AMD Phenom II X4 955 BE - Titelbild


Vor etwas mehr als drei Wochen erfolgte die Vorstellung von AMDs neuen CPU-Flaggschiff - dem AMD Phenom II X4 955 Black Edition für Sockel AM3. Auch wir bekamen im Vorfeld des Launches ein Sample von AMD übersandt, womit wir allerdings unsere liebe Mühe hatten. Nicht etwa, weil der Prozessor defekt war oder Instabilitäten auftraten, sondern weil die uns zur Verfügung stehenden Mainboards durchweg Probleme mit dem BIOS hatten. Eine nicht korrekt vorgegebene Prozessorspannung war noch das kleinste Übel, härter traf uns der komplette Ausfall unserer AM3-Mainboards.

Entgegen den sonst sehr umfangreichen Prozessor-Artikeln auf Planet 3DNow! konnten wir unseren Lesern am 23. April daher nur eine sehr beschränkte Anzahl an Benchmarkergebnissen präsentieren. Auch auf Overclocking-Tests mussten wir verzichten - eigentlich ein Unding bei einem Black Edition-Prozessor. Und es kam, wie es kommen musste: Am Tag der Vorstellung des Prozessors veröffentlichten die Mainboardhersteller BIOS-Updates, mit denen der neue X4 955 BE unterstützt wurde - zu spät für uns. Aber that's life!

Bewaffnet mit BIOS-Updates begannen wir am 23. April erneut, den AM3-Prozessor zu testen. Dieses Mal gab es das volle Programm: Benchmarkvergleiche bei verschiedenen Taktraten, ein (erneuter) Performancevergleich zwischen DDR2 und DDR3 und nicht zuletzt Overclocking-Tests. Dadurch können wir heute das präsentieren, was wir bereits vor knapp vier Wochen präsentieren wollten - nämlich ein vollumfängliches Review zum Phenom II X4 955 BE.

Viel Vergnügen beim Lesen!
[break=AMD Phenom II X4 955 BE im Detail]
Bereits im ursprünglichen Review haben wir diese Seite mit allen Informationen gezeigt, hier gibt es also keine neuen Erkenntnisse. Dennoch sind Infos rund um Takte, Spannungen und Cache-Latenzen unumgänglich, sodass wir besagte Seite per Copy & Paste aus dem Artikel vom 23. April übernehmen.

AMD Phenom II X4 955 BE - Foto des Prozessors X4 955 BE


Unser Phenom II-Sample wurde in der 8. Kalenderwoche dieses Jahres produziert.

AMD Phenom II X4 955 BE - Foto des Prozessors X4 955 BE


Die Unterseite des Prozessors hält keine Überraschungen bereit. Sie ist identisch mit der unserer Testsample aus dem Launch-Review des Sockel AM3 aufgebaut.

AMD Phenom II X4 955 BE - CPU-Z CPU X4 955 BE


Der Prozessor wird mit einer Standard-Taktrate von 3200 MHz bei 1,35 Volt betrieben. Die Betriebsspannung entspricht somit der des AM2+ -Pendants, die Taktrate fällt um 200 MHz höher aus. Die Cache-Größe ist ebenfalls identisch mit der des Phenom II X4 940 BE.

AMD Phenom II X4 955 BE - CPU-Z Cache X4 955 BE


Der Last Level Cache L3 wird 48-fach assoziativ angesprochen - ebenfalls identisch mit dem AM2+ -Pendant.

AMD Phenom II X4 955 BE - CPU-Z Speicher X4 955 BE DDR2


Verwendet man den Prozessor auf einem AM2+ -Mainboard, so kann die CPU mit DDR2-1066 betrieben werden. Der Takt der in der CPU integrierten Northbridge (diese beherbergt den Speichercontroller sowie den L3-Cache) beträgt dabei 2000 MHz.

AMD Phenom II X4 955 BE - CPU-Z Speicher X4 955 BE DDR3


Bei Verwendung des Prozessors auf einem AM3-Mainboard kommt der Speicherstandard - entsprechende Module vorausgesetzt - DDR3-1333 zum Tragen.

AMD Phenom II X4 955 BE - P-States X4 955 BE


Im Idle-Betrieb taktet sich auch der neue X4 955 BE auf 800 MHz herunter. Allerdings begnügt sich die CPU für den Betrieb in diesem P-State mit einer um 0,05 Volt geringeren Betriebsspannung als beim X4 940 BE notwendig.

Der Blick mittels K10stat auf die einzelnen Power-States bringt zudem ans Tageslicht, dass AMD auch die Spannung der im Prozessor integrierten Northbridge verringert hat. Gegenüber unserem Sample des X4 940 BE stehen satte 0,1 Volt weniger zu Buche - wohlgemerkt bei gleichzeitig 200 MHz mehr Taktfrequenz. AMD hat anscheinend kontinuierlich an der Verbesserung des Fertigungsverfahrens gearbeitet, um diese Absenkung trotz höherer Taktrate zu erreichen.

AMD Phenom II X4 955 BE - CPU-Z Latency X4 955 BE


Die Cache-Latenzen gemessen in Taktzyklen unterscheiden sich gegenüber dem X4 940 kaum, obwohl bei 3,2 GHz statt 3,0 GHz eigentlich mehr Takte bei gleicher Zugriffszeit vergehen müssten. Doch L1- und L2-Cache arbeiten mit vollem CPU-Takt und die Taktfrequenz des L3-Cache wurde wie erwähnt von 1,8 GHz auf 2,0 GHz erhöht, was dem X4 955 unter dem Strich sogar eine bessere Latenz und Latenzzeit verschafft. Allerdings ist die Differenz minimal.
[break=Die Testsysteme im Überblick]
Im Rahmen der Tests für das heutige Review kamen gleich mehrere Testsysteme zum Einsatz. Dies ist der Tatsache "geschuldet", dass wir unseren Lesern möglichst viele Vergleichswerte präsentieren wollen. Einen Großteil der Benchmark-Ergebnisse haben wir aus unserem ersten Phenom II-Review übernommen, da mit Ausnahme der Prozessoren (und im Falle des AM3 noch das Mainboard sowie der RAM) die gleiche Hard- und Software zum Einsatz kam. Die Hardware sieht dabei so aus:

Testsystem Sockel AM2+
  • Prozessoren:
    • AMD Phenom II X4 955 BE
    • AMD Phenom II X4 810
    • AMD Phenom II X3 720
    • AMD Phenom II X4 940
    • AMD Phenom X4 9850 BE
    • AMD Phenom X3 8750 BE
    • AMD Athlon 7750 BE
    • AMD Phenom X4 9600 BE
    • AMD Athlon 64 X2 6400+
  • Mainboard (Referenz): Gigabyte GA-MA790GP-DS4H (BIOS F4)
  • Arbeitsspeicher: 2x 1 GByte Corsair TWIN2X2048-8500C5DF (5-5-5-15 2T)
  • Grafikkarte: ZOTAC GTX 280 AMP!
  • Netzteil: be quiet! Dark Power Pro 530 Watt
  • Festplatte: Seagate ST3250410AS (SATA, 7.200/min
  • Gehäuse: Chieftec Mesh CH-01 Midi-Tower
  • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000


Testsystem Sockel AM3
  • Prozessoren:
    • AMD Phenom II X4 955 BE
    • AMD Phenom II X4 810
    • AMD Phenom II X3 720
  • Mainboard (Referenz): Gigabyte GA-MA790XT-UD4P (BIOS F2)
  • Arbeitsspeicher: 2x 1 GByte Cellshock ES DDR3-1333 (7-7-7-21 1T)
  • Grafikkarte: ZOTAC GTX 280 AMP!
  • Netzteil: be quiet! Dark Power Pro 530 Watt
  • Festplatte: Seagate ST3250410AS (SATA, 7.200/min
  • Gehäuse: Chieftec Mesh CH-01 Midi-Tower
  • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000


Testsystem Sockel 775
  • Prozessoren:
    • Intel Core 2 Extreme QX9770
    • Intel Core 2 Duo E8600
  • Mainboard: Intel DX48BT2 (BIOS BT1893P)
  • Arbeitsspeicher: 2x 1 GByte OCZ3P1600EB2GK (7-6-6-20 2T)
  • Grafikkarte: ZOTAC GTX 280 AMP!
  • Netzteil: be quiet! Dark Power Pro 530 Watt
  • Festplatte: Seagate ST3250410AS (SATA, 7.200/min
  • Gehäuse: Chieftec Mesh CH-01 Midi-Tower
  • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000


Testsystem Sockel 1366
  • Prozessor: Intel Core i7 965 XE
  • Mainboard: Intel DX58SO (BIOS SO2786P)
  • Arbeitsspeicher:
    • 2x 1 GByte Cellshock PC3-14400 (8-7-6-21 2T)
    • 1x 1 GByte OCZ PC3-16000 (8-7-6-21 2T)
  • Grafikkarte: ZOTAC GTX 280 AMP!
  • Netzteil: be quiet! Dark Power Pro 530 Watt
  • Festplatte: Seagate ST3250410AS (SATA, 7.200/min
  • Gehäuse: Chieftec Mesh CH-01 Midi-Tower
  • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000

Auf der Software-Seite sehen die Systeme so aus:

verwendete Software / TreiberVersion / Bemerkungen
Windows Vista Ultimate
64 Bit, Service Pack 1
DirectX
10, Juni-Update 2008
Grafikkartentreiber
ForceWare 180.48
Chipsatz-/Mainboardtreiber
aktuelle Version des Herstellers
Everest
4.60, Build 1500
WinRAR
3.71d
XMPEG
5.03, Build 5.0.8.84
XviD
1.2.-127
Avidemux
2.4.3
POV-Ray
3.7, Beta 27
Cinebench
R10, 64 Bit
Crysis
Demo
Crysis Benchmark Tool
1.0.0.5
UT3
Demo
UT3-Bench
0.2.0.35
Doom 3
Demo
Quake 3
Quake 3 Arena
q3bench
v2.00 Public Beta
3DMark Vantage
Advanced, Build 1.0.1, ohne Feature Tests
PCMark Vantage
Advanced, Build 1.0.0
BOINC
6.2.19


Unser Test-Parcours soll einen guten Querschnitt durch den Alltagsbetrieb eines PCs bilden. 32 Bit- und 64 Bit-Anwendungen sind vertreten, ältere Spiele wechseln sich mit neueren ab, Video-Encoding und Rendering sind vertreten und selbst Distributed Computing spielt eine Rolle. Das alles sind Anwendungen, die im Alltag auftreten können und zeigen so einen guten Querschnitt durch das Anforderungsprofil eines heutigen Prozessors.
[break=Vorwort zu den Benchmarks]
Bevor wir (endlich) zu dem Teil übergehen, in welchem wir die Performance der verschiedenen Prozessoren vergleichen, möchten wir vorab noch einige wichtige Informationen zum Benchmark-Teil geben. Oberste Priorität haben bei uns Vergleiche bei gleicher Taktrate. Dadurch lässt sich zuverlässig erkennen, welche Architektur bei welcher Anwendung Vorteile hat. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit, da es in der Praxis meist CPUs mit unterschiedlichen Taktraten gibt. Und genau aus diesem Grund haben wir gleich mehrere Szenarien vergleichen.

Benchmarks Teil 1: Vergleich bei 2,5 GHz

Im ersten Teil unseres Benchmark-Abschnittes haben wir sämtliche Tests mit allen uns zur Verfügung stehenden Prozessoren bei 2,5 GHz Taktfrequenz durchgeführt. Die CPUs liefen dabei wie folgt:
  • AMD Phenom II X4 955 BE: 200 x 12,5 – 2 GHz NB-Takt – DDR2-1066
  • AMD Phenom II X4 955 BE: 200 x 12,5 – 2 GHz NB-Takt – DDR3-1333
  • AMD Phenom II X4 810: 200 x 12,5 – 2 GHz NB-Takt – DDR2-1066
  • AMD Phenom II X4 810: 200 x 12,5 – 2 GHz NB-Takt – DDR3-1333
  • AMD Phenom II X3 720 BE: 200 x 12,5 – 2 GHz NB-Takt – DDR2-1066
  • AMD Phenom II X3 720 BE: 200 x 12,5 – 2 GHz NB-Takt – DDR3-1333
  • AMD Phenom II X4 940 BE: 200 x 12,5 - 1,8 GHz NB-Takt - DDR2-1066
  • AMD Phenom X4 9850 BE: 200 x 12,5 - 2 GHz NB-Takt - DDR2-1066
  • AMD Phenom X3 8750 BE: 200 x 12,5 - 1,8 GHz NB-Takt - DDR2-1066
  • AMD Phenom X4 9600 BE: 200 x 12,5 - 1,8 GHz NB-Takt - DDR2-1066
  • AMD Athlon 7750 BE: 200 x 12,5 - 1,8 GHz NB-Takt - DDR2-1066
  • AMD Athlon 64 X2 6400+: 200 x 12,5 - DDR2-714
  • Intel Core 2 Duo E8600: 333 x 7,5 - DDR3-1333
  • Intel Core 2 Extreme QX9770: 333 x 7,5 - DDR3-1333
  • Intel Core i7 965 XE: 133 x 19 - 4,8 GHz QPI-Takt, DDR3-1066 - Turbo-Modus deaktiviert

Mit Ausnahme des i7 liefen alle Prozessoren exakt bei 2,5 GHz, während der jeweilige FSB bzw. Referenztakt spezifikationsgerecht eingestellt wurde.

Beim Core i7 fehlte der passende Multiplikator, um genau bei 2.500 MHz zu landen. Er wurde daher mit 2.533 MHz betrieben, was die kleinstmögliche Abweichung darstellte.

Benchmarks Teil 2: Vergleich bei 3 GHz

Auch bei 3 GHz - dem Standardtakt des Phenom II X4 940 für den AM2+ - haben wir die Performance verglichen.

  • AMD Phenom II X4 955 BE: 200 x 15 – 2 GHz NB-Takt – DDR2-1066
  • AMD Phenom II X4 955 BE: 200 x 15 – 2 GHz NB-Takt – DDR3-1333
  • AMD Phenom II X4 810: 250 x 12 – 2 GHz NB-Takt – DDR2-1000
  • AMD Phenom II X4 810: 250 x 12 – 2 GHz NB-Takt – DDR3-1333
  • AMD Phenom II X3 720 BE: 200 x 15 – 2 GHz NB-Takt – DDR2-1066
  • AMD Phenom II X3 720 BE: 200 x 15 – 2 GHz NB-Takt – DDR3-1333
  • AMD Phenom II X4 940 BE: 200 x 15 - 1,8 GHz NB-Takt - DDR2-1066
  • AMD Phenom X4 9850 BE: 200 x 15 - 2 GHz NB-Takt - DDR2-1066
  • AMD Phenom X3 8750 BE: 200 x 15 - 1,8 GHz NB-Takt - DDR2-1066
  • AMD Athlon 7750 BE: 200 x 15 - 1,8 GHz NB-Takt - DDR2-1066
  • AMD Athlon 64 X2 6400+: 200 x 15 - DDR2-750
  • Intel Core 2 Duo E8600: 333 x 9 - DDR3-1333
  • Intel Core 2 Extreme QX9770: 333 x 9 - DDR3-1333
  • Intel Core i7 965 XE: 133 x 22 - 4,8 GHz QPI-Takt, DDR3-1066 - Turbo-Modus deaktiviert

Unser AM2-Phenom im B2-Stepping musste in dieser Runde die Segel streichen, da er 3 GHz nicht erreicht. Bei den restlichen Prozessoren war dies jedoch kein Problem, weshalb wir diese - wieder mit Ausnahme des i7 - bei exakt 3 GHz vergleichen konnten.

Beim i7 hatten wir die Wahl, entweder 2,93 oder 3,06 GHz zu verwenden. Wir entschieden uns für den niedrigeren Takt von 2,93 GHz, da dies exakt der Original-Frequenz eines Intel Core i7 940 entspricht.

Benchmarks Teil 3: Vergleich der jeweils schnellsten Prozessoren (High End)

Im dritten Teil wollten wir wissen, welche Performance pro Generation maximal möglich ist, wie viel Leistung ein Kunde also vom jeweiligen Hersteller offiziell kaufen kann. Es ist also ein Vergleich der jeweiligen Topmodelle. Aus diesem Grund haben wir folgende Szenarien getestet:
  • AMD Phenom II X4 955 BE: 200 x 16 = 3200 MHz - 2 GHz NB-Takt - DDR3-1333
  • AMD Phenom II X4 940 BE: 200 x 15 = 3000 MHz - 1,8 GHz NB-Takt - DDR2-1066
  • AMD Phenom X4 9950 BE: 200 x 13 = 2600 MHz - 2 GHz NB-Takt - DDR2-1066
  • AMD Athlon 64 X2 6400+: 200 x 16 = 3200 MHz - DDR2-800
  • Intel Core 2 Duo E8600: 333 x 10 = 3333 MHz - DDR3-1333
  • Intel Core 2 Extreme QX9770: 400 x 8 = 3200 MHz - DDR3-1600
  • Intel Core i7 965 XE: 133 x 24 = 3200 MHz - 6,4 GHz QPI-Takt, DDR3-1066 - Turbo-Modus aktiviert

Mit Ausnahme eines Phenom X4 9950 haben uns für das heutige Review jeweils die schnellsten Prozessoren zur Verfügung gestanden, welche Enduser kaufen können. Diese haben wir entsprechend ihrer Spezifikationen verglichen. Der Phenom X4 9950 wurde mit Hilfe des X4 9850 simuliert.

Wir hoffen, durch die Auswahl der Tests und der verglichenen Prozessoren ein möglichst breites Spektrum an Informationen abzudecken, sodass für jeden Leser ein interessanter Aspekt sichtbar wird. Doch nun genug der Vorrede - auf zu den Benchmarks!
[break=2,5 GHz: Everest Memory Benchmark, WinRAR]
Everest


Everest von Lavalys hat sich in letzter Zeit zu einem populären Benchmark entwickelt. Viele nutzen ihn, die Versionsabhängigkeit ist nicht so ausgeprägt wie bei SiSoft Sandra und auch bei uns im Forum lassen sich viele Vergleichswerte finden. Aus diesem Grund nutzen wir den integrierten Memory-Benchmark von Everest, um den Speicherdurchsatz beim Lesen, Schreiben und kopieren sowie die Speicherlatenz zu messen. Dabei kommt die Programmversion 4.60 mit Build 1.500 zum Einsatz.

Everest


Speicherdurchsatz: Lesen


Sowohl mit DDR2 als auch mit DDR3 stehen neue Bestwerte unter den AMD-Prozessoren zu Buche. Das ehemalige Topmodell X4 940 BE wird dabei relativ deutlich überflügelt.

Speicherdurchsatz: Schreiben


Intels Prozessoren belegen beim Schreibtest die ersten drei Plätze. Die nächsten sechs Plätze gehören den Konfigurationen der AM3-CPUs mit jeweils 2 GHz Northbridgetakt. Auffällig hierbei ist, dass die Ergebnisse mit DDR2 allesamt vor denen mit DDR3 zu finden sind. In diesem Test sind die einzelnen Speichertimings mit DDR2 besser als höherer Speichertakt beim AM3.

Speicherdurchsatz: Kopieren


Während beim AM3-Launch im Februar DDR3 noch einen heftigen Performancerückschlag wegstecken musste, so bietet die Kombination aus Phenom II X4 955 BE, neuem BIOS und DDR3 sogar einen Vorteil für DDR3. Unser heutiger Proband wird damit sowohl mit DDR2 als auch mit DDR3 zum direkten Verfolger des Intel Nehalem - wenn auch noch immer mit gebührendem Abstand.

Speicherlatenz


Die Latenzzeit aller AM3-Prozessoren samt DDR3 liegt auf identischem Niveau. DDR2 schlägt mit fast zwei zusätzlichen Nanosekunden zu Buche, das ehemalige Flaggschiff X4 940 BE wird aber deutlich überholt.

Insgesamt lassen sich nach fast vier Monaten AM3-Präsenz durchweg Verbesserungen beim Everest-Benchmark erkennen. Intels Core i7 bleibt aber trotzdem unerreichbar.



WinRAR


Auch bei WinRAR wird immer auf gleichem Weg getestet: Es wird ein ca. 4,5 Gigabyte großes RAR-Archiv mit gemischtem Inhalt geöffnet und anschließend der integrierte Benchmark laufen gelassen. WinRAR reagiert äußerst feinfühlig auf Speicher-Latenzen.

WinRAR"


WinRAR


Dicht gedrängt geht es im WinRAR-Test zu. Es gibt keine nennenswerten Unterschiede, Intels Nehalem bleibt weiterhin das Maß der Dinge.
[break=2,5 GHz: XMPEG, Avidemux, H.264]
XMPEG + XviD / Avidemux + h.264


Wenn es um Video-Encoding bzw. -Decoding geht, so gibt es unzählige Variationen und Ausgestaltungen von Software. Viele Programme und noch mehr Codecs lassen dem Enduser die Qual der Wahl. Dabei ist die Nutzung der Ressourcen genauso vielfältig wie die Software selbst: Einige Programme bzw. Codecs können maximal einen Prozessorkern ansprechen, andere wiederum nehmen alles, was sie an Leistung bekommen können - schwer, dabei einen Querschnitt abzubilden.

Wir haben mit der Wahl von XMPEG in Verbindung mit dem XviD-Codec sowie Avidemux in Verbindung mit dem H.264-Codec versucht, diesen Querschnitt zu finden. Während XMPEG mit dem zum Teststart aktuellen XviD-Codec 1.2 Beta kaum mehr als einen Prozessorkern beansprucht, nutzt Avidemux dank H.264-Codec jede zur Verfügung stehende Ressource. In beiden Fällen wandeln wir je ein Referenz-Video um und messen dabei die benötigte Zeit.

XMPEG


XMPEG + XviD


Mit DDR2 ist das neue Flaggschiff exakt gleich schnell wie sein Vorgänger X4 940 BE. Mit DDR3 steht ein kleiner Performancevorteil zu Buche, für Intels Bloomfield reicht der Sprung jedoch noch lange nicht.



Avidemux


Avidemux + H.264


Bei Avidemux sieht DDR3 gegenüber DDR2 einen Tick schlechter aus - zumindest war das Beim X3 720 BE sowie beim X4 810 so. Beim X4 955 BE samt neuem BIOS dreht sich das Bild und es steht ein kleiner Vorteil zu Buche. Intels Yorkfield ist aber noch immer der Platz an der Sonne sicher.



Da das Encodieren eines Videos einen Aspekt darstellt, das Abspielen eines Videos hingegen einen völlig anderen, spielen wir ein vorgefertigtes mit h.264-Codec erstelltes Video im Windows Media Player ab und messen mittels der Windows Leistungsanzeige die auftretende Prozessorlast.

Perfmon


CPU-Last Wiedergabe h.264-Video


Beim Abspielen eines Videos mit h.264-Codec fällt etwas weniger Prozessorlast als beim X4 940 BE an.
[break=2,5 GHz: POV-Ray, Cinebench]
POV-Ray


Auch der Punkt Rendering darf in unserem Parcours nicht fehlen. Für diesen Bereich nutzen wir 2 Programme, die unterschiedliche Anwendungsgebiete haben.

Auf der einen Seite kommt POV-Ray zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein Raytracer-Programm, welches im Benchmark-Modus eine vorgefertigte 3D-Szene berechnet. Gemessen wird die dafür benötigte Zeit.

POV-Ray


POV-Ray


Im Raytracing-Test von POV-Ray platzieren sich X4 940 BE und X4 955 BE Seite an Seit.



Cinebench


Auf der anderen Seite nutzen wir das bekannte Renderprogramm Cinebench in der aktuellen Version R10. Cinebench basiert auf der Cinema 4D-Software von Maxon und liegt in einer 64 Bit-Version vor, welche wir natürlich nutzen. Wir lassen den Benchmark hintereinander erst auf einem Prozessorkern und dann auf allen Kernen laufen, notieren die jeweiligen Ergebnisse sowie den Speedup-Faktor.

Cinebench


Cinebench 1 CPU


Ebenfalls Seite an Seite stehen ehemaliges und aktuelles Flaggschif im Single-Render-Test von Cinebench.

Cinebench x CPU


AMDs X4 955 BE kann hingegen mit etwas besserer Punkteausbeute im X-CPU-Test aufwarten.

Cinebench Multiprocessor Speedup


Ausschlaggebend dafür ist ein etwas besserer Speedup-Faktor des Benchmarks.
[break=2,5 GHz: Crysis, UT3]
Crysis


Crysis ist ein DirectX 10-Spiel, welches einen integrierten CPU-Benchmark in 64 Bit bietet. Wir lassen diesen Benchmark mit Hilfe des kostenlosen "Crysis Benchmark-Tools" hintereinander in den Auflösungen 1024x768, 1280x1024 sowie 1600x1200 jeweils mit dem Detail-Level "High" laufen.

Crysis


Sicher könnte man darüber nachdenken, immer häufiger anzutreffende Auflösungen im Widescreen-Format zu nutzen. Da wir mit diesem System jedoch keine Grafikkarten testen und die Vergleichbarkeit lediglich unter den Mainboards bzw. Prozessoren gegeben sein soll, bleiben wir den bisher genutzten Auflösungen treu.

Crysis 1024x768


Crysis 1280x1024


Crysis 1600x1200


Mit einer Ausnahme in 1280x1024 muss sich das neue gegenüber dem alten Topmodell durchweg geschlagen geben.



UT3


Unreal Tournament bzw. dessen Game-Engine ist ein Beispiel für gute Systemausnutzung. Hier spielt die Grafikleistung eine weniger gewichtige Rolle - stattdessen skaliert das Spiel mit der Anzahl der Prozessorkernen und ist somit ideal für einen Systemvergleich.

UT3


Findige Programmierer haben ein kleines, kostenloses Tool namens "UT3-Bench" geschrieben, welches wir für unsere Benchmarks nutzen. Auch hier nutzen wir die Auflösungen von 1024x768, 1280x1024 sowie 1600x1200 und lassen den Benchmark mit der Map vCTF-Suspense_fly jeweils 60 Sekunden laufen. Vor den Durchläufen wird jedoch noch der von Haus aus eingebautet Frame-Limiter deaktiviert.

UT3 1024x768


UT3 1280x1024


UT3 1600x1200


Interessant fällt das Bild im UT3-Benchmark aus. Mit DDR2 fällt die Performance durchweg niedriger aus als beim X4 940, kommt DDR3 ins Spiel so überflügelt der X4 955 das alte Flaggschiff wieder.
[break=2,5 GHz: Doom 3, Quake 3]
Doom 3


Doom 3 stellt unseren Vertreter der etwas älteren Spiele dar, was insgesamt zu einem guten Querschnitt durch die Spielewelt führt. Wieder kommen die 3 bekannten Auflösungen mit "Ultra Details" zum Einsatz. Gewertet wird jeweils der zweite Durchlauf, da beim ersten Durchlauf starke Nachladeruckler auftreten und dadurch das Ergebnis verfälschen.

Doom 3


Doom 3 1024x768


Doom 3 1280x1024


Doom 3 1600x1200


Beim betagten Doom 3 liegt das neue Spitzenmodell durchweg knapp vor dem bisherigen Topmodell. DDR3 bringt auch hier noch einen kleinen Vorteil, Intels Prozessoren bleiben hingegen das Maß der Dinge.



Quake 3


Einige werden beim Lesen der Überschrift "Quake 3" schmunzeln. Verständlich, denn dieses Spiel hat bereits einige Jahre auf dem Buckel. Als aktuell kann man es also nicht mehr bezeichnen. Doch warum nutzen wir diese Software noch immer?

Quake 3 reagiert wie kaum ein anderes Programm auf das Memory-Subsystem eines PCs. Ob Speichertakt, Latenzen oder verschiedene Speicherbestückungen - es gibt kaum eine Situation, in der Quake 3 nicht darauf reagiert. Damit erhebt sich dieses Tool zum unverzichtbaren Bestandteil unseres Benchmark-Parcours.

Quake 3


Für unsere Benchmarks nutzen wir "Q3Bench" und lassen die Map "Demo001" in den Auflösungen 640x480 mit normalen Details sowie 1024x768 mit maximalen Details jeweils 2x durchlaufen. Gewertet wird der zweite Durchlauf, da das Ergebnis des ersten Durchlaufs durch das erstmalige Laden verfälscht wird.

Quake 3 640x480


Quake 3 1024x768


Das noch betagtere Quake 3 bringt direkte Nachbarplatzierungen von alt und neu hervor. DDR3 bringt auch hier einen Vorteil, es reicht allerdings nicht, um die ersten drei Plätze des blauen Chip-Riesen Intel zu gefährden.
[break=2,5 GHz: 3DMark Vantage, PCMark Vantage]
3DMark Vantage


Zum Abschluss unseres Benchmark-Parcours statten wir Futuremark noch einen Besuch ab. Obwohl die Benchmarks aus diesem Hause derzeit heftig umstritten sind (wir berichteten), gehören sie noch immer zu den beliebtesten Vergleichsmöglichkeiten.

Futuremark bietet mit 3DMark Vantage bzw. PCMark Vantage zwei Programme an, die ausschließlich unter Windows Vista laufen. PCMark liegt zudem in einer 64 Bit-Version vor, welche wir nutzen. 3DMark Vantage lassen wir im vorgefertigten Performance-Preset laufen (High- bzw. Extreme-Preset sind aufgrund des verwendeten Monitors nicht zugänglich).

3DMark Vantage Performance


3DMark Vantage Performance


3DMark Vantage Performance Gesamt


3DMark Vantage Performance CPU


Marginale Verbesserungen gibt es auch im 3DMark Vantage zu verbuchen. Die Unterschiede zwischen X4 940 und X4 955 sind allerdings relativ gering, für den Angriff auf die Intel-Bastion reicht es aber nicht.



PCMark Vantage


Der PCMark bietet verschiedene Suiten, die unterschiedliche Bereiche des PCs testen. Wir nutzen neben dem Standard-Durchlauf noch zusätzlich die Speicher- sowie Gaming-Suite und können somit ein detailliertes Ergebnis erzielen.

Da während des Festplatten-Tests Daten auf die Festplatte geschrieben bzw. von der Festplatte gelesen werden, ist eine fragmentierte Festplatte tödlich für ein nachvollziehbares Resultat. Aus diesem Grund spendieren wir PCMark eine eigene 5 Gbyte große Partition, die bei jedem System vor der Installation von PCMark formatiert und nach der Installation defragmentiert wird. Verfälschungen können dadurch nicht auftreten.

PCMark Vantage


PCMark Vantage gesamt


Beim Gesamtscore der PCMark-Suite steht nach wie vor der X4 940 BE als schnellster AMD-Prozessor im Protokoll.

PCMark Vantage Memory


Der Speichertest fällt bei 2,5 GHz Prozessortakt zugunsten von DDR2 aus, was dazu führt, dass auch hier das ehemalige Topmodell vorn liegt.

PCMark Vantage Gaming


In der Gaming-Suite bringt DDR3 widerum mehr als DDR2.
[break=2,5 GHz: BOINC, Leistungsaufnahme]
BOINC


Viele Forenmitglieder von Planet 3DNow! betreiben Distributed Computing als Hobby und stellen dabei die nicht benötigte Rechenzeit ihres Computers der Wissenschaft zur Verfügung. Planet 3DNow! rangiert dank der vielen fleißigen Mitglieder unter den Top 10-Teams weltweit - kein Wunder also, dass wir einen Distributed Computing-Benchmark in unser Prozessor-Review eingebaut haben. Es kommt die aktuelle BOINC-Version 6.2.19 zum Einsatz, deren integrierter Benchmark genutzt wird.

Der Benchmark errechnet jeweils die Leistungsfähigkeit eines Prozessorkerns. Um auch ein ungefähres Bild der Leistungsfähigkeit des gesamten Prozessors geben zu können, haben wir die erzielten Einzelergebnisse mit der jeweiligen Anzahl der gleichzeitig berechenbaren Threads multipliziert.

Grund für diese Herangehensweise sind zwei Aspekte. Erstens war es zeitlich nicht möglich, die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Prozessoren durch das Berechnen von echten Workunits zu ermitteln. Aufgrund der Vielzahl der CPUs hätten wir allein für diese Zahlen mehrere Tage benötigt - Zeit, die für andere interessante Aspekte gefehlt hätte. Zweitens können die Ergebnisse auch von Projekt zu Projekt schwanken, weshalb wir uns der Kritik, ein möglicherweise AMD- oder Intel-freundliches Projekt ausgewählt zu haben, nicht stellen wollten. Hier verweisen wir auf unser Distributed Computing Forum.

 BOINC floating point MIPS (Whetstone) - pro Kern


Bei weniger als 20 MIPS Unterschied zwischen Platz 3 und Platz 14 kann man nicht unbedingt von einer eindeutigen Reihenfolge sprechen. Innerhalb dieser äußerst knappen Differenzen liegt der X4 940 vor dem X4 955.

 BOINC integer MIPS (Dhrystone) - pro Kern


Die Unterschiede im Dhrystone-Test fallen etwas größer aus. Hier kann sich auch der X4 955 BE wieder in Szene setzen und überflügelt den Vorgänger.



Leistungsaufnahme


Wie viel Strom verbraucht der aktuelle PC? Die Antwort auf diese Frage darf natürlich nicht fehlen. Aus diesem Grund messen wir die Leistungsaufnahme in bestimmten Szenarien mittels des Voltcraft Energy Monitor 3000. Dabei messen wir die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems, jedoch ohne Monitor.

Leistungsaufnahme Prime95 64 Bit


Während sich der X4 955 BE in Verbindung mit DDR2 noch 2 Watt mehr aus der Steckdose gönnt als sein Vorgänger, so stehen mit DDR3 5 Watt weniger Verbrauch zu Buche.

Leistungsaufnahme Idle ohne Cool'n'Quiet


Im Idle-Betrieb ohne Cool'n'Quiet stehen ein Watt Unterschied mit DDR2 bzw. 4 Watt mit DDR3 zur Diskussion.

Leistungsaufnahme Idle mit Cool'n'Quiet


Mit aktiviertem Cool'n'Quiet verbessert sich der Unterschied auf 2 Watt auf dem AM2+ bzw. auf 7 Watt auf dem AM3.
[break=3 GHz: Everest Memory Benchmark, WinRAR]
Everest


Speicherdurchsatz: Lesen


Speicherdurchsatz: Schreiben


Speicherdurchsatz: Kopieren


Speicherlatenz


Die Hackordnung im Everest-Benchmark bleibt bei 3 GHz unverändert. Die Reihenfolge von X4 940 BE und X4 955 BE bleibt unverändert, die absoluten Ergebnisse verändern sich entsprechend der Taktrate.



WinRAR


WinRAR


Bei WinRAR dreht sich das Bild etwas. AMDs neues Spitzenmodell kann sich bei 3 GHz vor den Phenom II der ersten Stunde setzen, hier kann sich auch DDR3 in Szene setzen.
[break=3 GHz: XMPEG, Avidemux, H.264]
XMPEG + XviD / Avidemux + h.264


XMPEG + XviD


Auch bei der Videobearbeitung mittels XMPEG haben wir ein etwas anderes Bild. Während die drei Konfigurationen bei 2,5 GHz direkt beisammen waren, so kann sich der Phenom II X4 955 BE bei 3 GHz leicht absetzen.



Avidemux + H.264


Avidemux behält die Rangordnung bei, die Abstände sind sehr gering.



Prozessorlast bei h.264-Wiedergabe


CPU-Last Wiedergabe h.264-Video


Leichte Veränderungen gibt es auch bei der Prozessorlast zu begutachten, es treten allerdings keine gravierenden Unterschiede auf.
[break=3 GHz: POV-Ray, Cinebench]
POV-Ray


POV-Ray


Mit 3 GHz Kerntakt kommt der X4 955 BE auch im POV-Ray-Test besser in Fahrt und überflügelt den ehemaligen Platzhirsch. Das war bei 2,5 GHz noch nicht so.



Cinebench


Cinebench 1 CPU


Im Single-CPU-Test gibt es bei Cinebench die gleiche Rangordnung, wenngleich die Ergebnisse dank 20 Prozent mehr Takt insgesamt höher ausfallen.

Cinebench x CPU


Rendern alle 4 Kerne, so muss der X4 955 BE mit DDR2 etwas abreißen lassen. Mit DDR3 hingegen überflügelt das neue nach wie vor das alte Topmodell.

Cinebench Multiprocessor Speedup

[break=3 GHz: Crysis, UT3]
Crysis


Crysis 1024x768


Crysis 1280x1024


Crysis 1600x1200


Gleiches Bild wie bei 2,5 GHz: Das alte Spitzenmodell gewinnt bis auf eine Ausnahme alle Vergleiche mit dem neuen Topmodell.



UT3


UT3 1024x768


UT3 1280x1024


UT3 1600x1200


Änderungen in der Rangordnung gibt es bei UT3 mit 500 MHz mehr Kerntakt sehen. Während bei 2,5 GHz noch der X4 940 BE die Oberhand behielt, wenn der X4 955 BE mit DDR2 antrat, so setzt sich das neue High End-Modell nun durchweg vor seinen Vorgänger - unabhängig vom Speicherstandard. In der Auflösung von 1600x1200 steht sogar ein neuer Bestwert zu Buche.
[break=3 GHz: Doom 3, Quake 3]
Doom 3


Doom 3 1024x768


Doom 3 1280x1024


Doom 3 1600x1200


Die generelle Reihenfolge im Doom 3-Benchmark bleibt auch bei der Taktrate von 3.000 MHz erhalten. Allerdings verringert der Phenom II X4 955 BE hier den Rückstand auf Intels Armada und platziert sich vor dem Phenom II Triple-Core.



Quake 3


Quake 3 640x480


Quake 3 1024x768


Gleiches gilt für Quake 3. Bei 2,5 GHz schafft es der X3 720 BE sich zwischen Intel und X4 955 BE zu schieben, bei 3 GHz gelingt ihm das nicht mehr.
[break=3 GHz: 3DMark Vantage, PCMark Vantage]
3DMark Vantage


3DMark Vantage Performance Gesamt


3DMark Vantage Performance CPU


Die Reihenfolge im 3DMark Vantage ist beinahe ein Abbild der Reihenfolge bei 2,5 GHz.



PCMark Vantage


PCMark Vantage gesamt


Im Gesamtscore rutscht der Phenom II der ersten Stunde hinter den Neuling.

PCMark Vantage Memory


In der Memory-Suite bleibt die Rangordnung hingegen unverändert.

PCMark Vantage Gaming


In der Gaming-Suite bleibt der Neuling grundsätzlich vor dem Platzhirsch, hat allerdings mit DDR3 im Gegensatz zu 2,5 GHz Kerntakt leichte Vorteile.
[break=3 GHz: BOINC, Leistungsaufnahme]
BOINC


 BOINC floating point MIPS (Whetstone) - pro Kern


Mit 21 MIPS Unterschied zwischen dem 3. und dem 13. Platz fallen die Differenzen auch hier denkbar knapp aus. Der AM3 kann sich mit Hilfe des X4 955 BE hier aber ganz leicht in Szene setzen.

 BOINC integer MIPS (Dhrystone) - pro Kern


Gegenüber dem Ergebnis mit 2,5 GHz Kerntakt fällt die Hackordnung bei 3 GHz deutlich unterschiedlicher aus. In diesem Test setzt sich der X4 955 BE samt DDR2 deutlich gegenüber dem Ergebnis mit DDR3 bzw. seinem Vorgänger ab.



Leistungsaufnahme


Leistungsaufnahme Prime95 64 Bit


Auch mit 3 GHz verbraucht der Neuling etwa 2 Watt mehr unter Last mit DDR2, mit DDR3 werden derer 3 Watt gegenüber dem X4 940 BE gespart.

Leistungsaufnahme Idle ohne Cool'n'Quiet


Leistungsaufnahme Idle mit Cool'n'Quiet


Der Idle-Verbrauch fällt in puncto Abstand nahezu identisch zur Taktrate von 2,5 GHz aus.
[break=High-End: Everest Memory Benchmark, WinRAR]
Im nun folgenden Teil unseres Artikels schauen wir uns die Performance der jeweils schnellsten Prozessoren an, die für die jeweilige Plattform erhältlich sind.

Everest


Speicherdurchsatz: Lesen


Mit fast einem Gigabyte mehr Lesedurchsatz als sein Vorgänger kann sich der X4 955 BE deutlich in Szene setzen. Allerdings zeigt dieses Diagramm auch nicht alles, was uns während der Tests aufgefallen ist.

Bei 3 GHz fällt der Lesedurchsatz des Prozessors um fast 200 MByte höher als als bei seinem Standardtakt. Dieser Unterschied ist beliebig reproduzierbar. Eine Ursache dafür können wir leider nicht erkennen, da alle anderen Benchmarkergebnisse eindeutige Werte liefern.. Würde hier alles so laufen, wie man es erwartet, so müsste sich AMDs neues Spitzenmodell direkt hinter den beiden erstplatzierten Intel-CPUs einordnen.

Speicherdurchsatz: Schreiben


Deutliche Verbesserungen gibt es auch im Write-Test zu sehen. Diese werden wohl hauptsächlich durch den erhöhten Northbridgetakt hervorgerufen, dennoch reicht es nicht für den ersten Platz unter den AMD-CPUs.

Speicherdurchsatz: Kopieren


Das Ergebnis im Copy-Test fällt ebenfalls zugunsten des Neulings aus. Was hier aber nicht zu sehen ist, ist die Verbesserung, die seit der Einführung des AM3 in diesem Teilergebnis erzielt wurde. In unserem ersten AM3-Test hinkten die Ergebnisse unter Verwendung von DDR3 bei gleichem Takt um rund ein Viertel hinter denen mit DDR2 hinterher, hiervon ist heute nichts mehr zu sehen. Stattdessen platziert sich der X4 955 BE standesgemäß vor den Vorgänger - und wird damit erster Verfolger von Intels weit enteiltem i7 965 XE. Der gleich getaktete QX 9770 wird weiter in die Schranken verwiesen.

Speicherlatenz


Auch in puncto Speicherlatenz gibt es deutliche Unterschiede zwischen altem und neuem Platzhirsch - wie erwartet zugunsten des Neulings. Aber auch wenn es hier (hauptsächlich dank DDR3) einen signifikanten Schub gibt, so kommt der Wert noch immer nicht an das Ergebnis des L3-Cache-losen X2 6400+ für Sockel AM2 heran.



WinRAR


WinRAR


210 KByte bzw. ziemlich genau 10 Prozent Mehrleistung stehen bei WinRAR zu Buche. Damit wird der QX9770 überholt und deutlich in die Schranken gewiesen.
[break=High-End: XMPEG, Avidemux, H.264]
XMPEG + XviD

XMPEG + XviD


Der Rückstand der AMD-Prozessoren auf Intels Flaggschiff wurde mit dem neuen X4 955 BE halbiert. Gleichzeitig wird der gleichgetaktete QX9770 nun in die Schranken verwiesen.



Avidemux + h.264


Avidemux + H.264


Auch im Avidemux-Test rechnet die AM3-CPU rund eine Sekunde schneller und kann damit den i7 überflügeln. Für den QX9770 reicht es hingegen noch nicht ganz.



Prozessorlast bei h.264-Wiedergabe


CPU-Last Wiedergabe h.264-Video


In Sachen Prozessorlast muss sich das neue Topmodell knapp hinter dem alten Flaggschiff einordnen. Der Unterschied fällt jedoch gering aus.
[break=High-End: POV-Ray, Cinebench]
POV-Ray


POV-Ray


Beim Rendering mittels POV-Ray zählt jedes Megahertz. Kein Wunder, dass der X4 955 BE dank 200 MHz mehr Taktrate deutlich schneller rechnet als sein Vorgänger. Mit rund 8 Sekunden Vorsprung innerhalb der eigenen Marke wird ein neuer AMD-Bestwert gesetzt. Der gleich getaktete QX9770 von Intel wird mit 10 Sekunden oder knapp 8 Prozent deutlich überflügelt.



Cinebench


Cinebench 1 CPU


Cinebench x CPU


Cinebench Multiprocessor Speedup


Im Cinebench-Test kommen die zusätzlichen Megahertz ebenfalls zum Tragen. Allerdings reicht der Performanceschub nicht, um an die Intel-Armada heranzukommen.
[break=High-End: Crysis, UT3]
Crysis


Crysis 1024x768


Crysis 1280x1024


Crysis 1600x1200


Der erste Spiele-Benchmark im Parcours fällt nach wie vor eindeutig zugunsten Intels aus. Verbesserungen beim Neuling sind feststellbar (am stärksten in 1600x1200), jedoch gibt es keine bahnbrechenden Unterschiede.



UT3


UT3 1024x768


UT3 1280x1024


UT3 1600x1200


Signifikante Performancesteigerungen gibt es in UT3 zu vermelden. Im Durchschnitt liegt der Vorteil bei 10 Prozent, bei einer Auflösung von 1600x1200 wird sogar der vormals enteilte QX9770 eingeholt.
[break=High-End: Doom 3, Quake 3]
Doom 3


Doom 3 1024x768


Doom 3 1280x1024


Doom 3 1600x1200


Ebenfalls deutlich fällt die Steigerung der Performance bei Doom 3 aus. Gegen Intel ist jedoch kein Kraut gewachsen.



Quake 3


Quake 3 640x480


Quake 3 1024x768


Auch bei Quake 3 steigen die Frameraten deutlich an, der Rückstand auf Intel ist aber nach wie vor sehr groß.
[break=High-End: 3DMark Vantage, PCMark Vantage]
3DMark Vantage Performance


3DMark Vantage Performance Gesamt


3DMark Vantage Performance CPU


3DMark Vantage bildet insofern keine Ausnahme, als dass die Performance mit dem X4 955 BE gegenüber dem X4 940 BE zwar steigt, der Rückstand auf die Intel-Armada aber noch immer deutlich ausfällt.



PCMark Vantage


PCMark Vantage gesamt


PCMark Vantage Memory


PCMark Vantage Gaming


Gleiches gilt auch für den PCMark Vantage. Lediglich in der Gaming-Suite reicht die höhere Performance aus, um mit dem QX9770 den Platz zu tauschen.
[break=High-End: BOINC, Leistungsaufnahme]
BOINC


 BOINC floating point MIPS (Whetstone) - pro Kern


Nahezu identische Werte stehen bei den beiden mit 3,2 GHz getakteten AMD-CPUs zu Buche. Für Intels QX9770 bzw. i7 965 XE reicht der Sprung jedoch noch nicht aus.

 BOINC integer MIPS (Dhrystone) - pro Kern


Anders sieht es im Dhrystone-Test aus. Dieser Test ist relativ Cache-lastig, weshalb hier neben dem reinen CPU-Takt auch der höhere Northbridgetakt zum Tragen kommt. Durch den Schub werden zwei von drei Intel-CPUs im Testfeld überflügelt.



Leistungsaufnahme


Leistungsaufnahme Prime95 64 Bit


Unter Last verbraucht unser Testsystem mit X4 955 BE und DDR3 ein Watt mehr als das System mit DDR2 und X4 940 BE. Bei 200 MHz mehr Taktfrequenz sowohl für die Prozessorkerne als auch für die Northbridge kann man bei diesem Wert eigentlich nicht meckern. Dennoch verpufft hier die Spannungsabsenkung von NB VID um 0,1 Prozent sowie der Vorteil von DDR3 gegenüber DDR2.

Leistungsaufnahme Idle ohne Cool'n'Quiet


Leistungsaufnahme Idle mit Cool'n'Quiet


Im Idle-Betrieb fällt der Vorteil deutlich zugunsten des X4 955 BE aus. AMD scheint also auch an der Verbesserung der Stromsparmechanismen gearbeitet zu haben. Im Endeffekt kommt der Neuling bei aktivierten Stromsparmechanismen sogar ziemlich nahe an den Krösus i7 965 XE heran, der mitsamt dem verwendeten System bisher am wenigsten Leistung in dieser Konstellation aufgenommen hat.



Da der Leistungsvergleich der jeweils schnellsten CPUs nun hinter uns liegt, lässt sich bezüglich der Performanceverbesserung ein Zwischenfazit ziehen. Es hat sich gezeigt, dass AMDs neues Flaggschiff im Prinzip durchgängig eine bessere Leistung abliefert als sein Vorgänger. Dabei fällt der Leistungsschub in dem Rahmen aus, den man von einem Speed-Upgrade von 200 MHz erwarten kann. Bei Anwendungen, in denen X4 940 BE und QX9770 sehr nah beieinander liegende Ergebnisse abgeliefert haben, sticht nun der Takt-Trumpf des X4 955 BE und überflügelt den Konkurrenten.
[break=Performancevergleich DDR2 / DDR3]
Vor der Einführung des Sockel AM3 samt DDR3-Support sprach AMD von einem Leistungsvorteil von drei bis fünf Prozent bei der Verwendung von DDR3 gegenüber DDR2. Bereits beim Launch des AM3 haben wir die Leistung beider Speicherstandards verglichen und konnten zwar einzelne Ergebnisse in dem propagierten Bereich erzielen, der Durchschnitt über unseren gesamten Benchmarkparcours gemittelt lag jedoch bei mageren 1,6 Prozent.

Heute haben wir den Vergleich erneut durchgeführt. Einerseits weil wir wissen wollten, die der X4 955 BE explizit mit beiden Standards umgeht und andererseits weil wir wissen wollten, ob sich auf diesem Gebiet etwas getan hat. Denn bei der Vorstellung des AM3 Anfang Februar hieß es, dass die Plattform primär auf Stabilität getrimmt wurde und daher womöglich noch nicht ganz dort steht, wo sie stehen könnte. Doch wie sieht es heute aus? Grundlage für die folgende Tabelle bilden die Benchmarkergebnisse bei jeweils 3 GHz.


X4 955 BE mit DDR2

X4 955 BE mit DDR3

Differenz DDR2 zu DDR3

Everest Memory Read (MByte)

8.041

8.754

8,9 %

Everest Memory Write (MByte)

6.741

6.709

-0,5 %

Everest Memory Copy (MByte)

9.973

10.111

1,4 %

Everest Memory Latency (Nanosekunden)

52,4

50,4

3,8 %

WinRAR (KByte)

2.114

2.159

2,1 %

XMPEG + XviD (Sekunden)

20,3

20,2

0,5 %

Avidemux + h.264 (Sekunden)

21,8

21,5

1,4 %

CPU-Last h.264 (Prozent)

4,8

5,1

-6,3 %

POV-Ray (Sekunden)

129,1

129,0

0,1 %

Cinebench 1 CPU (Punkte)

3.434

3.442

0,2 %

Cinebench x-CPU (Punkte)

12.477

12.658

1,5 %

Cinebench Speedup (Faktor)

3,63

3,68

1,4 %

Crysis 1024x768 (Bilder pro Sekunde)

54,5

55,8

2,4 %

Crysis 1280x1024 (Bilder pro Sekunde)

51,5

51,6

0,2 %

Crysis 1600x1200 (Bilder pro Sekunde)

41,3

42,9

3,9 %

UT3 1024x768 (Bilder pro Sekunde)

220,4

229,0

3,9 %

UT3 1280x1024 (Bilder pro Sekunde)

216,0

226,6

4,9 %

UT3 1600x1200 (Bilder pro Sekunde)

213,4

222,7

4,4 %

Doom 3 1024x768 (Bilder pro Sekunde)

247,5

252,0

1,8 %

Doom 3 1280x1024 (Bilder pro Sekunde)

244,5

250,3

2,4 %

Doom 3 1600x1200 (Bilder pro Sekunde)

243,9

247,4

1,4 %

Quake 3 640x480 (Bilder pro Sekunde)

652,8

655,0

0,3 %

Quake 3 1024x768 (Bilder pro Sekunde)

603,6

610,2

1,1 %

3DMark Vantage Performance (Punkte)

11.395

11.426

0,3 %

3DMark Vantage CPU (Punkte)

10.488

10.544

0,5 %

PCMark Vantage Gesamt (Punkte)

6.218

6.242

0,4 %

PCMark Vantage Memory (Punkte)

5.331

5.358

0,5 %

PCMark Vantage Gaming (Punkte)

6.478

6.517

0,6 %

BOINC Whetstone (MIPS)

3.054

3.071

0,6 %

BOINC Dhrystone (MIPS)

7.392

7.074

-4,3 %

Leistungsaufnahme Prime95 (Watt)

222

217

2,3 %

Leistungsaufnahme Idle ohne CnQ (Watt)

135

132

2,2 %

Leistungsaufnahme Idle mit CnQ (Watt)

114

109

4,4 %

Gesamtunterschied

1,5 %



Heute stehen durchschnittlich um 1,5 Prozent bessere Ergebnisse von DDR3 gegenüber DDR2 zu Buche. Der Vorteil liegt also sogar noch minimal unter dem des vorangegangenen Vergleiches. Und trotzdem kann man der obigen Tabelle einige Verbesserungen entnehmen. Während der Copy-Wert im Everest-Speicherbenchmark im Februar noch über 20 Prozent signifikant einbrach, wenn DDR3 zum Einsatz kam, so steht heute sogar ein leichtes Plus zu Buche. AMD bzw. die Mainboardhersteller haben also deutlich am RAM Kopier-Durchsatz gearbeitet. Generell fällt auf, dass das Bild deutlich homogener aussieht. Die Anzahl der Anwendungen, die mit deutlich negativeren Werten aufwarten wurde halbiert (vormals sechs, heute nur noch drei). Gleichzeitig sind die Unterschiede zwischen "Top oder Flop" nicht mehr so groß - man könnte sagen, die Differenzen wurden geglättet.

Man scheint in die richtige Richtung zu arbeiten. In fast allen Lebenslagen bietet DDR3 mittlerweile einen Vorteil gegenüber DDR2. Wird diese Entwicklung konsequent weitergeführt, so könnten die von AMD genannten drei bis fünf Prozent auch im Mittel realistisch werden. Bis dahin ist allerdings noch etwas Arbeit nötig.
[break=Overclocking]
Da wir für den heutigen Artikel keinerlei Termindruck hatten, haben wir uns ausführlich mit dem Thema Overclocking auseinandergesetzt. Primär wollten wir dabei drei Fragen beantworten:

1. Wie weit können wir unser Phenom II-Sample mit Standardspannung übertakten?
2. Welchen Referenztakt können wir maximal erzielen?
3. Gibt es nennenswerte Unterschiede zwischen Sockel AM2+ und AM3 in puncto Overclocking?

Wenden wir uns der ersten Frage zu.

Overclocking bei Standardspannung

Als Indikator haben wir, wie auch bereits in den vorangegangenen Artikeln, den fehlerfrei bestandenen 1024k-Test von Prime95 genutzt. Wurde dieser etwa 15-minütige Test absolviert, so galt der Test für uns als bestanden und es ging einen Schritt weiter. Für die Alltagsstabilität reicht dieser kurzzeitige Test freilich nicht aus, als Richtungsweiser ist er hingegen völlig ausreichend. Und so sah das - zugegeben unerwartete - Ergebnis aus:

AMD Phenom II X4 955 BE - Overclocking AM3
Ein Mausklick öffnet eine vergrößerte Version des Screenshots.


Mit 500 MHz über Standardtakt überraschte uns das Ergebnis ein wenig. Denn mit dieser Taktrate lag das Übertaktungspotenzial sogar noch über dem unseres Samples vom Phenom II X4 940 BE - ungewöhnlich für ein neues High End-Modell. Das Übertaktungsergebnis wurde mittels der Veränderung des Multiplikators erreicht, für was wir das Tool K10Stat nutzten. Höhere Taktraten, ggf. mit verändertem Referenztakt, waren nicht möglich.

maximaler Referenztakt

Als nächster Schritt stand der Test des maximal erreichbaren Referenztaktes auf dem Plan. Insgeheim hofften wir auf das Erreichen von 300 MHz, wurden jedoch auch auf diesem Gebiet überrascht.

AMD Phenom II X4 955 BE - Overclocking AM3
Ein Mausklick öffnet den Link zur Validierung von CPU-Z.


Aus dem BIOS heraus konnten wir mit bis zu 360 MHz booten, im Windows erledigten wir mittels AMD Overdrive die letzten 11 MHz. Die 371 MHz Referenztakt bedeuten eine Übertaktung von 85,5 Prozent und sind gleichzeitig das höchste Ergebnis, welches wir bisher bei Planet 3DNow! erzielen konnten. Doch warum ist das so interessant? Nun, nicht jeder interessierte User kauft einen Prozessor der Black Edition-Serie mit offenem Multiplikator. Jeder Besitzer einer CPU mit fest vorgegebenem Multiplikator ist beim Overclocking dementsprechend auf einen möglichst hohen Referenztakt angewiesen, um die CPU zu übertakten. Und 85,5 Prozent Spielraum in puncto Referenztakt bedeuten bei solchen Prozessoren gleichzeitig 85,5 Prozent Spielraum beim Kerntakt - mehr als genug für jeden Alltagsanwender.

Selbstverständlich haben wir nicht nur den maximalen Referenztakt ermittelt sondern auch einige Benchmarks bei hohen MHz-Werten getätigt. Eine kleine Galerie mit den Ergebnissen öffnet sich beim Klick auf den folgenden Everest-Screenshot.

AMD Phenom II X4 955 BE - Overclocking AM3
Ein Mausklick öffnet den Link zur Benchmark-Galerie.


Unterschiede AM2+ / AM3

Wie bereits angekündigt interessierte es uns brennend, ob es gravierende Unterschiede zwischen den Prozessorsockeln gibt, was das OC-Potenzial anbelangt. Daher haben wir sowohl den maximalen Takt bei Standardspannung als auch den maximal möglichen Referenztakt auf dem Gigabyte GA-MA790GP-DS4H ermittelt.

AMD Phenom II X4 955 BE - Overclocking AM2+
Ein Mausklick öffnet eine vergrößerte Version des Screenshots.


Mit "nur" 3.600 MHz fiel das Ergebnis rund 100 MHz niedriger aus als auf dem AM3-Mainboard. Allerdings gibt es hier zwei Dinge anzumerken:

1. Bereits beim Launch des Phenom II im Januar konnten wir beobachten, dass das OC-Ergebnis bei Standardspannung je nach Mainboard um bis zu 124 MHz geschwankt hat (dabei war das hier verwendete Gigabyte GA-MA790GP-DS4H sogar das Mainboard mit dem geringsten Spielraum).

2. Mit dem Phenom II X4 955 BE und dem passenden BIOS gab es die bereits angesprochenen Probleme bei der Versorgungsspannung der CPU. Um realistische Werte zu erhalten, mussten wir die Spannung minimal absenken, sodass möglicherweise das eine oder andere MHz Potenzial "verloren" ging.

Weiter ging es mit dem Test des maximal möglichen Referenztaktes.

AMD Phenom II X4 955 BE - Overclocking AM2+
Ein Mausklick öffnet den Link zur Validierung von CPU-Z.


Mit 360 MHz bzw. glatt 80 Prozent kamen wir erstaunlich nah an den Wert des AM3-Mainboards heran. Interessant an diesem Ergebnis ist, dass wir auch auf dem AM2+ -Mainboard mit exakt 360 MHz ins Windows booten konnten, dort aber der Sprung auf 370 MHz nicht gelang. Die Parallelität in Bezug auf den Bootvorgang von AM2+ und AM3 lässt zwei mögliche Erklärungen zu:

1. Da beide Mainboards von Gigabyte stammen und möglicherweise an einigen Stellen den gleichen BIOS-Code verwenden, könnte die nahezu identische Limitierung am BIOS selbst liegen.

2. Wahrscheinlicher ist hingegen eine Limitierung des Prozessors, was wir in kommenden Mainboard-Reviews herausfinden wollen.

In Bezug auf das Übertaktungspotenzial gibt es also keine gravierenden Unterschiede zwischen dem Sockel AM2+ und AM3. Die aufgetretenen Differenzen liegen in einem Bereich, der sehr wahrscheinlich auf die Wahl des Mainboards zurückzuführen ist. Somit gibt es einen Faktor weniger, um den sich übertaktungswillige User bei der Sockelwahl Gedanken machen müssen.
[break=Spannungsabsenkung bei Standardtakt]
Nicht jeder User eines Phenom II übertaktet diesen auch, für viele Besitzer steht die Energieeffizienz an erster Stelle, weshalb viele den Prozessor mit so wenig wie möglich VCore betreiben. Diesem Verhalten haben wir ebenso Rechnung getragen und haben das Potenzial zur Spannungsabsenkung bei Standardtakt betrachtet. Auch hier galt ein Ergebnis als stabil, wenn es den 1024k-Test von Prime95 bestand. Für die Korrektur der Spannung wurde einmal mehr K10Stat benutzt, allerdings nur für die Tests auf Sockel AM3.

minimale VCore auf dem Sockel AM3

AMD Phenom II X4 955 BE - Overclocking AM3
Ein Mausklick öffnet eine vergrößerte Version des Screenshots.


Mit eingestellten 1,1625 Volt, was laut CPU-Z in 1,152 Volt resultierte, lief der 1024k-Test ohne Berechnungsfehler durch. Wir konnten die Betriebsspannung der CPU also um fast 0,2 Volt senken, was bei der Taktrate von 3,2 GHz Welten sind. Zum Vergleich: Den Phenom II X4 940 BE konnten wir im Januar bei 0,1 Volt weniger betreiben. Trotz 200 MHz mehr liefert der neue X4 955 BE fast das doppelte Ergebnis ab.

minimale VCore auf dem Sockel AM2+

AMD Phenom II X4 955 BE - Overclocking AM2+
Ein Mausklick öffnet eine vergrößerte Version des Screenshots.


Auf dem AM2+ -Mainboard fiel das Ergebnis nicht ganz so deutlich aus, hier waren eingestellte 1,175 Volt notwendig, was laut CPU-Z in 1,200 Volt resultierte. Auf diesem Mainboard mussten wir die Einstellung im BIOS vornehmen, da Gigabyte hier scheinbar mit Offset-Werten arbeitet. Denn egal, welche Spannung wir im BIOS einstellten, K10Stat zeigte immer eine Spannung von 1,35 Volt an - die falsche Voraussetzung für die Nutzung dieses sonst sehr zuverlässigen Tools.

Bei diesen Tests hat sich gezeigt, dass AMDs neue Speerspitze ein enormes Potenzial in Bezug auf die Spannungsabsenkung bei Standardtakt besitzt - unabhängig vom verwendeten Sockel. Fraglich ist an dieser Stelle aber, weshalb AMD dieses Potenzial nicht von Hause aus nutzt und Prozessorvarianten mit einer TDP (Thermal Design Power) von 95 Watt herausbringt - den umweltbewussten und somit energieeffizienten Käufer würde es freuen. Sehr wahrscheinlich würde im Gegenzug aber das Übertaktungspotenzial bei Standardspannung abnehmen, was möglicherweise einer der Gründe - oder gar der Grund - gegen solche Versionen ist.
[break=Fazit]
AMD Phenom II X4 955 BE - Titelbild


Rund vier Wochen nach dem offiziellen Release des Phenom II X4 955 BE müssen wir an dieser Stelle unser Fazit des originalen Artikels revidieren. Die damals bemängelten BIOS-Probleme ließen uns zu dem Schluss kommen, dass interessierte Käufer nicht planlos loslaufen und zuschlagen sollten sondern statt dessen in erster Linie die Unterstützung durch das BIOS kontrollieren sollten. Denn was uns passierte, hätte auch jedem anderen User passieren können.

Dieser Kritikpunkt wurde schneller von den Mainboard-Herstellern ausgemerzt, als wir uns denken konnten. Denn mit dem Tag der offiziellen Vorstellung gab es zu vielen Mainboards passende BIOS-Updates, die den neuen Prozessor unterstützen. Was für uns zu spät kam, half allen interessierten Usern.

Was heute bleibt ist der Eindruck eines Quad-Core-Prozessors mit 3,2 GHz, der gegenüber dem bisherigen Flaggschiff X4 940 BE lediglich noch ein paar Kohlen nachgelegt bekam - mehr aber auch nicht. Kontinuierliche Verbesserungen am Produktionsprozess führten dazu, dass die Northbridge-Spannung um 0,1 Volt abgesenkt werden konnte (gegenüber X4 940 BE) und das Übertaktungspotenzial sowie das Potenzial zur Spannungsabsenkung bei Standardtakt deutlich gesteigert wurde. Erwischt ein Käufer eine solche CPU wie unser Sample, so kann er sich über 500 MHz Taktpotenzial bei Standardspannung oder aber fast 0,2 Volt weniger bei Standardtakt freuen - nicht zu verachtende Werte.

Etwas irritiert sind wir über die Vergleichswerte der Leistungsaufnahme des Gesamtsystems zwischen Sockel AM2+ und AM3. Während wir im Februar beim X3 720 Black Edition rund 9 Watt Differenz zwischen den beiden Konfigurationen ausmachen konnten (bei aktiviertem Cool'n'Quiet), so fällt der Unterschied beim X4 955 BE mit nur 5 Watt deutlich geringer aus. Hier hätten wir uns mehr erwartet, wenngleich jedes eingesparte Watt zu begrüßen ist. Generell bleibt zu sagen, dass der X4 955 BE in Bezug auf die Leistungsaufnahme keine Offenbarung ist, jedoch mit kleinen Schritten optimiert wurde und jeweils ein paar Watt gegenüber dem Vorgänger-Flaggschiff spart.

The Good:
Das hat uns gefallen
  • sehr gute Allround-Leistung
  • sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis
The Bad:
Das hat uns weniger gefallen
  • noch immer limitierender Northbridge-Takt


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