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    AMDs Llano als Multimedia-Plattform


    AMDs APUs der A-Serie sind nun schon fast ein Jahr auf dem Markt. Zur Markteinführung kämpfte man stark damit, die Anfragen abarbeiten zu können. Im Laufe der Zeit verbesserte sich nicht nur die Verfügbarkeit, es kamen auch kleinere Modelle auf den Markt sowie ein günstigerer Fusion Controller Hub (FCH), wie der Chipsatz sich in diesem Fall nennt. Der A55-Chipsatz verzichtet sowohl auf USB 3.0 als auch den neuesten SATA-Standard mit einer Bandbreite von 6 Gbit/s. Alles zu Gunsten eines attraktiveren Einstiegspreises. Wir wollen in diesem Artikel also nicht nur die reine Leistung einer kleinen APU beurteilen, sondern auch der Frage nachgehen, ob es der A75-Fusion-Controller-Hub sein muss oder nicht doch die günstige Variante ausreichend ist.
    Für die Tests mit der APU haben wir noch einmal unsere mITX-Testplattform, die sonst bei unseren Gehäusetests zum Einsatz kommt, und das ASUS E45M1-M PRO mit AMDs E-450-APU herangezogen. Neben alten Messwerten haben wir den Umfang etwas größer gefasst. Kernthema wird aber sein, die Frage zu beantworten, inwieweit die zweitkleinste APU für den Einsatz in einem Home-Theater-PC zum Einsatz kommen kann. Wir wünschen viel Spaß auf den folgenden Seiten!

    Wir möchten uns bei AMD für die Bereitstellung des Paketes, bestehend aus der A4-3400-APU, AMD Memory in der Entertainment-Edition und einem Gigabyte A55M-DS2, bedanken. Ein weiterer Dank geht an Gigabyte, die uns noch das A75N-USB3 zur Verfügung gestellt haben, sodass wir den direkten Vergleich der beiden FCHs aufzeigen können.

    gh.de-Preisvergleich - AMD A-Series A4-3400
    gh.de-Preisvergleich - Gigabyte A55M-DS2
    gh.de-Preisvergleich - Gigabyte A75N-USB3
    gh.de-Preisvergleich - AMD Memory Entertainment DDR3-1333 CL9

    Planet 3DNow! testet mit Hardware von getgoods.de

    [BREAK=Das AMD-Testpaket]
    Im Normalfall erhalten wir von AMD Pakete mit CPUs/APUs in einer kleinen, unscheinbaren, grünen Schutzverpackung. Für diesen Test ließ man uns ausschließlich Retail-Produkte zukommen. Das hat nicht nur den Vorteil, dass es eine Abwechslung ist, vielmehr bedeutet es, dass wir nach längerer Zeit wieder einmal einen aktuellen Boxed-Kühler in den Händen gehalten haben. Bestandteil des heutigen Tests ist dieser jedoch nicht.

    AMD_A4-3400_A55_A75 AMD_A4-3400_A55_A75 AMD_A4-3400_A55_A75 AMD_A4-3400_A55_A75

    Die Verkaufsverpackung unserer APU zeigt vor allem Multimedia-Anwendungen und Spiele. Vor allem Colin McRae DiRT3 von Codemasters wird gerne für Werbezwecke herangezogen, sei man doch im Hause AMD mit den Fähigkeiten des Spiels zufrieden, gut mit parallelen Recheneinheiten zu skalieren. Auch im heutigen Test wird DiRT3 eine Rolle spielen.

    AMD_A4-3400_A55_A75

    Durch ein kleines Seitenfenster hat man einen freien Blick auf den Heatspreader der APU, dessen Aufschrift geübten Nutzern viel über das Innenleben der APU verrät.

    AMD_A4-3400_A55_A75

    Die Aufschrift des Verschluss-Aufklebers verrät noch einmal die Spezifikationen unserer hier vorliegenden APU. Die beiden Rechenkerne takten mit maximal 2,7 GHz und verfügen über ein Megabyte Cache. Hinzu kommt noch einmal der Hinweis, dass für den Einsatz ein Mainboard mit dem FM1-Sockel notwendig ist.

    Ein passendes Mainboard liegt ebenfalls dem AMD-Paket bei. Damit sind wir sogar in der glücklichen Situation, unsere Tests einmal mit einem Produkt auf Basis des A55-Chipsatzes durchzuführen. Der preisgünstigere Chipsatz bzw. Fusion Controller Hub (FCH) verzichtet auf USB 3.0 und SATA 6Gb/s. Wenn keine passenden Festplatten oder Geräte vorhanden sind, lässt sich so der eine oder andere Euro sparen. Ob sich das auf die allgemeine Leistung niederschlägt, muss sich zeigen. Bevor wir aber noch etwas genauer auf das Mainboard eingehen, kommen wir doch noch zum letzten Bestandteil unseres heutigen Tests.

    AMD_A4-3400_A55_A75

    Hierbei handelt es sich um ein RAM-Kit. Seit kurzem bietet AMD in Zusammenarbeit mit PATRIOT eigene Module an. Da es sich heute vor allem um ein günstiges Einstiegssystem handeln soll, kommt auch „nur“ DDR3-Speicher mit einer maximalen effektiven Taktfrequenz von 1333 MHz zum Einsatz. Der AMD Memory entstammt der Entertainment-Linie, richtet sich also an Kunden, die im Alltag eher auf Multimedia-Anwendungen setzen. Die APUs der E-Serie haben lediglich ein Single-Channel-Speicherinterface, weshalb dort der Einsatz von zwei Speichermodulen keinen Vorteil bringt. Im Falle der A-Serie-APUs ist ein Dual-Channel-Interface vorhanden, sodass die theoretische Speicherbandbreite steigt, was der Leistung zugute kommt. Im heutigen Test verwenden wir also zwei der oben genannten AMD-Memory-Module, insgesamt also 8 GB. Das ist auf den ersten Blick etwas überdimensioniert, wenn man den Multimedia-Aspekt im Hinterkopf behält, aufgrund der günstigen Speicherpreise aber vorstellbar.

    AMD_A4-3400_A55_A75


    [BREAK=Spezifikationen]
    Gigabyte A55M-DS2Gigabyte A75N-USB3ASUS E45M1-M PROSAPPHIRE IPC-AM3DD785G
    ProzessorSockelFM1FM1-AM3
    ProzessorA- & E2-Serie-APUA- & E2-Serie-APUAMD E-450Athlon II/Phenom II
    ChipsatzChipsatzAMD A55AMD A75AMD A50MAMD 785G
    unterstützt Dual GraphicsJa (Nur A-Serie-APUs)Ja (Nur A-Serie-APUs)--
    ArbeitsspeicherTyp2x 240 Pin DDR32x 240 Pin DDR32x 240 Pin DDR32x 240 Pin DDR3
    Maximale Kapazität32 GB32 GB8 GB
    Modus128 bit Dual-Channel128 bit Dual-Channel64 bit Single-Channel128 bit Dual-Channel
    Takt (OC)1066 / 1333 / 1600 / 18661066 / 1333 / 1600 / 1866 / (2000)800 / 1066 / 1333 / (1600)800 / 1066 / 1333
    GrafikGrafikAMD Radeon HD 6410D (APU)AMD Radeon HD 6410D (APU)AMD Radeon HD 6320 (APU)AMD Radeon HD 6450 (dediziert)
    AMD Radeon HD 5570 (dediziert)
    AnschlüsseD-Sub / DVI-DDVI-D / HDMID-Sub / DVI / HDMID-Sub / HDMI
    ErweiterungsslotsPCIe x16111 ( x4-Modus )1
    PCIe x40000
    PCIe x11010
    Mini-PCIe0000
    PCI1020
    SATASATA 6Gb/s0450
    SATA 3Gb/s4004
    RAID0 / 1 / 10 / JBOD0 / 1 / 10 / JBOD-0 / 1 / 10
    NetzwerkAdapterAtheros AR8151Realtek RTL8111Realtek RTL8111EAtheros AR8121
    Modi10 / 100 / 1000 Mb/s10 / 100 / 1000 Mb/s10 / 100 / 1000 Mb/s10 / 100 / 1000 Mb/s
    AudioAdapterVIA VT1708SRealtek ALC889Realtek ALC887VIA VT1708S
    Modi2 / 4 / 5.1 / 7.12 / 4 / 5.1 / 7.12 / 4 / 5.1 / 7.12 / 4 / 5.1
    I/OUSB 2.0 (Backpanel / intern)8 ( 4 / 4 )4 ( 2 / 2 )12 ( 4 / 8 )10 ( 6 / 4 )
    USB 3.0 (Backpanel / intern)04 ( 4 / 0 )2 ( 2 / 0 )0
    Bluetooth----
    interne AnschlüsseATX Main Power24 pin24 pin24 pin20 pin
    ATX 12V Power4 pin4 pin4 pin1
    Lüfteranschlüsse 4- / 3-pin2 / 01 / 11 / 11 / 1
    COM Header1010
    LPT Header0010
    Audio Header1111
    S/PDIF Header1111
    USB 2.0 Header2142
    USB 3.0 Header0000
    Backpanel-AnschlüssePS/2>2011
    D-Sub1011
    DVI-D1110
    HDMI0111
    DisplayPort0000
    USB 2.04246
    USB 3.00420
    eSATA01 ( 6Gb/s )1 ( 6Gb/s )0
    RJ-45 (LAN)1 1 11
    Audio (Klinke / S/PDIF)3 / 03 / 13 / 13 / 0
    BIOSEntwicklerAwardAwardAMIAward
    TypklassischklassischUEFIklassisch
    Dual-BIOSJaJaNeinNein
    Wechselbarer BIOS-ChipNeinNeinJaNein
    Formfaktor µATX 244 x 244 mmmITX 170 x 170 mmµATX 244 x 244 mmmITX 170 x 170 mm


    Anmerkung: Alle Daten beruhen auf Herstellerangaben.

    Im Lieferumfang des Gigabyte A55M-DS2 finden sich neben dem Mainboard selbst folgende Kleinteile:

    AMD_A4-3400_Gigabyte_A55M-DS2_Hardware

    • Installationsanweisungen / Handbuch
    • Treiber-CD
    • Mainboard-Blende
    • zwei SATA-Kabel


    Das Gigabyte A75N-USB3 wird mit ähnlichem Zubehör ausgeliefert:

    AMD_A4-3400_Gigabyte_A75N-USB3

    • Installationsanweisungen / Handbuch
    • Treiber-CD
    • Mainboard-Blende
    • zwei SATA-Kabel
    • Dolby-Digital-Aufkleber


    [BREAK=Mainboard #1 – Gigabyte A55M-DS2]
    AMD_A4-3400_Gigabyte_A55M-DS2_Hardware

    Das Gigabyte A55M-DS2 ist ein kostengünstiges Mainboard für den Einstieg in die Welt der APUs. Ausstattungstechnisch muss man also an der einen oder anderen Stelle etwas zurückstecken. Neben den schon erwähnten fehlenden USB-3.0- und SATA-6Gb/s-Ports muss auch physisch ein wenig gespart werden. Neben der von Gigabyte bekannten blauen Farbgebung fällt sofort ins Auge, dass Gigabyte beim A55M-DS2 lediglich zwei RAM-Slots bietet. Damit ist die Aufrüstbarkeit eingeschränkt. Somit sind die beiden 4-GB-Module für den Ottonormalverbraucher wohl das Optimum, was dieser verbauen wird. Größere Module sind dann schon nicht mehr kostengünstig.

    AMD_A4-3400_Gigabyte_A55M-DS2_Hardware

    Im unteren Bereich des Mainboards sehen wir den hellblauen PCI-Express-Slot, der in der Revision 2.0 vorliegt und auf 16 Lanes zurückgreifen kann. Darunter befinden sich ein PCI-Express-x1-Slot sowie ein PCI-Slot. Neben dem PCIe-x1-Slot verlötet Gigabyte einen zusätzlichen Taktgenerator von Realtek mit der Bezeichnung RTM880T-792. Wie schon bei anderen Mainboards zu sehen war, sollen diese bessere Ergebnisse beim Übertakten liefern, indem man den internen Taktgenerator der APUs schlichtweg übergeht.
    Links von den Erweiterungskartenslots sehen wir übereinander den kleinen Netzwerkchip AR8151-8 von Atheros, den Super-I/O-Chip IT8728F von ITE sowie den Audiochip VT1708S von VIA.
    An der unteren Kante des Mainboards ordnet Gigabyte die folgenden Objekte von links nach rechts an: Den Pin-Header für Front-Audio, gefolgt vom digitalen Audioausgang SPDIF, einem 4-Pin-Lüfteranschluss sowie dem Pin-Header für einen COM-Anschluss. Daneben liegen die beiden BIOS-Chips. Hierbei handelt es sich um Modelle von Macronix, namentlich MX25L3206E. Einer der 32 Mbit großen Flashbausteine ist dabei das Main-BIOS (M_BIOS) und einer als Backup verfügbar (B_BIOS). Somit sollten fehlgeschlagene Flash-Versuche der Vergangenheit angehören. Es folgen zwei Pin-Header für die Bereitstellung zusätzlicher USB-2.0-Ports. Dass diese durchaus nötig werden können, werden wir später sehen. Den Abschluss bilden die Pins für Power und Reset sowie deren LEDs. Ein Speaker-Anschluss ist ebenso mit an Bord, wird aber heutzutage nur selten genutzt.

    AMD_A4-3400_Gigabyte_A55M-DS2_Hardware

    Unter dem darüber liegenden Kühlkörper befindet sich der Fusion Controller Hub (FCH). Im Betrieb fällt subjektiv die hohe Temperatur auf, wenn man diesen berührt. Zu Problemen führte dies aber nicht. Die Bauhöhe ist so gering, dass es zu keinen Inkompatibilitäten mit Erweiterungskarten kommen sollte.
    Rechts davon befinden sich vier SATA-Ports, die mit einer maximalen Bandbreite von 3 Gb/s arbeiten. Für die Spannungsversorgung kommt neben dem 24-poligen ATX-Stecker, den man nur schwer verfehlen kann, ein vierpoliger EPS-Stecker zum Einsatz. Die Buchse hierfür befindet sich in der oberen linken Ecke des Mainboards. Die Position können wir nur neutral bewerten. Eine Position in der Nähe der ATX-Buchse wäre in unseren Augen komfortabler zu bedienen, jedoch darf man nicht vergessen, dass somit der Weg zu den Spannungswandlern geringer ist. Genau dies wird auch der Grund sein für die vorliegende Situation. Rechts oberhalb vom FM1-Sockel bietet das Gigabyte A55M-DS2 auch einen vierpoligen Lüfteranschluss. Diese verraten, dass man geeignete Lüfter per Pulsweitenmodulation in der Drehzahl regeln kann.

    AMD_A4-3400_Gigabyte_A55M-DS2_Hardware

    Das Backpanel des Gigabyte A55M-DS2 offenbart, wie viel eingespart wurde. Wir rufen uns kurz in Erinnerung, was wir vor allem in diesem Test untersuchen möchten: die Eignung für einen Home-Theater-PC, kurz HTPC. Wenn wir uns nun die Anschlüsse an der Rückseite des Mainboards ansehen, kommen wir im Falle des Gigabyte A55M-DS2 ein wenig ins Grübeln. Vorhanden sind getrennte Buchsen für PS/2-Maus und –Tastatur, ein VGA- und ein DVI-Port sowie vier USB-2.0- und ein Gigabit-LAN-Port. Für die Audio-Ein- und Ausgabe stehen drei Buchsen zur Verfügung. Falls der Chip also alle Ports auch für die Ausgabe nutzen könnte, so wäre maximal 5.1-Sound möglich. Ansonsten handelt es sich um reine Stereo-Ausgabe. Weiteres könnte nur durch die Nutzung des SPDIF-Anschluss intern auf dem Mainboard genutzt werden. Für die uneingeschränkte Multimedia-Fähigkeit fehlt aber vor allem ein HDMI-Port. Dieser ermöglicht die gleichzeitige Übertragung von Bild und Ton. Der Standard ist inzwischen in der Version 1.4 vorliegend und nötig für die Wiedergabe von 3D-Inhalten.
    Das Gigabyte A55M-DS2 eignet sich im Endeffekt also nur bedingt für den Einsatz im heimischen Wohnzimmer. Am Ende müssen wir uns aber auch das Verhältnis von Preis und Leistung vor Augen führen.

    AMD_A4-3400_Gigabyte_A55M-DS2_Hardware


    [BREAK=BIOS - Gigabyte A55M-DS2]
    Wie gewohnt wollen wir auch einen kleinen Blick in das BIOS des Gigabyte A55M-DS2 werfen. Entgegen der sonstigen Tests wollen wir dieses Thema aber etwas kürzer fassen und nur die Dinge nennen, die uns aufgefallen sind.

    BIOS_Gigabyte_A55M-DS2 BIOS_Gigabyte_A55M-DS2 BIOS_Gigabyte_A55M-DS2 BIOS_Gigabyte_A55M-DS2 BIOS_Gigabyte_A55M-DS2 BIOS_Gigabyte_A55M-DS2 BIOS_Gigabyte_A55M-DS2

    BIOS_Gigabyte_A55M-DS2 BIOS_Gigabyte_A55M-DS2 BIOS_Gigabyte_A55M-DS2 BIOS_Gigabyte_A55M-DS2 BIOS_Gigabyte_A55M-DS2 BIOS_Gigabyte_A55M-DS2BIOS_Gigabyte_A55M-DS2

    Zuallererst ist festzuhalten, dass sich Gigabyte vom aktuellen Trend hin zu grafisch aufwändigen EFI-Lösungen distanziert. Die Möglichkeiten zur Einstellung der Taktraten, Spannungen und Speicherparameter sind weitreichend. Das vorliegende BIOS weist starke Ähnlichkeiten zu dem auf, was wir zuletzt beim Gigabyte GA-990FXA-UD7 zu sehen bekamen. Auch dort fällt beim Durchsehen der Screens auf, dass standardmäßig Funktionen deaktiviert sind, die für uns eigentlich zu einem aktuellen Modell gehören. Dass die Virtualisierung zuerst deaktiviert ist, können wir ja noch einigermaßen verstehen, da diese wohl nur selten zum Einsatz kommt. Der C6-Modus der APU, welcher für den Tiefschlaf nichtgenutzter Kerne verantwortlich ist, sorgte zwar hin und wieder für Probleme, sollte aber in unseren Augen aktiv sein. Gleiches gilt für den „ErP Support“. Hinter diesem verbirgt sich eine EU-Richtlinie, die die Standby-Aufnahme elektronischer Geräte per Gesetz festhält. Warum diese Funktion bei der Inbetriebnahme deaktiviert ist, können wir nicht beantworten.

    Ebenso fällt beim Blick in das Kapitel „PC Health Status“ auf, dass Gigabyte eine doch recht hohe Spannung anlegt. Eigentlich erwarten wir einen Wert von 1,38 V. AMD selbst verrät keine genauen Werte zur Betriebsspannung, cpu-world hingegen weist 1,4125 V aus. Das Gigabyte A55M-DS2 zeigt uns 1,464 V aus. Die höhere Ausgangsspannung ist praktisch, weil dadurch potenziell bessere Ergebnisse beim Übertakten erzielt werden können, ohne dass man an dieser Stelle eingreifen muss, jedoch macht sich das vor allem bei der Leistungsaufnahme negativ bemerkbar. Wie die Realität aussieht, werden wir uns später vor Augen führen.

    [BREAK=Mainboard #2 – Gigabyte A75N-USB3]
    AMD_A4-3400_Gigabyte_A75N-USB3

    Gigabyte stellt uns für diesen Test ein mITX-Mainboard zur Verfügung. Bisher haben wir uns in unseren Betrachtungen immer auf die größeren Formfaktoren bezogen. Für den Heimkino-Bereich sind aber vor allem die kleinen Mainboards durchaus interessant. Mit dem APU-Konzept ermöglicht AMD platzsparende Systeme mit einer annehmbaren GPU-Leistung und im mITX-Bereich sind Abwärme und Leistungsdichte entscheidende Faktoren. Genug der Vorrede, sehen wir uns doch einmal an, was das Gigabyte A75N-USB3 zu bieten hat.

    AMD_A4-3400_Gigabyte_A75N-USB3

    Das Mainboard können wir anhand der Farbwahl sofort dem Hersteller zuordnen. Beim Layout müssen wir aber einige Worte verlieren. Im mITX-Bereich sieht es so aus, dass es keinen einheitlichen Standard zu geben scheint, der die Position des Sockels festlegt. Ältere Modelle hatten den Sockel mehr im oberen Bereich des PCBs. Vor allem beim Konkurrenten Intel sah man dann immer wieder den Sockel nach unten rutschen. Das hat nicht immer Vorteile.

    AMD_A4-3400_Gigabyte_A75N-USB3 AMD_A4-3400_Gigabyte_A75N-USB3 AMD_A4-3400_Gigabyte_A75N-USB3 AMD_A4-3400_Gigabyte_A75N-USB3

    Verwendet man den Boxed-Kühler, ist alles in Ordnung. Für den heutigen Test nutzen wir jedoch einen Scythe Ninja 3. Die beiden rechts vom FM1-Sockel liegenden Slots für DDR3-Arbeitsspeicher machen in diesem Fall noch die wenigsten Probleme. Entfernen wir den Lüfter an unserem Kühler, ist die Montage der RAM-Riegel ohne weiteres möglich. Ein wirkliches Problem ergibt sich aber, wenn wir uns den an der unteren Kante des Mainboards liegenden PCI-Express-x16-Slot ansehen. Der ausladende Kühler reicht soweit an den Slot heran, dass die Installation einer Erweiterungskarte nicht ratsam ist beziehungsweise unmöglich wird.

    Die veränderte Position des Sockels sorgt ebenso dafür, dass die Spannungsversorgung und die Stromanschlüsse im Allgemeinen neue Plätze finden. Die Position der 24-pin-ATX-Buchse an der oberen Kante des Mainboards ist noch vertretbar. Die Position des 4-pin-EPS-Steckers links unten am FM1-Sockel ist in unseren Augen grenzwertig. Das zugehörige Kabel ist recht dünn, jedoch muss man sich überlegen, dass an dieser Stelle das Kabel doch recht umständlich durch ein kleines Gehäuse gelegt werden muss.

    AMD_A4-3400_Gigabyte_A75N-USB3

    Oberhalb der Spannungswandler für die APU sehen wir den flachen Kühlkörper für den Fusion Controller Hub, kurz FCH. Im Betrieb fällt eine doch recht hohe Temperatur auf. Natürlich sind die kleinen Mainboards für den passiven Betrieb ausgelegt und es sollte zu keinen Problemen kommen, doch ein kleiner Luftzug während des Betriebs wäre sicherlich nicht schlecht. Der Luftzug eines CPU-/APU-Kühlers wird hier sicherlich ausreichend sein.
    Oberhalb des Kühlkörpers finden wir diverse Pin-Header. Einmal handelt es sich dabei um einen für zusätzliche USB-2.0-Ports, wie sie beispielsweise an der Front eines Gehäuses bereitgestellt werden können. Der bunt gestaltete Header markiert die Plus- und Minus-Kontakte für den Power- und den Reset-Knopf sowie die LEDs für die Anzeige der System- und Festplattenaktivität.

    An der oberen Kante des Mainboards gesellen sich zwei weitere Gruppen von Pin-Headern hinzu. Die linke Gruppe aus fünf Kontakten kann dazu genutzt werden, den Status weiterführend anzeigen zu lassen. Das Handbuch erklärt, dass entweder der S0-Power-Status per leuchtender (angeschlossener) LED angezeigt wird oder der S3/S4/S5-Status. Die Gruppe rechts davon wird nicht erklärt. Hierbei wird es sich wahrscheinlich um einen Header handeln, der nur durch Gigabyte genutzt werden kann, zum Beispiel für das Aufspielen eines BIOS.
    Das ist dahingehend wichtig, da Gigabyte, wie auch schon beim A55M-DS2 zu sehen, auf verlötete BIOS-Chips setzt. Zu dem aktiven Chip kommt ein zweiter, identischer für das Backup. Die beiden Winbond W25Q32BV-Flash-Chips befinden sich unterhalb der vier SATA-6Gb/s-Ports.
    Rechts von den BIOS-Chips haben wir zwei Lüfteranschlüsse, einmal 4-pin (mit Pulsweitenmodulation) und einmal 3-pin.

    AMD_A4-3400_Gigabyte_A75N-USB3

    Beim A75N-USB3 vertraut der Hersteller im Falle des Super-I/O-Chips ebenso wie beim A55M-DS2 auf ein Modell von ITE, hier jedoch auf den IT8720F.

    Wenn wir uns den unteren Bereich noch einmal etwas genauer ansehen, können wir links neben der Halterung für einen CPU-/APU-Kühler einen zusätzlichen Taktgenerator erkennen. Hierbei handelt es sich um den Realtek RTM880T-792. Links davon erblicken wir noch einmal die EPS-Buchse sowie die Mainboard-Batterie. Wenn wir von der Seite unter den Sockel für die Batterie schauen, können wir die Konturen des Gigabit-LAN-Chips von Realtek (RTL8111) erahnen, den der Hersteller im Handbuch ausweist. Neben dem Sockel verlötet Gigabyte einen Audio-Chip, der ebenfalls von Realtek stammt. Es ist das Modell ALC889.

    AMD_A4-3400_Gigabyte_A75N-USB3

    Die Anschlüsse an der Rückseite des Mainboards entsprechen im Vergleich zum A55M-DS2 schon eher dem, was wir von einem Mainboard für den Einsatz im heimischen Wohnzimmer als geeignet ansehen. Das A75N-USB3 verfügt nur über digitale Monitor-Ausgänge, ein Adapter auf D-Sub wird laut Herstellerangaben nicht funktionieren. Neben einem DVI-Port verbaut Gigabyte einen HDMI-1.4a-Port. Letzterer ermöglicht die Übertragung von Bild- und Toninhalten, sodass zusätzliche Kabel nicht mehr nötig sind. Bei der Audio-Ausgabe sehen wir ein gemischtes Bild. Wie das A55M-DS2 liegen lediglich drei Buchsen vor, sodass laut dem Handbuch ohne die Nutzung des Front-Audio-Anschlusses auf dem Mainboard lediglich 5.1-Sound möglich ist. Die Front-Audio-Anschlüsse erweitern das auf 7.1. Alternativ kann man den optischen Ausgang des Mainboards nutzen, oder aber den Header auf dem Mainboard für S/PDIF, also ein elektrisches Signal.
    Für die weitere Konnektivität stehen vier USB-3.0- und zwei USB-2.0-Ports bereit. Hinzu kommen ein eSATA- sowie ein Gigabit-LAN-Port.

    [BREAK=BIOS – Gigabyte A75N-USB3]
    Aufgrund der großen Ähnlichkeit zum BIOS des Gigabyte A55M-DS2 müssen wir an dieser Stelle nur noch wenige Worte verlieren. Im Grunde erweitert sich der Funktionsumfang nur um einzelne Funktionen.

    BIOS_Gigabyte_A75N-USB3

    In den „Advanced BIOS Features“ implementiert Gigabyte eine “Load Line Control”. Dabei handelt es sich um die Anpassung der APU-Spannung im laufenden Betrieb, um Spannungsschwankungen bei den Lastwechseln zu dämpfen. Vor allem auftretende Spannungsspitzen sind hierbei gefährlich, da sie nicht nur zum Absturz des Systems, sondern auch zu Beschädigungen an der Hardware führen können. Wie schon beim A55M-DS2 sind beim A75N-USB3 der C6-Modus, die Virtualisierung sowie der ErP-Modus deaktiviert.
    Ebenso hinzugekommen ist ein Eintrag für die beim A75-FCH integrierten USB-3.0-Ports.
    Im „PC Health Status“ fällt wieder die hohe Spannung der APU auf, die standardmäßig gesetzt wird.

    BIOS_Gigabyte_A75N-USB3 BIOS_Gigabyte_A75N-USB3 BIOS_Gigabyte_A75N-USB3 BIOS_Gigabyte_A75N-USB3 BIOS_Gigabyte_A75N-USB3

    BIOS_Gigabyte_A75N-USB3 BIOS_Gigabyte_A75N-USB3 BIOS_Gigabyte_A75N-USB3 BIOS_Gigabyte_A75N-USB3 BIOS_Gigabyte_A75N-USB3


    [BREAK=Testsystem]
    Für den heutigen Test kommen mehrere unterschiedliche Systeme zum Einsatz:

    MainboardGigabyte A55M-DS2Gigabyte A75N-USB3ASUS E45M1-M PROSAPPHIRE IPC-AM3DD785G
    CPU/APUAMD A4-3400AMD A4-3400AMD E-450AMD Athlon II X2 240e
    GrafiklösungAMD Radeon HD 6410D
    AMD Radeon HD 6450
    AMD Radeon HD 6410DAMD Radeon HD 6320AMD Radeon HD 5570
    AMD Radeon HD 6450
    Arbeitsspeicher2x 4096 MB
    AMD Entertainment
    DDR3-1333 CL9
    2x 4096 MB
    AMD Entertainment
    DDR3-1333 CL9
    2x 2048 MB
    Kingston KVR1333D3N9
    DDR3-1333 CL9
    2x 2048 MB
    Kingston KVR1333D3N9
    DDR3-1333 CL9
    Festplatten2,5“ - Fujitsu MHZ2250BH G2 mit 250 GB und ADATA S510 mit 120 GB
    NetzteilXilence XP250.SFX
    USB-3.0-FestplattengehäuseConrad (Art.-Nr. 413511 - 62)
    ASMedia ASM1051 (beherrscht nur SATA 3Gb/s)

    Für den heutigen Test nutzen wir folgende Software:

    Verwendete Software / TreiberVersion / Bemerkung
    Microsoft Windows 7 Professional64 Bit
    Microsoft Internet Explorer 9
    DirectX11
    Grafiktreiber12.3
    3DMark 111.0.2
    7-Zip64 Bit, 9.20
    AMD System Monitor1.0.0.9
    Avidemux2.5.4.7200
    Cinebench64 Bit, 10 & 11.5
    Crysis Benchmark Tool1.0.0.5
    Crysis Demo1.00.0000
    DirectCompute Benchmark0.45
    FurMark1.9.1
    FusionTweaker1.0.0
    HD Tune2.55
    LuxMark2.0
    PCMark 71.0.4
    Prime9526.6
    Resident Evil – Benchmark1.00.0000
    Final Fantasy XIV - Benchmark
    RightMark Audio Analyser6.2.3
    Company of Heroes
    specviewperf 11.0
    Truecrypt 7.1
    CyberLink PowerDVD 10Build 3715

    Für die Messung der Leistungsaufnahme kommt ein Voltcraft Energy Check 3000 zum Einsatz.

    [BREAK=Onboard-Sound-Signal]
    Rightmarks Audio Analyzer dient uns wie schon so oft als Anhaltspunkt, wie es um die Qualität der verbauten Audio-Lösung bestellt ist. Für diesen Test ist dieses Kapitel durchaus entscheidend, wenn wir immer wieder das Thema HTPC im Hinterkopf behalten. Doch sehen wir uns einmal an, welche Ergebnisse wir erreicht haben:


    Die antretenden Plattformen haben wir in der Tabelle gegenübergestellt. Das Gigabyte A55M-DS zeigt im Endergebnis eine gute Leistung. Das A75N-USB3 überbietet das noch einmal. Die Werbeaufschrift auf der Verkaufsverpackung des Mainboards hat also nicht zu viel versprochen.

    Die durchweg eher schlechten Werte (engl. Poor) im Bereich des THD + Noise (Total Harmonic Distortion + Noise - engl. Verzerrungen/Klirrfaktor + Rauschen) markiert die Summe aller möglichen Störeinflüsse. In diesen Punkt spielen viele Faktoren hinein, darunter auch die Qualität der Spannungen, die das Netzteil ausgibt. Hinzu kommen Schwingungen, die die Bauteile selbst verursachen, weil sie sich im Betrieb erwärmen oder auch Störungen durch Funkwellen in der Umgebung. Diesem Wert sollte man in unseren Augen nicht zuviel Aufmerksamkeit schenken, da er doch zu stark vom Testaufbau und den Umgebungsbedingungen abhängt.

    Eine ausführliche Erklärung der in der Messung verwendeten Begriffe findet der Interessierte bei unserer Partner-Site Hard Tecs 4U.

    [BREAK=HD Tune – SATA (HDD)]
    HD Tune in der Version 2.55 ist kostenlos erhältlich und wird oftmals als grober Anhaltspunkt für die Leistungsfähigkeit eines Massenspeichers zu Rate gezogen. Wir nutzen es in unserem Fall sowohl für die Messung der SATA- als auch USB-Geschwindigkeit. Bevor wir uns aber die Ergebnisse der externen Speicherlösung ansehen, kommt die interne Festplatte zum Zuge:


    Mit unserer Test-Festplatte lassen sich in diesem Abschnitt nur sehr geringe Unterschiede zwischen den bekannten Plattformen und der neuen herstellen. Die beiden Gigabyte-Mainboards liegen gleichauf in diesem Kapitel.

    [BREAK=HD Tune – SATA (SSD)]
    Vor kurzem gesellte sich eine ADATA S510 zu unserem Testparcours. Aufgrund der Tatsache, dass wir keine konstante Leistung der SSD gewährleisten können, sind die folgenden Werte eher Indizien für euch, wie viel bei der Nutzung schneller Datenspeicher zu erwarten ist. Gründe für diesen Umstand könnt ihr einer ausführlichen Erklärung eines Redakteurs von Planet 3DNow! entnehmen, den dieser vor kurzem verfasst hat.


    Wir haben nur die APU-Mainboards zum Test antreten lassen. Wie zu erwarten ist, kann sich das Gigabyte A75N-USB3 aufgrund des A75-FCH mit SATA 6Gb/s im direkten Vergleich deutlich besser positionieren. Die maximale Transferrate verrät uns auch, dass die Leistung absolut auf der Höhe ist. Das A55M-DS2 mit SATA 3Gb/s kann nur hinterher schauen.

    [BREAK=HD Tune – USB 2.0 und 3.0 (HDD)]
    Kommen wir nach den internen Laufwerken nun zu den externen. Das Gigabyte A55M-DS2 verzichtet aufgrund des Preises auf USB 3.0, wird also nur im ersten Teil des Tests zu sehen sein.


    Genau der Testkandidat, von dem wir es am wenigstens erwarten, macht den anderen etwas vor. Das Gigabyte A55M-DS2 erreicht die höchsten Werte.


    Für die USB-3.0-Geschwindigkeit haben wir noch einmal diverse Produkte aufgeführt. Neben den E-Serie-Modellen findet sich hier auch ein Modell aus einem Notebook. Der in den A75 integrierte USB-3.0-Controller ist über jeden Zweifel erhaben und liegt auf dem Niveau der Konkurrenz.

    [BREAK=HD Tune – USB 3.0 (SSD)]
    Die USB-3.0-Schnittstelle mit einer herkömmlichen Festplatte auszulasten, ist nicht wirklich möglich. Zu diesem Zweck nutzen wir die ADATA S510 in einem externen Gehäuse, um einen Eindruck zu bekommen, was möglich ist. Auch hier gilt, dass die Performance der SSD schwankt und nur grobe Richtwerte von uns aufgezeigt werden.
    Hier sind wir etwas irritiert. Das Gigabyte A75N-USB3 besitzt an der Rückseite zwei Blöcke mit USB-3.0-Ports. Mit der BIOS-Version F1, also dem Release-BIOS, stellt sich heraus, dass die Geschwindigkeit nicht bei allen Ports gleich ist. Die Werte weichen stark voneinander ab. In der folgenden Grafik haben wir für euch einmal illustriert, wie dieser Umstand aussieht.


    Da im Falle der A75-FCH alle Ports des integrierten USB-3.0-Controller bedient werden, haben wir im Nachtest das aktuellste BIOS aufgespielt, dass Gigabyte zur Verfügung stellt. Dabei handelt es sich um die Beta-Version F3c. Mit dieser erhalten wir nicht nur bessere Werte, sondern auch auf allen Ports die gleichen. Hier nun also unsere endgültigen Werte:



    [BREAK=Benchmark - Futuremark 3DMark 06]
    Futuremark bietet mit seinem Benchmark 3DMark immer wieder eine gern herangezogene Software an und wird oft als Messlatte für die Spieleleistung eines PCs angesehen. Wir sind uns im Klaren darüber, dass der 3DMark 06 inzwischen nicht mehr aktuell ist, da er noch die DirectX-9-Generation ansprach. Aufgrund der geringeren Grafikleistung gegenüber aktuellen Desktop-Grafikkarten wird aber wohl das eine oder andere ältere Spiel auf dem PC landen, wenn darin eine APU werkelt.


    Der Abstand zwischen A55- und A75-Mainboard ist gering. Die E-450 erreicht ungefähr die halbe CPU-Leistung der A4-3400 und landet schlussendlich in größerem Abstand hinter den Konkurrenten, liefert aber ein respektables Ergebnis. Im späteren Verlauf wird die Leistung prozentual nicht immer so dicht hinter den anderen liegen.

    [BREAK=Benchmark – Futuremark 3DMark 11]
    Mit dem aktuellen 3DMark 11 veröffentlichte Futuremark seinen zur DirectX-11-API passenden Benchmark. Auch dieser ist bereits von unseren Tests mit den größeren A-Serie-APUs bekannt.


    Das Gigabyte A75N-USB3 platziert sich zwischen den beiden von uns getesteten Speicherbandbreiten mit dem A55M-DS2, hat also bei gleicher Konfiguration einen leichten Vorteil. Die dedizierten Grafiklösungen rangieren erwartungsgemäß vor den APUs.

    [BREAK=Benchmark – Futuremark PCMark 7]
    Neben dem 3DMark bietet Futuremark in regelmäßigen Abständen aktuelle Versionen des PCMark an. Anstatt die reine „Spiele-Leistung“ zu bewerten, kommt es hier auf die Produktivität an, das heißt Alltagsaufgaben sind zu bewältigen: Bilder skalieren, drehen oder Farben ändern, aber auch diese erst einmal kopieren. Das Endergebnis sieht wie folgt aus:


    Überraschend kann sich eine höhere Speicherbandbreite nicht positiv auf die gesamte Systemleistung in diesem Benchmark auswirken. Das Gigabyte A75N-USB3 kann einige Punkte mehr herausschlagen. Sieht man sich die detaillierten Werte in der Zusammenfassung an, kann das Mainboard an vielen Stellen leicht höhere Werte vorweisen. Die kleine E-450 liegt nur ungefähr 35% hinter der A4-3400, was zeigt, dass für Alltagsaufgaben der Unterschied weit geringer ausfallen sollte, solange keine aufwändigen Berechnungen stattfinden sollen. Wenn wir uns nun noch den Vergleich zu einer Plattform mit dem Athlon II X2 240e ansehen, verblüfft, dass die A4-3400 an dieser Stelle mit einer AMD Radeon HD 6450 gleichzieht.

    [BREAK=Benchmark – specviewperf 11.0]
    AMDs aktuelles Line-Up wird immer wieder mit Features beworben, die vor allem für den Einsatz in Unternehmen interessant sind. Die Grafikbeschleuniger der Radeon HD 7000 Serie verfügen über mehrere Audio-Codecs, um mehrere Audio-Streams gleichzeitig abarbeiten zu können, wie es zum Beispiel bei Video-Konferenzen entscheidend ist. Hinzu kommt die starke Ausrichtung auf die Beschleunigung via OpenCL. Der Industrie-Benchmark specviewperf gehört immer wieder zum Testparcours, eben weil auch Consumer-Produkte mitunter einmal interessant für den Einsatz im Unternehmen sein können. Die potenziell geringe Leistungsaufnahme und dabei hohe Leistung der integrierten Grafiklösungen lassen die APUs durchaus in den Fokus rücken. Die folgenden Ergebnisse von specviewperf betrachten vor allem Profi-Programme wie CAD oder 3D-Modelling, die auf die OpenGL-API zurückgreifen.


    Eine höhere Speicherbandbreite führt zu mehr oder weniger höheren Werten bei der A4-3400. Ein Vorsprung ist messbar. Die dedizierten Grafiklösungen können sich mitunter von den APUs absetzen, jedoch erkennt man eine gewisse Limitierung. Eine HD 6450, ein Einsteigermodell, ist oftmals genauso schnell wie eine leistungsfähigere HD 5570, oder kann sich auch einmal an die Spitze setzen. An dieser Stelle wird vielleicht bewusst eingegriffen, um den Profi-Produkten der Fire-Produktreihe die Daseinsberechtigung zu lassen.
    Das Gigabyte A75N-USB3 kann gegenüber dem Modell, das uns AMD übersandte, einen leichten Vorsprung bei gleichen Einstellung erreichen. Die Differenz ist jedoch sehr gering.

    [BREAK=Benchmark - Truecrypt]
    Truecrypt erschien im Jahr 2004. Seit der Version 1.0 hat sich einiges getan und auch wir wurden schon nach der Leistungsfähigkeit der kleinen APUs der E-Serie bei der Verschlüsselung von Daten befragt. Für diesen Test haben wir uns nun dazu entschieden, den Vergleich zwischen unseren Plattformen anzustreben. Der interne Benchmark bietet die Möglichkeit, die verschiedenen Algorithmen zu prüfen. Dazu wird der Arbeitsspeicher als Zwischenspeicher verwendet, um auch schnellere Laufwerke wie SSDs berücksichtigen zu können. Sehen wir uns also an, welche Werte unsere Vergleichsplattformen erreicht haben.

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    Die 100 MHz Taktdefizit der A4-3400 machen sich in den Messungen bemerkbar. Obwohl rein rechnerisch nur 3,5 % weniger Takt zur Verfügung steht, ist der Abstand oft ein wenig größer, bleibt aber im einstelligen Prozentbereich. Nur die kleine E-450-APU muss deutlich zurückstecken. An dieser Stelle wird klar, dass die E-Serie-APUs eher für den Medienkonsum denn für die Erstellung gedacht sind. Aufwändigere Aufgaben für Heim-Server wie die Echtzeit-Verschlüsselung sind eher eine Aufgabe für die größeren Modelle.

    Der Unterschied zwischen den beiden Mainboards mit unterschiedlichem Fusion Controller Hub ist nahezu nicht vorhanden. Nur bei der Kombination von AES- und Twofish-Verschlüsselung kann sich das A75-Modell von Gigabyte um mehr als 1 MB/s absetzen.

    [BREAK=Benchmark – x264 HD Benchmark 4.0]
    Vor allem wenn wir an den Einsatz im Wohnzimmer denken, könnte auch die eine oder andere Video-Transcodierung anstehen. Aufgezeichnetes Material aus dem Free-TV könnte entweder in Echtzeit oder später gerne aufbereitet werden. Wie schaut es dann mit der Leistung aus? Können wir mit flüssigem Arbeiten rechnen? Der x264 HD Benchmark in der Version 4.0 betrachtet dabei zwei aufeinanderfolgende Encodierungsdurchläufe, wobei die Geschwindigkeit leidet, dafür aber eine bessere Bildqualität und Kompression erreicht wird. Die Werte für den ersten und zweiten Durchlauf wollen wir euch im Folgenden darbieten.


    Eine höhere Speicherbandbreite sorgt in diesem Fall für Verbesserungen im Rahmen der Messungenauigkeit. Aufgrund des kleinen Taktdefizits gegenüber dem AMD Athlon II X2 240e muss man sich knapp hinter diesem einordnen. Die von AMD für die Medienwiedergabe bestimmte E-450-APU liegt abgeschlagen auf dem letzten Platz. Es wird deutlich, warum eine E-Serie-APU nicht für die Erstellung von Inhalten genutzt werden sollte.
    Der Vergleich zwischen A55- und A75-Mainboard zeigt in diesem Fall, dass im ersten Durchlauf das A55-Modell vorne liegt, und das sogar mit 0,7 Bildern pro Sekunde mehr.


    Im zweiten Durchlauf wiederholt sich das Bild. Unterschiede in der zweiten Kommastelle für die A4-3400 zeigen, dass die Performance in diesem Bereich relativ unabhängig von der Speicherbandbreite ist.
    Der Leistungsunterschied zwischen A55- und A75-Mainboard schrumpft auf die zweite Nachkommastelle zusammen, wenngleich jetzt das A75-Modell mit den Standard-Einstellungen die Nase vorn hat.

    [BREAK=Benchmark – LuxMark 2.0]
    LuxMark 2.0 basiert auf der Lux Render Engine und wird inzwischen immer öfter genutzt. Wir nutzten den Benchmark bereits zur Einführung der leistungsfähigeren A-Serie-APUs. AMD selbst nutzt den Benchmark auch hin und wieder zur Darstellung der Leistung der Produkte. OpenCL, das hier intensiv genutzt wird, scheint demnach gut zu skalieren. LuxMark 2.0 ist auch einer der wenigen Benchmarks in unserem Parcours, der auf Anhieb gut auf die Nutzung einer zusätzlichen Grafikkarte anspringt. Dual Graphics wurde im Zuge der Vorstellung der A-Serie-APUs populär und verbindet die integrierte GPU einer APU mit ausgewählten dedizierten Modellen, in unserem Fall einer AMD Radeon HD 6450.


    Es ergibt sich ein vielschichtiges Ergebnis. Wenn wir uns die Ergebnisse des Testlaufs ansehen, wenn nur die GPU genutzt wird, erkennen wir, dass die integrierte GPU der A3-3400 von der Radeon HD 6450 überholt wird. Der Abstand ist deutlich erkennbar. Die A4-3400 (AMD Radeon HD 6410D) platziert sich zwischen der E-450 (AMD Radeon HD 6320) und eben der Radeon HD 6450. Die kombinierte Rechenleistung von HD 6410D und HD 6450 im Dual-Graphics-Modus reicht fast an die HD 5570 heran. Insgesamt 320 Streamprozessoren der beiden Grafiklösungen können erstaunlich gut auf die 400 Streamprozessoren der HD 5570 aufschließen.
    Im CPU-Test können die CPU-Kerne wieder aufgrund des Taktdefizits von 100 MHz zwar dranbleiben, für das Treppchen reicht es nicht.
    Erst im kombinierten Betrieb von CPUs und GPUs kann die A4-3400 mit Dual Graphics zeigen, wie viel möglich ist. Warum die Werte der HD 5570 und der Dual-Graphics-Lösung fallen, während die HD 6450 aufholt, können wir uns nicht ganz erklären. Denkbar wären auftretende Zwangspausen zur Synchronisierung der Ergebnisse, jedoch wäre die Problematik bei einem CrossFire-Gespann, wie es Dual Graphics bedeutet, theoretisch höher.

    Vergleichen wir nun wieder die beiden unterschiedlichen Fusion Controller Hubs, so ist es in diesem Fall ausgeglichen. Die Abstände sind sehr gering und die Kontrahenten wechseln sich ab.

    [BREAK=Benchmark – DirectCompute Benchmark]
    Wie schon der vorangegangene LuxMark nutzt auch der DirectCompute Benchmark OpenCL. Ergänzt wird der Benchmark durch die Betrachtung der DirectCompute-Schnittstelle, die mit Microsofts DirectX-11-API ausgeliefert wurde, jedoch auch auf DirectX-10-kompatibler Hardware arbeiten soll.


    Das Bild von der Leistungsfähigkeit der APU-Plattform unter Zuhilfenahme einer dedizierten GPU (Dual Graphics) im OpenCL-Benchmark wird bestätigt. Einzeln gesehen, muss sich die A4-3400 erneut zwischen E-450 und dedizierter Radeon HD 6450 einsortieren. Die Radeon HD 5570 als Modell der vorletzten Generation kann immer noch eindrucksvoll mithalten. Ihr wird schlussendlich wohl nur das Thema Leistungsaufnahme zum Verhängnis werden, aber auch der Dual-Graphics-Betrieb dürfte interessant sein.

    Wenn wir uns nun DirectCompute widmen, verpufft die Leistung von Dual Graphics. Scheinbar fehlt hier ein passendes Profil oder ähnliches im AMD-Treiber. Wie man auch oft in Spielen sehen kann, wird nicht einmal die Leistung der dedizierten Grafiklösung erreicht. Die E-450 kann sich etwas nach vorne schieben und erreicht sogar fast die Leistung der A4-3400. Die restlichen Konfigurationen bestätigen ihre Leistungen im weitesten Sinne.
    Eine höhere Speicherbandbreite bringt in diesem Benchmark keinen Leistungsgewinn, wie man an den äußerst geringen Unterschieden sehen kann.

    Das A55-Mainboard kann im LuxMark einen geringen Vorsprung gegenüber dem teureren Modell erreichen. Schon im vorangegangenen Abschnitt, wo wir uns LuxMark angesehen hatten, konnte das A55M-DS2 ein leichtes Plus vorzeigen. Ob sich das auch auf andere Anwendungen übertragen lässt?

    [BREAK=Benchmark – 7zip]
    Nicht unbedingt jeder HTPC wird ständig mit dem Packen von Archiven beschäftigt sein. Trotzdem eignen sich solche Programme gut für die Einschätzung der Leistungsfähigkeit eines Systems, sodass wir 7zip herangezogen haben, um auch einen Vergleich für andere Systeme zu ermöglichen. Der Test betrachtet dabei die beiden entscheidenden Punkte Kompression und Dekompression, sprich das Packen und Entpacken.


    Zuerst beginnen wir doch mit der Dekompression. In diesem Fall können wir sehen, dass sich der Rückstand der E-450-APU in rechenintensiven Anwendungen ein wenig verkürzt. Bei der Video-Transkodierung erreichen wir teils nur ungefähr ein Drittel der Leistung der stärkeren Plattformen, hier ungefähr die Hälfte. Die A4-3400 bleibt an der älteren CPU dran, muss sich aber wegen des geringeren Takts geschlagen geben, basieren die CPU-Kerne doch auf der gleichen Architektur und Wunder geschehen nur selten. Es besteht kein Unterschied, ob das Mainboard nun mit einem A55- oder A75-FCH bestückt ist.


    Bei der Kompression kann die kleine APU ihren Abstand halten. Im Falle der A4-3400 können wir beim Komprimieren einen Vorteil erkennen, wenn wir die Speicherbandbreite erhöhen. Noch höhere Gewinne wären sicher durch niedrigere Latenzen möglich. Der direkte Vergleich zwischen A55 und A75 geht zugunsten des letztgenannten aus.

    [BREAK=Benchmark – Cinebench R10]
    Der Cinebench-Benchmark basiert auf der Engine des bekannten 3D-Modelling-Tools Cinema 4D von Maxon. Neben der CPU-Leistung sind die OpenGL-Fähigkeiten der Testkandidaten gefragt. Zuerst wollen wir uns die ältere R10-Version ansehen, bevor wir zur aktuellen übergehen.


    Die K10-Kerne von AMD Athlon II X2 240e und A4-3400 verweisen die kleine E-450-APU in diesem Test weit auf den letzten Platz. Der leichte Taktvorteil des 240e beschert ihm den ersten Platz. Der Unterschied zwischen A55- und A75-Mainboard ist an dieser Stelle durchaus deutlich. Im Mittel reden wir hier aber von einem Prozent.


    In anderen Benchmarks konnte das A75-Mainboard eine stärkere CPU-Leistung vorweisen, hier dreht sich das Blatt. Es liegt dieses Mal vor dem A55-Modell. Ein Leistungszuwachs durch eine höhere Speicherbandbreite ist unübersehbar. Die dedizierten Grafiklösungen auf unserer mITX-Testplattform liegen aber weiterhin vor der APU. Die E-450 muss sich wie gewohnt hinten einordnen.

    [BREAK=Benchmark – Cinebench R11.5]
    Kommen wir zur aktuellen Version von Cinebench, der Version 11.5. Das Bewertungssystem hat sich an dieser Stelle etwas geändert. Anstatt sowohl die Single- als auch Multithreaded-Leistung auszugeben, rechnen hier immer alle aktiven CPU-Kerne. Beim OpenGL-Test wurde ebenso ein wenig Hand angelegt. Anstatt ein Punktesystem zu verwenden, sprechen wir folgend von realen Bildraten einer Demo-Sequenz.


    Die Unterschiede zwischen den beiden konkurrierenden Mainboards sind gering. Wenn man sich diesen geringen Abstand zwischen den Mainboards ansieht, erkennt man auch, dass der zur Athlon-II-X2-CPU ebenso gering ist.


    Bei der Demo zur Bestimmung der Renderleistung der GPUs wechseln sich die beiden Mainboards wieder einmal ab. Hier erreicht das A75-Modell leicht bessere Werte. Die dedizierte AMD Radeon HD 6450 mit eigenem Speicher und höherem Takt kann sich noch mit einem guten Abstand nach vorne bringen. Abgerechnet wird aber auch an der Steckdose.

    [BREAK=Spiel – Crysis]
    Crysis setzte bei seiner Veröffentlichung neue Maßstäbe, was den Detailreichtum betraf. Aber auch die Hardware-Anforderungen wurden immens nach oben gesetzt. Bis heute wird der erste Teil aus dem deutschen Entwicklerstudio Crytek immer wieder herangezogen, um die Leistungsfähigkeit von Grafiklösungen auszuloten. Aus Rücksicht auf die kleine E-Serie-APU haben wir die Tests mit drei unterschiedlichen Auflösungen durchgeführt.


    Bei einer Auflösung von 800x600 Bildpunkten ergibt sich das Bild, dass die APU einen Vorteil aus einer höheren Speicherbandbreite ziehen kann, jedoch aufgrund des geringeren GPU-Taktes und dem immer noch langsameren Zugriff auf den Arbeitsspeicher nicht an die Leistung der AMD Radeon HD 6450 heranreicht. Die in die E-450 integrierte Grafiklösung, AMD Radeon HD 6320, bietet ungefähr die halbe Leistung der größeren A4-3400. Das A75-Mainboard kann in diesem Abschnitt mit einer leicht höheren Leistung aufwarten.


    Wir erhöhen die Auflösung auf 1024x768. Es ergibt sich das gleiche Bild wie zuvor. Die Radeon HD 5570 kann sich aber deutlicher nach vorne absetzen. Das Gigabyte A75N-USB3 kann seinen kleinen Vorsprung gegenüber dem A55M-DS2 bei der maximal erreichten Bildrate halten.


    In der höchsten Auflösung, die wir an dieser Stelle betrachten, können die APUs keine spielbaren Werte mehr abliefern. Der Abstand zu einer Radeon HD 6450 wird geringer, die ebenso aufgeben muss. Die HD 5570 kann weiterhin eine flüssige Darstellung ermöglichen. Die Leistung der beiden Gigabyte-Mainboards liegt jetzt wieder auf einem Niveau.

    Dual Graphics haben wir an geeigneter Stelle schon einmal betrachtet und auf Fehler und Inkompatibilitäten hingewiesen. Vor einiger Zeit haben wir die Information von AMD erhalten, dass lediglich DirectX-9-Titel nicht unterstützt werden und Probleme auftreten bzw. die Beschleunigung nicht vorhanden ist. Crysis stellt nun einen DirectX-10-Titel dar, der auch noch recht populär ist. Trotzdem ergeben sich starke Bildstörungen im Test, sodass wir von einer Bewertung absehen. Die Texturen flackern und es treten Mikroruckler auf. Da helfen auch spielbare Bildraten oberhalb der 30-fps-Grenze nichts.

    [BREAK=Spiel – Colin McRae DiRT3]
    Nachdem wir uns bereits Crysis angesehen haben, wollen wir einen erneuten Blick auf Colin McRae: DiRT3 werfen. Erste Tests mit dem Spiel führten wir im Rahmen der Veröffentlichung der A-Serie-APUs durch. Wir wollen also nicht viele Worte über das Spiel verlieren und uns lieber auf die Ergebnisse stürzen. Wie beim vorangegangenen Crysis haben wir die Details und die Auflösung an die kleine E-450 angepasst, sodass wir verwertbare Ergebnisse bekommen. Hauptkriterium war ein (relativ) flüssig laufendes Hauptmenü.


    Bei einer Auflösung von 1024x768 und niedrigen Details ergibt sich das Bild, dass die E-450 uns im Hauptmenü navigieren lässt. Die aufwändig animierte Oberfläche bringt ansonsten die kleine APU an ihre Grenzen. Neben der CPU ist auch die GPU-Leistung nicht ausreichend, um spielbare Bildraten zu ermöglichen. Hier stößt die E-450 ans Limit. Alle anderen Kontrahenten erreichen spielbare Werte. Das Gigabyte A75N-USB3 kann gegenüber dem A55-Modell höhere Minimum-FPS vorweisen.


    Bei der Erhöhung der Details ist es mit der E-450 nicht mehr möglich, sauber zu navigieren. Aus diesem Grund werden wir im Folgenden nur noch die übrigen Kontrahenten betrachten. Die SAPPHIRE Radeon HD 5570 erreicht die höchsten Werte, bietet aber auch die größte Rohleistung. Die A4-3400 positioniert sich hinter der HD 6450. Im spielbaren Bereich bewegen sich alle Plattformen, jedoch kann man schon hier sehen, dass nicht mehr viel Spielraum nach oben besteht. A55- und A75-Mainboard sind wieder nahezu gleichauf.


    In unserer höchsten getesteten Auflösung bewahrheitet sich dies. Die A4-3400 und die Radeon HD 6450 erreichen keine spielbaren Bildraten mehr. Lediglich die HD 5570 kann flüssiges Spielen ermöglichen. Wie immer müssen wir am Ende die Leistungsaufnahme zur Bewältigung dieser Aufgabe im Hinterkopf behalten, die wir uns später ansehen werden.
    Schlussendlich liegt das A75N-USB3 zwar hauchdünn vor seinem Rivalen, wirklich gravierende Unterschiede sind auch hier nicht feststellbar.

    [BREAK=Spiel – Company of Heroes – Niedrige Details]
    Company of Heroes stellt ebenso einen bekannten Vertreter unserer Tests dar. Alle E-Serie-APUs mussten sich in dem Spiel beweisen. Aus der Übergangsphase von DirectX 9 zu DirectX 10 stellt es einen älteren Titel dar. Als Strategiespiel sieht es ebenso so aus, dass auch eigentlich zu niedrige Bildraten noch als spielbar empfunden werden. Als kleines Spiel zwischendurch ist es durchaus vorstellbar und prädestiniert für eine günstige Plattform wie die kleinen AMD-APUs. Zuerst wollen wir uns die Ergebnisse bei niedrigen Details ansehen.


    In der einfachen HD-Auflösung ist das Spiel eindeutig in der Bildrate limitiert. Es sieht ganz so aus, als ob hier ein Framelimiter aktiv ist, d.h. eine maximal mögliche Bildrate wird festgelegt. Mit durchschnittlichen Werten um die 60 Bilder pro Sekunde kann die A4-3400 keinen Unterschied zu den dedizierten Grafiklösungen erkennen lassen. Die E-450 bleibt dran.


    Erst die Erhöhung der Auflösung auf 1680x1050 zeigt einen ersten Unterschied. Die Bildraten bleiben weiterhin auf hohem Niveau, die dedizierten Lösungen können sich aber messbar in Führung setzen. Die E-450 bleibt ebenfalls auf hohem Niveau.

    Unterschiede zwischen einer verbauten A55- oder A75-FCH sind nicht erkennbar.

    [BREAK=Spiel – Company of Heroes – Hohe Details]

    Bei hohen Details wird schon in der einfachen HD-Auflösung ein Unterschied deutlich. Die A4-3400 platziert sich hinter den X2-Systemen. Spielbar sind alle Kontrahenten. In der mittleren Leistung kann sich das A75-Mainboard wieder vor das A55-Modell schieben.


    In der höchsten Auflösung kann die HD 5570 weiterhin sehr hohe Werte abliefern. Die A4-3400 bleibt oberhalb der 30-fps-Marke. Wenn wir uns nun wieder die beiden Gigabyte-Mainboards bei gleichen Settings ansehen, kann das A55-Modell hier den Rivalen überholen.

    [BREAK=Spiel – Resident Evil]
    Viele sind wohl mit den Resident-Evil-Spielen aufgewachsen. Weil der Benchmark sehr gut reproduzierbare Werte liefert, haben wir diesen schon zur Veröffentlichung der A-Serie-APUs verwendet und nehmen ihn immer wieder gerne. Um auch Werte der kleinen E-450-APU mit einbinden zu können, haben wir insgesamt sechs Einstellungen genutzt – drei Auflösungen und zwei Detailstufen.

    RE5_A4-3400_A55_A75 RE5_A4-3400_A55_A75 RE5_A4-3400_A55_A75

    RE5_A4-3400_A55_A75 RE5_A4-3400_A55_A75 RE5_A4-3400_A55_A75

    Wir wollen an dieser Stelle nicht zu viele Worte verlieren. Anhand der Werte sehen wir wieder einmal, dass die FCH keinen nennenswerten Einfluss auf die Leistung hat. Die Unterschiede sind zu vernachlässigen. Die Speicherbandbreite erhöht die Bildrate, schlussendlich reicht die Leistung aber nicht mehr aus, um flüssige Bildfolgen zu erzeugen.

    [BREAK=Spiel – Final Fantasy XIV]
    Für diesen Test haben wir den Parcours noch um einen weiteren Spiele-Benchmark erweitert, der sehr gut reproduzierbare Werte liefert. Die Optionen sind begrenzt. Es lässt sich neben der Auflösung nur die verwendete Spielfigur ändern. Die Basis für den Benchmark ist Final Fantasy XIV, ein Ableger der Serie, der auch für den PC erschienen ist und online gespielt wird.


    In der einfachen HD-Auflösung ergibt sich das Bild, dass die A4-3400 ungefähr doppelt so schnell ist wie die E-450-APU. Die dedizierten Grafiklösungen führen die Rangliste an. Der Final-Fantasy-Benchmark läuft auf dem Gigabyte A75N-USB3 ein wenig besser, sodass das Mainboard zwischen den Werten des A55-Modells mit unterschiedlichen Speicherbandbreiten liegt.


    Die volle HD-Auflösung haben wir aufgrund starker Ruckler bei der E-450-APU herausgelassen. Das Bild des ersten Tests wiederholt sich.

    [BREAK=Praxis – Blu-ray-Wiedergabe]
    Für diesen Abschnitt nutzen wir CyberLinks PowerDVD sowie die Blu-ray des Films „Die Vorahnung“. Im Hintergrund lassen wir AMDs System Monitor die Taktraten und Auslastungen von CPU und GPU aufzeichnen. Wie immer möchten wir an dieser Stelle darauf hinweisen, dass das Tool selbst eine geringe Last erzeugt, sodass es sich nicht um absolute Werte handelt. In unserem Test hat sich die aktuelle Version 1.0.0.9 als ressourcenschonender als vorherige Ausgaben herausgestellt. Den Turbo der E-450-APU erkennt diese jedoch nicht, welcher in diesem Fall nicht aktiv wurde.


    In unserem Vergleichstest können alle Kontrahenten mit zwei CPU-Kernen aufwarten. Für das obenstehende Diagramm haben wir den Mittelwert für die Auslastung der beiden Kerne gebildet. Die A-Serie-APU kann sich auf dem Niveau der älteren Athlon-II-X2-CPU platzieren. Im dargestellten Vergleichszeitraum sprechen wir im Mittel von 29,4 zu 31,1 % CPU-Last. Die E-Serie-APU weist höhere Werte auf, hat aber noch Spielraum. Die Wiedergabe einer Blu-ray ist möglich, jedoch muss man immer im Hinterkopf behalten, dass die Unified-Video-Decoder-Einheit, kurz UVD, um eine Funktion kastriert wurde. Es ist nicht möglich, 3D-Inhalte abzuspielen. Die Radeon HD 5570 mit der älteren UVD der Version 2.0 muss genauso auf den Multi-View Codec (MVC) verzichten). Wenn wir nun schon beim Thema GPU sind, die die UVD-Einheit beherbergt, werfen wir doch einen Blick auf die Auslastung eben jener.


    Auffällig sind die hohe Last auf der GPU der A4-3400 und die auftretenden Schwankungen. Die GPU unserer SAPPHIRE Radeon HD 5570 zeigt relativ konstante Werte, wobei noch zu erwähnen ist, dass in diesem Fall die GPU den Takt nur auf 400 MHz anhebt. Die Radeon HD 5570 stellt mehrere Taktstufen zur Verfügung. Neben dem Leerlauf (157 MHz) und der Höchstleistung (650 MHz) zeigt sich in diesem Abschnitt ein dritter Modus, der den GPU-Takt bei 400 MHz ansetzt. Ob sich diese Maßnahme schlussendlich positiv auf die Leistungsaufnahme auswirken wird, werden wir uns später noch einmal ansehen.
    Im Falle der Radeon HD 6450, die wir vor einiger Zeit im Test hatten, fällt auf, dass der AMD System Monitor die GPU-Last nicht korrekt auslesen kann. Anhand der Erhöhung von GPU-Taktfrequenz und Lüfterdrehzahl gehen wir aber von einer Hardwarebeschleunigung aus. Die CPU-Last spricht auch hierfür.

    [BREAK=Praxis - 1080p-Wiedergabe]
    In diesem Abschnitt haben wir uns anhand eines Trailers des Films „Iron Man“ in der vollen HD-Auflösung angesehen, wie sich die Kontrahenten verhalten. In diesem Fall kommt Microsofts Windows Media Player für die Wiedergabe zum Einsatz, während AMDs System Monitor im Hintergrund aufzeichnet. Es muss wieder beachtet werden, dass hierdurch eine gewisse Grundlast erzeugt wird. Im Folgenden haben wir die Messungen der Kombination AMD Athlon II X2 240e und AMD Radeon HD 6450 aus unserer Betrachtung herausgelassen. Da der System Monitor keine verlässlichen Werte für die Grafikkarte ausgibt, können wir keine klaren Aussagen treffen.


    Wenn wir uns die durchschnittliche Auslastung der CPU-Kerne ansehen, sehen wir wieder den geringen Abstand von Athlon II X2 und A4-3400. Wenn wir den Mittelwert bilden, unterscheiden sich die beiden Plattformen in der zweiten Nachkommastelle. Die E-450-APU fällt etwas ab. Zum Wiedergabebeginn fällt eine hohe Last auf. Diese ist womöglich auf Buffering zurückzuführen. Mit 74 % Auslastung in der Spitze ist für die E-450 noch Spielraum vorhanden, jedoch fällt ein weiterer Peak auf. Eine flüssige Wiedergabe bieten alle drei.


    Die Auslastung der GPU offenbart das zuletzt schon gesehene Bild. Die AMD Radeon HD 6410D, die in der A4-3400 integriert ist, weist Spitzen bis über 80 % aus, sowie einen stark schwankenden Verlauf. Die Radeon HD 5570 zeigt wieder eine nahezu konstante Aktivität bei einer Taktfrequenz von 400 MHz. Das spart Strom. Die AMD Radeon HD 6320 der E-450-APU zeigt ähnliche Schwankungen wie die GPU der A-Serie-APU, dafür aber eine geringere Auslastung. Da auch die E-450 Steady Video unterstützt, können wir die erhöhte Rechenlast nicht auf diese Funktion schieben.

    [BREAK=Praxis - HTML-5-Wiedergabe]
    In den folgenden zwei Kapiteln wollen wir uns die Beschleunigung von Video-Inhalten ansehen, die über das Internet zur Verfügung gestellt werden. In den letzten Tests zu den APUs nutzten wir hierzu Adobes Flash als Basis für die gestreamten Inhalte. Mit HTML 5 drängt eine native Schnittstelle immer mehr auf den Markt. Zusätzliche Programme wie eben Flash werden dadurch nicht mehr benötigt, nur der entsprechende Codec muss auf dem System vorhanden sein. YouTube stellt bereits sämtliche Inhalte mit HTML 5 zur Verfügung. Wie schon beim Test der E-350-APU haben wir uns einen IMAX-Trailer genommen und die Videobeschleunigung mithilfe von AMDs System Monitor dokumentiert. Zuerst wollen wir uns das ansehen, wenn es sich um die einfache HD-Auflösung handelt, spricht 1280x720.


    In diesem Vergleich schließt die E-450-APU sogar am besten ab. Wir verzeichnen die geringste CPU-Auslastung im Mittel mit knapp 18 %. Die A4-3400 folgt mit etwa 22 %. Das Schlusslicht bildet die ältere Plattform auf Basis unseres Athlon II X2 240e mit etwas über 27 %.


    GPU-seitig zeigt sich, dass die beiden APUs eine schwankende Aktivität aufweisen, wie man es schon vorher in den Tests sehen konnte. Die SAPPHIRE Radeon HD 5570 aus unserer mITX-Testplattform bietet laut den vorliegenden Messungen keine nennenswerte Beschleunigung, erhöht den GPU-Takt aber auf 400 MHz.

    Nachfolgend haben wir die volle HD-Auflösung (1920x1080) genutzt.


    Wieder kann sich die E-450-APU sogar noch vor die leistungsstärkeren Kontrahenten setzen, die A4-3400 ist aber dicht auf. Diesmal steht es 21 zu 23 % Auslastung im Mittel. AMDs Athlon II X2 240e, gepaart mit der SAPPHIRE Radeon HD 5570 muss mit 29 % doch deutlich zurückstecken.


    Die ältere UVD-Einheit der 5570 weist zwar wieder die geringste Auslastung und einen energiesparenden Modus aus, jedoch lasten die Kontrahenten die effizientere GPU gut aus. Reserven bieten alle und am Ende werden wir wohl betrachten müssen, wer am wenigsten aus der Steckdose zieht, um die Aufgaben zu erfüllen.

    [BREAK=Leistungsaufnahme]
    Wir haben uns nun eine ganze Menge zur Rechenleistung der heute antretenden Konkurrenten angesehen. Am ehesten mit der A4-3400 vergleichbar ist der AMD Athlon II X2 240e, gepaart mit der AMD Radeon HD 6450. Beide bieten die gleichen Features, wie zum Beispiel die UVD-3-Einheit. Wenn wir uns die Grafikleistung ansehen, haben wir im Mittel ungefähr 15 bis 20 % mehr Leistung. Größtes Hauptargument für die Anschaffung einer APU dürfte aber wohl neben der kompakteren Abmaße für das System die Leistungsaufnahme sein.


    Wenn wir uns nun zuerst einmal die groben Eckdaten des Systems im Leerlauf und unter verschiedenen Last-Szenarien ansehen, wird klar, dass die APU in allen Disziplinen auch Energie einspart. Besonders im Leerlauf, der wohl bei vielen den Dauerzustand markiert, weil einfach nicht mehr Rechenleistung notwendig ist, kann dies um die 40 % Ersparnis ausmachen. Unter Last schrumpft dieser Vorsprung zusammen, bleibt aber immer noch vorhanden. Weniger Strom aus der Steckdose bedeutet aber auch im Allgemeinen eine geringere Abwärme, da die aufgenommene Leistung in Wärme umgewandelt wird.
    Der Vergleich beider heute betrachteten Mainboards zeigt messbare Unterschiede. Obwohl das Gigabyte A75N-USB3 das besser ausgestattete Produkt ist, benötigt es weniger Strom. Sonst haben wir immer den umgekehrten Fall vorliegen.


    Bei der Medienwiedergabe können sich die APU-Systeme genauso gut positionieren. Im Mittel sprechen wir hier von ungefähr 30 % Energieersparnis bei annähernd gleicher Leistung, wenn wir unseren eingangs aufgestellten Vergleich von A4-3400 und X2 240e mit HD-6450-Grafik im Kopf vollführen. Das ist ein beeindruckendes Ergebnis, da wie schon erwähnt die geringere Abwärme Vorteile mit sich bringt. Vor allem im Heimkino-Bereich zerstören Lüfter das Gesamtbild. Mit den APUs hat man eine kompakte Alternative geschaffen.

    [BREAK=Undervolting]
    Im vorangegangenen Abschnitt haben wir uns mit der Leistungsaufnahme beschäftigt, die wir bei standardmäßigen Spannungen vorliegen haben. Mit dem Tool FusionTweaker haben wir uns auch diesmal drangemacht, das Potenzial nach unten auszuloten.


    Für die Werte bei CPU-Last fällt auf, dass zuerst ein hohes Einsparpotenzial vorhanden ist, eine gedachte Kurve zeigt aber ein Abflachen. Bei der Untersuchung der A4-3400 im Vergleich zu den anderen A-Serie-APUs wurde die Spannung noch weiter gedrückt. Hier haben wir die Spannung reduziert, ohne auf einen Bluescreen zu warten. Ob die Einstellungen auch im Alltagsbetrieb durchgängig funktionieren würden, können wir nicht garantieren. Erfreulich ist trotzdem die Ersparnis. Bei Werten um die 1,1 V besteht in unseren Augen noch eine gewisse Sicherheit auf Systemstabilität. Dass wir bereits in diesem Abschnitt knapp 30 % einsparen können, ist erfreulich.


    Die Einsparung beim FurMark beläuft sich auf ungefähr 20 %. Was bedeutet das? Die Spannung der GPU ist von der des CPU-Teils getrennt. Wir können also für die integrierte GPU ohne weiteres keine effektive Ersparnis erreichen.


    Aus diesem Grund sehen wir die 30-%-Ersparnis aus dem CPU-Benchmark exakt auch so wieder, wenn wir die APU im Gesamten auslasten.

    [BREAK=Fazit]

    Wir haben uns heute eine ganze Menge Hardware und Benchmarks vor Augen geführt. Mit der A4-3400-APU bietet AMD ein günstiges Modell an, das leistungsmäßig keinerlei Probleme mit der Wiedergabe von Medieninhalten hat. Im Gegensatz zu den energiesparenden APUs der E-Serie besitzt sie aber Reserven, um auch aufwändige Aufgaben zu übernehmen. In vielen Benchmark stellt sich heraus, dass man ungefähr mit der doppelten CPU-Rechenleistung rechnen kann. Der GPU-Teil der A4-3400 kann auch überzeugen. Selbstverständlich muss man Abstriche bei der Bildqualität und den Details machen, jedoch konnten wir alle unsere Titel zum Laufen bringen.

    Im direkten Vergleich mit einer Athlon-II-X2-CPU von AMD, gepaart mit einer dedizierten Grafiklösung ergeben sich keine Performance-Vorteile. An dieser Stelle limitiert eher die Speicherbandbreite, da die APU sich diese mit dem CPU-Part teilen muss. Im Schnelltest zeigt sich immer wieder, wie eine höhere Bandbreite bessere Ergebnisse nach sich zieht. Bei der Modellnummer-Vergabe der integrierten Grafiklösung hat AMD eine ehrliche Einschätzung abgegeben. Irritationen beim Kunden sollten also nicht auftreten.

    Von den Features her ist die A4-3400 kein Quantensprung, sie vereint, wie es auch AMD immer gerne erklärt, schlichtweg die Eigenschaften bekannter Produkte. Wir haben eine GPU der AMD Radeon HD 6000er Serie mit einer UVD-3-Einheit, die eine Beschleunigung verschiedener Video-Codecs ermöglicht, darunter auch in Verbindung mit HDMI 1.4a stereoskopische Inhalte (3D). Durch die Entlastung der CPU werden die Effizienz und die Leistungsaufnahme verbessert. Bei gleichen Aufgaben kommt die APU im Wiedergabe-Modus im Mittel mit 30 % weniger Energie aus, wenn wir uns die Situation im Vergleich zu Athlon II X2 und dedizierter Grafiklösung ansehen. Das schont nicht nur den Geldbeutel, wenn wir an die Stromrechnung denken, sondern ermöglicht auch kompaktere Geräte, da weniger in Wärme umgesetzte Energie abgeführt werden muss. Entweder verkleinert man die Kühlung, oder man ermöglicht eine überdimensionierte, dafür aber selbst bis zum Passivbetrieb ausreichende Kühlung.

    Zusätzlich zur APU erhielten wir zwei Mainboards mit den beiden erhältlichen Chipsätzen/Fusion Controller Hubs für A-Serie-APUs – A55 und A75. Größter Unterschied zwischen den beiden Varianten ist die Bereitstellung aktueller Schnittstellen. Einzig für den Kunden interessant ist, dass der A55 auf SATA 6Gb/s sowie USB 3.0 verzichtet. Leistungsmäßig können wir zwischen den beiden Varianten nur geringe bis gar keine Abweichungen feststellen.

    Das Gigabyte A55M-DS kann zwar kein USB 3.0 vorweisen, dafür aber bei unseren Messungen mit USB 2.0 neue Spitzenwerte setzen. Der integrierte USB-3.0-Controller beim Gigabyte A75N-USB3 kann ebenfalls überzeugen. Die native AMD-Lösung steht den Varianten von NEC, Fresco Logic oder AS-Media in nichts nach. Ob man USB 3.0 wirklich benötigt, muss man also für sich entscheiden.

    Ebenso wichtig wie die Bild- ist die Tonausgabe. In diesem Abschnitt muss das günstige Einstiegsmodell von Gigabyte auf Basis des A55 Federn lassen. Es stellt sich als nichts Besonderes heraus. Ganz im Gegensatz dazu kann das Gigabyte A75N-USB3 mit sehr guten Bewertungen auftrumpfen. Ob man den Unterschied real bemerkt, überlassen wir den Audiophilen.

    Rein von der Konnektivität her betrachtet kann das Gigabyte A75N-USB3 einen deutlich besseren Eindruck machen als das günstige Einstiegsmodell. Besonders schmerzhaft ist für uns das Fehlen eines modernen Monitor-Ausganges. HDMI wie auch DisplayPort, wobei letzteres heute gar nicht vertreten ist, ermöglichen die gleichzeitige Übertragung von Bild und Ton, sollten also vor allem im Multimedia-Bereich zum Standard gehören. Hier patzt das Gigabyte A55M-DS2. Anstatt der analogen Varianten hätte man konsequent auf aktuelle Technik setzen sollen. Eine wirkliche Alternative wird ebenso nicht standardmäßig geboten. Das A75N-USB bietet an der Rückseite noch einen optischen Audio-Ausgang, so etwas fehlt beim A55M-DS2 ganz. Die drei 3,5-mm-Audio-Buchsen können uns nicht überzeugen.

    Über die Leistungsaufnahme eines APU-Systems gegenüber einer vergleichbaren Lösung auf Basis einer Kombination von CPU und dedizierter Grafiklösung haben wir bereits ein paar Worte verloren. Sehen wir uns nun im Detail die beiden Gigabyte-Mainboards an, fällt eine hohe Standardspannung auf. Für das A55M-DS2 haben wir exemplarisch einmal untersucht, wie weit man den Verbrauch drücken könnte. Es besteht sehr viel Potenzial, sodass man hierauf eventuell einmal ein Auge werfen sollte. Überraschend ist, dass die besser ausgestattete A75-Platine in den meisten Szenarien eine geringere Leistungsaufnahme besitzt.

    Was können wir also schlussendlich über den heutigen Test sagen? Wir haben eine gut laufende APU gesehen, die leistungsmäßig keine Schwächen zeigt, obwohl sich CPU und GPU ein Speicherinterface teilen. Die Leistung ist vollkommen ausreichend und die UVD-3-Einheit ermöglicht hardwarebeschleunigten Genuss nahezu aller Inhalte. Die Leistungsaufnahme ist gering und wird nur noch durch die AMD E-450 unterboten. Die A4-3400 stellt auch den Mittelweg zwischen E-Serie-APU und den leistungsstarken A6- oder A8-APUs dar, die wir bereits mehrmals einem Test unterzogen haben. Es macht leistungsmäßig keinen Unterschied, ob man nun ein A55- oder ein A75-basiertes Mainboard einsetzt. Für den Home-Theater-Einsatz sind die bereitgestellten Schnittstellen viel entscheidender, weshalb man hier für seine Zwecke das beste Angebot heraussuchen sollte.

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