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    Gehäuse - AOpen S135B

    AOpen S135B

    AOpen steht subjektiv schon seit Jahren nicht mehr im Fokus. Zu Zeiten der AMD Athlon XP konnte man noch mit einigen Barebones aufwarten, doch inzwischen verklingt der Name etwas. Entweder werden die Produkte eingestellt oder in Deutschland nicht mehr angeboten. Nach dem letzten Test der ITX-Gehäuse bis 50 Euro haben wir uns heute das AOpen S135B vorgenommen. Bei der Ausstattung hält es auf den ersten Blick keine großen Fortschritte bereit, doch auf den folgenden Seiten wollen wir uns doch ansehen, ob und wie AOpen den Aufpreis zu den günstigeren Mitbewerbern rechtfertigen kann.
    Wir möchten uns selbstverständlich noch bei AOpen bedanken, die uns mit dem Gehäuse selbst und einem offenen Ohr für Fragen zur Verfügung standen.
    Viel Spaß auf den folgenden Seiten!

    [BREAK=Testsystem]
    Für das Testsystem kommt eine AMD-Plattform mit folgenden Komponenten zum Einsatz:
    • CPU: AMD Athlon II X2 240e mit 2 x 2,8 GHz und 45W TDP

    • CPU-Kühler: SilverStone Nitrogon NT07-AM2

    • Mainboard: SAPPHIRE IPC-AM3DD785G – AMD-785G-Chipsatz; ITX

    • Arbeitsspeicher: 2x2048MB Kingston (DDR3-1333)

    • Grafikkarte: SAPPHIRE Radeon HD 5570 mit 1024 MB Grafikspeicher (LowProfile)

    • Festplatte: Samsung HD321KJ (3,5") oder Fujitsu MHZ2250BH G2 (2,5")

    • opt. Laufwerk: Sony Optiarc AD-7700S (Slim-DVD-Brenner)

    • Netzteil: Xilence XP250.SFX mit 250 W


    Der Testparcours bedarf einer ganzen Reihe an Hilfsmitteln und Programmen:
    • Furmark v1.80 – Stabilitätstest für die Grafikkarte

    • Prime95 v25.11 - CPU-Testprogramm

    • HWMonitor v1.16.0 – Auswertung der internen Sensoren (Mainboard, Festplatte, Grafikkarte)

    • CoreTemp 0.99.7 - CPU-Temperaturmessung

    • HD Tune 2.55 - HDD-Testprogramm


    Messgeräte: Voltcraft Energy Check 3000, Voltcraft SL-100

    Zum Aufheizen des Systems kommen HD Tune, Prime95 und FurMark zum Einsatz, während Letzteres nur bei Verwendung der SAPPHIRE Radeon HD 5570 auch genutzt wird. Für die Messungen ohne dedizierte Grafikkarte beschränken wir uns auf Prime95. Ein Testlauf ist absolviert, wenn das System 30 Minuten der Belastung standhält. Vorzeitige Abbrüche werden selbstverständlich vermerkt und gehen mit den letzten Maximaltemperaturen in die Grafiken ein.
    Die Messung der Werte für die Lautstärke erfolgt im Abstand von einem Zentimeter und wird für die einzelnen Flächen gemittelt in die Tabelle übernommen. Natürlich sind Messungen in einem so geringen Abstand nicht praxisnah, sorgen aber dafür, dass störende Nebengeräusche der Umgebung weitestgehend irrelevant für die Messung werden.

    [BREAK=Technische Daten]
    Die technischen Daten des AOpen S135B haben wir direkt vom Hersteller übernommen. Diese können auch auf der AOpen-Website zurückverfolgt werden.

    AOpen S135B
    Material:0,8 mm SECC (Stahl)
    Formfaktor:ITX (170x170 mm)
    Laufwerksschächte:intern: 1x 3,5"; extern: 1x 5,25" (Slim)
    Stromversorgung:DC-DC-Konverter, 60 oder 84 W
    Frontanschlüsse:2x USB 2.0, Mikrofon, HD/AC97 Audio-Ausgang
    Abmaße:60 x 200 x 325 mm (Höhe x Breite x Tiefe)
    Gewicht:2,07 kg (ohne externes Netzteil)
    Volumen:4,2 Liter


    AOpen S135B

    Das Zubehör des AOpen S135B umfasst folgende Kleinteile:
    • bebilderte Kurzanleitung
    • Montageschrauben
    • Speaker
    • SATA-Slim-Adapter
    • externes Netzteil
    • Kaltgerätekabel
    • Standfuß (nicht im Bild)

    Im geizhals.at-Preisvergleich wird das S135B zurzeit zu einem Preis ab 72,36 Euro (Stand: 26.04.2011) angeboten.

    [BREAK=Äußeres – Teil 1]
    AOpen S135B

    Die Front des AOpen S135B ist farblich in einem Mix von Silber und Klavierlack gehalten. Dabei ist das schwarze zentrale Element optisch abgelöst. Es beherbergt neben dem Power-Knopf mit eingebauter Power-LED auch eine HDD-LED als Indikator für die Festplattenaktivität. Links lässt sich der Ausschnitt für ein optionales 5,25“-Slim-Laufwerk erkennen. Ab Werk kommt das Gehäuse mit einem in Frontoptik gehaltenen Dummy daher und fügt sich selbst beim Weglassen eines Laufwerks harmonisch ein.

    AOpen S135B

    Das untere Ende bietet, hinter einer Klappe versteckt, die Frontanschlüsse in Form von zwei USB-2.0-Buchsen und den üblichen Front-Audio-Buchsen mit Kopfhörer und Mikrofon.
    Die silbernen Flächen machen einen ebenso guten Eindruck wie die Lackoberfläche rund um das Gehäuse. Bei den kleinen Löchern könnte man von einem Kühleffekt ausgeben, dieser wird sich aber im Bereich wenig bis gar nicht bewegen. Es dient mehr der Optik und macht in unseren Augen keine schlechte Figur.

    AOpen S135B

    Von der Seite sieht man, wie die Front aufgesetzt wird. Die rechte Seitenwand ist beim AOpen S135B fest und optisch unspektakulär. Die gegenüberliegende Seite hingegen offenbart das Bemühen AOpens, für eine effiziente Frischluftzufuhr zu sorgen. Die Platzierung des Lüftungsgitters ist dabei nicht auf unser SAPPHIRE-Board unbedingt passend, aber trägt Tribut an die Uneinigkeit der Mainboardhersteller. Die Position des Sockels unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller und in diesem Fall bietet AOpen wohl den günstigsten Mittelweg an. Die Gitteröffnungen sind quadratisch und weichen vom Waben- und Lochgitterdesign ab. Es ist vielleicht nicht die strömungstechnisch eleganteste Lösung, aber bei ITX-System sind auch nicht die Luftmengen erforderlich, als dass es auffallen würde.

    AOpen S135B


    [BREAK=Äußeres – Teil 2]
    AOpen S135B

    Die Rückseite des AOpen S135B ist genauso wenig verspielt wie der Rest des Gehäuses. Der Ausschnitt für die Mainboardblende ist unschwer zu erkennen und sehr sauber verarbeitet. Bei den Kanten hat AOpen allgemein keine Probleme, obwohl die Lackierung in diesem Fall auch einen positiven Effekt auf diese Thematik besitzt. Rechts erkennen wir die beiden Rändelschrauben für die Befestigung der rechten Seitenwand. Löst man diese, lässt sich durch einen Zug nach hinten und ein anschließendes Abheben der Zugang zum Inneren problemlos gestalten. Der Hersteller hat sich in diesem Punkt auch um die Lackproblematik Gedanken gemacht und so besitzen die Schrauben an der Auflagefläche am Gehäuse zusätzliche Kunststoffringe, die den direkten Kontakt unterbinden und Kratzer vermeiden. Es sieht somit, wenn man rundherum nichts zerkratzt, so aus, als ob das Gehäuse vollkommen neu wäre. Sehr einfach umgesetzt und eine nette Idee, wie wir finden.
    Unterhalb des Ausschnitts für die Mainboardblende sehen wir noch zwei Montageplätze. Der untere dient als Eingangsbuchse des externen Netzteils. Oben wäre theoretisch Platz für eine Art seriellen Anschluss oder Ähnliches, falls jemand so etwas unbedingt braucht.

    AOpen S135B

    Wenn wir von oben auf das Gehäuse blicken, erkennen wir über ungefähr die Hälfte der Länge schmale Lüftungsschlitze in Doppelreihe, die die Entlüftung unterstützen sollen. Die Unterseite ist etwas unspektakulär und ähnelt der Oberseite. Durch den mitgelieferten Standfuß, der das Gehäuse in die vertikale Position bringt, kann man auch die Vernachlässigung einer weniger sichtbaren Lösung für die Abstandshalter der Wandlerplatine verstehen. Die eingelassenen Halter könnte man durchaus sauberer fertigen, aber der Aufwand wäre unverhältnismäßig. Ein Makel, mit dem jeder Nutzer leben können sollte, denn man sieht ihn ja nicht.
    Der Standfuß verbindet zwei Funktionen: Zum einen gewährleisten die Gummi-Flächen Rutschsicherheit und somit einen besseren Stand, zum anderen dienen diese aber auch als Entkopplung zum Schutz vor unliebsamen Vibrationen.

    AOpen S135B


    [BREAK=Inneres – Teil 1]
    AOpen S135B AOpen S135B

    Einzig und allein durch Lösen der beiden Rändelschrauben haben wir Zugang zum Inneren des Gehäuses. Es ist sofort auffällig, dass der Innenraum nicht lackiert wurde, wie es inzwischen schon oft der Fall ist. Auf dem Gehäuseboden platziert AOpen die Wandlerplatine. Diese folgt, wie aufgedruckt, der RoHS-Norm der Europäischen Union. Hersteller von Netzteil sowie Konverter ist FSP (Fortron/Source).

    AOpen S135B

    Die Abstandshalter für das Mainboard sind bereits vormontiert. Die noch nötige Mainboardblende setzten wir ein und waren erstaunt, wie stabil das Gehäuse ist. Laut den Daten von AOpen wird durchgehend Stahl mit einer Materialdicke von 0,8 mm verwendet. Das klingt eigentlich nicht nach einem hohen Wert, jedoch ist es leider gang und gäbe geworden, dass man auf geringere Materialstärken setzt. 0,4 oder 0,6 mm sind inzwischen oftmals nur noch der Standard und so muss man sich nicht wundern, dass infolgedessen die Steifigkeit leidet. Da vor allem die Rohstoffpreise immer weiter steigen, weiß man, dass jeder zusätzliche Zehntel-Millimeter bares Geld wert ist.
    Das Mainboard findet folgend ohne Probleme seinen Platz im Gehäuse. Etwas Luft in alle Richtungen kommt auch der Montagefreundlichkeit zu Gute. Die Länge der Anschlusskabel ist, und das überrascht uns wirklich, ohne Beanstandungen ausgelegt. Vor allem die USB-Header unseres SAPPHIRE-Mainboards sind oftmals ein Problem, doch AOpen hat genau die richtige Länge gefunden.
    Die maximale Bauhöhe eines CPU-Kühlers beträgt in diesem Fall 40 mm. Unser verwendeter Kühler ist mit seinen 37 mm schon fast an der Grenze.

    AOpen S135B


    [BREAK=Inneres – Teil 2]
    Bei der Laufwerksbestückung vertraut AOpen mit dem S135B auf einen interessanten Mix. Der vordere Bereich des Gehäuses steht den Laufwerken zur Verfügung. Ein kleines Profil hält die 3,5“-Festplatte sowie das 5,25“-Slim-Laufwerk fest. Dabei wird die Endposition durch eine Art Schlüssel-Schloss-Prinzip durch umgebogene Bleche bewirkt und schlussendlich durch eine Kreuzschlitz-Schraube fixiert. Nur einmal stehen wir einem Problem gegenüber. Der Dummy ist leider mit dem Gehäuse verschraubt und so muss die Frontblende nicht nur vom Gehäuse getrennt, sondern auch extra demontiert werden. Eine Schraube und vier Haltenasen dienen dem Zusammenhalt und wird erstere gelöst, trennt sich das Silberne ohne Probleme vom Schwarzen der Front. Die Befestigung des Power-Knopfes stellt die letzte Hürde dar.

    AOpen S135B

    Das Festschrauben der Laufwerke am Träger stellt wohl für niemanden ein Problem dar. Man muss aber auch zugeben, dass die Position des Slim-Laufwerks in diesem Fall günstig gewählt ist. Selbst das Aufeinandertreffen von ATX-Stecker und Slim-SATA-Adapter ist unproblematisch. Durch genügend Freiraum gibt sich das AOpen S135B keine Blöße.

    [BREAK=Temperaturen und Lautstärke]
    Nachdem die Montage bis auf eine Ausnahme so gut von der Hand ging, sind wir natürlich gespannt, ob das System im Folgenden auch im Betrieb überzeugen kann. Doch sehen wir uns zuerst die Temperaturen im Überblick an:


    Die AMD-Norm sieht Temperaturen für den verwendeten Athlon II X2 240e bis hinauf auf 70°C vor und davon sind wir mit dem S135B bequem entfernt. Selbst bei sommerlichen Temperaturen sollte es nicht zu Problemen kommen. Von den Ergebnissen her ist man gleichauf mit dem SilverStone SG06, nur bietet dieses zusätzliche die aktive Kühlung im Strom eines Lüfters, weshalb man bei diesem auch geringere Temperaturen für die Festplatte verzeichnet.


    Bei dem unter Last herrschenden Schallpegel können wir auch keine großen Ausreißer bemerken. Die große Kühlöffnung für die CPU kühlt das System, wie wir oben schon sehen konnten, durchaus gut. Nur bringt jede Öffnung auch das Problem mit sich, dass Geräusche nicht effektiv gedämmt werden können. Da wir zusätzlich im sehr geringen Abstand (1 cm) messen, werden die Hot-Spots unmittelbar aufgezeigt. Dem AOpen S135B müssen wir aber auch zu Gute halten, dass die typischen Geräusche unserer Samsung-Festplatte effektiv gedämpft werden. Diese positive Eigenschaft lässt sich wohl zu einem großen Anteil auf die stabile Bauweise mit 0,8-mm-Wandstärke zurückführen.

    [BREAK=Netzteil im Kurzcheck]
    AOpen S135B

    Wie schon in den vorigen Tests haben wir uns angesehen, wie sich das bei AOpen verbaute Netzteil in den verschiedenen Lastzuständen herangeht. Sehen wir uns aber erst die Messwerte an, bevor wir noch ein paar Worte dazu verlieren:



    Wir sind bis jetzt noch nie auf den unterschiedlichen Verbrauch der Festplatten eingegangen. Die oftmals verwendete Fujitsu/Toshiba MHZ2250BH G2 geht mit 0,8 W bzw. 2,3 W (Idle/Last) ein, während unsere Samsung HD321KJ mit 7,6 W bzw. 8,6 W (Idle/Last) angegeben wird. Verrechnen wir nun diese Unterschiede, liegt das AOpen-Netzteil gleichauf mit dem Netzteil vom Antec ISK 100 und damit an Spitzenposition. Unter Last liegt das Netzteil nicht mehr ganz auf dem Niveau und reiht sich mit dem Xilence XP250.SFX ein. Der Wirkungsgrad liegt also über 80 Prozent. Doch neben den guten Messwerten haben wir mit der Kombi von AOpen Probleme. Im Leerlauf fiept und quietscht das Netzteil vor sich hin. Anscheinend führen die schnellen Wechsel zwischen den Power-States der CPU, welche sich im Millisekunden-Bereich bewegen, dazu, dass es zu unangenehmen Geräuschen kommt. Eine Einschränkung der Funktionsfähigkeit konnten wir nicht feststellen und es ließ sich in Absprache mit dem Hersteller mit einem zweiten Set nachstellen.

    [BREAK=Fazit]
    AOpen S135B

    Das AOpen S135B ist eines dieser Gehäuse, das man als auffällig unauffällig bezeichnen kann.
    Die Optik ist durch den Mix aus Silber und Hochglanz-Schwarz frisch und trotzdem elegant. Durch die stabile Verarbeitung wirkt es in keinem Fall billig. AOpen setzt dabei nicht auf Materialstärken wie 0,4 oder 0,6 mm, sondern ist mit 0,8 mm unterwegs und das merkt man dem Gehäuse in Bezug auf die Verwindungssteifigkeit an. Der Einbau gestaltet sich bis auf den hakeligen Dummy für das 5,25“-Laufwerk einfach und sollte niemanden vor eine Hürde stellen. Das AOpen S135B ist auch einiges der wenigen Gehäuse, bei dem wir keine Probleme mit den internen Anschlusskabeln haben. Die Temperaturen liegen innerhalb der Norm und es besteht noch genügend Spielraum, um auch einen heißen Sommer zu überstehen.
    Das Netzteil liegt auf dem Niveau, das auch andere Hersteller bieten. Im oberen Lastbereich lässt der Wirkungsgrad etwas nach, bleibt aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Leider neigt die Stromversorgung zu ungewöhnlichen Geräuschen während des Leerlaufs. Probleme mit dem schnellen Hin- und Herschalten zwischen den Power-States der CPU können mitunter dafür verantwortlich sein.

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