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    Vergleichstest: JCP MI-111 gegen Lian Li PC-Q07A

    JCP vs. Lian Li

    Dieser Test ist sozusagen eine Premiere auf Planet 3DNow! Erstmals gehen wir in den mITX-Bereich und haben nicht nur eine Plattform als Neuzugang zu vermelden, sondern auch gleich zwei Gehäuse für den Test zur Verfügung.

    Viel Leistung auf kleinem Raum ist durch den mITX-Standard möglich und inzwischen gibt es hier auch das ein oder andere Board mit guter Technik auf dem Markt, leider nur zu selten für AMD-Systeme. Vor allem im Home-Entertainment-Segment bietet sich ein kleineres Gehäuse an und lässt sich meist unauffällig einfügen. Im heutigen Test stehen sich indirekte Konkurrenten gegenüber - das JCP MI-111, das eher auf Klavierlack-Optik setzt und das Lian Li PC-Q07 aus Aluminium in matter Optik. Wie sich beide schlagen, erfahrt ihr auf den nächsten Seiten. Viel Spaß beim Lesen!

    Im Vorfeld möchten wir uns noch für die Unterstützung durch SAPPHIRE, Xilence und JCP bedanken, ohne die dieser Test nicht möglich gewesen wäre.[BREAK=Formfaktoren]Der mITX-Standard beschreibt wie jeder andere Formfaktor die Abmaße eines Mainboards. In diesem Fall sind es 17 x 17 cm und somit knapp ein Drittel der Fläche eines ATX-Mainboards. Klar dürfte im Folgenden sein, dass sich hieraus auch Einschränkungen ergeben. Die Zahl der Erweiterungsslots ist auf einen einzelnen beschränkt. Weiterhin setzen die Hersteller auch teils auf Notebookhardware, zum Beispiel bei den WLAN-Modulen oder den RAM-Bänken.

    Bei SFX handelt es sich um einen Größenstandard für Netzteile. Diese sind auch kleiner ausgeführt, um den Anforderungen an ein kleines Gehäuse gerecht zu werden. Die Ausstattung ist weitestgehend gleich mit den sonst gewohnten ATX-Netzteilen. Die einzelnen Stränge sind kürzer ausgeführt und nicht so zahlreich. Bei wenig Raum ergibt sich nur in vielen Fällen das Problem, dass man nicht weiß, wo man mit der entstehenden Wärme hin soll. Somit sind oftmals kleine, hochdrehende Lüfter notwendig, die im Endeffekt mehr Lärm als Luftdurchsatz entwickeln. Inzwischen hat sich auch in diesem Bereich etwas verbessert, denn in effizienteren NTs (erkennbar an der 80PLUS-Zertifizierung) mit entsprechend weniger Abwärme kann auch der Lüfter etwas entspannter arbeiten.[BREAK=Vorstellung der Testplattform – Teil 1]
    ITX-Test


    Für diesen Test konnten wir SAPPHIRE gewinnen, die uns freundlicherweise das mITX-Mainboard IPC-AM3DD785G und eine Grafikkarte im Low-Profile-Format vom Typ AMD Radeon 5570 DP mit 1 GB zur Verfügung stellen. Im Folgenden sollen nun diese beiden Komponenten und vor allem auch ihre Besonderheiten näher beleuchtet werden.

    Das SAPPHIRE IPC-AM3DD785G wird unter den Industrie-Mainboards geführt und soll durch besonders hohe Temperaturbeständigkeit glänzen. Obwohl der Hersteller hier nur eine Freigabe bis 65 W TDP gibt, finden sich in der CPU-Support-Liste Modelle mit 125 W.

    Die Eckdaten laut SAPPHIRE:

    ITX-Test


    Der Markt für AM3-fähige mITX-Boards ist sehr klein und beim SAPPHIRE hat man ganz klar den Vorteil, dass man ausschließlich auf handelsübliche Desktop-Komponenten zurückgreift. Der RAM ist hier vor allem ein Kriterium, denn Notebookspeicher ist in den meisten Fällen teurer. Obwohl für die Industrie gedacht, muss man zum Glück keinen ECC- oder registered-Speicher verwenden, die sonst in diesem Bereich üblich sind, um Datenfehler zu vermeiden beziehungsweise korrigieren zu können. Der Aufmachung ist dementsprechend auch die Herkunft anzusehen. Alles ist sehr solide ausgeführt und die Anschlussvielfalt ist manch „größerem“ Board überlegen. Von vornherein stehen sechs USB 2.0-Ports zur Verfügung, also genug Platz für Erweiterungen. Für die Industrie auch eher unüblich ist die Bereitstellung eines 6-Kanal-Sounds. Vier SATA-Ports sind ausreichend für den angestrebten Einsatzort und - hier muss man SAPPHIRE loben - man hat sogar noch an einen IDE-Anschluss gedacht. Viele Nutzer haben noch DVD-Laufwerke im Einsatz, die technisch gesehen meist immer noch auf der Höhe der Zeit sind. BluRay ist noch nicht so verbreitet, dass man hier unbedingt aufrüsten müsste. Mit HDMI und der AMD Radeon HD 4200 im Chipsatz hat man aber auch die Möglichkeit, HD-Inhalte ohne Probleme auf einem geeigneten Fernseher wiedergeben zu lassen. Mit dem PCIe 16x-Slot zur Installation einer dedizierten Grafiklösung steht in Sachen Leistungsfähigkeit alles offen.

    ITX-Test


    Das Layout des SAPPHIRE IPC-AM3DD785G ist gelungen, weist aber auch einige Makel auf. Der zur Verfügung stehende Platz ist wohl das größte Problem. Es gibt so gut wie keinen Millimeter Freiraum auf der Platine und so muss man sich bei der Auswahl des CPU-Kühlers zum Beispiel etwas am Layout orientieren. Der von uns verwendete Alpenföhn Panorama ist ein für HTPCs beworbener Kühler und stellt auch kein Problem bei der Installation dar. Nur sollte man vorher den RAM in der unteren Bank eingesetzt haben, ansonsten ist dieser nicht mehr zu erreichen. In den anderen Fällen ist es nicht so kritisch, wenn man einmal die Grafikkarte ausbauen muss, um an den Front-Audio-Anschluss zu kommen.

    ITX-Test ITX-Test ITX-Test


    Wenn man mit der Installation fertig ist und das erste Mal das System in Betrieb nimmt und ins BIOS schaut, herrscht erst einmal Ernüchterung. Die oftmals beliebte Funktion zum Undervolten der CPU ist gar nicht vorhanden, hier muss man im Bedarfsfall auf softwarebasierte Lösungen wie K10Stats zurückgreifen. Hier merkt man wieder die Spaltung zwischen Multimedia- und Industrie-Einsatz.

    ITX-Test
    [BREAK=Vorstellung der Testplattform – Teil 2]
    ITX-Test


    Als nächstes gesellt sich eine Radeon HD 5570 DP mit 1 GB Speicher zu der Plattform, welche ebenso durch SAPPHIRE zur Verfügung gestellt wurde. Die Spezifikationen für diese Grafikkarte schauen wie folgt aus:

    ITX-Test


    Sehr praktisch ist bei dieser Low Profile-Karte, dass SAPPHIRE alle erdenklichen Konfigurationen für die Videoausgänge mitliefert. Entweder mit voller Bauhöhe und allen Anschlüssen (VGA, DisplayPort und DVI-D) oder eben Low Profile mit VGA-Ausgang oder eben DVI-D und DisplayPort. Somit dürfte immer der passende Anschluss zur Verfügung stehen. Die Grafikkarte wird von SAPPHIRE auch noch mit einem HDMI- anstatt dem DisplayPort ausgeliefert. Aufgrund des 40 nm-Fertigungsprozesses ist sie auch noch sehr sparsam und so spricht man von einem Verbrauch von weniger als 45 Watt unter Volllast. Schon allein wegen der kleinen Kühlfläche, die durch die geringe Bauhöhe einfach begrenzt ist, ist dieser Wert annehmbar. Die Lautstärke bleibt lange auf einem äußerst geringen Niveau, sodass sie aus dem laufenden System nicht herauszuhören ist. Erst ab ca. 95°C dreht der Lüfter schlagartig auf die volle Drehzahl und erzeugt ein hörbares Geräusch, welches aber von einem störenden noch weit entfernt ist. Im normalen Betrieb sollte sie durch die gut funktionierenden Stromsparoptionen zudem fast nie in diesen Bereich kommen.[BREAK=Vorstellung der Testplattform – Teil 3]Da das JCP-Gehäuse aus dem heutigen Test auf ein SFX-Netzteil angewiesen ist, hat sich Xilence dazu bereit erklärt, uns ein Exemplar ihres XP250.SFX zu überlassen. Mit 250 W hat es genügend Leistung, um alle Komponenten auch unter Last ohne Probleme zu versorgen. Eine 80PLUS-Zertifizierung rundet das Gesamtpaket ab und macht es in Zukunft zu einem festen Bestandteil der Plattform, wenn ein solches Netzteil benötigt wird.

    Es verfügt über den 24-poligen ATX-Stecker sowieso einen P4-Stecker zur Versorgung. Dazu gesellen sich zwei Stränge für Laufwerke oder ähnliches mit zwei SATA-Steckern, zwei 4-poligen Molex-Steckern, sowie einem zur Versorgung eines Floppy-Laufwerks.

    Xilence XP250.SFX


    Xilence XP250.SFX


    Die weiteren Komponenten sehen wie folgt aus:
    • Prozessor: AMD Athlon II X2 220 mit 2 x 2,8 Ghz
    • Kühler: Alpenföhn Panorama
    • Arbeitsspeicher: Kingston KVR1333D3N9/2G ; 2 GB ; DDR3-1333 ; CL9
    • Festplatte: 3,5“ - Samsung HD321KJ oder 2,5“ - Fujitsu MHZ2250BH G2
    • (Netzteil: be quiet! L7 mit 350 Watt)
    Der AMD Athlon II X2 220 liegt mit seinen 65 W TDP bei dem Maximalwert, den SAPPHIRE offiziell angibt für das IPC-AM3DD785G. Durch das C3-Stepping eignet er sich zudem gut für die Temperaturmessungen, da man hier anscheinend das seit dem K8 G2-Stepping bestehende Problem beheben konnte. Wir berichteten.

    Der Alpenföhn Panorama durfte auch schon in einem Test seine Leistung zeigen und wird durch seine kompakten Abmaßen für HTPCs vom Hersteller beworben. Außerdem müssen wir auf einen separaten Kühler zurückgreifen, weil der AMD-Prozessor nur „tray“ ausgeliefert wird und somit fehlt der passende Boxed-Kühler. Falls es der Platz nicht zulässt, springt der Boxed-Kühler einer 95 W-Version ein, aber nur zur Illustration. Messungen werden ausschließlich mit dem Alpenföhn Panorama abgenommen, sodass hier eine Vergleichbarkeit gewährleistet bleibt.
    Als Festplatte kommen zwei verschiedene Modelle zum Einsatz. Einmal die Samsung HD321KJ, ein etwas betagteres Modell, die aber einen entscheidenden Vorteil hat. Durch ihre Vibrationen deckt sie jeden Makel bei einem Gehäuse auf. Die entstehenden Schwingungen führen im schlimmsten Fall zu Klappergeräuschen oder eben zu einem Brummen, wenn zum Beispiel die Seitenwände mitschwingen. So etwas ist auf Dauer unangenehm, vor allem da hier nur der subjektive Eindruck ausschlaggebend ist und der Schallpegel oft nicht beeinflusst wird. Falls das Gehäuse eine Möglichkeit zum Einbau einer 2,5“-Festplatte besitzt, wird diese auch ausgenutzt. In bestimmten Fällen ist der Einbau eines 2,5“-Modells auch ratsamer, wie wir später noch feststellen werden.

    Priorität bei der Testplattform bleibt die Kombination von Mainboard, CPU und der Grafikkarte, sodass man hier eine Konstanz bei den Messergebnissen hat.

    Entscheidend ist am Ende aber vor allem, inwieweit die verbauten Komponenten auch gekühlt werden können. Zu diesem Zweck werden alle Komponenten parallel belastet, sodass sich hier der Worst-Case zeigt. Folgende Programme werden hierzu genutzt:
    • Prime95 v26.3 zur Belastung der CPU
    • FurMark v1.8.2 im Stabilitätstest für die Grafikkarte
    • HDTune v2.55 mit seinem Fehler-Scan, um die Festplatte anzusprechen
    Messungen des Schallpegels erfolgen in eine Abstand von ungefähr einem Zentimeter, um hier Verfälschungen durch die Umgebung zu vermeiden. Als Messgerät kommt das Voltcraft SL-100 zum Einsatz.[BREAK=Gegenüberstellung beider Kontrahenten]Wir wollen hier zuallererst mit einer kleinen Gegenüberstellung der Daten und Fakten zu den Gehäusen beginnen. Diese stammen von den Herstellern und sehen so aus:

    ITX-Test


    Auffällig ist, dass Lian Li mit drei Farbvariationen eine gute Auswahl präsentiert. Im Preisvergleich führt man noch drei anderen Farbvariationen, die auf der Seite von Lian Li nicht zu finden waren – gold, blau und grau. JCP bietet hier nur klassisches Schwarz an.
    Preislich bewegen sich das JCP MI-111 (geizhals) und das Lian Li PC-Q07A (geizhals) in durchaus unterschiedlichen Regionen. Das JCP-Gehäuse kostet knapp die Hälfte des Lian Li. Am Ende muss aber auch die Preis/Leistung stimmen, denn diese ist für viele Kunden sehr viel wichtiger.

    Der Lieferumfang ist recht karg bei beiden Gehäusen, aber was soll man auch mitliefern. Beide Gehäuse bieten ein begrenztes Platzangebot, also sind ein Tütchen mit Montagematerial bei beiden schon fast das Optimum, was möglich ist. Durch ein paar Features beim Lian Li legt man diesem noch eine bebilderte Anleitung bei. Fraglich ist nur, warum diese in Schwarz-Weiß auf normalem Papier daherkommen muss, während die Werbung für zusätzliche Produkte auf Hochglanzpapier in Farbe ausgeführt ist. Es wäre wohl besser, die Priorität auf das Produkt statt auf die Werbung zu legen.[BREAK=JCP MI-111 – Äußerlichkeiten – Teil 1]
    JCP MI-111


    Auf vielen Bildern wirkt das JCP MI-111 eher billig, doch dieser Eindruck lässt sich nach dem Auspacken so nicht bestätigen. Von außen lässt sich kein Fehler entdecken, der sich unter anderem in überstehenden Kanten oder großen Spaltmaßen äußern könnte.
    Die Kunststofffront ist in Klavierlack-Optik ausgeführt. Besonders auffällig ist eine blaue Kunststoffröhre, die im Betrieb von unten durch eine LED ausgeleuchtet wird. Von oben hat man eine rote LED eingelassen, die die Aktivität der Festplatte anzeigt. Um die Optik zu wahren, verwendet man eine Blende für ein 5,25“-Laufwerk. Nur ein kleiner Button und die Umrisse der Öffnung zeigen die Funktionalität an. Rechts vom Leuchtstreifen befinden sich von oben nach unten durchgezogen kleine Lüftungsöffnungen. Diese dienen zur Belüftung und vor allem auch im unteren Bereich als Ansaugöffnungen für den Frontlüfter. Links unten hat man hinter einer kleinen Klappe das Frontpanel versteckt. Hier hat man Zugriff auf zwei USB-2.0-Ports und dazu noch einen Kopfhörerausgang sowie Mikrofoneingang. Der Power- und der Reset-Schalter sind unauffällig auf der Oberseite der Frontblende angebracht.

    JCP MI-111 JCP MI-111 JCP MI-111

    JCP MI-111


    Das Gehäuse öffnet sich klassisch. Die Stahl-Abdeckung ist ein U-Profil und mit einem interessanten Lack versehen. Dieser scheint erst glatt gepulvert und dann in einer Art Spritzverfahren mit einem Fleckenmuster versehen worden zu sein. So vermittelt die Oberfläche einen angenehm griffigen Eindruck. Obwohl man bei den kompakten Abmaßen und dem Gewicht am Ende sowieso keine Probleme hat mit dem Tragen.
    Um zusätzliche Belüftung zu gewährleisten, hat man Öffnungen im oberen Bereich der linken und rechten Seite der Abdeckung ausgeschnitten. Dieses Zick-Zack-Muster macht optisch auch mehr her als ein normales Gitter.

    JCP MI-111
    [BREAK=JCP MI-111 – Äußerlichkeiten – Teil 2]Rückseitig sieht man, dass zwei 60 mm-Lüfter in das Heck einsetzbar sind. Unten befindet sich im Auslieferungszustand ein Blech in der Öffnung für das Netzteil.

    JCP MI-111


    Auf der Unterseite sind vier Gummipuffer angebracht, sodass Vibrationen gedämpft werden sollen. Diese sind aber recht dünn und aus so hartem Gummi, dass es fraglich ist, inwieweit diese eine Auswirkung haben. Für die Belüftung eines Netzteils ist im hinteren Bereich eine Gitteröffnung vorhanden. Für das vorhandene Xilence XP250.SFX war diese zwar richtig platziert, aber von der Fläche etwas zu klein.

    JCP MI-111


    Durch das Design bietet es sich eigentlich an, das Gehäuse auf der Seite liegend zu nutzen. So passt es im Wohnbereich besser in viele Fächer. Hier fehlt aber leider eine Lösung zum Hinlegen. Es müsste auf der Seitenwand liegen, wäre nicht entkoppelt und würde zerkratzen, auch wenn der Lack einen soliden Eindruck macht.[BREAK=JCP MI-111 – Innenraum - Teil 1]Das JCP MI-111 wird im Innenraum von der mittig eingesetzten Schiene dominiert. Sie kann im Bedarfsfall sogar herausgeschraubt werden, wenn man die Front mit Hilfe der Kunststoffnippel oben im Festplattenfach und unten im Bereich des verbauten 80 mm-Lüfters herauslöst. Obwohl die Front nicht zusätzlich verschraubt ist, überzeugt der recht ordentliche Sitz selbst nach einigen Umbaumaßnahmen.

    JCP MI-111


    Auffällig ist, dass die Luft durch diverse Löcher in der Mittelschiene nach oben zum Festplattenfach strömen kann. Die Löcher sind entweder gestanzt oder tiefgezogen. Die tiefgezogenen dienen zur Befestigung eines 5,25“-Laufwerks wie zum Beispiel einem DVD-Laufwerk. Dazu nutzt man die mitgelieferten Kunststoffschienen, die in die Bohrungen am Laufwerk gesteckt werden. Danach schiebt man das Laufwerk von vorne in das Gehäuse, wobei die Front auf jeden Fall entfernt werden muss. Unser Testexemplar wies in diesem Bereich leider erhebliche Mängel bei der Verarbeitung auf, die aber in Rücksprache mit dem Hersteller so nicht normal sind. Die Kanten sind bei unserem Sample leider unzureichend entgratet, aber durch die Begutachtung anderer Exemplare ließ sich dieser Fakt relativieren. Die Verarbeitung bewegt sich somit auf gewohntem Niveau und ist nicht weiter zu beanstanden.

    JCP MI-111


    Zur Montage des Mainboards muss man die mitgelieferten Abstandshalter installieren und schon steht dem Einbau nichts mehr im Weg. Die Öffnung für das Backpanel ist sauber geschnitten und hier gibt es keine Probleme. Einen CPU-Kühler sollte man vorher montieren, ansonsten wird es etwas fummelig. Die maximale Höhe für einen CPU-Kühler liegt bei ca. 105 mm. Das folgende Einsetzen ist auch ohne den Ausbau der Mittelschiene möglich. Bei dem verwendeten SAPPHIRE IPC-AM3DD785G gab es keine Kompatibilitätsprobleme, doch ergab sich im Gegentest mit einem anderen Board ein Problem im Bereich der Mittelschiene. Befindet sich der Arbeitsspeicher rechts vom CPU-Sockel und wenn dieser auch noch höher baut, wie die verwendeten Module von Corsair mit den DHX-Kühlkörpern, stoßen die Kühlfinnen an der Schiene an und ein Einbau war nicht möglich.[BREAK=JCP MI-111 – Innenraum - Teil 2]Wie schon eingangs erwähnt, liegt die Priorität bei der der kompletten Plattform. So musste für den Einbau der Grafikkarte der 80 mm-Lüfter in der Front entfernt werden. Der Einsatz einer Grafikkarte ist etwas begrenzt. Diese darf maximal 155 mm lang sein, bevor man Probleme in Richtung des Lüfters bekommt. Weiterhin ist nur Platz für eine Singleslot-Grafikkarte.

    Ebenso musste auf ein optisches Laufwerk verzichtet werden, da der CPU-Kühler zu hoch baute. Der Boxed-Kühler passt hier ohne Probleme. Nächster Punkt beim Einbau war die Festplatte. Diese verfügt leider über keine Entkopplung und es ist nur der Einbau einer 3,5“-Festplatte vorgesehen.

    JCP MI-111


    Die Montage aller Kabel ist dann etwas trickreich, aber lösbar.
    Rückseitig ist ein 60 mm-Lüfter verbaut und es bleibt noch Platz für einen zweiten. Soviel sei schon gesagt, dass man diesen auch benutzen sollte. Die Lautstärke der mitgelieferten Lüfter ist niedrig genug, sodass man hier zu Gunsten der Komponenten entscheiden sollte.

    JCP MI-111 JCP MI-111
    [BREAK=Lian Li PC-Q07 – Äußerlichkeiten – Teil 1]
    Lian Li PC-Q07A


    Das Lian Li PC-Q07 in Silber zeigt einem sofort nach dem Auspacken die gewohnte Lian Li-Qualität. Das gesamte Gehäuse besteht aus Aluminium, wogegen viele Konkurrenten aufgrund des Preises auf Stahl setzen.
    Die Front gibt sich großflächig, ohne groß aufzufallen. Die obere und untere Kante ist stark abgerundet, so wirkt es nicht allzu würfelig. Im oberen Bereich erkennt man die Öffnung für ein 5,25“-Laufwerk und hier setzt man sogar auf eine Aluminium-Blende, die leicht ein- und ausgebaut werden kann. Der Farbton, den man mit dem Aluminium widerspiegelt, passt gut zu den Silber-Tönen bei Laufwerken.

    Links glänzen die beiden Knöpfe für Power und Reset, die aber noch mehr als nur diese einfache Funktion erfüllen. Der Power-Knopf leuchtet blau im Betrieb und steht hier für die Power-LED, während im kleiner ausgeführten Reset-Knopf die HDD-LED integriert ist, die bei Festplattenzugriffen rot leuchtet.

    Lian Li PC-Q07A Lian Li PC-Q07A Lian Li PC-Q07A


    Am unteren Ende hat man nun noch die Möglichkeit, zwei USB-Geräte anzuschließen. Die Ports sind eingelassen und optisch gut verpackt, sodass sie nicht wie häufig bei anderen Gehäuse hinter einer Klappe Platz finden. Leider verzichtet Lian Li auf einen Front-Audio-Anschluss, sodass man immer alle Soundgeräte hinten direkt am Board anschließen muss. Gerade für Kopfhörer wäre hier eine Anschlussmöglichkeit wünschenswert gewesen. Die Seitenwände, die beide durch Lösen der jeweils sechs Schrauben pro Seite entfernt werden können, sind mehr oder weniger mit Lüftungslöchern versehen. Weniger sind es beim Blech, auf dem das Mainboard sitzt und natürlich mehr auf der gegenüberliegenden Seite. Die Passgenauigkeit der Seitenwände wird maßgeblich durch die gesenkten Bohrungen und die Senkkopfschrauben bestimmt.

    Lian Li PC-Q07A Lian Li PC-Q07A Lian Li PC-Q07A
    [BREAK=Lian Li PC-Q07 – Äußerlichkeiten – Teil 2]Die Rückseite des Lian Li PC-Q07 wird von den „großen“ Öffnungen für die Mainboardblende und das Netzteil dominiert. Das Netzteil wird mit Hilfe von Rändelschrauben bequem ein- und ausbaufähig. Durch die länglich ausgefrästen Bohrungen kann man das Netzteil in die Richtung drehen, die einem von der Kühlung her am meisten bringt. So stellte sich immer wieder heraus, dass sich ein saugendes Netzteil oft kontraproduktiv auswirkt, wenn kein Platz in Richtung des CPU-Kühlers vorhanden ist. Der Rest der Rückseite ist mit Kühlöffnungen versehen. Im oberen Bereich sind dies Löcher und unten Schlitze. Weiterhin gibt es kleine Details, die man erwähnen muss. Noch nicht so wichtig ist die mit Luftschlitzen versehene Erweiterungsslotblende. Im unteren Bereich findet sich aber eine größere Bohrung. Diese dient zur Befestigung der entkoppelten 3,5“-Festplatte und ist die Durchführung für den Schraubendreher.

    Lian Li PC-Q07A


    Um die Luftzirkulation noch weiter zu erhöhen, versieht Lian Li die Unterseite des Gehäuses noch mit Luftschlitzen, um eine Art Kamineffekt zu erzeugen. Die kleinen Bohrungen in der Mitte sind für die Befestigung eines 2,5“-Laufwerkes.
    Um die Übertragung von Vibrationen auf den Untergrund zu minimieren, verwendet der Hersteller farblose Gummipuffer in den Ecken der Unterseite. Obwohl an jeder Position ein kleiner Punkt eingestochen ist und somit den Punkt definiert, sind alle Puffer fast schon lieblos einfach nur angeklebt. Bei der sonst tadellosen Verarbeitung ist das unnötig. Klar, man schaut nicht jeden Tag sein Gehäuse von unten an und die Funktion und die Standfestigkeit beeinflusst es auch nicht, aber es wirkt billig daraufgehauen.

    Lian Li PC-Q07A Lian Li PC-Q07A
    [BREAK=Lian Li PC-Q07 – Innenraum – Teil 1]Besonderer Clou des Lian Li PC-Q07 ist das wie schon erwähnte Entfernen beider Seitenwände oder auch nur einer, wenn dies nötig sein sollte. Die von vorne gesehen rechte Seitenwand beherbergt schon vorgeformte Abstandshalter für das Mainboard. Diese sind fest mit der Seitenwand verbunden und die Spitzen sind so ausgeführt, dass man das Mainboard aufsetzt und dieses nicht mehr verrutschen kann. Das erleichtert die Montage. Danach kann das Mainboard leicht nach links versetzt aufgelegt werden und mit einem sanften Druck nach rechts in die Mainboardblende eingeführt werden. Die Installation des Mainboards ist schon als bequem zu bezeichnen. Bei den Mainboardanschlüssen kommt es aber zu einem Problem. Die Frontpanel-Anschlüsse, also Power, Reset mitsamt den LEDs sind mit einem langen Kabel ausgestattet. So kann man die Pins auf dem Board auf jeden Fall erreichen. Das Kabel für die USB-2.0-Ports dagegen ist viel zu kurz. Mit einer Länge von 20 Zentimetern ist es für das SAPPHIRE IPC-AM3DD785G zu kurz und wir mussten auf den bequemen Zugang an der Front verzichten. Bei einem zweiten Mainboard zum Gegentesten von Zotac war es ausreichend, aber immer noch fragwürdig, inwieweit hier volle Kompatibilität mit einer Erweiterungskarte gewährleistet bleibt. Spielraum wie beim Frontpanel wäre hier nicht zu viel verlangt.
    Um ein 5,25“-Laufwerk einzubauen, löst man die Befestigung und schiebt das Laufwerk wie gewohnt ein. Die Befestigung erfolgt mit Schrauben, so dass beide Seitenwände müssen entfernt werden. Der Raum nach hinten ist begrenzt und so sollte man entweder auf abgewinkelte Stecker setzen oder durch Lösen der Befestigungsschrauben das Laufwerk nach vorne verschieben und sich so Platz schaffen.

    Lian Li PC-Q07A

    Lian Li PC-Q07A
    [BREAK=Lian Li PC-Q07 – Innenraum – Teil 2]Festplattentechnisch ist das PC-Q07 besser gerüstet als das JCP MI-111, denn hier sind von vornherein zwei HDDs möglich. Ein 3,5“- und ein 2,5“-Laufwerk kann man im Boden des Gehäuses parallel verbauen. Die Schienen dienen für das 3,5“-Modell und bieten eine Entkopplung. Die mitgelieferten Schrauben mitsamt der Gummipuffer werden an der Festplatte montiert und dann in die Konstruktion eingehakt. Durch die bereits zuvor erwähnte Extraschraube fixiert man dann die Festplatte, so dass diese nicht mehr herausfallen kann. Eine 2,5“-Festplatte muss auf die Entkopplung verzichten und liegt auf dem Boden des Gehäuses auf. Selbst die Montage mit Gummi-O-Ringen würde schwer fallen, denn die Verschraubung erfolgt von außen.

    Lian Li PC-Q07A Lian Li PC-Q07A


    Der Einbau einer 3,5“-Festplatte hat leider einen Nachteil. Der Erweiterungsslot für eine Grafikkarte und die Festplatte liegen zum Beispiel so eng beieinander, dass es hier zu Hitzeproblemen kommt. Da schon eingangs gesagt wurde, dass die Priorität beim Test auf der Vollständigkeit der Plattform liegt, mussten wir die 3,5“-Festplatte diesmal außen vor lassen. Die Samsung-HDD verdeckte den Lüfter der SAPPHIRE Radeon HD 5570 DP. So musste hier ein 2,5“-Modell unbedingt eingesetzt werden, sodass Beschädigungen durch Überhitzung vorgebeugt werden kann.

    Lian Li PC-Q07A


    Für die erwähnte Grafikkarte gilt wie beim JCP MI-111, dass diese im Single-Slot-Design gebaut sein muss, denn es steht nur eine Blende zur Verfügung. Dazu kommt noch der Platzbedarf nach unten und hier die Begrenzung durch die Festplattenhalterung. Die maximale Länge sollte sich im Bereich von um die 180 mm bewegen, denn oftmals sind extra Stromstecker notwendig, die ansonsten nicht bedient werden können.
    Durch den Einbau des Netzteils gegenüber dem Mainboard weist Lian Li für die maximale Bauhöhe eines CPU-Kühlers einen Wert von 70 mm aus, den man so fast übernehmen kann. In diesem Fall stehen noch ein paar Millimeter zur Verfügung, die man zum Ansaugen der Luft nutzt. Bevor man das Netzteil einschiebt, sollte man alle nötigen Stecker befestigt haben, denn danach kommt man nicht mehr an das Mainboard. Um die theoretisch maximale Kühlleistung für die CPU zu gewährleisten, drehten wir das Netzteil mit seinem Lüfter vom CPU-Kühler ab. So kommt es nicht zu einer Beeinträchtigung der Luftströme.[BREAK=Temperaturen und Lautstärke]Nachdem wir uns bisher nur mit der Qualität und der Funktionalität beschäftigt haben, geht es nun wohl ans Eingemachte. Kein System verträgt hohe Temperaturen auf Dauer. Vor allem die kleineren Gehäuse haben dann das Problem, die Wärme nicht effizient abführen zu können. Das Lian Li wirbt mit einem Design, dass ohne weitere Lüfter auskommt, während JCP ab Werk zwei Lüfter mitliefert. Das Ergebnis hat ein wenig überrascht, denn so arge Unterschiede hat wohl niemand erwartet, doch werfen wir einen Blick auf die Messwertetabelle:

    ITX-Test


    Die Werte wurden bei 21,3°C Raumtemperatur aufgenommen. Alle Lüfter liefen auf höchster Stufe, um das Optimum herauszuholen. Um den Test vergleichbarer zu machen, erfolgte je eine Messung mit und ohne Lüfter im JCP-Gehäuse.

    Wie man an der Tabelle sehen kann, verliert das Lian Li PC-Q07 das Duell in fast allen Bereichen. Lediglich die Grafikkarte bleibt 3°C kühler, wobei man hier sagen muss, dass dies als unerheblich einzuordnen ist. Das Lian Li bietet einfach nicht genügend Kühlleistung, um das gesamte System dauerhaft vor Überhitzung zu schützen. Durch das Drehen des Lüfters und des Netzteils ließen sich auch hier höchstwahrscheinlich die Werte verbessern, aber ein schnell drehender CPU-Lüfter, der auf den Netzteillüfter bläst, sorgt meist für unangenehme Nebengeräusche.

    In Hinblick auf die Lautstärke lässt das JCP MI-111 seinen Kontrahenten ebenso hinter sich. Trotz der verbauten Samsung-Festplatte ließen sich keine Vibrationsgeräusche ausmachen. Dies liegt wohl an der hohen Verwindungssteifigkeit, die das Gehäuse durch die mittig verbaute Schiene erhält. Dies erreicht JCP sogar ohne eine Entkopplung der HDD.
    Das Lian Li PC-Q07 hingegen zeigt sich auch hier nicht so stark, wie es der allgemeine Ruf erwarten lässt. Durchgehend höhere dB(A)-Werte und deutlich spürbare Vibrationen trüben das zuvor gute Bild. Die Entkopplung erwies sich im Nachtest ohne Grafikkarte als wenig wirksam.[BREAK=Fazit]JCP vs. Lian Li

    Zum ersten Mal haben wir nun eine mITX-Plattform vorzuzeigen und gleich der erste Test ist zugleich eine Überraschung. Das JCP MI-111 ist unschlagbar günstig, hält die Komponenten auf annehmbarer Temperatur und punktet mit einer besseren Lautstärke gegenüber dem Kontrahenten, vor allem was Vibrationen betrifft. Leider patzt man etwas im Design, denn ein CPU-Kühler, der etwas höher ist, kann es unmöglich machen, ein optisches Laufwerk einzubauen. Die Lautstärke der mitgelieferten Lüfter ist gut, jedoch ist der in der Front nur nutzbar, wenn die Grafikkarte maximal 155 mm lang ist. Der Zwang zu einem SFX-Netzteil ist jetzt nicht wirklich als Nachteil zu sehen, doch ist der Markt leider recht klein. Vor allem zeitgemäße Technik ist stellenweise Mangelware. Das von Xilence gesponsorte XP250.SFX ist hier mit einer 80+-Zertifizierung schon eher oben einzuordnen.

    Das Lian Li PC-Q07 präsentiert sich gut verarbeitet aus Aluminium und punktet mit Details, die die Alltagstauglichkeit erhöhen. So ist in jedem Fall ein optisches Laufwerk möglich. Hinzu kommt noch der Platz für Festplatten. Eine 3,5“- und eine 2,5“-Festplatte lassen sich parallel installieren und erhöhen somit die Variabilität. Die Entkopplung ist leider nicht so wirksam und eine Grafikkarte ist parallel zu einer 3,5“-HDD nur eingeschränkt bis gar nicht möglich, da diese den Lüfter verdecken kann. In Sachen Kühlung geht das Lian Li gegenüber dem JCP geradezu unter und ist in allen Situationen lauter. Ein zu kurzes Kabel für die Front-USB- sowie die fehlenden Front-Audio-Anschlüsse dürften auch nicht gerade viele Freunde finden.

    Zuletzt kann man sagen, dass JCP mit dem MI-111 ein viel runderes Produkt abgeliefert hat. Das Lian Li PC-Q07 hat bis auf die gewohnt gute Verarbeitung nicht viel zu bieten. Wenn man jetzt den Preis hinzunimmt, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis beim JCP auf jeden Fall besser.

    Nachtrag vom 13.12.2010: Das JCP MI-111 ist inzwischen in einer neuen Variante verfügbar unter der Bezeichnung JCP MI-111.R2. Dieses zeichnet sich vor allem durch das integrierte Netzteil im SFX-Format mit 300 W (inkl. PCIe-Stecker) aus. Die UVP wird mit 59,00 Euro ausgewiesen.


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