ASRock, bekannt für günstige und solide Mainboards, ist immer wieder für eine Überraschung gut. Ob das wie beim
K8 Combo-Z zwei verschiedene CPU-Sockel auf einem Mainboard sind oder beim
939Dual-SATA2 AGP und PCI Express auf einer Platine - ASRock zeigt immer wieder, dass ungewöhnliche Mainboards durchaus machbar sind.
Mit dem ALiveDual-eSATA2 führt ASRock die Reihe der "Kuriositäten" weiter fort. Dieses ATX-Mainboard bietet ähnlich dem 939Dual-SATA2 AGP und PCI Express auf einer Hauptplatine und spricht somit speziell Auf- und Umrüster an.
Ein genauerer Blick auf die Konstellation von AGP 8x und PCIe x16 wirft die Frage auf, wie ASRock diese beiden Grafikkarten-Schnittstellen überhaupt bereitstellen kann. Denn schließlich gibt es keine aktuellen Chipsätze mehr, die einen nativen AGP-Port bereitstellen. Was also nutzt ASRock, um diese Features zu gewährleisten?
Die Lösung auf diese Frage könnte glatt wie ein Kochrezept klingen: Man nehme als Northbridge einen
ULi M1695, gebe unter ständigem Rühren als Soutbridge einen NVIDIA nForce3 250 hinzu, garniere das Ganze mit dem Phenom-Support und fertig ist ein Mainboard, bei dem für jeden Geschmack etwas dabei ist.
Verwundert wird sich jetzt der ein oder andere Leser die Augen reiben, aber es stimmt: ASRock verbaut mit dem ULi M1695 (verantwortlich für PCI Express) sowie dem nForce3 250 (verantwortlich für AGP) genau genommen zwei Chipsätze, die zudem eigentlich längst von der Bildfläche verschwunden sein sollten. ULi wurde im Dezember 2005 von NVIDIA aufgekauft und seither gab es keine neu entwickelten Chipsätze mehr mit dem Namen ULi. Der nForce3 250 auf der anderen Seite war zu Zeiten der Einführung von AMDs Sockel 939 aktuell (siehe unser
MSI K8N Neo2 Review) und stellt den letzten reinen AGP-Chipsatz von NVIDIA dar.
Woher stammen also diese Chips, die eigentlich längst der Vergangenheit angehören sollten? Nun, eine genaue Information darüber konnte uns ASRock auch nicht geben. Angesichts des fortgeschrittenen Alters der Chip ist jedoch davon auszugehen, dass es sich um Restbestände handelt, die nun sinnvoll verwertet wurden.
Auf den nächsten Seiten werden wir uns anschauen, wie sich der Exot von ASRock im Alltag schlägt.
Viel Vergnügen beim Lesen!
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