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    OCZ Agility 3 SSD Review

    OCZ Agility 3 Review

    Einleitung


    In diesen Tagen bringt OCZ seine neue Agility 3 SSD in die Läden. Auf Planet 3DNow! liegen reguläre Storage-Tests bereits einige Jahre zurück. 2005 haben wir das letzte Mal regelmäßig Festplatten und optische Laufwerke getestet. Dieses Thema wollen wir in Zukunft wieder stärker forcieren, auch im Hinblick auf die Flut an SSDs, die wir in den kommenden Jahren erwarten dürfen bei stetig sinkenden Preisen. Waren SSDs vor zwei Jahren noch Nischenprodukte für ein paar Enthusiasten und Early-Adopters, haben sich die kleinen Flashspeicher bei den Preisvergleich-Seiten mittlerweile zu beliebten und häufig gesuchten Komponenten entwickelt.

    Und so wollen wir die Vorstellung der neuen OCZ Agility 3 nutzen für den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Storage-Tests auf Planet 3DNow! Viel Vergnügen beim Lesen.
    [BREAK=Der Testkandidat]

    Der Testkandidat


    Die Agility 3 gehört zu einer ganzen Familie neuer SSDs von OCZ, die mit der neuen SATA 6Gb/s (alias "SATA-III" oder "SATA/600") kompatibel ist und von einem identischen SandForce SF-2200 Controller befeuert wird. Die Unterschiede liegen hauptsächlich in der Firmware und in der Ausstattung. Während die Vertex 3 als Topmodell fungiert, alle Features freigeschaltet bekam und auch nur in Größen ab 120 GB erhältlich ist, sind die Agility 3 als Mittelklasse-SSD und die Solid 3 als Einsteiger-Modell auch in kleineren Größen erhältlich. Dafür sind sie künstlich beschnitten. So gibt OCZ für die Agility 3 in der 120 GB-Version zum Beispiel 50.000 IOPS (4K Write) an, während die Solid 3 nur 20.000 IOPS (4K Write) erreicht. Die Vertex 3 dagegen darf mit 60.000 IOPS (4K Write) den Controller voll ausnutzen. Zudem soll die Vertex 3 NAND-Speicher besitzen, die DDR (double data rate) beherrschen. Doch dazu in einem entsprechenden Artikel mehr.

    OCZ Agility 3 Review


    Leider ist der Controller-Hersteller Sandforce nicht sehr mitteilungsbedürftig was die Details seiner Implementierung betrifft. Bis auf ein paar wenig aussagekräftige Buzz-Words wie "DuraClass-Technology" lässt sich der Hersteller kaum in die Karten gucken. Bekannt ist, dass die Sandforce-SSDs im Gegensatz zu den meisten anderen Modellen ohne zusätzlichen Cache-Speicher auskommen, da der Controller wohl ausreichend internen Puffer zur Verfügung stellt. Zudem erfolgt die Speicherung der Daten auf den Flashzellen in komprimierter Form. Daher schwankt die Geschwindigkeit der Sandforce-SSDs in Abgängigkeit davon, was gerade aus den Zellen gelesen wird.

    Alle drei Familienmitglieder werden mit MLC NAND Flashspeicher geliefert. Das ermöglicht relativ günstige Kosten, während die technisch überlegenen SLC Speicher immer noch unbezahlbar und gerade in der Größenordnung 120-240 GB für den Endkunden uninteressant sind.

    OCZ Agility 3 Review


    OCZ Agility 3 Review

    Im Gegensatz zur Vertex 2 und 3 wird die OCZ Agility 3 ohne 3,5" Adapter geliefert, was einen Teil des Preisunterschiedes wieder zunichte macht, wenn der Kunde einen Adapter dazu kaufen muss. Wer in seinem Gehäuse eine 2,5" Montagemöglichkeit hat, ist fein raus. Eine kurze Anleitung und der bei OCZ obligatorische "My SSD is faster than your HDD" Aufkleber komplettieren den Lieferumfang.

    OCZ Agility 3 Review


    Hier sehen wir, dass die Agility 3 im SATA 6Gb/s Modus ("SATA/600") betrieben wird. Negativ: kein brauchbarer Temperatur-Wert in den SMART-Daten.[BREAK=Referenz und Testsystem]

    Referenz und Testsystem


    Um die Werte, die dieser Test liefern wird, einordnen zu können, haben wir zwei typische Vertreter ihrer Gattung ebenfalls durch den Parcours geschickt. Einmal die OCZ Vertex 2 120 GB - monatelang die am häufigsten gesuchte Hardware bei den Preisvergleichern - ist unsere Referenz in Sachen SSD. Sie unterstützt SATA 3Gb/s und wird vom Sandforce SF-1200 Controller befeuert. Zum anderen lassen wir eine typische Durchschnittsfestplatte mitlaufen, wie sie millionenfach in aktuellen PCs verbaut ist: 1 TB, SATA 3Gb/s, 7200/min. Wir haben uns für die Hitachi 7K1000.C entschieden.

    Das Testsystem im Detail:
    • AMD Phenom II X4 840 (Cool'n'Quiet und C1E deaktiviert)
    • Gigabyte GA-870A-USB3 (AMD SB850 Southbridge mit SATA 3Gb/s und 6Gb/s Support)
    • 4 GB DDR3-1333 RAM (Dual-Channel, 8-8-8-24-33 1T)
    • Windows 7 x64 SP1
    • MS AHCI Treiber

    Als AHCI-Treiber kommt bewusst der in Windows 7 integrierte MS AHCI-Treiber zum Einsatz, der ebenfalls SATA 6Gb/s unterstützt, da bei den AMD-eigenen AHCI-Treibern je nach Treiberversion und Southbridge der TRIM-Support mal funktioniert, mal nicht.

    Die Software:
    • HDTach 3.0.1.0
    • HDTune 2.55
    • Crystal Disk Mark 3.0.1 x64
    • AS SSD Benchmark 1.6.4067.34354
    • PCMark 7 Basic Edition
    • WinRAR 4.00 x64
    • CLAMWin Portable 0.97 Virenscanner

    [BREAK=Synthetische Benchmarks - frisch (HDTach, HDTune)]

    Synthetische Benchmarks - frisch

    Beginnen wir unsere Tests mit den obligatorischen synthetischen Benchmarks in jungfräulichem Zustand. Lediglich eine primäre Partition wurde angelegt, ansonsten sind die Testprobanden unbenutzt.

    HDTach


    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)

    Wir sehen die Agility 3 ganz oben. Sie bringt beeindruckende 288 MB/s durchschnittliche Transferrate im sequenziellen Lesen zustande. Das sind satte 50 Prozent mehr, als die OCZ Vertex 2 erreicht. Hier ist bei 189 MB/s Schluss. Beiden SSDs gemein ist der lineare Verlauf, während die Hitachi - typisch für eine Festplatte - von außen nach innen auf den Plattern immer langsamer wird von anfangs ordentlichen 140 MB/s auf 80 MB/s.

    Der größte Unterschied SSD vs. HDD liegt aber prinzipbedingt bei den Zugriffszeiten. Während sich in der Festplatte eine Magnetscheibe dreht und ein Lesekopf mechanisch hin und her geworfen werden muss, kommen SSD ohne bewegliche Teile aus. Und das macht sich bei den Zugriffszeiten am meisten bemerkbar: 14,3 ms gemessene Latenz stehen hier für die Hitachi-Festplatte zu Buche, während die beiden SSDs bei 0,1 ms liegen. Aus diesem Grund wirkt das Systemverhalten bei Verwendung einer SSD gefühlt so spontan und ansatzlos.

    HDTune


    HDTune ist wie HDTach ein Tool, um Transferraten und Latenzzeiten zu messen.

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)

    Traditionell liegen die HDTune-Werte immer etwas unter denen von HDTach. Die Tendenz bleibt aber gleich.[BREAK=Synthetische Benchmarks - frisch (Crystal Disk Mark, AS SSD Benchmark)]

    Crystal Disk Mark


    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)

    Der Crystal Disk Mark offenbart ein paar weitere interessante Details. Während die neue Agility 3 beim sequenziellen Lesen hier überraschenderweise nicht schneller ist als die Vertex 2 der Vorgänger-Generation, kann sie beim Schreiben um den Faktor 3 zulegen. 253 MB/s vs. 73 MB/s sind ein Wort.

    Die Festplatte kann noch ganz gut mit den SSDs mithalten, solange linear gelesen oder geschrieben wird. Ganz anders sieht es bei den zufälligen Lese- und Schreibzugriffen aus, womöglich noch mit mehreren Threads. Dann bricht die Festplatte auf ein Hundertstel der SSD-Leistung ein.

    AS SSD Benchmark


    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

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    OCZ Vertex 2 (120 GB)

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    Hitachi 7K1000.C (1 TB)


    Der extra für SSDs entwickelte AS SSD Benchmark bestätigt im Grunde die Tendenzen von Crystal Disk Mark, liefert zusätzlich aber noch Zugriffszeiten und einen Leistungsindex. Hier kann sich die Agility 3 mit über 500 Punkten deutlich absetzen, während die Vertex 2 bei 284 stecken bleibt. An dieser Stelle sei vielleicht erwähnt, dass ältere Versionen der Vertex 2, die noch mit 34 nm Flashspeicher bestückt waren, hier deutlich besser performt haben als die uns vorliegende 25 nm Version. Zu identifizieren ist die 25 nm Version daran, dass nur 107 GB Nutzdaten zur Verfügung stehen. Bei der alten Version waren es noch 111 GB. Hier eine Abhandlung der Thematik in einer User-News.

    Die Festplatte muss bei einem SSD-Benchmark natürlich ordentlich Federn lassen. Beinahe möchte man den hier endlos dauernden Test abbrechen, allein schon wegen der furchtbar gequält klingenden Geräusche, die sie dabei von sich gibt. Die Ergebnisse sind entsprechend.
    [BREAK=Synthetische Benchmarks - belegt (HDTach, HDTune)]

    Synthetische Benchmarks - benutzt


    Wie bereits vor einigen Seiten erwähnt, ist es eine Eigenheit der Sandforce-SSDs, dass sie ihre Daten komprimiert speichern, was auch eines der Geheimnisse für die enorm hohen Durchsätze ist.

    Doch was passiert, wenn man die SSD mit Daten füllt? Genullte, leere Datenblöcke lassen sich hervorragend komprimieren und somit schnell transferieren, Betriebssystem-Dateien, Anwendungen und Bilder dagegen erheblich schlechter oder gar kaum noch. Aus diesem Grund spielen wir ein fertiges, etwa 50 GB großes Image einer typischen Windows 7 Installation auf die SSDs zurück und schauen, was passiert.

    HDTach


    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)


    Hier die erste Überraschung. Sobald der Sandforce-Controller "echte" Daten lesen muss, bricht die Leistung an diesen Stellen erheblich ein. Von vormals über 280 MB/s bei der Agility 3 bricht die Leistung auf bis zur Hälfte ein an diesen Stellen. Damit ist sie hier kaum noch schneller als die Vertex 2. Das legt die Vermutung nahe, dass der neue Sandforce SF-2200 seine Mehrleistung hauptsächlich aufgrund einer höheren Kompressionsrate erzielt, was ihm aber bei Dateien, die kaum weiter komprimiert werden können (JPGs, MPGs, ZIPs) dann nicht weiter hilft.

    Der Festplatte ist es wenig überraschend egal, ob die Magnetscheibe beschrieben ist oder nicht.

    HDTune


    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)


    Das gleiche Bild bei HDTune. Auch hier bricht die Leistung an den belegten Stellen erheblich ein. Man sieht genau, wo Daten liegen und welche Bereiche noch frei sind. Bei der 120 GB Vertex 2 belegt das 50 GB Image knapp die Hälfte des Speichers, bei der Agility 3 - da in der 240 GB Version zum Test angetreten - nur ein Viertel.[BREAK=Synthetische Benchmarks - belegt (Crystal Disk Mark, AS SSD Benchmark)]

    Crystal Disk Mark


    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

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    OCZ Vertex 2 (120 GB)

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    Hitachi 7K1000.C (1 TB)


    Interessanterweise macht es sich beim Disk Mark kaum bemerkbar, ob die SSD beschrieben ist oder nicht.

    AS SSD Benchmark


    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

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    OCZ Vertex 2 (120 GB)

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    Hitachi 7K1000.C (1 TB)


    Auch der Einfluss auf den AS SSD Benchmark ist eher gering. Die 120 GB Vertex 2 leidet hier mehr, da das Image fast die Hälfte des Platzes einnimmt und daher nur noch 50 Prozent "saubere" Zellen zur Verfügung stehen. Das drückt stärker auf den Schnitt als bei der 240 GB Agility 3, wo nur ein Viertel benutzter Platz den Schnitt deutlich weniger beeinträchtigt. Der Festplatte ist es ebenfalls egal ob benutzt oder nicht, da das 50 GB Image kaum 5 Prozent der Gesamtkapazität einnimmt.
    [BREAK=Praxistests (PCMark, WinRAR)]

    Praxistests


    PCMark 7


    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

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    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)


    Im aktuellen Futuremark PCMark7 gibt es zwei verschiedene Muster für Storage-Tests, welche die Praxis abbilden sollen: einmal für typische Game-Verhaltensweisen, einmal für klassische PC-Arbeit. Auch hier muss die Festplatte (ganz unten) einen deutlichen Rückstand hinnehmen, während die Agility 3 (ganz oben) wenig überraschend die Spitze übernimmt, bei Arbeits-Vorlagen überraschend deutlich vor der Vertex 2.

    WinRAR



    Hier erstellen wir ein Archiv des kompletten Programme (x86) Ordners. Um nicht die CPU als Flaschenhals zu haben, ohne Kompression, also wie man z.B. JPGs oder AVIs für einen Versand per Internet vorbereiten würde.

    Das besondere an diesem Test: Sowohl die Quell-, als auch die Zieldaten liegen auf dem selben Laufwerk. Es muss also gleichzeitig gelesen und geschrieben werden, was der Regelfall ist bei einem PC mit nur einem Laufwerk. Das trifft besonders die Festplatte hart, da der Lese- und Schreibkopf ständig zwischen dem Quell- und Zielort hin und her springen muss, während es der SSD ohne bewegliche Teile weit weniger zusetzt. Daher die relativ großen Unterschiede hier. Die Agility 3 liegt deutlich in Front.[BREAK=Praxistests (Booten, Virenscan, Indizieren)]

    Windows 7 Boot



    Beim Booten von Windows 7 ab BIOS-Auswahl Bootlaufwerk bis Einblendung Login-Screen ist der Unterschied weit geringer. Das liegt aber auch daran, dass es schon 3 Sekunden dauert, bis das Mainboard mit dem Booten beginnt, und daran, dass die Animation des Windows 7 Start-Logos immer gleich lange dauert. Dennoch liegt die Festplatte deutlich zurück. Und das ist nur die halbe Wahrheit, denn während bei den beiden SSDs nach dem Login der Desktop praktisch verzögerungsfrei sofort zur Nutzung zur Verfügung steht, dauert es bei der Festplatte noch gefühlt ewig, bis im Hintergrund - deutlich hörbar - alle Dienste und Autostart-Programme geladen sind. So ist der gefühlte Vorteil der SSDs nochmal deutlich höher, als es die Zahlen vermitteln. Da beim Bootvorgang kaum Schreibzugriffe stattfinden, liegt die Agility 3 hier nicht vorne.

    Virenscan



    Beim Komplettscan der Installation ist der Unterschied zwischen Festplatten und SSDs zwar da, aber erstaunlich niedrig. Ein Blick in den Taskmanager zeigt warum: Der für den Test verwendete Portable Virenscanner nutzt nur einen Kern des Phenom II X4. Der Test ist daher über weite Strecken CPU-limitiert.

    Index von C: erstellen



    Hier messen wir die Zeit, die das System benötigt, um C: komplett für schnellere Suche zu indizieren. Hier sind die beiden SSDs praktisch gleich schnell und selbst die Festplatte liegt erstaunlich dicht dahinter.
    [BREAK=Fazit]
    OCZ Agility 3 Review

    Fazit


    Werfen wir zum Abschluss noch einen Blick auf die Preise zum Zeitpunkt des Artikels:

    Wie man sieht, ist die 240 GB Variante, die OCZ zum Test geschickt hat, mit über 400 EUR nach wie vor extrem teuer. Als Datengrab und damit vollständiger Festplatten-Ersatz eignet sie sich also nach wie vor nicht. In High-End PCs muss es daher vorerst bei der Trennung "SSD für OS und Apps", sowie "Festplatte als Datengrab" bleiben.

    Sehr günstig für den Einstieg ist dagegen die 60 GB Variante, wobei bedacht werden sollte, dass 60 GB - selbst wenn man die SSD nur als Betriebssystem-Laufwerk und für die am häufigsten genutzten Anwendungen verwendet - in Zeiten von Windows 7 x64 recht schnell knapp werden kann. Zudem erreicht die 60 GB Version laut Hersteller nicht die gleichen Leistungswerte wie die größeren Geschwister.

    Die goldene Mitte bildet die 120 GB Variante, die genügend Platz für OS, Apps und Profil bietet, laut OCZ-Datenblatt sogar noch etwas schneller ist, als die 240 GB Variante (50.000 IOPS vs. 45.000 IOPS bei ansonsten gleichen Werten) und mit unter 190 EUR relativ erschwinglich ist. Vergleichen lassen muss sie sich natürlich mit der beliebten Vertex 2 der Vorgänger-Generation, die in der 120 GB Variante inzwischen ab 160 EUR zu haben ist. Knapp 30 EUR Unterschied also, die aber gut investiert sind - jedenfalls solange das Mainboard native SATA 6Gb/s Ports zur Verfügung stellt. Dies ist bei den Mainboards mit AMD SB850 Southbridge der Fall.

    In Sachen Leistung hat vor allem die Schreibperformance der Agility 3 überrascht, die bei den synthetischen Tests um bis zu Faktor 3 höher lag als bei der Vertex 2 und auch beim Archivieren in den Praxistests zu einem ordentlichen Vorsprung führte. Fühlbar ist der Unterschied allerdings nicht, sodass ein Upgrade für User, die bereits eine relativ aktuelle SSD im Einsatz haben, wenig Sinn macht.

    Ganz anders bei der Festplatte: Der Vergleich zeigt deutlich, dass der Fortschritt nicht aufzuhalten ist. Vor allem die absolute Stille und das verzögerungsfreie Ansprechen sind ein riesiger Pluspunkt der SSDs gegenüber der Festplatten-Technologie. Während die SSDs selbst unter maximaler I/O-Last keinen Mucks von sich geben, schreit die Festplatte ihre Pein förmlich in die Welt hinaus. Wer oft viele Sachen, die I/O-Last erzeugen, gleichzeitig macht, spürt die Vorzüge einer SSD deutlicher, als etwa ein Gelegenheitssurfer, der Firefox sowieso nur einmal startet und sonst nichts weiter im Hintergrund laufen hat.

    Wir freuen uns jedenfalls auf die kommenden Storage-Tests und darauf herauszufinden, was die anderen SSD- und Controller-Hersteller so alles im Köcher haben.

    Zusammenfassend die Bewertung der OCZ Agility 3:

    Das hat uns gefallen:
    • Enorme Roh-Performance
    • Besonders beim Schreiben sehr schnell
    • Gefühlte Leistung ggü. Festplatte bemerkenswert
    • In den Größen 60 GB und 120 GB fairer Preis
    • Problemloser Betrieb während der Tests


    Das hat uns nicht gefallen
    • Kein 3,5" Adapter im Lieferumfang
    • Kein sinnvoller Temperaturwert in den SMART-Daten
    • Starker Einbruch der Lese-Leistung aus belegten Zellen



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