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    Corsair Obsidian 650D - Der kleine Bruder


    Mit dem Obsidian 650D stellte Corsair im Januar dieses Jahres ein weiteres Familienmitglied der Obsidian-Serie vor. Schon die beiden großen Brüder, das 800D und das 700D, konnten in unseren vorherigen Tests überzeugen. Ob dies auch dem jüngsten Spross auf dem Hause Corsair gelingt, werden wir in unserem heutigen Test sehen. Dieser Test wird nicht ganz so ausführlich, weil das Chassis vom Innenraum her eins zu eins auf dem des Corsair Graphite 600T basiert, welches wir erst vor drei Tagen getestet haben. Daher werden wir darauf nicht mehr explizit eingehen und uns mehr mit den äußeren Features sowie den Temperatur- und Lautstärkemessungen befassen.

    Wir bedanken uns bei Corsair für die Bereitstellung des Testmusters und wünschen viel Spaß beim Lesen.

    [BREAK=Testsystem]

    Für das Testsystem kommt eine AMD-Plattform mit folgenden Komponenten zum Einsatz:

    • CPU: AMD Phenom X4 9850 Black Edition mit 4 x 2,5 GHz und 125 W TDP

    • CPU-Kühler: Scythe Rasetsu oder bei kleineren Gehäusen der AMD-Boxed Kühler

    • Mainboard: ASRock A780FullHD - AMD 780G/SB700-Chipsatz, mATX

    • Arbeitsspeicher: 4 x 1024 MB Kingston (DDR2-800)

    • Grafikkarte: Gigabyte Radeon HD 6950 mit 2048 MB Grafikspeicher

    • Festplatte: 2 x Maxtor DiamondMax 10

    • Netzteil: Enermax Modu 82+

    Der Testparcours bedarf einiger Hilfsmittel und Programme:
    • Furmark v1.80 – Stabilitätstest für die Grafikkarte

    • Prime95 v25.11 - CPU-Testprogramm

    • AIDA64 Extreme Edition zur Auswertung sämtlicher Temperatursensoren

    Messgeräte: Voltcraft 329 Schalldruckmessgerät. Zum Aufheizen des Systems kommen Prime95 und FurMark gleichzeitig zum Einsatz. Hierbei wird eine Belastung der CPU und GPU erzielt, welche im normalen Alltagsbetrieb kaum vorzufinden ist. Ein Testlauf ist absolviert, wenn das System 30 Minuten der Belastung standhält. Vorzeitige Abbrüche werden selbstverständlich vermerkt und gehen mit den letzten Maximaltemperaturen in die Grafiken ein. Messungen im Idle-Zustand haben wir gestrichen, da diese bei den Stromsparmechanismen der Prozessoren zunehmend uninteressanter sind. Die Raumtemperatur beträgt hierbei 20 °C. Die erzielten Temperaturen der einzelnen Sensoren lesen wir mit dem Programm AIDA64 Extreme Edition aus. Hierfür hat uns der Hersteller freundlicherweise einige Lizenzen zur Verfügung gestellt.

    Bei den Messungen der Lautstärke haben wir uns entschieden zwei Messungen vorzunehmen. Die erste Messung, während das komplette System unter Last läuft, die zweite Messung, während lediglich die im Gehäuse verbauten Lüfter laufen. Der Grund dafür ist, eine bessere Vergleichbarkeit für den Leser zu gewährleisten. Die Lautstärke mit verbautem System wird bei jedem Leser unterschiedlich sein, je nachdem was für Komponenten man einbaut, die Lautstärke ohne eingebautes System wird jedoch bei jedem gleich sein. Die Lautstärke messen wir hierzu mit einem db(A)-Messgerät von drei Seiten mit einem Abstand von 30 cm.



    [BREAK=Technische Daten] Die Daten zum Corsair Obsidian 650D entnehmen wir der Website des Herstellers:


    ModellnameCorsair Obsidian 650D
    LaufwerkschächteExtern: 5.25" x 4
    Intern: 3.5" x 6 (2,5" kompatibel)
    Abmessungen

    229 x 521 x 546 mm ( Breite, Höhe, Tiefe)

    MaterialSECC Stahl, Kunststoff, Aluminium
    FormfaktorATX, mATX
    Front I/OUSB 3.0 x 2 / USB 2.0 x 2 / IEEE1394 x 1 / Kopfhörer x 1, Mikrofon x 1
    Maximale Grafikkartenlänge350 mm mit HDD-Käfig, 470 mm ohne
    Lüfter:

    Front: 200 mm
    Deckel: 200 mm
    Rückseite: 1 x 120 mm

    Erweiterungsslots 8
    Gewicht12 kg
    Empfohlener Verkaufspreisca. 135 Euro


    Der Lieferumfang des Corsair Obsidian 650D umfasst die auf dem Bild ersichtlichen Kleinteile:
    • Kurzanleitung

    • Montageschrauben

    • Kabelbinder

    Das Zubehör ist also insgesamt recht spartanisch aber ausreichend ausgefallen.

    [BREAK=Äußeres – Teil 1]Betrachtet man die Front des Obsidian 650D, wird die Verwandschaft sofort klar. Genauso wie bei den beiden großen Brüdern besteht die Front aus Kunststoff, der vollkommen mit Aluminium verblendet wurde. Im oberen Teil sind fünf 5,25"-Blenden, von denen aber nur vier nutzbar sind. Unterhalb der 5,25"-Schächte kommt wie beim Corsair Graphite 600T ein großes Meshelement mit Corsair-Logo, das sich durch Druck an der Oberseite löst und den Blick auf den dahinter befindlichen 200-mm-Lüfter preisgibt. Dieser ist beim Obsidian 650D im Gegensatz zum Graphite 600T aber nicht beleuchtet. Die Frontblende kann einfach entfernt werden, indem man von innen einige Kunststoffnasen löst. Die 5,25"-Laufwerksschächte sind frei zugänglich, ohne das man erst noch lästige Metallblenden herausbrechen muss.

    Die erste der fünf 5,25"-Blenden ist für Laufwerke nicht nutzbar, weil hier das I/O-Panel eingebaut ist. Links sitzt der Powerschalter mit weißer LED, darunter eine Kontroll-LED, welche die Festplattenaktivitäten mit einer weißen LED signalisiert. Daneben ist eine Klappe angebracht, die sanft herunterschwingt, wenn man dagegen drückt. Hinter dieser Klappe befinden sich von links nach rechts gesehen, zwei USB-3.0-Anschlüsse, Mikrofon- und Kopfhöreranschluss, zwei USB-2.0-Anschlüsse sowie der Resetschalter. Die Klappe hakt leider zeitweise, wenn im Schacht darunter ein Laufwerk eingebaut ist und der Powerknopf sitzt ein wenig schief in der Blende.

    Beide Seitenteile haben den gleichen Schließmechanismuss wie das Corsair Graphite. In der rechten und linken oberen Ecke sitzt ein Hebel, der nach unten gedrückt wird. Dann können die Seitenteile abgenommen werden. Während das linke Seitenteil über ein Fenster verfügt, das einen Blick auf die eingebaute Hardware gestattet, ist das rechte Seitenteil ohne weitere Extras. Das Fenster ist von innen verschraubt und von außen mit einer Kunststoffblende eingefasst.

    Die Gehäuserückseite ähnelt wiederum sehr dem Graphite 600T, was natürlich logisch ist, da beide auf dem gleichen Chassis basieren. Im oberen Teil sitzt ein schwarzer 120-mm-Lüfter der die erwärmte Luft aus dem Inneren nach außen saugt, darunter kommen zwei Schlauchdurchführungen sowie acht Slotblenden, die mit Entlüftungsschlitzen versehen sind. Das Netzteil sitzt auch hier auf dem Gehäuseboden. Der nach hinten herausziehbare Staubfilter ist wiederum so konzipiert, wie es bei den beiden Obsidian-Big-Tower-Gehäusen der Fall ist.



    [BREAK=Äußeres – Teil 2]Die Gehäuseunterseite ist wieder so wie bei den beiden großen Brüdern aufgebaut, statt vier Füßen steht das 650D vorne und hinten auf zwei U-förmigen Profilen. Jedes dieser beiden Profile hat zusätzlich rechts und links zwei Gummimatten aufgeklebt, die das Gehäuse vom Untergrund entkoppeln sollen. Bei den Füßen wurde im Vergleich zu den großen Obsidian-Gehäusen gespart. Während die Big-Tower-Gehäuse Stahlprofile haben, werden beim 650D nur Kunststoffprofile benutzt.

    Eine Neuerung bietet der Gehäusedeckel. Im hinteren Bereich ist ein wabenförmiges Gitter, unter dem ein schwarzer 200-mm-Lüfter seinen Dienst verrichtet. Alternativ können statt des großen Lüfters aber auch zwei 120-mm- oder 140-mm-Modelle im Deckel eingebaut werden. Das Gitter ist ca. 5 mm tief im Gehäuse versenkt und nicht entfernbar. Dies führt zwangsläufig zu einem erhöhten Geräuschpegel, wenn die Luft dort hindurchströmt. Die Neuerung ist eine Schiebeklappe im vorderen Teil.

    Unter der Klappe ist eine Docking-Station für 3,5"- oder 2,5"-Laufwerke. Ein beweglicher Kunststoffsteg wird bei den 2,5"-Laufwerken als Anschlagschiene benutzt, bei 3,5"-Laufwerken wird der Steg heruntergedrückt. Ganz klein in der rechten vorderen Ecke ist noch ein Schalter für die Lüftersteuerung. Hier können bis zu vier Lüfter angeschlossen. Die Regelung hierfür ist aber ein wenig unkonventionell ausgefallen. Auf höchster Stufe liegen 12 V an und jede weitere Stufe liegt ungefähr 1,6 V niedriger. Wer sich jetzt fragt, warum nicht mit 5 V, 7 V und 12 V, der findet die Antwort in der Eigenart des amerikanischen Marktes: Hier geht es mehr um Leistung als um geringe Läutstärke. Die ersten Gehäuse haben offenbar auch mit Problemen bei der Lüftersteuerung zu kämpfen, welche sich durch ein Brummen im niedrigen Bereich bemerkbar macht. Betroffene User können hier bei Corsair kostenfrei ein neues Fan-Adapter-Kit bestellen. Unser Exemplar war hiervon allerdings nicht betroffen, was darauf schließen lässt, das Corsair das Problem wohl mittlerweile in den Griff bekommen hat.




    [BREAK=Inneres]Nach dem Entnehmen der Seitenteile präsentiert das Obsidian 650D sein komplett in schwarz lackiertes Innenleben. Der Innenraum ist eins zu eins identisch mit dem des Corsair Graphite 600T, daher gehen wir hier nicht näher drauf ein und lassen einfach nur zwei Bilder sprechen:

    Die einzigen Unterschiede sind darin zu finden, das im Obsidian 650D durchgehend schwarze Lüfter eingebaut sind und das der Kabelstrang vom Frontpanel und der Dockingstation nicht rechts neben dem Festplattenkäfig sondern im Festplattenkäfig herauskommt. Dieser sieht dadurch im ersten Moment natürlich reichlich überfüllt aus, aber keine Sorge, das stört dank der zahlreichen Kabeldurchführungen nicht.

    Wer mehr Impressionen vom Innenleben sehen will, dem legen wir unseren Artikel zum Corsair Graphite 600T ans Herz.

    [BREAK=Einbau]Der Einbau geht trotz des relativ großen Kabelbündels vom I/O-Panel, was im 5,25"-Schacht liegt, genauso fix wie beim Graphite 600T von der Hand. Auch hier stehen selbstverständlich 350 mm für Erweiterungskarten zur Verfügung. Entfernt man einen oder beide Festplattenkäfige, vergrößert sich der Platz auf bis zu 470 mm. Nachfolgend ein Überblick über die Grafikkartenlänge einiger aktueller Karten:

    Fertig zusammengebaut sah das Ganze wie folgt aus:




    [BREAK=Temperaturen und Lautstärke]Im ersten Schritt unserer Messungen haben wir uns wie angekündigt die Lautstärke nur mit den installierten Lüftern, also einem 200-mm-Modell in der Front, einem weiteren 200-mm-Lüfter im Deckel, sowie dem 120-mm-Lüfter auf der Rückseite, ohne weitere Hardware angeschaut. Der Hintergrundpegel im Raum war mit unserem Messgerät nicht mehr messbar. Nach dem Anlaufen der Lüfter haben wir folgende Werte gemessen:


    Danach erfolgte der Belastungstest. Hierzu liefen Prime95 und FurMark für eine halbe Stunde gleichzeitig. Vorab die Lautstärke, die wir dabei gemessen haben, danach die erzielten Temperaturen:

    Die Temperaturen liegen allesamt in grünen Bereich. Interessant ist, dass auf mittlerer Lüftereinstellung die GPU-Temperatur 2 °C niedriger ist als auf höchster Lüftereinstellung, eine Erklärung hierfür haben wir allerdings keine. Weitere Auffälligkeit ist, dass trotz eigentlich gleichem Chassis und gleicher Lüfter die Chipsatz- und GPU-Temperaturen beim Obsidian 650D auf höchster und niedrigster Einstellung wesentlich besser sind als beim Corsair Graphite 600T. Wir können nur vermuten, dass dies an einer etwas anderen Einstellung der Spannungswerte bei der Lüftersteuerung liegt oder an der Tatsache, dass das Graphite durch seine ausgestellten Seitenteile einen schlechteren Airflow hat.

    Die gewohnten Tabellen mit den Delta-T-Werten werden wir nachreichen, sobald wir wieder ein paar Messungen in unseren nächsten Reviews gesammelt haben. Hierbei wird es selbstverständlich eine Unterscheidung geben, je nachdem ob der Boxed-Kühler oder der Scythe Rasetsu verwendet wurden. Die Messwerte unserer alten Artikel mit dem alten Testsystem können hier nachgeschaut werden.

    [BREAK=Fazit]

    Kommen wir zuerst zu den positiven Aspekten des Obsidian 650D. Hier sind ganz klar die Dockingstation für 2,5"- und 3,5"-Laufwerke im Deckel zu nennen. Weiterhin die modernen USB-3.0-Anschlüsse, auch wenn diese immer noch durchgeschleift werden. Dies liegt aber mehr an den Mainboardherstellern, als an den Gehäuseproduzenten. Die Front mit der Aluminiumblende ist durchaus gelungen und zeigt auch ganz klar, wo das 650D hingehört, nämlich zur Obsidian Familie. Von dort stammen auch die hochwertigen Kabeldurchführungen sowie der leicht zu wechselnde Staubfilter auf der Gehäuseunterseite.

    Aber die negativen Punkte sind auch nicht von der Hand zu weisen. Als erstes fällt uns hier die Verarbeitung auf. Sicher, es ist alles passgenau, aber was die Lackierung betrifft waren wir enttäuscht. Hier schnitten die großen Brüder wesentlich besser ab. Schon das Graphite hatte Lackabplatzer an der Anschlagschiene für das Netzteil. Diese sieht man ja zum Glück nur, wenn man ins Gehäuse schaut. Beim Obsidian 650D hatten wir aber insgesamt gleich drei unschöne Lackabplatzer an der Oberkante der Front, wo die Blende aufgesteckt wird, und das, obwohl wir genauso sorgfältig beim Abbau der Front vorgegangen sind wie bei allen anderen Gehäusen, die wir bislang getestet haben. Hier war die Verarbeitung beim 800D, das immer noch seinen Dienst hier mit einem Zweitrechner verrichtet, sowie dem 700D qualitativ hochwertiger. Das hat uns in Anbetracht des Preises von 135 Euro doch sehr gestört. Da schneidet das Graphite 600T in weiß für nur ungefähr 8 Euro mehr doch besser ab, auch wenn es hier keine Dockingstation gibt. Grundsätzlich finden wir die Idee einer Midi-Tower-Version der Obsidian-Serie sehr gut. Wer kein Freund von Gaming-Gehäusen oder ausgefallenen Farben ist, der wird sich mit dem Obsidian 650D eher anfreunden als mit dem Graphite 600T, aber dann sollte auch die Verarbeitungsqualität der der beiden Big-Tower-Gehäusen entsprechen und das ist hier leider nicht der Fall.

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