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    6 Gehäuse mit Netzteilen im Test



    Nachdem wir bereits 2009 ein Roundup mit fünf Gehäusen im Preisbereich von 30 bis 60 Euro hatten, gehen wir diesmal einen Schritt weiter. Für unseren heutigen Test haben wir uns gleich sechs Gehäuse ins Haus geholt. Als Besonderheit kostet hier kein Gehäuse mehr als 35 Euro und bis auf ein „Markengehäuse“, verfügen alle über ein zusätzliches Netzteil. Wir wollten wissen, wie viel von den Low-Budget-Gehäusen zu erwarten ist. Normalerweise werden diese vielfach über Systemhersteller mit Komplettsystemen vertrieben. Doch wie sieht es mit Selbstbauern aus? Sollte man vielleicht doch lieber die Finger von den Gehäusen lassen?
    Dazu werden wir wie immer umfangreiche Lautstärke- und Temperaturmessungen vornehmen, weiterhin wird soulpain in gewohnter Qualität die Netzteile unter die Lupe nehmen. Und wir können schon vorab sagen, der Test hat uns unheimlich viel Spaß gemacht.

    Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.

    [BREAK=Testsystem]Für das Testsystem kommt diesmal unsere bekannte AMD-Plattform in leicht abgewandelter Form zum Einsatz. Da die meisten, der in diesem Test vorkommenden, Gehäuse unsere Radon HD 6950 von den Abmessungen her nicht aufnehmen, haben wir den Test mit der integrierten Grafikeinheit des ASRock A780 FullHD durchgeführt. Deshalb sieht unser Testsystem diesmal wie folgt aus:
    • CPU: AMD Phenom X4 9850 Black Edition mit 4 x 2,5 GHz und 125 W TDP
    • CPU-Kühler: Scythe
    • Mainboard: ASRock A780FullHD - AMD 780G/SB700-Chipsatz, mATX
    • Arbeitsspeicher: 4 x 1024 MB Kingston (DDR2-800)
    • Festplatte: 2 x Maxtor DiamondMax 10
    • Netzteil: Enermax Modu 82+ bzw. das mitgelieferte Netzteil
    Der Testparcours bedarf einiger Hilfsmittel und Programme:
    • Furmark v1.80 – Stabilitätstest für die Grafikkarte
    • Prime95 v25.11 - CPU-Testprogramm
    • AIDA64 Extreme Edition zur Auswertung sämtlicher Temperatursensoren
    Planet 3DNow! testet mit Hardware von getgoods.de

    Messgeräte: Voltcraft 329 Schalldruckmessgerät. Zum Aufheizen des Systems kommen Prime95 und FurMark gleichzeitig zum Einsatz. Hierbei wird eine Belastung der CPU und GPU erzielt, welche im normalen Alltagsbetrieb kaum vorzufinden ist. Ein Testlauf ist absolviert, wenn das System 30 Minuten der Belastung standhält. Vorzeitige Abbrüche werden selbstverständlich vermerkt und gehen mit den letzten Maximaltemperaturen in die Grafiken ein. Messungen im Idle-Zustand haben wir gestrichen, da diese bei den Stromsparmechanismen der Prozessoren zunehmend uninteressanter sind. Die Raumtemperatur beträgt hierbei 20,8 °C. Die erzielten Temperaturen der einzelnen Sensoren lesen wir mit dem Programm AIDA64 Extreme Edition aus. Hierfür hat uns der Hersteller freundlicherweise einige Lizenzen zur Verfügung gestellt.

    Bei den Messungen der Lautstärke haben wir uns für zwei Durchläufe entschieden: ein erster unter voller Last des gesamten Systems und ein weiterer, wenn lediglich die im Gehäuse verbauten Lüfter laufen. Damit möchten wir eine bessere Vergleichbarkeit für den Leser gewährleisten. Die Lautstärke mit verbauter Hardware ist stets von den einzelnen Komponenten abhängig und wird somit immer unterschiedlich ausfallen; ohne installierte Hardware wird sie jedoch bei jedem annähernd gleich sein. Wir messen die Lautstärke mit einem dB(A)-Messgerät von drei Seiten bei einem Abstand von 30 cm.


    [BREAK=Technische Daten] Die Daten entnehmen wir den Webseiten der Hersteller:




    [BREAK=Codegen Q3335-A2]Kommen wir zum ersten Gehäuse unseres Roundups, dem Codegen Q3335-A2 und steigen gleich kurz und knapp mit dem Zubehör ein.

    Das Zubehör des Codegen Q3335-A2 umfasst folgende Teile:
    • Kaltgerätekabel für das Netzteil
    • Sechs Mainboardabstandshalter
    • Zwei Kunststoffstifte als Mainboardabstandshalter
    • Vier Blechschrauben für einen optionalen Lüfter
    • 20 Schrauben zur Laufwerksbefestigung und zur Mainboardmontage
    • Eine englische Installationsanleitung

    Das Zubehör reicht für den Einbau vollkommen aus, ein paar Kabelbinder wären aber angebracht gewesen, zumal der Preis hierfür sicherlich im Zehntel-Cent-Bereich liegt und damit überschaubar ist. Die Einbauanleitung umfasst neun Seiten, aber lediglich eine Seite veranschaulicht, wie Lüfter oder Laufwerke eingebaut werden können. Die anderen Seiten befassen sich mit der Kabelbelegung der USB-, AUDIO- und Frontpanel-Anschlüsse sowie dem Netzteil.

    [BREAK=Codegen Q3335-A2 - Äußeres]

    Die Front des Codegen Q3335-A2 besteht zur Hälfte aus schwarzem Kunststoff, die andere Hälfte ist ebenfalls aus Kunststoff, aber wirkt wie gebürstetes Aluminium im Titanlook. Das Ganze schaut auf jeden Fall edler aus, als man es erwarten würde.. Im oberen Teil finden bis zu drei 5,25“-Laufwerke Platz, darunter kommen zwei externe 3,5“-Schächte. Der eine Schacht ist frei für ein eventuelles Diskettenlaufwerk oder einen Kartenleser, der zweite Schacht beherbergt das I/O-Panel. An Anschlüssen bietet das Codegen hier zwei USB-2.0-Anschlüsse sowie Audio-IN/OUT. Weiterhin sitzt hier noch der Resetschalter. Darunter folgt der Power-Schalter. Dieser wurde optisch gelungen in die Frontblende integriert und fällt kaum auf. Ein richtiger Schalter ist dies allerdings weniger, eher ein Taster, welcher insgesamt aber ein wenig wackelig ist. Mit einem beherzten Ruck, bei dem wir ehrlich gesagt Angst um den Kunststoff hatten, kann die Frontblende entfernt werden. Dahinter kommt im unteren Teil ein Einbauplatz für einen optionalen 80-mm-Lüfter zum Vorschein. Hinter dem Lüfter befinden sich die Einbauplätze für die internen 3,5“-Laufwerke. Diese können, wie man sieht, also nur von innen eingebaut werden. Der Ausschnitt für die externen 3,5“-Laufwerke ist außen frei zugänglich, bei den 5,25“-Laufwerksschächten ist lediglich der erste Schacht frei. Um die beiden anderen zu benutzen, müssen noch Metallblenden herausgebrochen werden. Hierbei sollte man recht vorsichtig zu Werke gehen, sonst gibt es blutige Finger. Mehr gibt es zur Front auch nicht zu sagen.

    Sowohl das rechte, als auch linkes Seitenteil verfügt im vorderen Bereich über runde ausgestanzte Luftauslässe. Die Auslässe peppen die Seitenteile ein wenig auf. Das linke Seitenteil bietet einen zusätzlichen Lufteinlass auf Höhe des CPU-Kühlers. Im ersten Moment denkt man, hier könnte noch ein optionaler Lüfter eingebaut werden, aber da nur zwei der vier Bohrungen durchgehend sind, müsste man an dieser Stelle entweder zur Bohrmaschine greifen oder den Lüfter nur mit zwei Schrauben befestigen. Unterhalb des Lüfters befinden sich weitere Luftdurchlässe. Wie sich die zahlreichen Öffnungen später beim Airflow bemerkbar machen, werden unsere Temperaturmessungen zeigen. Beide Seitenteile verfügen über eine Griffmulde, um sie besser entfernen zu können.

    Gehäusedeckel und auch Unterseite bieten keine Besonderheiten. Auf der Unterseite im vorderen Bereich sind noch Luftdurchlässe, die aber keinen wirklichen Nutzen haben, wenn das Gehäuse auf einem Teppichboden steht. Die Standfüße werden ihrem Namen nicht wirklich gerecht. Hier wurde einfach nur das Blech um ungefähr drei bis vier Millimeter erhöht. Somit kann also auch von einer Entkopplung zum Boden nicht die Rede sein.

    Auf der Rückseite wird klar, dass das 460-Watt-Netzteil im Codegen oben positioniert ist. Hierauf werden wir später noch genauer eingehen. Darunter folgt der Ausschnitt für das I/O-Panel des Mainboard sowie rechts davon ein Einbauplatz für einen optionalen 80-mm-Lüfter. Weiterhin stehen sieben Slotblenden für Erweiterungskarten zur Verfügung

    Sämtliche Erweiterungskarten können über eine Halterung, die mit zwei Schrauben gesichert ist, von außen fixiert werden. Aber natürlich lassen sie sich auch einzeln verschrauben. Auf der Rückseite macht sich auch schmerzhaft die dünne und somit scharfe Blechstärke bemerkbar. Wer hier zu ungestüm hantiert, hat sich schnell die Finger aufgeschnitten. Das Blech hier ist ebenfalls sehr instabil und lässt sich sehr leicht eindrücken. Die Seitenteile sind anwenderfreundlich mit Rändelschrauben befestigt und lassen sich leicht entfernen.



    [BREAK=Codegen Q3335-A2 - Inneres]

    Entfernt man die Seitenteile, welche aufgrund der dünnen Materialstärke recht wabbelig sind, kommt das Innenleben zum Vorschein. Der Preisklasse entsprechend ist hier nichts lackiert, es erstrahlt der blanke Stahl. Der Mainboardträger bietet keine Durchbrüche für ein Kabelmanagement. Die Kabel müssen, wenn möglich, zwischen Träger und dem Käfig für die 3,5“-Laufwerke nach hinten geführt werden. Inwiefern das möglich ist, sehen wir später beim Einbau. Die Käfige sind ebenfalls aus papierdünnem Blech. Bevor wir uns versahen, war der untere der beiden Käfige, der bis zu acht 3,5“-Laufwerke aufnehmen kann, beim Hantieren verbogen. Der obere Käfig fasst drei 5,25“-Laufwerke. Das Netzteil unter dem Gehäusedeckel ragt 140 mm ins Gehäuseinnere.

    Von den sieben Slotblenden ist lediglich eine wieder verwendbar. Die anderen sechs müssen erst herausgebrochen werden. Dies sollte man vorm Einbau machen, damit keine Metallsplitter auf das Mainboard gelangen. Außerdem sollte man aufpassen, sich hierbei nicht zu schneiden. Für Erweiterungskarten stehen im Q3335-A2 ca. 260 mm Platz zur Verfügung. Hier passt unsere sonst verwendete Radeon HD 6950 also nicht ins Gehäuse.

    Die Ösen auf der Rückseite des Mainboardträgers sind dafür gedacht, überflüssige Kabel mithilfe von Kabelbindern zu befestigen. Hatten wir schon erwähnt, dass keine Kabelbinder dabei sind?



    [BREAK=Codegen Q3335-A2 - Netzteil 1]



    (Zum Vergrößern anklicken)


    Das graue PC-Netzteil von Codegen verfügt über wabenförmige Entlüftungslöcher und ein klassisches Lüftergitter, welches nicht lackiert wurde. Etwas versetzt auf der linken Seite der Kaltgerätekupplung (auch IEC-60320 C13) ist ein schmaler Netzschalter zu finden, der den Phasenleiter bei Betätigung unterbricht. Darüber hinaus wurden die Leitungsstränge auf der Rückseite mit diversen Kabelbindern gezähmt und von einer Muffe geschützt. Letztere verhindert, dass die Leitungen an der sehr scharfkantigen Durchführung reiben und dabei beschädigt werden, gegen Zugkraft sind die Leitungen bzw. deren Lötstellen dagegen nicht gewappnet. Das Gehäuse ist an sämtlichen Seiten sehr dünnwandig, was spätestens nach dem Öffnen des Gerätes auffällt. Die Bautiefe beträgt 14 cm.



    Das Codegen P-Case 460 W ist laut Angabe deutlich weniger auf dem +12-V-Ausgang belastbar als so manches teureres Modell, im Vergleich zu den anderen heutigen Testkandidaten steht es mit 300 W allerdings recht gut da. Eine Leistung für die Ausgänge +3,3 V (26 A) und +5 V (20 A) wird nicht angegeben. Insgesamt kann das Modell laut Hersteller 460 W leisten. Um das Gerät gemäß dieser Spezifikation belasten zu können, mussten wir die maximale Belastbarkeit der Ausgänge berücksichtigen und in ein passendes Verhältnis zur Gesamtleistung setzen.

    1x 24-pin (ca. 30 cm) 1x 4-pin (ca. 30 cm) 0x 6/8-pin 1x HDD, 1x SATA (ca. 30, 45 cm)
    - - - 1x HDD, 1x SATA, 1x FDD (ca. 30, 45, 60 cm)
    - - - -
    - - - -


    Mit 30 cm fallen der 24-pin- und der 4-pin-Stecker sehr kurz aus. Zudem verfügt das Netzteil nicht über einen Anschluss für dedizierte Grafikkarten, die mehr als 75 W Leistung benötigen. Weiterhin ist das ATX-Netzteil mit zwei HDD- und zwei SATA-Steckern ausgestattet, was gemessen an der spezifizierten Gesamtleistung zu wenig ist. Immerhin wurde ein FDD-Anschluss integriert. Nicht zu tolerieren sind die dünnen Leitungen mit einem Leitungsquerschnitt nach 20 AWG. Diese wurden im Betrieb wie erwartet sehr warm. 18 AWG ist die übliche Auslegung für Schaltnetzteile dieser Art. AWG steht für American wire gauge und teilt Leitungsquerschnitte in verschiedene Kategorien ein, wobei niedrigere Zahlen für dickere Leitungen stehen.


    [BREAK=Codegen Q3335-A2 - Netzteil 2]



    (Zum Vergrößern anklicken)


    Als Lüfter kommt das Modell 1202512SL von einem der vielen Unternehmen aus Dongguan zum Einsatz. Abgesehen von der Stromaufnahme (0,13 A) liegen uns keine Informationen zu diesem Lüfter vor. Die sieben Lüfterblätter sind recht gut verarbeitet. Das PC-Netzteil verfügt weder über eine aktive noch eine passive Leistungsfaktorkorrektur. Eingangsseitig kommen eine Schmelzsicherung und ein Thermistor zum Einsatz. Letzterer begrenzt den Einschaltstrom. Mit dieser Konfiguration dürfte Codegen keinen Test auf die EMV gemäß EN55022 überstehen. Zwar sind die leitungsgebundenen Störungen nicht mit denen von aktuelleren Netzteilen zu vergleichen, dennoch ist ein Mindestmaß an Entstörung erforderlich. Exemplarisch haben wir dieses Netzteil genauer untersucht, da die anderen auf einem vergleichbaren Schaltungsbild aufbauen. Unterschiede werden an gegebener Stelle erläutert.

    Statt einer Gleichrichterbrücke kommen vier einzelne Gleichrichterdioden zum Einsatz. Unter der Modellnummer RL205 konnten wir herausfinden, dass diese eine Spannungsfestigkeit von 600 V aufweisen und für einen Betriebsstrom von 2 A ausgelegt sind. Durch die Parallelschaltung zweier Paare ergibt sich so ein Maximum von 4 A. Es ist daher kaum verwunderlich, dass dieses PC-Netzteil nur für 230 VAC ausgelegt ist, obwohl auf dem Etikett eine noch höhere Stromaufnahme für 115 VAC angegeben wird. Statt nur über Optokoppler erfolgt die Potentialtrennung im Regelkreis auch über einen Trafo. Das ist nicht zu kritisieren, zeigt aber das Alter dieser Schaltungen. Aktuell verzichtet man aus Platzgründen und zur Vermeidung einer unnötigen Induktivität eher auf den Trenntrafo.

    +5 VSB wird von dem Transistor D13003 beschaltet. Der Haupttrafo hingegen wird von zwei Transistoren D13007 gespeist. Diese wurden im heute noch üblichen TO-220(F)-Gehäuse verbaut, werden von einer Beschaltung aus Keramikkondensatoren und Kohleschichtwiderständen vor Überschwingern geschützt und entsprechen dem Aufbau nach einer asynchronen Halbbrücke ("Double Forward"). Daher folgt ausgangsseitig auch die Speicherdrossel mit dem gelben 26er-Kernmaterial. Abgesehen von der eher billigen Komponentenwahl und der Dimensionierung entspricht das Wandlerkonzept dem, was wir bereits bei vielen Netzteilen gesehen haben. Allerdings müssen wir hinzufügen, dass eine gemeinsame Speicherdrossel zwar das Crossload-Verhalten verbessert, in diesem Fall spricht die Größe der passiven Bauelemente aber eine eindeutige Sprache, was die spezifizierte Gesamtleistung betrifft. Sekundärseitig kommt der IC SD6109 zum Einsatz. Dieser besteht aus mehreren Logikschaltungen mit einem integriertem Über-/Unterspannungsschutz, dem häufig verwendeten Kurzschlussschutz und einem Überlastschutz. Ein maximales Tastverhältnis von 93 % sei mit diesem IC möglich, wobei die Halbbrücke maximal 50 % zulässt. Die Primärwicklung des Haupttrafos muss in der Ausschaltphase entmagnetisiert werden. Auch erfordert die Halbbrücke eine entsprechende Treiberschaltung für den High-Side-Transistor. Zu den Vorteilen zählt dafür die geringere Spannung an jedem Transistor. Die Schaltfrequenz wird gegenüber der Eintakt-Variante erhöht, zumal die Kosten noch einigermaßen überschaubar sind.

    Die Shottky-Dioden an jedem Ausgang sind ein gutes Indiz dafür, über welche Spannung wir den höchsten Strom abgreifen können. Für +5 V wurde eine verhältnismäßig stark belastbare Variante im TO-247-Gehäuse verbaut. Diese trägt die Modellnummer S30D40C und ist (ganz im Gegensatz zu den anderen Modellen) für 30 Ampere ausgelegt. +12 V kann mit maximal 16 A belastet werden, was den Angaben auf dem Etikett eindeutig widerspricht. Das wird sich nachfolgend in unserem Test bemerkbar machen.

    Belastung* Lautstärke +3,3 V (ripple & noise) +5 V (ripple & noise) +12 V (ripple & noise) Wirkungsgrad/PFC Δϑ
    ----------- -------------------------------------- ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------- ---------
    5 % Leises Rattern 3,36 V (8 mV) 5,21 V (12 mV) 12,31 V (16 mV) 58,50 % / 0.477 0,7 °C
    10 % Rauschen und leichtes Zirpen 3,35 V (12 mV) 5,19 V (14 mV) 12,36 V (10 mV) 66,62 % / 0.513 1,8 °C
    20 % Rauschen und leichtes Zirpen 3,34 V (27 mV) 5,16 V (19 mV) 12,44 V (46 mV) 71,01 % / 0.540 4,8 °C
    50 % Starkes Rauschen 3,29 V (34 mV) 5,02 V (25 mV) 12,78 V (80 mV) 73,32 % / 0.576 11,9 °C
    80 % - - - - - -
    100 % - - - - - -
    110 % - - - - - -
    * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers. Bei den +12-V-Ausgängen geben wir die mit der schlechtesten Regulation (bzw. höchsten Restwelligkeits-Messung) an. Crossload 1: 3,3 V und 5 V bei 1 A, 12 V beim spezifizierten Maximalwert. Crossload 2: 3,3 V und 5 V beim spezifizierten Maximalwert und 12 V bei 1 A. Δϑ entspricht der Temperaturdifferenz zwischen den Entlüftungslöchern und der Raumtemperatur (21,7 °C), angegeben in °C.


    Wir haben uns dazu entschlossen, die anliegenden Spannungen in absoluten Zahlen anzugeben und Messwerte außerhalb der ATX-Spezifikation bzw. nicht zulässige Eigenschaften rot zu markieren. Das Codegen P-Case 460 W schaltete sich umgehend bei einer eingestellten Laststufe von 80 % aus. Danach lies es sich wieder einschalten, lies sich aber erneut nicht stärker auslasten. Da die Leistungsfaktorkorrektur bei Schaltnetzteilen ab 75 W erfolgen muss, sind hier stromkompensierte Drosseln ("passive PFC") als Minimum vorgesehen. Diese Maßnahme erfolgte nicht, weshalb ein Leistungsfaktor von maximal 0.576 erreicht wird. Diese Umsetzung ist in der EU nicht zulässig. Die entsprechenden Richtlinien wurden im deutschen Recht durch angemessene Gesetze realisiert. Das Codegen P-Case 460 W ist damit nicht für den Verkauf in der EU zugelassen. Trotzdem ist auf dem Etikett die Angabe "PFC" zu finden. Das hier gezeigte Regelverhalten werden wir bei den anderen Kandidaten ebenfalls sehen können. +5 V wird stark belastet, da dieser Ausgang beim damaligen Entwicklungsstandpunkt eine entscheidende Rolle spielte. +12 V wird heute stärker ausgelegt, da eine hohe Spannung einen niedrigeren Strom erfordert, um diesselbe Leistung zu erreichen. Gleichzeitig wird +12 V hier über den gemeinsamen IC einfach mitgeregelt und steigt bei einer Nachregelung von +5 V mit an, obwohl dies nicht erforderlich ist. Daher liegt das Gerät hier bei "50 %" Last exakt 1,5 Prozentpunkte über den ATX-Anforderungen (12, 78 V). Die Temperaturdifferenz zur Raumtemperatur erscheint mit bis zu 11,9 °C noch relativ gering, allerdings messen wir wie üblich die Temperatur der Abluft und nicht an lokalen Wärmequellen wie den Transistoren und deren Kühlkörper.

    [BREAK=Codegen Q3335-A2 - Einbau]

    Die Laufwerke liegen rechts und links auf Metallstegen auf, die ziemlich scharfkantig sind. Somit braucht man zwar keine dritte Hand zum Einbau, aber man sollte auch vorsichtig zu Werke gehen, um sich nicht zu verletzen.

    Als erstes schrauben wir die Mainboardabstandshalter in den Träger, dann wird das Mainboard darauf verschraubt. Ab dann wird es kniffelig. Will man sich die Arbeit sparen, den CPU-Kühler abzubauen, dann hat man nur wenige Millimeter Platz, um die 3,5“-Laufwerke von innen in die Schächte zu schieben. Von vorn ist dies leider nicht möglich, da dort das Gehäuse geschlossen ist. Wer jetzt meint, die Laufwerke könnten verschraubt werden, sobald sie an ihrem Platz sitzen, der irrt. Vorher geht es nämlich noch ans Verkabeln und hierzu müssen die Laufwerke ständig in ihrer Position verändert werden, um an die SATA-Anschlüsse oder die Pfostenstecker für das I/O-Panel zu kommen, die halb von den Laufwerken verdeckt werden. Hier ist Fingerspitzengefühl und Geduld gefragt. Nachdem die Kabel angeschlossen sind, geht es an das 5,25“-Laufwerk. Mangels eines dritten SATA-Anschlusses des Netzteils waren wir froh, noch einen Adapter 4-PIN auf SATA im Haus zu haben, sonst hätten wir das DVD-Laufwerk gar nicht anschließen können. Letztendlich hat der Zusammenbau aber doch noch ohne weitere Probleme geklappt.

    Die Kabellängen des Netzteils sind ausreichend. Hinter dem Mainboardträger, bzw. zwischen rechtem Seitenteil und Festplattenkäfig wäre noch genügend Platz, um dort Kabel zu verstecken. Angesichts der mageren Ausstattung an Anschlüssen, welche das Netzteil mitbringt, ist dies aber überflüssig, da kein Kabel übrigblieb.

    Fertig zusammengebaut sah das Ganze wie folgt aus:




    [BREAK=MS-TECH CA-0160]MS-TECH sollte auf dem grünen Planeten nicht mehr gänzlich unbekannt sein, haben wir mittlerweile doch schon das ein oder andere Gehäuse des Herstellers getestet. Für unseren Low-Budget-Test haben wir uns das MS-TECH CA-0160 mit einem 430-Watt-Netzteil kommen lassen.

    Das Zubehör des MS-TECH CA-0160 umfasst folgende Teile:

    • Kaltgerätekabel für das Netzteil
    • Garantiekarte
    • Vier Kunststoffstifte zur Mainboardmontage
    • Vier Mainboardabstandshalter
    • Vier Blechschrauben für einen optionalen Lüfter
    • 17 Schrauben zur Laufwerksbefestigung und zur Mainboardmontage



    Auch hier reicht das Zubehör natürlich zum Einbau. Eine Installationsanleitung, in welcher Form auch immer, hat man sich, ebenso wie Kabelbinder gespart.

    [BREAK=MS-TECH CA-0160 - Äußeres]Die Front des MS-TECH CA-0160 besteht aus schwarzem Kunststoff, die Schalter sind aus dem gleichen Material in Silber.

    Im oberen Teil hinter einer Blende sitzt das I/O-Panel mit folgenden Anschlussmöglichkeiten: 2 x USB 2.0, Audio-IN/OUT. Darunter befinden sich zwei sogenannte Stealth-Blenden für 5,25“-Laufwerke. Das Laufwerk muss also gar nicht einmal schwarz sein, um optisch ins Bild zu passen. Die Front wird nämlich durch die Blende verdeckt. Drückt man den silbernen Schalter, fährt das Laufwerk heraus. Im dritten Schacht sollte man, falls dieser verwendet wird, ein schwarzes Laufwerk einbauen, da hier keine Blende ein eventuell beigefarbenes/eierschalenfarbenes Laufwerk verdeckt. Unter den 5,25“-Blenden folgt eine weitere, welche für ein externes 3,5“-Laufwerk gedacht ist. Den Abschluss bildet eine durchgehende, schwarze, nach unten hin abgerundete Kunststoffplatte. Rechts und links davon sind Luftschlitze vorhanden. Optisch wirkt die Platte durch die Rundung nach unten recht modern. Links, in Silber, sitzt der Resetschalter mit darunterliegender Status-LED für die Festplattenaktivitäten. Rechts, ebenfalls silbern, der Power-Schalter und eine Status-LED. Der rechte Schalter sitzt leider nicht wie der linke bündig, sondern ist ein wenig hervorgehoben.

    Beide Seitenteile sind durchgehend schwarz ohne Luftdurchlässe. Hier gibt es also nichts weiter zu beschreiben, weshalb wir uns auch ein Bild gespart haben. Befestigt sind die Seitenteile mit schwarzen Rändelschrauben.

    Auch bei Deckel und Boden verzichtet der Hersteller auf irgendwelche Besonderheiten. Vier kleine Füße mit aufgeklebtem Moosgummi sollen für eine Entkopplung vom Boden sorgen. Sehr schön auf den Bildern ist zu erkennen ist, wie empfindlich die Lackierung auf Fingerabdrücke reagiert.


    Wie schon beim Codegen-Gehäuse sitzt das Netzteil auch beim MS-TECH unter dem Deckel. Während das Modell des Codegen jedoch wie der Rest des Inneren silbern ist, hat man das Netzteil beim MS-TECH schwarz lackiert. Somit passt es sich optisch schön der ebenfalls schwarzen Rückseite an. Unterhalb des Netzteils kommt der Ausschnitt für das Mainboard-I/O-Panel, rechts davon kann ein optionaler Lüfter eingebaut werden. Dieser darf 80 oder 90 mm Durchmesser haben.

    Es folgen die obligatorischen sieben Slotblenden für Erweiterungskarten. Eine Blende; die rechts davon angebracht ist, verdeckt die Verschraubungen. Befestigt ist die Blende von innen mit einer Schraube. Optisch wirkt das Ganze zwar recht ansprechend, aber wer schaut sich sein Gehäuse schon von hinten an. Abgesehen davon war das Schraubenloch nach einmaligem Abbau der Blende schon ausgeleiert und die Blende ließ sich nicht mehr stabil befestigen.

    Anzumerken ist, dass die Verarbeitungsqualität im Gegensatz zum Codegen-Gehäuse bis zu diesem Punkt schon wesentlich besser ist. Scharfe Kanten finden wir auf der Rückseite keine.



    [BREAK=MS-TECH CA-0160 - Inneres]Entfernt man die Seitenteile, kommt der schwarz lackierte Innenraum zum Vorschein. Hier ist MS-TECH voll auf der Höhe der Zeit. Auch im Innenraum setzt sich die Qualität der Rückseite fort. Weder scharfe Kanten noch spitzen Ecken lassen sich finden, alles ist sauber entgratet und gefalzt. Die Lackierung ist einwandfrei, es finden sich nirgends Läufer oder nicht lackierte Flächen. Durchbrüche im Mainboardträger für ein besseres Verlegen der Kabel sind nicht vorhanden. Auf der Rückseite befindet sich eine Öse, um Kabel mit einem Kabelbinder zu befestigen. Kabelbinder liegen aber, wie schon erwähnt, keine bei.

    Die Laufwerke werden vorne eingebaut - oben wie gewohnt die 5,25"-Laufwerke, unten die 3,5"-Laufwerke. Zwischen den 3,5"-Laufwerken und dem rechten Seitenteil können später soweit wie möglich überflüssige Kabel beim Einbau versteckt werden. Drei der Slotblenden auf der Rückseite sind verschraubt und damit wiederverwendbar, die restlichen vier müssen herausgebrochen werden. Für Erweiterungskarten stehen im MS-TECH Gehäuse 230 mm Platz zur Verfügung.




    [BREAK=MS-Tech CA-0160 - Einbau]Zum Einbau der Komponenten in das MS-TECH CA-0160 ist es am sinnvollsten; die Frontblende zu entfernen. Dafür müssen sechs Kreuzschlitzschrauben gelöst werden. Im Gegensatz zum Codegen sind hier alle Laufwerksschächte von vorn frei zugänglich, was die Arbeit ungemein erleichtert. Der Knick im Deckel ist im Übrigen keine optische Täuschung. Der Deckel des MS-TECH hat den Transport zu uns nicht heil überstanden. Die geringe Materialstärke hat dann ihren Teil dazu beigetragen, dass sich der Deckel ziemlich verformt hat.

    Als erstes werden wieder die Mainboardabstandshalter auf den Träger geschraubt. MS-Tech hat dem CA-0160 nur vier Abstandshalter beigelegt, dafür aber noch zusätzlich vier Kunststoffstecker, die statt der Abstandshalter in den Träger geschraubt werden können.

    Dann wird das Mainboard befestigt. Der Platz im Inneren des CA-0160 ist ein wenig kleiner als im Codegen. Das Mainboard muss schräg ins Gehäuse gelegt werden, weil sonst die Metallstrebe der Laufwerkskäfige im Weg ist. Hat man diese Hürde geschafft, können die 3,5“-Laufwerke von vorne ins Gehäuse geschoben werden. Auch hier sollte man zuerst die Laufwerke verkabeln und die Pfostenstecker des I/O-Panels anschließen, bevor die Laufwerke verschraubt werden. Anschließend wird noch das 5,25“-Laufwerk eingebaut und angeschlossen, dann kann auch schon wieder die Frontblende festgeschraubt werden. Die restlichen Kabel für die USB- und HD-Audio-Anschlüsse werden noch angesteckt und dann ist der Einbau auch schon erledigt. Insgesamt dauert der Einbau ein wenig länger als beim Codegen, weil die Frontblende ab- und wieder angeschraubt werden muss. Obwohl das Mainboard zum Einbau schräg ins Gehäuse gelegt werden muss, ist doch mehr Platz als im Codegen zum Hantieren vorhanden. Weiterhin ist es sehr angenehm, dass keine scharfen Kanten stören. Hinter dem Mainboardträger ist ausreichend Platz vorhanden, um überflüssige Kabel dort zu verstauen, ohne das sich das Seitenteil nicht mehr schließen lässt.

    Fertig zusammengebaut sah das Ganze wie folgt aus:



    [BREAK=MS-TECH CA-0160 - Netzteil 1]



    (Zum Vergrößern anklicken)


    Passend zum Gehäuse ist das Netzteil matt schwarz lackiert worden. Auch wegen der Lackierung erscheint das Modell geringfügig robuster und weniger scharfkantig als das Modell von Codegen. Statt des Lüftergitters setzt MS-Tech ausgestanzte Belüftungslöcher ein. Sämtliche Entlüftungslöcher fallen wabenförmig aus. Dahinter ist die große PFC-Drossel zu sehen. Ein schmaler Netzschalter wurde unter der Netzeingangsbuchse platziert. Sämtliche Leitungsstränge verfügen wie gehabt über Kabelbinder statt einer zusätzlichen Ummantelung, was hier in schwarzer Farbe sicherlich auch einen weiteren äußerlichen Reiz schaffen würde. Das ist allerdings eine Geschmacksfrage und wäre dem Preisziel kaum dienlich.



    Auf dem schwarzen Etikett wird die Gesamtleistung mehrerer Ausgänge gleicher Quelle angegeben. +5 V mit 20 A und +3,3 V mit 18 A können demnach 130 W leisten. Die beiden +12-V-Ausgänge (jeweils 16 A) kommen auf 280 W. Insgesamt kann das Gerät angeblich 430 W leisten, wobei hierzu schon die Summe aller angegebenen Leistungen notwendig ist. Es ist gut zu erkennen, dass dieses Netzteil nur für 230 V ausgelegt wurde. Neben dem fehlenden Schalter für 115 V wird auch nur die Stromaufnahme für dieses Netz angegeben.

    1x 24-pin (ca. 35 cm) 1x 4-pin (ca. 35 cm) 1x 6-pin (ca. 35 cm) 2x SATA (ca. 35, 50 cm)
    - - - 2x SATA (ca. 35, 50 cm))
    - - - 3x HDD, 1x FDD (ca. 35, 50, 65, 80 cm)
    - - - -


    Das MS-Tech-Netzteil verfügt über geringfügig längere Anschlussleitungen als Codegen. Darüber hinaus wurde ein 6-pin-Stecker für Grafikkarten installiert. Nicht zuletzt fällt auch die Anzahl der Peripherieanschlüsse recht zufriedenstellend aus. Allerdings sollten die SATA-Anschlüsse im Idealfall asynchron aufgeteilt werden und auf längeren Leitungen mit mehr als 50 cm umgesetzt werden. Somit würden sich auch HDDs im untersten Einschub erreichen lassen und eine saubere Verlegung der Leitungen erlauben. Ein FDD-Anschluss ist in der Konfiguration enthalten.

    [BREAK=MS-Tech CA-0160 - Netzteil 2]



    (Zum Vergrößern anklicken)


    Der Lüfter ließ sich leider nicht genauer identifizieren, es dürfte sich dem Geräusch nach zu urteilen aber um ein Gleitlager handeln. Das Lüfterlager selbst war während des Tests kaum zu vernehmen. Der Proband von MS-Tech ist dem vorhergehenden Exemplar von Codegen sehr ähnlich. Der Haupttrafo ist vergleichbar groß, es kommen mehrere Gleichrichterdioden statt einer Gleichrichterbrücke zum Einsatz und der Flusswandler mit einer Halbbrücke wurde integriert. Auch die Kühlkörper fallen gleichermaßen schmal aus und die passive Leistungsfaktorkorrektur vermindert die Phasenverschiebung zwischen Spannung und Strom. Immerhin findet auch eine Entstörung an den Transistoren statt. Ein Y-Kondensator wurde zwischen den Primär- und den Sekundärschaltkreis geschaltet, um den Störstrom zur Quelle über eine kurze Anbindung zurückzuführen. Auch diese Maßnahme wurde bei Codegen nicht integriert.

    Zu den Unterschieden zählt die EMI-Filterung, welche deutlich besser ausgebaut ist. Hinter dem Eingang befindet sich eine kleine Platine mit diversen Komponenten zur Entstörung. Insgesamt kommen zwei Y-Kondensatoren, zwei X-Kondensatoren, eine Gleichtaktdrossel und ein Thermistor zum Einsatz. Allerdings wurden einige Lötaugen nicht mit den vorgesehenen Komponenten besetzt. Die Kondensatoren dahinter stammen von HEC. Sekundärseitig kommen Elkos von JHC zum Einsatz. +3,3 V wird hier über eine Sättigungsdrossel geregelt. Zudem kommen zwei Speicherdrosseln zum Einsatz. Das entspricht ziemlich genau dem Aufbau von Netzteilen mit 80Plus-Zertifizierung.



    Belastung* Lautstärke +3,3 V (ripple & noise) +5 V (ripple & noise) +12 V (ripple & noise) Wirkungsgrad/PFC Δϑ
    ----------- -------------------------------------- ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------- ---------
    5 % Lüfterrauschen 3,39 V (17 mV) 5,08 V (16 mV) 11,97 V (4 mV) 61,88 % / 0.677 1,3 °C
    10 % Lüfterrauschen 3,38 V (22 mV) 5,06 V (26 mV) 11,97 V (19 mV) 71,79 % / 0.729 1,8 °C
    20 % Lüfterrauschen 3,34 V (27 mV) 5,06 V (35 mV) 11,95 V (23 mV) 76,79 % / 0.756 2,7 °C
    50 % Starkes Rauschen 3,37 V (35 mV) 5,06 V (42 mV) 11,95 V (56 mV) 75,50 % / 0.778 6,1 °C
    80 % Starkes Rauschen 3,35 V (37 mV) 5,01 V (58 mV) 11,92 V (62 mV) 71,38 % / 0.796 9,4 °C
    100 % - - - - - -
    110 % - - - - - -
    * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers. Bei den +12-V-Ausgängen geben wir die mit der schlechtesten Regulation (bzw. höchsten Restwelligkeits-Messung) an. Crossload 1: 3,3 V und 5 V bei 1 A, 12 V beim spezifizierten Maximalwert. Crossload 2: 3,3 V und 5 V beim spezifizierten Maximalwert und 12 V bei 1 A. Δϑ entspricht der Temperaturdifferenz zwischen den Entlüftungslöchern und der Raumtemperatur (21,1 °C), angegeben in °C.


    Abgesehen von der etwas erhöhten Restwelligkeit bei "80 %" Last befinden sich alle Werte innerhalb der ATX-Spezifikation. Bei höheren Lasten schaltete sich das Gerät zunächst aus. Nach einem erneuten Versuch, das Netzteil zu testen, wobei wir bei 80 % Last starteten, verabschiedete sich das Gerät mit einem lauten Knall. Im oberen Bild ist zu sehen, dass die Schmelzsicherung zerstört wurde. Das ist auch gut so, da sonst noch mehr passiert wäre.Trotz der Eintragungen gilt 80 % Last als "nicht bestanden". Daher haben wir diese Laststufe rot markiert - mehr als "50 %" Last sollte man dem Netzteil also nicht dauerhaft zumuten. Mit 2,73 % über dem Sollwert startet +3,3 V allerdings etwas hoch. +12 V bleibt entgegen der Erwartung sogar sehr stabil und schaukelt sich trotz der Regelung über +5 V nicht hoch. Auch die Temperaturen sind geringfügig besser als bei Codegen. Darüber hinaus wird ein Leistungsfaktor von 0.677 oder mehr erreicht, was für die passive Leistungsfaktorkorrektur spricht. Die Belastung durch die Blindleistung erreicht ein akzeptables Niveau. Erst bei 100 % Last schaltete sich das Gerät ordnungsgemäß aus - danach lies es sich wieder problemlos einschalten. Nicht zuletzt wird immerhin ein Wirkungsgrad von bis zu 76,79 % erreicht.

    [BREAK=Ultron UG-30-2]Das dritte Gehäuse unseres Roundups stammt von der im Jahre 2001 gegründeten Ultron AG aus Alsdorf. Ultron bietet ein breitgefächertes Produktportfolio, angefangen von Soundkarten, über externe Festplattengehäuse, Headsets, Netzwerk-Equipment bis hin zu Gehäusen, USB-Sticks, Flash Karten etc. etc. Wir schauen uns heute das Ultron UG-30-2 mit 400-Watt-Netzteil genauer an.

    Das Zubehör des Ultron UG-30-2 umfasst folgende Teile:
    • Kaltgerätekabel für das Netzteil
    • Vier vorinstalliert Mainboardabstandshalter
    • Zwei Kunststoffstifte als Mainboardabstandshalter
    • Diverse Schrauben
    • Piezo-Lautsprecher

    Wie schon bei den beiden anderen Gehäusen, ausreichend, aber nichts Überraschendes.

    [BREAK=Ultron UG-30-2 - Äußeres]Die schwarze Kunststofffront ist silbern eingerahmt, was optisch ansprechend ist. Im oberen Teil befindet sich eine Stealth-Blende für das 5,25“-Laufwerk. Drückt man den silbernen Knopf, fährt der Schlitten eines dahinter eingebauten CD- oder DVD-Laufwerks heraus. Hier braucht man also nicht zwingend ein schwarzes Laufwerk, um die Optik der Front nicht zu verschandeln. Darunter folgt ein zweiter Einbauschacht, der jedoch ohne Stealth-Blende auskommen muss. Es geht mit dem externen 3,5“-Einbauschacht weiter, gefolgt vom I/O-Panel. Hier bietet das Ultron zwei USB-2.0-Anschlüsse und Audio-IN/OUT. Daneben befindet sich der Resetschalter.

    Es folgt ein Powerschalter der im laufenden Betrieb dezent blau leuchtet sowie ein weiterer Schalter im unteren Bereich, der jedoch reine Zierde ist.

    Beide Seitenteile sind schwarz lackiert und verfügen über eine Einbuchtung im hinteren Teil, um sie besser nach hinten abziehen zu können. Lüftungsöffnungen oder optionale Einbauplätze für Lüfter sucht man vergeblich. Daher zeigen wir auch nur das linke Seitenteil, das Gegenstück der rechten Seite ist identisch. Die Befestigung erfolgt mithilfe von Rändelschrauben. Separate Griffmulden an der Rückseite sind nicht vorhanden.

    Während der Deckel ohne weitere Auffälligkeiten daherkommt, gab es auf der Gehäuseunterseite eine Überraschung. Die Überraschung war, dass das Netzteil beim Ultron nicht wie gewohnt oben oder unten im hinteren Teil eingebaut ist, sondern direkt hinter der Front auf dem Boden. Wirklich oft hatten wir so einen Einbau auch noch nicht gesehen. Vom Netzteil geht im Inneren ein Kabel zur Gehäuserückseite, wo das Kaltgerätekabel angeschlossen wird. Das Gehäuse steht auf vier Hartkunststofffüßen. Eine Entkopplung vom Boden ist hierbei leider nicht vorhanden. Mittig im Boden sind noch Luftdurchlässe. Was es damit genau auf sich hat, sehen wir später während der Betrachtung des Innenraums.


    Auf der Gehäuserückseite ist, da hier kein Netzteil sitzt, natürlich ausreichend Platz. Im oberen Teil sind kleine Luftauslässe, darunter folgt ein optionaler Einbauplatz für einen Lüfter. Dieser darf entweder 80 mm oder 92 mm groß sein. Es schließen sich sechs Slotblenden für Erweiterungskarten. Drei der Blenden sind verschraubt und die anderen drei müssen herausgebrochen werden, wenn man die Einbauplätze verwenden möchte.

    Auch beim Ultron werden die Verschraubungen für die Slotblenden durchgehend mit einer Blende abgedeckt. Die Abdeckung ist an zwei Punkten fixiert – einmal von innen mit einer Rändelschrauben, einmal durch eine Niete. Dreht man nun die Rändelschraube raus, muss man, um an die Slotblenden zu kommen, die Abdeckung um die Niete herum drehen. Eine schmale Kunststofflasche dient hierbei als Griff.



    [BREAK=Ultron UG-30-2 - Inneres]Das Innere des Ultron ist wie schon beim Codegen silbern. Der Mainboardträger verfügt über keinerlei Durchbrüche für ein Kabelmanagement, lediglich ein großer Ausschnitt im Mainboardträger erlaubt es, verschraubbare Kühler ohne Ausbau des Mainboards zu wechseln.


    Zwei 5,25“-Laufwerke sowie ein externes 3,5“-Laufwerk finden im oberen Käfig Platz, darunter ist ein Schacht für ein internes 3,5“-Laufwerk und auf dem Gehäuseboden, wie bereits angesprochen, ist das Netzteil angebracht. Dieses steht hochkant mit dem Lüfter in Richtung Gehäuseinneres.

    Auf dem Gehäuseboden läuft ein Verlängerungskabel vom Netzteil zur Gehäuserückseite, wo das Kaltgerätekabel angeschlossen wird. Links vom Anschluss sitzt die Rändelschraube, mit der die Abdeckung für die Slotblenden von außen verschraubt ist. Das Ultron bietet Platz für 245 mm lange Erweiterungskarten. Ebenfalls auf dem Gehäuseboden kann ein zweites 3,5“-Laufwerk eingebaut werden. Dazu muss es von unten verschraubt werden. Damit wenigstens ein wenig Frischluft an die Platte gelangt, sind darunter Luftdurchlässe vorhanden.



    [BREAK=Ultron UG-30-2 - Einbau]Kommen wir zum Einbau. Als erstes wird wieder die Frontblende abgeschraubt, welche mit sechs Kreuzschlitzschrauben befestigt ist. Wir können jedoch sagen, dass man sich das Abschrauben der Blende sparen kann, wenn der CPU-Kühler erst nach dem Einbau des Mainboards und der Verkabelung seinen Weg ins Gehäuse findet.

    Für die Installation des Mainboards ist es nötig, zwei Kunststoffstifte in den Mainboardträger geschraubt, da nur vier Mainboardabstandshalter vorinstalliert sind und keine weiteren zur Verfügung stehen. Dann kann das Mainboard darauf befestigt werden. Das 5,25“-Laufwerk wird von vorne ins Gehäuse geschoben, die Kabel werden schon einmal angeklemmt und danach kann es verschraubt werden. Die Verkabelung haben wir vorher gemacht, weil wir mit unserem hohen CPU-Kühler nicht mehr an die Anschlüsse gekommen wären, wenn das Laufwerk schon fest verschraubt gewesen wäre. Ebenso wird mit dem ersten 3,5“-Laufwerk verfahren. Für ein Laufwerk steht ein Einbauschacht zur Verfügung, das zweite wird von unten auf dem Gehäuseboden vor dem Netzteil verschraubt.

    Das war dann auch schon der Einbau und es geht an die Verkabelung. Hier trat dann das erste ernsthafte Problem in unserem Roundup auf. Das 24-PIN-ATX-Kabel war zu kurz für unser Boardlayout, da das ASRock den Anschluss neben dem I/O-Panel des Boards hat und somit das Kabel über das ganze Board bzw. hinter dem CPU-Kühler entlang gelegt werden musste. Während das mit dem 4-PIN-Anschluss noch gerade so funktionierte, hatten wir beim 24-PIN-Kabel keine Chance. Abhilfe schaffte hier nur ein Verlängerungskabel aus unserer „Wühlkiste“. Im vorderen Teil stauen sich reichlich Kabel, da es an dieser Stelle reichlich beengt zugeht. Oberhalb des CPU-Kühlers ist hingegen relativ viel Platz, weil kein Netzteil im Weg ist.

    Zusammengebaut sah das Ganze schließlich wie folgt aus:



    [BREAK=Ultron UG-30-2 -Netzteil 1]



    (Zum Vergrößern anklicken)


    Abgesehen von der fehlenden Lackierung entspricht das Netzteilgehäuse des UG-30-2 400 W der Ausführung von MS-Tech. Auch hier wurde kein Lüftergitter eingesetzt, sondern mehrere Öffnungen in das Deckelstück gestanzt. Sämtliche Steckerköpfe sind schwarz und relativ gut verarbeitet. Mit 20 AWG ist der Leitungsquerschnitt erneut sehr gering. Bei diesem Gerät fehlen die Kabelbinder an den Leitungen, was angesichts der wenigen Leitungsstränge aber auch kein großes Problem darstellt. Eine Ecke des Netzteilgehäuses war leicht eingedellt (siehe linke Seite des ersten Bildes) und hätte so eigentlich nicht mehr verkauft werden sollen. Wir üblich fallen die Entlüftungslöcher wabenförmig aus.



    Gemäß dem Aufdruck verfügt das Netzteil über eine etwas geringere Leistung als der Proband von MS-Tech. Hier sind die kleineren Ausgänge +5 V und +3,3 V mit 40 W mehr angegeben, dafür leistet der +12 V-Ausgang laut Spezifikation nur 210 W. Auch hier müssen alle Werte addiert werden, um grob auf die angegebene Gesamtleistung zu kommen. Die Stromaufnahme aus dem deutschen Netz ist mit 5 Ampere gleich hoch. Der Aufkleber ist ein weiterer Beweis dafür, dass Ultron und MS-Tech dasselbe Netzteil verkaufen.

    1x 24-pin (ca. 35 cm) 1x 4-pin (ca. 40 cm) 0x 6/8-pin 2x SATA (ca. 35, 50 cm)
    - - - 2x SATA (ca. 35, 50 cm))
    - - - 3x HDD, 1x FDD (ca. 35, 50, 65, 80 cm)
    - - - -


    In der Steckerkonfiguration ist diesmal kein PCIe-Stecker enthalten, dafür ist der 4-pin-CPU-Anschluss gut 5 cm länger. Die Anzahl der Peripherie-Stecker und die Länge der Leitungsstränge ist ansonsten identisch. Ab 50 cm steht kein SATA-Anschluss mehr zur Verfügung. Alle HDD- und FDD-Stecker sind an einem relativ langen Strang angeschlossen. Wenn das Gerät über einen Grafikkartenstecker und längere Leitungen verfügte, wäre es für ein 400-W-Netzteil immerhin fast durchschnittlich ausgestattet. Allerdings ist im Leistungstest noch zu klären, ob diese Nennleistung überhaupt zu erreichen ist.

    [BREAK=Ultron UG-30-2 -Netzteil 2]



    (Zum Vergrößern anklicken)


    Immerhin wissen wir nun, das wohl ein Produzent namens "HXS" den Lüfter für die Netzteile von Ultron und MS-Tech herstellt. Bei letzterer Marke fehlte uns diese Information. Obwohl Ultron von 30 W weniger Leistung spricht, ist das Innere des Schaltnetzteils offensichtlich identisch zu dem von MS-Tech. Die EMI-Filterung setzt sich aus zwei Y-Kondensatoren, zwei X-Kondensatoren, einer Gleichtaktdrossel und einem Thermistor zusammen. Erneut kommen vier einzelne Dioden zum Einsatz, welche die sonst bekanntere Gleichrichterbrücke ersetzen. Erneut ist es fraglich, ob dieses Netzteil überhaupt mit einem Eingangsstrom von 5 A - wie angegeben - überhaupt betrieben werden kann.

    Primärseitig kommen zwei Transistoren mit der Bezeichnung 13007 zum Einsatz, die für einen Drain-Source-Strom von 8 A ausgelegt sind und mit je 400 V spezifiziert werden. Auf der Sekundärseite wird +3,3 V von +5 V abgeleitet und über einen Magnetverstärker geregelt. Magnetverstärker (bzw. die hier schwarze Sättigungsdrossel als zentraler Bestandteil) wirken ähnlich wie nach einem Tastverhältnis eingestellt MOSFETs. Sie leiten viel Strom, wenn sie in die Sättigung gehen und sperren, wenn ihre Induktivität (und damit Impedanz) wieder ansteigt. Transistoren sperren genauer gesagt, wenn die Kapazität zwischen zwei Anschlüssen geladen wird. Der Vorgang ist aber vergleichbar. Die Sättigungsdrossel verzögert während der Ausschaltphase die ansteigende Flanke der Wechselspannung, bis der Rest des Pulses dem entspricht, was nötig ist, damit die gewünschte Spannung anliegt. Dieselbe Fläche an Voltmikrosekunden wird dem Puls in der Flussphase entnommen, wenn die Spannung zu hoch ist. Andernfalls "lässt" die Drossel mehr Spannung "durch". Hierzu wird die Drossel von Masse her mit dem entsprechenden Controlling und einer Diode beschaltet, welche die Drossel in der Ausschaltphase mit einem Strom speist. Der Strom durch wird von der Potentialdifferenz durch die Drosssel getrieben, die der Controller zur Ausgangsspannung der Trafo-Wicklung einstellt. Anschließend wird +3,3 V über die Shottky-Diode S10C45C von MOSPEC gleichgerichtet. An +12 V kommt hierzu eine Diode mit der Modellnummer S16C20CT, bei +5 V eine mit dem Namen S16C45C zum Einsatz. +5 V und +12 V sind damit am stärksten belastbar. Ausgangsseitig wird die Energie in zwei gelben Drosseln zwischengespeichert.

    Belastung* Lautstärke +3,3 V (ripple & noise) +5 V (ripple & noise) +12 V (ripple & noise) Wirkungsgrad/PFC Δϑ
    ----------- -------------------------------------- ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------- ---------
    5 % Lüfterrauschen 3,40 V (7 mV) 5,22 V (2 mV) 12,38 V (4 mV) 56,90 % / 0.713 1,4 °C
    10 % Rauschen und leichtes Surren 3,40 V (11 mV) 5,20 V (9 mV) 12,38 V (10 mV) 68,10 % / 0.754 2,2 °C
    20 % Rauschen und leichtes Surren 3,39 V (15 mV) 5,15 V (15 mV) 12,40 V (17 mV) 75,36 % / 0.769 3,5 °C
    50 % Rauschen und Surren 3,35 V (22 mV) 5,01 V (19 mV) 12,56 V (25 mV) 72,60 % / 0.782 6,8°C
    80 % Starkes Rauschen und Surren 3,32 V (27 mV) 4,85 V (41 mV) 12,72 V (36 mV) 71,38 % / 0.784 -
    100 % - - - - - -
    110 % - - - - - -
    * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers. Bei den +12-V-Ausgängen geben wir die mit der schlechtesten Regulation (bzw. höchsten Restwelligkeits-Messung) an. Crossload 1: 3,3 V und 5 V bei 1 A, 12 V beim spezifizierten Maximalwert. Crossload 2: 3,3 V und 5 V beim spezifizierten Maximalwert und 12 V bei 1 A. Δϑ entspricht der Temperaturdifferenz zwischen den Entlüftungslöchern und der Raumtemperatur (22,2 °C), angegeben in °C.


    Genau wie MS-Tech starb das Ultron-Netzteil nach einem zweiten Versuch. Es schaltete sich bei 80 % Last nach einer Minute ab und gab dabei ein unerträglich lautes Surren von sich, weshalb wir es danach noch einmal an unserer Teststation betreiben wollten. Das Geräusch spricht für den offensichtlichen "Stromhunger" einer Drossel, die in die Sättigung geht. Trotz der geringeren Gesamtleistung war das Modell fast über den gesamten Zeitraum hinweg von diesen elektronischen Nebengeräuschen geplagt, vermutlich hätte es sich sonst länger auf der hier möglichen Laststufe betreiben lassen. Wie gesagt handelt es sich um dasselbe Netzteil wie bei MS-Tech, nur mit 30 W weniger. Dementsprechend hätte es bei "80 %" Last auch besser abschneiden müssen. Wie sich gezeigt hat, ist das Gerät auch deutlich ineffizienter und erreicht maximal 75,36 % Wirkungsgrad. Aufgrund der kurzen Testdauer bei hoher Last konnten wir keine Temperaturmessung durchführen. Immerhin bewegt sich die Restwelligkeit und Rauschspannung in einem absolut akzeptablen Rahmen.

    [BREAK=Rasurbo BC 07]Rasurbo ist eine Eigenmarke der PNL-Tech GmbH, einem Spezialdistributor für Gehäuse, Netzteile und Cooling. Neben der Eigenmarke Rasurbo ist PNL-Tech unter anderem Generalimporteur für Fractal-Design, Coolink und Noctua in Deutschland. Für unsere Roundup haben wir uns das Rasurbo BC 07 genauer angeschaut.

    Das Zubehör des Rasurbo BC 07 umfasst folgende Teile:
    • Kaltgerätekabel für das Netzteil
    • Mainboardabstandshalter
    • Vier Kunststoffstifte als Mainboardabstandshalter
    • Diverse Schrauben
    • Piezo-Lautsprecher

    Bis jetzt nimmt sich das Zubehör nichts im Vergleich zu den bisherigen Gehäusen.

    [BREAK=Rasurbo BC 07- Äußeres]

    Die schwarze Kunststofffront des Rasurbo ist mit einem silbernen, umlaufenden Rahmen versehen. Auch das Rasurbo Gehäuse ist mit einer Stealth-Blende für ein 5,25“-Laufwerk ausgestattet. Drei weitere Laufwerke müssen ohne Blende auskommen.

    Unterhalb der 5,25"-Laufwerke kommt eine Klappe, die von den Abmessungen her zwei 5,25"-Laufwerkschächte einnimmt. Drückt man auf die obere rechte Ecke, fällt die Klappe im wahrsten Sinne des Wortes nach unten. Hinter der Klappe kommt das I/O-Panel und ein externer 3,5"-Einbauschacht zum Vorschein. Die Audio-IN/OUT-Konnektoren werden rechts und links von je einem USB-2.0-Anschluss flankiert. Ein sanftes Herunterfahren der Klappe hätte uns besser gefallen, so schaut das Ganze recht billig aus. Nach mehrmaligem Öffnen/Schließen der Klappe war auch der Haltemechanismus ausgeleiert und die Klappe ließ sich nicht mehr schließen. Das ist natürlich ein ganz grober Schnitzer. Es folgen ein spiegelnde Power- und Resetknöpfe in einer weiteren Blende, die in Kavierlackoptik ausgeführt ist, was auf den Bildern leider nicht so schön rüberkommt. Die Blende ist somit wie immer ein Staubfänger und sehr anfällig für Fingerabdrücke oder feinste Kratzer.

    Das linke Seitenteil verfügt über diverse Lufteinlässe, einen davon auf Höhe des CPU-Kühlers. Hier kann optional ein 80-mm-Lüfter eingebaut werden, dafür müssen allerdings zwei Löcher nachgebohrt werden. Das rechte Seitenteil weist keine Besonderheiten auf. Beide Seitenteile haben weiterhin eine Griffmulde, um sie besser nach hinten abziehen zu können. Um das rechte Seitenteil zu lösen, ist ein Kreuzschlitzschraubenzieher notwendig, beim linken Seitenteil geschieht dies bequem über zwei Rändelschrauben. Die Gehäuselackierung ist ziemlich anfällig auf Fingerabdrücke.

    Beim Rasurbo BC 07 sitzt das Netzteil wieder unter dem Gehäusedeckel. Darunter kommt ein Einbauplatz für einen optionalen 80-/92-mm-Lüfter. Laut Herstellerwebseite sollen hier zwei Lüfter eingebaut werden können. Wie dies allerdings gehen soll, ist uns schleierhaft. Zum Ende folgen die obligatorischen sieben Slotblenden für Erweiterungskarten.

    Auch der Gehäusedeckel ist ohne weitere Besonderheiten. Auf der Unterseite sind einige Bohrungen im vorderen Teil. Für eine Entkopplung vom Boden sorgen vier Plättchen aus Moosgummi, die allesamt schief verklebt sind.



    [BREAK=Rasurbo BC 07- Inneres]Im Innenraum ist nichts lackiert, hier kommt der blanke Stahl zum Vorschein. Der Mainboardträger ist durchgehend ohne irgendwelche Kabeldurchbrüche. Die Laufwerke sitzen wie gewohnt vorne. Der Bereich ist durch eine durchgehende Stahlplatte getrennt, an der später die Laufwerke verschraubt werden.

    Vorn können vier externe 5,25-Laufwerke eingebaut werden, dann kommt ein Käfig für ein internes und ein externes 3,5"-Laufwerk. Im unteren Bereich schließlich kann hochkant an dem Stahlsteg ein zweites 3,5"-Laufwerk eingebaut werden.

    Das Rasurbo bietet Platz für sieben Erweiterungskarten mit einer maximalen Länge von 260 mm. Eine der Slotblenden ist verschraubt, die anderen müssen herausgebrochen werden.



    [BREAK=Rasurbo BC 07 - Einbau]

    Zum Einbau wird wieder einmal die Frontblende entfernt. Hierzu wird ein Schraubendreher benötigt, um insgesamt sechs Schrauben zu lösen. Dann kann die Blende abgenommen werden. Dahinter kommt in unteren Bereich ein weiterer optionaler Einbauplatz für einen Lüfter zutage. Der Lüfter darf 80, 92 oder 120 mm groß sein. Um ihn einbauen zu können, müssen nochmal vier Kreuzschlitzschrauben gelöst werden. Die 5,25"-Einbauschächte und der externe 3,5"-Einbauschacht sind frei von vorne zugänglich.

    Nach dem Eindrehen von sechs Mainboardabstandshaltern und einem Kunststoffstift wird das Mainboard darauf befestigt. Im nächsten Schritt kommen das 5,25"-Laufwerk und die 3,25"-Laufwerke an die Reihe, die von vorne ins Gehäuse geschoben werden. Mangels Einbauanleitung haben wir hier dann einen Fehler gemacht, der aber keine weiteren Auswirkungen hatte. Wir haben beide 3,5"-Laufwerke in dem 3,5"-Einbauschacht eingebaut. Dabei soll das zweite Laufwerk hochkant an der Stahlstrebe im unteren Bereich befestigt werden. Probleme gab es deswegen aber wie erwähnt keine. Ein Problem beim Einbau ist eher die Tatsache, dass das Netzteil nur über zwei SATA-Anschlüsse verfügt und so muss wieder unsere Wühlkiste mit dem Adapter herhalten, sonst könnten wir nur zwei der drei Laufwerke verkabeln. Die Verschraubung der Laufwerke ist leider nicht mehr möglich. Der Adapter würde mit dem Arbeitsspeicher kollidieren, wenn wir die beiden noch etwas weiter herausziehen.

    Überflüssige Kabel werden in die freien Laufwerksschächte gelegt.

    Nachdem alles verkabelt und verschraubt ist, wurde abschließend die Frontblende wieder vor das Gehäuse geschraubt und zusammengebaut sieht das Ganze schließlich wie folgt aus:



    [BREAK=Rasurbo BC 07 - Netzteil 1]



    (Zum Vergrößern anklicken)


    Rasurbo setzt beim 460WP (460 W) ebenfalls auf ein mausgraues Gehäuse mit einem herkömmlichen Lüftergitter und wabenförmigen Entlüftungslöchern, hinter denen die PFC-Drossel zu erkennen ist. Unterhalb der Kaltgerätekupplung befindet sich der Netzschalter. Auch Rasurbo verzichtet auf Kabelbinder - den günstigen Ersatz für das Sleeving. Das Gehäusematerial ist ähnlich dünn wie bei den anderen Varianten, allerdings deutlich weniger scharfkantig als etwa bei Codegen. Wie in den meisten Fällen beträgt die Bautiefe des Gehäuses 14 cm.



    +3,3V wird mit einer maximalen Belastbarkeit von 28 A angegeben, während +5 V sogar mit 32 A spezifiziert wurde. Zwei +12-V-Ausgänge sind laut Herstellerangabe auf 18 A ausgelegt. Das 460WP verfügt noch über einen Ausgang für 5 V mit negativem Potential für DRAM-Module und einige ältere Soundkarten. Die Stromaufnahme wird mit 5 A angegeben, ähnlich wie bei den anderen Modellen. Da erneut keine Leistung pro Quelle angegeben wird, mussten wir die Belastbarkeit der jeweiligen Ausgänge in ein passendes Verhältnis zu 460 W setzen.

    1x 24-pin (ca. 45 cm) 1x 4-pin (ca. 45 cm) 1x 6-pin (ca. 45 cm) 1x SATA, 1x HDD (ca. 45, 60 cm)
    - - - 1x HDD, 1x SATA (ca. 45, 60 cm)
    - - - -
    - - - -


    Das 460WP verfügt durchweg über recht annehmbare Leitungslängen und ein Anschluss für Grafikkarten wurde realisiert. Allerdings haben wir festgestellt, dass die drei gelben Leitungen an eine einzige gelbe Leitung im Inneren gelötet wurden. Allzu leistungsstarke GPUs sollte man ohnehin nicht mit diesem Netzteil betreiben. Die Peripherie-Stecker sind asynchron auf die Leitungsstränge aufgeteilt, allerdings fehlt der FDD-Anschluss. Zudem könnten deutlich mehr Stecker angebracht werden.

    [BREAK=Rasurbo BC 07 - Netzteil 2]



    (Zum Vergrößern anklicken)


    Die Kühlkörper fallen relativ dünn aus und wurden mit mehreren Löchern versehen. Das Netzteil unterscheidet sich nicht wesentlich von den Lösungen, die wir bei MS-Tech oder Ultron gesehen haben. Mit vier Y-Kondensatoren, einem X-Kondensator, zwei Gleichtaktdrosseln und einem Thermistor wirkt Rasurbo den Gleich- und Gegentaktstörungen entgegen. Zwei Y-Kondensatoren und der PE-Leiter werden direkt über eine Befestigungsschraube angeschlossen. Üblicherweise sollte die Anbindung des letzteren separat erfolgen. Es werden Kondensatoren von HEC und KYS verwendet.

    Rasurbo verfügt über eine Gleichrichterbrücke im kleinen KBP-Halbleitergehäuse, die mit 80 A auf einen vergleichsweise geringen Surge-Strom in Durchlassrichtung angegeben wurde. Zum Vergleich: Eine aktuelle Version wie das Modell GBU606 kann bei gleicher Dauer eine einzelne 175-A-Halbwelle durchlassen, ohne dabei zerstört zu werden. Damit ist das Modell in dieser Hinsicht jedoch immer noch besser als die einzelnen Gleichrichterdioden. Die KBP307 kann durchschnittlich 3 A Wechselstrom gleichrichten. Die Durchlassspannung beträgt 1,1 V, womit sich die Verlustleistung insgesamt nicht signifikant von aktuelleren Typen unterscheidet.

    +3,3 V wird über einen 20-A-Transistor von Toba gleichgerichtet, stärker sollte man diesen Ausgang also nicht belasten, was wir im Rahmen des Tests aber versucht haben, um die angegebenen Leistungswerte zu erreichen. Für +12 V wird ein 16-A-Typ verwendet. Für +5 V kann die zugewiesene Shottky-Diode über beide Beine 15 A, insgesamt also 30 A durchlassen. Dieser Ausgang ist damit am stärksten belastbar. Sekundärseitig kommen zwei Speicherdrosseln mit einem gelben Kern zum Einsatz.

    Belastung* Lautstärke +3,3 V (ripple & noise) +5 V (ripple & noise) +12 V (ripple & noise) Wirkungsgrad/PFC Δϑ
    ----------- -------------------------------------- ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------- ---------
    5 % Leichtes Rattern 3,39 V (8 mV) 5,16 V (6 mV) 12,25 V (9 mV) 56,65 % / 0.694 1,8 °C
    10 % Leichtes Rattern 3,39 V (12 mV) 5,13 V (7 mV) 12,31 V (14 mV) 67,82 % / 0.713 3,1 °C
    20 % Rauschen und Rattern 3,38 V (14 mV) 5,09 V (11 mV) 12,34 V (21 mV) 73,03 % / 0.754 4,1 °C
    50 % Rauschen und Rattern 3,35 V (18 mV) 4,98 V (17 mV) 12,41 V (24 mV) 70,65 % / 0.761 6,0 °C
    80 % - - - - - -
    100 % - - - - - -
    110 % - - - - - -
    * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers. Bei den +12-V-Ausgängen geben wir die mit der schlechtesten Regulation (bzw. höchsten Restwelligkeits-Messung) an. Crossload 1: 3,3 V und 5 V bei 1 A, 12 V beim spezifizierten Maximalwert. Crossload 2: 3,3 V und 5 V beim spezifizierten Maximalwert und 12 V bei 1 A. Δϑ entspricht der Temperaturdifferenz zwischen den Entlüftungslöchern und der Raumtemperatur (22,5 °C), angegeben in °C.


    Bereits bei geringer Last beginnt der Lüfter etwas zu Rattern, wobei das Rasurbo-Netzteil insgesamt etwas leiser bleibt als die Konkurrenz. Der Wirkungsgrad erreicht nur etwa 73 % in der Spitze. Dafür liegt +12 V selbst bei der realen Volllast noch innerhalb des Sollwertes, auch wenn der Wert schon relativ hoch ausfällt. Bei dem Versuch, 80 % Last einzustellen, schaltete sich das Netzteil aus. Es lies sich danach problemlos wieder einschalten und verweigerte auch bei einem erneuten Versuch den Dienst, ohne kaputt zu gehen. Beim Leistungsfaktor schneiden alle Geräte in diesem Test sehr ähnlich ab und auch Rasurbo liegt in einem akzeptablen Bereich für die passive PFC.

    [BREAK=LC-Power 604B]

    Das Zubehör des LC-Power 604B umfasst folgende Teile:
    • Kaltgerätekabel für das Netzteil
    • Mainboardabstandshalter
    • Diverse Schrauben
    • Piezo-Lautsprecher
    Wie in diesem Artikel schon gewohnt, eine Einbauanleitung oder Kabelbinder sind nicht vorhanden.



    [BREAK=LC-Power 604B - Äußeres]

    Das LC-Power mit seiner in Klavierlackoptik gehalten Front und weinroten Elementen wirkt optisch am edelsten. Dafür ist die Front aber auch am empfindlichsten, was Kratzer und Staub betrifft.

    Im oberen Teil kommt das LC-Power mit zwei 5,25“-Laufwerksschächten daher, einer davon wieder einmal mit einer Stealth-Blende. Darunter folgt, von weinroten Elementen umgeben, das I/O-Panel mit vorbildlich beschrifteten USB-2.0-Anschlüssen und Audio-IN/OUT. Im unteren Teil schließlich befinden sich der Power-und Resetbutton. Der Powerbutton wird im laufenden Betrieb von einer roten LED beleuchtet, was sich harmonisch ins Gesamtbild der Front einfügt. Man muss ebenso erwähnen, dass die Front des LC-Power nicht plan ist, sondern abgerundet.

    Das rechte Seitenteil bietet keine Besonderheiten, das linke hingegen ist mit mehreren Lüftungsöffnungen ausgestattet, eine kleinere befindet sich auf Höhe des CPU-Kühlers, eine größere darunter. Das linke Seitenteil ist mit Rändelschrauben befestigt, das rechte mit Kreuzschlitzschrauben. Die Griffmulden zum Entfernen der Seitenteile sind ebenfalls vorhanden.

    Der Gehäusedeckel ist, wie auch bei den anderen Gehäusen, ohne Luftauslässe und statt Füßen hat LC-Power dem 604B vier kleine Moosgummipuffer verpasst, die es vom Boden entkoppeln sollen.

    Auch beim LC-Power sitzt das Netzteil unter dem Gehäusedeckel. Eigentlich ist dies ja die klassische Anordnung für ein Netzteil im Sinne eines guten Airflows. Von vorne unten wurde gewöhnlich Luft ins Gehäuse geblasen und unter dem Deckel auf der Rückseite wieder aus dem Gehäuse geführt. Im Laufe der Jahre hat sich dieses klassische Layout grundlegend geändert. Das fängt bei Lüftern auf dem Gehäuseboden an und hört bei Netzteilen im Frontbereich auf.

    Unter den Netzteil ist Platz für einen optionalen 80 oder 92 mm Lüfter. Interessant ist, dass das LC-Power mit einem I/O-Shield ausgestattet ist. Das findet man heute relativ selten bei Gehäusen, da jeder Mainboardhersteller ein eigenes Layout verwendet. Abgesehen davon, könnte man das I/O-Shield des LC-Power nicht einmal verwenden, wenn es zum Mainboard passen würde, da es herausgebrochen werden muss während die Blenden normalerweise von innen gesteckt werden.

    Die sieben Slotblenden, von denen eine geschraubt und die anderen sechs herausgebrochen werden müssen, sind, wie wir es in diesem Review nun schon häufiger gesehen haben, mit einer verschraubbaren Blende fixiert.



    [BREAK=LC-Power 604B - Inneres]

    Auch im Innenraum des LC-Power 604B ist nur der blanke Stahl zu sehen. Der Mainboardträger ist lediglich auf Höhe des Netzteils offen. Dort kann man bei Bedarf überflüssige Kabel nach hinten führen. Auf der Rückseite sind zwei Ösen, um dort Kabel mit Kabelbindern zu fixieren. Ach ja, Kabelbinder waren ja gar keine dabei. Aber es ist zumindest möglich.

    Vorn können zwei externe 5,25"-Laufwerke eingebaut werden. In einem dritten Schacht sitzt ein Adapterrahmen von 5,25" auf 3,5", um zum Beispiel einen Kartenleser oder eine weitere 3,5"-Festplatte einbauen zu können. Darunter befindet sich ein weiterer Käfig für sechs 3,5"-Laufwerke.

    Die Rückseite des Innenraums bietet keine Besonderheiten. Hier sind wie üblich die sieben Slotblenden für die Erweiterungskarten. Die Karten im LC-Power 604B dürfen 245 mm lang sein.



    [BREAK=LC-Power 604B - Einbau]

    Zum vorletzten Mal in diesem Artikel mal geht es an den Einbau unseres Testsystems. Wieder einmal wird zuerst die Frontblende entfernt. Dies geht hier recht einfach, da sie nur nach vorne abgezogen werden muss. Der oberste 5,25"-Einbauschacht ist frei zugänglich. Im offenen 3,5"-Schacht sitzt das I/O-Panel. Die anderen Schächte sind erfreulicherweise mit Blenden verschraubt. Unten befindet sich ein zusätzlicher Einbauplatz für einen optionalen Lüfter im Format 80, 92 oder 120 mm. Um den Lüfter einbauen zu können, muss noch eine Platte entfernt werden. Dahinter kommen die Einbauschächte für 3,5"-Laufwerke zum Vorschein.

    Im nächsten Schritt werden die Mainboardabstandshalter auf den Träger geschraubt und das Mainboard darauf befestigt. Anschließend werden die Laufwerke von vorne ins Gehäuse geschoben, verkabelt und verschraubt. Unser recht ausladender Scythe Rasetsu passte so gerade eben noch. Zwischen 3,5"-Laufwerken und dem Kühler waren nur noch wenige Millimeter Platz.

    Fertig zusammengebaut sah das Ganze wie folgt aus:



    [BREAK=LC-Power 604B - Netzteil 1]



    (Zum Vergrößern anklicken)


    Wie zu erwarten ist das Netzteil von LC Power grau und verfügt über wabenförmige Entlüftungslöcher auf der Rückseite. Der größte Unterschied ist der 8-cm-Lüfter neben dem Netzeingang, der die Abluft heraussaugt und mit einem etwas hervorstehenden Lüftergitter versehen wurde. Trotzdem wird eine Bautiefe von nur 14 cm erreicht. Die PCBs sind, wie wir an den vorhergehenden Beispielen gesehen haben, nicht sonderlich groß. Daher ist auch in einem kompakten Gehäuse noch genügend Platz vorhanden. Sämtliche Leitungsstränge wurden etwa 10 cm vor den schwarzen Steckerköpfen mit Kabelbindern fixiert.



    Das Etikett zeigt eine interessante Taktik des Anbieters LC Power. Obwohl der Name LC420H-8 einen geringen Interpretationsspielraum für die Nennleistung lässt, wird nirgendwo explizit von 420 W als Dauerleistung gesprochen. +5 V und +3,3 V sind mit je 25 A am stärksten belastbar. Mit 15 A ist +12 V in diesem Roundup am schlechtesten ausgelegt. Wie immer werden wir einen Blick auf die Komponenten an den jeweiligen Ausgängen werfen, um diesen Eindruck zu bestätigen oder ggf. zu widerlegen. Auch dieses Netzteil verfügt noch über einen -5-V-Ausgang.

    1x 24-pin (ca. 30 cm) 1x 4-pin (ca. 30 cm) 0x 6/8-pin 2x SATA, 1x HDD (ca. 35, 50, 65 cm)
    - - - 2x SATA, 1x HDD, 1x FDD (ca. 35, 50, 65, 80 cm)
    - - - -
    - - - -


    Mit 30 cm sind die Mainboardanschlüsse extrem kurz. Allerdings erreichen die Leitungsstränge mit der Peripherie-Steckern immerhin 65-80 cm. Abermals wird auf einen Anschluss für Grafikkarten verzichtet, was angesichts der geringen Leistung auf +12 V auch nicht anders gelöst werden sollte. Vier SATA-Stecker sind für ein Netzteil dieser Art recht zufriedenstellend und auch der FDD-Anschluss fehlt nicht. Dennoch mangelt es insgesamt an Anschlüssen. Die HDD-Stecker sind komplett belegt, wenn etwa ein 6-pin-Adapter für GPUs installiert wird.


    [BREAK=LC-Power 604B - Netzteil 2]



    (Zum Vergrößern anklicken)


    LC Power verwendet einen 80-mm-Lüfter mit der Modellnummer DF0802512SEL. Es handelt sich um einen Rotor mit Gleitlager. Dieser wird mit 27,90 cfm und 2200 rpm spezifiziert. Er zieht 0,12 A über +12 V. Die schmalen Kühlkörper haben nach oben hin keine geschlossene Fläche und sind daher eher auf 120-mm-Lüfter ausgelegt, die von oben herab kühlen. Das erlaubt aber auch einen guten Blick auf die Komponenten. Eingangsseitig sind zwei X-Kondensatoren, zwei Y-Kondensatoren, eine Gleichtaktdrossel und ein Thermistor vorzufinden. Die Platine wurde entlang des Netzspannungsteils eingefräst, um eine bessere Potentialtrennung zu erreichen. Wie üblich kommen mehrere Gleichrichterdioden und eine große PFC-Drossel zum Einsatz.

    Zwei Transistoren mit der Modellnummer KSH13007 speisen den Haupttrafo. Diese werden im TO-220-Gehäuse mit Kühlfahne integriert und könnten einen Gleichstrom von 8 A zerhacken. Zur Gleichrichtung im Sekundärschaltkreis kommen an +5 V zwei S20C45C zum Einsatz, während +3,3 V mit einer Diode dieser Art beschaltet wird. +5 V ist damit entgegen der Herstellerangabe wieder am stärksten belastbare Ausgang, dafür sprechen auch die breiten Leiterbahnen auf der Rückseite. Die +12-V-Diode F16C20C reizt das Limit auf dem Etikett voll aus. Sie kann durchschnittlich 16 A an Effektivstrom gleichrichten, die nötige Durchlassspannung von 1,3 V treibt allerdings die Verlustleistung in die Höhe. Zum Vergleich: Eine aktuelle Shottky-Diode in 80Plus-Bronze-Geräten benötigt 0,5-0,7 V. Das mag sich nach einem kleinen Unterschied anhören, doch eine Differenz von 0,6 V bedeutet bei einem 10-A-Puls bereits 6 W Verlustleistung. Mit 250 ns ist die Sperrverzugszeit auch relativ lang, zumindest wenn man aktuellere 80Plus-Netzteile heranzieht. Innerhalb dieses Roundups fällt die Konfiguration von LC Power durchschnittlich aus.

    +3,3 V wird über eine Shunt-/Längsreglerkombination ("Q6" auf der Platine) samt Spannungsteiler geregelt. Zenerdioden werden als Shunt-Element in Sperrrichtung geschaltet und Bipolartransistoren erhöhen die Belastbarkeit des Reglers. In diesem Fall wurden beide Elemente in "Q6" vereinigt. Wenn die Ausgangsspannung eine bestimmte Schwelle erreicht, wird über die Zenerdiode ein Pfad leitend, an dem die Spannung "belastet" wird. Es handelt sich um eine früher übliche und einfache Lösung. Allerdings wird beim Regelvorgang auch eine entsprechende Verlustleistung umgesetzt. +12 V und +5 V teilen sind eine große Speicherdrossel mit grünem Kern, während +3,3 V auf eine günstige Variante mit gelbem Kern setzt. LC Power verfügt über zwei IC im Sekundärschaltkreis. Der AS339P-E1 im DIP-14-Gehäuse besteht aus mehreren Komparatoren und ist ein Teil des Regelkreises zur Spannungseinstellung. Über Differenzen zum Sollwert wird letzten Endes die Einschaltzeit der Transistoren über den zweiten IC AZ7500EP-1 moduliert, um über den neu eingestellten Puls die nun passende Ausgangsspannung zu erhalten.

    Belastung* Lautstärke +3,3 V (ripple & noise) +5 V (ripple & noise) +12 V (ripple & noise) Wirkungsgrad/PFC Δϑ
    ----------- -------------------------------------- ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------- ---------
    5 % Zirpen 3,38 V (5 mV) 5,12 V (7 mV) 12,15 V (7 mV) 56,18 % / 0.684 2,1 °C
    10 % Leichtes Rauschen 3,37 V (8 mV) 5,09 V (9 mV) 12,17 V (12 mV) 65,79 % / 0.722 3,5 °C
    20 % Leichtes Rauschen 3,38 V (12 mV) 5,09 V (13 mV) 12,34 V (18 mV) 70,85 % / 0.749 4,9 °C
    50 % Lüfterrauschen 3,30 V (20 mV) 4,86 V (19 mV) 12,38 V (22 mV) 68,62 % / 0.799 7,9 °C
    80 % - - - - - -
    100 % - - - - - -
    110 % - - - - - -
    * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers. Bei den +12-V-Ausgängen geben wir die mit der schlechtesten Regulation (bzw. höchsten Restwelligkeits-Messung) an. Crossload 1: 3,3 V und 5 V bei 1 A, 12 V beim spezifizierten Maximalwert. Crossload 2: 3,3 V und 5 V beim spezifizierten Maximalwert und 12 V bei 1 A. Δϑ entspricht der Temperaturdifferenz zwischen den Entlüftungslöchern und der Raumtemperatur (22,4 °C), angegeben in °C.


    Leider kann LC Power nicht ganz mit dem Wirkungsgrad der anderen Probanden mithalten und erreicht ca. 71 % in der Spitze. Dafür erreicht der Leistungsfaktor beinahe 0,8. Bei "80 %" Last schaltete sich das Gerät augenblicklich aus, lies sich danach aber wieder einschalten. Damit bewegt sich das LC420H-8 auf dem Niveau von Rasurbo und Codegen, während MS-Tech und Ultron den erneuten Versuch nicht überlebt haben. Erfreulicherweise bleibt +12 V hier noch im Rahmen, auch hier zeigt sich aber die negative Tendenz, die wir bereits bei den anderen Netzteilen in Sachen Regelung gesehen haben. Die Restwelligkeit und Rauschspannung ist nie höher als 22 mV.


    [BREAK=Cooler Master Elite 310]

    Cooler Master dürfte der bekannteste und beliebteste Hersteller in diesem Roundup sein. Wir haben uns das Elite 310 angesehen. Die Elite-Reihe gehört zu den meist verkauften Cooler-Master-Gehäusen. Das Elite 310 kostet knapp 30 Euro, kommt dafür aber auch ohne Netzteil.

    Das Zubehör des Elite 310 umfasst folgende Teile:
    • Mehrsprachige Einbauanleitung
    • Piezo-Lautsprecher
    • Vier Sorten Schrauben und Mainboardabstandshalter

    Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Cooler Master hat jede Schraubensorte in einem extra wieder verschließbaren und beschrifteten Beutel sowie eine Einbauanleitung. Ach ja, Kabelbinder. Die fehlen leider, aber da in der Einbauanleitung zumindest einer als Zubehör mit aufgeführt wird, sollte er eigentlich dabei sein. Wir gehen also davon aus, dass er lediglich vergessen wurde, was zwar ärgerlich ist, aber vorkommen kann.

    [BREAK=Cooler Master Elite 310 - Äußeres]

    Das Elite 310 kommt mit einer sehr empfindlichen Front in Klavierlackoptik daher. Optisch abgegrenzt wird das Ganze von einem umlaufenden silbernen Rahmen. Cooler Master hat dem Elite 310 vier externe 5,25"-Laufwerkseinschübe spendiert. Darunter befindet sich ein Einbauplatz für ein externes 3,5"-Laufwerk oder einen Kartenleser. In einem weiteren Schacht befinden sich der Power- und Resetschalter sowie zwei Status-LEDs, die im laufenden Betrieb blau beleuchtet sind. Im unteren Teil kommt noch ein Cooler-Master-Logo und auf dem Gehäuseboden, schlecht erreichbar, das I/O-Panel mit zwei USB-2.0-Anschlüssen und Audio-IN/OUT. Auch eine Vorbereitung für einen FireWire-Anschluss ist dort zu finden, der allerdings nicht belegt ist. Das Cooler-Master-Logo ist im Vergleich zum Rest der Front sehr aufdringlich und passt nicht wirklich dort hin.


    Die Front kann einfach nach vorn abgezogen werden. Der oberste 5,25"-Laufwerksschacht und der 3,5"-Laufwerksschacht sind frei zugänglich, die anderen sind mit Blenden bestückt, die herausgebrochen werden müssen. Die Blenden können danach aber wieder verwendet werden, da sie Verschraubungen aufweisen.

    Unten kann ein optionaler 120-mm-Lüfter mit einer Tiefe von 25 mm zur Kühlung der dahinter befindlichen 3,5"-Laufwerke eingebaut werden.


    Im linken Seitenteil kann ebenfalls ein optionaler Lüfter eingebaut werden. Dieser darf 80, 92 oder 120 mm groß sein. Das rechte Seitenteil weist außer der Griffmulde zum Abziehen keine weiteren Besonderheiten auf. Beide Seitenteile sind mit Rändelschrauben befestigt.

    Das Elite 310 steht auf vier winzigen Kunststofffüßen. Sowohl die Unterseite als auch der Deckel des Cooler Master weisen keine zusätzlichen Features auf, wie zum Beispiel Lüftungsöffnungen oder Montageplätze für optionale Lüfter.

    Der Einbauplatz für das Netzteil befindet sich beim Cooler Master Elite 310 unter dem Gehäusedeckel. Wie bereits erwähnt, ist das Elite 310 das einzige Gehäuse in diesem Roundup, das ohne Netzteil geliefert wird. Wir haben für unsere Lautstärke und Temperaturmessungen also wie gewohnt unser Enermax Modu82+ verwendet. Zur Entlüftung befindet sich hier sogar ein vorinstallierter 120-mm-Lüfter im Gehäuse. Dieser kann bei Bedarf gegen ein 80- oder 92-mm-Modell getauscht werden. Darunter kommen die sieben obligatorischen Slotblenden sowie rechts davon weitere Lüftungsöffnungen.



    [BREAK=Cooler Master Elite 310 - Inneres]Auf eine Lackierung des Innenraums hat Cooler Master verzichtet. Der Mainboardträger verfügt zwar über insgesamt drei runde Öffnungen, diese kann man aber für ein Kabelmanagement nicht nutzen, da sie später komplett durch das Mainboard verdeckt werden.

    Die 3,5"-Laufwerke werden im Elite 310 um 90 Grad versetzt eingebaut, um mehr Platz für Erweiterungskarten zu schaffen. Rechts vom Käfig für die Laufwerke sieht man auf dem Gehäuseboden, dass die Füße lediglich gesteckt und nicht verschraubt sind.

    Der vorinstallierte 120-mm-Lüfter an der Rückwand kann über einen 4-PIN-Anschluss direkt am Netzteil oder über einen 3-PIN-Anschluss am Mainboard beziehungsweise einer Lüftersteuerung angeschlossen werden. Laut Herstellerangaben dreht er mit 1200 U/min bei einer Lautstärke von 17 dB(A). Die Slotblenden für die Erweiterungskarten müssen herausgebrochen werden und sind nicht wiederverwendbar. Das Elite 310 bietet dank der um 90 Grad gedreht eingebauten 3,5"-Laufwerke Platz für 285 mm lange Erweiterungskarten.



    [BREAK=Cooler Master Elite 310 - Einbau]Im ersten Schritt haben wir unser Netzteil eingebaut, danach folgt das Mainboard. Da die Beutel mit den Schrauben alle beschriftet sind, braucht man nicht erst ausprobieren, welche Schraube wozu passt. Es werden also wie gewohnt die Mainboardabstandshalter eingeschraubt und dann wird das Mainboard mit den dazugehörigen Schrauben darauf befestigt.

    Das 5,25"-Laufwerk wird einfach von vorne ins Gehäuse geschoben und dann verschraubt. Die 3,5"-Laufwerke werden, wie bereits erwähnt, um 90 Grad versetzt eingebaut. Sie liegen auf kleinen Metallstegen auf und werden von der dem Mainboard zugewandten Seite verschraubt. Anschließend kann auch schon alles verkabelt werden. Nicht benötigte Kabel werden in freien Laufwerksschächten oder hinter dem Käfig für die Laufwerke verstaut.

    Fertig zusammengebaut sah das Ganze wie folgt aus:



    [break=Zusammenfassung Messwerte (Netzteile)]


    Das Diagramm zeigt den niedrigsten und den höchsten gemessenen Wirkungsgrad der PC-Netzteile, unabhängig davon, bei welcher Last sie diese Werte erreicht haben. Dennoch liegen alle Probanden sehr nah beieinander, da alle Hersteller mehr oder weniger dieselbe Technik verwenden. Das Schlusslicht in beiden Kategorien bildet LC Power mit 5,7 Prozentpunkten weniger als der beste Proband (MS-Tech) in Sachen niedrigste Effizienz. Beim höchsten gemessenen Effizienzwert erreichte LC Power nur knapp 71 %, während MS-Tech erneut besser abschneidet und fast 77 % erreicht. Auf dem zweiten Platz liegt Ultron, was nicht verwunderlich ist, da sie dasselbe Netzteil anbieten wie MS-Tech. Nur die unterschiedlichen Spezifikationen haben hier zu einer etwas ungünstigeren Lastverteilung geführt. Im Mittelfeld liegen Codegen und Rasurbo.



    Da +5 V und +12 V über den gleichen IC geregelt werden, haben wir die anliegende Spannung mit ihrem prozentualen Abstand zum Sollwert aufgeführt. Dieser Wert bezieht sich auf die höchste Last im Test, bei der wir zuverlässige Messwerte ermitteln konnten. +5 V ist eindeutig die Referenzspannung und selbst bei Höchstlast noch sehr nah am Optimalwert. Lediglich bei Ultron und LC Power fällt hier eine relativ hohe Spannung auf der Strecke ab. Codegen und Ultron erreichen eine sehr hohe Spannung auf +12 V, da der Ausgang bei Last auf +5 V mit angehoben wird - egal ob +12 V mit belastet wird oder nicht. Hier scheint die Lastverteilung aber besonders ungünstig gewesen zu sein. Daher liegen die Resultate außerhalb der ATX-Spezifikation, wie das Diagramm zeigt. Rasurbo und LC Power liegen bei 3,42 % bzw. 3,17 % über dem idealen Wert. Einzig bei MS-Tech scheint unsere Lastverteilung relativ gut abgestimmt worden zu sein. +3,3 V wird bei jedem der Modelle separat geregelt. Alle Ergebnisse befinden sich innerhalb der ATX-Spezifikation.

    [BREAK=Temperaturen und Lautstärke]

    Im ersten Schritt unserer Messungen haben wir uns die Lautstärke nur mit den vorinstallierten Lüftern, in diesem Fall hatte lediglich das Cooler Master Elite einen vorinstallierten Lüfter im Heck, ohne weitere Hardware angeschaut. Der Hintergrundpegel im Raum war mit unserem Messgerät nicht mehr messbar. Nach dem Anlaufen der Lüfter haben wir folgende Werte gemessen:


    Danach erfolgte der Belastungstest. Hierzu liefen Prime95 und FurMark für eine halbe Stunde gleichzeitig. Vorab die Lautstärke, die wir dabei gemessen haben, danach die erzielten Temperaturen:


    Die Prozessortemperaturen im MS-TECH CA-0160 und im Ultron UG-30-2 sind gerade so noch akzeptabel, im Sommer könnte es hier aber zu Problemen kommen. Auch die Festplattentemperaturen sind im Ultron-Gehäuse sehr hoch.
    Das Cooler Master Elite geht bei den Temperaturmessungen als Sieger hervor. Hier macht sich der vorinstallierte Lüfter klar bemerkbar, aber auch das LC-Power 604B weist ohne Lüfter fast die selben Temperaturen wie das Cooler-Master-Gehäuse auf.
    Knackpunkt bei den Temperaturmessungen ist im Übrigen nicht die CPU, sondern die Grafikkarte. Wir haben, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, die Messungen zuerst nur mit der internen Grafikeinheit des Mainboards durchgeführt. Da das Cooler Master Elite 310 das letzte Gehäuse in diesem Roundup ist und bis zum nächsten Test unser Testsystem beherbergen wird, haben wir an dieser Stelle noch einmal mit der Radeon HD 6950 einen Belastungstest gemacht. Nach knapp 15 Minuten und 61 °C Prozessortemperatur haben wir den Test dann abgebrochen, da es in den kritischen Bereich geht und das Gehäuse die Abwärme aus CPU und GPU nicht mehr effektiv abführen kann.
    Nachfolgend noch unser Diagramm mit der Temperaturdifferenz, basierend auf dem aktuellen Testsystem bei 20,8 °C Raumtemperatur.



    [BREAK=Fazit]


    Kommen wir zum Abschluss unseres Roundups und der Zusammenfassung. Wir hatten insgesamt sechs Gehäuse, mit Preisen von ungefähr 26 Euro bis hoch zu 35 Euro. Außer dem Cooler Master Elite waren alle Gehäuse mit einem Netzteil ausgestattet.

    Codegen Q3335-A2

    Das Codegen Q3335-A2 macht mit seiner Front im Titanium-Look einen insgesamt netten Eindruck. Die Verarbeitungsqualität innen und außen lässt aber zu wünschen übrig. Scharfe Kanten und spitze Ecken sorgen im Falle von Unachtsamkeit schnell für die eine oder andere Schnittwunde. Der Einbau der Komponenten ist ein wenig kniffelig, weil es sehr eng zugeht. Die Temperaturen unter Last sind im Rahmen, wer sie verbessern will, könnte optional zwei 80-mm-Lüfter zusätzlich einbauen. Dazu muss aber ein Adapter verwendet werden, oder die Lüfter werden am Mainboard angeschlossen. Das im Codegen-Gehäuse integrierte Netzteil P-Case mit 460 W Leistung verfügt nicht über die vorgeschriebene Leistungsfaktorkorrektur. Es dürfte daher eigentlich nicht im EU-Raum verkauft werden. Eine gut ausgebaute EMI-Filterung fehlt gleichermaßen. Zudem fallen die Spannungsregulation, die Leitungslänge und die Ausstattung mangelhaft aus. Im Test ließ sich das Gerät bis einschließlich 50 % stabil belasten, bei höherer Beanspruchung schaltet sich das Gerät ohne Folgeschäden aus.

    MS-TECH CA-0160

    Das MS-TECH CA-0160 ist im Gegensatz zu den restlichen Gehäusen auch im Innenraum lackiert. Die Verarbeitungsqualität ist einwandfrei, scharfe Kanten haben wir hier keine gefunden. Obwohl es im Innenraum ein wenig enger zugeht als im Codegen Q3335-A2, hat man doch mehr Platz zum Hantieren, da der Aufbau besser ist. Die Temperaturen unter Last sind gerade noch in Ordnung, im Sommer wird man aber unweigerlich Probleme bekommen. Das eingebaute PC-Netzteil SP4300 mit 430 W Leistung und einer schwarzen Lackierung wird zwar mit detaillierten Leistungsdaten spezifiziert, die aber falsch sind. Bei unserem zweiten Versuch, das Netzteil dauerhaft auf 80 % Last zu bringen, starb das Modell umgehend. Vorher konnten wir am +5-V-Ausgang eine Restwelligkeit von 58 mV ermittelt, was außerhalb der ATX-Spezifikation liegt. Mit 35 cm sind die meisten Leitungsstränge sehr kurz.

    Ultron UG-30-2

    Im Ultron UG-30-2 fällt einem als ersten auf, dass hier das Netzteil in der Front eingebaut ist. So etwas sieht man nur recht selten. Die Prozessortemperatur liegt knapp unter der des MS-TECH, dafür werden die Festplatten im Ultron relativ warm. Ebenfalls wie beim MS-TECH hat man auch im Ultron die Möglichkeit, einen optionalen Lüfter zu Verbesserung der Temperaturen einzubauen. Auf der Rückseite kann ein 80 oder 92-mm-Lüfter installiert werden. Das hier verwendete Netzteil UG-30-2 mit 400 W entspricht dem Probanden von MS-Tech bis auf wenige Details. Daher zeigte es dieselben Probleme im Lasttest auf und starb letzten Endes bei 80 % Last. Beinahe über den gesamten Testzeitraum hinweg war ein deutlich hörbares Surren zu vernehmen. Mit vier SATA- und drei HDD-Steckern ist das Gerät noch vergleichsweise gut ausgestattet, der 6-pin-Grafikkartenstecker wurde dagegen eingespart. Die Leitungen sind so kurz wie bei MS-Tech, was je nach Gehäusetyp von Vorteil oder von Nachteil sein kann. Bei uns war es wohl eher Letzteres, da das Netzteil in der Front eingebaut ist und der 24-pin-ATX Stecker auf der schräg gegenüberliegenden Seite, neben dem I/O-Panel der Mainboards liegt. Wir mussten notgedrungen auf ein Verlängerungskabel zurückgreifen.

    Rasurbo BC 07

    Beim Rasurbo BC 07 stach die Abdeckung des I/O-Panels deutlich als Negativpunkt ins Auge. Diese hat nach mehrmaligem Öffnen/Schließen Ihren Dienst quittiert und ließ sich nicht mehr verriegeln. Mit fast 34 Euro ist das Rasurbo das teuerste Gehäuse in diesem Test gewesen, da hätten wir eine bessere Qualität erwartet. Was die Temperaturen betrifft, landet das Rasurbo im Mittelfeld des Tests. Mit dem integrierten Netzteil 460WP (460 W) bietet Rasurbo relativ lange Leistungsstränge (ab 45 cm), aber nur sehr wenige Stecker. Der 6-pin-Anschluss für Grafikkarten wurde intern an eine einzige gelbe Leitung angebunden, sollte also in keinem Fall verwendet werden. Bis einschließlich 50 % Last bleiben sämtliche Messwerte innerhalb der ATX-Spezifikation. Bei höherer Last schaltet sich das Netzteil ab, lässt sich aber auch jedes Mal wieder einschalten. Folgeschäden gab es keine.

    LC-Power 604B

    Das LC-Power 604B weist, obwohl es gänzlich ohne Lüfter ausgestattet ist, sehr gute Temperaturen auf. Beim Einbau hat man mit ausladenden Kühlern zwar recht wenig Platz, aber dennoch keine Probleme. Die glänzende Front mit den weinroten Elementen ist zwar sehr empfindlich, aber auch ein echter Hingucker. Mit einer Prozessortemperatur von 48 °C muss sich das LC-Power lediglich dem Cooler Master geschlagen geben, was aber auch ab Werk mit einem Lüfter ausgestattet ist. LC Power verfügt mit dem LC420H-8 über das einzige PC-Netzteil im Test, das von einem 80-mm-Lüfter gekühlt wird. Wirklich leise ist zwar keines der Geräte, in diesem Fall können wir aber abgesehen vom Zirpen bei geringer Last recht zufrieden sein, was die Lautstärke betrifft. Dafür sind die Leitungsstränge mit teils 30 cm Länge sehr kurz und der Wirkungsgrad niedrig. Wie bei Rasurbo konnten wir das Gerät zwar nicht zu 80 % Last überreden, zumindest schaltete es sich aber stets ohne Probleme ab. Zuverlässigkeit und Sicherheit sind für uns wichtigere Aspekte als etwa die Ausstattung. Damit gehört das LC420H-8 insgesamt zu den "besseren" Netzteilen im Test.

    Cooler Master Elite 310

    Das Cooler Master Elite 310 ist das einzige Gehäuse in unserem Test, das über einen vorinstallierten Lüfter verfügt. Dafür ist kein Netzteil im Lieferumfang enthalten. Mit knapp 30 Euro ist das Gehäuse zwar nicht das teuerste, aber man muss noch ein zusätzliches Netzteil dazu rechnen. Wir wollten sehen, ob es Sinn macht, ein paar Euro mehr für ein Netzteil zu verwenden, oder ob die Netzteile, welche die anderen Hersteller mitliefern, ausreichend sind. Cooler Master unterstreicht schon beim Zubehör, das es sich hierbei um ein wirkliches Markengehäuse handelt. Eine Einbauanleitung, jede Schraubensorte extra verpackt und ein vorinstallierter 120-mm-Lüfter. Neben dem vergleichsweise reichhaltigen Zubehör kommt auch die Optik nicht zu kurz, welche man kurzum als schlicht und elegant bezeichnen kann. Dank des Lüfters erzielt das Elite die besten Temperaturen im Test. Außerdem wäre es möglich gewesen unsere Radeon HD 6950 aus unserem Testsytem im Elite einzubauen.

    Wer sich einen eigenen Rechner zusammenschrauben will, der sollte schon genau mit der Materie der verwendeten Komponenten vertraut sein, wenn man auf eines der Gehäuse aus diesem Test zurückgreifen will. Sämtliche Gehäuse sind recht instabil und kaum eines fasst größere Grafikkarten. Ganz abgesehen davon, dass es bei hochgetakteten Grafikkarten über kurz oder lang zu Temperaturproblemen kommen wird. Wer zudem regelmäßig an seinem PC herumschraubt, der wird hier nicht glücklich werden. Die Gehäuse sind eigentlich allesamt dazu gedacht, darin einen Rechner zu installieren und das Gehäuse danach höchstens mal zum Reinigen zu öffnen. Ansonsten lässt man die Gehäuse einfach vor sich hin arbeiten. Damit ist auch die Zielgruppe klar, nämlich einfache Office- oder Internetrechner. Wer denkt, er könnte hiermit einen Gaming-Rechner betreiben, liegt falsch. Wer aber, wie gesagt, einfach nur ein wenig im Internet stöbern will und halt ein paar Excel-Tabellen oder Briefe erstellt, der kann sich hier bedenkenlos einen Rechner beim Händler seines Vertrauens mit solch einem Gehäuse zusammenstellen lassen. Dafür reicht der Platz im Inneren allemal. Beim MS-TECH und beim Ultron sollte man allerdings beachten, dass man später keine dedizierte GPU einbauen sollte. Das Codegen-Netzteil dürfte, wie wir feststellen mussten, nicht einmal in der EU verkauft werden, da es nicht über die vorgeschriebene Leistungsfaktorkorrektur verfügt. Das würden wir nicht einmal Office- oder Internetrechnern empfehlen.

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