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    FSP Aurum Xilenser AU-500FL 500W



    Passiv gekühlte PC-Netzteile sind nach wie vor eine Seltenheit am Markt, da sie sich an eine ganz spezielle Zielgruppe richten, denen auch 400/min-Lüfter noch zu laut sind. Nachdem wir vor kurzem das Silentmaxx Fanless II 500 80Plus Platinum mit 500 W getestet haben, werden wir heute das FSP Aurum Xilenser AU-500FL mit gleicher Nennleistung vorstellen. Das zuletzt genannte Modell muss sich also direkt gegen die bereits erhältliche Konkurrenz durchsetzen. Das FSP Aurum Xilenser ist aktuell noch nicht verfügbar, was die Vergleichbarkeit noch etwas behindert. Dennoch werden wir einen ersten Blick auf die Vorzüge und Nachteile des Probanden werfen. Wir bedanken uns bei FSP für die Bereitstellung des Testmusters und wünschen wie immer viel Spaß beim Lesen!

    Preisvergleich nicht möglich

    [break=Lieferumfang und Nennleistung]


    Dem Paket werden modulare Leitungsstränge mit je einem Kabelbinder (Klettverschluss), zusätzliche Standard-Kabelbinder, ein Aufkleber mit FSP-Logo, die notwendigen Schrauben und ein Benutzerhandbuch beigelegt. Zu den Produkteigenschaften zählen das 80-PLUS-Gold-Zertifikat, der nicht vorhandene Schalldruckpegel mangels Lüfter, die pfeilförmigen Entlüftungslöcher, umfangreiche Schutzmechanismen, ein japanischer "Long-Life-Kondensator" und die flachen Anschlussleitungen. Nicht zuletzt gewährt FSP 5 Jahre Garantie auf das Produkt.



    Mit 100 W sind +3,3 V und +5 V relativ leistungsschwach. Diese sind laut Spezifikation mit je 20 A belastbar. Die beiden +12-V-Ausgänge werden mit 22 A angegeben und können 492 W leisten, was beinahe der Gesamtleistung entsprechen würde. Auf dem Etikett wird erfreulicherweise auch angegeben, welcher +12-V-Ausgang welche Komponenten im PC versorgt. Demnach sind die Mainboard- und die Peripheriestecker an +12 V1 angeschlossen, wobei ein Teil des CPU-Steckers auch noch mit +12 V2 verbunden ist. Über den zuletzt genannten Ausgang werden auch die Grafikkarten versorgt. Laut Angabe zieht das Netzteil 3 A bei einer Eingangsspannung von 230 V.

    [break=Aussehen und Anschlüsse]


    FSP FSP FSP FSP FSP FSP


    Sowohl zur Be- als auch zur Entlüftung verwendet FSP pfeilförmige Öffnungen. Auch an den beiden Flanken und der Unterseite stehen entsprechende Entlüftungslöcher zur Verfügung. Die kratzfeste Oberfläche und die dicken Wände lassen das Gehäuse sehr robust wirken, wobei die goldfarbenen Flächen an der Oberseite nur angeklebte bzw. festgesteckte Plastikelemente sind. Andere Lösungen wären teurer, aber auch besser. Im Idealfall hätte man die Elemente einfach weglassen können. Wie üblich befindet sich neben der Kaltgerätekupplung ein schmaler Netzschalter. Die Steckerbuchsen auf der Rückseite sind durchgehend schwarz, stehen nicht über und wurden beschriftet.



    Main CPU PCIe Peripherie
    --------------------------- --------------------------- --------------------------- ----------------------------------------------
    1x 24-pin (ca. 55 cm) 1x 4+4-pin (ca. 65 cm) 2x 6/8-pin (ca. 55, 65 cm) 3x SATA (ca. 55, 70, 85 cm)
    - - 2x 6/8-pin (ca. 55, 65 cm) 2x HDD, 1x SATA (ca. 55, 70, 85 cm)
    - - - 2x HDD, 1x SATA (ca. 55, 70, 85 cm)
    - - - 1x HDD auf FDD Adapter (ca. 15 cm)
    - - - -


    Mit fünf SATA- und vier HDD-Steckern ist das Modell relativ schlecht ausgestattet, selbst für ein passives Netzteil. Das X-460FL von Seasonic bietet einen HDD-Stecker mehr bei 40 W weniger Leistung. Allerdings verfügt das letztere Netzteil auch nur über zwei PCIe-Stecker. In dieser Hinsicht ist der FSP-Proband sehr gut bestückt und bietet wie Silentmaxx vier Anschlussmöglichkeiten. Auch die Leitungslängen sind sehr zufriedenstellend, wenn ein Big Tower verwendet wird. Das Sleeving ist wie bei den bisherigen Aurum-Modellen gut verarbeitet, allerdings auch nicht ganz blickdicht.

    [break=Elektronik/Technik]


    FSP Elektronik FSP Elektronik FSP Elektronik FSP Elektronik FSP Elektronik FSP Elektronik


    FSP verwendet nicht mehr die aktive Klemmung und erweitert die Halbbrücke um einen Schwingkreis, um auch hier bei Nullspannung schalten zu können. Eingangsseitig werden vier Y-Kondensatoren, zwei X-Kondensatoren und zwei Gleichtaktdrosseln zur Störunterdrückung verwendet. Ein Thermistor begrenzt den Einschaltstrom und wird von einem Relais zum Abkühlen überbrückt. Ein MOV als passiver Überspannungsschutz fehlt. Wie man sieht, wird an einem der Kühlkörper die Temperatur gemessen, die teils genauso wie bei Seasonic aussehen.

    Hinter der Gleichrichterbrücke LL25XB60 folgt die Leistungsfaktorkorrktur mit zwei Primärkondensatoren von Panasonic. Die PFC-Diode von CREE hat laut Angabe keine Sperrverzugszeit und die PFC-Transistoren 22NM60N verfügen über einen geringen Einschaltwiderstand von 220 mOhm, weshalb die Verlustleistung hier sehr gering ist. Da der IC CM6901 für den Resonanzwandler im Sekundärschaltkreis installiert wurde, wird ein zweiter zur Ansteuerung der PFC-Transistoren verwendet, welcher auch über einige Schutzmechanismen verfügt. Auf die Sekundärgleichrichtung folgt eine Ausgangsfilterung mit mehreren Feststoffkondensatoren. Eine weitere Ähnlichkeit zu Seasonic besteht bei der Anbindung der Steckerbuchsen zum PCB, da diese ebenfalls über kurze und sehr dicke Anschlüsse verbunden werden und nicht mehr über Leitungen. Im Gegensatz zu den aktiv gekühlten Netzteilen verfügt das Xilenser über Tiefsetzsteller für die kleineren Ausgänge +3,3 V und +5 V.

    [break=Messungen]
    Belastung* Lautstärke +3,3 V (ripple & noise) +5 V (ripple & noise) +12 V (ripple & noise) Wirkungsgrad/PFC Δϑ
    ----------- -------------------------------------- ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------- ---------
    5 % Minimales Zirpen +1,52 % (2 mV) +3,40 % (2 mV) +1,42 % (7 mV) 73,67 % / 0.883 1,7 °C
    10 % Minimales Zirpen +1,52 % (3 mV) +3,40 % (5 mV) +0,92 % (15 mV) 85,86 % / 0.864 2,6 °C
    20 % Minimales Zirpen +1,52 % (12 mV) +3,20 % (12 mV) +0,75 % (25 mV) 90,10 % / 0.939 4,6 °C
    50 % Zirpen +0,91 % (11 mV) +3,00 % (17 mV) +0,58 % (38 mV) 92,14 % / 0.984 8,3 °C
    80 % Zirpen +0,61 % (21 mV) +2,40 % (17 mV) +0,58 % (40 mV) 91,60 % / 0.988 15,9 °C
    100 % Zirpen +0,30 %(23 mV) +2,40 % (20 mV) +0,92 % (47 mV) 91,06 % / 0.990 18,6 °C
    110 % Zirpen +0,30 % (25 mV) +2,40 % (22 mV) +0,75 % (51 mV) 90,84 % / 0.990 20,8 °C
    Crossload 1 - +1,52 % +0,20 % +0,42 % - -
    Crossload 2 - +1,21 % -0,20 % +1,33 % - -
    * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers. Bei den +12-V-Ausgängen geben wir die mit der schlechtesten Regulation (bzw. höchsten Restwelligkeits-Messung) an. Crossload 1: 3,3 V und 5 V bei 1 A, 12 V beim spezifizierten Maximalwert. Crossload 2: 3,3 V und 5 V beim spezifizierten Maximalwert und 12 V bei 1 A. Δϑ entspricht der Temperaturdifferenz zwischen den Entlüftungslöchern und der Raumtemperatur (22,1 °C), angegeben in °C.


    Wie unsere Messungen zeigen, liegt am Ausgang +5 V immer eine sehr hohe Spannung an. Zwischen 80 und 110 % Last verändert sich der Wert nicht mehr. +3,3 V liegt bei Überlast noch knapp über dem Sollwert; ähnliches gilt für +12 V. Selbst während der Crossload-Tests ist die Spannungsregulation sehr zufriedenstellend, was den einzeln geregelten Ausgangsspannungen zu verdanken ist. Bei 20 % Last liegt der Wirkungsgrad bereits über 90 %. Generell sind die Ergebnisse bei niedriger Last etwas besser als bei Seasonic. Dafür kann FSP nicht ganz bei der Restwelligkeit mithalten. Zwar sind die Werte deutlich innerhalb der ATX-Spezifikation, doch erreicht das 460-W-Netzteil von Seasonic verschwindend geringe Werte - selbst unter Volllast. Das Xilenser wird im Betrieb mehr als nur handwarm, was selbst bei 80 Plus Gold kaum verwunderlich ist. 42,9 °C sind an der Abluft ein hoher Wert, wenn man bedenkt, dass wir bei einer Umgebungstemperatur von unter 25 °C getestet haben. Letztere Testbedingung bedeutet für ein Netzteil dieser Art eigentlich noch keinen großen Stress. Trotzdem sind die Temperaturen sicherlich noch in Ordnung für ein passives Gerät, in dem eben keine Luftbewegung für Kühlung sorgt. Unter Last stört das Zirpen, welches mangels eines Lüftergeräuschs umso deutlicher zu hören ist. Genauer gesagt zirpt die PFC-Drossel auf einer (aus akustischer Sicht) hoher Frequenz, während die Spulen auf den Tiefsetzstellern leise "rasseln". Allerdings haben wir diesmal kein Vergleichsexemplar zur Verfügung. Es mag sich daher um einen Einzelfall handeln. Abgesehen davon ist das Geräusch bei geringer Last absolut erträglich.

    [break=Zusammenfassung]


    Das FSP Aurum Xilenser AU-500FL 500 W ist ein effizientes und passiv gekühltes Netzteil, bei dem ein stetiges, aber erträgliches Zirpen zu hören ist. Dieses könnte manche Kunden stören, wobei wir aktuell nicht wissen, ob es sich nur um einen Einzelfall handelt. Es wird deutlich, dass FSP den Modellen von Seasonic nacheifert, allerdings nicht deren niedrige Restwelligkeit erreicht. Die Anzahl der PCIe-Stecker ist sehr zufriedenstellend, während die Peripherieanschlüsse noch erweitert werden könnten. Dagegen sind die Leitungslängen sehr vorteilhaft, wenn ein Big Tower verwendet wird. Ein Preisvergleich ist aktuell nicht möglich, weshalb wir uns auf einen kurzen Abschluss des Tests beschränken. Ausgehend von einem ähnlichen Preis wie beim Seasonic X-Series Fanless X-460FL ist das Modell sicherlich empfehlenswert, wenn ein passives Netzteil mit vier Grafikkartensteckern benötigt wird. Auch die flachen Anschlussleitungen dürften sich großer Beliebtheit erfreuen. Andernfalls ist die Lösung von Seasonic qualitativ die bessere und Silentmaxx bietet mit dem Fanless II ein 80-PLUS-Platinum-Netzteil zu guten Preiskonditionen. Um sich behaupten zu können, wird FSP mit einem niedrigen Preis starten und die Nebengeräusche in den Griff bekommen müssen.

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    Geändert von Nero24. (17.08.2013 um 20:27 Uhr)

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