Auch wenn man geneigt ist zu vermuten die ganzen Nerds die sich hier tummeln, hocken nur in ihren Kellern, so gibt es hier durchaus den einen oder anderen Outdoor-Freund. Und womöglich wird es noch der eine oder andere User werden.
Wir sind hier (womöglich) alle keine Profis und die hier zu findenden Tipps sollen mehr als Anhaltspunkte gelten und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Expertentipps so wie eine komplette Verkaufsberatung kann und soll dieser Sammelthread nicht bieten.
Ob Bergsteigen, Trekking oder ausgedehnte Radtouren alles rund ums „draußen sein“ ist willkommen. Und als grobe Übersicht soll hier mal Material gesammelt werden.
Grundsätzlich gilt bei vielen Ausrüstungsgegenständen: selber ausprobieren und anprobieren. Es kommt nicht auf Farbe&Design an, sondern auf die Funktionalität. Die Sachen müssen passen, vor Wind und Wetter schützen usw.
Tips zu Anprobe&Kauf
Kleidung
Hier ist der oberste Grundsatz das Zwiebelprinzip das sich gut an verschiedene Witterungsbedingungen anpassen lässt. Also eher mehrere Kleidungsstücke nach ihrer Funktion kombinieren. Dazu zählt man Funktionsunterwäsche die für einen guten Schweißtransport sorgt, dann eine wärmende Schicht wie z.B. Fleece und darüber zum Schutz vor Wind&Regen eine Softshell oder besser noch eine Hardshell Jacke. Hierbei sind Softshells meist ein etwas besserer Windschutz, dafür aber nur wasserabweisend und nicht wasserdicht. Hardshells sind nahezu wasserundurchlässig und recht robust.
Man sollte beim Kauf jedoch darauf achten ob die Jacken, also Softshell oder Hardshell, auch als rucksacktauglich gelten und für welche Rucksäcke sie sich eignen. Es gibt Jacken die zwar recht robust sind, aber bei schwer beladenen Trekkingrucksäcken ab 15kg können die Schultern schnell durch gerieben werden.
Rucksäcke
Ein guter Rucksack ist einer der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände. Hier sollte man nicht am falschen Ende sparen und sich auch nicht vorschnell entscheiden. Probetragen mit einer gewissen Füllmenge und auch einem, der Rucksackgröße und geplanten Touren, angemessenen Füllgewicht ist unumgänglich.
Rucksack richtig einstellen
Das Gewicht sollte grundsätzlich zum Großteil auf der Hüfte getragen werden und nicht auf den Schultern. Von daher geht man am besten wie folgt vor.
1. Alle Riemen komplett lockern
2. Hüftgurt so aufsetzen das er oberhalb des Hüftknochen sitzt und Gurt anziehen
3. Die Gurte am Deckel anziehen um den Rucksack an den Körper zu holen
4. Zum Schluss die seitlichen Riemen anziehen
Rucksack richtig packen
Hier gilt der Grundsatz schwere Sachen möglichst nah an den Körper und nach oben. Also Kocher, Essgeschirr, Gaskartuschen, Lebensmittel, Zelt etc. an den Rücken und von der Mitte bis grob zum Deckel packen. Schlafsack, Wechselklamotten etc. möglichst nach unten und in die Lücken stopfen.
Je nach Rucksack empfiehlt es sich auch durchaus den Schlafsack nicht in den Packsack/Kompressionssack zu packen, sondern ihn einfach unten in den Rucksack zu packen. Gerade Daunensäcke leiden oftmals etwas darunter wenn sie zu lange und zu eng komprimiert werden. Und zudem kann ein lose eingepackter Schlafsack auch gut Lücken ausfüllen.
Schlafsäcke
Kunstfaser oder Daune? Das ist meist ein der ersten Fragen die man sich stellen muss. Hier kann man grob sagen: Daune ist im Extrembereich wärmer, leichter und oft auch vom Komfort her etwas bequemer. Dafür ist Kunstfaser gerne mal etwas billiger und nicht so empfindlich bei Feuchtigkeit. Dies nur als grobe Anhaltspunkte. Es gibt auch sehr warme und halbwegs leichte Kunstfaser Schlafsäcke.
Und solange man nicht in den Regenwald geht oder direktem Wassereinbruch im Zelt ausgesetzt ist, sollte es auch mal mit einem Daunenschlafsack keine Probleme geben wenn es mal etwas feuchter wird.
Bei einem Kunstfaserschlafsack empfiehlt es sich oft, mehr noch als bei einem Daunenschlafsack, ein zusätzliches Inlet zu kaufen. Es ist dünn und leicht und bietet dabei etwas zusätzlichen Wärmeschutz und vor allem mehr Bequemlichkeit.
Schuhe
Ebenso wie auch beim Rucksack gilt hier: sie müssen passen.
Hier hilft es wenig den teuersten, oder gar den schönsten Schuh zu kaufen wenn man sich am Ende nur Blasen läuft. Verschiedene Hersteller zeichnen sich oft durch ein ganz bestimmtes Fußbett aus. So sind Lowa Schuhe gerne mal etwas schmaler, ebenfalls recht schmal sind meist italienische Marken wie Scarpa oder La Sportiva. Etwas weiter geschnittene Kandidaten finden man bei Hanwag oder Meindl.
Berg u. Trekking Schuhe
Wichtig bei der Anprobe ist es hier das man, nicht wie üblich beim Schuhkauf, nur grob einen Finger breit Platz vorne zu haben sondern eher etwas mehr. Als groben Richtwert sagt man hier gerne man soll 1 - 1 1/2 Nummern größer kaufen. Der Grund dafür liegt darin das man beim bergab gehen sonst zu schnell mit den Zehen vorne anstoßen würde.
Ebenfalls wichtig ist es, dass der Fuß möglichst wenig verrutschen kann. Die Verse sollte sich beim anheben des Fußes wenn überhaupt nur minimal noch oben bewegen. Und nach vorne rutschen sollte der Fuß auch nicht zu weit. Um das zu testen sollte ein guter Schuhladen auch eine kleine "Teststrecke" bieten. Einerseits mit etwas unebenen Boden (z.B. Steine) über die man gehen kann, und die Möglichkeit etwas Gefälle runter zu laufen um zu testen ob man rutscht. Hat ein Laden keine solchen Möglichkeiten, kann man selbigen direkt wieder verlassen.
Von der Schnürung her gilt es grob das der Fuß in der Mitte gehalten werden sollte. Also vorne und im oberen Bereich ruhig etwas lockerer, dafür in der Mitte gut fest schnüren.
Empfehlungen
Reise- und Touren-Empfehlungen
Reiseberichte
Onkel Homie - Rumänien 2011
(Da der Bericht mit 12 Tagen etwas lang ist, verlinke ich mal mein Blog. Vielleicht schaut ja mal jemand vorbei.)
Tipps und Tricks
Ordnung im Rucksack
Um Ordnung im Rucksack zu halten gibt es zich verschiedene Packbeutel. mal groß mal klein, mal schwer mal leicht, mal sau teuer, mal günstig mal billig. Eine sinnvolle Alternative sind hier Gefrierbeutel mit Zip Verschluss. Die sind sehr günstig, in verschiedenen Größen erhältlich, luft- und wasserdicht und man kann damit viele Sachen extrem gut komprimieren und man kann sich auch so Einige als Ersatz mitnehmen. Denn hier und da geht schon mal ein Verschluss kaputt und der Beutel muss ersetzt werden. Hier lohnt es jedoch durchaus die teuren Markenbeutel z.B. von Toppits zu kaufen, da sie doch etwas robuster sind.
Wissenswertes
Wildcampen in Deutschland
Immer wieder ein gerne genommenes Thema und viel diskutiert. Vom Grundsatz her gilt hier das es in Deutschland verboten ist wild zu campen. Die Regelung erfolgt durch die Forstgesetze des jeweiligen Bundeslandes und ggf. gibt es hier Ausnahmeregelungen.
Die Erklärung warum es nicht erlaubt ist heißt dabei jedoch eher nicht "weil der Wald dabei total zugemüllt wird", was man ja noch verstehen könnte, nein es geht in eine etwas abstruse Richtung. Daher hier mal etwas zum lachen oder weinen, die Antwort des Forstamts Bonn auf eine Anfrage:
Spoiler
Sie fragen an, ob das Übernachten im Wald oder in der freien Landschaft
(ohne Zelt) forstrechtlich zulässig ist.
Gem. § 2 Abs. 1 Landesforstgesetz (LFoG) ist das Betreten des Waldes zum
Zwecke der Erholung gestattet. Diese Befugnis wird begrenzt durch den
Grundsatz der Gemeinverträglichkeit, denn gem. § 2 Abs. 3 LFoG hat sich
jeder, der den Wald betritt, so zu verhalten, dass die Lebensgemeinschaft
Wald und …. nicht gestört wird.
Hinsichtlich des Betretungsrechts folgt daraus, dass Sie zum Zwecke der
Erholung den Wald betreten dürfen und auch in einem gewissen Rahmen Rasten
dürfen, nicht aber dauerhaft z.B. durch eine Übernachtung im Wald dort
verweilen dürfen. Denn durch Ihre Anwesenheit in der Nacht würde die
Wildtiere des Waldes stark beunruhigt und damit die Lebensgemeinschaft Wald
empfindlich gestört.
Außerdem ergibt sich aus der Formulierung den § 2 Abs. 1 "zum Zwecke der
Erholung" eindeutig, dass das freie Betreten des Waldes ausschließlich dem
Zwecke der Erholung und des Naturgenusses erlaubt ist. Da man während dess Schlafens aber die Natur nicht akiv genießen und sich damit bewusst Erholen kann, fällt das Übernachten im Wald nicht unter das freie Betretungsrecht und ist daher verboten.
Bezüglich Ihrer Frage des Übernachtens in der freien Landschaft möchte ich
auf § 49 des Landschaftsgesetzes NRW verweisen. Dort ist in Abs 1
formuliert:
§ 49
Betretungsbefugnis
(1) In der freien Landschaft ist das Betreten der privaten Wege und Pfade,
der Wirtschaftswege sowie der Feldraine, Böschungen, Öd- und Brachflächen
und anderer landwirtschaftlich nicht genutzter Flächen zum Zwecke der
Erholung auf eigene Gefahr gestattet, soweit sich nicht aus den Bestimmungen
dieses Abschnitts oder aus anderen Rechtsvorschriften Abweichungen ergeben.
Für das Betreten des Waldes gelten die Bestimmungen des Landesforstgesetzes.
Die Betretungsbefugnis bezieht sich hier ebenfalls auf den Erholungszweck
und ist m.E. analog zu der Regelung im Wald auszulegen. Da für die
rechtlichen Regelungen in der freien Landschaft aber die Untere
Landscjaftsbehörde des jeweiligen Kreises bzw. der kreisfreien Stadt
zuständig ist, möchte ich Sie bitten, sich zur abschließenden Klärung dieser
Frage an Ihre Kreisverwaltung zu wenden.
Halten wir also fest: Wenn am Tag hunderte von Menschen durch den Wald latschen stören sie die Tiere nicht, aber wehe da zelten zwei Leute und schnarchen. Zudem darf man laut Gesetzt die NAtur ja nur aktiv genießen, was man jedoch nicht kann wenn man schläft.
Aus eben diesen etwas seltsam anmutenden Regelungen heraus wollen es viele nicht so wahr haben und schlagen dann doch mal ihr Lager im Wald auf. Dazu muss man sagen das es in den meisten Fällen kein Problem darstellt wenn man sich vorher die Erlaubnis beim Förster einholt. Hier gilt es dann meist das Zelt erst bei Sonnenuntergang aufzustellen, vor Sonnenaufgang wieder alles einzupacken und selbstverständlich keinen Müll zu hinterlassen und keine Schäden am Wald anzurichten.
Shop Links
Kein verlinkter Shop steht in Verbindung zu P3D, noch zu einem der Beteiligten in diesem Thread.
Bergfreunde (eher professionell ausgerichteter Shop) Bergzeit (eher professionell ausgerichteter Shop) Engelhorn (teils gute Angebote) Globetrotter (größter Shop Deutschlands mit riesigen Kaufhäusern in einigen Städten. Hier und da aber etwas teurer und in letzter Zeit Entwicklung vom sehr speziellen auf einen eher allgemeinen Outdoor Shop. Die Warenauswahl einiger Hersteller ist oft deutlich eingeschränkter als bei anderen Händlern) Outdoorfair (teils gute Angebote, netter Service) Schuh-Keller (riesen Auswahl, Top Beratung auch am Telefon) Walk on the wild Side (teils gute Angebote)
Sonstige Links
Outdoorseiten.net (die wohl umfangreischte deutschsprachige Seite rund um das Thema Outdoor. Mit einem sehr guten Forum und einem stetig wachsenden Wiki) Gipfeltreffen (AT)
Angebote
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