Ergebnis 1 bis 1 von 1
  1. Beitrag #1
    Themenstarter
    Redaktion
    Redaktion
    Avatar von MusicIsMyLife
    • Mein System
      Notebook
      Modell: HP DV7-2225sg
      Desktopsystem
      Prozessor: Intel Xeon E5-1650 v2
      Mainboard: ASUS Rampage IV Extreme
      Kühlung: EK Water Blocks EK-Supreme HF
      Arbeitsspeicher: 4x 8 GB G.Skill TridentX DDR3-2400 (F3-2400C10Q-32GTX)
      Grafikkarte: 2x Palit NVIDIA GeForce GTX 980
      Display: 27" ASUS ROG Swift (2560x1440), 30" HP LP3065 (2560x1600)
      Festplatte(n): 2x Crucial M500 960 GB im Raid0 (Windows und Datenhalde), Crucial C300 256 GB (eigene Dateien)
      Optische Laufwerke: LG CH08LS10 Blu-ray Disc-Player
      Soundkarte: Sound Blaster Recon3D
      Gehäuse: Little Devil LD PC-V8 Reverse
      Netzteil: Enermax MaxRevo 1350 Watt
      Betriebssystem(e): Windows 7 Ultimate 64 Bit, Windows 8.1 Professional Update 1
      Browser: Opera

    Registriert seit
    22.02.2002
    Ort
    in der Nähe von Cottbus
    Beiträge
    13.102
    Danke
    211
    Gedankt 1.718 Mal für 140 Themen
    Blog-Einträge
    1

    AMD FX - Codename "Bulldozer"

    Titelbild zum AMD FX - Codename Bulldozer


    Als Hardware-Redakteur ist man oft gespannt, was einen während der Tests von neuer Hardware erwartet. Funktioniert alles problemlos? Treten Ungereimtheiten oder gar Bugs auf? Liegt die Leistung auf dem Niveau, welches erwartet wird? Hat man ausreichend Zeit, sich mit der neuen Hardware zu befassen und entsprechende Schlussfolgerungen zu ziehen? Alles Fragen, mit denen man als Redakteur gewohnt ist, umzugehen. Doch wie sieht es aus, wenn man im Vorfeld nicht weiß, was einen erwartet und vor allem, wann?

    Wie viele unserer Leser auch, warteten wir lange auf AMDs neue Prozessorgeneration. Eine Generation, die gleichzeitig eine komplett neue Architektur darstellt und mit vielen technischen Features aufwartet, die es bisher nicht gab. Doch gerade weil die neuen FX-Prozessoren, Codename "Bulldozer", ein völlig neuartiges Design darstellen, lauern viele Stolpersteine - hauptsächlich bei AMD im Designprozess und der Herstellung, aber auch bei uns im Testprozedere.

    Umso gespannter waren wir deshalb, als es vor etwas mehr als zwei Wochen hieß, dass Bulldozer nun endlich anrollt (in Anlehnung an einen Spekulations-Thread in unserem Forum). Nachdem eine Telefonkonferenz erste Details enthüllte und der von AMD eingerichtete FTP-Server mit Pressematerialien durchforstet war, klingelte auch endlich der Paketbote an der Tür und brachte fünf Tage vor dem NDA-Ablauf ein "FX Samplekit". Gespannt fingen wir sofort an, die neue Hardware zu testen. Als Resultat werden wir uns auf den folgenden Seiten ein erstes Bild der Performance machen. Denn eines ist klar: AMDs "Bulldozer"-Design wird uns in Zukunft auf Schritt und Tritt begleiten.

    Die technischen Neuerungen haben wir in einen weiteren Artikel ausgelagert, um die Übersicht zu wahren. Unser Foren-Mitglied Dresdenboy hat alles Wissenswerte rund um die Architektur zusammengefasst, was jedem Interessierten einen umfassenden Einblick gewährt.

    Viel Vergnügen beim Lesen!
    [break=AMD FX-8150 im Detail]
    AMD übersandte uns im Rahmen des "FX Samplekit" einen AMD FX-8150 - das neue Desktop-Topmodell der "Bulldozer"-Architektur.

    Foto des Prozessors AMD FX - Codename Bulldozer


    Unser Exemplar wurde in der 36. Kalenderwoche des Jahres 2011 hergestellt - ist also gerade einmal rund fünf Wochen alt.

    Foto des Prozessors AMD FX - Codename Bulldozer


    AMDs FX ist Pin-kompatibel zum Sockel AM3. Dennoch hat die zuerst angekündigte, dann widerrufene Sockelkompatibilität zu Verwirrungen geführt, da jeder Mainboard-Hersteller Hauptplatinen mit Sockel AM3+ herausbrachte, andererseits aber teilweise Kompatibilität der FX-CPUs zu bestehenden AM3-Platinen propagiert wurde. Offiziell läuft Bulldozer nur in Mainboards mit Sockel AM3+. Zwar kann der Betrieb auch in einem Sockel-AM3-Mainboard erfolgen (ein entsprechendes BIOS-Update vorausgesetzt), jedoch ist dann mit Einschränkungen im Feature-Set zu rechnen. Welche das sind, muss mühsam selbst herausgefunden werden. AMD gibt kein Statement ab und auch von den Mainboardherstellern ist wenig zu hören. So können wir nur spekulieren, dass die ausgeklügelten Turbo-Modi des FX nicht (richtig) funktionieren. Auch wird gemunkelt, dass die Lüftersteuerung nicht korrekt funktionieren könnte, da das Powermanagement nicht wie vorgesehen arbeiten kann.

    CPU-Z CPU AMD FX - Codename Bulldozer


    Die Standardtaktrate des FX-8150, AMDs neuem Topmodell, liegt ohne Turbo-Modus bei 3,6 GHz.

    CPU-Z CPU AMD FX - Codename Bulldozer


    Mit aktiviertem Turbo-Modus takten alle Kerne mit 3,9 GHz - sofern genügend Spielraum in Sachen Leistungsaufnahme vorhanden ist. Wird durch eine hohe Prozessorauslastung die Leistungsaufnahme zu groß, so taktet der Prozessor wieder auf 3,6 GHz zurück. Im Extremfall ist offensichtlich selbst eine Taktverringerung auf 3,3 GHz möglich, wovon wir uns im Benchmark-Teil dieses Artikels überzeugen können.

    CPU-Z CPU AMD FX - Codename Bulldozer


    Sofern sich mindestens die Hälfte der Kerne im C6-Status befinden, also schlafen gelegt wurden, können die restlichen Kerne den TDP-Spielraum (Thermal Desgin Power) ausschöpfen und bis auf 4,2 GHz takten. Dafür ist jedoch die Aktivierung des C6-State im BIOS notwendig. Bleibt die Option deaktiviert, sind 3.900 MHz das Takt-Maximum.

    CPU-Z CPU AMD FX - Codename Bulldozer


    Werden alle Stromsparmechanismen aktiviert, so taktet sich unser FX-8150-Sample auf 1,4 GHz herunter und verringert dabei die Betriebsspannung auf deutlich unter 0,9 Volt.

    CPU-Z Cache AMD FX - Codename Bulldozer


    Der Cache des Bulldozer wurde im Vergleich zum Thuban deutlich überarbeitet. Hier sieht man auch einen ersten Hinweis auf die neue Architektur: Während der L1-Datencache achtfach vorhanden ist, ist sowohl der L1-Instruction-Cache sowie der L2-Cache nur einmal je Modul - und somit je zwei Kerne - vorhanden. Der L1-Datencache ist im Gegensatz zum Thuban 4-fach assoziativ angebunden, der L3-Cache 64- statt 48-fach.

    CPU-Z Speicher AMD FX - Codename Bulldozer DDR3-1866


    AMDs FX-Prozessoren können offiziell mit DDR3-1866 umgehen. Es stehen jedoch auch noch höhere Taktraten bereit (DDR3-2133, je nach Mainboard auch DDR3-2400), diese Werte fallen aber in den nicht unterstützten Overclocking-Bereich.

    CPU-Z Latency AMD FX - Codename Bulldozer


    Ein Prozessor-Review ohne Blick auf die Cache-Latenzen mittels dem CPU-Z-Latency-Tool kann es auf Planet 3DNow! nicht geben. Anders als noch beim Thuban werden beim Bulldozer die Größen der einzelnen Cache-Stufen korrekt erkannt. Die Latenz des L3-Caches ist dabei um einige Takte, um genau zu sein 11 Takte, höher als bei AMDs bisherigen Spitzenmodell, dem Phenom II X6 1100T. Dieser benötigte nur 56 Taktzyklen, Bulldozer benötigt deutlich mehr. Auch die Latenz des L2-Caches fällt mit 18 gegenüber 15 Takten höher aus.
    [break=Unterstützung / FX Samplekit]
    Das heutige Review bedeutete für unsere Redaktion einmal mehr eine große Hardware-Schlacht. Um eine neue CPU-Generation bzw. -Architektur adäquat zu testen, ist der Einsatz vieler Vergleichsprozessoren notwendig, gepaart mit Mainboards und Speicherriegeln. Wie bei vergangenen Artikeln auf Planet 3DNow! konnten wir uns auch dieses Mal auf unsere Partner verlassen.

    Foto Hardware der Unterstützer


    Von der Firma Topas GBS Datentechnik aus Cottbus erhielten wir vier Vergleichsprozessoren für Sockel AM3 sowie 8 GByte DDR3-1600, Corsair übersandte uns weitere 8 GByte DDR3-1600 und G.Skill bedachte uns mit 8 GByte DDR3-2133. Gigabyte konnte uns zudem noch mit einem Gigabyte GA-890FXA-UD5 ausstatten.

    Doch damit nicht genug. Intel schickte ein Care-Paket, welches sich sehen lassen konnte. Ein Intel DX58SO2-Mainboard für Sockel 1366, dazu passend einen Intel Core i7 975 XE sowie einen Intel Core i7 990X, ein Intel DP67BG-Mainboard für Sockel 1155 und einen passenden Core i7 2600K. Alles in allem Hardware für weit über 1.000 Euro.

    Doch für die Bereitstellung des heutigen Hauptakteurs zeigte AMD verantwortlich. Am vergangenen Freitag klingelte der Postbote und übergab ein sogenanntes FX-Samplekit.

    Foto des FX Samplekits


    In einem großen Umkarton mit "unlocked FX"-Aufkleber befand sich ein ASUS Crosshair V Formula (Sockel AM3+), ein AMD FX-8150 (das neue Topmodell) und noch ein weiteres Gimmick.

    Foto des FX Samplekits


    Die Verpackung der Boxed-CPUs wurde grundlegend überarbeitet und ist aus leichtem Metall gefertigt. Anblick und Haptik sind hervorragend. Jedoch sollte AMD zukünftig überlegen, ob die Test-CPU auf dem mitgelieferten Mainboard stecken sollte oder doch lieber in der dafür vorgesehenen Verpackung Platz nimmt. Denn als Redakteur bekommt man erstmal einen Schreck, wenn die CPU-Verpackung leer ist.

    Foto des FX Samplekits


    Dieses Gimmick entpuppt sich als Gürtelschnalle, die ganz stolze Besitzer tagtäglich bei sich tragen können.

    Am gestrigen Dienstag klingelte DHL erneut und brachte ein weiteres Paket des Absenders AMD.

    Foto des Liquid Cooling Kits


    Foto des Liquid Cooling Kits


    Der Inhalt kann sich sehen lassen. Es handelt sich dabei um das optionale, sogenannte "Liquid Cooling Kit" - eine kompakte Komplettwasserkühlung mit einem Single-Radiator. Einsatzgebiet dieser Kühlung sollen die FX-Topmodelle sein, die die geneigten User übertakten und ans Leistungslimit bringen sollen. Für den Praxiseinsatz im Rahmen unseres ersten Reviews kam die Lieferung zu spät, in kommenden Artikeln werden wir uns das Exemplar hingegen genauer anschauen.

    Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Partnern bedanken, die dieses Review erst möglich gemacht haben. Vielen Dank!
    [break=Die Testsysteme im Überblick]
    Sockel AM3+
    • Prozessor: AMD FX-8150
    • Kühler: Noctua NH-C14
    • Mainboard: ASUS Crosshair V Formula (BIOS 0083 bzw. 9905)
    • Arbeitsspeicher: 2x 4 GByte G.Skill RipjawsX DR3-1866 (9-10-9-28 2T, 1,65 Volt)
    • Grafikkarte: ASUS Radeon HD 6970
    • Netzteil: Seasonic S12-650
    • Festplatte: Seagate ST3250410AS (SATA, 7.200/min)
    • Gehäuse: DIMASTECH Bench-Table
    • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000


    Sockel AM3
    • Prozessoren:
      • AMD Phenom II X6 1100T
      • AMD Phenom II X4 965 BE
      • AMD Phenom II X3 720 BE
      • AMD Phenom II X2 565 BE
      • AMD Phenom II X4 840
      • AMD Athlon II X3 645
      • AMD Athlon II X2 265
    • Kühler: Noctua NH-C14
    • Mainboard: Gigabyte GA-890FXA-UD5
    • Arbeitsspeicher: 4x 4 GByte Corsair Vengeance DDR3-1333 (9-9-9-24 2T, 1,50 Volt)
    • Grafikkarte: ASUS Radeon HD 6970
    • Netzteil: Seasonic S12-650
    • Festplatte: Seagate ST3250410AS (SATA, 7.200/min)
    • Gehäuse: DIMASTECH Bench-Table
    • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000


    Sockel 1366
    • Prozessoren:
      • Intel Core i7 975 Extreme Edition
      • Intel Core i7 990 Extreme Edition
    • Kühler: Noctua NH-C14
    • Mainboard: Intel DX58SO2
    • Arbeitsspeicher: 3x 4 GByte Corsair Vengeance DDR3-1066 (9-9-9-24 2T, 1,50 Volt)
    • Grafikkarte: ASUS Radeon HD 6970
    • Netzteil: Seasonic S12-650
    • Festplatte: Seagate ST3250410AS (SATA, 7.200/min)
    • Gehäuse: DIMASTECH Bench-Table
    • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000


    Sockel 1155
    • Prozessor: Intel Core i7 2600K
    • Kühler: Noctua NH-C14
    • Mainboard: Intel DP67BG
    • Arbeitsspeicher: 4x 4 GByte Corsair Vengeance DDR3-1066 (9-9-9-24 2T, 1,50 Volt)
    • Grafikkarte: ASUS Radeon HD 6970
    • Netzteil: Seasonic S12-650
    • Festplatte: Seagate ST3250410AS (SATA, 7.200/min)
    • Gehäuse: DIMASTECH Bench-Table
    • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000


    Auf der Software-Seite sieht das System so aus:

    verwendete Software / TreiberVersion / Bemerkungen
    Windows 7 Ultimate
    64 Bit, Service Pack 1
    DirectX
    11
    Grafikkartentreiber
    Catalyst 11.5
    Prozessortreiber
    aktuelle Version, nur bei Bedarf
    Chipsatz-/Mainboardtreiber
    aktuelle Version des Herstellers
    Prime95
    26.6, 64 Bit
    AIDA64
    1.70.1400
    AIDA64
    1.85.1649 Beta
    (für Bulldozer)
    WinRAR
    4.00, 64 Bit
    XMPEG
    5.03, Build 5.0.8.84
    XviD
    1.2.-127
    Avidemux
    2.5.4
    POV-Ray
    3.7, RC3 (64 Bit)
    Cinebench
    R11, 64 Bit
    Crysis
    Demo
    Crysis Benchmark Tool
    1.0.0.5
    UT3
    Demo
    UT3-Bench
    0.2.0.35
    Far Cry 2
    V 1.00
    Far Cry 2 Benchmark-Tool
    1.0.0.1
    Alien vs. Predator Benchmark-Tool
    1.0.0.0
    3DMark 11
    Advanced, Build 1.0.1, ohne Feature Tests
    PCMark 7
    Advanced, Build 1.0.4
    LinX
    v0.6.4.0
    Windows Media Player
    12.0.7601.17514
    BOINC Manager
    6.10.60, 64 Bit


    Die Verwendung des Catalyst 11.5-Treibers mag merkwürdig anmuten. Doch hierbei handelt es sich um eine gezielte Entscheidung bzw. die Folgen einer solchen. Denn: Die ersten Gerüchte zum Bulldozer-Launch hörten wir auf der diesjährigen CeBIT. Damals wurde ein Veröffentlichungsdatum im Juni kolportiert, was sich einige Zeit vorher noch immer als wahrscheinlich darstellte. Entsprechend bereiteten wir uns in der Redaktion vor und begannen Ende Mai bzw. Anfang Juni mit der Ermittlung der Vergleichswerte. Zu diesem Zeitpunkt war Catalyst 11.5 brandneu.

    Die Hardware von Intel stand uns nur knapp vier Wochen zur Verfügung, danach musste sie wieder zurück zum blauen Chipriesen. Die während dieser Zeit ermittelten Vergleichswerte können nur herangezogen werden, solange die Softwareseite unverändert bleibt. Um die Werte nicht verwerfen zu müssen und um im heutigen Review auf Intel-Ergebnisse zurückgreifen zu können, wurde der Grafikkarten-Treiber beibehalten.

    Gleiches gilt für die komplette sonstige Software des Testsystems - mit einer Ausnahme: AIDA64. Zu Beginn unserer Tests gab es eine Version, die AMDs Bulldozer rudimentär unterstützte. Rudimentär bedeutet, dass er erkannt wurde und genutzt werden konnte. Die Befehlssätze und Codepfade waren jedoch noch nicht auf die neue Architektur abgestimmt, weshalb nur miserable Benchmarkergebnisse zu erwarten gewesen wären (glaubt man den Aussagen des Entwicklers von AIDA64). Aus diesem Grund wurde die von AMD vor dem Launch bereitgestellte Version 1.85.1649 genutzt, statt an der vorher verwendeten Version 1.70.1400 festzuhalten.

    Einige vergleichende Tests mit AM3-Prozessoren zeigten, dass die im Mai/Juni ermittelten Benchmarkergebnisse mit der neuen Version nachvollziehbar waren. Somit erscheint es als gesichert, dass wir die "damals" ermittelten Werte weiterverwenden können, wenngleich minimale Performanceunterschiede nicht völlig auszuschließen sind.
    [break=AIDA64]
    AIDA64 ist der Nachfolger vom Tool "Everest", welches viele kennen werden. Auch wir haben für unsere Artikel auf die Benchmark-Suite zurückgegriffen, weshalb wir keine Sekunde gezögert haben, mit dem Thronfolger AIDA64 weiter zu arbeiten. Für unsere Mainboard-Tests nutzen wir den integrierten Memory-Benchmark, um den Speicherdurchsatz beim Lesen, Schreiben und Kopieren sowie die Speicherlatenz zu messen. Dabei kommen die Programmversionen 1.70.1400 (AM3, Intel) bzw. 1.85.1649 (AM3+) zum Einsatz.

    An dieser Stelle möchten wir uns noch beim Programmierer von AIDA64 bedanken. Für die verschiedenen Testsysteme in der Redaktion, die für allerlei Hardware-Artikel herhalten müssen, hat man uns eine umfangreiche Extreme-Engineer-Lizenz zur Verfügung gestellt, mit der wir vollumfänglichen Zugriff auf die integrierten Benchmark-Suiten und Diagnose-Funktionen haben. So geht keine Information verloren. Danke dafür!

    AIDA64



    Speicherdurchsatz: Lesen


    Der FX-8150 kann die Konkurrenz aus eigenem Hause sowie die Intel-Konkurrenz auf Sockel 1366 hinter sich lassen. Am 2600K beißt er sich jedoch die Zähne aus.

    Speicherdurchsatz: Schreiben


    Beim Schreiben setzt sich das neue Flaggschiff deutlich von den eigenen Vorgängern ab, gegen die gesammelten Intel-Topmodelle ist jedoch kein Kraut gewachsen.

    Speicherdurchsatz: Kopieren


    Der Kopierdurchsatz zeigt die gleiche Rangordnung wie beim Lesen, Abstände fallen insgesamt aber knapper aus.

    Speicherlatenz


    Erster Spitzenplatz für die neue Architektur: Bei der Speicherlatenz mit aktiviertem Turbo-Modus wird ein neuer Bestwert gesetzt.

    CPU Queen


    Im Teil-Test "CPU Queen" muss sich der FX-8150 erstmals seinem Vorgänger 1100T geschlagen geben. Knapp, aber immerhin. Die Intel-Konkurrenz ist außer Reichweite.

    CPU PhotoWorxx


    Während die CPU ohne Turbo-Modus und TDP-Überwachungsmechanismen noch die Sockel 1366-Gegenspieler schlagen kann, scheint das Power-Management bei aktiviertem Turbo-Modus einzugreifen und die Taktrate zu verringern, was in einem deutlich niedrigeren Ergebnis resultiert.

    Die Situation ist insofern unklar, als dass der PhotoWorxx-Test nur eine geringe Belastung des Prozessors darstellt und der Grund für die Verringerung der Performance nicht eindeutig festzustellen ist. An einer Überlastung der CPU dürfte es nicht liegen. Diesen Sachverhalt werden wir noch mit AMD besprechen.

    CPU Zlib


    Im Zlib-Test kann sich das neue Flaggschiff knapp vor den 1100T setzen. Das Sockel-1155-Topmodell ist in Sichtweite, der mit 12 Threads antretende Core i7 990X spielt jedoch in einer anderen Liga.
    [break=AIDA64 Fortsetzung, WinRAR]
    CPU AES


    Intels Gulftown, Intels Sandy Bridge und jetzt auch AMDs Bulldozer können die AES-Verschlüsselung in Hardware berechnen. Entsprechend zweigeteilt ist das Diagramm. Dabei setzt sich der FX-8150 an die Spitze.

    CPU Hash


    Im Teil-Test "CPU Hash" liegt selbst ein AMD Thuban vor der versammelten Intel-Konkurrenz. Der FX-8150 vergrößert den Vorsprung noch etwas. Dieser Test nutzt, sofern von der CPU unterstützt, AVX- bzw. XOP-optimierte Berechnungsroutinen.

    FPU VP8


    Hier muss sich der Neuling selbst seinem Vorgänger geschlagen geben.

    FPU Julia


    Gleiches Bild auch im FPU-Julia-Test. Hier hätten wir mehr von der neuen Generation erwartet, denn schließlich werden in diesem Test AVX- bzw. sogar FMA4-Befehlssatzerweiterungen verwendet.

    FPU Mandel


    Auch in diesem Teil-Test sieht die Reihenfolge so aus, und auch hier kommen AVX-/FMA4-Befehle zum Einsatz.

    FPU SinJulia


    Im letzten AIDA64-Benchmark wird eine klare Rangordnung eingenommen. Jedes Intel-Topmodell steht vor den AMD-Modellen und selbst der neue FX-8150 muss sich dem 1100T geschlagen geben. Dies ist jedoch der Tatsache geschuldet, dass in diesem Test lediglich x87 genutzt wird und dem Bulldozer daher nur vier FPUs zur Verfügung stehen - nicht derer sechs wie beim Thuban.


    Bei WinRAR wird immer auf gleichem Weg getestet: Es wird ein ca. 4,5 Gigabyte großes RAR-Archiv mit gemischtem Inhalt geöffnet und anschließend der integrierte Benchmark laufen gelassen.

    WinRAR"


    WinRAR


    WinRAR ist offensichtlich eine Paradedisziplin für Bulldozer, da er hauptsächlich auf parallelen Integer-Berechnungen beruht. Ein deutlicher Vorsprung, selbst auf die Intel-Konkurrenz, steht zu Buche.
    [break=XMPEG, Avidemux, H.264]
    Wenn es um Video-Encoding bzw. -Decoding geht, so gibt es unzählige Variationen und Ausgestaltungen von Software. Viele Programme und noch mehr Codecs lassen dem Enduser die Qual der Wahl. Dabei ist die Nutzung der Ressourcen genauso vielfältig wie die Software selbst: Einige Programme bzw. Codecs können maximal einen Prozessorkern ansprechen, andere wiederum nehmen alles, was sie an Leistung bekommen können - schwer, dabei einen Querschnitt abzubilden.

    Wir haben mit der Wahl von XMPEG in Verbindung mit dem XviD-Codec sowie Avidemux in Verbindung mit dem H.264-Codec versucht, diesen Querschnitt abzubilden. Während XMPEG mit dem aktuellen XviD-Codec kaum mehr als einen Prozessorkern beansprucht, nutzt Avidemux dank H.264-Codec jede zur Verfügung stehende Ressource. In beiden Fällen wandeln wir je ein Referenz-Video um und messen dabei die benötigte Zeit.

    XMPEG


    XMPEG + XviD


    Anders als bei WinRAR hat Bulldozer in unserem XMPEG-Test Mühe, sich der Konkurrenz aus eigenem Hause zu erwehren. Doch die Ergebnisse in diesem Test zeigen generell, welche Schwierigkeiten CPU-Architekturen bzw. Designs haben können. Denn der Spitzenwert wird von einem 3,7 GHz schnellen Vierkern-Prozessor aufgestellt, der aber eigentlich in jeglicher Hinsicht (Takt, Kernanzahl, Performance pro Takt) seinen Meister findet, jedoch offensichtlich den besten Kompromiss aus allen Punkten darstellt. Ergänzend muss bei diesem Test erwähnt werden, dass Intels Gulftown-Prozessor mittels des Taskmanagers auf drei Kerne zuzüglich deren Hyperthreading-Erweiterungen eingegrenzt werden musste. Bei Verwendung von mehr Ressourcen quittierte die XMPEG-Software den Dienst.



    Avidemux


    Avidemux + H.264


    Im Avidemux-Test kann sich der FX-8150 um einige Sekunden von seinem Vorgänger absetzen. Intels 975 XE wird ähnlich gut im Griff gehalten, selbst ein 2600K ohne Turbo-Modus wird knapp überflügelt. Zündet dieser den Turbo, so ist er knapp in Front - vom Gulftown-Kraftprotz mit 12 Threads ganz zu schweigen.



    Da das Encodieren eines Videos einen Aspekt darstellt, das Abspielen eines Videos hingegen einen völlig anderen, spielen wir ein vorgefertigtes, mit H.264-Codec erstelltes Video im Windows Media Player ab und messen mittels der Windows Leistungsanzeige die auftretende Prozessorlast.

    Perfmon


    CPU-Last Wiedergabe H.264-Video


    Alle Ergebnisse liegen unter einem Prozent, die Lösungen mit vielen Kernen bzw. Threads liegen tendenziell jedoch in Front.
    [break=POV-Ray, Cinebench]
    Auch der Punkt Rendering darf in unserem Parcours nicht fehlen. Für diesen Bereich nutzen wir 2 Programme, die unterschiedliche Anwendungsgebiete haben.

    Auf der einen Seite kommt POV-Ray zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein Raytracer-Programm, welches im Benchmark-Modus eine vorgefertigte 3D-Szene berechnet. Gemessen wird die dafür benötigte Zeit.

    POV-Ray


    POV-Ray


    FX-8150 vor 2600K - wenn auch knapp. Nur dem 990X muss sich das Bulldozer-Topmodell geschlagen geben.



    Auf der anderen Seite nutzen wir das bekannte Renderprogramm Cinebench in den Versionen R10 und R11. Cinebench basiert auf der Cinema 4D-Software von Maxon und liegt jeweils in einer 64 Bit-Version vor, welche wir natürlich nutzen.

    Cinebench


    Cinebench 10 1 CPU


    Bei der Berechnung auf einem Kern zeigt unser Sample Schwächen. Ohne Turbo reicht es nur für einen Mittelfeldplatz unter der hauseigenen Konkurrenz, mit Turbo muss er sich noch immer dem mit 3,7 GHz getakteten Phenom II X4 980 BE geschlagen geben.

    Cinebench 10 x CPU


    Dank der acht Kerne sieht die Welt bei der Berechnung auf allen Ressourcen deutlich besser aus - zumindest im Vergleich zur hauseigenen Konkurrenz. Sandy Bridge ist bereits deutlich in Front, Gulftown meilenweit entfernt.

    Cinebench 10 Speedup


    Beim Speedup-Faktor reiht sich unser neues Spitzenmodell direkt hinter dem 12-Thread-Monster Gulftown ein - dicht gefolgt vom Thuban mit sechs Kernen.



    Cinebench 11


    Im Cinebench 11 kann sich der 8150 nur knapp vor den 1100T setzen. Gulftown und Sandy Bridge sind einmal mehr außer Konkurrenz.
    [break=Crysis, UT3]
    Crysis ist ein DirectX 10-Spiel, welches einen integrierten CPU-Benchmark in 64 Bit bietet. Wir lassen diesen Benchmark mit Hilfe des kostenlosen "Crysis Benchmark-Tools" hintereinander in den Auflösungen 1280x1024, 1600x1200 sowie 1920x1200 jeweils mit dem Detail-Level "High" laufen.

    Crysis


    Crysis 1280x1024


    Crysis 1600x1200


    Crysis 1920x1200


    Ohne Turbo-Modus schafft es der FX-8150 nicht, sich am um 100 MHz höher getakteten Phenom II X4 980 BE vorbeizuschieben. Mit aktiviertem Turbo gelingt dies, der Rückstand auf die Intel-Lösungen ist jedoch weiterhin enorm.



    Unreal Tournament bzw. dessen Game-Engine ist ein Beispiel für gute Systemausnutzung. Hier spielt die Grafikleistung eine weniger gewichtige Rolle - statt dessen skaliert das Spiel mit der Anzahl der Prozessorkerne und ist somit ideal für einen Systemvergleich.

    UT3


    Findige Programmierer haben ein kleines, kostenloses Tool namens "UT3-Bench" geschrieben, welches wir für unsere Benchmarks nutzen. Auch hier nutzen wir die Auflösungen 1280x1024, 1600x1200 sowie 1920x1200 und lassen den Benchmark mit der Map vCTF-Suspense_fly jeweils 60 Sekunden laufen. Vor den Durchläufen wird jedoch noch der von Haus aus eingebaute Frame-Limiter deaktiviert.

    UT3 1280x1024


    UT3 1600x1200


    UT3 1920x1200


    Die Ergebnisse im Unreal-Tournament-Benchmark sind recht interessant. Nicht nur, dass sich der FX-8150 teilweise der Konkurrenz aus eigenem Haus geschlagen geben muss, er legt in Sachen Bildwiederholungsrate beim Sprung von 1600x1200 nach 1920x1200 deutlich zu, statt zu verlangsamen. Dieses Phänomen konnten wir in allen drei Testreihen beobachten, kennen aber noch keine Ursache dafür.
    [break=Far Cry 2, Alien vs. Predator]
    Far Cry 2 hat ähnlich wie Unreal Tournament 3 den Ruf, eine gute Ressourcenauslastung zu besitzen. Das Spiel profitiert von Mehrkernprozessoren, bietet eine detailreiche Grafik sowie einen integrierten Benchmark und ist somit ideal für einen Systemvergleich. Erneut kommen die Auflösungen 1280x1024, 1600x1200 und 1920x1200 zum Einsatz.

    Far Cry 2


    Far Cry 2 1280x1024


    Far Cry 2 1600x1200


    Far Cry 2 1920x1200


    Auch im Far-Cry-2-Benchmark kann uns der FX-8150 nicht überzeugen. Teilweise selbst von der eigenen Konkurrenz überflügelt, ist an einen Angriff auf die Intel-Armada nicht zu denken.



    Mit dem Stand-Alone-Benchmark Alien vs. Predator, welcher auf Segas gleichnamigem Ego-Shooter basiert, haben wir den ersten DirectX-11-Test in unserem Portfolio. Die Benchmark-Durchläufe konfigurieren wir mit Hilfe einer grafischen Oberfläche, die von einem Nutzer des Xtremesystems.com-Forums programmiert wurde. Die Bildqualität wird dabei auf "High" gesetzt, die Kantenglättung wird deaktiviert. Nacheinander werden die Auflösungen 1280x1024, 1600x1200 und 1920x1200 getestet.

    Alien vs. Predator


    Alien vs. Predator 1280x1024


    Alien vs. Predator 1600x1200


    Alien vs. Predator 1920x1200


    In Alien vs. Predator kann sich unser Sample ordentlich in Szene setzen. Jedoch sind die Unterschiede insgesamt sehr gering.
    [break=3DMark 11, PCMark 7]
    Zum Abschluss unseres Benchmark-Parcours statten wir Futuremark noch einen Besuch ab. Obwohl die Benchmarks aus diesem Hause nicht ganz unumstritten sind (wir berichteten), gehören sie noch immer zu den beliebtesten Vergleichsmöglichkeiten.

    Futuremark bietet mit 3DMark 11 bzw. PCMark 7 zwei Programme an, die ausschließlich unter Windows 7 laufen. PCMark liegt zudem in einer 64 Bit-Version vor, welche wir nutzen. 3DMark 11 lassen wir im vorgefertigten Performance-Preset laufen (High- bzw. Extreme-Preset sind aufgrund der GPU-Limitierung nicht sinnvoll).

    3DMark 11 Performance


    3DMark 11 Performance Gesamt


    Das Gesamtergebnis im 3DMark 11 zeigt, dass sich die Bulldozer-Architektur vom Thuban absetzen kann. Selbst die Sockel 1366-Konkurrenz ist de facto eingeholt, lediglich der 2600K Sandy Bridge ist um einige Prozent schneller.

    3DMark 11 Performance Physik/CPU


    Das Teilergebnis der Physik-Berechnung zeigt abermals, dass die hauseigene Konkurrenz deutlich geschlagen wurde. An die Intel-Gegenspieler kommt unser Sample jedoch nicht heran.


    Der PCMark bietet verschiedene Suiten, die unterschiedliche Bereiche des PCs testen. Wir nutzen neben dem Standard-Durchlauf noch zusätzlich die Computation- sowie die System Storage Suite und können somit ein detailliertes Ergebnis erzielen.

    Da während der Festplatten-Tests Daten auf die Festplatte geschrieben bzw. von der Festplatte gelesen werden, ist eine fragmentierte Partition tödlich für ein nachvollziehbares Resultat. Aus diesem Grund spendieren wir PCMark eine eigene 15 GByte große Partition, die bei jedem System vor der Installation von PCMark formatiert und nach der Installation defragmentiert wird. Verfälschungen können dadurch nicht auftreten.

    PCMark 7


    PCMark 7 Gesamt


    Alle von uns getesteten Intel-Prozessoren ziehen um die AMD-Konkurrenz einsam ihre Kreise - den FX-8150 eingeschlossen. Dieser muss sich wiederum dem 1100T und dem 980 BE geschlagen geben. Kein gutes Ergebnis.

    PCMark 7 Entertainment-Suite


    Gleiches Bild auch in der Entertainment-Suite. Intel vor dem Rest der Welt.

    PCMark 7 Computation-Suite


    In der Computation-Suite, in der die Rechenleistung der CPUs eine große Rolle spielt, kann sich die 8-Thread-CPU FX-8150 immerhin von den restlichen AMD-Prozessoren absetzen. An Intel ist jedoch kein Herankommen.
    [break=BOINC, LinX]
    Viele Forenmitglieder von Planet 3DNow! betreiben Distributed Computing als Hobby und stellen dabei die nicht benötigte Rechenzeit ihres Computers der Wissenschaft zur Verfügung. Planet 3DNow! rangiert dank der vielen fleißigen Mitglieder unter den Top 10-Teams weltweit - kein Wunder also, dass wir einen Distributed Computing-Benchmark in unser Prozessor-Review eingebaut haben. Es kommt die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle BOINC-Version 6.10.60 in 64 Bit zum Einsatz, deren integrierter Benchmark genutzt wird. Der Benchmark errechnet jeweils die Leistungsfähigkeit eines Prozessorkerns.

     BOINC floating point MIPS (Whetstone) - pro Kern


    Trotz hohem Takt kann sich das Bulldozer-Sample nicht in Szene setzen. Es bleibt nur ein Platz im Mittelfeld.

     BOINC integer MIPS (Dhrystone) - pro Kern


    Etwas besser sieht es im zweiten Teil-Test aus, ohne dabei völlig zu überzeugen.

    LinX ist die grafische Oberfläche für den Linpack-Benchmark, der zur Geschwindigkeitsmessung von Intel-Prozessoren entwickelt wurde. Doch Linpack bzw. LinX funktioniert nicht nur mit Intel-Hardware, auch AMDs Prozessoren können damit gestresst werden, weshalb sich LinX zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für Prime95 als Stabilitätstest vor allem für übertaktete CPUs entwickelt hat. Wir nutzen die Version 0.6.4 von LinX in der 64-Bit-Variante.

     LinX


    Hier haben wir ein weiteres Beispiel, in dem das Prozessor-Sample, offenbar aufgrund zu starker Auslastung, auf 3,3 GHz zurückgetaktet wurde und deshalb bei aktiviertem Turbo-Modus langsamer ist als ohne. Insgesamt stehen dennoch enttäuschende Werte zu Buche.
    [break=Leistungsaufnahme]
    Wieviel Watt verbraucht der aktuelle PC? Die Antwort auf diese Frage darf natürlich nicht fehlen. Aus diesem Grund messen wir die Leistungsaufnahme in bestimmten Szenarien mittels des Voltcraft Energy Monitor 3000. Dabei messen wir die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems (aber ohne Monitor).

    Leistungsaufnahme LinX 64 Bit


    Aufgrund der Verringerung der Taktrate wird die Leistungsaufnahme im LinX ebenfalls geringer, wenn der Turbo-Modus in Verbindung mit den Überwachungsmechanismen aktiviert wird. Generell fällt die Leistungsaufnahme auf ein Niveau, welches zwar besser ist als beim Thuban und den Sockel 1366-Prozessoren, Intels Topmodell 2600K ist hingegen meilenweit entfernt. Etwas weniger Rückstand hätte es gern sein dürfen.

    Leistungsaufnahme Prime95 64 Bit


    Unter Prime95 liegt die Leistungsaufnahme mit Ausnahme des Sandy Bridge 2600K und des Bulldozer FX-8150 (beides Prozessoren mit AVX-Unterstützung) deutlich niedriger als bei LinX. Verglichen mit den anderen Ergebnissen sieht der FX-8150 hier nicht besonders gut aus und muss sich sogar einem 1100T geschlagen geben.

    Leistungsaufnahme ohne Cool'n'Quiet


    Dank der Aktivierung des C6-State liegt die Leistungsaufnahme im Idle ohne Cool’n’Quiet auf einem ordentlichen Niveau. Ohne C6-State sieht die Welt anders aus, hier ist sogar ein 1100T besser.

    Leistungsaufnahme mit Cool'n'Quiet


    Ein guter Mittelfeld-Platz ist mit aktivierten Stromsparmechanismen herausgesprungen. AMDs neues Flaggschiff befindet sich in guter Gesellschafft, es dürfte aber auch gern weniger sein - ganz so, wie es der 2600K von Intel vor macht.
    [break=3,2 GHz: AIDA64]
    Wer regelmäßig die Prozessoren-Reviews auf Planet 3DNow! liest, der wird die nun folgende Rubrik sicherlich kennen (und schätzen). Um Vor- und Nachteile einer CPU-Architektur auszumachen, vergleichen wir stets alle Prozessoren bei gleicher Taktrate. So können wir ableiten, wer wo Vorteile hat - oder eben nicht. Für unseren heutigen Test haben wir die Taktrate von 3.200 MHz gewählt, um alle Testkandidaten miteinander zu vergleichen. Denn bei dieser Taktrate konnten alle AMD-Prozessoren betrieben werden (inklusive dem Standard-Referenztakt von 200 MHz), aber auch die Sockel-1366-Prozessoren mit 133 MHz Basistakt konnten dank Multiplikator 24 exakt auf diese Taktrate gebracht werden. Ideal also für unser Vorhaben. Natürlich wird hier völlig ohne Turbo-Modi getestet. Und los geht es mit den Ergebnissen.

    Speicherdurchsatz: Lesen


    Die hauseigene Konkurrenz wird deutlich überflügelt, Bloomfield und Gulftown ebenso. Nur an Sandy Bridge ist kein Herankommen.

    Speicherdurchsatz: Schreiben


    Auch im Schreib-Test werden alle anderen AMD-Derivate geschlagen, gegen Intel ist dieses Mal aber generell kein Kraut gewachsen.

    Speicherdurchsatz: Kopieren


    Der Copy-Wert zeigt Parallelen zum Lesetest.

    Speicherlatenz


    In puncto Latenz platziert sich Bulldozer im Mittelfeld. Die Intel-Prozessoren werden allesamt geschlagen.

    CPU Queen


    Hier reicht es weder für die Intel-Konkurrenz noch für den Thuban.

    CPU PhotoWorxx


    Im PhotoWorxx-Test steht ein Spitzenplatz zu Buche, nur Sandy Bridge ist schneller.

    CPU Zlib


    Im Zlib-Teil-Test ist Bulldozer gleich schnell wie Thuban, gegen Sandy Bridge und Gulftown ist hingegen kein Kraut gewachsen.
    [break=3,2 GHz: AIDA64 Fortsetzung, WinRAR]
    CPU AES


    Die Verschlüsselung mittels AES liegt der neuen Architektur.

    CPU Hash


    Auch der Wert im CPU-Hash-Test von AMDs Bulldozer bedeutet einen neuen Bestwert. Allerdings nur knapp vor dem Thuban.

    FPU VP8


    Im VP8-Test sieht die Welt anders aus. Hier sind alle Intel-Konkurrenten schneller, auch ein Thuban zieht davon.

    FPU Julia


    Gleiches Bild auch in diesem Test. Bloomfield ist in Reichweite, Thuban, Sandy Bridge und Co. jedoch außer Schlagdistanz.

    FPU Mandel


    Hier steht Bulldozer knapp vor Bloomfield, an der restlichen Hackordnung ändert sich nichts.

    FPU SinJulia


    Ein deutlicher Rückstand auf Thuban steht zu Buche. Intels Bloomfield und Sandy Bridge sind fast doppelt so schnell, Intels Gulftown nahezu dreifach. Kein gutes Terrain für Bulldozer.



    WinRAR


    WinRAR zeigt wieder ein erfreulicheres Bild für die neue Generation. Hier wird bei gleichem Takt alles in Schach gehalten, was es gibt.
    [break=3,2 GHz: XMPEG, Avidemux, H.264]
    XMPEG + XviD


    In unserem XMPEG-Test bildet Bulldozer nur das Schlusslicht. Der Architektur schmeckt dieser Benchmark überhaupt nicht.


    Avidemux + H.264


    Bei Avidemux sieht die Welt besser aus, hier kann gepunktet werden. Thuban und Bloomfield werden knapp geschlagen.



    CPU-Last Wiedergabe H.264-Video


    Platz 3 bei der Prozessorauslastung während der Wiedergabe eines H.264-Videos. Ein ordentlicher Wert.
    [break=3,2 GHz: POV-Ray, Cinebench]
    POV-Ray


    Knapp hinter Sandy Bridge und Thuban reiht sich Bulldozer in POV-Ray ein. Intels Bloomfield wird hingegen überflügelt.



    Cinebench 10 1 CPU


    Die Single-Thread-Performance des Bulldozer im Cinebench 10 lässt arg zu wünschen übrig. Hier muss sich das neue Design selbst einem Athlon II X2 geschlagen geben.

    Cinebench 10 x CPU


    In der Berechnung auf allen Kernen sieht das Ergebnisbild wieder besser aus, am Thuban kommt aber auch der Bulldozer nicht vorbei - von den Intel-Prozessoren ganz zu schweigen.

    Cinebench 10 Speedup


    Der Speedup-Faktor katapultiert den 8-Kerner auf Platz 2 der Rangliste.

    Cinebench 11


    Auch im neueren Cinebench 11 kommt Bulldozer nicht an Thuban oder die Intel-Konkurrenz heran.
    [break=3,2 GHz: Crysis, UT3]
    Crysis 1280x1024


    Crysis 1600x1200


    Crysis 1920x1200


    Crysis ist keine Domäne der Bulldozer-Architektur. Hier rangiert der Neuling knapp hinter den Phenom-II-Prozessoren, die Athlon-II-Konkurrenz hat er jedoch hinter sich. Die Intel-Armada ist hingegen weit enteilt.



    UT3 1280x1024


    UT3 1600x1200


    UT3 1920x1200


    Gleiches Bild auch in Unreal Tournament 3. Hier sind die betagten AMD-Pendants mit L3-Cache teilweise sehr deutlich flotter unterwegs.
    [break=3,2 GHz: Far Cry 2, Alien vs. Predator]
    Far Cry 2 1280x1024


    Far Cry 2 1600x1200


    Far Cry 2 1920x1200


    Auch im Far-Cry-2-Benchmark sieht das Bild nicht gut für Bulldozer aus. Die Phenom II-CPUs liegen teils deutlich vor ihm, während selbst die Athlon II-Derivate in hohen Auflösungen gefährlich nahe kommen.



    Alien vs. Predator 1280x1024


    Alien vs. Predator 1600x1200


    Alien vs. Predator 1920x1200


    Alien vs. Predator liegt dem Bulldozer da schon eher, wenngleich die Unterschiede generell sehr gering ausfallen.
    [break=3,2 GHz: 3DMark 11, PCMark 7]
    3DMark 11 Performance Gesamt


    Im 3DMark-11-Gesamtergebnis platziert sich der Neuling in Schlagdistanz zu Bloomfield und Gulftown. Lediglich Sandy Bridge ist völlig außer Reichweite.

    3DMark 11 Performance Physik/CPU


    In der Physik-Berechnung wird die versammelte AMD-Armada geschlagen, die Intel-CPUs sind aber allesamt eine Nummer zu groß.



    PCMark 7 Gesamt


    Kein gutes Bild ergibt sich im Gesamtergebnis von PCMark 7. Hier reiht sich Bulldozer ziemlich weit hinten ein und wird sogar von einem Athlon II X4 geschlagen.

    PCMark 7 Entertainment-Suite


    In der Entertainment-Suite sieht es etwas besser aus, das Prädikat "Gut" verdient das Ergebnis aber bei weitem nicht.

    PCMark 7 Computation-Suite


    Platz 4 hinter der versammelten Intel-Konkurrenz können wir in der Computation-Suite attestieren. Der 6-Kerner Thuban wird hier aber nur denkbar knapp überflügelt.
    [break=3,2 GHz: BOINC, LinX]
     BOINC floating point MIPS (Whetstone) - pro Kern


    Im Whetstone-Test des BOINC-Managers zeigt sich ein düsteres Bild für Bulldozer, wenn die Taktrate aller CPUs angeglichen wird. Intel zieht Kreise um die Konkurrenz und der Neuling hat das Nachsehen.

     BOINC integer MIPS (Dhrystone) - pro Kern


    Immerhin ist die neue Architektur im zweiten BOINC-Test nicht mehr abgeschlagen, am letzten Platz führt aber auch hier kein Weg vorbei.



     LinX


    Die LINPACK-Leistung fällt ebenfalls ziemlich niedrig aus, selbst ein Athlon II X3 ist hier flotter unterwegs.
    [break=3,2 GHz: Leistungsaufnahme]
    Für die Tests der Leistungsaufnahme haben wir die Spannungen der AM3-Prozessoren angeglichen. Alle CPUs liefen mit einer Kernspannung von 1,30 Volt und einer Northbridge-Spannung von 1,15 Volt.

    Leistungsaufnahme LinX 64 Bit


    Die Leistungsaufnahme des Bulldozer während LinX liegt deutlich vor Thuban und noch einige Watt vor Bloomfield bzw. Gulftown. Die restliche Konkurrenz, allen voran Sandy Bridge, steht jedoch teilweise deutlich besser da.

    Leistungsaufnahme Prime95 64 Bit


    Aufgrund der bereits beschriebenen Problematik, dass bei den AVX unterstützenden Prozessoren im Prime95 die Leistungsaufnahme gegenüber LinX konstant bleibt, sich bei dem Rest der Testkandidaten hingegen deutlich verringert, verschiebt sich das Bild drastisch. Bulldozer bleibt hier nur die rote Laterne, welche er sich mit Intels Bloomfield teilt.

    Leistungsaufnahme ohne Cool'n'Quiet


    Auch im Idle-Betrieb ohne Stromsparmechanismen sieht das Bild nicht sonderlich gut aus. Nur zwei Intel-Konkurrenten können geschlagen werden, der Rest der Konkurrenz fährt Kreise um Bulldozer.

    Leistungsaufnahme mit Cool'n'Quiet


    Mit aktivierten Stromspareinstellungen sieht das Bild etwas versöhnlicher aus, hier kann immerhin der eine oder andere Prozessor aus eigenem Hause geschlagen werden. Der Hauptkonkurrent Sandy Bridge befindet sich aber auch hier ganz weit vorn.
    [break=Overclocking, Spannungsabsenkung]
    Für die Beurteilung der Übertaktbarkeit haben wir einmal mehr die gleichen Kriterien wie bei vorangegangenen CPU-Reviews angesetzt. Die Versorgungsspannung der CPU wurde im ersten Schritt auf 1,30 Volt VCore im BIOS gesetzt, was 1,26 bis 1,27 Volt VCore unter Last entsprach. Anschließend wurde der Kerntakt solange erhöht, bis Fehler im 25-minütigen LinX-Test auftraten. Die zuletzt fehlerfrei durchlaufene Taktstufe diente als Basis für unsere Messungen. Im nächsten Schritt wurde der Standardtakt von 3.600 MHz eingestellt (ohne Turbo-Modus) und die Kernspannung wurde schrittweise verringert. Wurde unser LinX-Test ohne Fehler durchlaufen, so wurde die Betriebsspannung einen weiteren Schritt verringert - solange, bis während des Tests ein Fehler auftrat. Auch hier diente die zuletzt fehlerfrei durchlaufene Stufe als Basis für unsere Messwerte.

     AMD FX - Codename Bulldozer - Leistungsaufnahme Overclocking Load


     AMD FX - Codename Bulldozer - Leistungsaufnahme Overclocking Idle


    Mit 4.400 MHz konnten wir ein respektables Übertaktungsergebnis bei nur 1,27 Volt Kernspannung erzielen. Aufgrund der Verhaltensweisen des Systems bei höheren Taktraten vermuten wir, dass noch einiges OC-Potenzial vorhanden ist. Erhöhen wir die Taktrate ohne Veränderung der Spannung, so erhalten wir Bluescreens, die auf eine zu niedrige Versorgungsspannung hindeuten. Erhöhen wir auch noch die Spannung, so schaltet sich das System abrupt unter Last ab. Wir vermuten daher, dass wir entweder ein Temperaturproblem haben oder ein Schutzmechanismus des nicht mehr ganz taufrischen Test-Netzteils greift. Dies werden wir in einem kommenden Test, wohl auch unter Zuhilfenahme des Liquid Cooling Kits, testen.

    Auch die Spannungsabsenkung beim Standardtakt auf 1,06 Volt unter Last ist sehr ordentlich. Hierdurch lassen sich noch über 20 Watt gegenüber der Standardspannung sparen, was wir gern zur Kenntnis nehmen.
    [break=Gedanken der Redaktion]
    AMDs neue Prozessor-Architektur ist nun da. Nicht nur die Leser unseres und anderer Reviews werden viel über Bulldozer diskutieren, auch innerhalb der Redaktion wurden und werden die Vor- und Nachteile besprochen. Dies ist insgesamt nicht ungewöhnlich, da jeder (ob Leser oder Redakteur) zu den getesteten Dingen eine ganz persönliche Meinung pflegt. Doch AMDs neues CPU-Design hat das Potenzial, die Massen zu spalten. Deshalb wollen wir auf dieser Seite ein paar Aspekte herausstellen, die besonders ins Gewicht fallen.

    Acht Kerne oder acht Threads?

    Einer der größten Einschnitte in die bisherige Herangehensweise ist die Vermarktung des Bulldozer (zumindest der großen Modelle) als 8-Kern-Prozessoren. Obwohl nur vier FPUs, nur vier L2-Caches, nur vier L1-Instruction-Caches und vor allem nur vier Decoder vorhanden sind, hat sich AMD entschieden, ihn statt als Quad-Core-Prozessor mit CMT als Octa-Core-Prozessor zu vermarkten. Einzig der L1-Daten-Cache sowie die Integer-Einheiten sind in achtfacher Ausführung vorhanden.

    Als Folge dessen kommt der Bulldozer mit Standard-Software auch nur dort gut zurecht, wo vorwiegend multithreaded Integer-Berechnungen vorkommen. Das ist in unserem Testparcours praktisch nur bei WinRAR der Fall, die theoretischen AIDA64-Benchmarks lassen wir an dieser Stelle einmal außen vor. Alle anderen Tests (Spiele, XviD, x264, etc.) nutzen praktisch ausschließlich FPU- oder SIMD-Befehle; und für diese Aufgaben hat der Bulldozer nur vier Einheiten zur Verfügung, nicht mehr sechs wie ein Thuban.

    Neben multithreaded Integer-Aufgaben hat der Bulldozer dort Vorteile, wo AVX-Befehle genutzt werden oder im Idealfall sogar die exklusiven FMA4-Befehle, die sonst kein anderer Prozessor unterstützt. Wer sich genauer damit beschäftigen möchte, der kann hier nachlesen. Leider haben wir keinen praktischen Test in unserem Parcours, der FMA4 nutzt. Hier können wir nur auf das theoretische, von AMD kolportierte Potanzial schielen und ahnen, was Bulldozer zu leisten im Stande wäre, wenn Software mit entsprechender Befehlsunterstützung zum Einsatz käme. Die Situation ist mit der 3DNow!-Befehlserweiterung beim AMD K6-2/-III vergleichbar.

    Apropos 3DNow!

    Mit der Einführung des Bulldozer geht eine Ära zu Ende, nämlich der des 3DNow!-Befehlssatzes. Dieser wird fortan nicht mehr unterstützt, weshalb der Namensgeber genau dieser Webseite für immer in den IT-Geschichtsbüchern dieser Welt verschwindet. Aber keine Sorge, Planet 3DNow! wird auch weiter so heißen, wie jetzt!

    Quo vadis, Bulldozer?

    Wie wir uns auf den letzten Seiten überzeugen konnten, ist Bulldozer kein Messias unter den Prozessoren. Er ist aber auch meilenweit davon entfernt, ein schlechtes Stück Silizium zu sein. Mehr denn je ist diese CPU-Architektur aber darauf angewiesen, dass die vom Nutzer verwendete Software die Architektur des Prozessors kennt und deren Potenzial zu nutzen weiß. Wird der "Planierraupe" Allerwelts-Software ohne Optimierungen vorgesetzt, so entspricht die Performance mitunter nur der einer Spielzeugraupe. AMD sieht die Architektur selbst mit dem Fokus auf hoher Taktfrequenz und Ressourcenteilung, um optimale Performance und Durchsatz für Anwendungen der nächsten Generation zu erzielen.

    Die "nächste Generation" spiegelt sich jedoch kaum in unserem Testparcours wieder. Insofern ist es (fast) kein Wunder, dass Bulldozer nur mangelnde Leistung zeigt, je älter die Software ist. Ganz klar lässt sich dies an den von uns verwendeten Spieletest festmachen, die mit Ausnahme von Alien vs. Predator bereits einige Zeit auf dem Markt sind - und somit weit entfernt von der "nächsten Generation".

    Scheduler

    Nicht nur die verwendete Software muss Vorteile aus der Architektur bzw. den Befehlssätzen ziehen können, auch das Betriebssystem muss in der Lage sein, die Ressourcen sinnvoll zu nutzen. Aktuell ist das bei Windows 7 noch nicht der Fall, weshalb bereits ein Patch angekündigt wurde, der je nach Anwendungsfall bis zu 10 Prozent Performance bringen soll (Angabe laut AMD-Präsentationsfolie).

    Es bleibt zu hoffen, dass es zukünftige Updates in Sachen Betriebssystem und Software ermöglichen, ein eindeutigeres Bild um und über den Bulldozer zu zeichnen.
    [break=Fazit]
    Titelbild zum AMD FX - Codename Bulldozer


    Der erste Performance-Überblick über AMDs brandneue Prozessor-Architektur liegt hinter uns. Und was für einer! Mit einigen dieser Ergebnisse hätten wir nicht gerechnet. Denn ganz ehrlich: Bei einem solch lang entwickelten Design würden die meisten erwarten, dass das neue Stück Silizium seinen Vorgänger deutlich in die Schranken verweist. Doch wie wir sehen konnten, ist dies in vielen Benchmarks nicht der Fall. Im Gegenteil: In einigen Benchmarks hat das neue Spitzenmodell Probleme, kleinere Deneb-Prozessoren vom Schlage eines Phenom II X3 in Schach zu halten. Wer hätte das gedacht! Verantwortlich dafür dürfte zu einem Großteil die Architektur an sich sein, da sie laut Aussagen von AMD auf möglichst gute Performance in Anwendungen der "nächsten Generation" entwickelt wurde.

    Nichts desto trotz gibt es auch Grund für Optimismus. Denn wenn die neuen FX-Prozessoren mit Software bedacht werden, die ihnen liegt, dann ziehen Sie mitunter Kreise um die Konkurrenz. Solche Beispiele sind der AES-Test im AIDA64 sowie WinRAR - hier schlägt Bulldozer alles deutlich, auch aus dem Hause Intel. Doch schaut man sich die Anzahl der Paradedisziplinen an, so wird klar, dass die neuen Prozessoren mehr denn je auf Software angewiesen sind, die Vorteile aus dem Design ziehen. Da wir uns erst am Anfang des Lebenszyklusses der neuen Architektur befinden ist zu hoffen, dass zukünftige Software mehr Vorteile ziehen kann - und die Anzahl der Tests, in denen FX Kreise um die Konkurrenz zieht, größer wird.

    AMDs neue FX-Prozessoren sind alles andere als schlecht. Jedoch haben sie aufgrund ihrer Performance-Charakteristik einen schweren Stand. Diesen zu verbessern ist in den kommenden Monaten und Jahren die Aufgabe von AMD und den Software-Entwicklern. Es ist unumstritten, dass die FX-Prozessoren Potenzial in sich schlummern haben. Ob dieses aber jemals konstant abgerufen werden kann, wird sich erst in einigen Monaten, wenn nicht gar Jahren zeigen. Zum jetzigen Zeitpunkt sollte daher gut überlegt werden, ob der Einsatz eines FX-Prozessors sinnvoll ist oder nicht.

    Aufgrund des knappen Testzeitraums von nur fünf Tagen konnten wir bei weitem nicht alle Aspekte der neuen Prozessorgeneration beleuchten. Dinge wie die Performance-Skalierung mit dem Speichertakt, ausführliche Plattformkonfigurationen in puncto Overclocking und auch der Spannungsabsenkung, die Performance auf einer AM3-Hauptplatine sowie ein Blick auf die Performance in aktuelleren Anwendungen waren zwar geplant, in der Kürze der Zeit aber nicht realisierbar. Daher werden wir uns in den nächsten Tagen intensiv mit den offenen Punkten befassen und uns mit einem entsprechenden Artikel zurückmelden. Es bleibt also weiterhin spannend.

    Das fanden wir gut :)
    • sehr gute Performance in "Spezialanwendungen"
    • ordentliche Übertaktbarkeit


    Das fanden wir nicht so gut :(
    • durchschnittliche Leistung bei Standardanwendungen
    • verhältnismäßig hohe Leistungsaufnahme


    ...weitere Artikel
    ...diesen Artikel im Forum diskutieren

  2. Die folgenden 109 Benutzer sagen Danke zu MusicIsMyLife für diesen nützlichen Beitrag:

    2000k.sie (12.10.2011), aalerich (12.10.2011), Allfred (12.10.2011), Andy06 (21.10.2011), Athlonkaempfer (12.10.2011), Athlonscout (12.10.2011), Atlan78 (12.10.2011), Backfire (12.10.2011), BarBart (12.10.2011), Bartfratze (12.10.2011), bbott (12.10.2011), Bobo_Oberon (12.10.2011), Broeno (12.10.2011), btolksdorf (27.10.2012), bube (12.10.2011), bytefuzzy (12.10.2011), C4rp3di3m (12.10.2011), Cashran (12.10.2011), ceVoIX (12.10.2011), chrissv2 (12.10.2011), Complicated (12.10.2011), Crashtest (12.10.2011), deadohiosky (12.10.2011), Denniss (12.10.2011), deoroller (12.10.2011), DisOccur (22.11.2011), Doc2 (12.10.2011), DonGeilo (16.10.2011), Dr@ (14.10.2011), dragon_75 (12.10.2011), Dresdenboy (13.10.2011), Effe (12.10.2011), Enrico (12.10.2011), erde-m (12.10.2011), flashbang (12.10.2011), foenfrisur (12.10.2011), FredD (12.10.2011), Frosdedje (12.10.2011), GHad (26.10.2011), GOGO (12.10.2011), Hans de Vries (12.10.2011), heiko-soft (09.11.2011), held2000 (12.10.2011), ICEMAN (12.10.2011), isigrim (12.10.2011), jkd (12.10.2011), Kater Sylvester (12.10.2011), kolpinator (12.10.2011), Kommando (12.10.2011), Krümel (12.10.2011), Locuza (13.01.2013), Lucky Headshot (12.10.2011), Makso (12.10.2011), mapim (12.10.2011), mibo (12.10.2011), Micheck (12.10.2011), MikeGyver (12.10.2011), mitatouche (12.10.2011), Mr. Ice (13.10.2011), MrBad (12.10.2011), nazgul99 (12.10.2011), Novox (12.10.2011), nvb (12.10.2011), ONH (12.10.2011), Opteron (12.10.2011), otti503 (12.10.2011), Phlox (12.10.2011), poiu (13.10.2011), pokasser (12.10.2011), Raspo (12.10.2011), RedBaron (12.10.2011), ren (12.10.2011), RIPchen (12.10.2011), S.I. (12.10.2011), schiggung (13.10.2011), Scour (14.10.2011), Sefegiru (12.10.2011), Shadowtrooper (12.10.2011), Shinzon (12.10.2011), sjrothe (12.10.2011), skelletor (12.10.2011), snam (12.10.2011), Sonnyboy (12.10.2011), Soran (12.10.2011), Species_0001 (12.10.2011), Stefan234 (12.10.2011), sysfried (12.10.2011), TasmTeufel (13.10.2011), The_Lynx (15.11.2011), TITAN>Steel (12.10.2011), TNT (12.10.2011), towatai (12.10.2011), Treverer (20.10.2011), Tzulan (12.10.2011), uncle_sam (12.10.2011), usopia (16.10.2011), VolkerWpt (12.10.2011), Windelwinni (16.10.2011), WindHund (12.10.2011), wintermute_3dc (12.10.2011), Woerns (12.10.2011), WoIstDerAmiga (13.10.2011), Wolfszeit (25.03.2012), Wonneproppen (12.10.2011), Yarismann (12.10.2011), yasu (12.10.2011), Zotm@n (12.10.2011), [MTB]JackTheRipper (12.10.2011), ~DeD~ (12.10.2011)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Single Sign On provided by vBSSO