Samples bereits das Maximum an Performance-Steigerung in einzelnen Tests, welche erzielt werden kann. Jedoch ist es untypisch, dass zwei ähnliche Prozessoren derart konträr reagieren.

Zu dieser Vermutung passt, dass AMD selbst davon ausgeht, dass 95 Prozent aller User die AM3-Prozessoren mit DDR2 auf einem entsprechenden Mainboard betreiben werden. Aufgrund der derzeitigen Preislage zwischen DDR2- und DDR3-RAM absolut nachvollziehbar. In den nächsten Wochen und Monaten wird sich zeigen müssen, ob wir mit unserer Vermutung recht behalten und ob das Bild homogener werden wird. Da uns die AM3-Plattform in Zukunft begleiten wird, werden wir sicher ausreichend Gelegenheiten haben, dieser Frage nachzugehen.
[break=Fazit]
AMD Phenom II Deneb AM3 - Titelbild


Fazit AM3-Plattform

AMD hat im Vorfeld beim Wechsel von DDR2- zu DDR3-Speicher von einem Performance-Vorteil von rund 5 Prozent gesprochen. Mit Verlaub, diesen propagierten Wert konnten wir in fast keiner von uns genutzten Anwendung nachvollziehen. Meist lag der Unterschied bei der Betrachtung von DDR2 und DDR3 bei sonst gleichen Einstellungen im Rahmen der Messungenauigkeiten (zu Gunsten von DDR3), sodass dieser Unterschied auch durchaus durch das zwangsläufig gewechselte Mainboard verursacht worden sein könnte. Schlimmer noch: In einigen Anwendungen (Everest Memory Write und Copy) sind sogar signifikante Verschlechterungen der Ergebnisse aufgetreten. Bei der Ursache dafür können wir nur spekulieren: Wir vermuten den Grund des Übels im frühen Stadium des AM3-Mainboards und der gestiegenen Speicherlatenzen (von 5-5-5 bei DDR2 auf 7-7-7 bei DDR3). Wenngleich der Speicherbus-Takt die absoluten Latenzen relativiert. So bedeuten 5 Wartetakte bei 533 MHz Speicherbus-Takt (DDR2-1066) effektiv 9,4 ns Wartezeit, während 7 Wartetakte bei 667 MHz (DDR3-1333) marginal schlechtere 10,5 ns Wartezeit bedeuten. Schlimmer dürfte sich allerdings die aufgrund des 8-Bit großen Prefetch-Buffers schlechtere Leistungseffizienz von DDR3 gegenüber DDR2 (4-Bit Prefetch) auswirken.

Bereits in unserem ersten Artikel über AMDs Deneb haben wir angemerkt, dass ein höherer Northbridge-Takt günstig - ja fast unumgänglich - ist, um die Performance des Arbeitsspeichers ausnutzen zu können. Denn schließlich läuft der integrierte Speichercontroller mit dem Northbridge-Takt, wodurch die Speicherbandbreite limitiert wird. Zwar tut uns AMD mit den vorliegenden AM3-Prozessoren den Gefallen und erhöht den Northbridge-Takt um 200 MHz, die Bandbreite wird jedoch noch immer limitiert wie unsere Skalierungstests zeigen.

Nicht ganz außer Acht lassen dürfen wir jedoch den Zeitfaktor. Vor dem Launch des AM3 gab es Gerüchte über Stabilitätsprobleme der AM3-Prozessoren. Von diesen angeblichen Problemen haben wir während unserer Tests nichts bemerkt. Allerdings wurde auf einer AMD Telefonkonferenz in der letzten Woche offiziell bestätigt, dass der Fokus bei der BIOS-Arbeit für AM3-Mainboards bisher ausschließlich auf der Stabilität liegt. Insofern kann der AM3/DDR3-Nutzer noch auf Verbesserungen in Sachen Performance hoffen, wenn der Fokus in Zukunft stärker auf der Performance liegt.

Aus Sicht der Energiebilanz macht der Umstieg auf DDR3 absolut Sinn. Bei 3 GHz konnte unser X4 810 samt DDR3 satte 31 Watt weniger Verbrauch (Gesamtsystem) gegenüber dem X4 940 in die Waagschale werfen. Ein beeindruckender Wert, selbst wenn man die "nur" 16 Watt Unterschied betrachtet, die es immerhin noch bei Verwendung von DDR2 sind.

Wer ein AM2+ -System sein Eigen nennt und nach dem Phenom II-Launch Anfang Januar bereits einen Deneb gekauft hat, der hat aus Performance-Sicht alles richtig gemacht. Lediglich die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems trübt das Bild, da die AM3-Plattform hier deutlich im Vorteil ist. Aus wirtschaftlicher Sicht macht ein Umstieg von AM2+ auf AM3 aber keinen Sinn, denn noch liegt der Preis von DDR3 deutlich über dem von DDR2-RAM. Wer hingegen noch keinen Deneb erstanden hat, den Kauf eines solchen Prozessors für sein AM2+-System aber in Betracht zieht, der sollte zum AM3-Phenom II greifen, da dieser den späteren Umstieg auf den Sockel AM3 erleichtert und zudem etwas weniger Strom verbraucht. Ob als Serie 700, 800 oder 900, das bleibt letztendlich seinem Geldbeutel überlassen.

Fazit AMD Phenom II X4 810
Was den neuen AMD Quad-Core Prozessor der 800er Serie betrifft so könnte er sich für den Kunden als Schnäppchen erweisen - abhängig davon wie sich die Straßenpreise für diese Prozessoren gestalten werden. Gegenüber der 900er Serie für den Sockel AM3 fehlt ihnen lediglich ein Drittel des L3-Caches, dafür wird dieser jedoch mit höherer Assoziativität verwaltet. Gegenüber dem AM2+ Deneb kommt auch noch der um 200 MHz höhere L3-Cache Takt hinzu. Sollte er sich preislich im Bereich des früheren 65 nm Topmodells X4 9950 mit ebenfalls 2,6 GHz Taktfrequenz einreihen, wäre der Phenom II X4 810 aufgrund der besseren Leistung, der deutlich niedrigeren Leistungsaufnahme und der Flexibilität bezüglich der Plattform eindeutig die bessere Wahl. Der offizielle Preis von AMD liegt bei $175, was in einigen Tagen in einem Straßenpreis von 150 EUR resultieren sollte. Einziger Nachteil: er hat keinen offenen Multiplikator, was ihn für Overclocker weniger interessant macht.

Fazit AMD Phenom II X3 720 Black Edition
Ein Geheimtipp für Schnäppchenjäger könnte in der Tat dieser Prozessor werden. Mit $145 in der AMD Preisliste ist mit Straßenpreisen ab 120 EUR zu rechnen. Dafür erhält der Kunde zwar nur 3 statt 4 Kerne, dafür jedoch aktuelle 45 nm Technologie, volle 6 MB L3-Cache mit 2 GHz betrieben, sowie einen offenen Multiplikator für allerlei Spielraum in Sachen User-Optimierung. Da der AMD Phenom II X3 720 BE zudem logischerweise in allen aktuellen AM2- (falls grundsätzlich Phenom-Freigabe vorhanden), AM2+ und AM3-Boards einsetzbar ist, und zudem gerade in den bei Privatkunden relevanten Spiele-Benchmarks kaum gegenüber den High-End Quad-Core Prozessoren verliert, erhält er unsere ausdrückliche Preis-/Leistungsempfehlung.

Planet 3DNow! Editor's Choice Award


The Good:
Das hat uns gefallen
  • nochmals verbesserte Leistungsaufnahme gegenüber AM2+ -Phenom II (Gesamtsystem)
  • sehr gute Allround-Leistung
  • sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis
The Bad:
Das hat uns weniger gefallen
  • noch immer limitierender Northbridge-Takt


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