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Wir haben bereits die CM Version mit 480 Watt von be quiet! getestet und zeigen nun auf, wie das E7 400 W gestaltet wurde. Sowohl Unterschiede, als auch Gemeinsamkeiten konnten wir festhalten, welche wir nun auf den folgenden Seiten präsentieren. Ob das E7-400W/BN113 auch ohne Kabelmanagement überzeugen kann, zeigt der Test. Wir danken Listan für die Bereitstellung des Testmusters und wünschen unseren Lesern wie immer viel Spaß.

[break=Produkteigenschaften]
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Wie das CM-480 wird das hier vorliegende Netzteil in einem schmalen Karton angeliefert, welcher auf einem vom schwarzen Grundton farblich abgehobenen Streifen die Leistungsklasse und die Serienbezeichnung aufzeigt. Das "Cable Management" als Hauptmerkmal der Serie entfällt ebenso wie die separaten Lüfteranschlüsse. Zudem verspricht der Aufdruck eine hohe Effizienz, die für das 80Plus Bronze Logo ausreichend war. Ebenso im Vordergrund stehen die leise Kühlung und dass in Deutschland entworfene Konzept.

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Neben dem Benutzerhandbuch u.a. in Deutsch verfasst, welches allgemeine Produkt- und Kontaktinformationen enthält, werden ein Kaltgerätestecker, die Schrauben und auch diverse Kabelbinder mitgeliefert. Das Netzteil selbst fehlt natürlich auch nicht und wurde stabil verpackt.

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Das Netzteil selbst im silber-grauen Design, mit dem eingestanzten be quiet! Logo in der Seite, setzt auf wabenförmige Entlüftungslöcher und einzelne, gerade aufgereihte Gitterstäbe statt eines rundlichen Lüftergitters. Dies ist je nach Geschmack zu beurteilen, mit Sicherheit aber gewöhnungsbedürftig und etwas teurer als die klassische Variante. So jedenfalls versucht man sich von anderen Geräten ab zu grenzen.

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Der im Betrieb selbst unter hoher Last sehr leise 120 mm Lüfter kommt erneut aus der SilentWings Serie, hierbei handelt es sich jedoch um den BQT-T12025-LF und nicht MF. Einen genauen Unterschied konnten wir leider nicht ausmachen, da uns keinerlei Daten vorliegen. Wie erwähnt verhält sich dieser aber ähnlich erträglich und es tritt kein Klackern auf, was auf das leise, aber dennoch langlebige Lager zurück zu führen ist. Gesondert sehen wir unten die am Gehäuse verklebte Schutzfolie.

[break=Leistung und Anschlüsse]
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Insgesamt fällt das 400 W Gerät natürlich etwas schwächer als die 480 W Version aus. Das äußert sich vor allem bei +12 V mit 80 W, weniger bei den kleinen Schienen mit 10 W geringerer Combinedleistung. Mit 3,6 W und 15 W sind sowohl -12 V als auch +5 VSB identisch dimensioniert worden.



An eine Leitungsmuffe wurde ebenso gedacht wie an eine weiche und durchgängige Ummantellung der Leitungsstränge. Leider wird hier nur ein einziger Grafikanschluss integriert, immerhin mit 6-/8-pin Kopfstück. Vielleicht hätte man hier zwei bieten können, während der 4-pin ATX12V und 8-pin EPS12V Stecker zu einem 4+4-pin Stecker zusammengefasst werden könnten. Zwei Floppyanschlüsse sind mit ca. 10 Cent pro Stück in der Produktion sehr günstig, aber überflüssig. Die Länge der Hauptanschlüsse ist ausreichend für die meisten Systeme und auch die Höhe der Stecker bei den Peripherieleitungen hinterlässt einen zufrieden stellenden Eindruck.

[break=Elektronik]
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Während man sich bei den E7-CM noch die Zusatzplatine wegdenken musste, wird hier die Ähnlichkeit zu den L6/L7 noch deutlicher, weswegen der höhere Kaufpreis hier noch schwieriger zu rechtfertigen ist. Die vier gestanzten Kühlkörper sind ausreichend dimensioniert und die Struktur ist übersichtlich und klar. Das gilt auch für die Lötqualität unterhalb der Hauptplatine, während die Eingänge etwas gröber gelötet wurden. Ein einziger Transformator mit der Beschriftung DASH und weitere Merkmale lassen wieder auf die Herkunft bei FSP schließen. Sehr gut sieht man den recht großen Abstand zum Gehäuse, was für eine gute Luftzirkulation sorgt, zumal bei 400W nicht allzu viel Verlustleistung entsteht.

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Hinter dem AC Inlet wurde ein X-Kondensator mit einem Kabelbinder befestigt und zusätzlich verklebt. Was zunächst etwas schmierig erscheint, erweist sich als stabile Methodik. Zwei weitere Y-Kondensatoren sind lokalisierbar und dem PE-Leiter wurde ein Ferritkern spendiert, den Hauptleitern gleichermaßen. Dafür fehlen Schrumpfschläuche oder Verschlusskappen als Schutz vor Kontakten.

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Auf der eigentlichen Mittelklasseplatine setzt sich das durch eine Schmelzsicherung, zwei Gleichtaktdrosseln und einer weiteren Drossel gegen den Stromanstieg auf den Rückleitern fort. Letzterer ist aufgrund der hohen Ströme durch die Kurzschlussfunktion der Entstörkondensatoren eine sinnvolle Ergänzung, wenn auch nicht zwingend notwendig für den Betrieb. Es handelt sich viel mehr um eine Vorsichtsmaßnahme bei der in das Netz zurücklaufenden Energie. Ebenso zu finden sind zwei weitere X- und Y-Kondensatoren. Im Design sind auch hier für andere Leistungsbereiche größere Komponenten geplant. Ingesamt ist die EMI-Filterung durchschnittlich, wobei ein MOV als passiver Überspannungsschutz primärseitig leider fehlt.

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Hinter der gut dimensionierten Gleichrichterbrücke liegt eine Speicherdrossel des active PFC, worauf der Siebkondensator von Teapo folgt. Dieser ist auf 105°C spezifiziert und mit etwas schwachen 270 Mikrofarad dimensioniert. Für 400W ist dies jedoch ausreichend. Die Spannungsfestigkeit beträgt 420V. Schön zu sehen ist auch die Plastikhaube, die bei Berührungen vor Kurzschlüssen schützt.

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Sekundärseitig werden nach den zwei Speicherdrossel recht alte CapXon Modelle zur Filterung eingesetzt. Aktuellere 2200 Mikrofarad-Modelle wären im Formfaktor wohl etwas kleiner dimensioniert mit geringeren Folienabständen und anderer Elektrolytformel, was man an den benachbarten OST Modellen gleicher Kapazität sieht. Nach der bisher sauberen Verarbeitung missfällt uns die Schiefe Anbringung der Kondensatoren und insbesondere des einen, der mit einem Kabelbinder aus Platzgründen an den Leitungen befestigt wurde. Das mag zur Lautstärke beitragen, ästhetisch ansprechend und bombensicher ist es hingegen nicht - trotz der Schrumpfschläuche. Letztere hätten wir dafür gerne vermehrt an den Ausgangsleitungen angetroffen. +5 V wird über OST Kondensatoren geglättet aus der RLS Reihe, wie sie sehr häufig bei FSP, teils Acbel und mitunter Seasonic zum Einsatz kommen. Einige orangefarbene Potentiometer liegen um den Sicherungschip verteilt.

[break=Messwerte]

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Die Messwerte sind weitestgehend mit denen der CM-480 Version vergleichbar. Hier startet der Leistungsfaktor etwas niedriger, da liegt die Effizienz etwas höher. Der Spannungsabfall über alle Lasten hinweg ist nur bei den kleinen Schienen etwas anders.

+12 V ist extrem stabil und bricht erst mit Überlast etwas ein, auch +5 V und +3,3 V können sich sehen lassen. Jede Schiene fällt nur knapp unter ihr Optimum, ohne zu hoch zu starten. Die PFC liegt wie erwähnt zunächst etwas niedriger, ansonsten erreicht dieser Wert aber auch knapp 0,97. Der Wirkungsgrad gestaltet sich sehr durchschnittlich in der Praxis und liegt knapp unter dem E7-480. Beide überschreiten jedoch 86 %.

[break=Fazit]
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Zwar liegt der Kaufpreis des Straight Power E7 mit 50€ auf dem Niveau der anderen 400 Watt Netzteile am Markt und nur etwas über dem älteren E6, dennoch sind die Unterschiede zu gering, um sich von den L6/L7 inhaltlich absetzen zu können. Besonders das 530 W Modell kostet im Prinzip genau so viel und nicht jeder wird den leiseren Lüfter oder die ummantelten Leitungen als ausreichenden Vorteil bezeichnen. Gleichermaßen dringen immer mehr Budgetnetzteile wie das Arctic Cooling 500W in das niedrige Preissegment vor. Das macht eine dominante Marktposition für be quiet! schwierig.

E7 CM-480 E7 400
Lüfter: BQT-T12025MF
Lüfter: BQT-T12025LF
Steckersystem: Kabelmanagement
Steckersystem: Festanschlüsse
Feature: Lüfteranschlüsse
-
Kondensatoren (Primär; sekundär): Teapo 105°C; OST/Teapo 105°C
Kondensatoren (Primär; sekundär): Teapo 105°C; OST/CapXon 105°C


Trotzdem gestaltet sich das Netzteil durch seine Metallstreben statt dem Lüftergitter und den teuren Rotor individuell genug, um auffallen zu können. Weiterhin ist das Spannungsniveau extrem konstant, was sich besonders bei +12 V äußerst, deren Verlauf weniger einem Abfall, sondern einer Gerade ähnelt. Erst bei hoher Last ändert sich das Bild. Während dessen fällt +5 V kontinuirlich, aber nicht dramatisch ab. Gleichermaßen ist der Leistungsfaktor adäquat, wobei die Effizienz mit etwas über 86 % keine neuen Rekorde aufstellt. Insbesondere bei 10 % Last liegt diese noch sehr niedrig und die Konkurrenz hat dort zuweilen mehr zu bieten.

Bei der Elektronik hinterlassen die taiwanesischen 105°C Kondensatoren ein weitestgehend gutes Bild und für ausreichende Filterstrukturen im Eingangsbereich wurde gesorgt. Das gilt allerdings nicht für den MOV, welchen wir gerne vorgefunden hätten und die fehlenden Isoliermaßnahmen im Inneren. Selbst wenn mit Folien am Gehäuse gearbeitet wurde, sind Schrumpfschläuche eine passende Ergänzung. Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass sich die bauhohen Elektrolytkondensatoren an +3,3 V und +12 V schief empor strecken. Ein weiterer wurde aus Platzgründen willkürlich an den Leitungssträngen befestigt. In diesen kurzen Momenten wirkt die Verarbeitung trotz der klaren Struktur unpassend. Das ist angesichts der sonst herausragenden Lötqualität schade. Trotz der guten Sicherheitsabstände wäre zudem keine Bautiefe von 16 cm nötig gewesen.

Bei den Anschlüssen ist die Länge der Leitungen in Ordnung und es werden ansich genug Stecker geboten, wobei ein einziger PCIe Stecker trotz 6/8-pin Kopf etwas mager wirkt, wenn das Pure Power 350W bereits einen bietet. Dagegen ist die Ummantellung der Leitungen sehr vorbildlich, da kein billiger Sleeve gewählt wurde und das Gewebe damit sehr dicht und weich ist.

Insgesamt zeigt sich uns ein äußerlich stabiles und leises Netzteil, dass abseits der Messwerte nicht punkten kann. Der fehlende MOV und der geringe Abstand zum L7 530W machen das E7 400W zum guten, bei der Marktsituation aber nicht zum attraktivsten Produkt. Angesichts des Wirkungsgrades wird man ebenso bei anderen fündig. Als Bonus kann man nach wie vor die Serviceleistungen anrechnen. Aber auch das maskiert letzten Endes nur die sehr simple Design-Basis.

Am Ende entscheidet der für die Leistung vernünftige Preis über den Kauf. Es bleibt also jedem selbst überlassen, ob er auf Innovation verzichtet und einige Schwächen in Kauf nimmt, um ein sehr gut reguliertes 400W Gerät zu erhalten.

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