Titelbild zum ECS A790GXM-AD3


Der Launch von AMDs AM3-Prozessoren liegt nun schon rund 5 Wochen zurück. Zum Zeitpunkt der Vorstellung gab es gerade einmal zwei Hauptplatinen von Gigabyte, die nur in homöopathischen Dosen lieferbar waren. In der Zwischenzeit sind weitere AM3-Mainboards erschienen, die Anzahl ist aber noch immer mehr als überschaubar.

ECS hat uns als erster Hersteller bereits vor der diesjährigen CeBIT ein Exemplar des kommenden ECS A790GXM-AD3 zur Verfügung gestellt. Dieses Mainboard mit Sockel AM3 setzt auf AMDs 790GX-Chipsatz in Verbindung mit der Southbridge SB750 und gehört zur Black Edition-Serie des Herstellers.

Leider können wir euch heute noch kein komplettes Review des Mainboards zeigen. Der Grund dafür ist einfach: Mangels Referenz-Hardware können wir die Hauptplatine noch nicht in der Form stressen, wie wir das im Rahmen unserer Reviews immer machen. Ohne 8 GByte DDR3 sowie einen potenten Quad-Core-Prozessor sind Stabilitätstests für solch ein Mainboard keine Herausforderung, weshalb wir es heute bei einer Produktvorstellung belassen. In den nächsten Tagen erhalten wir von Corsair 8 GByte DDR3 und Anfang des kommenden Monats werden wir hoffentlich einen potenten X4-Prozessor für Sockel AM3 bekommen. Anschließend werden wir das ECS A790GXM-AD3 in gewohnter Manier in allen Lebenslagen testen.

Auf geht's zur Vorstellung des Mainboards, viel Vergnügen beim Lesen!
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Lieferumfang ECS A790GXM-AD3


In der Verpackung finden wir neben unserem Testsample noch folgendes Zubehör:

  • 1x Bedienungsanleitung (englisch)
  • 1x Treiber-CD
  • 1x Schnellinstallationsanleitung (mehrsprachig, u.a. deutsch)
  • 1x I/O-Blende (gedämmt)
  • 1x IDE-Kabel
  • 4x SATA Datenkabel (jeweils 1 Stecker gewinkelt, alle mit Halteklammer)

Das Zubehör fällt nicht besonders üppig aus, geht aber in Ordnung. Leider fehlt es an einer Diskette mit Treibern für den Betrieb der SATA-Festplatten im Raid- bzw. AHCI-Modus. Denn auch die beiliegende Treiber-CD ist nicht bootfähig (wie das bei vielen anderen Mainboards der Fall ist). Somit ist es für den Betrieb im Raid- oder AHCI-Modus unverzichtbar, eine Diskette mit den Treibern an einem bereits laufenden PC zu erstellen.
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ProzessorChipsatz
  • Northbridge AMD 790GX
  • Southbridge AMD SB750
Speicher
  • 4x 240 Pin DDR3-Speicherslots (maximal 32 GByte)
  • 128 Bit Dual Channel-Architektur
  • unterstützt DDR3 800 / 1066 / 1333 DIMMs
VGA
  • integrierter HD 3300 Grafikchip
PCI / PCIe Slots
  • zwei PCIe x16-Steckplätze (PCIe 2.0, im CrossFire-Modus x8 / x8)
  • zwei PCIe x1-Steckplätze
  • zwei PCI-Steckplätze
Serial ATA
  • 6x SATA 300 MByte/s
  • unterstützt Raid 0 / 1 / 5 / 10
  • unterstützt AHCI
IDE
  • ein IDE-Anschluss
  • bis zu 2 Geräte mit UDMA 133 / 100 / 66 / 33
IEEE 1394
  • kein FireWire
Netzwerkadapter
  • Realtek RTL8111C
  • über PCIe angebunden
  • unterstützt 10 / 100 / 1000 Mbit/s
  • unterstützt Wake-On-LAN
Audio
  • Realtek 7.1 Audio CODEC ( ALC888 )
Lüfteranschlüsse
  • CPU-Lüfter
    • 1 Anschluss
    • 4 Pin PWM
    • regelbar (nur mit 4 Pin-Anschluss)
  • Gehäuselüfter
    • 3 Anschlüsse
    • 3 Pin
    • nicht regelbar
Interne I/O-Anschlüsse
  • 2x PCIe x16
  • 2x PCIe x1
  • 2x PCI
  • 6x SATA
  • 1x IDE
  • 3x USB 2.0 Pfostenstecker (für 6 Ports)
  • 1x Front Audio Pfostenstecker
  • 1x SPDIF out
  • 1x Front Panel Pfostenstecker
  • 1x Lautsprecher Pfostenstecker
Backpanel-Anschlüsse
  • 1x PS/2 Tastaturanschluss
  • 1x PS/2 Mausanschluss
  • 1x Audio (5 Anschlüsse)
  • 1x RJ-45 LAN
  • 6x USB 2.0
  • 1x VGA
  • 1x 1x CMOS-Clear
  • 1x HDMI
  • 1x SPDIF out (optisch)
  • 1x eSATA (über JMicron JMB361 realisert)
Formfaktor
  • ATX 305 x 244 mm
RoHS*
  • RoHS-konform

*RoHS steht für "Restriction of the use of certain Hazardous Substances in electrical and electronic equipment". Diese Direktive verhindert innerhalb der EU den Einsatz von neuer elektrischer und elektronischer Hardware, welche über erhöhte Mengen an Chrom, Blei, Kadmium, Quecksilber, PBB und PBDE verfügen. Die RoHS-Direktive ist am 01.07.2006 in Kraft getreten.
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Kommen wir nun zum Layout des Black Edition-Mainboards.

Bild zum Layout ECS A790GXM-AD3


Wie man es von einem Mainboard dieser Serie erwarten kann, wird das PCB komplett in schwarz gehalten. Die Onboard-Komponenten kommen wie bei den bereits im letzten Jahr getesteten ECS A780GM-A sowie ECS GF8200A in rot, gelb und orange daher. Zudem sticht die wuchtige Kühlkonstruktion zwischen Prozessorsockel und I/O-Panel ins Auge.

Bild zum Layout ECS A790GXM-AD3


ECS platziert die Speicherslots wie üblich in der rechten oberen Ecke des Mainboards. Für die Dual-Channel-Konfiguration müssen jeweils Slots in gleicher Farbe bestückt werden. Direkt daneben befindet sich der 24-polige ATX-Anschluss. Am oberen Ende der Speicherslots ist zudem der Anschluss für den Prozessor-Lüfter platziert. Dieser ist zwar regelbar, allerdings nur dann, wenn ein Lüfter mit 4-poligem PWM-Anschluss verbaut ist.

Bild zum Layout ECS A790GXM-AD3


Die bereits benannte, wuchtige Kühlkonstruktion. Unter dem oberen Teil verbergen sich die Spannungswandler, der untere Teil bedeckt die Northbridge des Chipsatzes. Deren Position ist etwas ungewöhnlich, hat aber in der Praxis keine Nachteile. Die untereinander unabhängigen Kühler sind relativ hoch, sodass es unter Umständen zu Platzproblemen bei der Verwendung großvolumiger Prozessorkühler kommen kann.

Am oberen linken Rand ist außerdem der 8-polige 12 Volt ATX-Anschluss zu finden. Darunter (wie auch auf dem gesamten Mainboard) befinden sich Feststoffkondensatoren. Außerdem zu sehen: Die 5 (4+1) Phasen der Spannungsversorgung.

Bild zum Layout ECS A790GXM-AD3


Maximal können auf einem ATX-Mainboard 7 Erweiterungsslots verbaut werden. ECS verzichtet auf einen dieser 7 Slots und verbaut 2x PCI, 2x PCI Express x16 2.0 sowie 2x PCI Express x1. Die Anordnung ist so gewählt, dass selbst bei einem CrossFire-Gespann aus zwei Grafikkarten mit Dual-Slot-Kühlern noch jeweils 1x PCI x1 und 1x PCI genutzt werden können.

Bild zum Layout ECS A790GXM-AD3


In der unteren rechten Ecke des Boards finden wir die Southbridge SB750 samt flachem Passivkühler vor. Der Kühler ist so flach gehalten, dass lange Zusatzkarten problemlos darüber hinweg passen. Direkt an der linken oberen Ecke des Kühlers sitzt die CMOS-Batterie, rechts unten ist der gesockelte BIOS-Chip zu finden. Außerdem platziert Elitegroup einen Power- sowie Reset-Button, 6 SATA-Ports, einen IDE-Anschluss und 3x Pfostenstecker für sechs weitere USB-Ports in dieser Ecke des Mainboards.

Bild zum Layout ECS A790GXM-AD3


Viele Mainboardhersteller nutzen den Platz unterhalb der Erweiterungsslots für weitere Pfostenstecker. So auch ECS beim A790GXM-AD3. Hier finden die Anschlüsse für Front Audio, SPDIF out sowie besagte USB-Pfostenstecker ihren Platz.
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Bild zum Layout ECS A790GXM-AD3


Die sechs verbauten SATA-Anschlüsse sind allesamt gewinkelt. Die Bauform ist so gewählt, dass auch jeweils Kabel mit Halteklammern verwendet werden können.

Bild zum Layout ECS A790GXM-AD3


Zwei der verbauten Zusatzchips: Links der JMicron JMB361, welcher die eSATA-Funktionalität bereitstellt, rechts der Realtek RTL8111C, welcher für Gigabit-LAN verantwortlich ist. Der Netzwerkchip ist per PCI Express an die Infrastruktur angebunden.

Bild zum Layout ECS A790GXM-AD3


Zwischen beiden PCIe x16-Slots platziert Elitegroup den Taktgenerator des Mainboards. Er ist aus dem Hause ICS und trägt die Modellbezeichnung ICS9LPRS471CKL.

Bild zum Layout ECS A790GXM-AD3


Noch ein seitlicher Blick auf die Kühlkonstruktion von Spannungswandlern und Northbridge.

Bild zum Layout ECS A790GXM-AD3


Bei diesem unscheinbaren Zusatzchip, dessen Aufschrift kaum lesbar ist, handelt es sich um einen Realtek ALC888s, der den Onboard-Sound bereitstellt.

Bild zum Layout ECS A790GXM-AD3


Zum Abschluss der obligatorische Blick auf das I/O-Panel. Neben den üblichen Verdächtigen wie P/S2 für Maus und Tastatur, 6x USB, Audio (fünf Anschlüsse + SPDIF out optisch), eSATA, LAN und VGA gesellt sich ein HDMI-Anschluss für die digitale Bild- und Tonausgabe wie auch ein CMOS-Clear-Button hinzu.
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Werfen wir nun ein Blick ins BIOS-Setup unseres Probanden.

Bild zum BIOS ECS A790GXM-AD3


Das A790GXM-AD3 setzt auf ein AMI-BIOS, kommt allerdings in Award-Optik daher.

Bild zum BIOS ECS A790GXM-AD3


Im "Standard CMOS Setup" wird angezeigt, welche Laufwerke angeschlossen sind. Es wird dabei vorbildlich nach SATA und IDE getrennt.

Bild zum BIOS ECS A790GXM-AD3


Im "Advanced Setup" lassen sich Cool'n'Quiet und C1E aktivieren, sowie die Bootreihenfolge festlegen.

Bild zum BIOS ECS A790GXM-AD3


In den "Integrated Peripherals" lassen sich alle Onboard-Komponenten einstellen. Die SATA-Ports können im IDE-, AHCI- und Raid-Modus betreiben werden, beim JMicron-Controller gibt es lediglich die Wahl zwischen "Disabled" und "AHCI + IDE Mode".

Bild zum BIOS ECS A790GXM-AD3


Im "Power Management Setup" lassen sich die Einstellungen konfigurieren, die mit dem Start, Standby und Abschalten des PCs zu tun haben. Standardmäßig wird der Standby-Modus auf S3 gesetzt, was eine gute Lösung darstellt, da dieser Modus sparsamer als S1 arbeitet. S1 & S3 steht hingegen nicht zur Wahl.

Bild zum BIOS ECS A790GXM-AD3


"PC Health Status" gibt einen Überblick über die Spannungen, Temperaturen und Lüfterdrehzahlen. Zudem finden wir hier ein Untermenü zur Lüftersteuerung.
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Bild zum BIOS ECS A790GXM-AD3


Leider lässt sich mit der integrierten Lüftersteuerung nur der Prozessor-Lüfter regeln, alle anderen Gehäuselüfter werden ununterbrochen mit 12 Volt versorgt und können nicht gedrosselt werden. Aber auch der CPU-Lüfter lässt sich nur dann regeln, wenn dieser über einen 4 Pin PWM-Anschluss verfügt. Hier sollte ECS nachlegen und die Steuerung aller vier verbauten Lüfteranschlüsse unabhängig vom verwendeten Anschluss einbauen.

Bild zum BIOS ECS A790GXM-AD3


Das "MB Intelligent BIOS", kurz "M.I.B." hat nichts mit den Men in Black zu tun, sondern ist die Anlaufstelle für alle Einstellungen rund um Takte, Timings und Spannungen. Außerdem wird hier das Feature ACC platziert. Positiv hervorzuheben ist, dass einige Einstellungen erst dann angezeigt werden, wenn übergeordnete Optionen manuell gesetzt wurden.

Bild zum BIOS ECS A790GXM-AD3


Setzt man die Option "CPU Frequency CTRL:" auf "Enabled", lassen sich Prozessortakt, Northbridgetakt und Prozessorspannung einstellen. Den Multiplikator des Prozessors kann man zwischen 8 und 25 einstellen, die CPU-VID zwischen 0,8 und 1,55 Volt (was für einige User vielleicht zu wenig ist) und den NB-Multi zwischen 4 und 25. Der Referenztakt lässt sich zwischen 190 und 400 MHz einstellen, was absolut ausreichend sein sollte.

Bild zum BIOS ECS A790GXM-AD3


Wird "Voltage Function" auf "Enabled" gesetzt, erscheinen darunter weitere Optionen für diverse Spannungen. So lässt sich die "CPU Voltage" um bis zu 0,3 Volt erhöhen, die Speicherspannung um bis zu 0,63 Volt (was bei DDR3 insgesamt 2,13 Volt entspricht), die NB-VID um bis zu 0,315 Volt und die Southbridge-Spannung um bis zu 0,15 Volt.

Etwas irritiert sind wir bisher über die doppelte Angabe der "CPU Voltage", die obendrein noch zwei verschiedene Maximalwerte kennt. Hier werden wir bis zum vollständigen Review weitere Tests machen, welche Auswirkungen manuelle Einstellungen haben. Des Weiteren müssen wir einen Kritikpunkt an den Spannungseinstellungen nennen: Zwar ist für ausreichend Übertaktungsspielraum gesorgt, Einstellungen für eine Spannungsabsenkung sind jedoch Fehlanzeige. Leider lässt sich so das teilweise enorme Undervolting-Potenzial der AM3-Prozessoren nicht zum Stromsparen nutzen, was auf lange Sicht unbedingt verändert werden sollte.

Bild zum BIOS ECS A790GXM-AD3


Bild zum BIOS ECS A790GXM-AD3


Im Untermenü "Memory Configuration" lässt sich der verbaute Arbeitsspeicher konfigurieren. Gleichzeitig wird im unteren Teil des Menüs angezeigt, welche Einstellungen aktuell verwendet werden.

Für etwas Verwirrung sorgen die drei Optionen der Einstellung DRAM Frequency. Hier kann man zwischen "AUTO", "Limit" und "Manuell" wählen, wobei "AUTO" und "Limit" bei uns in der gleichen Speichergeschwindigkeit resultierten. Mit der Auswahl "Limit" wird dem System lediglich der Maximaltakt genannt, welcher vom BIOS automatisch festgelegt werden darf. Erst bei der Wahl von "Manuell" lässt sich der Speichertakt fest vorgeben.

Nachdem wir uns nun das BIOS-Setup des ECS A790GXM-AD3 ausführlich angesehen haben, bleiben zwei Dinge, an denen ECS unbedingt arbeiten sollte. Zum einen sollte die Lüftersteuerung ausgebaut werden, damit alle Anschlüsse geregelt werden können (und zwar unabhängig vom verwendeten Lüfter) und zum anderen sollte es Optionen zur Spannungsabsenkung geben. Außer diesen beiden Punkten macht das BIOS-Setup einen guten Eindruck und bietet alles, was ein modernes BIOS benötigt.
[break=vorläufiges Fazit]
Titelbild ECS A790GXM-AD3


Da wir das ECS A790GXM-AD3 noch nicht in der Manier testen konnten, wie wir das üblicherweise tun, können wir natürlich noch kein abschließendes Fazit ziehen. Dennoch möchten wir unsere ersten Eindrücke in einem vorläufigen Fazit zusammenfassen.

Das Black Edition-Mainboard von ECS macht einen guten Eindruck. Das Layout ist gelungen, lediglich der tief positionierte IDE-Anschluss und der relativ üppig geratene Kühler für die Spannungswandler und die Chipsatz-Northbridge könnte einigen Usern Kopfzerbrechen bereiteten. Nämlich dann, wenn der Kühler der Wahl oder gar das Gehäuse der Wahl nicht zum Mainboard passen.

Abgesehen davon bietet sowohl das Layout, als auch das BIOS-Setup des Mainboards einen guten Gesamteindruck. Man bekommt schlichtweg Appetit auf Mehr. Allerdings sei an dieser Stelle auf die Unzulänglichkeit des BIOS-Setups hingewiesen, welches noch um zwei Aspekte bereichert werden sollte: Optionen zur Spannungsabsenkung und eine Lüftersteuerung für alle Anschlüsse. Denn diese beiden Punkte sind derzeit noch nicht optimal.

Wir hoffen, dass das Mainboard unsere Erwartungen erfüllen und den ersten Eindruck bestätigen kann. Denn dann könnte sich die Hauptplatine als echter Geheimtipp entwickeln. Unser Review, welches wir natürlich schnellstmöglich komplettieren wollen, wird es zeigen.

The Good:
Das hat uns gefallen
  • durchdachte Anordnung der Erweiterungssteckplätze
  • ausführliche BIOS-Optionen


The Bad:
Das hat uns weniger gefallen
  • keine Diskette mit Raid-Treibern
  • nur halbherzig implementierte Lüftersteuerung
  • keine Möglichkeit für Spannungsabsenkungen


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