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    Intel 510 250 GB SSD-Review

    Intel 510 250 GB SSD-Review

    Einleitung


    Vor einigen Wochen haben wir als eine der ersten Hardware-Seiten im deutschen Web ein Review der brandneuen OCZ Agility 3 Solid State Disk (SSD) veröffentlicht. Diese SSD gehört zur neuen SATA-6Gb/s-Familie mit Sandforce SF-2200 Controller von OCZ und soll als Mainstream-Lösung dienen. Dabei hatte sich die Agility 3 gegenüber der Vorgänger-Serie und vor allem gegenüber einer Festplatte als überaus performant erwiesen.

    Heute nun wollen wir uns ansehen, ob die Konkurrenz auch hübsche Töchter hat. Dabei kommt man in Sachen SSD selbstverständlich an Intel nicht vorbei, denn die SSDs des x86-Marktführers erfreuen sich hoher Beliebtheit. Dabei hat Intel eine zur OCZ Agility 3 240 GB passende Intel 510 mit 250 GB geschickt, die ebenfalls über ein SATA-6Gb/s-Interface verfügt.

    Wir werden heute überprüfen, wie sich die diese SSD gegenüber der relativ günstigen OCZ Agility 3 schlägt. Viel Vergnügen beim Lesen.
    [BREAK=Der Testkandidat]

    Der Testkandidat


    Noch auf dem letzten Themenabend mit Intel fragte ein Teilnehmer, welchen Controller denn die Intel-SSDs verbaut hätten. Die Antwort: Intel SSDs haben natürlich einen Intel-Controller verbaut. Nun, diese Aussage stimmt seit der Markteinführung der 510er Serie von Intel so nicht mehr. Statt auf die eigenen Controller zurückzugreifen, pflanzte Intel einen Marvell 88SS9174-BKK2 Controller in die Intel 510. Warum, das verschweigen die offiziellen Infoblätter und Pressemitteilungen zu dieser Serie. Daher haben wir uns bei Intel erkundigt. Hier die offizielle Stellungnahme auf englisch:
    When Intel introduced its breakthrough SSD product line in 2008, the SSD controllers available did not meet Intel's requirements, therefore Intel chose to develop its own proprietary controller in order to create a world-class line of compute quality SSDs. Since that time, third-party controller technology has improved considerably. Intel will consider using a third-party controller when it meets the needs of the product and Intel specifications and validation. In this case, we chose to use a third-party controller which met our needs. We timed the product to be available when the 2nd Generation Intel Core processors became available supporting the 6 Gbps interface.
    Oder sinngemäß anders formuliert: bei den günstigen Consumer-SSDs wird man sich künftig vermehrt teure Eigenentwicklungen sparen, wenn der Controller die internen Vorgaben erfüllt. Zudem wollte Intel die 6Gb/s-Serie gleichzeitig mit der Sandy-Bridge-Plattform fertig haben, die ja native SATA-6Gb/s-Ports besitzt und da war die Nutzung einer bestehenden Entwicklung offenbar naheliegend.

    Intel 510 250 GB SSD-Review


    Im Gegensatz zu den recht eigenwilligen Sandforce-Controllern, die mit Datenkompression und ohne Cache-Speicher arbeiten, ist der Marvell ein recht konventionelles Design. 128 MB Cache-Speicher befinden sich auf der Platine und die Daten werden ohne Kompression auf den Flashzellen gespeichert. Damit sollte die Intel 510 stets konstante Leseleistung an den Tag legen, egal ob gerade aus Zellen mit stark oder weniger stark komprimierten Daten gelesen wird. Das werden wir natürlich überprüfen.
    Apropos Cache: Einen Stützkondensator wie die Intel G3 (320), damit im Falle eines Stromausfalls bei aktiviertem Schreibcache die Cache-Daten noch schnell geschrieben werden können, hat die Intel 510 nicht; unterscheidet sich damit allerdings auch nicht von den gängigen Consumer-SSDs anderer Hersteller.

    Da diese Intel-SSD für den Consumer-Markt bestimmt ist, ist sie logischerweise auch mit MLC-NAND-Flashspeicher bestückt, allerdings mit den 34-nm-Speichern, während die meisten anderen aktuellen SSDs inzwischen mit den 25-nm-Chips geliefert werden. Das ermöglicht relativ günstige Kosten, während die technisch überlegenen SLC Speicher immer noch unbezahlbar und gerade in der Größenordnung 120-240 GB für den Endkunden uninteressant sind.

    Intel 510 250 GB SSD-Review


    Zum Test hat Intel die 250-GB-Version der Intel 510 geschickt.

    Intel 510 250 GB SSD-Review


    Der Lieferumfang ist ordentlich. Neben der SSD selbst liegt ein 3,5"-Adapter bei, die entsprechenden Schrauben dazu, ein SATA-Anschlusskabel, ein Adapter für den SATA-Stromanschluss, eine Anleitung sowie eine CD mit Handbüchern in verschiedenen Sprachen und der unausweichliche Aufkleber.[BREAK=Referenz und Testsystem]

    Referenz und Testsystem


    Um die Werte, die dieser Test liefern wird, einordnen zu können, haben wir zwei typische Vertreter ihrer Gattung ebenfalls durch den Parcours geschickt. Einmal die OCZ Vertex 2 120 GB - monatelang die am häufigsten gesuchte Hardware bei den Preisvergleichern - ist unsere Referenz in Sachen SSD. Sie unterstützt SATA 3Gb/s und wird vom Sandforce SF-1200 befeuert. Zum anderen lassen wir eine typische Durchschnittsfestplatte mitlaufen, wie sie millionenfach in aktuellen PCs verbaut ist: 1 TB, SATA 3Gb/s, 7200/min. Wir haben uns für die Hitachi 7K1000.C entschieden.

    Und selbstverständlich bleiben auch die Werte sämtlicher bisher getesteter SSDs als Vergleich mit im Test.

    Das Testsystem im Detail:
    • AMD Phenom II X4 840 (Cool'n'Quiet und C1E deaktiviert)
    • Gigabyte GA-870A-USB3 (AMD SB850 Southbridge mit SATA-3Gb/s- und -6Gb/s-Fähigkeit)
    • 4 GB DDR3-1333 RAM (Dual-Channel, 8-8-8-24-33 1T)
    • Windows 7 x64 SP1
    • MS AHCI Treiber

    Als AHCI-Treiber kommt bewusst der in Windows 7 integrierte MS AHCI-Treiber zum Einsatz, der ebenfalls SATA 6Gb/s unterstützt, da bei den AMD-eigenen AHCI-Treibern je nach Treiberversion und Southbridge der TRIM-Support mal funktioniert, mal nicht.

    Die Software:
    • HDTach 3.0.1.0
    • HDTune 2.55
    • Crystal Disk Mark 3.0.1 x64
    • AS SSD Benchmark 1.6.4067.34354
    • PCMark 7 Basic Edition
    • WinRAR 4.00 x64
    • CLAMWin Portable 0.97 Virenscanner

    [BREAK=Synthetische Benchmarks - frisch (HDTach, HDTune)]

    Synthetische Benchmarks - frisch

    Beginnen wir unsere Tests mit den obligatorischen synthetischen Benchmarks in jungfräulichem Zustand. Lediglich eine primäre Partition wurde angelegt, ansonsten sind die Testprobanden unbenutzt.

    HDTach


    Intel 510 250 GB SSD-Review
    Intel 510 (250 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)

    Wir sehen die Intel 510 ganz oben. Sie bringt bei diesem Test 262 MB/s durchschnittliche Transferrate im sequenziellen Lesen zustande. Das sind gegenüber unserer SATA-3Gb/s-Referenz beeindruckende Werte, allerdings etwas langsamer als die zuvor getestete OCZ Agility 3, die auf 288 MB/s kam. Allen SSDs gemein ist der lineare Verlauf, während die Hitachi - typisch für eine Festplatte - von außen nach innen auf den Plattern immer langsamer wird von anfangs ordentlichen 140 MB/s auf 80 MB/s.

    Der größte Unterschied SSD vs. HDD liegt aber prinzipbedingt bei den Zugriffszeiten. Während sich in der Festplatte eine Magnetscheibe dreht und ein Lesekopf mechanisch hin und her geworfen werden muss, kommen SSDs ohne bewegliche Teile aus. Und das macht sich bei den Zugriffszeiten am meisten bemerkbar: 14,3 ms gemessene Latenz stehen hier für die Hitachi-Festplatte zu Buche, während die beiden SSDs bei 0,1 ms liegen. Aus diesem Grund wirkt das Systemverhalten bei Verwendung einer SSD gefühlt so spontan und ansatzlos.

    HDTune


    HDTune ist wie HDTach ein Tool, um Transferraten und Latenzzeiten zu messen.

    Intel 510 250 GB SSD-Review
    Intel 510 (250 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)

    Traditionell liegen die HDTune-Werte immer etwas unter denen von HDTach. Dennoch wendet sich hier das Bild, denn die Intel 510 liegt vor der OCZ Agility 3, wenn auch denkbar knapp.[BREAK=Synthetische Benchmarks - frisch (Crystal Disk Mark, AS SSD Benchmark)]

    Crystal Disk Mark


    Intel 510 250 GB SSD-Review
    Intel 510 (250 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)

    Der Crystal Disk Mark offenbart ein paar weitere interessante Details. Beim sequenziellen Lesen und Schreiben, sowie bei großen Zugriffsbereichen legt die Intel 510 beeindruckende Werte an den Tag. Fast 450 MB/s erreicht sie hier beim Lesen und nicht minder respektable 321 MB/s beim Schreiben, während die OCZ Agility 3 beim sequenziellen Lesen hier überraschenderweise nicht schneller ist als die Vertex 2 der Vorgänger-Generation. Dafür kann sie beim Schreiben um den Faktor 3 zulegen ohne jedoch die Werte der Intel zu erreichen.

    Ganz anders sieht die Sache aus bei den zufälligen 4K Zugriffen. Hier schlägt die Stunde der Sandforce-SSDs. Hier muss sich die Intel 510 lang machen, um gerade noch vor der alten OCZ Vertex 2 zu bleiben.

    AS SSD Benchmark


    Intel 510 250 GB SSD-Review
    Intel 510 (250 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)


    Der extra für SSDs entwickelte AS SSD Benchmark bestätigt im Grunde die Tendenzen von Crystal Disk Mark, liefert zusätzlich aber noch Zugriffszeiten und einen Leistungsindex. Auch hier wieder: die Intel 510 legt grandiose Leistungswerte an den Tag, solange zusammenhängend gelesen und geschrieben wird. Bei den 4K Zugriffen dagegen - ganz besonders bei denen mit mehreren Threads - wird sie von der Agility 3 regelrecht verblasen. Allerdings sind die Werte mit unzähligen Threads, die gleichzeitig auf die SSD einhämmern, im Desktop-Bereich eher irrelevant, sondern typische Zugriffsmuster von hochbelasteten Datenbank-Servern.
    [BREAK=Synthetische Benchmarks - belegt (HDTach, HDTune)]

    Synthetische Benchmarks - belegt


    Bis hier her haben wir die SSDs frisch aus der Verpackung getestet. Doch SSDs werden in den seltensten Fällen als zusätzliches Laufwerk genutzt werden, sondern als Betriebssystem-Laufwerk. Daher untersuchen wir auf den folgenden Seiten, wie sich die Leistung ändert, wenn von der SSD gearbeitet wird.

    Wie bereits im Agility 3 Review erwähnt, ist es eine Eigenheit der Sandforce-SSDs, dass sie ihre Daten komprimiert speichern, was auch eines der Geheimnisse für die enorm hohen Durchsätze ist. Doch was passiert, wenn man die SSD mit Daten füllt? Genullte, leere Datenblöcke lassen sich hervorragend komprimieren und somit schnell transferieren, Betriebssystem-Dateien, Anwendungen und Bilder dagegen erheblich schlechter oder gar kaum noch. Aus diesem Grund spielen wir ein fertiges, etwa 50 GB großes Image einer typischen Windows 7 Installation auf die SSDs zurück und schauen, was passiert.

    HDTach


    Intel 510 250 GB SSD-Review
    Intel 510 (250 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)


    Wie man sieht, bricht die Leistung der Intel 510 nicht ein, wenn von belegten Zellen gelesen wird. Dem Controller ist das egal, da die Daten nicht komprimiert gespeichert werden. Hier müssen die SSDs mit Sandforce-Controller Federn lassen, die teilweise auf Festplatten-Geschwindigkeit einbrechen, wenn die gelesenen Daten nur schwer zu komprimieren sind (JPGs, MPGs, ZIPs).

    Auch der Festplatte ist es wenig überraschend egal, ob die Magnetscheibe beschrieben ist oder nicht.

    HDTune


    Intel 510 250 GB SSD-Review
    Intel 510 (250 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)


    Das gleiche Bild bei HDTune. Auch hier bricht die Leistung an den belegten Stellen bei den Sandforce-SSDs erheblich ein. Man sieht genau, wo Daten liegen und welche Bereiche noch frei sind. Bei der Intel 510 ohne Kompression dagegen auch hier kein Unterschied zu nicht belegten Zellen.[BREAK=Synthetische Benchmarks - belegt (Crystal Disk Mark, AS SSD Benchmark)]

    Crystal Disk Mark


    Intel 510 250 GB SSD-Review
    Intel 510 (250 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)


    Interessanterweise macht es sich beim Disk Mark kaum bemerkbar, ob die SSD beschrieben ist oder nicht.

    AS SSD Benchmark


    Intel 510 250 GB SSD-Review
    Intel 510 (250 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)


    Auch der Einfluss auf den AS SSD Benchmark ist eher gering. Die 120 GB Vertex 2 leidet hier mehr, da das Image fast die Hälfte des Platzes einnimmt und daher nur noch 50 Prozent "saubere" Zellen zur Verfügung stehen. Das drückt stärker auf den Schnitt als bei der 240 GB Agility 3, wo nur ein Viertel benutzter Platz den Schnitt deutlich weniger beeinträchtigt. Die Intel 510 lässt sich auch hier nicht davon beeindrucken, ob die Platte als OS-Platte genutzt wird oder nicht.
    [BREAK=Praxistests (PCMark, WinRAR)]

    Praxistests


    PCMark 7


    Intel 510 Review
    Intel 510 (250 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)


    Im aktuellen Futuremark PCMark7 gibt es zwei verschiedene Muster für Storage-Tests, welche die Praxis abbilden sollen: einmal für typische Game-Verhaltensweisen, einmal für klassische PC-Arbeit.

    Hier liegt die Intel 510 im Gaming-Bereich praktisch gleichauf mit der OCZ Agility 3, um sie dann im Arbeitskapitel um ein paar MB/s zu schlagen.

    WinRAR



    Hier erstellen wir ein Archiv des kompletten Programme (x86) Ordners. Um nicht die CPU als Flaschenhals zu haben, ohne Kompression, also wie man z.B. JPGs oder AVIs für einen Versand per Internet vorbereiten würde. Das besondere an diesem Test: Sowohl die Quell-, als auch die Zieldaten liegen auf dem selben Laufwerk. Es muss also gleichzeitig gelesen und geschrieben werden, was der Regelfall ist bei einem PC mit nur einem Laufwerk. Das trifft besonders die Festplatte hart, da der Lese- und Schreibkopf ständig zwischen dem Quell- und Zielort hin und her springen muss, während es der SSD ohne bewegliche Teile weit weniger zusetzt. Daher die relativ großen Unterschiede hier zwischen SSD und HDD.

    Die Agility 3 liegt in Front, die Intel 510 mit knapp 2 Sekunden dahinter, aber immer noch Meilen weit vor unserer SATA2-SSD-Referenz.[BREAK=Praxistests (Booten, Virenscan, Indizieren)]

    Windows 7 Boot



    Beim Booten von Windows 7 ab BIOS-Auswahl Bootlaufwerk bis Einblendung Login-Screen ist der Unterschied weit geringer. Das liegt aber auch daran, dass es schon 3 Sekunden dauert, bis das Mainboard mit dem Booten beginnt, und daran, dass die Animation des Windows 7 Start-Logos immer gleich lange dauert. Dennoch liegt die Festplatte deutlich zurück.

    Und das ist nur die halbe Wahrheit, denn während bei den beiden SSDs nach dem Login der Desktop praktisch verzögerungsfrei sofort zur Nutzung zur Verfügung steht, dauert es bei der Festplatte noch gefühlt ewig, bis im Hintergrund - deutlich hörbar - alle Dienste und Autostart-Programme geladen sind. So ist der gefühlte Vorteil der SSDs nochmal deutlich höher, als es die Zahlen vermitteln.

    Die SSDs liegen hier praktisch gleichauf, der minimale Unterschied ist - da handgestoppt - zu vernachlässigen.

    Virenscan



    Beim Komplettscan der Installation ist der Unterschied zwischen Festplatten und SSDs zwar da, aber erstaunlich niedrig. Ein Blick in den Taskmanager zeigt warum: Der für den Test verwendete Portable Virenscanner nutzt nur einen Kern des Phenom II X4. Der Test ist daher über weite Strecken CPU-limitiert. Dennoch schafft es die Intel 510, sich 41 s Vorsprung auf die Agility 3 herauszuarbeiten; nicht die Welt bei über einer Dreiviertelstunde Laufzeit, aber immerhin.

    Index von C: erstellen



    Hier messen wir die Zeit, die das System benötigt, um C: komplett für schnellere Suche zu indizieren. Hier sind die SSDs praktisch gleich schnell und selbst die Festplatte liegt erstaunlich dicht dahinter. Der kleine Rückstand der Intel 510 mag der Schwäche bei den kleinen zufälligen Zugriffen geschuldet sein, die hier massiv zum Einsatz kommen.
    [BREAK=TRIM / Garbage Collection]
    Diese Seite ist neu hinzugekommen und entstand auf Wunsch unserer Leser. Doch worum geht es hier? Nun, wenn ein Dateisystem wie NTFS eine Datei löscht, dann wird diese nicht wirklich vom Datenträger gelöscht, sondern lediglich aus dem Inhaltsverzeichnis des Dateisystems genommen. Bei einer Festplatte spielt das keine Rolle, da neu zu speichernde Daten einfach über die alten, nicht mehr genutzten drübergespielt werden können.

    Bei Flashspeicher ist das nicht möglich. Hier muss für ein erneutes Schreiben zuerst der komplette Inhalt gelesen, der Inhalt ungültig erklärt und die Daten zusammen mit den Änderungen wieder geschrieben werden. Wenn das in Echtzeit während des Schreibvorgangs erfolgen muss, wird dieser natürlich eingebremst gegenüber dem Schreiben auf leere Speicherbereiche. Hier kommt nun der ATA-Befehl TRIM ins Spiel, ebenso wie eventuelle interne Garbage-Collection-Routinen. Diese sollen dafür sorgen, dass im Hintergrund Speicherbereiche, auf denen keine verzeichneten Daten mehr liegen, auch tatsächlich gelöscht und verzögerungsfrei wieder beschrieben werden können.

    Dieser Test soll nun zeigen, wie gut diese Technik bei der Test-SSD umgesetzt ist. Dazu wird die komplette SSD mit Daten vollgeschrieben. Anschließend werden diese gelöscht und sofort ein Test mit AS SSD Benchmark gemacht:

    Intel 510 250 GB SSD-Review


    Wie man sieht liegt der Schreibwert (rot umrandet) erheblich niedriger, als noch zuvor, wo auf leere, unbenutzte Zellen geschrieben werden konnte. Da lag der Wert noch über 300 MB/s.

    So weit, so normal. Interessant wird's erst jetzt, denn wir lassen der SSD ein paar Stunden Zeit sich zu regenerieren, dem TRIM-Befehl des Betriebssystems und der internen Garbage Collection der SSD also, ihre Arbeit zu machen. Anschließend testen wir erneut:

    Intel 510 250 GB SSD-Review


    Und wie man sieht hat der Schreibwert wieder praktisch Neuzustand erreicht. Das heißt, TRIM/GC ist bei der Intel 510 offenbar sehr gut umgesetzt und sorgt dafür, dass die SSD auch nach vielen Schreibzyklen kaum an Leistung verliert.

    Etwas erschrocken waren wir aber dennoch, denn das Tool SSDlife Free lieferte nach dem Start folgende Meldung:

    Intel 510 250 GB SSD-Review


    Demnach wären die Zellen samt Reservezellen, die eine SSD prinzipbedingt immer hat, bereits verschlissen und die SSD damit kurz vor dem Ableben. Allerdings kann das nach lediglich 13 Betriebsstunden gar nicht sein. Nach Rücksprache mit Intel wurde uns mitgeteilt, dass man mit dem Programmierer von SSDlife Free nicht in direkter Zusammenarbeit steht, man also von einem Auslesefehler ausgehen kann.

    Nach weiterer Recherche wurde klar, dass die von uns verwendete Version 1.2.17 (Release 31.03.2011) die Intel 510 wirklich nicht korrekt auslesen kann, da eine nur ein paar Tage jüngere, aber nach Festlegen der Test-Hardware und -Software erschienene Version 2.1.29 (Release 20.04.2011) das Problem nicht mehr aufweist. Das bestätigte auch der Gegencheck mit Crystal Disk Info:

    Intel 510 250 GB SSD-Review


    Wie man sieht ist der Zustand bei 100 Prozent und damit auch noch sämtliche Reservezellen vorhanden. So bestätigt sich mal wieder, niemals nur einem Tool zu trauen, sondern im Zweifel mehrere "Meinungen" einzuholen.
    [BREAK=Fazit]
    Intel 510 250 GB SSD-Review

    Fazit


    Werfen wir zum Abschluss noch einen Blick auf die Preise zum Zeitpunkt dieses Artikels:

    Wohingegen:

    Und das ist natürlich schon eine Hausnummer. Die hier getesteten 240-/250-GB-Varianten trennen aktuell nicht weniger als 67 EUR. Bei der 120-GB-Variante ist der Unterschied absolut gesehen etwas geringer, aber prozentual immer noch erheblich.

    Doch SSDs werden nicht von Pfennigfuchsern gekauft und so könnte man unter Umständen sogar über 67 EUR Preisunterschied hinwegsehen, wenn die Intel 510 entsprechend mehr Leistung bieten würde. Das ist teilweise der Fall, gerade im sequenziellen Bereich. Da liest die Intel 510 mehr als doppelt so schnell von einer leeren SSD (ASS/CDM) und zudem auch erheblich schneller (HDTach, HDTune) aus Zellen, die mit nicht ideal komprimierbaren Daten beschrieben sind, was ja die große Schwäche der Sandforce-SSDs ist. Der Intel 510 mit Marvell-Controller ist das egal und liefert hier hervorragende Werte ab.

    Andererseits kommt von den theoretischen Vorteilen fast nichts bei den Praxistests an. Nur beim Virencheck und im Arbeitsmodus von PCMark 7 war die Intel 510 schneller, bei allen anderen Praxistests zog sie den kürzeren gegenüber der OCZ Agility 3. Dazu noch die Schwäche bei den 4K-Zugriffen gegenüber der Sandforce-SSDs in den theoretischen Tests. Das macht es schwierig, die 67 EUR Preisunterschied zu rechtfertigen. Vielleicht mit der überaus effektiven Garbage-Collection bzw. Trim-Implementierung oder den umfangreichen Beigaben. Oder für alle Leute, die der eigenwilligen Sandforce-Technologie (kein Cache, komprimierte Speicherung, derzeit schlechte Presse, etc.) nicht trauen. Auf der anderen Seite ist die Intel 510 auch nicht als direkter Gegenspieler der Mittelklasse-SSD OCZ Agility 3 positioniert, sondern gegen das Topmodell OCZ Vertex 3 (die wir demnächst im Test haben werden), womit der Preisunterschied schwindet. Somit bleibt es - wie so oft bei Hardware - am Ende auch eine Frage des Geschmacks bzw. welche Disziplinen einem wichtig sind.

    Am Ende eines jeden Artikels auf Planet 3DNow! stellt sich für den Reviewer immer die Frage: Würde ich das getestete Stück Hardware empfehlen bzw. selbst bei mir einsetzen? Die Antwort lautet ganz klar: JA.

    Planet 3DNow! Editor's Choice Award

    Zusammenfassend die Bewertung der Intel 510:

    Das hat uns gefallen:
    • Enorme Roh-Performance sequenziell
    • Gefühlte Leistung ggü. Festplatte bemerkenswert
    • Problemloser Betrieb während der Tests
    • Wirkungsvolle Garbage Collection / Trim
    • Lieferumfang
    • 3 Jahre Herstellergarantie


    Das hat uns nicht gefallen
    • Kein sinnvoller Temperaturwert in den SMART-Daten
    • unattraktiver Preis
    • Schwächen bei zufälligen 4K-Zugriffen



  2. Die folgenden 23 Benutzer sagen Danke zu Nero24. für diesen nützlichen Beitrag:

    Atlan78 (20.06.2011), DEFENDER (25.06.2011), Der_Ventilator (20.06.2011), Frosdedje (20.06.2011), heimbuec (20.06.2011), ICEMAN (20.06.2011), Kommando (21.06.2011), Merowinger (20.06.2011), mibo (20.06.2011), mickythebeagle (21.06.2011), MrBad (20.06.2011), nazgul99 (21.06.2011), nebula (20.06.2011), Opteron (20.06.2011), otti503 (20.06.2011), Phlox (20.06.2011), Rotfuchs (20.06.2011), Scour (20.06.2011), Sefegiru (20.06.2011), Sonic (20.06.2011), TAL9000 (21.06.2011), W0RSCHD (20.06.2011), Woerns (21.06.2011)

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