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    Xilence Interceptor Pro - Der neue Platzhirsch im Gehege?

    Xilence Technology Co. Ltd. ist ein deutsch-chinesischer Hersteller von Komponenten zur Kühlung und Geräuschminimierung von PCs. Neben Netzteilen, Gehäuselüftern, Notebookkühlern, CPU-, HDD-, GPU-, RAM-, Northbridge-Kühlern und Notebook-Zubehör hat man mittlerweile auch Gehäuse im Sortiment. Wir testen heute für Euch das Xilence Interceptor Pro, ein HPTX-Gehäuse.

    Ähnlich wie Corsair seinerzeit beim Release der Obsidian-Reihe vertritt Xilence wohl auch das Motto: Nicht kleckern, sondern klotzen. Mit dem Interceptor Pro bietet der Hersteller womöglich das größte auf dem Markt befindliche Gehäuse für Endverbraucher an. Zumindest für den deutschsprachigen Raum. Nicht nur, dass das Interceptor-Gehäuse Mainboards im HPTX-Format aufnimmt, die Pro-Version, welche wir heute testen, fasst zusätzlich noch ein zweites Mainboard im mITX-Format. Es handelt sich hiermit im Prinzip um zwei Gehäuse, die aufeinander gesetzt wurden. Ein mITX-Gehäuse und ein HPTX-Gehäuse. Das letzte Review zu einem Gehäuse, mit dem dies möglich war, war das Thermaltake Mozart im Jahr 2006. Der heutige Artikel war schon im Vorfeld mit Schwerstarbeit verbunden, 26 kg, verpackt in einem Karton mit 98 cm Höhe, wollten in den zweiten Stock getragen werden. Da war die Spannung beim Auspacken natürlich vorprogrammiert. Doch auch dies erforderte mehr als den üblichen Kraftaufwand. Bei jedem anderen Gehäuse öffnet man die Umverpackung oben und hebt das Gehäuse heraus. Beim Interceptor Pro mussten wir den Umkarton oben und unten öffnen, um das Gehäuse dann herauszuschieben. Anders war es nicht möglich, den Koloss aus seiner Verpackung zu befreien. Was uns schließlich in diesem Riesenkarton erwartete, werden wir auf den folgenden Seiten ausführlich unter die Lupe nehmen.

    Wir bedanken uns bei Xilence für das Testmuster und wünschen viel Spaß beim Lesen.



    [BREAK=Testsystem]Für das Testsystem kommt eine AMD-Plattform mit folgenden Komponenten zum Einsatz:
    • CPU: AMD Phenom X4 9850 Black Edition mit 4 x 2,5 GHz und 125 W TDP
    • CPU-Kühler: Scythe Rasetsu oder bei kleineren Gehäusen der AMD-Boxed Kühler
    • Mainboard: ASRock A780FullHD - AMD 780G/SB700-Chipsatz, mATX
    • Arbeitsspeicher: 4 x 1024 MB Kingston (DDR2-800)
    • Grafikkarte: Gigabyte Radeon HD 6950 mit 2048 MB Grafikspeicher
    • Festplatte: 2 x Maxtor DiamondMax 10
    • Netzteil: Enermax Modu 82+
    Der Testparcours bedarf einiger Hilfsmittel und Programme:
    • Furmark v1.80 – Stabilitätstest für die Grafikkarte
    • Prime95 v25.11 - CPU-Testprogramm
    • AIDA64 Extreme Edition zur Auswertung sämtlicher Temperatursensoren

    Messgeräte: Voltcraft 329 Schalldruckmessgerät. Zum Aufheizen des Systems kommen Prime95 und FurMark gleichzeitig zum Einsatz. Hierbei wird eine Belastung der CPU und GPU erzielt, welche im normalen Alltagsbetrieb kaum vorzufinden ist. Ein Testlauf ist absolviert, wenn das System 30 Minuten der Belastung standhält. Vorzeitige Abbrüche werden selbstverständlich vermerkt und gehen mit den letzten Maximaltemperaturen in die Grafiken ein. Messungen im Idle-Zustand haben wir gestrichen, da diese bei den Stromsparmechanismen der Prozessoren zunehmend uninteressanter sind. Die Raumtemperatur beträgt hierbei 20 °C. Die erzielten Temperaturen der einzelnen Sensoren lesen wir mit dem Programm AIDA64 Extreme Edition aus. Hierfür hat uns der Hersteller freundlicherweise einige Lizenzen zur Verfügung gestellt.

    Bei den Messungen der Lautstärke haben wir uns für zwei Durchläufe entschieden: ein erster unter voller Last des gesamten Systems und ein weiterer, wenn lediglich die im Gehäuse verbauten Lüfter laufen. Damit möchten wir eine bessere Vergleichbarkeit für den Leser gewährleisten. Die Lautstärke mit verbauter Hardware ist stets von den einzelnen Komponenten abhängig und wird somit immer unterschiedlich ausfallen; ohne installierte Hardware wird sie jedoch bei jedem annähernd gleich sein. Wir messen die Lautstärke mit einem dB(A)-Messgerät von drei Seiten bei einem Abstand von 30 cm.



    [BREAK=Technische Daten]Die Daten zum Xilence Interceptor Pro entnehmen wir wie immer der Webseite des Herstellers:

    ModellnameXilence Interceptor Pro
    LaufwerkschächteHauptgehäuse:
    Extern: 4x 5,25 Zoll
    Intern: 6x 3,5 Zoll (SATA Hot-Swap), 4x 2,5 Zoll (SATA Hot-Swap)
    mITX-Gehäuse:
    Extern: 2x 5,25 Zoll
    Intern: 2x 3,5 Zoll (SATA-Hotswap)
    Abmessungen

    220 x 780 x 605 ( Breite, Höhe, Tiefe)

    Material0,7 und 0,8 mm SSEC, Kunststoff
    FormfaktormITX, mATX, ATX, E-ATX, XL-ATX, HPTX
    Front I/OHauptgehäuse:
    1x USB 3.0, 2x USB 2.0, Audio-IN/OUT
    mITX-Gehäuse:
    2x USB 2.0, Audio-IN/OUT
    Maximale Länge Grafikkarte370 mm
    Maximale CPU-Kühler Höhe 182 mm (160 mm mit Seitenlüfter)
    Lüfter:

    Hauptgehäuse:
    Front: 2x 120 mm (Front)
    Rückseite: 1x 140 mm (Rückseite)
    Deckel:  3x 120 oder 2x 140 mm (optional)
    Seite: 2x 120/140 oder 1x 230 mm (optional)
    mITX-Gehäuse:
    Deckel: 4x 120 mm oder 3x 140 mm oder 2x 230 mm (optional)
    Boden: 1x 120/140 mm (optional)

    Erweiterungsslots 10
    Gewicht 23 kg
    Empfohlener Verkaufspreis ca. 220,- Euro


    Der Lieferumfang des Xilence Interceptor Pro umfasst die auf dem Bild ersichtlichen Kleinteile:

    • Einbauanleitung Deutsch/Englisch
    • 7x wiederverschließbare Beutel mit Montagematerial
    • 5x Kabelbinder
    • 2x Kunststofffüße
    • Kupplung zur Schaltung zweier Netzteile
    • Abdeckung für die I/O-Blende
    • 2 zusätzliche Blenden für das mITX-Gehäuse

    Nicht mit im Bild sind zwei massive Füße, die von unten am Gehäuse verschraubt werden müssen. Interessant beim Lieferumfang sind zum einen die zwei zusätzlichen Blenden für das mITX-Gehäuse. Wenn man kein zweites System einbauen will, ermöglichen diese beiden Blenden entweder den Einbau eines weiteren Netzteils oder die Montagemöglichkeit für einen optionalen Lüfter. Beide Blenden verfügen über zwei zusätzliche Schlauchdurchführungen für eine externe Wasserkühlung. Das zweite interessante Teil im Zubehör ist die Kupplung, die es ermöglicht, zwei Netzteile zu schalten. Für einen bombensicheren Stand hat Xilence dem Interceptor Pro zwei massive Kunststofffüße beigepackt. In Anbetracht des hohen Gewichtes wären Rollen allerdings besser gewesen.

    Weiterhin haben wir von Xilence ein SSD/HDD-Dock für einen 5,25“-Schacht erhalten. In diesem Dock können werkzeuglos per HotSwap zwei 2,5“-Laufwerke oder schnelle SSDs angeschlossen werden. Zusätzlich verfügt es noch über zwei native USB-3.0-Anschlüsse, die über einen 19-Pin-Anschluss direkt am Mainboard angeschlossen werden, sofern dieses die passenden Anschlüsse bietet. Das SSD/HDD-Dock ist optionales Zubehör und kann natürlich auch für andere Gehäuse verwendet werden. Der Preis hierfür beträgt ca. 27 Euro, im Preisvergleich gelistet ist es allerdings noch nicht.



    [BREAK=Äußeres – Teil 1]

    Das Interceptor ist ein Gaming-Gehäuse und dementsprechend dominieren natürlich Meshgitter und ein bulliges Aussehen, was angesichts der immensen Größe von 780 mm erst so richtig zur Geltung kommt. Doch fangen wir mit dem oberen Teil an. Hier bietet das Interceptor Pro die Möglichkeit, ein zweites System im mITX-Format einzubauen. Das Interceptor Pro besteht also im Prinzip aus zwei Gehäusen, während das normale Interceptor lediglich ein Mainboard aufnehmen kann, dieses allerdings auch bis hin zum HPTX-Format. Für das mITX-Gehäuse stehen zwei externe 5,25“-Laufwerkseinschübe zur Verfügung.

    Ein Quersteg aus Kunststoff trennt die beiden Sektionen des Gehäuses. Dieses zweite Gehäuse fasst Mainboards bis hin zum HPTX-Format. Für die HPTX-Sektion sind vier externe 5,25“-Laufwerkseinschübe vorgesehen. Darunter folgt eine Tür mit Linksanschlag, in der zwei 120-mm-Lüfter, die im laufenden Betrieb dezent rot leuchten, bereits vorinstalliert sind. Die Lüfter verfügen zwar über einen Staubfilter, dieser kann aber leider nur umständlich gereinigt werden, da hierfür das Meshelement abgeschraubt werden muss.

    Hinter der Tür, die durch vier Magnete sicher gehalten wird, befinden sich die Einbauplätze für die internen Laufwerke. Alle Laufwerke sind per HotSwap angeschlossen und können somit, die passenden Einstellungen im Betriebssystem vorausgesetzt, im laufenden Betrieb gewechselt werden. Xilence hat dem Interceptor Pro für das HPTX-Gehäuse insgesamt vier SATA-HotSwap-Einschübe für 2,5“-SSDs und sechs SATA-HotSwap-Einschübe für 3,5“-Laufwerke spendiert. Während HotSwap für 3,5“-Laufwerke auch bei anderen Anbietern zu finden ist, sind 2,5“-HotSwap-Einschübe im Moment noch eher die Ausnahme.

    Die 3,5“-Laufwerke werden hierzu in den Schubladen verschraubt, alternativ können in diesen aber auch 2,5“-Laufwerke oder eben weitere SSDs verschraubt werden. Die Schubfächer machen einen sehr stabilen Eindruck, verfügen aber leider über keinerlei Entkopplung. Der Einbau im 2,5“-HotSwap findet werkzeuglos statt. Hierzu werden die Halterungen aufgeklappt, die Laufwerke einfach dazwischen geklemmt, dann klappt man die Halterungen wieder zu und sie werden einfach in den HotSwap geschoben.



    [BREAK=Äußeres – Teil 2]

    Beim linken Seitenteil befindet sich im Bereich des mITX-Gehäuses ein großer eingeprägter Xilence-Schriftzug, der fast über die gesamte Gehäusetiefe geht. Rechts und links davon sind zwei Kunststoffschieber. Mit diesen lässt sich das Seitenteil des mITX-Gehäuses öffnen. Wie dies genau aussieht, werden wir später noch sehen. Darunter, optisch durch einen roten Streifen abgetrennt, kommt das HPTX-Gehäuse. In einem ausgestellten Teil befindet sich eine kleine Plexiglasscheibe, die einen Einblick ins Gehäuse erlaubt. Viel sieht man hier allerdings nicht, da der Streifen gerade einmal 35 mm breit ist. Richtig zur Geltung kommt das wohl erst, wenn man zusätzlich noch Beleuchtungen im Gehäuse installiert. Ebenfalls im ausgestellten Teil können optionale Lüfter installiert werden. Je nach Bedarf ist Platz für einen 230-mm-Lüfter oder zwei 120-/140-mm-Lüfter. Auch hier hat Xilence an einen Staubfilter gedacht, der sich im Gegensatz zu seinem Pendant in der Front jedoch bequem mit zwei Fingern entfernen lässt.

    Das rechte Seitenteil ist im mITX-Bereich konform zur linken Seite aufgebaut. Im HPTX-Bereich ist es ebenfalls ausgestellt, hat aber sonst keine weiteren Features. Beide Seitenteile sind mit Rändelschrauben befestigt.


    Kommen wir zum Gehäusedeckel. Der vordere abgeschrägte Teil fasst das I/O-Panel des HPTX-Gehäuses. Hier stehen ein USB-3.0-Anschluss, zwei USB-2.0-Anschlüsse sowie Audio-IN/OUT-Buchsen zur Verfügung. Ebenfalls vorhanden sind ein Power- und ein Resettaster mit präzisem Druckpunkt sowie zwei Status-LEDs.

    Darüber kommt das I/O-Panel des mITX-Gehäuses. Hier stehen lediglich zwei USB-2.0-Anschlüsse und Audio-IN/OUT-Buchsen zur Verfügung. Weiterhin ebenfalls, diesmal aber mit deutlich größerem Hub Power- und Resettaster. Ebenfalls vorhanden sind zwei Status-LEDs. Dieses I/O-Panel kann mit einer kleinen schwarzen Blende, die dem Zubehör beiliegt, abgedeckt werden.

    Ein Schieber im rechten Teil des Deckels erlaubt es, sieben Lufteinlässe im Deckel zu öffnen, ähnlich wie wir es vor kurzem im Test zum Enermax SpineRex schon gesehen haben. Der Anstellwinkel ist allerdings nur minimal. Vorteil dieses Systems – bei geschlossenen Klappen kann kein Staub von oben ins Gehäuse gelangen. Dies dürfte speziell Anwender freuen, die planen, einen Radiator im Deckel einzubauen. Nichts dürfte ärgerlicher und schwerer zu reinigen sein als Staub zwischen den einzelnen Lamellen eines Radiators. Löst man zwei Rändelschrauben auf der Gehäuserückseite, ist der Deckel schnell entfernt. Darunter ist Platz für optionale Lüfter. Wahlweise können hier eingebaut werden: Vier 120-mm-, drei 140-mm- oder zwei 230 mm-Lüfter. Verzichtet man gar auf den Einbau des mITX-Systems, kann auch ein 480-mm-Radiator eingebaut werden.

    Die Standfüße liegen dem Zubehör bei und müssen von unten an das Gehäuse geschraubt werden. Für eine Entkopplung vom Boden sind sie mit dicken geriffelten Gummipuffern versehen. Das Netzteil wird im Gehäuseboden eingebaut. Auch hier befindet sich ein auswaschbarer Staubfilter, der bequem zum Reinigen nach hinten herausgezogen werden kann. Ansonsten bietet die Unterseite keine weiteren Features.



    [BREAK=Äußeres – Teil 3]

    Bei der Gehäuserückseite fangen wir wieder mit dem mITX-Gehäuse an. Für ein solches steht unter dem Gehäusedeckel ein Einbauplatz für ein SFX-Netzteil zur Verfügung. Darunter kommt auch schon das I/O-Panel des Mainboards, welches hier liegend eingebaut wird. Rechts davon befindet sich eine rote Slotblende im Meshstil für eine Erweiterungskarte. Will man, aus was für Gründen auch immer, kein mITX-System einbauen, liegen dem Zubehör zwei Blenden bei, welche alternativ eingebaut werden können. Mit der einen Blende hat man die Möglichkeit, ein zweites ATX-Netzteil einzubauen, die zweite Blende nimmt einen optionalen Lüfter auf. Beide Blenden sind mit jeweils zwei gummierten Schlauchdurchführungen versehen, die Platz für Schläuche mit ca. 25 mm Durchmesser bieten. Die optische Trennung zum HPTX-Gehäuse findet wieder durch eine rote Abtrennung statt.

    Das HPTX-Gehäuse hat im oberen Teil eine kleine, rechteckige, gummierte Kabeldurchführung. Rechts neben der I/O-Blende befindet sich der dritte vorinstallierte Lüfter. Dieser hat eine Größe von 140 mm. Unter dem Lüfter sind sieben Schlauchdurchführungen vorhanden. Drei der Schlauchdurchführungen fassen Schläuche mit einem Durchmesser von 15 mm, die restlichen vier nehmen Schläuche bis 25 mm auf. Die Gummierungen sind sehr stramm eingebaut, daher sollte ein Lösen beim Durchschieben eines Schlauchs so gut wie ausgeschlossen sein.

    Das Netzteil wird auf dem Gehäuseboden eingebaut. Hier mit im Bild der bereits erwähnte Staubfilter, der sich nach hinten herausziehen lässt.



    [BREAK=Inneres – Teil 1]

    Beim Inneren fangen wir wieder mit dem mITX-Gehäuse an. Die Seitenteile werden gelöst, indem man die Kunststoffschieber aufeinander zubewegt. Hierbei sollte man das Seitenteil festhalten, andernfalls schlägt es ungebremst nach unten. Beide Seitenteile lassen sich nicht vollständig lösen, wie üblich bei Gehäusen, sondern hängen quasi am Chassis. Der Innenraum ist hier natürlich ebenfalls in schwarz lackiert, der Übergang zum HPTX-Gehäuse in rot, was optisch ziemlich ansprechend wirkt. Das Mainboard wird im hinteren Teil liegend montiert, darüber ist Platz für ein SFX-Netzteil. Neben den eingangs erwähnten zwei externen 5,25“-Laufwerken ist natürlich auch Platz für interne Laufwerke. Insgesamt zwei an der Zahl können in einem HotSwap-Schacht eingebaut werden. Diese Schubfächer nehmen wahlweise 3,5“- Laufwerke oder schnelle 2,5“-SSDs auf. Der einzige Wermutstropfen ist, dass die Schubfächer nicht lackiert sind. Hier kommt der blanke Stahl zum Vorschein. Im vorderen Teil können werkzeuglos mit Schnellverschlüssen zwei 5,25“-Laufwerke eingebaut werden. Die Schnellverschlüsse sind hierbei ebenfalls in rot gehalten.

    Das HotSwap-Modul wird über einen freien Molex-Anschluss vom Netzteil mit Strom versorgt und bietet gleichzeitig noch einen Anschluss für zwei Lüfter. Befestigt ist das ganze Modul lediglich mit vier Rändelschrauben. So lässt es sich sehr schnell entfernen, wenn man hier kein mITX-System einbauen will. Darunter besteht nämlich die Möglichkeit, einen zweiten Radiator mit 360 mm oder zusätzliche Lüfter einzubauen.

    Kommen wir zum HPTX-Gehäuse: Der Mainboardträger verfügt über einen Auschnitt, um verschraubbare Kühler ohne Ausbau des Mainboards wechseln zu können, so wie man es mittlerweile in fast jedem Gehäuse findet. Beim Interceptor Pro sind es für Dual-Sockel-Mainboards sogar zwei Ausschnitte. Weiterhin gibt es für ein sauberes Kabelmanagement insgesamt sechs große Kabeldurchführungen, die allesamt mit einer Gummierung versehen sind. Auf der Rückseite sind zusätzlich noch einige Ösen, um dort Kabelbinder zu befestigen.

    Insgesamt vier 5,25“-Laufwerke können mit roten Schnellverschlüssen befestigt werden. Hierfür wird einfach das Laufwerk von vorne ins Gehäuse geschoben und mit einem Drehknopf verriegelt. Darunter folgen die HotSwap-Einschübe für die internen Laufwerke. Der obere fasst vier 2,5“-SSDs, welche über zwei freie Molex-Anschlüsse des Netzteils mit Strom versorgt werden. Der untere fasst sechs 3,5“/2,5“-Laufwerke. Jeweils eine Backplane versorgt hierbei zwei Laufwerke. Auch hier muss je Backplane ein freier Molex-Anschluss für zwei Laufwerke eingeplant werden. Wie schon beim mITX-Gehäuse können je Backplane zusätzlich zwei Lüfter, also insgesamt sechs, angeschlossen werden. Darunter befindet sich ein weiterer Einbauplatz für zwei weitere 3,5“-Laufwerke, welche allerdings konventionell angeschlossen und verschraubt werden müssen.

    Das Netzteil liegt, leider nicht entkoppelt, direkt auf einem Stahlsockel. Befestigt wird es wie üblich mit Verschraubungen von der Gehäuserückseite her. Darunter befindet sich der Staubfilter. Insgesamt 10 Slotblenden im roten Meshdesign stehen für Erweiterungskarten zur Verfügung. Darüber befindet sich ein 140-mm-Lüfter, der die erwärmte Luft wieder aus dem Gehäuse befördert. Dieser kann direkt an einen freien Anschluss der Backplanes, am Mainboard, oder einer optionalen Lüftersteuerung angeschlossen werden.



    [BREAK=Einbau]Mangels ITX-System können wir leider zum Einbau und zu den Temperaturen im ITX-Teil weder genaue Angaben noch Temperaturmessungen machen. Nachfolgender Teil ist also eher theoretisch. Das Mainboard wird liegend montiert. Hierzu ist es ganz praktisch, wenn man den Gehäusedeckel entfernt. Das Netzteil findet anschließend darüber seinen Platz. Dies könnte unter Umständen auch eine Schwachstelle darstellen, da der Lüfter des CPU-Kühlers und der Lüfter des Netzteils dann gegenläufig arbeiten und sich womöglich gegenseitig behindern. Zu den Höhenangaben können wir leider nichts sagen, aber wenn man die bisherigen Berichte zum Interceptor Pro liest, dann steht hier nur sehr wenig Platz für den Kühler zur Verfügung. Gleiches trifft auf die Verkabelung zu. Im iTX-Gehäuse gibt es kein optimales Kabelmanagement. Die Festplatten befinden sich in einem SATA-HotSwap-Einschub. Wahlweise können hier zwei 3,5“- oder zwei 2,5“-Laufwerke eingebaut werden. Die Schubfächer sind leider nicht entkoppelt.

    Nutzt man das ITX-Gehäuse nicht für ein eigenes System, hat man schier endlose Kombinationsmöglichkeiten, um die Kühlung zu optimieren. Folgende Varianten stehen hier zur Verfügung:1x 360-mm-Radiator + 1x 480-mm-Radiator, 1x 360-mm-Radiator + 4x 120-mm-Lüfter, 1x 360-mm-Radiator + 3x 140-mm-Lüfter oder 1x 480-mm-Radiator + 3x 120-mm-Lüfter, 1x 480-mm-Radiator + 2x 140-mm-Lüfter oder 1x 360-mm-Radiator, 1x 240-mm-Radiator, 1x 120-mm-Radiator + 1x 120-mm-Lüfter. Gibt es sonst noch ein Gehäuse, das so eine Vielfalt an Kombinationsmöglichkeiten bietet? Uns fällt aus dem Stehgreif keines ein.

    Im HPTX-Gehäuse werden wie gewohnt erst einmal die Mainboardabstandshalter verschraubt. Anschließend kann auch schon das Mainboard darauf befestigt werden. Angesichts der vielen Bohrungen auf dem Träger wäre es ganz nützlich gewesen, wenn diese für die unterschiedlichen Mainboardformate markiert wären. So muss man entweder messen oder schätzen, welches die richtigen sind.

    Die Grafikkarte wird sicher mit Rändelschrauben befestigt. Im Interceptor Pro stehen 10 Slotblenden für Erweiterungskarten zur Verfügung. Damit lässt sich problemlos ein CrossFireX- oder 3-Way-SLI-Betrieb ermöglichen. Für Erweiterungskarten stehen im Xilence Interceptor Pro ungefähr 370 mm zur Verfügung, damit man noch problemlos die Molex-Anschlüsse an der Backplane der HotSwap-Einschübe befestigen kann. Nachfolgend noch ein Überblick über die Abmessungen einiger aktueller Karten:


    Die 3,5“-/2,5“-Laufwerke werden in den Schubfächern verschraubt und dann einfach von vorne in den HotSwap-Einschub gesteckt. Leider sind die Schubfächer nicht entkoppelt, wodurch Festplattenzugriffe im laufenden Betrieb deutlich herauszuhören waren.

    Das 5,25"-Laufwerk wird einfach von vorne ins Gehäuse geschoben und dann mit den Drehverschlüssen fixiert. Die Verschlüsse sind zwar nur einseitig, halten aber sicher.

    Das Netzteil findet, ebenfalls nicht entkoppelt, seinen Platz auf dem Gehäuseboden. Hierzu wird es wie üblich einfach von der Rückseite her mit vier Schrauben befestigt. Das Ganze sieht dann wie folgt aus:

    Unser ASRock A780FullHD Mainboard hat bekanntermaßen ein relativ ungünstiges Layout, was die Anschlüsse der Stromversorgung betrifft. So haben wir uns überlegt: Wenn schon für das mITX-Gehäuse eine Blende beiliegt, um dort alternativ ein zweites Netzteil einzubauen, warum nicht diesen Einbauplatz nutzen? Gesagt, getan. Hierzu sollte man, um besser im Gehäuse hantieren zu können, den Deckel abnehmen. Im ersten Schritt wird dann von hinten die Blende entfernt. Dafür müssen zuerst einige Rändelschrauben gelöst werden. Bevor man aber jetzt die Blende entfernen kann, müssen auf der Innenseite noch die Stege entfernt werden, auf denen normalerweise das mITX-Board befestigt ist. Diese sind auf jeder Seite mit zwei Kreuzschlitz- und einer Rändelschraube gesichert. Danach kann die Blende entfernt und die Netzteilblende eingeschraubt werden. Anschließend wird das Netzteil wie üblich von hinten verschraubt und dann kann es auch schon mit der Verkabelung losgehen.

    Nachdem alles angeschlossen ist, sieht das Ganze wie folgt aus:




    [BREAK=Temperaturen und Lautstärke]Im ersten Schritt unserer Messungen haben wir uns wie angekündigt die Lautstärke nur mit den installierten Lüftern, im Fall des Xilence Interceptor Pro also mit insgesamt drei Lüftern, ohne weitere Hardware angeschaut. Der Hintergrundpegel im Raum war mit unserem Messgerät nicht mehr messbar.


    Danach erfolgte der Belastungstest. Hierzu liefen Prime95 und FurMark für eine halbe Stunde gleichzeitig. Vorab die Lautstärke, die wir dabei gemessen haben, danach die erzielten Temperaturen:



    Update:

    Mit 35,5 dB(A) im Idlebetrieb kann man den Lüftern des Interceptor Pro auf jeden Fall Silent-Qualität bescheinigen. Silent heisst allerdings nicht lautlos und bis auf ganz wenige Ausnahmen hört man immer das Rauschen der Lüfter. So ist dies natürlich auch hier der Fall, nur dass sich beim Interceptor Pro neben dem Rauschen der Lüfter noch ein feines Klackern der Frontlüfter hinzugesellte. Mit eingebauter Hardware ist dieses Klackern allerdings im Geräusch des Grafikkartenlüfters untergegangen.
    Die Temperaturen unter Last gehen in Anbetracht der Tatsache, dass nur drei Lüfter vorinstalliert sind und diese auch noch sehr leise ihren Dienst verrichten, vollkommen in Ordnung. Bei der wichtigen Prozessortemperatur musste sich das Xilence knapp dem Lian Li PC-Z70 und dem Cooler Master HAF-X geschlagen geben, ist hierbei aber deutlich leiser.

    Bei der wichtigen Prozessortemperatur musste sich das Xilence einigen Midi-Tower-Gehäusen wie zum Beispiel den beiden Corsair-Carbide-Gehäusen geschlagen geben und auch das Cooler Master CM 690 II Advanced zieht deutlich davon.

    Nachfolgend noch unser Diagramm mit der Temperaturdifferenz, basierend auf dem aktuellen Testsystem bei 20 °C Raumtemperatur:



    [BREAK=Fazit]

    Mit dem Interceptor Pro hat Xilence nicht viel falsch gemacht. Im Grunde muss man schon ein wenig nach Fehlern suchen. Was die Größe betrifft, ist das Interceptor Pro auf jeden Fall der neue Platzhirsch. Es ist schon fast erschreckend, wenn man ein Gehäuse neben dem Schreibtisch stehen hat, das höher ist als der Schreibtisch selber. Das imposante Auftreten wird durch das Kantige Design und die aggressive Kombination der Farben Schwarz und Rot zusätzlich noch verstärkt.

    Beim Platzangebot im Inneren macht Xilence keine Kompromisse. Nicht nur, dass Mainboards bis hin zum HPTX-Format eingebaut werden können, auch ein vollkommen eigenständiges zweites System im mITX-Format kann hier eingebaut werden. Bis auf zwei Festplatten werden alle per HotSwap angeschlossen, was ein Wechseln im laufenden Betrieb ermöglichen soll. Hierzu sind lediglich die notwendigen Einstellungen im BIOS notwendig. Auch bei der Anzahl der Festplatten bleiben keine Wünsche mehr offen. Für beide Gehäuse zusammen stehen insgesamt 10 Einbauplätze für 3,5“-/2,5“-Laufwerke, 4x 2,5“-Laufwerke sowie 6x 5,25“-Laufwerke zur Verfügung.

    Aber auch die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten, was Radiatoren oder Lüfter betrifft, sucht seinesgleichen. Ebenfalls sehr gut gefallen hat uns die Möglichkeit, statt eines zweiten Systems zwei Netzteile mittels einer Kupplung gleichzeitig zu schalten. Somit ist es möglich, beim Einbau eines High-End-Systems zum Beispiel die CPU und mehrere GPUs getrennt zu befeuern.

    Wir wollen aber natürlich auch die Schwächen, die wir schon fast suchen mussten, nicht beschönigen. Das, rein subjektiv gesehen, größte Manko des Interceptor Pro ist für uns das Fehlen von Rollen gewesen. Für ein Gehäuse mit diesen Abmessungen und einem Leergewicht von 23 kg gehören Rollen statt starrer Füße einfach dazu. Eine Entkopplung der Festplatten hätte uns ebenfalls sehr gut gefallen, so waren Zugriffe doch recht deutlich zu hören. Das zum Reinigen des Staubfilters in der Front erst noch zum Schraubendreher gegriffen werden muss, ist angesichts des Preises von knapp 220,- Euro auch nicht wirklich überzeugend.

    Das Interceptor Pro ist ein durchaus interessantes Gehäuse, was sich schwer einordnen lässt. Auch die Zielgruppe dürfte nicht sehr groß sein, hier sind eher Enthusiasten angesprochen, die schon alles haben und das letzte Must Have suchen. Preislich positioniert sich Xilence bei Marken wie Lian Li, Silverstone oder den Topmodellen von Cooler Master. Nur was haben die alle gemeinsam? Richtig, hierbei handelt es sich ausschließlich um Gehäuse, die entweder komplett aus Aluminium oder zumindest teilweise aus Aluminium sind, während das Interceptor Pro nur aus einer Stahl-/Kunststoffkombination besteht. Hierfür muss es dann halt mit seinen Funktionen punkten. Wie man also sieht, ein Vergleich mit anderen Gehäusen ist kaum möglich. Kein Gehäuse der Preisklasse und auch kein „normales“ Gaming-Gehäuse bietet die Features des Interceptor Pro. Xilence hat allerdings schon auf der CeBIT 2011 verlauten lassen, an neuen Seitenteilen mit Sichtfenster oder Meshgitter und einer Front aus Aluminium zu arbeiten. Diese sollen als Zubehör erhältlich sein. Für das Seitenteil hat man schon einen Termin im Juni genannt, zur Front gibt es noch keine genaueren Aussagen. Interessant war die Aussage auf der CeBIT zur Front. Hier soll es etwas im Stil des Fractal Design Define R3 oder Cooler Master Silencio geben, was dem Interceptor Pro einen deutlich edleren Touch verleihen würde.

    Wem die 220,- Euro zuviel sind, die Xilence für die Pro Version aufruft, dem empfehlen wir das Interceptor in der Standardausführung. Dieses allein betrachtet, erinnert ein wenig an das Cooler Master HAF-X, bietet aber im Vergleich gesehen einen wesentlich geräumigeren Innenraum und mehr Funktionen, bei annähernd gleichen Temperaturen, aber niedrigerer Lautstärke. Preislich gesehen liegt das Interceptor 60,- Euro unter der Pro-Version und 23,- Euro über dem HAF-X. Letztendlich entscheidet hier aber wie immer der eigene Geldbeutel und persönliche Geschmack.

    Zum Schluss stellt sich die Frage, würde der Autor das Gehäuse kaufen oder seinen Freunden bedenkenlos empfehlen? Ja, würde er, womit die logische Konsequenz aus dieser Empfehlung dann natürlich unser Planet 3DNow! Editors Choice Award ist.

    Planet 3DNow! Editor's Choice Award



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  2. Die folgenden 10 Benutzer sagen Danke zu Jörg Heptner für diesen nützlichen Beitrag:

    Atlan78 (24.04.2012), C4rp3di3m (25.04.2012), deoroller (24.04.2012), depp1978 (18.05.2012), Effe (24.04.2012), ICEMAN (25.04.2012), mapim (24.04.2012), MrBad (24.04.2012), Sefegiru (14.03.2013), Sje8607 (24.04.2012)

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