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AeroCool, Anbieter von Lüftersteuerungen und recht ordentlich gekühlten, wenn auch optisch etwas gewagten Gehäusen, erweitert sein Produktportfolio in Richtung Netzteile als offensichtlich lukrative Ergänzung. Daher hat man uns nun das E85-550 bereitgestellt, welches bei www.alternate.de bereits gelistet ist. Nun stellt sich natürlich die Frage, welche Technik zum Einsatz kommt und ob das Produkt als solches überzeugen kann. Ob sich der "coole" Ersteindruck anhand der Datenblätter nun auch in den Messungen fortsetzt, erfahrt ihr im nun allerersten Test auf den folgenden Seiten. Unseren Usern und Gästen wünschen wir viel Spaß beim Lesen!

Thanks to Tony Lin from AeroCool for the sample!

[break=Produkteigenschaften]
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Der schwarze Karton zeigt es bereits: Auch eine 700-Watt-Version wird in der Baureihe vertreten sein und alle tragen das 80Plus Bronze Logo. Zu den wichtigsten Eigenschaften zählen der 13,9 cm Lüfter, die bereits erwähnte Effizienz, eine MTBF von leicht angehobenen 120.000 Stunden und diverse Schutzvorrichtungen gegen Überstrom und -spannung. Weiterhin kommt eine aktive Leistungsfaktorkorrektur zum Einsatz und die Maße betragen 160 mm x 86 mm x 150 mm.

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Beigelegt werden dem Paket lediglich das Kaltgerätekabel und einige Befestigungsschrauben. Auf sonstige Beigaben verzichtet AeroCool, wobei Aufkleber und dergleichen ohnehin keinen großen Nutzwert haben. Ein ausführliches Benutzerhandbuch hätten wir dennoch gerne gesehen. Ansonsten ist das Netzteil sicher und stabil verpackt.

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Auf den ersten Blick erscheint das mausgraue und sehr dünne Gehäusematerial etwas simpel, doch der blau beleuchtete Netzschalter und die "Rennstreifen" peppen die Optik etwas auf. Den meisten Lesern dürfte auch bereits aufgefallen sein, dass lediglich der 24-pin Anschluss mit einer Ummantelung versehen wurde.

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Ebenfalls zur Ästhetik beitragen kann der knapp 14 cm große und blaue Lüfter von Young Lin. Genauer gesagt handelt es sich um das Modell DFS132512H, welches in zahlreichen Stromversorgern eingesetzt wird.

[break=Leistung und Anschlüsse]
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+3,3 V und +5 V erbringen eine kombinierte Leistung von 120 Watt. Auch hier haben wir mit 28 A bzw. 20 A ein sehr +12 V-lastiges Netzteil. Dort werden 480 Watt als Maximalleistung angegeben. 2.5 A sind für die Standbyspannung reserviert und zusammengefasst kann das Netzteil 550 Watt Leistung erbringen.



Die Anschlüsse sind mit zwei 6/8-pin PCIe Steckern, vier mal PATA und sechs mal SATA ausreichend vertreten. Die Mindestlänge beträgt bei allen Leitungssträngen und Steckertypen 50 cm. Außerdem wird neben dem 4-pin auch eine 8-pin Zusatzversorgung geboten. Wie wir später noch feststellen werden, kommt das Netzteil vom selben Produzenten wie das Xigmatek Go Green, welches in der Länge schlechter ausgestattet ist. Im direkten Vergleich kann das AeroCool folglich punkten. Bei der 500W Version verzichtet Xigmatek zudem auf zwei SATA Stecker und ersetzt sie durch etwas fehlplatzierte Floppyanschlüsse. Ergo liegt das E85-550 in der Produktgestaltung deutlich vorne.

[break=Elektronik]
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Setzte man bei den HorsePower noch auf CWT, ist AeroCool mittlerweile komplett auf den Hersteller Compucase/HEC umgestiegen. Daher auch die Vergleiche zur aktuellsten Schöpfung von Xigmatek. Die beiden Probanden ähneln sich wirklich sehr, wobei AeroCool klar die bessere Verarbeitung und etwas dezenter platzierte Klebstoffkleckse aufweist. Also wieder ein Punkt für AeroCool.

Der Sekundärkühlkörper wurde zudem in seine Form gestanzt und ist etwas breiter. Außerdem wurden kleine Verschlusskappen an den Eingangsleitungen angebracht. Ansonsten bleibt alles beim Alten mit Double Forward, CCM-PFC und einer Standardplatine.

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Zwei Spulen, drei X-Kondensatoren und zwei Y-Kondensatoren können wir in der EMI-Filterung vorfinden. An einem Ferritkern um die Eingangsleitungen wurde nicht gespart. Dennoch könnte das Konstrukt üppiger besetzt sein. Auch hier wurden die Gleichtaktdrosseln geschickt über den X-Kondensatoren platziert, fast schon ein Markenzeichen für Compucase/HEC.

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Erneut kommt ein Teapo LH mit 85 °C zum Einsatz, der im Praxisbetrieb noch nie Probleme bereitet hat. Sehr schön entfaltet sich auch die Schutzfolie gegen Kontakte an den Seiten. Die PFC-Spule ist indes gut gewickelt. Auch sekundärseitig finden klassische Teapo Kondensatoren Verwendung und eine Filterung bestehend aus zwei großen Spulen und mehreren kleineren Entstördrosseln, wie gewohnt.

[break=Messungen]
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Bei der Stabilität liegt AeroCool irgendwo zwischen den Cougar Netzteilen aus der Mittelklasse und dem Xigmatek Go Green. Generell hat die HEC-Basis eine leichte Balanceschwäche. +5 V startet knapp unter 0 % und +3,3 V etwas darüber, was im späteren Spannungsverlauf wenig Raum für einen Abfall lässt. Die zuerst genannte Spannung landet bei 110 % Last auf - 3,2 %, während +3,3 V auch hier etwas darüber liegt. Während dessen können die +12 V Schienen ein recht gutes Bild liefern, da sie kaum mehr als 1 % unter den Sollwert abfallen.

Der Wirkungsgrad liegt wie erwartet auf einem durchschnittlich guten Wert und 80Plus Bronze wurde mit über 86 % erreicht. Auch der PFC-Wert steigt recht schnell an und liegt bei 0,86 bis etwa 0,96. Damit kann das E85-550 zwar nicht mehr mit den aktuellsten Probanden mithalten, ist aber zufrieden stellend für die Mittelklasse.

[break=Fazit]
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Zugegeben, der Lieferumfang gestaltet sich vor allem wegen des fehlenden Handbuchs äußerst spartanisch. Auch das etwas einfache Gehäuse und die fehlende Ummantelung könnte man als starke Sparmaßnahme bezeichnen. Aber ist das E85-550 deshalb ein schlechtes Netzteil? Mitnichten.

Im Kern haben wir eine sehr ausgereifte Technik und die kleinen Fehlerchen machen das Produkt fast schon wieder etwas sympathisch. Das liegt vor allem daran, dass es mit ein paar optischen Spielereien und etwas besseren Werten das verwandte Xigmatek Go Green 500W übertrifft. Wobei auch hier mit dem etwas übertriebenen ECO-friendly Image geworben wird. Dennoch scheint man sich durchaus mehr Gedanken bei der Produktgestaltung gemacht zu haben.

Das bezieht sich insbesondere auf die Anschlüsse, da ein Floppyanschluss zu Gunsten der wohl eher benötigten SATA Stecker entfernt wurde und sowohl zwei PCIe Stecker, als auch ein 4-pin ATX12V und 8-pin EPS12V Anschluss geboten werden. Wie bereits erwähnt muss man sich dafür mit lediglich einem ummantelten Strang zufrieden geben, auch wenn es sich dabei um den Hauptanschluss mit den meisten Pins handelt.

105°C Kondensatoren darf man zwar nicht durchweg erwarten, aber die Qualität der Teapo Serie primär reicht vollkommen für den Anwendungsbereich aus. Zumal der Wirkungsgrad mit über 86 % recht adäquate Werte erreicht und die Spannungsregulation deutlich besser ausfällt als noch bei Xigmatek. Eine leichte Schwäche und die geringen Puffer, bedingt durch das niedrige Startniveau bei der Spannung sind leider dennoch erkennbar.

Letzten Endes wird der finale Preis darüber entscheiden, wie gut sich das AeroCool Netzteil im deutschen Markt etabliert. Da wir als erste Redaktion vorab ein Sample testen durften, ist noch nicht exakt zu sagen, wo es sich kostentechnisch einpendeln wird. Trotz der zahlreichen Anschlüsse wird sich das Modell aber preislich etwa auf dem Niveau der Xigmatek Go Green Serie befinden und bietet zugleich 50 Watt mehr Leistung bei angemessener Qualität. Wer sich also mit einer Art günstigeren Sparvariante der Cougar-Produkte zufrieden gibt, kann bedenkenlos zugreifen.

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