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      Mainboard: ASUS KGPE-D16
      Kühlung: 2x Noctua NH-U12DO
      Arbeitsspeicher: 64 GB ECC
      Grafikkarte: HIS Radeon HD 7870 GHz
      Display: 16:10 27" PVA
      SSD(s): Crucial M4 128
      Festplatte(n): 3TB HDD (Seagate)
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    AMD A10-5800K - Trinity im Test


    "Deliver the best APU every year!" – Dieser Satz findet sich auf einer Folie aus dem letzten Jahr, die im Zuge der Vorstellung der ersten Generation der A-Serie-APUs gezeigt wurde. Mit breiter Brust spricht AMD davon, im Jahre 2006 einen Trend losgetreten zu haben. Sicher, auch die Konkurrenz bietet das Konzept an – NVIDIA verbindet ARM-CPU und eine GeForce-GPU (Tegra), Intel integriert ebenfalls eine Grafikeinheit in die Core-Prozessoren. Die eierlegende Wollmilchsau hat noch kein Hersteller gefunden. Die größte Kritik muss sich AMD im Moment in Sachen x86-Rechenleistung gefallen lassen. Die A-Serie soll drei Segmente abdecken: Gaming, "Content Creation" und Multimedia. Diesen Spagat zwischen all diesen Punkten zu schaffen, stellt für AMD wohl die größte Herausforderung dar. Man könnte die Zielgruppe mit ein paar Begriffen beschreiben: Gelegenheitsspieler, die gerne filmen oder fotografieren und Medieninhalte aller Art konsumieren. Immer wieder werden die Redaktionen auf diesen Umstand hingewiesen. Trotzdem, so ist es nun einmal, sind die Erwartungen hoch.

    Die zweite Generation der A-Serie-APUs wurde schon vor Monaten mit den Notebook-Modellen eingeführt. Für das Desktop-Retail-Geschäft ist es heute erst soweit. Vor wenigen Tagen hatte AMD den Redaktionen erlaubt, eine Preview mit Einschränkungen zu veröffentlichen. Die Resonanz war gemischt, vor allem in Deutschland konnte man nur selten entsprechende Artikel lesen. Wir waren leider nicht in der Lage, zu dieser Zeit mit unseren Tests zu beginnen, da unser Paket bei DHL verloren gegangen zu sein schien. Dank AMDs schneller Reaktion konnten wir mit einem Ersatz-Kit schlussendlich unsere Tests aufnehmen.

    Der heutige Test wird sich in mehrere Richtungen bewegen. Natürlich streben wir zuallererst den Vergleich der APUs an – alt gegen neu – A8-3870K gegen A10-5800K. Durch die Umstellung der CPU-Architektur wird aber auch der Vergleich zum AMD FX eine Rolle spielen. Stellen die „Piledriver“-Kerne einen messbaren Fortschritt dar? Ebenso haben wir uns einmal angesehen, wie die neue Plattform mit dem kommenden Microsoft Windows 8 arbeitet, schließlich steht das neue Betriebssystem kurz vor der Veröffentlichung.

    Wir wünschen euch viel Spaß auf den folgenden Seiten und hoffen, viele eurer Fragen mit diesem Artikel beantworten zu können.

    Wir möchten uns bei AMD und allen, die diesen Test erst möglich gemacht haben, für die Unterstützung und das entgegengebrachte Vertrauen bedanken.

    [Break=Testsysteme]

    Plattformen:
    • Llano:
      • A8-3870K
      • MSI A75MA-G55 (µATX; A75)
      • ASUS F1A75-M PRO (µATX; A75; nur für Verbrauchswerte)
    • Trinity:
      • A10-5800K
      • ASUS F2A85-M PRO (µATX; A85X)
    • Zambezi:
      • FX-8150 (2M/4T @ 3,8 GHz ohne Turbo)
      • ASUS Crosshair V Formula (ATX; 990FX)

    Weitere Hardware:
    • RAM
      • G.Skill RipjawsX F3-14900CL9D-8GBXL (Verwendet als DDR3-1866 9-10-9-24 @ 1,5 V)
      • G.Skill RipjawsX F3-17000CL9D-8GBXM (Verwendet als DDR3-1866 9-10-9-24 @ 1,5 V)
    • Kühlung
      • Scythe Mugen
      • Xilence 2ComponentFan 120 (Zur Belüftung des Mugen)
      • Papst 8412 N/2GMLE (Zur Belüftung der Spannungswandler)
    • Festplatte
      • Samsung HD502HJ
    • Optisches Laufwerk
      • LG CH10LS20
    • Netzteil
      • HEC P3D300
    • Grafikkarten
      • AMD Radeon HD 6570
        • Streamprozessoren: 480 (5D)
        • GPU-Takt: 650 MHz
        • RAM: 512 MB DDR3
      • AMD Radeon HD 7750
        • Streamprozessoren: 512 (1D)
        • GPU-Takt: 800 MHz
        • RAM: 1024 MB GDDR5
    • Verbrauchsmessgerät: Voltcraft Energy Check 3000


    AMD A10-5800K - Hardware AMD A10-5800K - Hardware AMD A10-5800K - Hardware AMD A10-5800K - Hardware


    Software:
    • Windows 7 (64 Bit) SP1 (Build 7601)
    • 3DMark 11 v1.03
    • PCMark 7 v1.0.4
    • Crysis 1 1.0.0.1
    • Crysis Benchmarktool 1.0.0.5
    • DiRT Showdown
    • Cinebench 11.5.2.9
    • 7-Zip 9.20
    • LuxMark 2.0
    • WinRAR 4.20
    • POV-Ray 3.7b39
    • TrueCrypt 7.1
    • Resident Evil 5 Benchmark
    • Crysis 2 1.9
    • Company of Heroes (Gold Edition)
    • Lost Planet 2 Benchmark


    Treiber:
      Als Grafiktreiber kam durchweg der Catalyst 12.8 zum Einsatz. Abgesehen davon verwendeten wir die jeweils aktuellsten Treiber, die die entsprechenden Mainboardhersteller auf ihrer Produktseite zur Verfügung stellten.


    [Break=Sockel FM2]
    AMD-Test-Kit (A10-5800K)

    Nach nur etwas mehr als einem Jahr wird AMDs Sockel FM1 bereits abgelöst. Viele fragen sich vermutlich: "Warum?" Mechanisch ist offensichtlich, dass sich einige Pins verändert haben, was allerdings elektrisch verändert wurde, ist schwer zu sagen. Mögliche Gründe für den neuen Sockel wären zum Beispiel die Fähigkeit von Trinity, drei statt wie Llano nur zwei Displays gleichzeitig anzusteuern, oder aber die PCIe-3.0-Fähigkeit, die mit dem Nachfolger Kaveri, der ebenfalls in den Sockel FM2 passen soll, kommen wird. Ob allerdings Kaveri aus den aktuell erhältlichen FM2-Boards eine PCIe-3.0-Platine machen kann, konnte uns AMD zu diesem Zeitpunkt nicht beantworten. Abgesehen von diesen "Kleinigkeiten" ändert sich recht wenig. Trinity hat genau so viele PCIe-Lanes wie sein Vorgänger und kann neben dem neuen A85X auch die von Llano bekannten FCH anbinden. Ebenfalls wenig getan hat sich beim Speicher: Statt die Freigabe auf über DDR3-2000 zu heben, bleibt man bei DDR3-1866, auch wenn intern kommuniziert wurde, dass Trinity mit bis zu DDR3-2400 durchaus mehr kann. Betrachtet man allerdings den aktuellen Markt für Speicherriegel, ist RAM jenseits der 2000 MHz nur schwerlich zu bekommen und dann auch eher zu Enthusiasten-Preisen. Und wer zahlt heute noch gerne mehr für den Arbeitsspeicher als den Prozessor?

    AMD-Test-Kit (A10-5800K)
    Im Bild: ASUS F2A85-M PRO mit AMD A85X

    Der A85X ist eine konsequente Weiterentwicklung des A75. Das "X" kennzeichnet die Fähigkeit des Chipsatzes, zwei Grafikkarten im CrossFire-Verbund zu betreiben. Dabei werden die von der APU kommenden 16 PCIe-2.0-Lanes in zwei mal je 8 Bahnen aufgeteilt. Zwar wurden auch schon einige Sockel FM1-Boards mit CrossFire-Tauglichkeit beworben, in diesem Fall war der zweite PCIe-Slot allerdings elektrisch nur vierfach belegt. Als weitere Neuerung wurden zu den sechs SATA-Ports noch zwei hinzugefügt, der Rest ist zum A75 identisch. AMD schließt damit die Lücke zum Sockel AM3(+) und betitelt den A85X auch mutig mit "Targeting Performance Users".

    AMD-Test-Kit (A10-5800K)


    [Break=Benchmark - Cinebench]

    Die bekannte Rendering-Software Cinebench wird von uns in der Version R11.5 verwendet. Cinebench basiert auf der Cinema-4D-Software von Maxon und liegt in einer 64-Bit-Version vor, welche wir natürlich nutzen.


    Der integrierte Grafikrenderer auf OpenGL-Basis zeigt gut, dass der Llano gegen den Trinity grafikseitig das Nachsehen hat. Erst mit Dual Graphics kann der Vorgänger aufholen. Dies liegt aber daran, dass der Trinity durch ein Drosseln der integrierten Grafiklösung (iGPU) ein asynchrones Leistungsverhalten zwischen integrierter und dedizierter GPU (dGPU) verhindern will.


    Anders sieht das ganze im CPU-Test aus. Bei dem sehr gut parallelisierten Cinebench bleibt der Trinity gut 12 % hinter dem Llano. Immerhin kann der Turbo den Abstand auf 9 % verringern.

    [Break=Benchmark - LuxMark]

    Die Open Computing Language ist ursprünglich von Apple entwickelt worden. Mit der Zeit beteiligten sich weitere Firmen an dem Ansatz, wie etwa IBM, Intel, NVIDIA und AMD. Mittlerweile wird OpenCL von dem Industriekonsortium Khronos Group verwaltet. Die dazugehörige Programmiersprache OpenCL C erlaubt es, Software zu entwickeln, die von der CPU und der GPU profitieren kann. Leider gibt es bis heute sehr wenige Programme, die auf diese Schnittstelle setzen. Wir konnten darunter wiederum nur zwei Anwendungen finden, die es ermöglichen, die Leistungsfähigkeit der APU zu bestimmen. LuxMark ist ein OpenCL-Benchmarktool der ersten Stunde und kann OpenCL-Code selektiv auf CPU-Teil, GPU-Teil oder auf beiden gemeinsam ausführen.


    Bei der CPU-Leistung können sich die auf der "Bulldozer"-Architektur basierenden Prozessoren um bis zu 38 % vom Llano mit seiner alten Stars-Architektur absetzen.


    Auch die OpenCL-Berechnung auf der GPU ist auf dem Neuling flotter als auf dem Llano. Wie erwartet sind die Unterschiede bei den Referenzgrafiken nur gering, spiegeln aber in geringerem Umfang das bekannte Bild wieder: Trinity vor Zambezi vor Llano.


    Setzt man LuxMark auf CPU- und GPU-Einheiten an, fällt auf, dass die Radeon HD 7750 etwa auf das Niveau einer Radeon HD 6570 zurückfällt. Wie es zu diesem Leistungsabfall kommt, können wir nicht erklären, ansonsten bleibt die Rangliste erhalten.

    [BREAK=Benchmark - POV-Ray v3.7 beta 39]
    Bei POV-Ray handelt es sich um ein Raytracer-Programm, welches im Benchmark-Modus eine vorgefertigte 3D-Szene berechnet. Gemessen wird die Renderleistung in Punkten pro Sekunde (PPS).


    Im Single-Threaded-Benchmark kann sich die neue A10-5800K vor allem durch den höheren Takt an die Spitze setzen. Ungefähr 18 % mehr Leistung stehen hier im direkten Vergleich zum Vorgänger A8-3870K zur Verfügung.

    Verwenden wir den Multi-Threaded-Benchmark, ändert sich die Situation. Trotz höherem Takt erreichen wir mit aktiviertem Turbo 6,5 % weniger PPS, ohne diesen sind es sogar 10,4 % im Minus. Die Ursache liegt vor allem in der geänderten Architektur begründet. Während die A8-3870K auf vier FPUs zurückgreifen kann, teilen sich zwei derer bei der neuen A10-5800K die Arbeit. Das CMT-Design (Cluster-based Multithreading) erreicht in diesem Test grob überschlagen ungefähr 70 % der Rechenleistung eines nativen Vierkerners, wie ihn die A8-3870K darstellt.

    [BREAK=Benchmark - specviewperf 11.0]
    AMDs aktuelles Line-Up wird immer wieder mit Features beworben, die vor allem für den Einsatz in Unternehmen interessant sind. Aktuelle AMD-Grafikbeschleuniger verfügen teils über mehrere Audio-Codecs, um mehrere Audio-Streams gleichzeitig abarbeiten zu können, wie es zum Beispiel bei Video-Konferenzen entscheidend ist. Hinzu kommt die starke Ausrichtung auf die Beschleunigung via OpenCL. Der Industrie-Benchmark specviewperf gehört immer wieder zum Testparcours, eben weil auch Consumer-Produkte mitunter einmal interessant für den Einsatz im Unternehmen sein können. Eine Workstation rentiert sich schlichtweg nicht in allen Fällen. Die potenziell geringe Leistungsaufnahme und dabei hohe Leistung der integrierten Grafiklösungen lassen die APUs durchaus in den Fokus rücken. Inzwischen hat auch AMD reagiert und vertreibt APUs auf Basis der heute hier getesteten Trinity-APUs unter dem FirePro-Label. Die folgenden Ergebnisse von specviewperf betrachten vor allem Profi-Anwendungen wie CAD oder 3D-Modelling, die auf die OpenGL-API zurückgreifen.
    Aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Konfigurationen haben wir auf die detaillierte Aufschlüsselung aller Ergebnise verzichtet und konzentrieren uns auf den durchschnittlichen prozentualen Leistungszuwachs durch die Verwendung der neuen A10-5800K gegenüber der bekannten A8-3870K-APU sowie den dedizierten AMD-Grafiklösungen.


    Sowohl die VLIW-4- als auch die GCN-Architektur haben Vorteile gegenüber der älteren VLIW-5-Architektur, wie sie bei der A8-APU sowie der Radeon HD 6570 zum Einsatz kommt. Die integrierte Grafikeinheit vom Typ Radeon HD 7660G kann nahezu sogar den Thron erklimmen und sich den Sieg sichern. Der geringe bis nicht vorhandene Unterschied zur dedizierten Radeon HD 7750 machen den Aufpreis für den Heimanwender oder Einsteiger nicht notwendig. Treiberbedingt wird hier ein Riegel vorgeschoben, sodass sich höhere Leistungswerte nur durch im Vergleich zu normalen Desktop-Grafiklösungen teureren AMD-FirePro- oder äquivalente NVIDIA-Quadro-Modellen realisieren lassen.

    Die überarbeiteten "Piledriver"-Kerne haben ebenfalls einen Anteil an dieser Situation.

    [Break=Benchmark - 3DMark 11]

    Wie es sich gehört, statten wir Futuremark noch einen Besuch ab. Obwohl die Benchmarks aus diesem Hause nicht ganz unumstritten sind, gehören sie noch immer zu den beliebtesten Vergleichsmöglichkeiten. Den 3DMark 11 lassen wir im vorgefertigten Performance-Preset laufen (High- bzw. Extreme-Preset sind aufgrund der GPU-Limitierung nicht sinnvoll).


    Im 3DMark 11-Gesamtranking verbläst die A10-APU den Vorgänger um satte 45 %. Bei den restlichen Vergleichswerten kann man hingegen den Unterschied zwischen den beiden APUs nicht ausmachen.


    Das Bild wiederholt sich bei den Teilergebnissen abgesehen vom Physics-Score. Hier hat die A10-APU zwar immer die Nase etwas vorne, aber nicht so deutlich wie bei den Grafiktests.

    [Break=Benchmark - PCMark 7]

    Der PCMark bietet verschiedene Suiten, die unterschiedliche Bereiche des PCs testen. Wir nutzen neben dem Standard-Durchlauf noch zusätzlich die Computation- sowie die System-Storage-Suite und können somit ein detailliertes Ergebnis erzielen.


    Im PCMark sieht man deutlich den Vorteil der A10-5800K gegenüber dem A8-3870K. Auch wenn man den Grafikeinfluss mittels der Vergleich-GPUs herausnimmt, sticht Trinity den Llano um 13-14 % aus. Auch vor dem FX kann sich der Neuling gut behaupten, dieser erreicht zwar etwas mehr Punkte als Llano, hinter der A10-APU bleibt er dennoch um 7,5 bis 9 % zurück.

    [Break=Anwendung - 7-Zip & WinRAR]

    Zwei gängige Komprimierungsanwendungen sind das proprietäre WinRAR und das quelloffene 7-Zip. Mit beiden Anwendungen komprimieren wir das gleiche Verzeichnis mit unterschiedlich großen Dateien.


    WinRAR läuft auf allen Prozessoren etwa gleich schnell. Die Llano-APU kann hier noch gut mithalten, nur durch den höheren Takt sowie den Turbo-Modus kann sich Trinity etwas absetzen und dann auch den FX knapp überholen.


    Bei 7-Zip sieht das ganze etwas anders aus. Durch die fehlende AES-Unterstützung hat der Llano deutlich das Nachsehen gegenüber den beiden modernen AMD-Prozessoren. Der Wert des FX ist minimal höher als der des A10, natürlich könnte man hier ansetzen und mit dem L3-Cache argumentieren, allerdings ist der Unterschied im Promillebereich getrost in den Bereich der Messungenauigkeit zu verschieben.

    [BREAK=Anwendung - TrueCrypt]
    TrueCrypt erschien im Jahr 2004. Seit der Version 1.0 hat sich einiges getan und da auch viele unserer Foren-Nutzer an dessen Performance interessiert sind, darf es nicht fehlen. Der interne Benchmark bietet die Möglichkeit, die verschiedenen Verschlüsselungsalgorithmen zu prüfen. Dazu wird der Arbeitsspeicher als Zwischenspeicher verwendet, um auch schnellere Laufwerke wie SSDs berücksichtigen zu können. Für unseren heutigen Test ist vor allem der Durchsatz bei der AES-Verschlüsselung interessant.


    Dass die A10-5800K mit der AES-Beschleunigung höhere Werte liefern wird, haben wir uns bereits ausrechnen können. Die größte Überraschung ist aber, dass sich die Leistung im direkten Vergleich von "Bulldozer"- (FX) und "Piledriver"-Kernen (A10) noch einmal bei gleicher Taktrate erhöht.
    Bei den restlichen Tests, die TrueCrypt mit den anderen Algorithmen durchführt, sind die Zuwächse im Bereich von 20 und 70 MB/s im Vergleich zur A8-APU deutlich geringer. Der Unterschied zum FX minimiert sich auf bis 20 MB/s, ist also eher vernachlässigbar.

    [break=Spiel - Crysis]

    Crysis ist ein DirectX-10-Spiel, welches einen integrierten CPU-Benchmark in 64 Bit bietet. Wir starten den Benchmark mit Hilfe des kostenlosen "Crysis Benchmark-Tools".


    Crysis skaliert in unserem Test am besten mit der neuen APU. Die A8-3870K muss sich geschlagen geben.

    [BREAK=Spiel - Crysis 2]
    Die Crysis-Reihe wird zur Vorzeigemarke des deutschen Entwicklerstudios Crytek. Mit Crysis 2 steht aktuell das dritte PC-Spiel aus diesem Hause in den Läden, bald soll der dritte Teil der Reihe folgen. Die verwendete CryEngine 3 bietet durch den per Patch nachgelieferten DirectX-11-Modus inzwischen unter anderem auch Tesselation an. Wir haben uns mithilfe des kostenlosen "Adrenaline Crysis 2 Benchmark Tools" angesehen, wo der A10-5800K die Grenzen aufgezeigt werden und inwieweit sich Dual Graphics lohnend einsetzen lässt.


    Die A10-5800K erreicht im Mittel eine 25 % höhere Renderleistung im Gegensatz zum Vorgänger A8-3870K und kratzt auch im Mittel an der magischen 30-fps-Grenze, die oftmals als Definition für die Spielbarkeit angenommen wird. Für einen First-Person-Shooter ist das nicht viel, im Zweifelsfall lassen sich die Details in diesem Spiel noch einmal reduzieren. Die CryEngine 3 zeigt sich in diesem Fall als anspruchslos, was die Prozessorleistung betrifft. Bei gleichen Grafikadaptern lassen sich keine nennenswerten Unterschiede herausstellen.


    Durch die Verwendung von DirectX 11 brechen die Bildraten der Grafiklösungen um 20 % und mehr ein. Die Werte unter Ausnutzung von Dual Graphics bleiben konstant bzw. zeigen sogar kleinen Performance-Vorteil. Die Unterstützung von DirectX 9 in diesem Modus ist noch recht neu, weshalb es so aussieht, als wenn die Treiber besser mit der neueren API skalieren können.


    Bei der nativen Auflösung unseres Test-Monitors zeigt sich erstmals, wo die integrierte AMD Radeon HD 7660G an ihre Grenzen stößt. Spielbare Bildraten bietet lediglich die Radeon HD 7750.


    Viel interessanter wird es, wenn wir nun DirectX 11 nutzen. Der prozentuale Leistungsverlust ist bei der HD 7660G geringer als bei der dedizierten HD 6570 - 18 gegenüber 24 %. Die Effizienz der VLIW-4-Architektur ist messbar. Dual Graphics zeigt erneut einen leichten Vorteil der DirectX-11-API.


    Wir wechseln die Szenerie im Spiel, anstatt zwischen scheinbar endlosen Straßenschluchten befinden wir uns oberhalb von New York. Bis auf die A8-3870K erreichen alle Grafiklösungen im Mittel Bildraten oberhalb der 30 Bilder pro Sekunde. Bei den minimalen Bildraten kann sich die angegraute K10-Architektur als leistungsstärker hervortun.


    Der Wechsel auf die aktuellste API zeigt erneut einen Leistungseinbruch. Von spielbaren Werten kann man erneut nur bei der HD 7750 sprechen. Prozentual verliert die HD 6570 am stärksten.


    Herausstechend sind in diesem Durchgang nur die um 30 % höheren Minimum-FPS der A8-3870-APU im Zusammenspiel mit der AMD Radeon HD 7750.


    Zuletzt zeigt sich, dass sich zwischen der integrierten AMD Radeon HD 7660G und einer dedizierten HD 6570 kein großer Unterschied feststellen lässt. Gegenüber der A8-3870K-APU liefert die A10-5800K eine 33 % höhere Leistung. Spielbar ist dieses Ergebnis trotzdem nicht.

    [BREAK=Spiel - Company of Heroes]
    Company of Heroes stellt einen weiteren bekannten Vertreter unserer Tests dar. Alle E-Serie-APUs mussten sich in dem Spiel beweisen, zuletzt haben wir auch ein Einstiegsmodell der A-Serie den Benchmark durchlaufen lassen. Aus der Übergangsphase von DirectX 9 zu DirectX 10 stellt es einen älteren Titel dar. Als Strategiespiel sieht es nun so aus, dass auch eigentlich zu niedrige Bildraten noch als spielbar empfunden werden. Als kleines Spiel zwischendurch ist es durchaus vorstellbar und prädestiniert für eine günstige Plattform wie die kleineren AMD-APUs. Da die Grafikleistung sich schon im letzten Test mit einer A-Serie-APU als limitiert herausstellte, haben wir an dieser Stelle noch einmal nachgeforscht. Im Spiel selbst lässt sich die vertikale Synchronisation nicht deaktivieren. Per manuellem Eingriff via Kommandozeilenparameter darf sich die Engine nun auf unseren Testplattformen austoben. Welche Werte wir erreicht haben, seht ihr im Folgenden.


    In der einfachen HD-Auflösung zeigt die Trinity-APU eine 40 % höhere Leistung gegenüber der A8-3870K. Im Dual-Graphics-Betrieb zeigt sich, dass die integrierte Grafiklösung der A8-APU ebenfalls limitiert. Bei den Minimum-FPS hinkt das Gespann deutlich hinterher. Die zusätzliche CPU-Leistung der A10-5800K kann an dieser Stelle auffällig in höhere Bildraten umgesetzt werden. Der Turbo-Modus bringt hingegen keinen nennenswerten Vorteil.


    In der höheren Auflösung vergrößert sich der Vorsprung der neuen Trinity-APU. Im direkten APU-Vergleich zeigen 45 % höhere Durchschnitts-Bildwiederholraten ein deutliches Bild. Im Dual-Graphics-Betrieb zeigen sich erneut Vorteile durch die stärkere integrierte GPU.

    [Break=Spiel - DiRT Showdown]
    DiRT Showdown ist 2012 einer der Vorzeigetitel aus AMDs Gaming-Evolved-Programm. So sind in die Spieleengine zum Beispiel AVX- und DirectX-11-Unterstützung eingeflossen. Zudem skaliert die Engine relativ gut mit der Kernzahl. Wir testeten mit Hilfe eines leicht modifizierten Benchmark-Skripts fünf Durchläufe der Miami-Map ohne Gegenspieler.


    Mit der 45 % höheren Bildrate kann sich die A10-APU erneut deutlich vor dem Vorgängermodell A8-3870K platzieren. Bei der Verwendung der gleichen Grafiklösung rangieren die Kontrahenten nahezu auf gleichem Niveau.

    [BREAK=Spiel - Lost Planet 2]
    Der erste Teil von Lost Planet aus dem Hause Capcom führte den Spieler durch das ewige Eis. Während man sich ständig vor dem Erfrieren schützen musste, war die Verteidigung gegen teils riesige Aliens angesagt. Die Grafik des damaligen DirectX-10-Titels brachte so manche Grafikkarte ins Schwitzen. Der zweite Teil führt in wärmere Gefilde wie den tiefsten Dschungel, bringt aber auch die Technik auf Vordermann. DirectX 11 kann genutzt werden. Compute Shading und Tesselation heißen die neuen Herausforderungen.


    Die Unterschiede zwischen den Kontrahenten sind gering. Lost Planet 2 reagiert nur begrenzt auf die potenzielle Mehrleistung einer Grafiklösung. Die A8-3870 sorgt Zusammenspiel mit einer dedizierten Grafikeinheit für höhere Bildraten.


    Der Wechsel der API lässt die Performance teils stark einbrechen. Die in die A10-5800K integrierte Radeon HD 7660G liefert nur noch die halbe Leistung, die A8-3870K nicht einmal mehr ein Drittel. Trotz Leistungsvorteil ist Lost Planet 2 in diesem Fall nicht mehr spielbar. Dual Graphics bringt wie zuvor nichts.


    Bei höherer Auflösung muss die A8-3870K mit der integrierten Grafikeinheit zurückstecken. Dual Graphics zeigt erstmals in diesem Kapitel, dass es die Leistung erhöhen kann.


    Mit den höchsten hier getesteten Einstellungen verlässt die A10-5800K mit einem Leistungsplus von 36 % gegenüber dem Vorgänger das Feld. Die höhere CPU- und GPU-Leistung kann in diesem Spiel nicht durchgängig gewinnbringend genutzt werden.

    [BREAK=Spiel - Resident Evil]
    Viele sind wohl mit den Resident-Evil-Spielen aufgewachsen. Weil der Benchmark sehr gut reproduzierbare Werte liefert, haben wir diesen schon zur Veröffentlichung der ersten A-Serie-APUs verwendet und nehmen ihn immer wieder gerne.


    Das zweite Spiel von Capcom in unserem Parcours offenbart deutlich stärker die Unterschiede zwischen den Kontrahenten. Der A10-Trinity offeriert 27 % mehr Leistung gegenüber der A8-APU. Die stärkere integrierte Grafikeinheit AMD Radeon HD 7660G kann wieder aus dem Vollen schöpfen. Neben der GPU-Leistung kann aber auch der CPU-Teil der neuen APU besser auftreten - im Zusammenspiel mit einer AMD Radeon HD 7750 ergibt sich eine 13 % höhere Bildrate. Im Dual-Graphics-Betrieb überholt die A10-APU sogar eine HD 7750.


    Ist die Auflösung höher, beträgt der Vorsprung der neuen APU im direkten Vergleich mit der A8-3870K "nur" noch 24 %. Die Abstände im restlichen Feld sind geringer, trotzdem kann man der A10-5800K in diesem Benchmark eindeutig die bessere Leistung attestieren.

    [BREAK=Vergleich "Bulldozer" - "Piledriver"]
    Einige verbinden "Bulldozer" noch mit einem bitteren Beigeschmack, konnte sich der FX-8150 doch kaum oder gar nicht vom Thuban (AMD Phenom II X6) absetzen. In Trinity kommen überarbeitete Kerne vom Typ "Piledriver" zum Einsatz. Ob AMD bei den Verbesserungen gute Arbeit geleistet hat, testen wir, indem wir bei einem handelsüblichen FX-8150 im BIOS zwei Module deaktivieren. Außerdem wird wegen dem dadurch entstehenden TDP-Spielraum der Turbo-Modus deaktiviert.

    Die Veränderungen an der "Bulldozer"-Architektur haben wir bereits in einem unserer letzten Artikel zum Launch der Notebook-Modelle abgehandelt. Was technisch dahinter steckt, kann an geeigneter Stelle in dem Artikel nachgelesen werden. Wir haben uns heute ein paar Anwendungen aus dem heutigen Testparcours herausgegriffen, um den Leistungsvor- oder -nachteil aufzuzeigen.


    In einigen Fällen kann "Piledriver" trotz fehlendem L3-Cache bis zu 9 % mehr Leistung offerieren.

    [BREAK=Speichereinfluss]
    Der Arbeitsspeicher eines Systems ist wohl die entscheidendste Komponente, wenn wir uns die Leistungsfähigkeit eines APU-Systems ansehen. Im Folgenden haben wir uns also mit den beiden Kapiteln Speichertakt und Speicherinterface beschäftigt. Wir haben die Betrachtungen in zwei unterschiedliche Kapitel aufgeteilt. Auf der einen Seite stellen wir den Leistungszuwachs bei vier ausgewählten Spielen (Company of Heroes, Resident Evil 5, Crysis 2 und Lost Planet 2) bei den mittleren Bildraten dar, wollen aber auch zwei andere Benchmarks nutzen. LuxMark soll uns Indizien für die OpenCL-Leistung bieten, die immer entscheidender werden könnte, Cinebench 11.5 rendert via OpenGL und CPU.


    Im obenstehenden Diagramm sehen wir einerseits die Skalierung mit dem Speichertakt, aber auch mit dem Speicherinterface. Der Dual-Channel-Modus (DC) ermöglicht schon bei geringem Speichertakt signifikante Leistungsvorteile gegenüber dem Single-Channel-Interface (SC). Beim höchsten Speichertakt müssen wir die Timings des Arbeitsspeichers korrigieren (9-11-12-28 anstatt 9-10-9-24), sodass die erreichten Werte bei gleichen Einstellungen durchaus noch höher ausfallen könnten. An der abflachenden Kurve ist aber auch erkennbar, dass mehr als die maximal von AMD angegebenen 1866 MHz Speichertakt nicht zwingend notwendig sind. Unsere Testplattform zeigte keinerlei Probleme und bei den aktuellen Speicherpreisen könnte der Griff zu Modulen mit 2133 MHz interessant werden, wenn die größtmögliche Leistung gewünscht wird.

    [BREAK=Praxis - Blu-ray-Wiedergabe]
    Für diesen Abschnitt nutzen wir CyberLinks PowerDVD 10 in der aktuellsten Version (1905c) sowie die Blu-ray des Films „Die Vorahnung“. Die Bildverbesserungen haben wir nahezu vollkommen deaktiviert, weil das Material bereits die nötige Qualität aufweist, andererseits so aber auch (noch) größere Schwankungen durch die Aktivität der GPU verhindert werden können. Welche Werte wir im Mittel erreicht haben, könnt ihr dem folgenden Diagramm entnehmen.


    Auf den ersten Blick sieht es so aus, als wenn die A10-5800K-APU einen durchgehend höheren Verbrauch gegenüber der Vorgängergeneration aufweist. Das entspricht nur halb der Wahrheit. Wie wir noch im Kapitel der Leistungsaufnahme näher erläutern werden, sollten stets 5 W abgezogen werden. Bedenkt man diesen Umstand, kann sich die neue APU zwar keine neuen Maßstäbe setzen, bleibt aber auf dem Niveau des Vorgängers.

    Im direkten Vergleich zum AMD-FX-Prozessor mit deaktivierten Modulen gibt sich die A10-APU deutlich genügsamer. Die weitreichenden Stromsparmaßnahmen scheinen Früchte zu tragen.

    Der Mehrverbrauch durch aktivierte Bildverbesserungen ist ebenfalls im Diagramm dargestellt. Mit 6 bis 7 Watt mehr auf dem Zähler ist zu rechnen.

    [BREAK=Praxis - Windows 8]
    Microsofts kommendes Betriebssystem Windows 8 erhält in den letzten Wochen genügend Aufmerksamkeit durch die Medien, vor allem weil der Launch so kurz bevorsteht. Die Hersteller rüsten sich bereits seit einiger Zeit. Bereits vor dem Marktstart der FX-Serie sagte man uns, dass man durch die Verbesserungen am Prozess-Scheduler eine höhere Leistung mit dem neuen Betriebssystem erwartet. Wie das im Falle unserer heute hier getesteten A10-5800K aussieht, wollten wir einmal etwas genauer wissen. Zuerst wollen wir uns einmal ausgewählte Benchmarks und deren prozentualen Leistungsgewinn oder -verlust ansehen.

    AMD A10-5800K, Turbo aktiviert
    DDR3-1866, 9-10-9-24
    Speichermenge für die GPU: 1 GB
    Windows 7Windows 8Win 8/Win 7
    Cinebench R11.5 OpenGL39,7239,79+0,2 %
    Cinebench R11.5 CPU3,323,33+0,3 %
    Company of Heroes 1280x720 Average FPS63,464,0+0,9 %
    Crysis, DX10, 64bit66,7466,91+0,3 %
    Futuremark 3DMark 1116141606-0,5 %
    Futuremark PCMark 727052545-5,9 %
    Lost Planet 2, DX11, 1280x72019,219,2+/- 0 %
    Lost Planet 2, DX11, 1680x105014,514,5+/- 0 %
    Lost Planet 2, DX9, 1280x72038,538,0-1,3 %
    Lost Planet 2, DX9, 1680x105030,931,2+1 %
    LuxMark 2.0, CPU15931593+/- 0 %
    LuxMark 2.0, GPU19281935+0,4 %
    POV-Ray v3.7 beta 39 Singlethreading923,25937,37+1,5 %
    POV-Ray v3.7 beta 39 Multithreading2909,322881,84-0,9 %
    Resident Evil 5 1280x72061,060,8-0,3 %
    Resident Evil 5 1680x105041,141,1+/- 0 %

    Die Ergebnisse sind sehr durchwachsen, wie man sehen kann. Tendenziell lässt sich kein Unterschied in der Performance zwischen Windows 7 und 8 feststellen. Im Mittel hinkt Windows 8 durch das unerwartet schlechte Abschneiden beim PCMark 7 um 0,6 % hinterher. Dieses Ergebnis bewegt sich schon im Rahmen von Messungenauigkeiten. Für die Zukunft können wir also gespannt sein, ob noch Leistungssteigerungen erzielt werden.

    Beim Thema Leistungsaufnahme muss das neueste Schaffenswerk aus Redmond einstecken. Im Idle verbraucht unser Testsystem 3,2 Watt (30,6/33,8 W) mehr als mit Windows 7, was einem 10 % höheren Wert entspricht. Unter Last ist es mit 4 W (104/108 W) ein ähnlicher Wert, der Unterschied beträgt knapp 4 %. An dieser Stelle muss also noch ein wenig nachgebessert werden.

    [BREAK=Leistungsaufnahme]
    Das Thema Leistungsaufnahme ist mit den Jahren ein entscheidender Faktor geworden. Neben den immer weiter steigenden Strompreisen bedeutet jedes zusätzliche Watt, dass dieses auch abgeführt werden muss. Im Kapitel mit der Blu-ray-Wiedergabe hatten wir bereits einen kleinen Einblick gegeben, was uns erwartet. Anstatt wie so oft bekannte Tools wie Prime95 oder FurMark zu bemühen, haben wir uns für alltagsnahe Szenarien entschieden. Die Leerlauf-Leistungsaufnahme stellt den wohl größten Anteil im Leben eines PCs dar. Dann folgt das ideale Anwendungsprofil für eine A-Serie APU, eine Videokonvertierung, sowie ein Wert aus dem Rennspiel DiRT Showdown von Codemasters. Doch sehen wir uns an, was für Werte vorliegen.


    Auf den ersten Blick kann sich die A8-3870K-APU vor dem heutigen Objekt der Begierde platzieren. Dass dem so ist, konnten wir nicht so recht glauben und forschten noch einmal nach. Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere Leser an unseren Test des ASUS F1A75-M PRO. Wir haben das Mainboard ein zweites Mal zum Test gebeten. Unser Ergebnis: Das von uns für die ganzen Benchmarks verwendete MSI A75MA-G55 kommt auf einen exakten Wert von 24,9 Watt, das ASUS F1A75-M PRO liefert 29,9 Watt auf dem Messgerät. Ein Unterschied von fünf Watt beim Vorgängermodell, von dem sich das heute hier verwendete F2A85-M PRO nur minimal unterscheidet. Bedenkt man diesen Umstand, beträgt der Unterschied nur noch ein bis drei Watt.
    Gegenüber einem AMD FX kann sich die neue A10-5800K mit der überarbeiteten CPU-Architektur deutlich besser platzieren.


    Unter Last zeigt sich die neue APU genügsamer als ihr Vorgänger, solange nicht der Turbo-Modus genutzt wird. Dann nutzt die A10-5800K ihre Möglichkeiten im Rahmen der TDP weiter aus. In unserem Test beobachteten wir meist einen Takt von 4,0 GHz.


    Bei DiRT Showdown offenbart die neue APU ein etwas anderes Gesicht. Für die 45 % höhere Spieleleistung im direkten Vergleich der APUs benötigt der Rechenknecht auch dementsprechend mehr Strom. Auf der anderen Seite muss man aber bedenken, dass die A8-APU für die gleiche Bildrate eine AMD Radeon HD 6570 benötigt und dann auf ungefähr die gleiche Leistungsaufnahme kommt.

    Schlussendlich bewegt sich die Leistungsaufnahme der A10-5800K-APU im Rahmen des Vorgängers. Unsere Erwartungen waren, ehrlich gesagt, höher. Zugegeben, das neue Modell nutzt seine Möglichkeiten dafür besser aus. Beide APUs sind mit 100 W TDP spezifiziert, die A8-3870K kann von dem bestehenden Freiraum nicht profitieren. Im Vergleich mit der FX-Plattform steht Trinity besser dar. Bei gleicher Leistung 8 % weniger Leistungsaufnahme.

    In obenstehendem Diagramm wird nur einmal auf den Verbrauch ohne den Turbo-Modus der neuen A10-APU eingegangen. Deaktiviert man den Turbo durchgängig, sind Einsparungen im Zusammenspiel mit einer dedizierten Grafiklösung zwischen 10 und 20 Watt möglich.

    [break=Übertakten & Spannungsabsenkung]
    Dank AMDs überarbeitetem OverDrive-Tool und freiem Multiplikator kann die A10-5800K recht einfach übertaktet werden. Dabei können nun abgesehen von den CPU- auch die GPU-Takte angepasst werden. Bei Trinity wird zudem nun auch der Referenztakt mit 100 MHz korrekt angezeigt, bei der vorherigen Version wurden hier die von HyperTransport-abhängigen Chipsätzen bekannten 200 MHz ausgegeben, was etwas verwirrte. Ebenfalls anpassen lassen sich die Spannungen von CPU und Northbridge, wobei letzteres den GPU-Part beinhaltet. Bei der Turbo-Konfiguration muss man hingegen hinnehmen, dass es zur Zeit noch nicht möglich ist, den Turbo zu reaktivieren, hat man ihn einmal ausgeschaltet. Hier wird in jedem Fall ein Neustart nötig.

    Unter anderem wegen der Verzögerung, mit der wir das Sample zur Verfügung hatten, haben wir uns dazu entschlossen, das Thema Übertakten nur kurz zu behandeln. Das ASUS F2A85-M PRO bietet hier einfach zu viele Einstellmöglichkeiten, um in der kurzen Zeit neben den restlichen Benchmarks ein vernünftiges Ergebnis zu erzielen. Entsprechend können wir euch nur einige Werte nennen, die wir auf die Schnelle erreichen konnten.

    Als erstes wollen wir das Ergebnis präsentieren, welches wir für den GPU-Teil erreichen konnten. Overdrive gestattet hier die Anpassung des Taktes in 3-MHz-Schritten. Die VLIW-4-GPU schaffte so ohne Spannungserhöhung ~35% mehr Takt, was in 1082 MHz gegenüber den standardmäßigen 800 MHz resultierte. Dabei konnten wir eine Mehrleistung bei Crysis 1 von 10,4 % und bei LuxMark von 17,6 % festellen. Erhöhten wir die Versorgungsspannung von 1,15 auf 1,293 V, liefen die Recheneinheiten sogar noch mit 1151 MHz stabil. Der Mehrgewinn war bei Crysis allerdings nicht mehr messbar, da hier vermutlich andere limitierende Faktoren einflossen, LuxMark verzeichnete immerhin noch ein Plus von weiteren 4,3 %. Erfreulicherweise konnten wir dabei einen Mehrverbrauch von lediglich 2 beziehungsweise 3 Watt feststellen.

    Etwas anders verhält es sich bei der Übertaktung der CPU-Module. Während AMD von Haus aus der Meinung ist, für einen Turbo-Takt von 4 GHz die Spannung über 1,4 V heben zu müssen, erreichten wir auch ohne die Spannung zu erhöhen stabile 4,1 GHz. Für die 7 % mehr Takt benötigte die Plattform auch nur 7 % mehr Strom und konnte dies auch in 7 % mehr Leistung in LuxMark umsetzen. Das Übertakten mit Spannungsanhebung stellte uns dann erstmals vor Probleme. Oberhalb von 1,44 V takteten die x86-Kerne auf 3400 MHz herunter. So kommt es, dass wir nur mit 1,375 V testen konnten, was aber dennoch für weitere 300 MHz reichte. Mit 4400 MHz brachte LuxMark noch einmal 6,7 % mehr Samples in der Sekunde, allerdings stieg der Verbrauch gleichzeitig um fast 18 %.


    Beim Llano war das Thema Spannungsabsenkung recht interessant. In der Regel ließ sich auf diesem Weg eine Menge Strom und damit Abwärme einsparen. Der beste von uns erreichte Wert lag bei einer Differenz von 0,27 V auf dem MSI A75MA-G55. Das eher vergleichbare F1A75-M Pro konnte die A8-3850 immerhin noch mit 0,22 V weniger Spannung stabil betreiben. Die A10-5800K weist hier leider nicht so hohe Spielräume auf. Auch hier beträgt die Ausgangsspannung 1,35 V. Allerdings war die niedrigste von uns erreichte stabile Spannung 1,256 V. Das macht immerhin fast 0,1 V weniger. Der Verbrauch sinkt im Resultat immerhin um rund 16 %, sodass die gesamte Plattform im Stabilitätstest Prime immerhin etwa 18 W weniger verbraucht.

    [BREAK=Fazit]

    Im Gegensatz zu den bisherigen Fusion-Produkten lieferte AMD mit der Trinity-APU A10-5800K bei uns ein von Beginn an rundes und fertig wirkendes Produkt ab. Anders als bei den E-Serie-APUs und auch beim Llano war diesmal die Software von deutlich besserer Qualität. Das mag daran liegen, dass AMD mit seinen APUs schon genug Erfahrungen sammeln konnte, aber auch daran, dass Trinity ja eigentlich schon lange existiert. Mit dem ASUS F2A85-M PRO hat uns AMD außerdem ein Board zur Verfügung gestellt, dass im Unterschied zum Reviewboard des letzten Jahres ohne Kinderkrankheiten daherkam. Offensichtlich haben also auch die Mainboardhersteller von den Erfahrungen mit der neuen Architektur profitieren können.

    Mit den Piledriver-Kernen hat AMD unserer Meinung nach gute Arbeit geleistet, vergleicht man diese mit dem architekturmäßigen Vorgänger Bulldozer. In einigen Tests wie 7-Zip, WinRAR, LuxMark und DiRT Showdown kann man zwar keinen Unterschied feststellen, dafür schafft es Piledriver in Cinebench sich 3 %, PCMark 7 bis zu 6 % und bei POV-Ray sogar bis zu 7 % abzusetzen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass der zum Gegentesten herangezogene Bulldozer noch über einen L3-Cache verfügt, den Trinity nicht hat. Hier kommt es aber vor allem auf die Anwendung an, wie hoch dieser Einfluss ist.

    Vergleicht man den A10-5800K mit dem A8-3870K, fällt das Ganze schon etwas schwerer. Grafikseitig dominiert Trinty seinen Vorgänger klar und auch bei vielen Anwendungen kann sich der Neuling gut behaupten oder ihn sogar um Längen schlagen. So zieht man dem Vorgänger bei TrueCrypt und 7-Zip dank AES-Beschleunigung gut davon, kann aber auch bei Benchmarks ohne solche Befehlssatzerweiterungen, wie etwa LuxMark und PCMark 7, Akzente setzen. Gerade bei Render-Arbeiten muss man sich dem nativen Quad-Core aber dann doch geschlagen geben. In Cinebench und POV-Ray wird offensichtlich, wie sehr die Modulbauweise ausbremsen kann. Betrachtet man hier aber die Werte des FX-8150, sieht man vor allem in diesen Tests die größten Verbesserungen gegenüber der ursprünglichen Bulldozer-Architektur.

    Im Großen und Ganzen ist Trinity auf jeden Fall ein gelungenes Produkt. Gerade der bidirektionale Turbo, der zwischen Grafik- und CPU-Teil die TDP zuweisen kann, gefiel uns gut. In reinen CPU-lastigen Anwendungen konnten wir in der Regel einen Takt von 4 GHz beobachten. Im Vergleich mit dem Vorgänger muss man sich nicht verstecken. Einzig bei rein FPU-lastigen Anwendungen ist das Modul-Konzept noch langsamer als die alte Stars-Architektur. Die GPU wurde konsequent weiterentwickelt und zeigt dem Llano wo der Hammer hängt. Betrachtet man dann noch den Preis, der für den A10 in etwa in der Region spielt, wo vor einem Jahr der Llano angeboten wurde, kann man getrost zur neuen APU aus dem Hause AMD greifen. Die Plattform FM2 wird uns ja schließlich noch länger begleiten und wer weiß, was Kaveri an Leistung bringt. Weniger wird es wohl nicht mehr und genug ist schon heute da.


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