ECS Black Series

In diesem Praxistest des ECS "A780GM-A Ultra" aus der "Black Series" wollen wir herausfinden, wie sich Mainboard im normalen Alltagsbetrieb schlägt.


Zum Einsatz kommt beim A780GM-A Ultra die AMD Northbridge 780G mit der Southbridge SB750. Das verwendete Exemplar wurde uns freundlicherweise von der Firma ECS Elitegroup zur Verfügung gestellt.
[BREAK=Verpackung und Lieferumfang]

Verpackung

ECS A780GM-A Ultra


Die Mainboardschachtel präsentiert sich passend zur "Black Series" in Hochglanzschwarz und verkündet, dass das A780GM-A Ultra beim Übertakten CPUs bis zu einer TDP von 160W unterstützen soll und komplett mit "Solid State Capacitors" statt der alten ElKos ausgestattet ist.

Gerade die TDP war bei vielen 780G Mainboards bekanntlich problematisch, da viele Vertreter dieser Spezies mit unzureichenden Spannungswandlern für CPUs mit einer TDP von 125W oder mehr ausgestattet waren.

Ferner ist das Mainboard laut der ECS Web-Präsenz auch geeignet, die kommenden AM3 Deneb-CPUs (Phenom II) aufzunehmen, was hoffentlich beim Erscheinen des Phenom II in einigen Wochen nachgeprüft werden kann.

Lieferumfang
ECS A780GM-A Ultra


Öffnet man den Karton, so findet man neben einem (englischsprachigen) Handbuch, der Treiber-CD und einem Quickinstallation Guide (mehrsprachig, auch in deutsch) gleich vier S-ATA Kabel und ein P-ATA Kabel sowie das in schwarz gehaltene Backpanel.
Wer einen Monitor mit DVI-Anschluss verwendet, dürfte einen Adapter schmerzlich vermissen, ebenso wie der Verfasser dieser Zeilen, wenn er die IGP verwenden will.

[BREAK=Layout]

Beim Mainboard selbst ist das PCB ebenfalls schwarz. Die verschiedenen Anschlüsse und Steckplätze sind in verschiedenen Farben gehalten. ECS verzichtet beim A780GM-A auf aufwendige Heatpipe-Konstrukte, sondern verwendet recht flache, herkömmliche Kupferkühlkörper für den Chipsatz. Dadurch entstehen beim Einbau von von Grafikkarten oder sonstigen Steckkarten keine Konflikte. Auffallend ist lediglich der Kühlkörper im Bereich der Spannungswandler, welcher aber ebenfalls relativ flach gehalten ist.

ECS A780GM-A Ultra


Das Layout des Mainboards weiß auf den ersten Blick zu gefallen. Das sollte sich beim Einbau in das Gehäuse jedoch ändern. Dazu später mehr. Der 24Pol-Stecker sowie der 8Pol-12V-ATX-Stecker sind außerhalb des Luftströmungsbereichs angebracht und stören auch beim Einbau großer CPU Kühler nicht.

Aus Sicht des Autors könnte es jedoch in manchen Gehäusen (vor allem Big-Tower) zu Problemen mit dem Floppyanschluss kommen, welcher ganz unten angebracht ist. Ein weiteres Problem könnte sich aus der Tatsache ergeben, dass der Jumper für "CMOS CLEAR" beim Einbau einer Grafikkarte von dieser verdeckt wird. Sehr ärgerlich für den Fall, dass mal eine falsch gewählte Einstellung einen erfolgreichen Start verhindert. Ansonsten bietet das Layout keine Überraschungen, alle Steckplätze sind dort, wo man sie erfahrungsgemäß in etwa erwartet.

ECS A780GM-A


Hier ein Bild der Anschlüsse. Aus technischen Gründen hier allerdings ein Bild des Backpanels des "kleinen Bruders" A780GM-A, welches (bis auf den SPDIF-Anschluss) identisch ist.
PS/2 Anschlüsse, 1x VGA, 1x HDMI, 1x LAN 1x eSATA, 6x USB 2.0 sowie 7.1 Onboard-Sound mit SPDIF. Was dadurch leider nicht zu erkennnen ist, dass der Kühlkörper der Spannungswandler exakt die Höhe der PS/2-Anschlüsse einhält. Der eSATA-Anschluss wird über einen JMB361 Zusatzchip realisiert, so dass alle sechs SATA Anschlüsse der SB750 genutzt werden können.

[BREAK=Spezifikationen & restliche verwendete Hardware]
Spezifikationen

Hier noch einmal zusammenfassend die Features des A780GM-A Ultra:

Prozessor
  • Sockel AM2 / AM2+ / AM3
  • geeignet für CPUs der AMD K8 Reihe ( Athlon 64, Athlon 64 X2, Athlon 64FX und Sempron)
  • unterstützt AMD K10 (Phenom, Phenom II, ...)
  • unterstützt Cool'n'Quiet
  • freigegeben für 140W TDP CPUs, bei Übertaktung bis zu 160W TDP laut Hersteller


Chipsatz
  • AMD 780G
  • AMD SB750
  • unterstützt ACC (Advanced Clock Calibration)


Speicher
  • 4x 240 Pin DDR2 Speichersteckplätze
  • 128 Bit Dual Channel
  • unterstützt DDR2 400 / 533 / 667 / 800 / 1066 DIMMs


VGA
  • integrierter HD3200 ATI-Grafikchip
  • unterstützt HDMI und D-Sub
  • unterstützt ATI Hybrid Graphics
  • unterstützt ATI Avivo HD
  • unterstützt ATI SurroundView



PCI/PCIe Slots
  • 3x PCI-Steckplatz
  • 2x PCIe x1-Steckplatz
  • 1x PCIe x16-Steckplatz



Serial ATA
  • 6x SATA 300MB/s (Kabel mit Halteklammern möglich)
  • unterstützt NCQ und Hot Plug



IDE
  • ein IDE-Anschluss
  • bis zu zwei Geräte mit UDMA 133 / 100 / 66 / 33



Netzwerkadapter
  • Realtek 8111C PCIe
  • unterstützt 10 / 100 / 1000 Mbit/s
  • unterstützt Wake-On-Lan
  • angebunden über PCIe



Audio
  • Realtek 7.1 Audio (ALC888 )
  • SPDIF



Lüfteranschlüsse
  • CPU Lüfter; 4 Pin PWM, regelbar
  • 3 weitere Lüfteranschlüsse; davon ein 4 Pin PWM, regelbar bei Verwendung eines PWM-Lüfters



Interne I/O-Anschlüsse
  • 1x Floppy
  • 6x SATA
  • 1x IDE
  • 3x USB 2.0 Pfostenstecker für 6 weitere Ports
  • 1x Front Audio Pfostenstecker
  • 1x SPDIF Out
  • 1x SPI Debug Header



Backpanel-Anschlüsse
  • 1x PS/2 Tatstaturanschluss
  • 1x PS/2 Mausanschluss
  • 1x eSATA
  • 1x RJ-45 LAN
  • 1x HDMI
  • 1x D-Sub VGA
  • 6x USB 2.0
  • 1x Audio (8 Anschlüsse, davon 1 SPDIF)



RoHS*
  • RoHS-Konform


*RoHS steht für "Restriction of the use of certain Hazardous Substances in electrical and electronic equipment". Diese Direktive verhindert innerhalb der EU den Einsatz von neuer elektrischer und elektronischer Hardware, welche über erhöhte Mengen an Chrom, Blei, Kadmium, Quecksilber, PBB und PBDE verfügen. Die RoHS-Direktive ist am 01.07.2006 in Kraft getreten.



Die Komponenten des Testsystems
  • AMD Phenom 9600 Quadcore Prozessor, 2.3GHz
  • Xigmatek HDT-S1283 CPU-Kühler
  • 2x 2GB Aenon RAM, DDR2-800
  • Powercolor Radeon HD3850, 256MB
  • Seasonic S12-II, 380W Netzteil
  • Soundblaster Audigy2 ZS
  • HDD 1: Samsung Spinpoint F1 640GB (Windows XP)
  • HDD 2: Western Digital AAKS 320GB (Linux)
  • Plextor PX-116A2 DVD-ROM
  • LG GSA-H55N DVD-RAM



Des weiteren wird folgende Hardware mit dem Mainboard Bekanntschaft schließen:
  • LogiLink USB DVB-T Receiver
  • Externe USB Festplatte (Samsung SP2004C, 200GB)
  • HP Scanjet 3500c, USB Flachbettscanner
  • cnmemory USB-stick 2&4GB



[BREAK=Einbau & Verkabelung]

Einbau

Der Einbau des A780GM-A Ultra in das Gehäuse gestaltete sich wenig spektakulär: Die Schraubpunkte angepasst, Backpanel eingesteckt und Mainboard draufgesteckt. Allerdings kommt jetzt der vorher schon gesprochene Wermutstropfen beim Mainboard-Layout zum tragen. Dadurch, dass der PCIe x16 Slot relativ weit nach unten versetzt ist, kommt sich die verwendete HD3850 mit dem Festplattenkäfig des LianLi Gehäuse ins Gehege.


Sofern man nur eine oder zwei Festplatten benutzt, ist der Einbau dennoch ohne große Probleme zu bewerkstelligen. Bei einem anderen Gehäuse in dem in diesem Bereich noch weniger Raum ist oder bei einer Vollbestückung des Käfigs müsste man hier erst einmal nach einer Lösung suchen.



Verkabelung

Zur Inbetriebnahme gehört natürlich auch die Verkabelung der Komponenten. Bei den 8 und 24 poligen Steckern auf dem Mainboard zeigt sich, dass die Positionen in der Tat recht gut gewählt sind.

Ein weiteres, allerdings gehäusespezifisches Problem, ergibt sich bei den Steckerpfosten für die Frontpanel-Audio-Anschlüsse: Durch die Positionierung ganz unten links kann das entsprechende Kabel des Gehäuses nur auf Spannung angebracht werden.

Des Weiteren sind bei den Steckerpfosten für die Betriebs-LEDs, Schalter und USB-Ports bedauerlicherweise keine Beschriftungen auf dem PCB vorhanden. Die notwendigen Informationen findet man aber immerhin im praktischen Quickinstallation-Guide, was somit kein großes Hindernis darstellt.

[BREAK=BIOS]

Nach dem ersten Einschalten werden zunächst die Tiefen des BIOS erforscht.

Die Hauptseite des AMI-BIOS:
BIOS ECS A780GM-A Ultra


Das Advanced Setup:
BIOS ECS A780GM-A Ultra


Energiespar und ACPI-Settings:
BIOS ECS A780GM-A Ultra


M.I.B. II: Overclocking und Speichereinstellungen:
BIOS ECS A780GM-A Ultra

BIOS ECS A780GM-A Ultra


Temperaturen, Spannungen und Drehzahlen:
ECS A780GM-A Ultra Bios Health

BIOS ECS A780GM-A Ultra


Wie man sieht, sind die Optionen durchaus vielfältig und man kann vor allem im Bereich der Spannungen viele Einstellungen manipulieren. Die Möglichkeiten zur Einstellung der Multiplikatoren sind auch durchaus sehenswert, allerdings fehlt die Möglichkeit, den Northbridgetakt und den Multiplikator der CPU direkt zu beeinflussen, zumindest bei dem verwendeten normalen Phenom Prozessors, was bei Übertaktern sicherlich nicht zu Jubelstürmen führen wird, ebenso wie die Tatsache, dass der Referenztakt nur in 5MHz Schritten erhöht werden kann.


[BREAK=Windowsinstallation & Stabilität]

Windowsinstallation

Nach der Inbetriebnahme kommt die Installation des Betriebssystems. Hier kommt Windows XP mit Servicepack3 in 32-Bit zum Einsatz. Die Installation von Windows verlief ohne Probleme.

Zum Einsatz kommt im Rahmen des Tests folgende Software:

  • WindowsXP Professional 32bit
  • 3DMark05
  • Boinc 5.10.45 mit den Projekten SIMAP und WCG
  • HD-Tune Pro Trial
  • Everest Ultimate Trial
  • PerformanceTest by PassMark
  • Blt Test



Treiberversionen, soweit nötig:
  • LAN: Stand TreiberCD
  • JMB381 eSATA: Stand TreiberCD
  • Chipsatztreiber: Stand TreiberCD
  • Grafiktreiber: Catalyst 8.11

Audiogerätetreiber:
  • Onboard Realtek ALC888: R2.10
  • Audigy2 ZS: 2.09.0016


BIOS-Version:
  • Version 08/11/14
  • Release Date 2008/11/19



Stabilität

Als Stabilitätstest wurde BOINC eingesetzt mit den Projekten SIMAP und WCG, zugleich wurde ein mehrstündiger 3DMark05 Loop gestartet, was eine 100%ige Auslastung von Prozessor und Grafikkarte bedeutet. Diesen mehrstündigen Test hat das Mainboard ohne Probleme überstanden.

Auch der Betrieb der anderen USB-Geräte wie etwa dem LogiLink DVB-T Stick oder dem HP Scanner verlief ohne Probleme.

Da der "kleine Bruder" des A780GM-A Ultra sich bereits im Planet 3DNow!-Test bewähren durfte, mit dem Hauptunterschied, dass dort eine SB700 zum Einsatz kam, wird dieser Abschnitt hier nicht weiter ausgeführt. Tatsächlich hat das A780GM-A Ultra genau wie der "kleine Bruder" keine erkennbaren Schwächen gezeigt.

[BREAK=Benchmarks]

Hier wollen wir uns ein paar Benchmarks ansehen, die sich vor allem mit der USB-Performance beschäftigen, welche bei früheren AMD-Chipsätzen eine Achillesverse war.


HD-Tune Pro liefert bei einem USB Stick von CNMemory folgende Ergebnisse im Read:

ECS A780GM-A Ultra

Mit 23,3 MB/s erstmal ein akzeptables Resultat.


Die extern untergebrachte Samsung SP2004C mit 200GB liefert allerdings ähnliche Ergebnisse:

ECS A780GM-A Ultra

Eine Durchschnittliche Übertragungsrate von 22,6 MB/s liegt sehr in der Nähe des USB-Sticks. Hier könnte also in der Tat der Chipsatz limitieren.


Die Samsung Spinpint F1 640GB am SATA Controller:

ECS A780GM-A Ultra

Die Festplatte liefert passable Übertragungsraten von durchschnittlich 90,2 MB/s.


Hier ein paar Bilder von Everest Ultimate des Speicherdurchsatzes:

Everest Read

Everest Write

Everest Copy

Everest Latenz


Netzwerkperformance

Der Test der Netzwerkperformance mit einem Gigabyte GA-MA69G S3H lieferte ein Ergebnis von 46,7 MB/s maximaler Übertragungsrate, wobei hier wohl eindeutig das Gigabyte Boards der limitierende Faktor war.
Grund für diese Annahme ist der Test des Gigabyte GA-MA69G S3H, bei dem der Netzwerkdurchsatz bei 47 MB/s endete.

[BREAK=Die integrierte Grafikeinheit]


Der 780G Chipsatz verfügt bekanntlich über eine Radeon HD3200 Grafikeinheit. Trotz der Nutzung einer dedizierten Grafikkkarte, wird diese einem kurzen Test unterzogen. Der Grund hierfür sind sich häufende Klagen von Besitzern eines Mainboards der 700er Serie mit integrierter Grafik unter Windows XP über Geschwindigkeitsprobleme besonders bei aktiviertem Cleartype.

In der Tat ließen sich diese Probleme auch auf dem ECS A780GM-A Ultra nachvollziehen. Bei aktiviertem Cleartype - oder der normalen Kantenglättung - und maximaler Hardwarebeschleunigung ruckelten beispielsweise Websiten beim Scrollen, während bei komplett deaktivierter Beschleunigung kaum noch Probleme auftraten.

Für die Tests werden die Tools Perfomancetest von Passmark und BltTest von Stereopsis eingesetzt. Performance Test ist eine Benchmark-Suite mit verschiedenen Testroutinen für Prozessor, Grafikkarte, Laufwerke und Arbeitsspeicher. Für diesen Test wird nur der Grafikkarten-2D-Benchmark benutzt, da bei diesem die Unterschiede sehr anschaulich werden.

BltTest verwendet die "BitBlt"-Funktion von Windows und misst deren Ausführungsgeschwindigkeit. "BitBlt" ist eine Low-Level-Fähigkeit einer Grafikkarte, die Bitmaps vom Systemspeicher ind den Grafikkarten-Speicher, oder von Puffer zu Puffer auf einer Grafikkarte kopiert.


Hier die Screenshots:

ECS A780GM-A UltraECS A780GM-A Ultra


Interessant sind hier vor allem die Werte "BitBlt min" und alle "ReverseBlt" Ergebnisse. Während bei aktivierter Hardwarebeschleunigung und Kantenglättung hier nur ein Durchschnittwert von 15.7 fps (Links, bei einer Auflösung von 1024x768 Bildpunkten) erreicht wird, schafft die selbe IGP bei deaktivierter Hardwarebeschleunigung einen Durchschnitt von 1637.7 fps (Rechts, 1024x768).

ECS A780GM-A UltraECS A780GM-A Ultra

Performance Test liefert beim 2D-Benchmark ähnliche Ergebnisse. Während einige Ergebnisse wenig überraschend ins Bodenlose fallen steigen andere Werte massiv an.
Auch hier wieder links mit Hardwarebeschleunigung und rechts ohne.


ECS A780GM-A Ultra

Zum Vergleich eine Radeon HD3850, mit aktivierter Beschleunigung und ClearType.


Nach den bislang vorliegenden Informationen tritt das Problem nur unter Windows XP mit aktivierter Schriftglättung auf. Windows Vista ist dagegen nicht betroffen. AMD ist über das Phänomen informiert und hat bereits vor einigen Wochen einen Fix für das Videobios bereitgestellt, der aber von den jeweiligen Herstellern eingepflegt werden müsste.


Zwischenzeitlich wurde von AMD der ATI Catalyst 8.12 veröffentlicht, welcher die Probleme zumindest teilweise behebt, so dass man durchaus vernünftig mit aktivierter Hardwarebeschleunigung arbeiten kann. In bestimmten Situationen kann jedoch nach wie vor ein leichtes Ruckeln auftreten.

BltTest Catalyst 8.12


Die Benchmarkwerte unter Verwendung von BltTest zeigen den Unterschied deutlich. Bei beiden Tests war ClearType aktiviert. Links OHNE Hardwarebeschleunigung, rechts MIT Hardwarebeschleunigung.

[BREAK=Overclocking]

Das Thema Übertaktung wollen wir dann doch nicht ganz unter den Tisch fallen lassen und haben vor dem Hintergrund der bei unserem Probanden beschränkten Möglichkeiten (siehe Seite 6 - BIOS) etwas an den Schrauben gedreht. Wie weiter oben schon beschrieben, ist das Übertakten nur bedingt möglich, da der Multiplikator für den Takt des Speichercontrollers ("Northbridge") nicht beeinflusst werden kann, weder im BIOS noch mit Hilfe des AMD Overdrive Tools.

Der Overclocking -Versuch beschränkte sich deshalb darauf, solange den Referenztakt zu erhöhen, bis der Speichercontroller 2000MHz erreicht, was einem Referenztakt von 222MHz entsprach. Der vierte Kern sowie der Arbeitsspeicher mussten aus Gründen der Stabilität etwas eingebremst werden. Der Kern, weil er bei einer Taktrate von mehr als 2400MHz das System abstürzen ließ und der Arbeitsspeicher, da dieser ab 210MHz Referenztakt nicht mehr mitspielt. Aus diesem Grund wurde der Speicher im BIOS auf 333MHz eingestellt, um Probleme zu vermeiden.

AMD Overdrive auf ECS A780GM-A Ultra


Der Betrieb war mit diesen Einstellungen stabil möglich. Dazu noch einige Bilder von Everest, allerdings mit einer etwas geringeren Übertaktung:

ECS A780GM-A Ultra Everest OC Ergebnisse


ECS A780GM-A Ultra Everest OC Ergebnisse


ECS A780GM-A Ultra Everest OC Ergebnisse


ACC-Feature

Nicht unerwähnt soll auch das ACC-Feature der SB750 bleiben. ACC das "Advanced Clock Calibration" ermöglicht laut AMD unter bestimmten Umständen höhere Übertaktungsergebnisse mit K10 CPUs. Bedauerlicherweise hat das A780GM-A Ultra bei einer Aktivierung des ACC-Features mit Arbeitsverweigerung reagiert.


[BREAK=Fazit]
Kommen wir zum Fazit.

Das ECS A780GM-A Ultra der "Black Series" ist optisch durchaus ansprechend und weiß mit recht guter Ausstattung zu gefallen.

Die Inbetriebnahme war erfreulich einfach, lediglich Käufer mit einem DVI-Monitor sollten darauf achten einen HMDI-DVI Adapter zur Hand zu haben, da dieser leider nicht mitgeliefert wird.Mit vier S-ATA Kabeln und einem P-ATA Kabel fallen hingegen die Beigaben nicht sehr üppig aus. Dies kann man auf Grund des zu erwartenden günstigen Straßenpreises jedoch wohl verschmerzen.

Im Alltagsbetrieb zeigte das Mainboard keine Schwächen, es lief über Tage mit 100% CPU Last, Videoencoding und beim Brennen von DVDs fehlerfrei.

Was bei einem Mainboard, das sich auch an Übertakter richtet, einen etwas merkwürdigen Eindruck hinterlässt, sind die entsprechenden Funktionen im BIOS. Während man vielfältige Einstellungen zur Spannungsversorgung vornehmen kann,
fehlt die Option den Takt des Integrierten Speichercontrollers bei K10 Prozessoren zu beeinflussen völlig. Auch dass man den Referenztakt im BIOS nur in 5MHz Schritten erhöhen kann, verhindert hier völlige Zufriedenheit.

Tatsächlich hat diese Option auch schon dem "kleinen Bruder", dem A780GM-A mit der SB700 gefehlt. Offenbar sind die Übertaktungsoptionen mehr auf AMDs Black Edition CPUs abgestimmt, als auf herkömmliche CPUs. Unter Umständen wird die Option aber mit einem späteren BIOS-Release nachgereicht.

Sollte dies geschehen, hätte ECS ein stabiles Mainboard mit guter Ausstattung und Funktionsumfang im Angebot, das durch die Möglichkeit die kommenden Phenom II Prozessoren zu verwenden, ein gewisses Maß an Zukunftssicherheit bietet.

Ohne die fehlenden Features reicht es leider "nur" zu einem guten Mainboard, mit dem Autor jedoch sehr zufrieden ist, da Overclocking nicht oberste Priorität hat.

Das hat gefallen:
  • Solid-State-Capacitors
  • Unterstützung für AM3 CPUs
  • CPUs TDP bis 140W
  • wenig verspieltes Design


Das hat nicht gefallen:
  • Teils ungünstiges Layout (Floppystecker, Audiosteckpfosten, CMOS Clear Jumper)
  • BIOS-Optionen teilweise wenig umfangreich
  • Lieferumfang etwas mager (fehlender HDMI-DVI Adapter)


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