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Viele Unternehmen steigen in das Netzteilgeschäft ein und auch Sapphire, vor allem bekannt für seine Grafikkarten, folgt diesem Weg. Heute werfen wir einen Blick auf das FirePSU 625 W, welches seine Herkunft bei Enermax nicht leugnen kann. Ob es dem Original qualitativ ebenbürtig ist oder sogar Vorzüge bietet, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten. Wie immer wünschen wir unseren Lesern viel Spaß!

[break=Produkteigenschaften]
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Angeliefert wird das Netzteil in einem schwarzen Karton, das auffällig mit dem 80Plus Logo verziert wurde und sowohl Stabilität als auch Qualität verspricht. Besonders im Einsatz mit Workstations soll das Netzteil ideal arbeiten können. Die RoHS Kompatibilität soll ebenso wie ein hoher Leistungsfaktor gewährleistet sein. Zu den weiteren Eigenschaften zählt der leise Lüfter. Es kommt ein EB122512H mit 120 mm zum Einsatz wie schon bei Enermax, der ursprünglich von Globe Fan stammt und sich 0,3 A genehmigt. Im Test zeigte dieser ebenfalls ein ähnliches Bild, da auch die Steuerung nicht weiter modifiziert wurde.

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Der Lieferumfang gestaltet sich üppig, da neben den Schrauben, dem Kaltgerätekabel und einer Benutzeranleitung auch eine Kabeltasche und ein ATI Aufkleber vertreten sind. Somit ist das Netzteil sehr gut ausgestattet. Die modularen Anschlüsse fehlen natürlich auch nicht.

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Der Stromversorger mit einer Bautiefe von 14 cm trägt in der Mitte des vergoldeten Lüftergitter, welches leider etwas hervorsteht, das Sapphire Logo. Die Entlüftungslöcher sind wabenförmig. Die Oberfläche entspricht nicht ganz dem Vorbild, da diese gebürstet wurde, um dem Netzteil eine individuelle Optik zu verleihen. Wobei sich Fingerabdrücke auf dem leicht glänzenden Material schnell verewigen können.

[break=Leistungsdaten und Stecker]
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Das Netzteil verfügt über drei 25 A starke +12 V Schienen, die zusammen eine Leistung von immerhin 600 W erbringen können. Die mit je 24 A angegebenen Leitungen +3,3 V und +5 V leisten hingegen 140 W kombinierte Leistung. Die Standbyleitung ist wie üblich mit 3 A dimensioniert.



Neun SATA und vier PCIe Stecker, zwei davon mit 6/8-pin, hinterlassen wie schon bei der Modu82+ Serie einen bleibenden Eindruck. Bei der Ausstattung gibt es im 600 W Bereich folglich kaum Vergleichbares. Auch sechs PATA und ein Floppystecker sind vertreten. Die Ummantelung fühlt sich sehr weich und dicht an, entspricht bis auf einige rote Streifen jedoch genau der Vorlage, ohne sich absetzen zu können. 55 cm bei den Hauptanschlüssen und den GPU-Steckern sind völlig ausreichend, dafür könnte die Länge bei den Peripherieleitungen besser aussehen. Zusätzlich wird noch ein Lüfteranschluss bereitgestellt, auch wenn wir persönlich zu einer separaten Lüftersteuerung raten würden.

[break=Das Innere]
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Das Innere erscheint uns gewohnt gut verarbeitet, wobei die geringe Bautiefe auch Nachteile mit sich bringt. Gerade im Sekundärteil müssen sich viele Komponenten einen engen Raum teilen. Eine Platine mit flame-retardant Stufe 3 und zwei formgestanzte Kühlkörper prägen das Bild. Ganz links zeigt sich eine recht gut verarbeitete Zusatzplatine bis auf die Lötpunkte der Zuleitungen. Die EMI-Filterung erinnert weitestgehend an das 625 W Enermax, so ist eine zusätzliche Spule gegen den Stromanstieg auf dem Rückleiter geschaltet (aufgrund der Kurzschlussfunktion der x-förmigen Entstörkondensatoren). Eine sinnvolle Ergänzung. Ein Metall Oxid Varistor ist ebenso vertreten.

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Der Gleichrichterbrücke wurde ein eigener kleiner Kühlkörper spendiert und direkt dahinter befindet sich ein blauer X-Kondensator. Die PFC-Drossel wurde wie gewohnt mit einem Kabelbinder befestigt, eine ausreichende, wenn auch nicht ganz elegante Methode. Dafür konnten die Widerstände, über welche die beiden 85 °C Kondensatoren aus Japan aufgeladen werden, platzsparend darunter platziert werden. Die beiden parallel geschalteten Sibekondensatoren ergeben ein Kapazitätsspektrum von 440 Mikrofarad. Ein sehr zufrieden stellender Wert, was auch der Stützzeit zu Gute kommt.

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Im Vordergrund sehen wir einen grünen X-Kondensator hinter dem Eingangsbereich. Der Sekundärteil hinter dem Haupttransformator zeigt auf, dass jeder stark belasteten Spannung ein eigener Pulverkern zur Verfügung steht. Durch einen vergleichbar hohen Widerstand wirken diese gegen hohe Frequenzen. Zum Abschluss sehen wir gute 105 °C Kondensatoren, genügend Entstördrosseln und Schrumpfschläuche an den Ausgangsleitungen.

[break=Messwerte]
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Wirklich verbessert hat sich die Performance nicht, der Wirkungsgrad liegt sogar leicht hinter den Erwartungen und ist mit knapp 86 % mittlerweile unterdurchschnittlich, auch wenn sich der geringe Unterschied zu Enermax kaum auswirken mag. Das Sapphire Netzteil hat auch die schwachen kleinen Leitungen geerbt, die unter hoher Belastung teils auf unter 4 % abfallen. +3,3 V liegt sogar etwas unter dem Niveau von +5 V.

Dafür zeigt sich +12 V moderat stabil und einer Regulation von 4% über alle Lastbereiche hinweg, also maximal 2 % vom Sollwert entfernt. Auch der Leistungsfaktor kann sich sehen lassen, da 0,89 anfangs ein guter Wert für 230 VAC sind und in der Spitze immerhin 0,97 erreicht werden. Ähnlich den Modu82+ operiert das Netzteil bis ca. 50 % leise, hat allerdings auch mit relativ warmer Abluft zu kämpfen.

[break=Fazit]
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Wer das Modu82+ 625 W kennt, konnte bereits vorab beurteilen, in welche Richtung sich das FirePSU bewegen wird. Im Grunde genommen zeigte es die ähnlichen Stärken und Schwächen, dürfte dafür aber auch kaum besser für Workstations geeignet sein als das Original. Das gehört also wirklich zur reinen Marketingstrategie des Herstellers.

Obwohl es beim Wirkungsgrad nicht immer ganz das Niveau des Enermax erreichte, verlief der Test bis hin zur Überlast stabil, wobei die kleineren Schienen +3,3 V und +5 V sehr schnell sehr stark abfallen. Dafür zeigt sich +12 V recht gut reguliert und der Leistungsfaktor glänzt bereits in geringen Lastbereichen. Als Maximalwert konnten wir immerhin 0,97 ermitteln.

Das Innere zeigte sich sauber verarbeitet mit ausreichend qualifizierter Lötqualität und Kondensatoren aus Japan, obgleich primär auch hier "nur" 85 °C Modelle zum Einsatz kommen. Im Praxisbetrieb fällt dies aber kaum ins Gewicht, zumal sich zwei Stück die Last aufteilen und primärseitig ohnehin nicht viel Verlustleitsung entsteht. Etwas anders verhält es sich sekundärseitig, wo sich viele Bauteile einen engen Raum teilen müssen und ergo auch etwas höhere Temperaturen entstehen. Die Lautstärke entspricht den Modu82+. Für genügend Schutzfolien wurde gesorgt.

Auch bei den Leitungslängen und der Anschlussanzahl können wir nur Gutes berichten. Mit 55 cm bei den vier PCIe Steckern und dem 24-pin als auch den 4-pin bzw. 8-pin Anschlüssen werden die meisten Kunden zurecht kommen. Neun SATA Stecker sind mehr als üppig. Generell fällt die Ausstattung und der Lieferumfang ausgezeichnet aus.

Zusammenfassend können wir sagen, dass das Sapphire FirePSU 625 W ein gut ausgestattetes Paket ist, dafür aber technisch nicht überragend sein mag und sogar leicht hinter das (mittlerweile veraltete) Original abfällt. Das Konzept der geringen Bautiefe mag beim Einbau vorteilhaft sein, für die Kühlung ist es eher schädlich (bis zu 72 °C am sekundären Kühlkörper). Zumal in den meisten Gehäusen Platz für die Standardlänge von 15 cm sein dürfte.

Der wichtigste Aspekt für einen Kauf ist vor allem der Preis. Denn während das Modu82+ immer noch bei etwas utopischen 120 € liegt, wofür man bereits besseres bekommen kann, erscheinen uns die hier angesetzten 85-90 € äußerst fair und angemessen.

Wer also ein leises und starkes Netzteil zum günstigen Preis sucht, welches allerdings keine neuen Rekorde aufstellt und etwas schwach reguliert ist, kann sich das Sapphire durchaus anschauen. Allen anderen empfehlen wir modernere und vor allem kühlere Produkte.

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