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    Cougar CMX 550W



    Nachdem wir bereits drei unterschiedlich teure 550 W Netzteile getestet haben, ist nun ein weiteres Modell mit 550 W bei uns eingetroffen. Beim Nachzügler handelt sich um das aktuelle Cougar CMX, welches die neuere Version der CM-Serie darstellt. Als teuerstes Fabrikat in dieser Runde wird es schwierig, sich gegen die anderen Probanden zu behaupten. Umso spannender ist der Vergleich zwischen den vier Netzteilen, weshalb wir auch im Rahmen dieser Einzelvorstellung die Unterschiede festhalten.

    Heute werden wir allerdings auch untersuchen, ob markante Unterschiede zum CM 550W bestehen oder nur dezente Abänderungen vorgenommen wurden. Cougar betont primär den geringen Standby-Verbrauch (ErP/EuP-Ready) als auch den 140 mm-großen "Hydro-Dynamic" Lüfter. Zuletzt genannter soll laut Angabe langlebiger sein als das Vorgängermodell. Das können wir in diesem Test nicht überprüfen, wohl aber einen Blick auf die Lautstärke werfen. Weiterhin haben wir wie üblich den Wirkungsgrad gemessen und zeigen auf, ob das Modell die Überlast übersteht.


    Preisvergleich


    [break=Produkteigenschaften]


    Im Lieferumfang des Cougar CMX sind die zur Installation notwendigen Befestigungsschrauben und das Kaltgerätekabel enthalten. Weiterhin legt Cougar dem Paket einen Aufkleber mit Herstellerlogo und ein knappes Benutzerhandbuch bei. Die modularen Anschlussleitungen sind ebenfalls vorhanden, denn das Modell verfügt über ein "flexibles Kabelmanagement". Wie wir gleich noch sehen werden, sind die Mainboard- und ein PCIe-Stecker immer noch fest angeschlossen. Cougar wirbt, wie bereits erwähnt, mit dem 140 mm Lüfter, der leise und langlebig sein soll. Die "all in one" Leitungen sind sowohl mit Anschlüssen für SATA-, als auch Steckern für PATA-Geräte bestückt. Schutzfunktionen wir OCP, SCP, OVP, UVP und OPP sind vorhanden. Ansonsten gibt Cougar an, japanische Kondensatoren verwendet zu haben, was allerdings nichts über die Gesamtqualität aussagt. Ein Wirkungsgrad von bis zu 89 % soll laut Hersteller möglich sein. Zusätzlich bietet Cougar 3 Jahre Garantie - inklusive Support. Das ist zeitlich gesehen sicher etwas weniger als bei einigen Konkurrenten, primär sollte aber die Qualität der Serviceleistungen interessieren. Oft übersteigen die Garantiezeiten ohnehin die gängige Betriebsdauer - und die Lebenszeit so mancher Marke.



    Wie üblich ist die Lackierung der CMX-Baureihe orange, sie wird jedoch an den wabenförmigen Entlüftungslöchern, dem Bereich um das "Lüftergitter", als auch der Unterseite von schwarzen Flächen unterbrochen. Der farbliche Kontrast und das robustere Gehäuse-Design machen deutlich, dass Cougar bzw. HEC Erfahrung mit Metallverarbeitung hat. Ein breiter Netzschalter ist links neben der Steckerbuchse für den Netzanschluss zu finden. Markant bringen sich das Cougar-Logo und der -Schriftzug ins Spiel, die an allen Ecken und Enden des Netzteils zu finden sind. Die Bautiefe beträgt 16 cm. Hinzu kommt das leicht hervorstehende Stecker-Panel für das "Kabelmanagement".



    Das CMX setzt auf zwei getrennte +12 V-Schienen, die auf 28 bzw. 20 A maximale Belastbarkeit angegeben sind. Die angepriesene "dynamische Lastverteilung" bedeutet hierbei nichts Anderes, als dass die Leistung der gemeinsamen Quelle (480 W), die Last bedarfsorientiert auf beide Schienen verteilen kann. Mehr als ein Begriff aus dem Marketing steckt also nicht dahinter. Die beiden kleineren Schienen +3,3 V und +5 V leisten zusammen 120 W, während +5 VSB auf 3 A angegeben ist.

    [break=Anschlüsse und Leitungslängen]


    Wie so oft werden die Steckerbuchsen für die GPU-Anschlüsse (rot) farblich von denen für die Peripherie-Leitungsstränge getrennt (schwarz). Theoretisch könnte das Panel noch weitere Leitungsstränge aufnehmen. Erneut setzt Cougar den weiß-orangen Sleeve ein, der sehr dicht gewebt ist und nur kurz vor den Anschlüssen unterbrochen wird. An den Molex-Steckern befinden sich erfreulicherweise Abziehhilfen, auch wenn die Bemühungen hier nicht ganz ausreichen, um einen Award zu erhalten. Links, und bereits fest angeschlossen, liegen der 24-pin, die CPU-, als auch ein 6-pin PCIe-Stecker.



    Gemessen an der Konkurrenz liegt Cougar im unteren Mittelfeld was die Anschlussvielfalt betrifft. Die Leitungen des OCZ Fatal1ty etwa erreichen zwar nicht ganz die Länge der Leitungen des Cougar Netzteils, sind dafür aber mit einem PATA-Stecker mehr bestückt. Bei Benutzung des 15 cm langen Floppy-Adapters fällt außerdem ein weiterer bei Cougar weg. Dafür ist Cougar bei den CPU-Steckern etwas großzügiger und bietet mit einem 4+4-pin ATX12V als auch 8-pin EPS12V Anschluss mehr als die Kandidaten von OCZ und Antec. Dennoch darf nicht unterschlagen werden, dass Cougar das teuerste Modell ins Rennen geschickt hat, was allerdings auch der Aktualität geschuldet ist. Zwei 6-pin und ein 6/8-pin PCIe-Stecker sind mehr als ausreichend für diese Nennleistung.

    [break=Elektronik]


    Viel hat sich im Inneren der Netzteile nicht getan. Abgesehen von etwas stärkeren und mehr Gleichrichterdioden sekundär ist nur der Querschnitt von Phase- und Neutralleiter vergrößert worden. Hier und da wurde gegenüber dem schwächeren A-Modell also lediglich an der Dimensionierung gearbeitet. Mehr hat Cougar allerdings auch nicht versprochen. Merkwürdig ist lediglich, dass der Querschnitt der beiden eingehenden Leiter bis zum Netzschalter etwas geringer ist, als der vom Netzschalter zum Haupt-PCB. Sinn macht das keinen. Sehr gut fällt wie so oft die Isolierung des Eingangsbereiches auf. Ein Sicherungschip von Weltrend wurde auf einer Schwesterplatine im Sekundärschaltkreis platziert. Markant ist die etwas klein geratene PFC-Drossel, was normalerweise nicht sehr förderlich für die Welligkeit der Spannung im Netzteil selbst ist. Möglicherweise hatten die Ingenieure hier ihre Gründe, denn zu groß darf die Drossel auch nicht werden, damit der Strom dem Spannungsverlauf noch hinterherkommen kann. Sonst wäre dem Zweck eines besseren Leistungsfaktors nicht gedient. Die Elkos stammen von Nippon-Chemicon und Teapo. Japanisch ist also lediglich der große Siebelko.

    [break=Kühlung und Lautstärke]


    Der Lüfter mit "hydro-dynamic bearing" trägt die Modellnummer PLA14025S12M und setzt auf sieben dünne, flache Lüfterblätter. Die früheren Cougar-Modelle hatten Lüfter von Young-Lin verbaut, während dieser hier von Power Logic stammt. Wir werden gleich sehen, ob sich der Lüfter positiv in unseren Messungen widerspiegelt. Die beiden Leitungen zur Stromversorgung hätten in der Mulde verklebt werden können, um zusätzlichen Halt zu gewähren.

    v


    Wie wir sehen, ist das Modell bei 10 % Last noch unterhalb von 20 dBA und macht sich lautstärketechnisch nicht bemerkbar. Bis einschließlich 80 % bleibt die Lautstärke erträglich. Der neue Lüfter samt Steuerung scheint sich ausgezahlt zu haben. Danach muss allerdings auch das Cougar aufdrehen, um die Abwärme ausreichend abtransportieren zu können. 30 dBA bilden den Maximalwert in unserem Test. Damit ist das Cougar etwas lauter als ein OCZ Fatal1ty, aber leiser als das Antec True Power New.

    [break=Messungen]
    Spannungsregulation

    Belastung +3,3 V +5 V +12 V1/V2
    ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------------
    10 % +1,21 % +1.60 % +2,81 % / +2,63 %
    20 % +0,98 % +1,10 % +2,8 % / +2,3 %
    50 % +0 % +0,3 % +2,62 % / +2,14 %
    80 % -0,99 % -0,8 % +2,5 % / +2 %
    100 % -1,53 % -1,2 % +2,42 % / +1,89 %
    110 % -2,1 % -2 % +2,42 % / +1,8 %


    Während +3,3 V und +5 V beide auf etwa -2 % abfallen, liegen +12 V1 und V2 selbst bei Überlast oberhalb des Sollwertes. Das hängt wie so oft mit der großzügigeren Dimensionierung der +12 V-Schienen zusammen. Wir haben hier also ein Indiz dafür, dass die Angaben auf dem Label realistisch sind. Problematisch ist dabei nur der etwas hohe Startwert, welcher aber nach wie vor innerhalb der Spezifikation liegt. Die kleineren Schienen beginnen bei 10 % Last mit einem moderat hohen Wert.

    Ripple & Noise

    Belastung +3,3 V +5 V +12 V
    ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------------
    10 % 19,00 mV 21,20 mV 22,60 mV
    20 % 14,90 mV 12,10 mV 36,60 mV
    50 % 23,70 mV 20,30 mV 48,90 mV
    80 % 32,20 mV 27,00 mV 56,50 mV
    100 % 38,10 mV 35,90 mV 63,40 mV
    110 % 39,60 mV 38,40 mV 66,20 mV


    Auf +12 V zeigt das CMX - wie schon das A450 - markante Unterschwingungen im Verlauf, die allerdings nicht zu dramatischen Gesamtwerten führen. Mit maximal 66,20 mV erreicht das CMX die Hälfte des laut ATX-Spezifikation zulässigen Wertes. Die kleineren Schienen sind mit rund 40 mV etwas näher am Limit, aber nach wie vor vertretbar. Allerdings können OCZ und Antec mit ihren 550W Modellen dem Cougar Paroli bieten.

    Wirkungsgrad und PFC

    Belastung Wirkungsgrad 230 VAC PFC 230 VAC
    ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------------
    10 % 75 % 0,750
    20 % 84 % 0,877
    50 % 87 % 0,932
    80 % 86 % 0,945
    100 % 85 % 0,948
    110 % 84 % 0,950


    Bei 10 % Last liegt der Wirkungsgrad etwas unter den Erwartungen. Diverse 80Plus Bronze-zertifizierte Modelle konnten dort 78 % und mehr erreichen. Auch Antec kratzte die 78 %-Marke zumindest an. Bei allen anderen Lasten sind sich die beiden Probanden relativ ähnlich und übertreffen OCZ als auch Techsolo. Letzteres verkraftete ohnehin nicht mal die Überlast, die für Cougar kein Problem darstellt. Auch der Leistungsfaktor ist beim CMX 550 W befriedigend.

    [break=Fazit]


    Das Cougar CMX 550 W bietet abgesehen vom robusteren Gehäuse keine neuen Alleinstellungsmerkmale. Allerdings leistet sich das Modell auch keine nennenswerten Schwächen. Die Restwelligkeit ist moderat und die Geräuschentwicklung des neuen Lüfters hinterlässt einen positiven Eindruck. Lediglich die Vielfalt an Peripherie-Anschlüssen könnte noch ausgebaut werden.

    Da der aktuelle Preis sicherlich noch fallen wird, ist der Vergleich mit den betagteren Techsolo-, OCZ- und Antec-Netzteilen schwierig. Aufgrund der kurzen Produktlebenszyklen dürfte insbesondere das ältere Fatal1ty bald auslaufen. Ohne Zweifel übertrifft Cougar das Techsolo deutlich, welches sich bei 50 % Last verabschiedet hat, während die Überlast für Cougar kein Problem darstellte. Was die Anschlussvielfalt betrifft, bietet das günstige OCZ einen PATA-Anschluss mehr und setzt ebenfalls auf ein modulares Kabelmanagement. Nur Antec bietet diesbezüglich noch mehr. Dafür beeindruckt Cougar mit einem sehr langen Leitungsstrang für den 4+4-pin ATX12V-, als auch den 8-pin EPS12V-Stecker. Auch der 24-pin- (55 cm) und die drei PCIe-Anschlüsse (50 cm) sind gut bemessen. Insgesamt liegt Cougar irgendwo im Mittelfeld, was die Anschlussvielfalt betrifft. Ausbaufähig wäre die Konfiguration dennoch.

    Im Inneren setzt Cougar sein gewohnt gutes Design ein, das stark an die Vorgängermodelle, als auch die A-Serie erinnert. Stärkere Gleichrichterdioden (gegenüber dem A450) gepaart mit einer gut ausgebauten EMI-Filterung als auch der Einsatz aktueller Schutzmechanismen bilden ein sehr zufrieden stellendes Gesamtbild. Fraglich ist nur, warum der Phase- und Neutralleiter vor und nach dem Netzschalter einen unterschiedlichen Querschnitt aufweisen. Das schwächere Transportmedium limitiert im Zweifel und bildet einen Flaschenhals. Vermutlich wurde bei diesem Testmuster einfach in den falschen Karton gegriffen. Dennoch kann Cougar überzeugen, was vor allem an den zahlreichen Isolierungen liegt, wie sie etwa an der Steckerbuchse für den Netzanschluss zu finden sind.

    Ein Wirkungsgrad von mehr als 87 % wird in der Spitze erreicht, wogegen die 75 % bei 10 % Last nicht ausreichen, um Antec mit ca. 78 % in die Enge zu treiben. Auch bei der Restwelligkeit und dem mit einigen Transienten durchzogenen Spannungsverlauf auf +12 V kommt Cougar nicht ganz an das günstigere True Power New heran. Mit einem Spitze-Spitze-Wert von etwa 66 mV auf +12 V schneidet Cougar aber auch nicht sonderlich schlecht ab und übertrifft OCZ in Sachen Spannungsqualität.

    Insgesamt ist das Cougar CMX mit 550 W auf dem Niveau des OCZ Fatal1ty anzusiedeln. Gemessen daran ist es relativ teuer, aber auch kein Fehlkauf, wenn dem Kunden das robuste Gehäuse mit (wahrscheinlich) hoher Schirmwirkung zusagt. Außerdem konnte Cougar, wie schon bei der A-Serie, die anfangs hohe Restwelligkeit der CM-Serie ausmerzen. Außer dem leiseren Lüfter und anderen Details sind jedoch auch keine großen Unterschiede gegenüber dem A450 zu erkennen. Wer sich das CMX also kaufen möchte, weil er die abnehmbaren Anschlüsse bevorzugt, sollte auf einen Preisnachlass im Handel warten.

    -> Kommentare
    Geändert von Nero24. (17.08.2013 um 22:06 Uhr)

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