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    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS 240 GB SSD-Review

    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review

    Einleitung

    Vor einigen Wochen haben wir als eine der ersten Hardware-Seiten im deutschen Web ein Review der brandneuen OCZ Agility 3 Solid State Disk (SSD) veröffentlicht. Diese SSD gehört zur neuen SATA-6Gb/s-Familie mit Sandforce SF-2200 Controller von OCZ und soll als günstige Mainstream-Lösung neues Publikum in die SSD-Welt locken. Dabei hatte sich die Agility 3 gegenüber der Vorgänger-Serie und vor allem gegenüber einer Festplatte als überaus performant gezeigt. Kurz darauf hatten wir Intels neueste Speerspitze im Test, die 510er, die mit ihrem ebenfalls 6Gb/s schnellen SATA-Interface aber einer anderen Positionierung eher in den High-End-Markt zielt. Dabei konnte die Intel 510 sehr gute Ergebnisse abliefern und sich unseren Editor's Choice Award sichern.

    Auf den folgenden Seiten wollen wir uns nun ansehen, ob die Topmodelle der OCZ SATA-6Gb/s-Familie zurückschlagen können und was sie zu leisten im Stande sind. Dabei handelt es sich um die OCZ Vertex 3, sowie das "Obendrüber-Modell" OCZ Vertex 3 Max IOPS, die eine nochmal höhere Leistung gegenüber der Standard-Vertex-3 bieten soll. Wir werden heute überprüfen, wie sich die diese SSDs sowohl gegenüber der relativen günstigen OCZ Agility 3, als auch der ausgewiesen sehr flotten Intel 510 schlagen. Viel Vergnügen beim Lesen.
    [BREAK=Die Testkandidaten]

    Die OCZ SATA-6Gb/s-Familie

    OCZ unterhält eine ganze Familie von SSDs, die mit der neuen SATA 6Gb/s (alias "SATA-III" alias "SATA/600" alias "SATA3") Schnittstelle kompatibel sind und von einem identischen SandForce SF-2200 Controller befeuert werden. Die Unterschiede liegen hauptsächlich in den eingesetzten NAND-Speichern und in der Ausstattung. Während die Vertex 3 als Topmodell fungiert und auch nur in Größen ab 120 GB erhältlich ist, sind die Agility 3 als Mittelklasse-SSD und die Solid 3 als Einsteiger-Modell auch in kleineren Größen erhältlich. Dafür sind sie künstlich beschnitten. So gibt OCZ für die Agility 3 in der 120 GB-Version zum Beispiel 50.000 IOPS (4K Write) an, während die Solid 3 nur 20.000 IOPS (4K Write) erreicht. Die Vertex 3 dagegen darf mit 60.000 IOPS (4K Write) den Controller voll ausnutzen.

    OCZ Agility 3 Review

    Der Speicher macht's

    Der Unterschied Agility 3 vs. Vertex 3 vs. Vertex 3 Max IOPS liegt im verwendeten NAND-Speicher. Während die Agility 3 mit herkömmlichem, asynchronen NAND auskommen muss, darf die Vertex 3 mit synchronem ONFI 2.0 NAND die Daten zwischen Speicher und Controller im DDR-Verfahren übertragen. Die Interface-Geschwindigkeit zwischen Controller und SATA-Schnittstelle ist identisch, zwischen Controller und NANDs dagegen darf die Vertex 3 im Idealfall ihre Daten doppelt so schnell hin und her schieben. Das ist vergleichbar mit der Einführung der DDR-SDRAMs im Mainboard-Sektor Anfang der letzten Dekade und stellt vergleichbare Vorteile gegenüber dem herkömmlichen SDR-SDRAM dar.

    Die OCZ Vertex 3 Max IOPS dagegen ist eine weitere Variante der Familie. Diese SSD ist mit sog. Toggle-Mode NANDs von Toshiba bestückt, die ohne Taktsignal auskommen. Zudem sollen sie höhere IOPS erreichen, was insbesondere in Umgebungen mit vielen zeitgleichen Input-Output-Anfragen (z.B. hochfrequentierte Datenbank-Server) relevant ist. Wir schauen uns heute an, wie sich diese technisch unterschiedlichen Auslegungen in der Praxis unterscheiden.

    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review

    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review


    Im Gegensatz zur Agility 3 werden die OCZ Vertex 3 Modelle mit 3,5" Adapter geliefert. Damit lassen sich die SSDs auch bequem ohne Zusatzkosten in Gehäusen unterbringen, die keinen dedizierten 2,5"-SSD-Schacht oder zumindest eine Befestigungsmöglichkeit vorgesehen haben. Eine kurze Anleitung und der bei OCZ obligatorische "My SSD is faster than your HDD" Aufkleber komplettieren den Lieferumfang jeweils.




    Hier sehen wir, dass die Vertex 3 im SATA-6Gb/s-Modus ("SATA/600") betrieben wird. Negativ: kein brauchbarer Temperatur-Wert in den SMART-Daten.

    Eigene Produktion und Entwicklung

    Im Gespräch legt OCZ großen Wert darauf zu betonen, dass man - im Gegensatz zu vielen anderen SSD-Herstellern - keine Referenz-Designs des Controller-Herstellers verwendet, sondern die SSDs selber entwickelt und auch selbst produziert. Aus diesem Grund sei man auch nicht von der Rückrufaktion für manche Sandforce-Modelle betroffen gewesen, die kürzlich für Schlagzeilen sorgte.
    [BREAK=Referenz und Testsystem]

    Referenz und Testsystem


    Um die Werte, die dieser Test liefern wird, einordnen zu können, haben wir zwei typische Vertreter ihrer Gattung ebenfalls durch den Parcours geschickt. Einmal die OCZ Vertex 2 120 GB - monatelang die am häufigsten gesuchte Hardware bei den Preisvergleichsseiten - ist unsere Referenz in Sachen SSD. Sie unterstützt SATA 3Gb/s und wird vom Sandforce SF-1200 befeuert. Zum anderen lassen wir eine typische Durchschnittsfestplatte mitlaufen, wie sie millionenfach in aktuellen PCs verbaut ist: 1 TB, SATA 3Gb/s, 7200/min. Wir haben uns für die Hitachi 7K1000.C entschieden.

    Und selbstverständlich bleiben auch die Werte sämtlicher bisher getesteter SSDs als Vergleich mit im Test.

    Das Testsystem im Detail:
    • AMD Phenom II X4 840 (Cool'n'Quiet und C1E deaktiviert)
    • Gigabyte GA-870A-USB3 (AMD SB850 Southbridge mit SATA-3Gb/s- und -6Gb/s-Fähigkeit)
    • 4 GB DDR3-1333 RAM (Dual-Channel, 8-8-8-24-33 1T)
    • Windows 7 x64 SP1
    • MS AHCI Treiber

    Als AHCI-Treiber kommt bewusst der in Windows 7 integrierte MS AHCI-Treiber zum Einsatz, der ebenfalls SATA 6Gb/s unterstützt, da bei den AMD-eigenen AHCI-Treibern je nach Treiberversion und Southbridge der TRIM-Support mal funktioniert, mal nicht.

    Die Software:
    • HDTach 3.0.1.0
    • HDTune 2.55
    • Crystal Disk Mark 3.0.1 x64
    • AS SSD Benchmark 1.6.4067.34354
    • PCMark 7 Basic Edition
    • WinRAR 4.00 x64
    • CLAMWin Portable 0.97 Virenscanner

    [BREAK=Synthetische Benchmarks - frisch (HDTach, HDTune)]

    Synthetische Benchmarks - frisch

    Beginnen wir unsere Tests mit den obligatorischen synthetischen Benchmarks in jungfräulichem Zustand. Lediglich eine primäre Partition wurde angelegt, ansonsten sind die Testprobanden unbenutzt.

    HDTach


    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review
    OCZ Vertex 3 Max IOPS (240 GB)

    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review
    OCZ Vertex 3 (240 GB)

    Intel 510 250 GB SSD-Review
    Intel 510 (250 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)

    Wir sehen die beiden Vertex-3-Varianten ganz oben. Sie bringt bei diesem Test 276 respektive 273 MB/s durchschnittliche Transferrate im sequenziellen Lesen zustande. Das ist minimal schneller, als die zuletzt getestete Intel 510, allerdings etwas langsamer als die nominal langsamere OCZ Agility 3, die auf 288 MB/s kam. Allen SSDs gemein ist der lineare Verlauf, während die Hitachi - typisch für eine Festplatte - von außen nach innen auf den Plattern immer langsamer wird von anfangs ordentlichen 140 MB/s auf 80 MB/s.

    Der größte Unterschied SSD vs. HDD liegt aber prinzipbedingt bei den Zugriffszeiten. Während sich in der Festplatte eine Magnetscheibe dreht und ein Lesekopf mechanisch hin und her geworfen werden muss, kommen SSDs ohne bewegliche Teile aus. Und das macht sich bei den Zugriffszeiten am meisten bemerkbar: 14,3 ms gemessene Latenz stehen hier für die Hitachi-Festplatte zu Buche, während die SSDs bei ca. 0,1 ms liegen. Aus diesem Grund wirkt das Systemverhalten bei Verwendung einer SSD gefühlt so spontan und ansatzlos.

    HDTune


    HDTune ist wie HDTach ein Tool, um Transferraten und Latenzzeiten zu messen.

    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review
    OCZ Vertex 3 Max IOPS (240 GB)

    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review
    OCZ Vertex 3 (240 GB)

    Intel 510 250 GB SSD-Review
    Intel 510 (250 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)

    Traditionell liegen die HDTune-Werte immer etwas unter denen von HDTach. Im Prinzip liegen die SATA-6Gb/s-Kontrahenten alle gleichauf.[BREAK=Synthetische Benchmarks - frisch (Crystal Disk Mark, AS SSD Benchmark)]

    Crystal Disk Mark


    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review
    OCZ Vertex 3 Max IOPS (240 GB)

    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review
    OCZ Vertex 3 (240 GB)

    Intel 510 250 GB SSD-Review
    Intel 510 (250 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)

    Der Crystal Disk Mark offenbart ein paar weitere interessante Details. Beim sequenziellen Lesen, sowie bei großen Zugriffsbereichen legen die beiden Vertex-3-Modelle gegenüber der kleinen Schwester Agility 3 beeindruckende Werte an den Tag. Über 470 MB/s erreichen sie hier beim Lesen. Das ist mehr als doppelt so schnell wie die Agility 3 mit ihren asynchronen NANDs.

    Interessant auch: je kleiner die Zugriffsmuster und je tiefer die Queue-Depth, desto weiter können sich die beiden Vertex-3-Geschwister von der Intel 510 absetzen. Warum die Vertex 3 Max IOPS im 4K schreiben allerdings nur gut halb so schnell ist, wie die eigentlich niedriger positionierte Vertex 3, erschließt sich nicht auf Anhieb.

    AS SSD Benchmark


    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review
    OCZ Vertex 3 Max IOPS (240 GB)

    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review
    OCZ Vertex 3 (240 GB)

    Intel 510 250 GB SSD-Review
    Intel 510 (250 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)


    Der extra für SSDs entwickelte AS SSD Benchmark bestätigt im Grunde die Tendenzen von Crystal Disk Mark, liefert zusätzlich aber noch Zugriffszeiten und einen Leistungsindex. Auch hier wieder: während die Intel 510 bei den sequenziellen Geschichten noch ganz ordentlich mithalten kann und beim Schreiben sogar die Nase knapp vorne hat, geben die Sandforce-befeuerten Vertex 3 bei den kleineren Zugriffsmustern erst so richtig Gas. Allerdings sind die Werte mit unzähligen Threads, die gleichzeitig auf die SSD einhämmern, im Desktop-Bereich eher irrelevant, sondern typische Zugriffsmuster von hochbelasteten Datenbank-Servern.
    [BREAK=Synthetische Benchmarks - belegt (HDTach, HDTune)]

    Synthetische Benchmarks - belegt


    Bis hierher haben wir die SSDs frisch aus der Verpackung getestet. Doch SSDs werden in den seltensten Fällen als zusätzliches Laufwerk genutzt, sondern als Betriebssystem-Laufwerk. Daher untersuchen wir auf den folgenden Seiten, wie sich die Leistung ändert, wenn von der SSD gearbeitet wird. Wie bereits im Agility 3 Review erwähnt, ist es eine Eigenheit der Sandforce-SSDs, dass sie ihre Daten komprimiert speichern, was auch eines der Geheimnisse für die enorm hohen Durchsätze ist. Doch was passiert, wenn man die SSD mit Daten füllt? Genullte, leere Datenblöcke lassen sich hervorragend komprimieren und somit schnell transferieren, Betriebssystem-Dateien, Anwendungen und Bilder dagegen erheblich schlechter oder gar kaum noch. Aus diesem Grund spielen wir ein fertiges, etwa 50 GB großes Image einer typischen Windows 7 Installation auf die SSDs zurück und schauen, was passiert.

    HDTach


    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review
    OCZ Vertex 3 Max IOPS (240 GB)

    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review
    OCZ Vertex 3 (240 GB)

    Intel 510 250 GB SSD-Review
    Intel 510 (250 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)


    Wie man sieht, bricht die Leistung der Intel 510 nicht ein, wenn von belegten Zellen gelesen wird. Dem Controller ist das egal, da die Daten nicht komprimiert gespeichert werden. Hier müssen die SSDs mit Sandforce-Controller Federn lassen, die teilweise auf Festplatten-Geschwindigkeit absacken, wenn die gelesenen Daten nur schwer zu komprimieren sind (JPGs, MPGs, ZIPs). Auffällig ist allerdings, dass die Werte der beiden Vertex-3-Modelle erheblich weniger stark nachgeben als die der Agility 3, die beim Lesen aus belegten Zellen auf bis zu 140 MB/s fällt, während die "Vertexe" sich auf guten 240 MB/s einpendeln.

    HDTune


    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review
    OCZ Vertex 3 Max IOPS (240 GB)

    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review
    OCZ Vertex 3 (240 GB)

    Intel 510 250 GB SSD-Review
    Intel 510 (250 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)


    Das gleiche Bild bei HDTune. Auch hier bricht die Leistung an den belegten Stellen bei den Sandforce-SSDs ein - allerdings auch hier bei den Vertex-3-Modellen deutlich weniger als bei der Agility 3. Man sieht genau, wo Daten liegen und welche Bereiche noch frei sind. Bei der Intel 510 ohne Kompression dagegen auch hier kein Unterschied zu nicht belegten Zellen beim Lesen.[BREAK=Synthetische Benchmarks - belegt (Crystal Disk Mark, AS SSD Benchmark)]

    Crystal Disk Mark


    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review
    OCZ Vertex 3 Max IOPS (240 GB)

    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review
    OCZ Vertex 3 (240 GB)

    Intel 510 250 GB SSD-Review
    Intel 510 (250 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)


    Hier kommt der große Aha-Effekt beim Unterschied zwischen Vertex 3 Max IOPS und der Standard-Version. Während das vermeintlich schwächere Modell im Neuzustand beim 4K-Schreiben noch fast doppelt so schnell war, liegen die beiden nun praktisch gleichauf. Entweder war die "MI" nicht mehr ganz taufrisch, als sie zu uns geliefert wurde, oder es hat andere Gründe, die uns auch bei der Ursachenforschung zusammen mit OCZ verborgen blieben.

    AS SSD Benchmark


    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review
    OCZ Vertex 3 Max IOPS (240 GB)

    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review
    OCZ Vertex 3 (240 GB)

    Intel 510 250 GB SSD-Review
    Intel 510 (250 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)


    Auch hier: der Rückstand der "MI" gegenüber der Standard-Version beim 4K-Schreiben ist verschwunden. Der aus den Einzelwerten generierte Index weist der Max IOPS gar einen deutlichen Vorsprung gegenüber der Standard-Version aus, gegenüber der Intel 510 ist der Vorsprung (gemäß Index) gar erheblich.
    [BREAK=Praxistests (PCMark, WinRAR)]

    Praxistests


    PCMark 7


    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review
    OCZ Vertex 3 Max IOPS (240 GB)

    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review
    OCZ Vertex 3 (240 GB)

    Intel 510 Review
    Intel 510 (250 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Agility 3 (240 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    OCZ Vertex 2 (120 GB)

    OCZ Agility 3 Review
    Hitachi 7K1000.C (1 TB)


    Im aktuellen Futuremark PCMark 7 gibt es zwei verschiedene Muster für Storage-Tests, welche die Praxis abbilden sollen: einmal für typische Game-Verhaltensweisen, einmal für klassische PC-Arbeit. Hier liegen praktisch alle SATA-6Gb/s-Protagonisten auf einem ähnlich hohen Niveau.

    WinRAR



    Hier erstellen wir ein Archiv des kompletten Programme (x86) Ordners. Um nicht die CPU als Flaschenhals zu haben, ohne Kompression, also wie man z.B. JPGs oder AVIs für einen Versand per Internet vorbereiten würde. Das besondere an diesem Test: Sowohl die Quell-, als auch die Zieldaten liegen auf dem selben Laufwerk. Es muss also gleichzeitig gelesen und geschrieben werden, was der Regelfall ist bei einem PC mit nur einem Laufwerk. Das trifft besonders die Festplatte hart, da der Lese- und Schreibkopf ständig zwischen dem Quell- und Zielort hin und her springen muss, während es der SSD ohne bewegliche Teile weit weniger zusetzt. Daher die relativ großen Unterschiede hier zwischen SSD und HDD.
    Hier sehen wir die Standard-Vertex-3 als neuen Spitzenreiter dicht gefolgt von der MI-Variante.[BREAK=Praxistests (Booten, Virenscan, Indizieren)]

    Windows 7 Boot



    Beim Booten von Windows 7 ab BIOS-Auswahl Bootlaufwerk bis Einblendung Login-Screen ist der Unterschied weit geringer. Das liegt aber auch daran, dass es schon 3 Sekunden dauert, bis das Mainboard mit dem Booten beginnt, und daran, dass die Animation des Windows 7 Start-Logos immer gleich lange dauert. Dennoch liegt die Festplatte deutlich zurück.

    Und das ist nur die halbe Wahrheit, denn während bei den beiden SSDs nach dem Login der Desktop praktisch verzögerungsfrei sofort zur Nutzung zur Verfügung steht, dauert es bei der Festplatte noch gefühlt ewig, bis im Hintergrund - deutlich hörbar - alle Dienste und Autostart-Programme geladen sind. So ist der gefühlte Vorteil der SSDs nochmal deutlich höher, als es die Zahlen vermitteln.
    Die SSDs liegen hier praktisch gleichauf, der minimale Unterschied ist - da handgestoppt - zu vernachlässigen.

    Virenscan



    Beim Komplettscan der Installation ist der Unterschied zwischen Festplatten und SSDs zwar da, aber erstaunlich niedrig. Ein Blick in den Taskmanager zeigt warum: Der für den Test verwendete Portable Virenscanner nutzt nur einen Kern des Phenom II X4. Der Test ist daher über weite Strecken CPU-limitiert. Dennoch schafft es die Intel 510, sich 41 s Vorsprung auf die Agility 3 herauszuarbeiten; nicht die Welt bei über einer Dreiviertelstunde Laufzeit, aber immerhin. Die MI liegt knapp dahinter, die normale Vertex 3 hat immerhin 22 s Rückstand.

    Index von C: erstellen



    Hier messen wir die Zeit, die das System benötigt, um C: komplett für schnellere Suche zu indizieren. Hier sind die SSDs praktisch gleich schnell und selbst die Festplatte liegt erstaunlich dicht dahinter. Die Reihenfolge bei den SSDs ist etwas eigentümlich, um nicht zu sagen paradox.
    [BREAK=TRIM / Garbage Collection]
    Wenn ein Dateisystem wie NTFS eine Datei löscht, dann wird diese nicht wirklich vom Datenträger gelöscht, sondern lediglich aus dem Inhaltsverzeichnis des Dateisystems genommen. Bei einer Festplatte spielt das keine Rolle, da neu zu speichernde Daten einfach über die alten, nicht mehr genutzten drübergespielt werden können.

    Bei Flashspeicher ist das nicht möglich. Hier muss für ein erneutes Schreiben zuerst der komplette Inhalt gelesen, der Inhalt ungültig erklärt und die Daten zusammen mit den Änderungen wieder geschrieben werden. Wenn das in Echtzeit während des Schreibvorgangs erfolgen muss, wird dieser natürlich eingebremst gegenüber dem Schreiben auf leere Speicherbereiche. Hier kommt nun der ATA-Befehl TRIM ins Spiel, ebenso wie eventuelle interne Garbage-Collection-Routinen. Diese sollen dafür sorgen, dass im Hintergrund Speicherbereiche, auf denen keine verzeichneten Daten mehr liegen, auch tatsächlich gelöscht und verzögerungsfrei wieder beschrieben werden können.

    Dieser Test soll nun zeigen, wie gut diese Technik bei der Test-SSD umgesetzt ist. Dazu wird die komplette SSD mit Daten vollgeschrieben. Anschließend werden diese gelöscht und sofort ein Test mit AS SSD Benchmark gemacht. Hier sehen wir anhand der Intel 510 ein Beispiel aus dem Lehrbuch wie das normalerweise bei einer SSD funktioniert:

    Intel 510 250 GB SSD-Review


    Wie man sieht, liegt der Schreibwert (rot umrandet) erheblich niedriger, als noch zuvor, wo auf leere, unbenutzte Zellen geschrieben werden konnte. Da lag der Wert noch über 300 MB/s. In dieser Phase wirkt das System beim Zugriff auf die SSD zäh, da sie mit sich selber beschäftigt ist. So weit, so normal. Interessant wird's erst jetzt, denn wir lassen der SSD ein paar Stunden Zeit sich zu regenerieren, dem TRIM-Befehl des Betriebssystems und der internen Garbage Collection der SSD also, ihre Arbeit zu machen. Anschließend testen wir erneut:

    Intel 510 250 GB SSD-Review


    Und wie man sieht hat der Schreibwert wieder praktisch Neuzustand erreicht. Das heißt, TRIM/GC ist bei der Intel 510 offenbar sehr gut umgesetzt und sorgt dafür, dass die SSD auch nach Schreibzyklen wieder ihre ursprüngliche Leistung zurück erhält. Nachteil: das ständige Säubern der NANDs geht von den begrenzten Schreibzyklen ab.

    Nun wollen wir sehen, wie eine Sandforce SF-2200 SSD - exemplarisch die OCZ Vertex 3 Max IOPS - sich hier anstellt:

    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review
    OCZ Vertex 3 Max IOPS (240 GB) - neu

    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review
    OCZ Vertex 3 Max IOPS (240 GB) - vollgeschrieben und gelöscht


    Das ist eine Überraschung! Die Schreibwerte sind gegenüber dem Neuzustand praktisch nicht gesunken. Auch das Systemverhalten ist unverändert spontan. Was immer der Sandforce-Controller hier anders macht, er hält sich nicht an die klassischen Lösch-Methoden herkömmlicher SSDs. Leider gibt Sandforce sich ja sehr bedeckt, was die konkreten Techniken seiner Controller betrifft und wirft lieber mit Buzzwords um sich. Man munkelt jedoch, dass der Sandforce die Reservezellen seiner SSD von Anfang an mit einbezieht ins Wearleveling und nicht erst, wenn die regulären Zellen verschlissen sind. Damit könnte der Controller die Adressen der "schmutzigen" Zellen auf Reservezellen umbiegen, damit gleich wieder volle Leistung zur Verfügung steht und währenddessen im Hintergrund und verborgen vom User aufräumen. Wie gesagt: das sind Theorien anhand von Beobachtungen, da sich Sandforce selbst nicht dazu auslässt.

    Gucken wir noch, wie es nach 2 Stunden Idle aussieht, in der sich eine herkömmliche (Nicht-Sandforce) SSD wieder fit getrimmt haben sollte.

    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review
    OCZ Vertex 3 Max IOPS (240 GB) - vollgeschrieben, gelöscht und 2 Stunden gewartet


    Und die nächste Überraschung: Während unmittelbar nach dem Löschen kaum ein Leistungsverlust beim Schreiben erkennbar war, sehen wir jetzt deutlich niedrigere Werte beim Schreibwert mit vielen Threads. Für dieses Verhalten gibt es keine logische Erklärung, solange Sandforce keine Hintergrund-Informationen dazu herausrückt. Den alten SSD-User-Trick, das Laufwerk komplett mit Daten zu füllen und wieder zu löschen, um dank TRIM/GC wieder die Leistungsfähigkeit des Neuzustandes herzustellen, sollte man sich bei den Sandforce-SSDs somit tunlichst verkneifen. Relativierend sollte man vielleicht noch hinzufügen, dass die Vertex 3 MI bei diesem Test selbst im gehandikapten Zustand immer noch höhere threaded-4K-Schreibwerte zustande bringt als die Intel 510 im Optimalzustand.
    [BREAK=Fazit]
    OCZ Vertex 3 und Vertex 3 Max IOPS SSD-Review

    Fazit


    Werfen wir zum Abschluss noch einen Blick auf die Preise zum Zeitpunkt dieses Artikels:


    Wohingegen:

    Respektive:

    Im normalen Desktop-Betrieb gibt es keine spürbaren Performance-Unterschiede zwischen den verschiedenen SSDs, selbst gegenüber der älteren Generation. Wer also schon eine einigermaßen aktuelle SSD im System hat, muss keinen Gedanken an ein Upgrade verschwenden, sofern der Platz noch ausreicht und die Anwendungen alle ansatzlos starten; schneller als ansatzlos schafft es auch die neueste Generation nicht! Zudem sind die enormen Durchsätze der SATA-6Gb/s-SSDs von teils über 500 MB/s nur dann zu schaffen, wenn das System entsprechende SATA-6Gb/s-Schnittstellen besitzt. In der AMD-Welt ist das bei Mainboards mit SB850 Southbridge der Fall.

    Etwas enttäuscht hat uns die Max IOPS Version der OCZ Vertex 3 mit ihren Toggle-Mode NAND-Speichern. Außer beim AS SSD Benchmark-Index, den sie mit über 680 Punkten klar und überlegen für sich entscheiden konnte, zeigte sie bei keinem anderen Test relevante Vorteile, die einen Aufpreis von 70 EUR (240 GB Version) respektive 50 EUR (120 GB) gegenüber der herkömmlichen OCZ Vertex 3 rechtfertigen könnten. Im Gegenteil: bei einigen Praxistests lag sie sogar gegenüber der vermeintlich schwächeren Standard-Version zurück.

    Diese Standard-Version der OCZ Vertex 3 dagegen hat im Test voll überzeugt. Die Leistungswerte sind dank ihrer synchronen DDR-NANDs überdurchschnittlich und der Preis liegt deutlich niedriger als etwa bei der Intel 510, die wir kürzlich noch so gelobt hatten. Diese hat in der OCZ Vertex 3 in vielen Disziplinen ihren Meister gefunden; und je kleiner die Zugriffsmuster und je mehr Threads gleichzeitig auf die SSD einhämmern, desto deutlicher wird der Vorsprung der Sandforce-befeuerten OCZ Vertex 3.

    Auch dass OCZ Entwicklungspartner des Controller-Herstellers Sandforce ist (flinker Firmware-Support im Bedarfsfall), beruhigt in diesem jungen und schnelllebigen Segment ebenso wie die 3 Jahre Herstellergarantie und das eigene Support-Forum, das OCZ (wie einige andere Retailhersteller auch) für seine Kunden betreibt. Etwas seltsam ist das eigenwillige Trim-Verhalten der Sandforce-SSDs, was aber im Test keine negativen Auswirkungen (Ruckeln, zähes Systemverhalten, etc.) hatte.

    Am Ende eines jeden Artikels auf Planet 3DNow! stellt sich für den Reviewer immer die Frage: Würde ich das getestete Stück Hardware empfehlen bzw. selbst bei mir einsetzen? Die OCZ Vertex 3 Max IOPS gehört nicht dazu. Sie ist zu teuer und bietet für Desktop-User keine in der Praxis relevanten Vorteile gegenüber ihrem Namensvetter.
    Die normale OCZ Vertex 3 dagegen ist kaum teurer als die schwächere OCZ Agility 3 und bei besserer Leistung und vergleichbarer Garantieleistungen günstiger, als die Intel 510. Daher: JA.

    Planet 3DNow! Editor's Choice Award
    Planet 3DNow! Editor's Choice Award für OCZ Vertex 3

    Zusammenfassend die Bewertung der OCZ Vertex 3:

    Das hat uns gefallen:
    • Enorme Roh-Performance
    • Gefühlte Leistung ggü. Festplatte bemerkenswert
    • Problemloser Betrieb während der Tests
    • Kaum Leistungsverlust beim Schreiben auf bereits benutzte Bereiche
    • Lieferumfang
    • 3 Jahre Herstellergarantie


    Das hat uns nicht gefallen
    • Kein sinnvoller Temperaturwert in den SMART-Daten
    • Leistung sinkt beim Transfer von Real-Daten (Kompression!)
    • eigenwilliges Trim-Verhalten



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