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    SilverStone Raven 3 - Der Überflieger?


    SilverStone ist einer der alten Hasen im Gehäusegeschäft und überrascht immer wieder mit Neuheiten. So ist SilverStone der vermutlich einzige Hersteller, der bei einigen Gehäusemodellen die Mainboards um 90° versetzt einbaut, so dass das Anschlusspanel nicht auf der Rückseite, sondern auf dem Gehäusedeckel sitzt. Für unseren heutigen Test haben wir eines dieser speziellen Gehäuse, nämlich das neueste Raven 3, aus der gleichnamigen Reihe, genauer unter die Lupe genommen. Wie schon bei den Vorgängermodellen hat SilverStone wieder einige Überraschungen bezüglich des Einbaus parat. Während das erste Raven Gehäuse noch ein ausgewachsener Big-Tower war, so sind die beiden Nachfolgemodelle mit ungefähr 520 mm Höhe lediglich auf Midi-Tower-Niveau.

    Wir bedanken uns bei SilverStone für die Bereitstellung des Testsamples und wünschen viel Spaß beim Lesen.

    [BREAK=Testsystem]Für das Testsystem kommt eine AMD-Plattform mit folgenden Komponenten zum Einsatz:
    • CPU: AMD Phenom X4 9850 Black Edition mit 4 x 2,5 GHz und 125 W TDP
    • CPU-Kühler: Scythe Rasetsu oder bei kleineren Gehäusen der AMD-Boxed Kühler
    • Mainboard: ASRock A780FullHD - AMD 780G/SB700-Chipsatz, mATX
    • Arbeitsspeicher: 4 x 1024 MB Kingston (DDR2-800)
    • Grafikkarte: Gigabyte Radeon HD 6950 mit 2048 MB Grafikspeicher
    • Festplatte: 2 x Maxtor DiamondMax 10
    • Netzteil: Enermax Modu 82+


    Der Testparcours bedarf einiger Hilfsmittel und Programme:
    • Furmark v1.80 – Stabilitätstest für die Grafikkarte
    • Prime95 v25.11 - CPU-Testprogramm
    • AIDA64 Extreme Edition zur Auswertung sämtlicher Temperatursensoren


    Messgeräte: Voltcraft 329 Schalldruckmessgerät. Zum Aufheizen des Systems kommen Prime95 und FurMark gleichzeitig zum Einsatz. Hierbei wird eine Belastung der CPU und GPU erzielt, welche im normalen Alltagsbetrieb kaum vorzufinden ist. Ein Testlauf ist absolviert, wenn das System 30 Minuten der Belastung standhält. Vorzeitige Abbrüche werden selbstverständlich vermerkt und gehen mit den letzten Maximaltemperaturen in die Grafiken ein. Messungen im Idle-Zustand haben wir gestrichen, da diese bei den Stromsparmechanismen der Prozessoren zunehmend uninteressanter sind. Die Raumtemperatur beträgt hierbei 20 °C. Die erzielten Temperaturen der einzelnen Sensoren lesen wir mit dem Programm AIDA64 Extreme Edition aus. Hierfür hat uns der Hersteller freundlicherweise einige Lizenzen zur Verfügung gestellt.

    Bei den Messungen der Lautstärke haben wir uns entschieden zwei Messungen vorzunehmen. Die erste Messung, während das komplette System unter Last läuft, die zweite Messung, während lediglich die im Gehäuse verbauten Lüfter laufen. Der Grund dafür ist, eine bessere Vergleichbarkeit für den Leser zu gewährleisten. Die Lautstärke mit verbautem System wird bei jedem Leser unterschiedlich sein, je nachdem was für Komponenten man einbaut, die Lautstärke ohne eingebautes System wird jedoch bei jedem gleich sein. Die Lautstärke messen wir hierzu mit einem db(A)-Messgerät von drei Seiten mit einem Abstand von 30 cm.

    Die Daten zum SilverStone Raven 3 entnehmen wir der Website des Herstellers:

    ModellnameSilverStone Raven 3
    LaufwerkschächteExtern: 5.25” x 7
    Intern: 3,5 Zoll x 10 (6 via 5,25-Zoll-Adapter), 2.5” x 2 für SSD
    Abmessungen

    235 x 522 x 570 mm ( Breite, Höhe, Tiefe)

    MaterialVerstärktes äußeres Kunststoffgehäuse, 0,8 mm steel body
    FormfaktorSSI EEB, SSI CEB, Extended ATX, ATX, Micro ATX,
    Front I/OUSB 3.0 x 2 (Abwärtskompatibel zu USB 2.0)
    Audio x 1
    MIC x 1
    Maximale Grafikkartenlänge345 mm
    Maximale Kühlerhöhe 163mm
    Maximale Netzteillänge 180 mm
    Lüfter:

    Boden: 2 x 180 mm 700/1200/min, 18/34 dB(A)
    Deckel: 1 x 120 mm 900/min, 18 dB(A)
    Rückseite: 1 x 120 mm optional
    Front: 4 x 120 mm optional
    Rechte Seite: 1 x 120 mm optional

    Erweiterungsslots 8
    Gewicht 11,4 kg
    Empfohlener Verkaufspreis ca. 115,- Euro

    Der Lieferumfang des SilverStone Raven 3 umfasst die auf dem Bild ersichtlichen Kleinteile:
    • Handbuch
    • Montageschrauben
    • Kabelbinder
    • Adapterkabel 4-PIN auf 3 x 3-PIN

    Das Handbuch beim SilverStone Raven verdient den Namen Handbuch im wahrsten Sinne des Wortes. Hierbei handelt es sich um ein kleines geheftetes Buch und nicht wie bei anderen Herstellern lediglich um ein paar zusammengeheftete Faltblätter. Ansonsten ist das Zubehör recht spartanisch, aber ausreichend.

    [BREAK=Äußeres – Teil 1]Die Front des Raven 3 wirkt relativ dynamisch. Grund hierfür sind die insgesamt sieben 5,25"-Laufwerksblenden, die V-förmige Schlitze besitzen. Unterhalb der Blenden sitzt ein „Raven“-Schriftzug, bei dem das V durch einen stilisierten Vogel mit ausgebreiteten Flügeln dargestellt wird. Rechts und links zieren zwei goldfarbige Streifen das Gehäuse, die sich über die gesamte Front und den Deckel bis hin zur Rückseite fortsetzen. Oberhalb der 5,25"-Blenden sitzen der Power- und Resetschalter, die ebenfalls V-förmig angeordnet sind. Zwischen den beiden ist eine weiße Blende angebracht, die im laufenden Betrieb durch zwei weiße LEDs ausgeleuchtet wird. In der Spitze des V signalisiert eine rote LED die Festplattenaktivitäten. Entfernt man die einzelnen Frontblenden, kommen dahinter die Laufwerkseinschübe zum Vorschein. Lediglich der erste Schacht ist frei zugänglich für ein 5,25"-Laufwerk. Die anderen sechs Schächte sind aufgeteilt in zwei Dreier-Käfige, mit Metalleinschüben, auf die 3,5"-Laufwerke geschraubt werden können. Will man also mehr als ein 5,25"-Laufwerk einbauen, muss man dafür eines der Schubfächer entfernen. Wie wir später noch zeigen werden, haben beide Käfige vorne und hinten einen Kunststoffrahmen zur Aufnahme von 120-mm-Lüftern.

    Der Gehäusedeckel verfügt im vorderen Bereich über eine ebenfalls V-förmige Klappe. Darunter, vor Staub geschützt, sitzen zwei USB-3.0-Buchsen sowie die obligatorischen Audi-Buchsen für Mikrofon und Kopfhörer. Hinter der Klappe, hier noch gerade mit im Bild, befindet sich die Lüftersteuerung für die beiden vorinstallierten hauseigenen Air-Penetrator-Lüfter. Die Steuerung lässt sich in zwei Stufen High und Low schalten. Damit wird die Lüftergeschwindigkeit in den Stufen 700/min und 1200/min angepasst. Zwischen den beiden Schaltern sitzt eine kleine Metallblende. Dort kann ein optional erhältlicher CLEARCMOS-Schalter eingebaut werden, der es Übertaktern erlaubt, einen CMOS-Clear ohne lästiges Öffnen des Gehäuses durchzuführen.


    Der Gehäusedeckel besteht aus zahlreichen Kunststoffverstrebungen mit vier darüberliegenden Abdeckungen. Bei den Abdeckungen setzt sich der Stil mit der V-förmigen Anordnung fort, wie sie auch in der Front zu finden ist. Weiterhin sind die Abdeckungen schräg nach oben verlaufend angebracht. Hier wird die erwärmte Luft wieder aus dem Gehäuse geblasen. Auf der Rückseite ist ein Eingriff, um den Deckel zu entfernen.

    Entfernt man den Gehäusedeckel mit einem sanften aber bestimmten Ruck nach oben, kommt darunter die Besonderheit des Raven 3 zum Vorschein. Bei jedem anderen Gehäuse würde man sagen, das ist die Gehäuserückseite, nicht jedoch beim Raven 3. Hier befinden sich auf der Gehäuseoberseite nämlich die acht Slotblenden für Erweiterungskarten, da das Mainboard wie bereits erwähnt beim Einbau um 90° gedreht eingebaut wird. Zum Anheben des Gehäuses sitzt im hinteren Teil des Deckels ein massiver Kunststoffgriff. Zur Unterstützung der Entlüftung ist neben zahlreichen Luftdurchlässen noch ein 120-mm-Lüfter im Deckel eingebaut. Der Lüfter dreht mit 900/min und erzeugt dabei laut Hersteller eine Lautstärke von 18 dB(A). Weiterhin ist er mit einem verschraubten Lüftergitter abgedeckt. Anhänger von Wasserkühlungen finden zusätzlich zwei Schlauchdurchführungen vor. Auf dem Deckel verlaufen auch die Verlängerungen für die USB-3.0-Anschlüsse, welche wie derzeit immer noch üblich am I/O-Panel des Mainboard angeschlossen werden. Hier nicht mit im Bild zu sehen sind die Rändelschrauben, mit denen die Seitenteile befestigt sind. Das ist ein wenig umständlich, da zum Entfernen der Seitenteile jedes Mal der Deckel abgenommen werden muss. Vorne nochmals im Bild die Lüftersteuerung.




    [BREAK=Äußeres – Teil 2]Die Gehäuserückseite des Raven 3 ist recht unspektakulär. Links oben sind einige Luftdurchlässe, rechts davon kann optional ein zusätzlicher 120-mm-Lüfter eingebaut werden.

    Im linken Seitenteil sitzt ein Fenster, das den Einblick auf die verbaute Hardware gestattet. Vorne ist ein nach außen gewölbtes Gitter, das mit 10 mm x 15 mm relativ große Luftdurchlässe bietet. Dies ist eine weitere Besonderheit des Raven 3, hier wird später das Netzteil sitzen. Das wird beim Raven 3 nämlich vorne statt hinten im Gehäuse eingebaut. Das rechte Seitenteil hat vorne ebenfalls das gewölbte Lüftergitter, weiterhin ist mittig auf dem Seitenteil noch ein Einbauplatz für einen 120-mm-Lüfter vorgesehen.

    Zur Entkopplung vom Boden sind an den Füßen kleine Gummimatten angebracht. Über die gesamte Gehäuseunterseite ziehen sich zwei große auswaschbare Staubfilter, die zur Seite entnommen werden können. Damit man das Gehäuse nicht auf die Seite legen muss, um die Staubfilter entnehmen zu können, sind sie mit kleinen Magneten am Gehäuse befestigt. Im vorderen Teil ist ein Loch im Boden, hier wird später das Kaltgerätekabel für das Netzteil durchgeführt.



    [BREAK=Inneres]Nachdem wir uns das Raven 3 nun von außen angesehen haben und schon festgestellt haben, dass der Einbau hier ein wenig anders vor sich geht, waren wir sehr auf die inneren Features gespannt. Die Seitenteile können erst abgenommen werden, nachdem der Gehäusedeckel abgenommen ist, weil hier die Rändelschrauben versteckt sind. Nach dem Lösen der Schrauben werden die Türen zur Seite entnommen und das Raven 3 offenbart sein komplett schwarz lackiertes Innenleben. Wie die meisten Gehäuse verfügt auch das Raven 3 über einen Mainboardausschnitt, um verschraubbare Kühler ohne Ausbau des Mainboards wechseln zu können. Hier ist der Ausschnitt, bedingt durch den um 90° gedrehten Einbau des Mainboards allerdings nicht wie üblich oben links, sondern oben rechts. Auch die Rückseite des Mainboardträgers bietet einige Besonderheiten, in Form von diversen Anbauten, welche wir uns gleich noch genauer anschauen.

    Rechts neben dem Ausschnitt im Mainboardträger sitzen zwei Halterungen. Diese werden abgeschraubt und fassen dann jeweils eine 3,5"-Festplatte. Die Schraubenlöcher sind mit Gummierungen versehen, um die Festplatten vom Gehäuse zu entkoppeln. Unterhalb des Ausschnitts sitzt eine Halterung, die zwei 2,5"-Laufwerke aufnehmen kann. Links vom Mainboardausschnitt befinden sich zwei weitere Halterungen für Festplatten. Diese beiden Halterungen sind an den Käfig geschraubt, der die 5,25"-Laufwerke aufnimmt. Somit kann das Gehäuse allein auf der Mainboardrückseite vier 3,5"- und zwei 2,5"-Laufwerke aufnehmen. Hinzu kommen optional sechs weitere Einbauplätze in der Front. Hierfür müssen dann allerdings Abstriche bei der Benutzung von 5,25"-Laufwerken gemacht werden.

    Die 5,25"-Laufwerke im Frontbereich können mit Schnellverschlüssen fixiert werden. Dies geschieht allerdings nur einseitig, was aber vollkommen ausreichend ist, solange man das Gehäuse nicht transportiert. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann die Laufwerke von der anderen Seite noch verschrauben. Dafür müssen aber zwangsläufig die Halterung für die 3,5"-Laufwerke entfernt werden, welche wir uns eben angesehen haben. Insgesamt kann, beziehungsweise muss, im Raven 3 bis auf die 5,25"-Laufwerke sehr viel Handarbeit geleistet werden, da alle Laufwerke auf Halterungen geschraubt sind und diese Halterungen teilweise auch noch mit dem Gehäuse verschraubt werden müssen.

    Die Einbauplätze für die 5,25"-Laufwerke können alternativ auch für 3,5"-Festplatten genutzt werden. Hierzu sind in dem Schacht zwei Käfige mit jeweils sechs Metallschubfächern vorgesehen. In den Schubfächern sind die Festplatten wie schon bei den Halterungen hinter dem Mainboardträger auf Gummiunterlagen geschraubt, um die Platten vom Gehäuse zu entkoppeln, damit Zugriffsgeräusche nicht auf das Chassis übertragen werden. Nutzt man diese Einbauplätze für Festplatten, verringert sich natürlich die Anzahl der 5,25"-Laufwerke, die eingebaut werden können.

    Unterhalb der 5,25"-Laufwerke sitzt das Netzteil, was ebenfalls schon recht ungewöhnlich ist. Das Netzteil wird seitlich ins Gehäuse geschoben und über einen Adapter mit dem Kaltgerätekabel verbunden. Der eigentliche Anschluss für das Kaltgerätekabel sitzt auf der Gehäuseunterseite. Somit kann man das Netzteil nicht mehr von Hand ausschalten, sondern muss zwangsläufig den Netzstecker ziehen, um das Netzteil stromlos zu bekommen. Bei unserem Modell liegen die Lötstellen für das Adapterkabel blank, da der Schrumpfschlauch nicht weit genug reicht. Dies ist extrem gefährlich, da hier Netzspannung anliegt, so dass Kurzschluß, Brand oder gar ein lebensgefährlicher Schlag ausgelöst werden können. Wir haben SilverStone darauf aufmerksam gemacht und man hat uns dort versichert, dass dies bei den neueren Modellen nicht mehr der Fall ist.



    [BREAK=Inneres - Teil 2]Auf dem Gehäuseboden sitzen zwei der hauseigenen Air-Penetrator-Lüfter mit einem Durchmesser von 180 mm, die den natürlichen Kamineffekt (d.h. warme Luft steigt nach oben) zusätzlich unterstützen. Oberhalb der Lüfter sind zwei Durchführungen für Kabel. Die beiden Lüfter auf dem Boden sowie der Lüfter im Deckel haben einen 3-Pin-Anschluss und können somit auch an das Mainboard angeschlossen werden. Als kleines optisches Highlight sind die Anschlusskabel für das Mainboard und die Kabel der beiden 180-mm-Lüfter sauber in schwarz gesleevt. Warum die beiden Lüfter im Boden allerdings versetzt eingebaut sind, können wir uns nicht erklären. Einziger Vorteil wäre, dass die Festplatten, die auf der Rückseite des Mainboardträgers verbaut werden können, noch zusätzlich im Luftstrom hängen und somit ein wenig gekühlt werden. Dafür hätten aber beide Lüfter weiter versetzt sein müssen und nicht nur einer.

    Das Mainboard wird um 90° gedreht eingebaut, was zur Folge hat, dass die Anschlüsse im Gehäusedeckel herauskommen. Dort befinden sich folglich auch die acht Slotblenden für die Erweiterungskarten. Die Slotblenden haben längs geschlitzte Luftdurchlässe und sind verschraubt. Also auch hier muss man beim Einbau zum Schraubendreher greifen. Zur Unterstützung der Gehäuseentlüftung ist im Deckel zusätzlich noch ein 120-mm-Lüfter eingebaut.

    Nachdem wir uns nun das Raven 3 nun ausführlich von innen und außen angeschaut haben, waren wir natürlich ganz gespannt auf den Einbau dieses recht ungewöhnlichen Gehäuses sowie die Temperatur- und Lautstärkemessungen, welche auf den nächsten Seiten folgen.

    [BREAK=Einbau]

    Als nächster Punkt unseres Artikels stand der Einbau der Komponenten auf dem Programm. Was eigentlich recht simpel aussieht, entpuppt sich ohne einen vernünftigen Plan schnell als doppelte und dreifache Arbeit. Im Gegensatz zu anderen Gehäusen, wo die Reihenfolge des Einbaus fast egal ist, muss man beim Raven 3 gezielt vorgehen, sonst kann man Teile wieder ausbauen, die bereits eingebaut waren

    Wir schildern an dieser Stelle der Einfachheit halber den korrekten Einbau und warum das so wichtig ist. Als erstes haben wir mit dem Netzteil begonnen, danach kamen die 3,5"-Laufwerke an die Reihe. Beim Netzteil ist es angebracht, das Adapterkabel schon zu befestigen, bevor das Netzteil verschraubt wird, da sich das Kabel aufgrund der gerade ausreichenden Länge kaum noch biegen lässt. Hier ist der erste Knackpunkt, über den wir gestolpert waren. Wir haben das Netzteil nämlich gleich verschraubt und konnten dann das Kabel nicht mehr anschließen, also hieß es, das Netzteil wieder lösen, Stromkabel anzuschließen und das Netzteil erneut festzuschrauben.

    Da das Raven 3 auch die Möglichkeit bietet, die Festplatten hinter dem Mainboardträger einzubauen, haben wir einfach mal diesen Platz gewählt. Hinter dem Mainboardträger können insgesamt vier 3,5"-Laufwerke sowie zwei 2,5"-Laufwerke eingebaut werden. Hierzu werden die entsprechenden Rahmen abgebaut und die Festplatten auf selbigen verschraubt. Um die Platten vom Gehäuse zu entkoppeln, haben die Aufnahmen Gummierungen. Wir wählten die beiden Aufnahmen, die neben dem Käfig für die 5,25"-Laufwerke hängen.

    Nun wird das 5,25"-Laufwerk nach Entfernen der Blende von vorne ins Gehäuse geschoben, auf der linken Seite mit dem Schnellverschluss gesichert und von der rechten Seite verschraubt. Dann können eigentlich auch schon Aufnahmen der 3,5"-Laufwerke verschraubt werden. Macht man dies vor Einbau des optischen Laufwerks, kann es nur noch mit den Schnellverschlüssen befestigt werden, da die Schrauben auf der rechten Seite hinter den Aufnahmen versteckt sind. Ganz wichtig ist es, dass man bereits jetzt das Laufwerk verkabelt. Warum, sieht man gleich noch.

    Das Mainboard wird auf die bereits vorinstallierten Abstandshalter geschraubt und die Grafikkarte hat auch schnell ihren Platz gefunden. Für Erweiterungskarten stehen dem Anwender im Raven 3 345 mm zur Verfügung, was für alle derzeit erhältlichen Grafikkarten ausreichend ist. Nachfolgend eine Übersicht über die Länge einiger aktueller Grafikkarten.

    Abmessungen diskreter Grafikkarten

    Anschließend geht es auch an die Verkabelung. Spätestens hier merkt man, ob man vor dem Einbau des Mainboard schon das optische Laufwerk verkabelt hat. Hat man diesen Schritt nämlich vergessen, ist es bei ausladendem Kühler so gut wie unmöglich, die Kabel an das Laufwerk zu stecken, weil schlichtweg der Platz fehlt. Hier müsste man also das Mainbord erst wieder ausbauen, falls vergessen wurde, das 5,25"-Laufwerk vor dem Einbau des Mainboards zu verkabeln. Will man die Kabel hinter dem Mainboardträger entlangführen, ist der Anschluss der vorderen 3,5"-Laufwerke am Mainboard nur möglich, wenn die Kabel eine ausreichende Länge besitzen. Die SATA-Kabel sollten hierfür mindestens 49 cm lang sein und nicht über gewinkelte Anschlüsse verfügen. Der Rest der Verkabelung ist gewohnt einfach, und fertig zusammengebaut sah das Ganze schließlich wie folgt aus:



    [BREAK=Temperaturen und Lautstärke]

    Im ersten Schritt unserer Messungen haben wir uns wie angekündigt die Lautstärke nur mit den installierten Lüftern, also zwei 180-mm-Modellen im Gehäuseboden sowie einem 120-mm-Modell im Deckel, ohne weitere Hardware angeschaut. Der Hintergrundpegel im Raum war mit unserem Messgerät nicht mehr messbar. Nach dem Anlaufen der Lüfter haben wir folgende Werte gemessen:


    Danach erfolgte der Belastungstest. Hierzu liefen Prime95 und FurMark für eine halbe Stunde gleichzeitig. Vorab die Lautstärke, die wir dabei gemessen haben, danach die erzielten Temperaturen:


    Die Temperaturen können vollauf überzeugen. Unter Last liegt die Temperatur um nur ein Grad über den Temperaturen des Corsair Obsidian 650D, welches sich lediglich dem CoolerMaster CM 690 II Advanced geschlagen geben musste. Bei der Lautstärke legen die Lüfter des Raven 3 dafür einen neuen Rekord auf. Leider im negativen Sinn. Bis zu 53 dB(A) unter Last ist nur noch erträglich, wenn man ein Headset auf dem Kopf hat und dabei einen Ego-Shooter spielt. Auf niedriger Stufe liegen die Lüfter aber durchaus im Rahmen, obwohl wir uns hier ein wenig mehr erwartet hatten. Beim SilverStone Fortress FT02, was wir bereits im Test hatten, konnten die Lüfter eher überzeugen, auch wenn es beim Fortress drei 180-mm-Lüfter sind. Auch die gemessene Lautstärke war beim Fortress FT02 wesentlich niedriger, obwohl dort insgesamt gleich vier Lüfter eingebaut sind.

    Nachdem wir mittlerweile ein paar Werte gesammelt haben, nachfolgend noch unser altbekanntes Diagramm mit der Temperaturdifferenz, basierend auf dem neuen Testsystem bei 20 °C Raumtemperatur.



    Die Messwerte unserer alten Artikel mit dem alten Testsystem können hier nachgeschaut werden.


    [BREAK=Fazit]


    Update:


    Nachdem wir unsere Temperaturwerte aufgrund einer fehlerhaften CPU-Lüftermontage überarbeiten mussten, liegt das SilverStone Raven 3 nun an der Spitze der Charts und schlägt somit auch klar das Cooler Master HAF-X

    Das SilverStone Raven 3 hinterlässt ein wenig gemischte Gefühle. Die Lautstärke ist bei niedriger Lüftereinstellung akzeptabel, bei hoher Einstellung stellen die Lüfter einen neuen Negativrekord auf. Dafür punkten sie wiederum bei den Temperaturmessungen. Somit ist das Raven 3 auch bei sommerlichen Temperaturen nicht aus der Ruhe zu bringen. Im Vergleich zum Corsair Obsidian 650D, das etwa 10,- Euro teurer ist, und auch dem rund 44,- Euro günstigeren CoolerMaster CM 690 II Advanced, muss sich das SilverStone Raven 3 allerdings knapp geschlagen geben.

    Die Temperaturen der beiden Festplatten sind erwartungsgemäß nicht auf dem Niveau der bisher getesteten Gehäuse, was aber nicht verwunderlich ist, da sie hinter dem Mainboardträger kaum Frischluft abbekommen. Lediglich die beiden gedämmten Gehäuse aus unserem Silentvergleich lagen hier wesentlich schlechter im Rennen. Das bedeutet aber keinesfalls, dass die Temperaturen im Raven 3 kritisch sind.

    Der Einbau gestaltet sich nicht ganz so komfortabel wie bisher. Es muss vieles von Hand verschraubt werden und auch die richtige Einbaureihenfolge ist von Bedeutung, damit man bereits eingebaute Komponenten nicht erst wieder entfernen muss, weil man sich zum Beispiel den Zugang zu den 5,25“-Laufwerken verbaut hat.

    Auf der positiven Seite steht das außergewöhnliche Konzept des Raven 3. Auch wenn der Einbau nicht wie gewohnt locker von der Hand geht, ist es doch mal was anderes, ein Gehäuse zu haben, das so ungewöhnliche Features wie ein Netzteil in der Front oder ein um 90° gedrehtes Mainboard hat. Zusammenfassend kann man sagen, das Raven 3 ist eher für Enthusiasten gedacht, die sich von der Masse abheben wollen. Dafür bekommt der Käufer dann für rund 115,- Euro aber auch ein extravagantes Gehäuse, das ins Auge sticht.

    Aber eines wollen wir SilverStone noch mit auf den Weg geben. Für den Fall eines Raven 4 würden wir uns wünschen, dass die Seitenteile wieder wie gewohnt an der Rückseite befestigt sind. Dafür kann man dann dem abnehmbaren Deckel rechts und links eine kleine Metallschiene spendieren, mit der der Deckel von innen verschraubt wird. Die derzeitige Methode mit den Kunststoffnasen wird über kurz oder lang zu Problemen führen, da die Nasen sehr schnell abbrechen können, wenn man nur eine Sekunde unachtsam ist. In den gängigen Foren sind bereits User zu finden, die genau dieses Problem haben.

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