AMD Phenom II X4 965 BE C3 - Titelbild


Aller guten Dinge sind drei - C3 um genau zu sein. Denn so nennt sich das neue Prozessor-Stepping, welches AMD am heutigen Tag offiziell vorstellt. Doch statt Revolution steht Evolution auf dem Plan, weshalb wir es mit keinem Generationssprung zu tun haben sondern mit einer soliden Weiterentwicklung.

Trotz allem verspricht das neue Stepping einige Verbesserungen. So sortiert sich das Topmodell AMD Phenom II X4 965 Black Edition nun in die TDP-Klasse von 125 Watt ein (statt bisher 140 Watt), die Leistungsaufnahme soll durch ein verbessertes C1E-Management verringert werden und es werden nun offiziell vier Speicherriegel mit einem Speichertakt von DDR3-1333 unterstützt (bisher nur DDR3-1066).

Wir erhielten einige Tage vor dem offiziellen Start einen Phenom II X4 965 Black Edition im C3-Stepping, welcher für unsere Tests herhalten musste. Die Verbesserungen auf dem Papier klingen gut, sodass wir auf das neue Stepping gespannt waren. Doch hält es in der Praxis auch das, was es verspricht?

Wir werden es auf den folgenden Seiten sehen. Viel Vergnügen beim Lesen!
[break=AMD Phenom II X4 965 BE C3 im Detail]
Schauen wir uns als erstes unser Prozessor-Sample im Detail an.

Foto des Prozessors AMD Phenom II X4 965 BE C3


Hergestellt wurde unser Sample in der 33. Kalenderwoche 2009. Das "M" am Ende der OPN (HDZ965FBK4DGM) signalisiert dem Käufer die Zugehörigkeit zur neuen CPU-Revision.

Wie alle bisherigen AM3-Prozessoren kann AMDs neues Flaggschiff sowohl auf AM3- als auch auf AM2+ -Mainboards genutzt werden.

CPU-Z CPU AMD Phenom II X4 965 BE C3


Die erste Überraschung erleben wir beim Blick auf die Prozessor-Details mittels CPU-Z. Die Versorgungsspannung liegt mit 1,40 Volt gleich hoch wie beim "altgedienten" C2-Stepping. Die Verbesserungen in puncto TDP können also nicht durch eine Verringerung der Kernspannung erreicht werden.

CPU-Z CPU AMD Phenom II X4 965 BE C3


Im Idle-Betrieb taktet sich die CPU bei aktiviertem Cool'n'Quiet auf 800 MHz bei einer Spannung von 1,0 Volt herunter.

CPU-Z Cache AMD Phenom II X4 965 BE C3


Die drei Cache-Stufen werden analog der Revision C2 verwendet.

CPU-Z Speicher AMD Phenom II X4 965 BE C3 DDR3


DDR3-1333 ist nun auch offiziell unterstützt, wenn mehr als ein Speicherriegel pro Kanal verwendet wird. Beim C2-Stepping lag hier die Grenze bei einem Riegel pro Kanal, setzte man mehr ein, war DDR3-1066 der maximale, offiziell unterstützte Speichertakt. Beim Einsatz des Prozessors auf einer AM2+ -Plattform bleibt es bei der offiziellen Unterstützung von DDR2-1066.

P-States AMD Phenom II X4 965 BE C3


Der Blick auf die P-States des X4 965 C3 mittels K10stat offenbart uns, dass AMD den Prozessor mit einer Northbridgespannung von 1,10 Volt ausliefert. Zusätzlich sehen wir auch hier die Betriebsspannung von 1,40 Volt beim spezifizierten Takt von 3.400 MHz.

CPU-Z Latency AMD Phenom II X4 965 BE C3


Ein Blick auf die Cache-Latenzen darf natürlich nicht fehlen. Erneut tritt der Umstand auf, dass das CPU-Z Latency-Tool die Größe des L3-Caches fehlerhaft anzeigt.

Leider fehlt uns die direkte Vergleichsmöglichkeit mit einem Phenom II X4 965 im C2-Stepping, weshalb eine Aussage über die Veränderung der Cache-Latenzen schwerfällt. Soviel sei aber gesagt, dass die Latenz des L3-Caches um drei Zyklen langsamer ausfällt als bei einem Phenom II X4 955 Black Edition mit 3,2 GHz.
[break=Das Testsystem im Überblick]
Testsystem Sockel AM3
  • Prozessoren:
    • AMD Phenom II X4 965 BE C2 (simuliert mit einem AMD Phenom II X4 955 BE, eingestellt mit 3,4 GHz Kern- und 2,0 GHz Northbridgetakt)
    • AMD Phenom II X4 965 BE C3
  • Mainboard: Gigabyte GA-MA790XT-UD4P (BIOS F6)
  • Arbeitsspeicher: 4x 2 GByte Corsair DDR3-1333 (9-9-9-24 2T bei 1,5 Volt)
  • Grafikkarte: NVIDIA GeForce 9800 GTX
  • Netzteil: Seasonic S12-650 Watt
  • Festplatte: Seagate ST3250410AS (SATA, 7.200/min)
  • Gehäuse: Chieftec Mesh CH-01 Midi-Tower
  • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000


Auf der Software-Seite sieht das Testsystem so aus:

verwendete Software / TreiberVersion / Bemerkungen
Windows Vista Ultimate
64 Bit, Service Pack 2
DirectX
10, Juni-Update 2008
Grafikkartentreiber
ForceWare 185.85
Chipsatz-/Mainboardtreiber
aktuelle Version des Herstellers
Everest
5.00, Build 1650
WinRAR
x64 3.90 Beta 2
XMPEG
5.03, Build 5.0.8.84
XviD
1.2.-127
Avidemux
2.4.3
POV-Ray
3.7, Beta 32 (64 Bit)
Cinebench
R10, 64 Bit
Crysis
Demo
Crysis Benchmark Tool
1.0.0.5
UT3
Demo
UT3-Bench
0.2.0.35
Doom 3
Demo
Quake 3
Quake 3 Arena
q3bench
v2.00 Public Beta
3DMark Vantage
Advanced, Build 1.0.1, ohne Feature Tests
PCMark Vantage
Advanced, Build 1.0.0
BOINC
6.6.41 (64 Bit)


Unser Test-Parcours soll einen guten Querschnitt durch den Alltagsbetrieb eines PCs bilden. 32 Bit- und 64 Bit-Anwendungen sind vertreten, ältere Spiele wechseln sich mit neueren ab, Video-Encoding und Rendering sind vertreten und selbst Distributed Computing spielt eine Rolle. Das alles sind Anwendungen, die im Alltag auftreten können und zeigen so einen guten Querschnitt durch das Anforderungsprofil eines heutigen Prozessors.
[break=Everest Memory Benchmark, WinRAR]
Kommen wir nun zum Performancevergleich zwischen C2- und C3-Stepping.

Everest


Everest von Lavalys hat sich in letzter Zeit zu einem populären Benchmark entwickelt. Viele nutzen ihn, die Versionsabhängigkeit ist nicht so ausgeprägt wie bei SiSoft Sandra und auch bei uns im Forum lassen sich viele Vergleichswerte finden. Aus diesem Grund nutzen wir den integrierten Memory-Benchmark von Everest, um den Speicherdurchsatz beim Lesen, Schreiben und kopieren sowie die Speicherlatenz zu messen. Dabei kommt die Programmversion 5.00 mit Build 1650 zum Einsatz.

Everest


Speicherdurchsatz: Lesen


Speicherdurchsatz: Schreiben


Speicherdurchsatz: Kopieren


Speicherlatenz


Die Unterschiede im Bandbreitentest fallen sehr gering aus. Mit Ausnahme des Write-Teilergebnisses liegt jedoch das C2-Stepping minimal in Front.



WinRAR


Auch bei WinRAR wird immer auf gleichem Weg getestet: Es wird ein ca. 4,5 Gigabyte großes RAR-Archiv mit gemischtem Inhalt geöffnet und anschließend der integrierte Benchmark gestartet. WinRAR reagiert äußerst feinfühlig auf Speicher-Latenzen und liegt mittlerweile in einer 64 Bit-Version vor, welche wir auch benutzen.

WinRAR"


WinRAR


Der WinRAR-Benchmark fällt ebenfalls knapp zugunsten der "altgedienten" C2-Revision aus.
[break=XMPEG, Avidemux, H.264]
XMPEG + XviD / Avidemux + h.264


Wenn es um Video-Encoding bzw. -Decoding geht, so gibt es unzählige Variationen und Ausgestaltungen von Software. Viele Programme und noch mehr Codecs lassen dem Enduser die Qual der Wahl. Dabei ist die Nutzung der Ressourcen genauso vielfältig wie die Software selbst: Einige Programme bzw. Codecs können maximal einen Prozessorkern ansprechen, andere wiederum nehmen alles, was sie an Leistung bekommen können - schwer, dabei einen Querschnitt abzubilden.

Wir haben mit der Wahl von XMPEG in Verbindung mit dem XviD-Codec sowie Avidemux in Verbindung mit dem H.264-Codec versucht, diesen Querschnitt zu finden. Während XMPEG mit dem zum Teststart aktuellen XviD-Codec 1.2 Beta kaum mehr als einen Prozessorkern beansprucht, nutzt Avidemux dank H.264-Codec jede zur Verfügung stehende Ressource. In beiden Fällen wandeln wir je ein Referenz-Video um und messen dabei die benötigte Zeit.

XMPEG


XMPEG + XviD


Identische Zeiten stehen bei der Videobearbeitung mittels XMPEG zu Buche.



Avidemux


Avidemux + H.264


Einen minimalen Unterschied gibt es bei Avidemux zu verzeichnen, diesmal zugunsten des C3-Prozessors.



Da das Encodieren eines Videos einen Aspekt darstellt, das Abspielen eines Videos hingegen einen völlig anderen, spielen wir ein vorgefertigtes mit h.264-Codec erstelltes Video im Windows Media Player ab und messen mittels der Windows Leistungsanzeige die auftretende Prozessorlast.

Perfmon


CPU-Last Wiedergabe h.264-Video


Einigkeit herrscht ebenfalls in puncto Prozessorlast bei der Wiedergabe eines H.264-Videos.
[break=POV-Ray, Cinebench]
POV-Ray


Auch der Punkt Rendering darf in unserem Parcours nicht fehlen. Für diesen Bereich nutzen wir 2 Programme, die unterschiedliche Anwendungsgebiete haben.

Auf der einen Seite kommt POV-Ray im 64 Bit-Modus zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein Raytracer-Programm, welches im Benchmark-Modus eine vorgefertigte 3D-Szene berechnet. Gemessen wird die dafür benötigte Zeit.

POV-Ray


POV-Ray


Das neue Stepping absolviert den POVRay-Test 0,3 Sekunden langsamer als sein Gegner.



Cinebench


Auf der anderen Seite nutzen wir das bekannte Renderprogramm Cinebench in der aktuellen Version R10. Cinebench basiert auf der Cinema 4D-Software von Maxon und liegt in einer 64 Bit-Version vor, welche wir natürlich nutzen. Wir lassen den Benchmark hintereinander erst auf einem Prozessorkern und dann auf allen Kernen laufen, notieren die jeweiligen Ergebnisse sowie den Speedup-Faktor.

Cinebench


Cinebench 1 CPU


Cinebench x CPU


Cinebench Multiprocessor Speedup


Während sich C3 im Einzeltest noch vor C2 platziert, verliert der Neuling aufgrund eines geringeren Speedup-Faktors im Multi-CPU-Test an Boden und muss sich geschlagen geben.
[break=Crysis, UT3]
Crysis


Crysis ist ein DirectX 10-Spiel, welches einen integrierten CPU-Benchmark in 64 Bit bietet. Wir lassen diesen Benchmark mit Hilfe des kostenlosen "Crysis Benchmark-Tools" hintereinander in den Auflösungen 1024x768, 1280x1024 sowie 1600x1200 jeweils mit dem Detail-Level "High" laufen.

Crysis


Sicher könnte man darüber nachdenken, immer häufiger anzutreffende Auflösungen im Widescreen-Format zu nutzen. Da wir mit diesem System jedoch keine Grafikkarten testen und die Vergleichbarkeit lediglich unter den Mainboards bzw. Prozessoren gegeben sein soll, bleiben wir den bisher genutzten Auflösungen treu.

Crysis 1024x768


Crysis 1280x1024


Crysis 1600x1200


Im Crysis-Benchmark liefert das C3-Stepping in den kleineren Auflösungen eine bessere Leistung ab als das C2-Stepping, bei 1600x1200 dreht sich die Reihenfolge hingegen um.



UT3


Unreal Tournament bzw. dessen Game-Engine ist ein Beispiel für gute Systemausnutzung. Hier spielt die Grafikleistung eine weniger gewichtige Rolle - stattdessen skaliert das Spiel mit der Anzahl der Prozessorkernen und ist somit ideal für einen Systemvergleich.

UT3


Findige Programmierer haben ein kleines, kostenloses Tool namens "UT3-Bench" geschrieben, welches wir für unsere Benchmarks nutzen. Auch hier nutzen wir die Auflösungen von 1024x768, 1280x1024 sowie 1600x1200 und lassen den Benchmark mit der Map vCTF-Suspense_fly jeweils 60 Sekunden laufen. Vor den Durchläufen wird jedoch noch der von Haus aus eingebautet Frame-Limiter deaktiviert.

UT3 1024x768


UT3 1280x1024


UT3 1600x1200


Der Unreal Tournament 3-Benchmark liefert hingegen ein anderes Bild ab. Hier muss sich der Neuling in 1024x768 verhältnismäßig deutlich geschlagen geben, während er in den höheren Auflösungen knapp vorn liegt.
[break=Doom 3, Quake 3]
Doom 3


Doom 3 stellt unseren Vertreter der etwas älteren Spiele dar, was insgesamt zu einem guten Querschnitt durch die Spielewelt führt. Wieder kommen die 3 bekannten Auflösungen mit "Ultra Details" zum Einsatz. Gewertet wird jeweils der zweite Durchlauf, da beim ersten Durchlauf starke Nachladeruckler auftreten und dadurch das Ergebnis verfälschen.

Doom 3


Doom 3 1024x768


Doom 3 1280x1024


Doom 3 1600x1200


Doom 3 zeigt ein identisches Verhalten: Wieder ist C2 bei 1024x768 schneller als C3, in den anderen Auflösungen kehrt sich die Reihenfolge um.



Quake 3


Einige werden beim Lesen der Überschrift "Quake 3" schmunzeln. Verständlich, denn dieses Spiel hat bereits einige Jahre auf dem Buckel. Als aktuell kann man es also nicht mehr bezeichnen. Doch warum nutzen wir diese Software noch immer?

Quake 3 reagiert wie kaum ein anderes Programm auf das Memory-Subsystem eines PCs. Ob Speichertakt, Latenzen oder verschiedene Speicherbestückungen - es gibt kaum eine Situation, in der Quake 3 nicht darauf reagiert. Damit erhebt sich dieses Tool zum unverzichtbaren Bestandteil unseres Benchmark-Parcours.

Quake 3


Für unsere Benchmarks nutzen wir "Q3Bench" und lassen die Map "Demo001" in den Auflösungen 640x480 mit normalen Details sowie 1024x768 mit maximalen Details jeweils 2x durchlaufen. Gewertet wird der zweite Durchlauf, da das Ergebnis des ersten Durchlaufs durch das erstmalige Laden verfälscht wird.

Quake 3 640x480


Quake 3 1024x768


Im Quake 3-Test liegt C3 generell leicht vor C2.
[break=3DMark Vantage, PCMark Vantage]
3DMark Vantage


Zum Abschluss unseres Benchmark-Parcours statten wir Futuremark noch einen Besuch ab. Obwohl die Benchmarks aus diesem Hause derzeit heftig umstritten sind (wir berichteten), gehören sie noch immer zu den beliebtesten Vergleichsmöglichkeiten.

Futuremark bietet mit 3DMark Vantage bzw. PCMark Vantage zwei Programme an, die ausschließlich unter Windows Vista laufen. PCMark liegt zudem in einer 64 Bit-Version vor, welche wir nutzen. 3DMark Vantage lassen wir im vorgefertigten Performance-Preset laufen (High- bzw. Extreme-Preset sind aufgrund des verwendeten Monitors nicht zugänglich).

3DMark Vantage Performance


3DMark Vantage Performance


3DMark Vantage Performance Gesamt


3DMark Vantage Performance CPU


Im 3DMark Vantage zeigen sich minimale Vorteile für das neue Stepping.



PCMark Vantage


Der PCMark bietet verschiedene Suiten, die unterschiedliche Bereiche des PCs testen. Wir nutzen neben dem Standard-Durchlauf noch zusätzlich die Speicher- sowie Gaming-Suite und können somit ein detailliertes Ergebnis erzielen.

Da während des Festplatten-Tests Daten auf die Festplatte geschrieben bzw. von der Festplatte gelesen werden, ist eine fragmentierte Festplatte tödlich für ein nachvollziehbares Resultat. Aus diesem Grund spendieren wir PCMark eine eigene 5 GB große Partition, die bei jedem System vor der Installation von PCMark formatiert und nach der Installation defragmentiert wird. Verfälschungen können dadurch nicht auftreten.

PCMark Vantage


PCMark Vantage gesamt


PCMark Vantage Memory


PCMark Vantage Gaming


Der deutlichste Leistungsunterschied im bisherigen Testparcours offenbart sich beim PCMark Vantage. Hier liegt die neue Prozessorrevision durchweg vor der altgedienten Revision.
[break=BOINC, Leistungsaufnahme]
BOINC


Viele Forenmitglieder von Planet 3DNow! betreiben Distributed Computing als Hobby und stellen dabei die nicht benötigte Rechenzeit ihres Computers der Wissenschaft zur Verfügung. Planet 3DNow! rangiert dank der vielen fleißigen Mitglieder unter den Top 10-Teams weltweit - kein Wunder also, dass wir einen Distributed Computing-Benchmark in unser Prozessor-Review eingebaut haben. Es kommt die zum Zeitpunkt der Referenz-Festlegung aktuelle BOINC-Version 6.6.36 in 64 Bit zum Einsatz, deren integrierter Benchmark genutzt wird. Der Benchmark errechnet jeweils die Leistungsfähigkeit eines Prozessorkerns.

 BOINC floating point MIPS (Whetstone) - pro Kern


 BOINC integer MIPS (Dhrystone) - pro Kern


Während sich die neue Revision im Whetstone-Test knapp vor das alte Stepping setzen kann, muss sich der Neuling im Dhrystone-Test geschlagen geben.



Leistungsaufnahme


Wie viel Strom verbraucht der aktuelle PC? Die Antwort auf diese Frage darf natürlich nicht fehlen. Aus diesem Grund messen wir die Leistungsaufnahme in bestimmten Szenarien mittels des Voltcraft Energy Monitor 3000. Dabei messen wir die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems, jedoch ohne Monitor.

Um eine bestmögliche Übersicht über die Verbesserungen des C3-Steppings zu bekommen, haben wir die Betriebsspannungen unseres Phenom II X4 955 BE denen des Phenom II X4 965 BE C3 angepasst. Die Tests wurden also mit 1,40 Volt CPU VID und 1,10 Volt CPU NB VID bzw. 1,00 Volt CPU VID und 1,10 Volt CPU NB VID durchgeführt.

Leistungsaufnahme Prime95 64 Bit


Unter Last benötigt das neue Stepping satte 14 Watt weniger aus der Steckdose - ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung.

Leistungsaufnahme Idle ohne Cool'n'Quiet


Im Idle-Betrieb ohne Cool'n'Quiet bzw. C1E schrumpft der Vorsprung auf 7 Watt zusammen, ist nach wie vor aber deutlich.

Leistungsaufnahme Idle mit Cool'n'Quiet


3 Watt Unterschied sind es immerhin noch bei aktiviertem Cool'n'Quiet bzw. C1E.

So vielversprechend diese Zahlen auch aussehen mögen: Der Schein trügt. Zwar ist das neue Stepping deutlich genügsamer als sein Vorgänger bei identischen Spannungen, AMD hätte aber mehr tun können. Hätte man das neue Flaggschiff Phenom II X4 965 BE statt mit 1,40 Volt mit 1,35 Volt ausgeliefert, würde die Leistungsaufnahme deutlich besser aussehen. Zum Vergleich: Unser Phenom II X4 955 BE, welcher mit 1,35 Volt CPU VID sowie 1,10 Volt CPU NB VID ausgestattet ist, benötigt bei identischem Takt unter Last mittels Prime95 lediglich 233 Watt und im Idle ohne Cool'n'Quiet 148 Watt - ist also sparsamer als AMDs neuer Bolide trotz "altem" Stepping.
[break=Performancevergleich C2/C3]
Auf dieser Seite wollen wir einen detaillierten Blick auf den Performanceunterschied zwischen C2- und C3-Stepping werfen. Die Unterschiede in den Benchmarks fallen meist ziemlich gering aus, aber wie groß sind sie in absoluten Zahlen ausgedrückt? Dafür haben wir alle Ergebnisse der vorangegangenen Seiten tabellarisch aufbereitet.


X4 965 C2
(simuliert)

X4 965 C3

Differenz

Everest Memory Read (MByte)

7.772

7.771

0,0 %

Everest Memory Write (MByte)

6.832

6.843

0,2 %

Everest Memory Copy (MByte)

10.838

10.836

0,0 %

Everest Memory Latency (Nanosekunden)

56,1

56,4

-0,5 %

WinRAR (KByte)

2.342

2.319

-1,0 %

XMPEG + XviD (Sekunden)

18,7

18,7

0,0 %

Avidemux + h.264 (Sekunden)

19,8

19,7

0,5 %

CPU-Last h.264 (Prozent)

5,6

5,6

0,0 %

POV-Ray (Sekunden)

86,6

86,9

-0,3 %

Cinebench 1 CPU (Punkte)

3.822

3.869

1,2 %

Cinebench x-CPU (Punkte)

13.778

13.747

-0,2 %

Cinebench Speedup (Faktor)

3,61

3,56

-1,4 %

Crysis 1024x768 (Bilder pro Sekunde)

47,1

47,2

0,2 %

Crysis 1280x1024 (Bilder pro Sekunde)

38,8

39,4

1,5 %

Crysis 1600x1200 (Bilder pro Sekunde)

30,3

30,1

-0,7 %

UT3 1024x768 (Bilder pro Sekunde)

233,5

230,1

-1,5 %

UT3 1280x1024 (Bilder pro Sekunde)

204,7

204,8

0,0 %

UT3 1600x1200 (Bilder pro Sekunde)

161,0

161,2

0,1 %

Doom 3 1024x768 (Bilder pro Sekunde)

270,7

268,4

-0,8 %

Doom 3 1280x1024 (Bilder pro Sekunde)

239,1

240,8

0,7 %

Doom 3 1600x1200 (Bilder pro Sekunde)

202,1

202,4

0,1 %

Quake 3 640x480 (Bilder pro Sekunde)

593,6

601,6

1,3 %

Quake 3 1024x768 (Bilder pro Sekunde)

581,9

583,7

0,3 %

3DMark Vantage Performance (Punkte)

6.799

6.825

0,4 %

3DMark Vantage CPU (Punkte)

11.601

11.667

0,6 %

PCMark Vantage Gesamt (Punkte)

6.679

6.913

3,5 %

PCMark Vantage Memory (Punkte)

5.204

5.289

1,6 %

PCMark Vantage Gaming (Punkte)

6.801

6.874

1,1 %

BOINC Whetstone (MIPS)

2.836

2.840

0,1 %

BOINC Dhrystone (MIPS)

8.920

8.825

-1,1 %

Leistungsaufnahme Prime95 (Watt)

255

241

5,5 %

Leistungsaufnahme Idle ohne CnQ (Watt)

157

150

4,5 %

Leistungsaufnahme Idle mit CnQ (Watt)

118

115

2,5 %

Gesamtunterschied

0,5 %



Über den gesamten Testparcours gemittelt ist das neue Stepping lediglich um 0,5 Prozent schneller bzw. besser als die bisher genutzte Revision. Obwohl alle Testergebnisse Durchschnittswerte sind, so liegen die Differenzen im Bereich der Messungenauigkeit. Aufgeteilt auf einzelne Anwendungsgebiete fallen die Unterschiede so aus:


synthetische Testergebnisse


X4 965 C2
(simuliert)

X4 965 C3

Differenz

Everest Memory Read (MByte)

7.772

7.771

0,0 %

Everest Memory Write (MByte)

6.832

6.843

0,2 %

Everest Memory Copy (MByte)

10.838

10.836

0,0 %

Everest Memory Latency (Nanosekunden)

56,1

56,4

-0,5 %

3DMark Vantage Performance (Punkte)

6.799

6.825

0,4 %

3DMark Vantage CPU (Punkte)

11.601

11.667

0,6 %

PCMark Vantage Gesamt (Punkte)

6.679

6.913

3,5 %

PCMark Vantage Memory (Punkte)

5.204

5.289

1,6 %

PCMark Vantage Gaming (Punkte)

6.801

6.874

1,1 %

Gesamtunterschied

0,8 %



Anwendungsergebnisse


X4 965 C2
(simuliert)

X4 965 C3

Differenz

WinRAR (KByte)

2.342

2.319

-1,0 %

XMPEG + XviD (Sekunden)

18,7

18,7

0,0 %

Avidemux + h.264 (Sekunden)

19,8

19,7

0,5 %

CPU-Last h.264 (Prozent)

5,6

5,6

0,0 %

POV-Ray (Sekunden)

86,6

86,9

-0,3 %

Cinebench 1 CPU (Punkte)

3.822

3.869

1,2 %

Cinebench x-CPU (Punkte)

13.778

13.747

-0,2 %

Cinebench Speedup (Faktor)

3,61

3,56

-1,4 %

BOINC Whetstone (MIPS)

2.836

2.840

0,1 %

BOINC Dhrystone (MIPS)

8.920

8.825

-1,1 %

Gesamtunterschied

-0,2 %



Spieletests


X4 965 C2
(simuliert)

X4 965 C3

Differenz

Crysis 1024x768 (Bilder pro Sekunde)

47,1

47,2

0,2 %

Crysis 1280x1024 (Bilder pro Sekunde)

38,8

39,4

1,5 %

Crysis 1600x1200 (Bilder pro Sekunde)

30,3

30,1

-0,7 %

UT3 1024x768 (Bilder pro Sekunde)

233,5

230,1

-1,5 %

UT3 1280x1024 (Bilder pro Sekunde)

204,7

204,8

0,0 %

UT3 1600x1200 (Bilder pro Sekunde)

161,0

161,2

0,1 %

Doom 3 1024x768 (Bilder pro Sekunde)

270,7

268,4

-0,8 %

Doom 3 1280x1024 (Bilder pro Sekunde)

239,1

240,8

0,7 %

Doom 3 1600x1200 (Bilder pro Sekunde)

202,1

202,4

0,1 %

Quake 3 640x480 (Bilder pro Sekunde)

593,6

601,6

1,3 %

Quake 3 1024x768 (Bilder pro Sekunde)

581,9

583,7

0,3 %

Gesamtunterschied

0,1 %



Leistungsaufnahme


X4 965 C2
(simuliert)

X4 965 C3

Differenz

Leistungsaufnahme Prime95 (Watt)

255

241

5,5 %

Leistungsaufnahme Idle ohne CnQ (Watt)

157

150

4,5 %

Leistungsaufnahme Idle mit CnQ (Watt)

118

115

2,5 %

Gesamtunterschied

4,2 %



Lediglich in puncto Leistungsaufnahme ergibt sich eine Differenz, die man als deutlich titulieren kann. Hier zeigt sich die Arbeit von AMD am deutlichsten, was die Erwartungen in puncto Leistungsaufnahme bestätigt.
[break=Übertaktung und Spannungsabsenkung]
Wir haben natürlich auch dem Overclocking-Potenzial des X4 965 C3 auf den Zahn gefühlt. Wir haben es dabei bei den Standardspannungen von 1,40 Volt CPU VID und 1,10 Volt CPU NB VID belassen. Als Indikator für die Stabilität haben wir, wie auch bereits in den vorangegangenen Artikeln, den fehlerfrei bestandenen 1024k-Test von Prime95 genutzt. Wurde dieser etwa 15-minütige Test absolviert, so galt der Test für uns als bestanden und es ging einen Schritt weiter. Für die Alltagsstabilität genügt dieser kurzzeitige Test freilich nicht aus, als Richtungsweiser ist er hingegen völlig ausreichend.

AMD Phenom II X4 965 BE C3 - Overclocking bei Standardspannung
Ein Klick auf den Screenshot öffnet eine vergrößerte Version.


Mit 3.762 MHz bei gleichzeitigen 2.299 MHz Northbridgetakt lässt sich eine respektable Leistungssteigerung erzielen. Jedoch konnten wir mit unserem 955 BE-Sample unter gleichen Bedingungen bereits eine Taktrate von 3.717 MHz erzielen - und das trotz 0,05 Volt weniger Versorgungsspannung. Im Endeffekt lässt sich also sagen, dass sich in puncto Übertaktung nicht viel getan hat - vorausgesetzt, man belässt es bei den Standardspannungen.

Als nächsten Schritt haben wir überprüft, wie weit wir die Prozessorspannungen bei Standardtakt absenken konnten, ohne Rechenfehler zu verursachen.

AMD Phenom II X4 965 BE C3 - Spannungsabsenkung bei Standardtakt
Ein Klick auf den Screenshot öffnet eine vergrößerte Version.


Mit eingestellten 1,225 Volt CPU VID sowie 1,025 Volt CPU NB VID gelang uns auch hier ein respektables Ergebnis. Doch welche Auswirkungen hat dies auf die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems?

AMD Phenom II X4 965 BE C3 - Leistungsaufnahme load Prime95


Unter Last stehen glatte 200 Watt zu Buche, wenn die Versorgungsspannungen angepasst werden. Erhöht man Kern- und Northbridgetakt bei Standardspannung, steigt die Leistungsaufnahme um weitere 12 Watt auf 253 Watt an - sie liegt allerdings noch immer knapp unter dem Wert des C2-Steppings bei 3,4 GHz. Man kann also sagen, dass das neue C3-Stepping bei gleicher Leistungsaufnahme rund 350 MHz höher getaktet sein kann als die bisher genutzte Revision.

AMD Phenom II X4 965 BE C3 - Leistungsaufnahme idle ohne Cool'n'Quiet


Auch im Idle-Betrieb ohne Cool'n'Quiet lässt sich durch Anpassen der Spannungen eine ordentliche Ersparnis erzielen. Satte 17 Watt stehen zu Buche, wogegen die Leistungsaufnahme um 3 Watt steigt, wenn die Taktreserven bei Standardspannung ausgenutzt werden.
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AMD Phenom II X4 965 BE C3 - Titelbild


AMDs neue Prozessor-Revision weiß zu gefallen - mehr aber auch nicht. Wer Quantensprünge erwartet, der wird enttäuscht. Das neue C3-Stepping ist eine solide Weiterentwicklung des bewährten C2-Pendants und kann in Sachen Leistungsaufnahme Punkten.

Die offizielle Unterstützung von DDR3-1333 bei der Verwendung von mehr als einem Speicherriegel pro Kanal ist ebenfalls eine Verbesserung, wenngleich sie wohl für viele User eher kosmetischer Natur sein dürfte. Denn erstens ist die Vollbestückung mit RAM (zwei Riegel pro Kanal, vier Riegel insgesamt) noch immer die Ausnahme und zweitens gab es bereits bei vielen Prozessoren im C2-Stepping keine Probleme bei dem Betrieb von vier Speicherriegeln mit DDR3-1333. Wir konnten beispielsweise mit keinem Athlon II- oder Phenom II-Prozessor bei Verwendung von vier Speicherriegeln mit DDR3-1333 Probleme beobachten und selbst im Alltagssystem eines Redakteurs laufen vier Speicherriegel mit 677 MHz bei Timings von 7-6-6-19 und einer Command Rate von 1T - und das über Monate hinweg absturzfrei. Nichts desto trotz ist der offizielle Support dieser Einstellung von AMD ein Fortschritt, da jeder User, der einen Phenom II / Athlon II im Produktiveinsatz hat, wahrscheinlich mit der Einstellung von DDR3-1066 gearbeitet hat, da dies der offizielle Maximaltakt war.

Was wir nicht gut finden, ist die Beibehaltung von 1,40 Volt CPU VID beim Topmodell Phenom II X4 965 BE. Einerseits ist es erfreulich, dass dieses Modell trotz der hohen Betriebsspannung eine TDP-Klasse tiefer eingestuft werden kann, andererseits ist ein Phenom II X4 955 BE im C2-Stepping mit 1,35 Volt CPU VID deutlich genügsamer, wenn er identisch getaktet wird. Insofern hätte AMD hier in Sachen Leistungsaufnahme weitaus mehr tun können. Zwar dürfte ein Sprung in die TDP-Klasse von 95 Watt unrealistisch sein, eine Zwischenstufe bei 105 Watt dürfte hingegen realisierbar sein. Aber dieses Potenzial verschenkt AMD und "opfert" eine mögliche Einsparung zugunsten der Übertaktbarkeit.

Die Übertaktbarkeit bleibt hingegen ähnlich dem C2-Stepping. Wir konnten mit 3.762 MHz einen Maximaltakt erreichen, der um 45 MHz über dem unseres Phenom II X4 955 BE-Samples liegt - dafür liegt jedoch auch die Betriebsspannung um 0,05 Volt höher. Insofern sind beide Prozessoren de facto pari und es gibt hier keine Überraschungen.

Insgesamt sind wir vom neuen Stepping überzeugt, ein echter Quantensprung ist es hingegen (erwartungsgemäß) nicht.

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