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Es vergeht kaum ein Monat, in dem Lian Li keine neuen Gehäuse vorstellt und somit ist es nicht verwunderlich, dass es derzeit kaum Webseiten ohne Lian Li Reviews gibt. Dem wollen wir uns natürlich auch nicht entziehen, da der Taiwanesische Hersteller immer noch zur Elite der Gehäusebauer gehört. Diesmal haben wir uns für Euch das Lian Li PC-P50 Armorsuit genauer angesehen. Bereits im April dieses Jahres wurde es angekündigt und es basiert im großen und ganzen auf dem gleichen Chassis wie die Lancool K-58/62 Reihe oder das Lian Li PC-B25F welches wir erst vor kurzem hier im Test hatten. Neben den verstärkt bei Lian Li und seinem Subbranding Lancool vorzufindendem werkzeuglosen Einbau kehrt man auch zu altbewährtem zurück im Bereich des Festplatten Einbaus. Doch dazu mehr auf den nächsten Seiten. Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle noch bei Jean-Pierre und Alternate für das Testmuster.


Vorab wie immer erst einmal die technischen Daten[BREAK=PCP50 Armorsuit - Technische Details & Zubehör]


Eckdaten und technische Details
ModelPC-P50 Armorsuit
MaterialAluminium
FarbeSchwarz
Maße (B x H x T) 210 x 495 x 490 mm
FormatATX, mATX
Anschlüsse2x USB 2.0, 1x je Audio IN/OUT
Einbauschächte9 x 5,25" extern, 3x 3,5" intern im 5,25" Schacht
Kühlung1x 120 mm Front (1200 U/min)
1x 120 mm Rückseite (1500 U/min)

2x 140 mm Deckel (1000 U/min)
Erweiterungskarten8
Gewicht 6,6 kg
Preis129,90 Euro

Wie allgemein üblich bei Gehäuseherstellern, gibt es an der Verpackung nichts zu bemängeln. Kunststoff-Folie, sowie Styropor, schützen das Gehäuse auf dem Transportweg.

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An Zubehör finden wir vor: Eine Netzteilhalteklammer, diverse Schrauben, einen Piezo-Lautsprecher, zwei 3-Pin auf 4-Pin Adapter, drei klebbare Moosgummimatten, einen Kabelbinder, eine DIN-A4 Einbauanleitung (nicht im Bild), eine Plastikklammer für das Kabelmanagement, zwei Gummiringe zum entkoppeln von Schrauben, sowie einen Schraubenschlüssel im Miniaturformat. Also ein recht üppiges und ausreichendes Zubehör.

Bemängeln möchten wir an dieser Stelle allerdings den Schraubenschlüssel, welcher zum festdrehen der Mainboardabstandshalter gedacht ist. Die Version welche Lian Li früher seinen Gehäuse beigelegt hat, nämlich einen Schraubendreher mit Inbus war nicht nur wesentlich schöner und stabiler, sondern auch einfacher in der Handhabung. Schade, dass man hier gespart hat.

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[BREAK=Lian Li PC-P50 Armorsuit- Äußerlichkeiten (1)] Rein äußerlich nehmen sich das Lancool K62 und das P50 Armorsuit nicht viel. Deutlich erkennbar, dass beide aus der gleichen Schmiede kommen und auf demselben Chassis basieren. Optisch wirkt das Armorsuit allerdings durch die Verwendung von Aluminium deutlich edler. Dominiert wird die komplett abnehmbare Front von neun Meshblenden im 5,25 Zoll Format.

Einen 3,5 Zoll Schacht gibt es nicht. Sicherlich nutzen nicht mehr viele Anwender Diskettenlaufwerke, aber wie sieht es mit Card Readern oder Multifunktionspanels aus. Hier geht der Trend zwar auch immer mehr in Richtung 5,25 Zoll, einige Hersteller wie Aerocool oder Antec gehen sogar auf zwei 5,25 Zoll Schächte, aber der Markt für 3,5 Zoll Geräte ist nach wie vor vorhanden und der ein oder andere User hat immer noch entsprechende Geräte, welche hier nicht mehr ohne weiteres eingebaut werden könnten ohne sich im Zubehörhandel ein 5,25 Zoll auf 3,5 Zoll Adapterkit zu kaufen.

Die Blenden sind allesamt nur gesteckt und nachdem man sie entfernt hat kann man auch schon die 5,25 Zoll Laufwerke einbauen. Hier muss nicht wie bei vielen, vorwiegend Stahlgehäusen, erst noch eine Blende heraus gebrochen werden. Sämtliche Blenden sind mit leicht herausnehmbaren und auswaschbaren Staubfiltern versehen um die Hardware vor Verschmutzung zu schützen.

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Dem ein oder anderen wird beim Betrachten obiger Bilder sicherlich aufgefallen sein, dass die Spaltmaße auf der linken Seite nicht stimmen. Grund hierfür ist der abnehmbare Gehäusedeckel. Dieser war völlig locker und die Haltenasen anscheinend ausgeleiert. Unter dem Gehäusedeckel sitzen zwei vorinstallierte 140 mm Lüfter die mit 1000 U/min dafür sorgen, dass die warme Luft aus dem Gehäuse gesaugt wird.

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Doch kommen wir noch einmal auf die Spaltmaße zurück. Nachfolgend noch ein paar Bilder hierzu.

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Der Grund hierfür war schnell ausgemacht, uns ist aber nicht ganz klar, ob es ein Montagefehler ist oder ob die Halterungen wirklich nach einer gewissen Zeit ausleiern. Hier mal ein Bild der Halterungen, man sieht ganz gut, das die rechte der beiden Klammern einen größeren Abstand hat. Wir haben dann einfach die Klammern von vorn nach hinten gewechselt und dann hielt der Deckel seltsamerweise korrekt. Entweder soll dies so sein und bei der Montage wurde einfach gepennt oder es war nur Zufall, dass der Deckel auf einmal hielt.

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Der abgeschrägte Gehäusedeckel ist wie auch beim Lancool oder PC-B25F abnehmbar. Darunter befinden sich zwei weitere Lüfter mit einem Durchmesser von 140 mm. Hier kann man bei Bedarf auch einen kleinen Radiator unterbringen. In einer Vertiefung auf der Vorderseite des Deckels finden wir den Power- und Resetschalter, zwei USB 2.0 Anschlüsse sowie Audio IN/Out-Konnektoren. In der Preisklasse hätten wir hier aber schon einen eSATA-Anschluss oder vier USB Anschlüsse erwartet. Alles in allem schon ein wenig minimalistisch bei dem Preis. Weiterer Knackpunkt, den wir in den letzten Reviews leider all zu oft vergessen haben, vor Staub geschützt sind die Anschlüsse hier auf dem Gehäusedeckel auch nicht.

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[BREAK=Lian Li PC-P50 Armorsuit- Äußerlichkeiten (2)]Sowohl das linke, als auch das rechte Seitenteil weisen keine Besonderheiten auf, beide sind "clean", also keine Fenster oder Meshapplikationen. Das P50 Armorsuit erhebt aber auch keinen Anspruch, ein Gaming-Gehäuse zu sein.

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Für den sicheren Stand sorgen vier Füße im Hifi-Design. Diese sind in der Preisklasse durchaus üblich. Im Bereich des Netzteils sitzt ein abnehmbarer und auswaschbarer Staubfilter. Hier erkennt man wieder die Verwandtschaft zur Lancool Reihe. Der Staubfilter basiert auf dem gleichen Werkzeugsatz.

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Bleibt noch die Gehäuserückseite, bevor wir uns dem Innenleben widmen. Das Netzteil sitzt beim Armorsuit auf dem Gehäuseboden, darüber acht, für eine vermeintlich bessere Luftzirkulation geschlitzte, Slotblenden für die Erweiterungskarten. Es folgen die mittlerweile obligatorischen Schlauchdurchführungen für eine externe Wasserkühlung, sowie darüber ein vorinstallierter 120 mm Lüfter, der mit 1500 U/min seinen Dienst verrichtet.

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Die Schrauben des Lüfters wurden ebenso wie die Schrauben seiner größeren Brüder unter dem Gehäusedeckel mit Gummiringen entkoppelt, um Schwingungen auf das Gehäuse zu minimieren.

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Mehr gibt es zum Äußeren auch schon nicht zu sagen, schauen wir uns das Innenleben genauer an.[BREAK=Lian Li PC-P50 Armorsuit- Innenleben (1)]Die Seitenteile sind dank der Rändelschrauben mit welchen sie von hinten befestigt sind schnell entfernt. Der Mainboardträger weist einige Kabeldurchführungen, sowie einen großen Ausschnitt auf Höhe der CPU auf. Dieser soll ein wechseln von verschraubbaren Kühlern ohne Ausbau des Mainboards erlauben. Die Kabeldurchführungen sind nicht wie bei einigen Mitwettbewerbern durch eine Ummantelung geschützt. Aber da es bei Lian Li in der Regel und so auch beim Armorsuit keine scharfen Ecken oder Grate gibt, ist dies hier auch nicht unbedingt notwendig.

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Im vorderen Teil werden die 5,25 Zoll Laufwerke untergebracht. Die oberen drei verfügen über das gleiche Haltesystem wie schon beim Lancool K62 oder dem B25F. Wer mehr Laufwerke unterbringen will, muss diese mit den beiliegenden Schrauben befestigen. Die Käfige sind jeweils in dreier Gruppen getrennt durch einen Zwischenboden, welcher sich aber entfernen lässt. Effektiv Platz hat man hier für sechs 5,25 Zoll Laufwerke.

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Darunter folgt der Einbaukäfig für die 3,5 Zoll Laufwerke. Hier handelt es sich um einen komplett entweder nach innen oder von vorne herausnehmbaren Käfig an dem ein 120 mm Lüfter verschraubt wurde, welcher die Festplatten kühlt. Diesen Käfig kann man - wenn man mehr Festplatten einbauen will - im Übrigen als Zubehör erwerben. Viele unserer Leser werden sicherlich erfreut sein, dass man bei den 3,5 Zoll Laufwerken den Käfig wieder genau in Richtung der Lüfter vorfindet und nicht wie so oft im 90° Grad Winkel versetzt. Ein Punkt der hier auf Planet 3DNow! oft bemängelt wurde bei anderen Gehäusen. Vor dem Käfig auf dem Gehäuseboden sitzt ist eine Leiste mit Kabelführungen geklemmt. Diese kennt man ebenfalls schon vom Lancool K62.

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[BREAK=Lian Li PC-P50 Armorsuit- Innenleben (2)]Die Erweiterungskarten werden, wie ebenfalls schon vom Lancool K62 oder dem Lian Li B25F mit dem neuen Haltemechanismus von Lian Li befestigt. Hierfür wird einfach der Hebel entriegelt, die Karte eingesetzt und dann wieder verriegelt. Das derzeit wohl sicherste System zur Befestigung von Erweiterungskarten auf dem Markt. Die Kontaktfläche zu den Karten ist hierbei gummiert und wirkt somit ebenfalls ein wenig schwingungsdämmend. Wer mag, kann dieses System natürlich auch entfernen und klassisch seine Karten verschrauben.

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Unter dem Gehäusedeckel befinden sich die bereits erwähnten zwei 140 mm Lüfter. Hier kann man mit ein wenig Geschick auch einen Radiator unterbringen.

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Das Netzteil auf dem Gehäuseboden liegt auf zwei Moosgummistreifen um Schwingungen zu dämmen. Es kann später schraubenlos durch eine Halteklammer befestigt werden. Davor sieht man noch recht schön die Klemmleiste für das Kabelmanagement.

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Kommen wir zum Einbau. [BREAK=Lian Li PC-P50 Armorsuit - Einbau]Der Einbau ist hier sehr fix erledigt. Mit dem mitgelieferten Schraubenschlüssel werden die Mainboardabstandshalter festgezogen und dann wird als erstes das Netzteil eingebaut. Grund hierfür, baut man erst das Mainboard mit der Grafikkarte ein, hat man nicht mehr genügend Platz um die Klammer für das Netzteil zu befestigen. Sitzt das Netzteil kann man das Mainboard verschrauben und die Grafikkarte einsetzen. Zum Befestigen des Mainboard braucht man theoretisch keinen Schraubendreher, da dies mit Rändelschrauben geschieht. Praktisch ist ein Schraubendreher trotzdem ganz nützlich, da je nach Position der Löcher man unter Umständen sehr dünne Finger braucht um die Rändelschrauben noch fassen zu können wenn in unmittelbarer Umgebung Kondensatoren oder ähnliches sitzen.

Für die 5,25 Zoll Laufwerke entfernt man die benötigte Anzahl an Blenden, in unserem Fall waren das zwei. Die Laufwerke werden von vorn ins Gehäuse geschoben und mit den Hebeln fixiert.

Da das Mainboard nun schon bei uns eingebaut war, mussten wir den Käfig für die 3,5 Zoll Laufwerke von vorn aus dem Gehäuse ziehen. Die Festplatten werden in die Schächte gelegt und mit den Klammern fixiert. Die Klammern haben eine Gummidämmung und auch die Schrauben haben Gummiummantelungen um Schwingungen auf den Käfig zu verringern. Falls man SSD Laufwerke verwenden will, werden diese in den Schubladen von untern verschraubt.

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Ist alles soweit eingebaut und verkabelt bietet sich uns folgendes Bild.

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Und weiter geht es mit den Temperaturmessungen [BREAK=Lian Li PC-P50 Armorsuit - Temperaturmessungen]

Wie immer komme nur die ab Werk vorinstallierten Lüfter zum Einsatz, in diesem Fall also zwei 120 mm und zwei 140 mm Lüfter.

Hier erst mal das von uns verwendete Testsystem:

Nach Einschalten des Systems warteten wir eine halbe Stunde, damit sich der Rechner im Idle-Modus akklimatisieren konnte. Danach nahmen wir die ersten Temperaturmessungen vor, welche mit HWMonitor sowie GPU-Z ausgelesen wurden. Diese sahen wie folgt aus

Idle-Temperaturen:

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Dann starteten wir Prime95 und ließen es eine Stunde laufen, um den Rechner auf Temperatur zu bringen. Das Resultat sieht man in der nächsten Tabelle.

Temperaturen unter Last:

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[BREAK=Lian Li PC-P50 Armorsuit - Fazit]
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Der Einbau beim PC-P50 Armorsuit verlief wie bei Lian Li gewohnt völlig unproblematisch. Scharfe Ecken oder Kanten suchten wir vergebens. Die Temperaturen waren allesamt in Ordnung und liegen, wen wundert es, im Bereich des Dragonlord K62 und des Lian Li B25F, welche beide ein wenig kühler sind, aber auch auf mehr oder stärkere Lüfter zurückgreifen. Die Lautstärke beim Armorsuit liegt ebenfalls auf gleichem Niveau. Die Festplatten sind zwischen ein bis drei Grad Celsius kühler, somit geht das Konzept des Käfigs in welchem die Festplatten nicht im 90° Winkel zum Gehäuse eingebaut werden auf. Die um 90° Grad versetzten Käfige sorgen wohl wirklich für merkbare Luftverwirbelungen. Positiv auch, die leicht zu entfernenden Staubfilter um die teuer Hardware vor Verschmutzung zu schützen.

Vermisst haben wir wie gesagt, den alten Schraubendreher mit Inbus für die Mainboardabstandshalter, sowie einen eSATA-Anschluss, den mittlerweile selbst 40 Euro Gehäuse bieten. Schick wäre weiterhin ein Mainbordtray gewesen, diesen findet man allerdings in der Preisklasse nicht vor.

Letztendlich entscheiden der Endverbraucher und sein Geldbeutel. Alle drei Gehäuse, das Lancool Dragonlord K62, das Lian Li B25F, sowie das Armorsuit basieren auf dem gleichen Chassis und nehmen sich leistungsmäßig nicht viel. Preislich liegen sie aber um bis zu 60,- Euro auseinander. Die Spitze bildet das B25F mit 159,90 Euro, gefolgt vom Armorsuit mit 129,90 und Preistechnisch das Schlusslicht mit 99,90 das Dragonloard K62, welches allerdings auch nicht aus Aluminium ist.

Wem das P50 Armorsuit zusagt, wer aber noch etwas Extravagantes haben möchte, dem können wir die AMD Edition des Armorsuit empfehlen, welche allerdings mit 199,90 Euro zu Buche schlägt. Dafür erhält man dann das von uns getestet Model inklusive Seitenfenster mit abgesetztem Drachenmotiv, rot beleuchtete Lüfter sowie einen rot lackierten Innenraum. Nachfolgend zu zwei Bilder des PC-P50 Armorsuit AMD Edition.

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(Quelle Caseking)