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    mITX-Gehäuse - MS-TECH MC-80

    MS-TECH MC-80

    Gehäusen des Herstellers MS-TECH haftet im Allgemeinen ein eher negatives Image an. Oftmals fallen Begriffe wie „billig“ oder „klapprig“. MS-TECH versucht schon seit einiger Zeit, dieses Image loszuwerden. Das MC-1200 konnte bereits vor einiger Zeit einen guten Eindruck hinterlassen. Das neue MC-80 soll neben dem reinen Design auch leistungsmäßig auf dem Niveau der Konkurrenz liegen. Die Vollaluminium-Bauweise und ein Netzteil mit ausreichender Leistung sollen die Kundschaft aufhorchen lassen. Was man vom MS-TECH MC-80 erwarten kann, wollen wir uns heute etwas genauer ansehen. Viel Spaß auf den folgenden Seiten!

    Wir möchten uns bei MS-TECH für die Bereitstellung des Samples bedanken.

    [BREAK=Technische Daten]
    Die technischen Daten des MS-TECH MC-80 entnehmen wir den zugehörigen Produktseiten des Web-Auftritts des Herstellers (MC-80BL, MC-80AN).

    MS-TECH MC-80
    Material / Farben:Aluminium / Anthrazit oder Schwarz
    Formfaktor:mITX (170x170 mm)
    Laufwerksschächte:intern: 1x 2,5"; extern: 1x 5,25" (Slim/Slot-In)
    Stromversorgung:extern, 60 Watt
    Frontanschlüsse:2x USB 2.0, Mikrofon, HD-Audio-Ausgang
    Abmaße:90 x 240 x 205 mm (Höhe x Breite x Tiefe)


    Im Lieferumfang des MC-80 finden sich folgende Kleinteile:
    • Montageschrauben
    • Kabelbinder
    • Kurzanleitung
    • Garantiekarte
    • Netzteil
    • Kaltgerätekabel
    • Fernbedienung
    • Batterien

    MS-TECH MC-80


    [BREAK=Testsystem]
    Für unseren heutigen Test nutzen wir folgende Komponenten:
    • Prozessor: AMD Athlon II X2 240e mit 2 x 2,8 GHz
    • CPU-Kühler: SilverStone Nitrogon NT07-AM2
    • Mainboard: SAPPHIRE IPC-AM3DD785G
    • dedizierte Grafiklösung: SAPPHIRE Radeon HD 5570 LP
    • Arbeitsspeicher: 2 x 2 GB DDR3-1333 (Kingston KVR1333D3N9/2G)
    • Festplatte/-n:
      • 2,5" – Fujitsu MHZ2250BH G2 mit 250 GB
      • 2,5" - ADATA S510 120 GB
      • 3,5" - Samsung HD321KJ mit 320 GB
    • optisches Laufwerk: LG LG CH10LS20
    • Netzteil: Xilence XP250.SFX


    Der Testparcours bedarf einer ganzen Reihe an Hilfsmitteln und Programmen:

    • Furmark v1.80 – Stabilitätstest für die Grafikkarte
    • Prime95 v25.11 - CPU-Testprogramm
    • HWMonitor v1.16.0 – Auswertung der internen Sensoren (Mainboard, Festplatte, Grafikkarte)
    • CoreTemp 0.99.7 - CPU-Temperaturmessung
    • HD Tune 2.55 - HDD-Testprogramm


    Messgeräte: Voltcraft Energy Check 3000, Voltcraft SL-100

    Zum Aufheizen des Systems kommen HD Tune, Prime95 und FurMark zum Einsatz, während Letzteres nur bei Verwendung der SAPPHIRE Radeon HD 5570 genutzt wird. Für die Messungen ohne dedizierte Grafikkarte beschränken wir uns auf Prime95. Ein Testlauf ist absolviert, wenn das System 30 Minuten der Belastung standhält. Vorzeitige Abbrüche werden selbstverständlich vermerkt und gehen mit den letzten Maximaltemperaturen in die Grafiken ein.
    Die Messung der Werte für die Lautstärke erfolgt im Abstand von einem Zentimeter und wird für die einzelnen Flächen gemittelt in die Tabelle übernommen. Natürlich sind Messungen in einem so geringen Abstand nicht praxisnah, sorgen aber dafür, dass störende Nebengeräusche der Umgebung weitestgehend irrelevant für die Messung werden.

    [BREAK=Äußeres - Teil 1]
    MS-TECH MC-80

    Das MS-TECH MC-80 grenzt sich äußerlich von den alten Modellen des Herstellers ab - Aluminium, wohin man blickt.

    MS-TECH MC-80

    Unauffällig soll das MC-80 sein. Ein Slot-In-Laufwerk im Slim-Format benötigt nur einen offenen Schlitz. Das Problem, dass die Laufwerksblende nicht gänzlich zum Farbton der Front passt, ist damit passé. Unten links sehen wir die bekannten Front-Anschlüsse – zweimal USB 2.0 sowie die Audio-Buchsen für Mikrofon und Kopfhörer. Oben rechts platziert der Hersteller den Power-Knopf. Links daneben sitzt der Infrarot-Empfänger der Fernbedienung. Ein kleiner Schriftzug in der unteren rechten Ecke stört das Konzept nicht wirklich.

    MS-TECH MC-80

    Die linke und rechte Seitenwand sind optisch identisch. Längliche Ausfräsungen sollen die Belüftung des Systems ermöglichen. Von links betrachtet, erkennen wir hinter den Öffnungen die Wandlerplatine des MC-80.

    MS-TECH MC-80


    [BREAK=Äußeres - Teil 2]
    MS-TECH MC-80

    Die Rückseite des Gehäuses bietet ähnliche Ausfräsungen zur Belüftung. Der Mainboardausschnitt ist sauber ausgeführt und gratfrei. Auf der rechten Seite positioniert MS-TECH, deren Schriftzug im oberen Bereich zu sehen ist, die Buchse für den Anschluss des externen Netzteils.

    MS-TECH MC-80

    Der Deckel verfügt über zwei Gitter. Diese lassen die Möglichkeit erwarten, zusätzliche Lüfter installieren zu können. Dem ist nicht so. Da die Öffnungen aber sowieso nur Lüfter mit geringem Durchmesser ermöglichen würden, muss man diese aber nicht vermissen. Sie dürften bei dem meisten Mainboards direkt über der CPU oder APU sitzen, sodass damit eher eine effiziente Abluftmöglichkeit geschaffen wird.

    MS-TECH MC-80

    Der Boden des Gehäuses zeigt uns die verschraubten Füße in HiFi-Optik. Längliche Lüftungsöffnungen ermöglichen eine gewisse Luftzirkulation.

    [BREAK=Inneres - Teil 1]
    MS-TECH MC-80

    Das Öffnen des Gehäuses wird durch das Lösen der vier Halteschrauben an der Unterseite ermöglicht. Der Aluminium-Deckel lässt sich nach oben einfach abnehmen. Auf der einen Seite fällt eine Aussparung auf, sodass die Position des Deckels festgelegt ist.

    MS-TECH MC-80

    Unser erster Blick in das Innere zeigt uns den Grund für die Aussparung. Im unteren Bereich können wir ein kleines Profil erkennen. Der kleine Anschlag ermöglicht die Installation eines 40- oder 50-mm-Lüfters, falls dieser benötigt wird. In unseren Tests mit den kleinen mITX-Mainboard auf Basis von AMDs APUs der E-Serie fiel bei passiven Kühllösungen die erhöhte Temperatur auf. Ein kleiner Luftzug verringert die Temperatur enorm. Der Kunde muss also nicht auf hochdrehende Lüfter zurückgreifen, um einen hohen Durchsatz zu erreichen. Auf der linken Seite fällt uns die kleine Platine des MC-80 auf. Neben dem Power-Knopf beherbergt diese den Infrarot-Empfänger. Beim MC-1200, das wir vor einiger Zeit getestet haben, musste der Empfänger noch von Hand mit dem Netzteil verbunden werden. Beim MC-80 ist nun alles bereits konfiguriert, sodass nur noch die USB-Verbindung intern hergestellt werden muss. Die Funktionalität der Fernbedienung haben wir überprüft. Einschalten ist genauso möglich wie die Navigation im Microsoft Windows Media Center.

    MS-TECH MC-80

    Gegenüberliegend finden wir die Wandlerplatine des MS-TECH MC-80. An der unteren linken Ecke sind zwei dreipolige Lüfteranschlüsse untergebracht. Die hellbraune Platine auf der rechten Seite zeigt die Technik der Frontanschlüsse.
    Die Verbindungskabel der Wandlerplatine sind recht unbiegsam und benötigen etwas mehr Überredung als gewohnt. Die internen USB-Kabel sind durch die gesonderte Ummantelung ebenso etwas starrer.

    MS-TECH MC-80

    Bei der Montage der Laufwerke fällt uns auf, dass ein langer Schraubendreher nicht unbedingt sinnvoll ist. Den Befestigungsschrauben des Laufwerkhalters gegenüber befindet sich der obere Anschlag des Deckels. Da nur ein leichtes Lösen und Anziehen der Schrauben genügt, wollen wir diesen Fakt aber nicht allzu sehr bewerten.
    Der Laufwerkhalter weist eine für uns neue Art der Befestigung auf. Die Entkopplung stellen kleine Gummi-Scheiben sicher. Doch anstatt eine komplette Verschraubung zu verwenden, setzt MS-TECH beim MC-80 auch ein Stecksystem. Auf den ersten Blick sieht dieses nicht sehr vertrauenserweckend aus, ließ sich aber ohne Probleme montieren.

    MS-TECH MC-80


    [BREAK=Inneres - Teil 2]
    MS-TECH MC-80

    Im Hinblick auf die Festplattenwahl setzt der Hersteller auf 2,5“-Modelle. Diese sind im Allgemeinen stromsparender als ihre großen Brüder mit 3,5“. Hinzu kommen die Solid State Disks (SSD). Diese finden an der Unterseite des Trägers ihren Platz. Durch ein leichtes Überstehen im hinteren Bereich benötigt man keine übermäßige Fingerfertigkeit beim Anschluss der Leitung.

    MS-TECH MC-80

    Es folgt die Installation des Mainboards. Durch den zuvor ausgebauten Laufwerkhalter ist das einfach zu bewerkstelligen. Wieder einmal fallen etwas zu kurze Anschlusskabel für die beiden Front-USB-Ports auf. Die ungewöhnliche Position der Pin-Header auf unserem SAPPHIRE-Mainboard fordert ihren Tribut. Im Normalfall befinden sich die Pins in einer günstigeren Position, sodass es nur selten zu Komplikationen kommen sollte, es sei denn, man setzt auf unser SAPPHIRE-Mainboard.
    Auf dem Bild sehen wir den Stecker für den Infrarotempfänger. Eine gewisse Ordnung der Kabel lässt sich erfreulich leicht herstellen. Unter dem Mainboard befindet sich ausreichend Platz, um alles zu verstecken.
    Ebenso ersichtlich wird aber auch, dass die Höhe eines CPU-/APU-Kühlkörpers begrenzt ist. Unser SilverStone Nitrogon ist 37 mm hoch. Viel mehr sollte man sich nicht erhoffen.

    [BREAK=Temperaturen und Lautstärke]
    Dieser Abschnitt muss dieses Mal leider etwas komprimiert werden, und das hat einen Grund. Das Netzteil des MS-TECH MC-80 offeriert „nur“ eine Ausgangsleistung von 60 W, was für unsere Testplattform etwas zu wenig ist – für Systeme auf Basis von AMDs APUs der E-Serie oder Intels Atom aber vollkommen ausreichend. Was passiert, wenn man das Netzteil überlastet? Nicht viel – in unserem Fall schaltet es einfach ab.

    Etwas in der Spannung gedrosselt, haben wir trotzdem die Lautstärke messen können. Die Leichtbauweise, gepaart mit den Lüftungsöffnungen, ist für das relativ schlechte Abschneiden in dieser Disziplin verantwortlich. Dagegen müssen wir dem MC-80 aber einen Fakt zugutehalten: Vibrationen sind uns nicht aufgefallen. Es klappert nichts, es dröhnt nichts, die Materialdicke des Aluminiums ist vollkommen ausreichend. In der folgenden Tabelle sieht man, wie sich das neue Gehäuse gegen die von uns bereits getesteten Konkurrenzexemplare schlägt.


    Bezüglich der Temperaturen möchten wir noch ein paar Anmerkungen vornehmen, ohne aber einen direkten Vergleich zu früher getesteten Gehäusen herzustellen. Durch das Absenken der CPU-Spannung konnten wir einen abgeschwächten Lasttest durchführen. Nach ungefähr einer halben Stunde zeigte sich eine erhöhte Temperatur der Festplatte von 45°C. Das ist durch die Nähe von Festplatte und Mainboard leider unumgänglich. Dadurch, dass das Gehäuse aber in den meisten Fällen sowieso nur mit AMDs E-Serie-APUs oder Intels Atom befeuert werden wird, halten sich die Auswirkungen aufgrund der geringeren TDP in Grenzen.

    [BREAK=Netzteil im Kurzcheck]
    Wie schon im Abschnitt zuvor angekündigt, mussten wir einzelne Messungen außen vor lassen. Das Netzteil ist mit einer maximalen Leistung von 60 Watt nicht für den Betrieb unserer Testplattform ausreichend. Im Leerlauf und mit abgesenkter Spannung unter Volllast war ein Betrieb möglich, aber letzterer Fall ist nicht repräsentativ und wird nicht gewertet.


    Die Leistungsaufnahme im Leerlauf kann überzeugen. Das Netzteil des MC-80 liegt gleichauf mit der Lösung von LC-Power. Damit gehört es, was den Wirkungsgrad angeht, in eine Spitzenposition. Durch den stets aktiven IR-Empfänger ergibt sich ein nahezu durchgängiger Standby-Verbrauch von 0,1 Watt.

    [BREAK=Fazit]
    MS-TECH MC-80

    MS-TECH macht mit dem neuesten mITX-Gehäuse einen deutlichen Sprung nach vorn, was sowohl die Verarbeitungs- als auch Netzteilqualität betrifft. Die Vollaluminium-Bauweise erinnert an Produkte namhafterer Hersteller, hinter denen sich MS-TECH mit dem MC-80 nicht zu verstecken braucht.

    Die Montagefreundlichkeit profitiert vor allem im Bereich des Laufwerkhalters von dem Hakensystem. Falls die Kühlleistung nicht ausreichen sollte, steht dem Anwender ein Montageplatz für einen zusätzlichen 40- oder 50-mm-Lüfter zur Verfügung. Dieser sollte aber im Normalfall auch nicht notwendig sein. Das Netzteil reiht sich, soweit wir das im direkten Vergleich messen konnten, in einer Spitzenposition ein. Ebenfalls positiv entwickelt hat sich die Fernbedienung. Im Gegensatz zu früheren Produkten ist das mitgelieferte Modell hochwertiger geworden. Die Funktionalität ist gleichgeblieben und lässt uns keinen Grund zur Beanstandung.

    Auch wenn uns das MC-80 aufgrund der deutlich gestiegenen Qualität durchaus erfreut, finden sich kleinere Makel. Die Leitungen im Inneren sind relativ starr ausgeführt und erschweren die Ordnung ein wenig. Hinzu kommt in unserem Fall, und das SAPPHIRE-Mainboard unserer Testplattform markiert einen Ausnahmefall, dass das Kabel für die Front-USB-Anschlüsse ein wenig zu kurz ist. MS-TECH hat sich diese Kritik aber notiert und eventuell könnte sich die Kabellänge in naher Zukunft noch ein wenig ändern. Bis dahin muss das immer im Hinterkopf behalten werden.

    Die Lautstärke des Systems ist mit unserem Testaufbau etwas zu hoch, was vor allem an der Leichtbauweise und den zahlreichen Lüftungsöffnungen liegt. Da durch die limitierte Leistungsaufnahme aber sowieso eher passiv gekühlte Systeme anvisiert werden, dürfte sich in diesem Anwendungsfall dieser Fakt erledigt haben.

    Zurück bleibt ein deutlich positiver Eindruck vom MS-TECH MC-80, mit dem der Hersteller auf die frühere Kritik reagiert hat. Der Preis ist zwar nicht mehr so niedrig angesetzt, jedoch muss man dann beachten, dass die Konkurrenz sich preislich eventuell einmal auf demselben Niveau bewegt, dann aber keine Fernbedienung bieten kann.

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