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Quasi aus dem Nichts kommt die neue Silent Storm CM Serie daher und möchte von 0 auf 100 mit interessanten Eigenschaften gehen. Dazu zählen die flachen Anschlussleitungen, geringe Restwelligkeiten und eine edle Optik. Das suggerieren zumindest die Datenblätter und der erste Blick nach dem Eintreffen des Gerätes. Ob uns diese Vielfalt an Features überzeugen kann, erfahrt ihr wie immer in unserem umfangreichen Test mit allen notwendigen Messdaten. Zudem fragt sich natürlich, welcher Hersteller für die Marke fertigt und welches Design dahinter steckt. In jedem Fall wünschen unseren Lesern viel Spaß und bedanken uns bei Björn von Alternate für die Bereitstellung des Testmusters!

[break=Produkteigenschaften]
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Angeliefert wird das Produkt in einem länglichen Karton mit durchsichtiger Plastikfolie, wodurch sich das Lüftergitter des Netzteils betrachten lässt. Informationen sind insbesondere seitlich vermerkt, während die Oberseite weitestgehend frei von Schrift ist.

Das Sharkoon wirbt mit einer Effizienz von bis zu 84%, was soweit sehr durchschnittlich ist, modularen Anschlüssen in Form von Flachleitungen sowie der erfüllten ATX 2.3 Spezifikation. Mit 15cm x 8,5cm x 16,5cm fällt zumindest die Bautiefe etwas länger aus, als der Orientierungswert im ATX Guide. Allerdings musste diese Verlängerung aufgrund der zusätzlichen Leiterplatte für das Kabelmanagement wahrgenommen werden. Zu den positiven Attributen zählt der laut Hersteller leise drehende 135mm Lüfter.

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Das Netzteil selbst ist durchgehend schwarz lackiert und wirkt dadurch sehr edel, wozu die spiegelnde Oberfläche beiträgt. Allerdings lassen sich dort auch Fingerabdrücke verewigen. Einzig das Lüftergitter hebt sich davon ab und trägt in der Mitte das Logo des Herstellers. Die Entlüftungslöcher sind wie üblich wabenförmig.

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Im Lieferumfang enthalten sind die flachen Leitungen, ein Kaltgerätestecker, Kabelbinder, ein Aufkleber, ein Handbuch und die notwendigen Befestigungsschrauben. Dahingehend ist das Produkt also gut ausgestattet.

[break=Anschlüsse und Leistung]
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Durch die farbliche Unterscheidung fällt es leicht, die modularen Anschlüsse an den Sockeln der Leiterplatte zu befestigen. Die flachen Leitungen wirken zudem äußerst ansprechend. Einziger Kritikpunkt ist im Grunde genommen die Leitungslänge, da 50cm oder mehr bei den Grafiksteckern durchaus sinnvoll sind, wenn die GPU auf einem der unteren Steckplätze liegt und das System in einem BigTower (mit entsprechender Kabelführung) verbaut wurde. Das gleiche gilt übrigens für die maximale Länge der Peripheriestecker.

Dieser Kritikpunkt wird allerdings etwas durch die üppige Anzahl von sechs SATA Steckern und gleichermaßen vielen PATA Anschlüssen kompensiert, womit das 460W Produkt gut bestückt ist. Der Floppy Anschluss wurde mittels einem Adapter realisiert. Sicherlich eine praktische Idee, da der Stecker heute meist keine Verwendung mehr findet. Wer ihn dennoch benötigt, muss ihn sich aber nicht extra kaufen.

Leistung:

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[break=Elektronik]
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Sharkoon kooperiert unter anderem mit dem bekannten Großfabrikanten FSP. Auch dieses Design stammt grundlegend von Fortron Source, wurde jedoch an die Vorstellungen des OEM Kunden angepasst und das optisch wie inhaltlich.

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Die Grundlage mit den drei Kühlkörpern ist sehr verbreitet auf dem ODM Markt und bisher hatten wir nie Probleme mit dieser Art von Konstruktion, schließlich versteht der Hersteller sein Handwerk. Zwei der Kühlkörper wurden so gestanzt, dass geriffelte Enden die Wärmeabfuhr begünstigen, während beim mittleren diverse Kühlrippen zur Seite gebogen wurden.

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Es wurden genügend eingangsseitige Filtermaßnahmen realisiert mit Drossel, Y- und natürlich auch X-Kondensatoren gegen die Taktstörungen. Zusätzlich dämpft ein Ferritkern um die Eingangsleitungen Störungen. Es wurde gezielt mit Klebstoff und Abschirmmaßnahmen gearbeitet.

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Primärseitig sehen wir einen oft verwendeten Teapo LH mit einer Spannungsfestigkeit von 420V bei 390 microFarad und 85°C Spezifikation.

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Auf der kleinen Platine im Sekundärteil hinter dem Transformator wurde der PS223 installiert, der wohl gängigste Sicherungschip der Branche. Nicht zu unrecht, da er immer zuverlässig auf Probleme wie Überstrom oder Spannungsschwankungen reagierte. Zusätzlich ist der Sicherungschip auch für die Mainboardkommunikation in der Startphase verantwortlich, ein bewährtes Bauteil ist hier von Vorteil. An +12V sitzen weitere Teapo Kondensatoren und natürlich hochkant gewickelte Entstördrosseln mit geringer Eigeninduktivität, was die Entstörwirkung erhöht. (Das primärseitige Gegenstück dazu wäre eine Drossel mit Kammerwicklung.) An den kleinen Schienen wurde mit Kondensatoren von Capxon gearbeitet. Eine Gruppenfilterung ist mit zwei grob gewickelten Speicherdrosseln vertreten, wobei die kleinere für +3,3V zuständig ist.

[break=Messwerte]

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Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit dem Verlauf bei +12V, da die Leitungen selbst im schlimmsten Fall unter 110% Last noch mehr als 0,5% über 12,00V liegen. Die kleinen Schienen zeigen hingegen eine klarere Tendenz zum sichtbaren Spannungsabfall, ohne aber nur ansatzweise in kritische Bereiche zu kommen. Selbst bei höheren Lastbereichen bewegten sich die Restwelligkeitsanteile bei 30-40 mV.

Ebenso ist der Wirkungsgrad durchschnittlich hoch und der Leistungsfaktor erreicht 0,83-0,98, was für unser Stromnetz absolut vertretbar ist. Während dessen kommt die Lautstärke nicht ganz an die Spitzenwerte anderer Modelle heran. Bei mittlerer Last steigt diese bereits über 20dBA. Bei geringer Beanspruchung kann es allerdings problemlos mit anderen Netzteilen mithalten (18-19 dBA), was dem Endkunden zu Gute kommt. Das Arbeitsgeräusch ist insgesamt nicht so niedrig, als dass man es als besonders ansehen könnte. Hier hat das Marketing dann doch etwas zu viel versprochen.

[break=Fazit]
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Wir haben nicht viele, aber durchaus bedeutsame Punkte am Sharkoon Netzteil zu kritisieren. Da wären die etwas kurzen Leitungen mit 45cm bei den Grafikanschlüssen bzw. 65cm bei SATA und PATA sowie der etwas einfache Primärkondensator mit 85°C. In der Gesamtheit jedoch ist die Elektronik gut ausgewählt worden. Genügend Filtermaßnahmen, der PS223 Sicherungschip und eine extrem saubere Lötqualität mit geringen Ripple-Anteilen in der Ausgangsspannung hinterlassen ein solides Bild.

Aber auch äußerlich hat das Silent Storm CM 460W einiges zu bieten. Sehr viele Peripheriestecker, eine spiegelnde Oberfläche, flache Leitungen und gut differenzierbare Anschlusssockel hinterlassen einen durchaus bleibenden Eindruck.

Bei den Messwerten erreicht es einen Leistungsfaktor von bis zu 0,98, bei hoher Effizienz über alle Lastbereich hinweg und recht moderaten Ergebnissen bei der Lautstärke. Besonders +12V ist sehr stabil, aber auch die kleineren Leitungen können sich sehen lassen.

Dennoch bleibt es letzten Endes nur ein gut umgesetztes Standarddesign, das auf dem Markt zahlreichen Konkurrenten gegenübersteht, zumal Corsair schon seit längerem flache Leitungen bereit hält und ebenso die CoolerMaster SilentPro Serie entsprechendes zu bieten hat. Wobei auch die Lautstärke zwar angenehm, aber nicht perfektionistisch ausfällt und der Startpreis mit 75€ uns alles andere als förderlich erscheint. Daher fällt es dem Produkt eher schwer, sich klar abzusetzen. Wir würden uns freuen, in Zukunft nicht nur solide Basiselektronik, sondern frische Ideen zu sehen. Dann wäre auch der hohe Preis zu rechtfertigen.

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