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    CMX Rapax (LE 070-0508)



    CMX, die bekannte österreichische Marke für mobile PCs und LED-Fernseher, hat im Herbst letzten Jahres zwei günstige Tablets auf den Markt gebracht. Hierzu zählt unter anderem auch das Modell Rapax, welches wir heute unter die Lupe nehmen möchten. Beim 7 Zoll großen Display und den Abmessungen von 197 x 9,8 x 123 mm kommen einem vor allem Umschreibungen wie "kompakt" oder "handlich" in den Sinn. Die daraus resultierenden Vor- und Nachteile sind offensichtlich. Auf die Frage, ob das ca. 100 EUR teure Tablet auch in Sachen Leistung und Verarbeitung überzeugen kann, geben wir auf den folgenden Seiten eine Antwort. Wir bedanken uns bei der Darius Handels GmbH für die Bereitstellung des Testmusters und wünschen wie immer viel Spaß beim Lesen!

    Preisvergleich (Österreich)

    [break=Lieferumfang und Eigenschaften]

    Lieferumfang




    CMX legt dem Tablet ein USB-OTG-Kabel (OTG = On the go) bei, womit das Tablet zum Host werden und damit beispielsweise auf USB-Sticks zugreifen oder eine Tastatur verwenden kann. Außerdem ist noch ein Standardkabel mit USB-Anschluss vorhanden, mit dem das Tablet an den PC angebunden wird. Ebenfalls im Paket enthalten ist ein 5-V-Adapter, der mit dem USB-Kabel verbunden werden muss, um den Akku aufzuladen. Immerhin hält das andere Ende mit Mini-USB deutlich besser als der DC-Steckerkopf des LC Power Sina-1, welcher immer wieder aus der Buchse rutschte. Darüber hinaus wurde eine Bedienungsanleitung beigelegt, die mit 58 Seiten in Deutsch sehr umfangreich ausfällt, aber von der Schriftgröße her zu den Abmessungen des Tablets passt – nur mit Brille oder sehr guten Augen lässt sich der Text einigermaßen erkennen.

    Produkteigenschaften




    ----------------- --------------------------------------------
    OS Android 4.1 Jelly Bean
    Abmessungen Tablet 197 x 9,8 x 123 mm
    Gewicht Tablet ca. 0,33 kg
    Prozessor ARM Cortex A8 1 GHz
    Grafikkarte Quad Core Mali 400 250 MHz
    RAM 512 MB
    Speicher 8 GB NAND-Flash
    Display 7" TN-Panel, kapazitiv
    Auflösung 800 x 480 Pixel
    Anschlüsse microSDHC-Cardreader, Mini-USB/USB-OTG, Kopfhörer
    Akku Li-ion Polymer / 3000 mAh
    Besonderheiten Frontkamera; Beschleunigungssensor
    EAN-Code 9006955670474
    Herstellergarantie 1 Jahr


    In dieser Preisklasse sind keine allzu großen Erwartungen an die leistungsrelevante Hardware zu setzen, wobei der Einkernprozessor mit 1 GHz und die 512 MB RAM lediglich mit einem 800 x 480 Pixel großen Display zurechtkommen müssen. Zum Panel-Typ werden leider keine Angaben gemacht, aufgrund der Blickwinkelabhängigkeit in einigen Positionen ist aber von einem TN-Panel auszugehen. Etwas enttäuschend fällt die geringe Garantiedauer von einem Jahr aus, was unter dem zeitlichen Gewährleistungsanspruch in Österreich liegt. Nebenbei bemerkt ist es aber trotzdem wichtig, dass eine Garantie angegeben wird, da zumindest im ersten Jahr der Gewährleistung zusätzliche Leistungen geboten werden. So können kleinere und selbstverschuldete Mängel möglicherweise ganz anders behandelt werden. Auf freiwilliger Basis ist schließlich einiges an Kulanz möglich. Bei konkreten Herstellerangaben zur Abwicklung in RMA-Fällen kann der Kunde sogar auf die genannten Zusatzleistungen bestehen. CMX gibt eine Laufzeit von ungefähr drei Stunden an, was allerdings von den verwendeten Programmen abhängig ist. Im Gegensatz zum Modell von LC Power verfügt das Rapax nur über eine einzige Kamera, die mit 0,3 Megapixeln auch keine großen Hoffnungen auf hochwertige Aufnahmen macht.



    Laut Anbieter verfügt das Rapax über 8 GB Speicherkapazität, wovon hier gerade mal 5,71 GB zur Verfügung stehen. Das entspricht 71 % der Gesamtkapazität – bei LC Power waren es noch 81 %. Für ein paar Bilder und Apps wird das ausreichen, ein großes Videoarchiv kann man damit natürlich nicht anlegen. Es lässt sich jedoch unterstellen, dass man weniger auf lokale Daten und dafür häufiger auf das Internet zurückgreifen wird. Wer regelmäßig Youtube und Co. verwendet, wird zur Unterhaltung keine langen Filme aufspielen müssen. Ein paar Lieblingsspiele werden ausreichen, um die Momente ohne Internetverbindung zu überbrücken. SDHC-Karten bis 32 GB sind zwar ebenfalls eine Lösung, müssen aber auch separat gekauft werden. Wie bei Tablets mit vergleichsweise kleinen Partitionen üblich, kommt das Dateisystem FAT32 zum Einsatz.

    [break=Komponenten und Technik]

    AllWinner/Boxchip A13 SoC



    Funktionsumfang des A13


    CMX setzt im Kern auf den AllWinner/Boxchip A13, bestehend aus dem bereits benannten Single-Core-Prozessor und der integrierten GPU Mali-400. Wie es sich für ein waschechtes System-auf-einem-Chip (SoC) gehört, bietet der A13 das meiste, was man zum Betrieb eines Computersystems braucht. Neben dem ARM-Prozessorkern aus der Cortex-A8-Generation und der bereits erwähnten Mali-GPU zeigen sich ein Speicherkontroller für aktuelle Speicherstandards (DDR2 und DDR3), ein Controller für den Flash-Speicher, USB-Ports und SD-Karten sowie 1080p En- und Decoder für die schnelle und stromsparende Darstellung von HD-Inhalten. Mit dabei ist auch die universelle Ein- und Ausgabe GPIO (General Purpose Input/Output).


    Schema des A13


    Der A13 unterstützt laut Hersteller maximal 512 MB RAM, womit CMX schon das Maximum ausgeschöpft hat. Somit ist es kaum verwunderlich, dass der SoC nur für kleinere Tablets mit 7"- oder 8"-Displays empfohlen wird. Der integrierte L2-Cache wird mit 256 kB angegeben, kann laut ARM aber bis auf ein MB ausgedehnt werden. Im Gegensatz zum Cortex-A9 mit 2x 64 kB L1-Cache in der Spitze werden hier höchstens 32 kB erreicht, was der A13 immerhin auch ausnutzt. Die Cortex-A8-Architektur ist also auch abseits der Kernanzahl um einiges schwachbrüstiger als die Multi-Core-Variante Cortex-A9.

    Zitat Zitat von Opteron
    Dies zeigt sich auch daran, dass die A8-Kerne, ähnlich wie Intels Atom-Chip, Befehle nur in Programmreihenfolge (In-Order) abarbeiten können, wodurch die Rechenleistung (IPC) niedriger als beim Cortex-A9 ausfällt. Die sehr geringe L1D-Latenz von nur einem Takt kann den Vorsprung der Out-of-Order-Ausführung des A9 auch nicht aufwiegen.
    Durch die Verbindung von CPU und GPU auf einem Die entspricht das Design grob AMDs APU-Ansatz. Nicht von ungefähr ist ARM schließlich AMDs HSA-Konsortium beigetreten (#1, #2). Der Chip wird im 45-nm-Verfahren hergestellt und ist sehr verbreitet bei den günstigen 7"- oder 8"-Tablets, was angesichts der Empfehlung für diese Formate auch nicht verwundert. AllWinner bzw. Boxchip bietet mit der Cortex-A8-Architektur in etwa dasselbe wie Texas Instruments mit seinem OMAP 3 oder Samsung mit seinem Exynos 3110, wobei die Grafikkarten hier variieren. Der fehlende HDMI-Anschluss bei den Produkteigenschaften ist schnell erklärt, da der A13 diesen nicht unterstützt. Er ist somit als Sparvariante des A10 zu betrachten, welcher abgesehen von den identischen Leistungsdaten einige Funktionen mehr bietet. Dazu gehört neben HDMI das 2160p-HD-video-decoding. Leider ließ sich das Tablet nicht öffnen, um einen Blick auf die einzelnen Chips zu werfen, da die Unterseite selbst ohne Schrauben kaum lösbar war. Unterstellen wir beim Akku, dass er 3000 mAh bei 3,7 V erreicht, so kommt das Rapax auf insgesamt 0,011 kWh.

    ARM Kern- und Designoptionen



    ARMs aktuelle Kernarchitektur verarbeitet nur 32 Bit. ARM bietet seinen Kunden insgesamt vier Möglichkeiten an, ARM-Chips zu lizenzieren bzw. herzustellen. Selbstsichere Kunden, die das letzte Quäntchen Leistung benötigen, können sich eine Architekturlizenz kaufen und eigene Kerndesigns entwerfen. Kunden, die hingegen keine Zeit und Geld in eine Eigenentwicklung stecken wollen, stellt ARM hingegen fertige Designs zur Verfügung, die Cortex-Reihe. Von diesen fertigen Designs gibt es nochmals drei Wahlmöglichkeiten, die mit dem Herstellungsprozess und eigenen Chip-Bibliotheken zu tun haben. Eilige Kunden nehmen noch ein sogenanntes Hardmacro-Design. Das heißt, man bekommt komplette Daten zur Produktion in einem TSMC-Prozess. Komplizierter ist hingegen der Quellcode der Chipdaten im RTL-Design. Um einen fertigen Chip zu bekommen, muss man den RTL-Code erst selbst an einen Herstellungsprozess und die Bibliotheken anpassen. AMD könnte z.B. seine High-Density-Libraries aus der eigenen GPU-Abteilung einsetzen, die bereits für die Steamroller-FPU gezeigt wurden (wir berichteten) und somit möglicherweise einen kleinen Vorteil erzielen. Zwischen beiden Optionen liegt noch die RTL + POP Option. Dabei werden die Chipbibliotheken vorgegeben, es besteht aber noch die Möglichkeit der eigenen Routingoptimierung. Das folgende Schema von ARM zeigt die letzten drei Optionen in der Übersicht:


    ARM-Designoptionen


    Die anfangs erwähnte Option eines komplett eigenen Designs wäre im Bild links einzuordnen. Mehr zum Thema ist auf der entsprechenden ARM-Seite zu erfahren. Welche Optionen beim A13 genau gewählt wurden, ist nicht bekannt, aber es ist klar, dass es sich um kein eigenes Design handelt, sondern um ARMs Cortex-A8-Design. Bei den Cortex-A8-Kernen, die in dem von uns getesteten Tablet in der Version mit 2 x 32 kB L1-Cache und einem gemeinsamen L2-Cache mit 256 kB eingesetzt werden, handelt es sich um 32-Bit-Kerne aus einer älteren Generation.

    Die Mali-400-GPU




    Schema des Mali 400


    Die verbaute Konfiguration der Mali-GPU besteht aus vier Shader-Kernen mit 128 kB L2-Cache. Sie ist kompatibel zu OpenGL ES 1.1/2.0 und OpenVG 1.1. Anti-Aliasing wird in den Modi 4xAA und 16xAA unterstützt. Die Pixelrate beträgt1 Gpixel/s. Die Mail-400MP ist sicherlich nicht mehr die beste "Grafikkarte", nachdem die Mali-450MP mit bis zu acht Rechenwerken eingeführt wurde. Mit der Mali-600, die auf GPGPU setzt, wird das Modell erst recht nicht mithalten können. Im Vergleich zur Tegra-3 von Nvidia werden auch deutlich weniger 3D-Titel unterstützt. Wie es in der Praxis aussieht, zeigt unser Praxistest auf den nachfolgenden Seiten. Weitere Informationen bietet ARMs Webseite.

    [break=Aussehen, Anschlüsse und Display]

    Aussehen und Haptik






    Rein vom Aussehen her unterscheidet sich das Rapax kaum vom zuvor getesteten Sina-1. Der dicke Rahmen um den kapazitiven Touchscreen ist schwarz gehalten, während die Rückseite erneut aus Aluminium besteht. Insgesamt wirkt das aus zwei Versatzstücken bestehende Gehäuse aber deutlich stabiler als bei LC Power. Selbst mit etwas Druck auf die Rückseite lässt sich selbige kaum eindrücken. Das ist ohne Zweifel auf die gute Fixierung mit vier Schrauben zurückzuführen. Zwar passt das Gerät in keine Hosentasche, doch kann es dafür in den Nebenfächern der üblichen Rucksäcke verstaut werden und belegt somit nur wenig Platz. Das geringe Gewicht, welches beinahe der Hälfte des Modells von LC Power entspricht, fällt vor allem beim Liegen auf der Couch oder im Bett sehr positiv auf. Hält man das Tablet mit beiden Händen, so kann man das auch über längere Zeit und ohne größere Beschwerden tun.

    Anschlüsse





    Sämtliche Anschlüsse sind auf die beiden kurzen schmalen Enden verteilt, die noch aus Kunststoff und nicht aus Aluminium bestehen. Auf der einen Seite liegen der TF-Cardreader für Micro-SD-Karten, der Mini-USB-Anschluss, Reset und ein "Home-Button". Letzterer führt einen direkt zurück zum Startbildschirm, wo zu Anfang Verknüpfungen zu den "Einstellungen" oder dem "Browser" zu finden sind. Die Anordnung der Programme auf dem Bildschirm lässt sich natürlich noch abändern. Auf der anderen Seite befinden sich der Einschalttaster und der Kopfhörereingang. Ein Regler für die Lautstärke wie bei LC Power fehlt komplett.

    Display





    Bei dieser Aufnahme standen uns keine schlechten Lichtverhältnisse, sondern das Display selbst im Weg. Die Helligkeit ist selbst in der höchsten Einstellung äußerst gering, womit man nur schlecht etwas erkennen kann. Der zwangsverordnete Stromsparmechanismus behindert also beim Arbeiten. Das Display kann wie zuvor erwähnt 800 x 480 Pixel darstellen, was einem Verhältnis von 5:3 entspricht. Es besteht eine hohe Blickwinkelabhängigkeit, weshalb hier vermutlich ein günstiges TN-Panel verwendet wird. Letzteres versagt normalerweise bei der korrekten Schwarzdarstellung, wobei die Farbsättigung hier generell etwas zu wünschen übrig lässt. Sobald das Tablet nur leicht geneigt wird, verändern sich die Farben bis ins leicht Abstrakte. Die vergleichsweise niedrigen Reaktionszeiten des TN-Panels fallen höchstens beim Spielen von High-End-Titeln auf und haben daher keinen realen Nutzen bei preiswerten Tablets. Die Bedienung des Touchscreens erfolgt kapazitiv. Der Finger des Menschen verändert hierbei ein elektrisches Feld, sodass eine Eingabe erkannt wird. Deswegen muss zwangsweise ein leitfähiges Objekt zum Bedienen verwendet werden, damit die Technik funktioniert. Im Gegensatz zur sogenannten resistiven Variante kommt dafür keine druckempfindliche Oberfläche zum Einsatz. Weiterhin ist die Fähigkeit Multi-Touch ein Vorteil , d.h. die Berührung an mehreren Stellen gleichzeitig wird erkannt.

    [break=Das Tablet im Alltag]

    Spiele und Programme


    Da wir uns in unserem ersten Test bereits ausführlich mit dem Betriebssystem Android in der hier vorliegenden Version 4.1 beschäftigt haben, möchten wir an dieser Stelle nur kurz auf das Arbeiten im Alltag eingehen und ggf. Unterschiede zum Sina-1 in Sachen Software-Konfiguration aufzeigen. Zunächst fällt auf, dass CMX einen vorinstallierten Dateimanager bietet, was vor allem beim Suchen und Finden von heruntergeladenen Programmen aus dem Internet hilfreich ist und eine übersichtliche Darstellung der Apps bietet. Neben Bildern und Fotos wird hier z.B. auch nach Speichermedien unterschieden, sprich ob sich die Datei auf dem internen Speicher oder der optionalen SD-Karte befindet. Die Bedienoberfläche entspricht im Wesentlichen dem, was wir von Android 4.1 gewohnt sind. Über den Button oben rechts gelangen wir zur App- und Widget-Übersicht; Die untere Zeile enthält die Buttons "zurück", "Home", "Tab-Wechsel" und die Lautstärkeeinstellungen. Gerade für letztere hätten wir uns aber über eine Hardwarelösung wie bei LC Power gefreut, da in Kombination mit der Einschalttaste auch Bildschirmfotos gemacht werden können.


    Fruit Ninja ist bereits vorinstalliert (Bildquelle: fruitninja.com)


    Etwas vermisst haben wir das bei LC Power verwendete Navigationsprogramm, zumal dort Google Chrome als Alternative für den Standardbrowser zur Verfügung stand. Neben dem Dateimanager wurden dafür andere nützliche Apps vorinstalliert. Dazu zählen zum Beispiel Verknüpfungen zu den beliebten Webseiten Facebook, Twitter und Youtube. Weiterhin hat der Anbieter die populären Spiele Fruit Ninja und Angry Birds integriert. Wir haben das natürlich als Aufforderung verstanden, die (bedingte) Spieletauglichkeit mit diesen Programmen auszutesten. Gefühlsmäßig scheinen weder Prozessor, Grafikkarte noch RAM Probleme mit den Spielen, oder auch täglichen Anwendungen zu haben. Das Umschalten vom Hoch- ins Querformat und umgekehrt funktioniert zwar nicht immer perfekt, dafür aber sehr schnell. Das gilt auch für das Eingeben längerer Texte und das Aufrufen anderer Bedienelemente. Generell wirken die Prozesse in ihrer Ausführung sehr flüssig, was uns angesichts der Leistungsdaten überrascht hat. Selbst bei der geringen Auflösung von 800 x 480 Pixeln sind die "Tasten" immer noch breit genug, um (mit etwas Vorsicht) nicht gleich auf einem falschen Buchstaben zu landen. Das Abspielen von Videos lief mit der entsprechenden App ebenfalls problemlos. Mit wenigen Handgriffen konnten wir den Zugang zum Internet herstellen und über WLAN surfen. Bluetooth ist leider nicht integriert.

    Kamera





    In einem Selbsttest haben wir die Qualität der Frontkamera geprüft und festgestellt, dass die Bilder alles andere als perfekt sind. Abgesehen von der geringen Auflösung von 640 x 480 Pixeln stört vor allem, dass die Aufnahmen von zahlreichen Artefakten geprägt sind. Dabei sind die Farben sogar einigermaßen authentisch. Die Kameraeinstellungen unterscheiden sich nicht von dem, was wir schon von LC Power kennen. Bei weiteren Versuchen erschien die Fehlermeldung, dass eine SD-Karte zum Ablegen der Bilder fehlt, obwohl die zuvor geschossenen Fotos wieder aus dem Ordner gelöscht wurden und damit mehr als genug interner Speicherplatz zur Verfügung stand.

    Laufzeiten




    ------------------- ------------------- -------------------
    Hersteller/Modell Laufzeiten Spiele Lautzeiten Videos
    LC Power Sina-1 02:45 03:49
    CMX Rapax 03:16 04:28
    Angaben in hh:mm mit deaktiviertem Stromsparmodus


    Auch wenn die Produkte inhaltlich stark voneinander abweichen, haben wir das CMX Rapax dem LC Power Sina-1 gegenübergestellt, um einen ersten Vergleichskandidaten für unsere Tablet-Tests zu etablieren. Der Vergleich hinkt, da sowohl die Leistung als auch die Bildschirmhelligkeit unterschiedlich sind. In jedem Fall haben wir die jeweils maximale Bildschirmhelligkeit gewählt und einen Film in der Dauerwiederholung laufen lassen. Bei den Spielen wurden unterschiedliche Programme eingesetzt, was später durch die unterschiedlichen Betriebssysteme zu noch ungenaueren Ergebnissen führen wird. Daher wird vor allem unser subjektiver Eindruck für die Bewertung herangezogen. Dennoch scheint sich abzubilden, dass CMX die Laufzeiten unter Last mit drei Stunden relativ präzise ausgemessen hat. Wer ununterbrochen 2D-Spiele laufen lässt, kann mit ungefähr dreieinviertel Stunden Laufzeit rechnen. Mit einem deutlichen Vorsprung vor LC Power ist der Wert sehr zufriedenstellend, da bei CMX nur ein recht schwacher Akku verwendet wird. Das spricht für Sparsamkeit der verwendeten Hardware.

    [break=Fazit]


    Das CMX Rapax LE 070-0508 ist ein praktisches kleines Tablet mit äußerst geringer Bildschirmhelligkeit. Neben dem handlichen Design und der hohen Arbeitsgeschwindigkeit überzeugen die zahlreichen vorinstallierten Programme. Die integrierte Frontkamera ist als mangelhaft zu bezeichnen. In Sachen Verarbeitung agiert das Modell auf dem Niveau des LC Power Sina-1, wirkt dabei im Hinblick auf die Rückseite aber etwas stabiler. Aktuell ist das Modell ausschließlich in Österreich beziehbar.

    Wer zum Skypen oder zum Fotografieren die Frontkamera verwenden möchte, sollte gewarnt sein, dass mit 0,3 Megapixeln keine wirklich zufriedenstellenden Ergebnisse möglich sind. Aufgrund der fehlenden Rückkamera ist es zudem schwierig bis unmöglich, ein Objekt abzulichten, da mit dem Display nach vorne gerichtet keine Vorschau möglich ist. Die 640 x 480 Pixel großen Resultate sind von einem starken Rauschen geprägt, zumal das Tablet nach dem ersten Versuch nur noch Fehlermeldungen anzeigte und auf den Bedarf einer SD-Karte aufmerksam machte. Dabei war noch genügend Speicherplatz vorhanden.

    Die große Überraschung in diesem Test war der flüssige Ablauf aller Arbeitsprozesse. Selbst mit 512 MB RAM und einem etwas älteren 1-GHz-Prozessor lassen sich Texte unterbrechungsfrei eintippen, einfache Spiele wie Fruit Ninja problemlos erleben und umfangreiche Videos flüssig abspielen. Auch das Umschalten vom Hoch- auf das Querformat funktioniert ohne nennenswerte Wartezeit. Selbst wenn das Modell in der Theorie keine Chance gegen das Sina-1 von LC Power hat und an und für sich auch in einer ganz anderen Kategorie angesiedelt ist, fällt das Geschwindigkeitsgefühl im Alltag sehr stimmig aus. Beim Schreiben längerer Texte kommen dem Tablet die großen "Tasten" zu Gute, was angesichts der geringen Auflösung von 800 x 480 Pixeln keinesfalls selbstverständlich ist. Wer mit dem Schreiben auf seinem Smartphone Übung hat, wird mit diesem Tablet erst recht keine Probleme bekommen.



    Apropos Smartphone: Mit seinen Abmessungen von 197 x 9,8 x 123 mm ist das Rapax sogar etwas dünner als das Nokia E7 mit 124 × 14 × 62 mm, welches allerdings auch über eine echte QWERTZ-Tastatur verfügt. Trotzdem lässt sich das Rapax von der Größenordnung her – logischerweise – irgendwo zwischen Smartphones und 10,1"-Tablets einordnen. So liegt das LC Power Sina-1 bei 258 x 10,8 x 176 mm, ist also deutlich ausladender und auch minimal klobiger. Wer also sollte ein solches Tablet kaufen? Wer abends im Bett oder auf der Couch liegt und sein Tablet in beiden Händen hält, wird vom geringen Gewicht profitieren. Wer sein Tablet ohnehin auf den Schoß legt oder es als Netbook- bzw. Notebook-Ersatz auf dem Tisch deponiert, sollte eher zu Modellen mit höherer Auflösung und mehr Rechenleistung greifen.

    Vergleicht man die Preise in Österreich mit denen anderer Anbieter, so dürfte auffallen, dass 7"-Tablets bereits ab 70-80 EUR zu haben sind. Viele davon verfügen bereits über 512 MB RAM und einen Cortex-A8 mit 1 bis 1,2 GHz. Beachtlich ist allerdings, dass selbst bei 100 EUR, also im Preisbereich des Rapax, nur vereinzelt Modelle mit 8 GB Speicherkapazität zur Verfügung stehen. Eine interessante Alternative dürfte sich im Odys Pedi finden lassen, welches diese Anforderungen ebenfalls erfüllt. Es wurde jedoch speziell für Kinder entwickelt. Das OS ist etwas älter als bei CMX, dafür sind geeignete Programme für Heranwachsende vorinstalliert. Begnügt man sich mit 4 GB, so findet man zahlreiche Modelle wie das Point of View ProTab 25, welches günstiger ist und eine etwas bessere Kamera bietet. Allerdings fehlt hier ebenfalls das moderne Betriebssystem Android 4.1. Das gilt für fast alle Tablets in diesem Bereich. Damit ist CMX also bestens aufgestellt.

    Leider steht und fällt ein Tablet auch mit seiner Bildschirmhelligkeit und dem Panel, weshalb wird nicht grundsätzlich zum CMX Rapax raten können. Die mäßige Kamera als zweiter Nachteil ist wie schon bei LC Power aus den Produktdaten ersichtlich und daher streng genommen auch nicht schlechter als erwartet. Trotzdem lässt sich die Frage in den Raum werfen, warum unter diesen Bedingungen überhaupt eine Aufnahmemöglichkeit integriert wurde. Außerdem ist der fehlende Lautstärkeregler am Gehäuse zu nennen, womit sich der Ton nur Software-seitig einstellen lässt. Zumindest wir empfinden das als Nachteil, zumal so keine Bildschirmfotos möglich waren. In der Preisklasse bleibt abschließend zu beachten, dass kein Bluetooth und HDMI unterstützt wird. Der AllWinner/BoxChip A13 ist in seinem Funktionsumfang etwas beschränkt, auch wenn der SoC ansonsten alles bereithält, was einen PC ausmacht. Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass man zu einem anderen Tablet greifen sollte, wenn man sich mit dem Display schon nicht ganz sicher ist. Wer dagegen mit den nun bekannten Fehlern leben kann, erhält ein praktisches und vor allem (subjektiv) sehr schnelles Tablet. In Sachen Leistung kann CMX wirklich überzeugen.

    Das fanden wir gut

    • flüssiges Arbeiten problemlos möglich

    • geringes Gewicht und handliches Design

    • modernes OS mit vorinstalliertem Dateimanager und Spielen

    • niedrige Marktpreise in Österreich



    Das fanden wir nicht so gut

    • mangelhafte Kamera

    • unzureichende Bildschirmhelligkeit

    • fehlender Lautstärkeregler am Gehäuse

    • generelle Funktionsarmut des SoC



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    Geändert von Nero24. (17.08.2013 um 22:48 Uhr)

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