Ergebnis 1 bis 1 von 1
  1. Beitrag #1
    Themenstarter
    Redaktion
    Redaktion
    Avatar von heikosch
    Registriert seit
    06.02.2008
    Ort
    Hagenow
    Beiträge
    4.573
    Danke Danke gesagt 
    15
    Danke Danke erhalten 
    2.382
    Blog-Einträge
    7

    CPU-Kühler: Noctua NH-L12 und NH-L9a


    Nach unserem Artikel mit der Kompaktwasserkühlung H60 von Corsair wollen wir uns wieder den Luftkühlern widmen. Aus diesem Grund haben wir uns zwei Kühler von Noctua für AMD-Sockel angesehen – den NH-L12 und den NH-L9a, wobei vor allem ersterer mit 93 mm in der Höhe eher weniger für den Einsatz in kompakten Gehäusen zum Einsatz kommen kann und wird. Durch die Verwendung von zwei Lüftern verspricht der NH-L12 ein höheres Leistungspotential, doch ob der Kühler trotz eines schlanken Kühlkörpers Spitzenleistungen vollbringen kann? Einen ganz anderen Weg geht der NH-L9a, der speziell für AMD-Systeme angeboten wird. Der Kühlkörper ist flach und wird mit einem 92-mm-Lüfter gepaart, der mit einem breiten Drehzahlbereich beworben wird. In Summe misst der Winzling 37 mm in der Höhe. Auch hier sind wir gespannt. Viel Spaß auf den folgenden Seiten!

    Wir möchten uns bei Noctua für die Bereitstellung der beiden Samples bedanken.

    [BREAK=Testsystem]
    Lange Zeit war es schwierig, verlässliche Temperaturwerte der internen Dioden zu bekommen und mit dem C3-Stepping der K10-CPUs schien das Problem weitestgehend gelöst. Beim zum Einsatz kommenden AMD Phenom II X3 720BE handelt es sich noch um ein Modell mit C2-Stepping, sodass die Temperaturen vermutlich ca. 10 °C zu niedrig angezeigt werden. Der Vergleichbarkeit unter den Kühlern schadet dieser Umstand aber nicht, da für alle die gleichen Bedingungen gelten.

    Unser Testsystem:
    • AMD Athlon II X2 240e (45 W TDP), AMD A4-3400 (65 W TDP),AMD Phenom II X3 720BE (95 W TDP) und AMD FX-8150 (125 W TDP)
    • Sapphire IPC-AM3DD785G, Gigabyte GA-A55M-DS2 oder ASUS Crosshair V Formula
    • 2 x 2 GB Patriot AMD Memory Entertainment Edition DDR3-1600 oder 2 x 4 GB G.Skill RipJaws-X DDR3-2133
    • Enermax Pro82+ 385 Watt
    • Wärmeleitpaste: Arctic Cooling MX-4

    Planet 3DNow! testet mit Hardware von getgoods.de

    Die Lautstärke messen wir mit einem dB(A)-Messgerät aus einem frontalen Abstand zum Lüfter von 1 cm. Daher erscheinen die Werte mit im Schnitt über 40 dB(A) recht hoch. Allerdings verfügen wir leider nicht über einen schallisolierten Raum und können nur so Nebengeräusche weitestgehend ausschließen. Anzumerken ist hier aber, dass in einem subjektiv völlig lautlosen Raum immer noch 35 dB(A) gemessen werden. Hier sollte man bedenken, dass Hersteller in schallarmen Räumen üblicherweise aus ca. 1 m Entfernung ihre Lüfter frei schwebend messen. Das sind allerdings keine realistischen Werte, die man auf die Praxis beziehen kann.

    Als kleine Hilfe kann man sich zur Orientierung folgendes vor Augen halten, wenn man ein geschlossenes Gehäuse verwendet:
      < 40 dB(A) - nicht wahrnehmbar
      40-42 dB(A) - extrem leise
      42-44 dB(A) - leicht wahrnehmbar
      44-46 dB(A) - leise, aber hörbar
      46-48 db(A) - hörbar
      48-50 dB(A) - deutlich wahrnehmbar
      > 50 dB(A) - laut

    Wer extrem geräuschempfindlich ist, wird auch mit einer Lautstärke von 39 dB(A) nicht so wirklich glücklich sein. Insgesamt ist es immer von der subjektiven Wahrnehmung abhängig, wie stark man eine gewisse Lautstärke empfindet. Allgemeingültig ist diese Orientierungshilfe nicht, spiegelt aber grob das allgemeine Empfinden wieder.

    Die Umgebungstemperatur beträgt bei den Messungen ca. 28 °C. Das erscheint recht viel, ist aber bei einem offenen Testaufbau – wie wir ihn verwenden – realistischer mit einem geschlossenem Gehäuse zu vergleichen. Sommerliche Wetterverhältnisse treiben die Temperaturen in den Gehäusen noch höher, weshalb wir empfehlen, immer eine Reserve von ca. 5 °C zu addieren.

    [BREAK=Noctua NH-L12]
    Noctua NH-L12

    Technische Daten:
    • Preis: ab ca. 45,00 €
    • Maße (BxHxT): 128x93x150 mm
    • Material: Aluminium
    • Gewicht: ca. 680 g
    • Lüfter: 120 mm (25 mm hoch) und 92 mm (25 mm hoch)
    • Lüfterdrehzahl: 300-1600/min (Lüfter mit unterschiedlicher Drehzahl)
    • Lüfteranschluss: 4-Pin (PWM)
    • Beleuchtung: Nein
    • Aufbau: Top-Blow-Kühler
    • Sockel: AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1, FM2, 775, 1150, 1155, 1156, 1366, 2011
    • Nebengeräusche: Luftrauschen beim Lüfter, minimales Brummen des unteren Lüfters
    • Art der Lüfterbefestigung: Klammern

    Einbau:
    • AMD: Verschraubung, Mainboard-Ausbau nötig
    • Intel: Verschraubung, Mainboard-Ausbau nötig


    Zusätzliches Zubehör: Montagehalterung für AMD und Intel, Bedienungsanleitung, Wärmeleitpaste, Gummi-Entkoppler, Aufkleber, Y-Kabel, zwei separate Adapter zur Reduzierung der Lüfterdrehzahl, ein Verlängerungskabel für die Lüfter

    Besonderheiten beim Einbau auf AMD-Systemen: Die Montage des Noctua NH-L12 erfolgt in gewohnten Schritten. Zuerst sind die originalen Haltenasen des AMD-Sockels zu entfernen. Die Backplate wird weiterhin genutzt. Danach werden die kleineren gebogenen Bleche mitsamt der weißen Abstandshalter mit der Backplate verschraubt. Danach können die Wärmeleitpaste auf die CPU/APU und der Kühler ohne Lüfter aufgesetzt werden. Durch Aussparungen am Kühler erreicht man mit dem mitgelieferten Werkzeug die Befestigungsschrauben zur Verspannung des NH-L12 auf dem Sockel. Alternativ lässt sich auch ein langer Kreuzschlitz-Schraubendreher nutzen. Zuletzt werden die beiden Lüfter wieder installiert.

    Noctua NH-L12

    Der österreichische Kühler-Spezialist Noctua bietet nun schon seit Jahren diverse High-End-Modelle an. Mit dem NH-L12 und dem noch später zu sehenden NH-L9a sind erstmals auch Kühler für kompaktere Gehäuse im Angebot. Die Bestückung des Kühlkörpers mit zwei Lüftern ist ein herauszuhebendes Merkmal. Während lange Zeit nur die Top-Blow-Variante wirklich zum Einsatz kam, so machte schon in einem unserer letzten Tests der Scythe Kozuti vor, wie auch saugend gekühlt werden kann. Noctua verbindet sowohl Ansaugen als auch Durchblasen und erhofft sich dadurch eine höhere Kühlleistung.

    Noctua NH-L12 Noctua NH-L12 Noctua NH-L12 Noctua NH-L12

    Die Basis des Noctua NH-L12 ist ein relativ schlanker Kühlkörper. Um genügend Platz für den untenliegenden 92-mm-Lüfter mit einer Höhe von 25 mm zu bieten, ist das Modell nicht ganz flach ausgeführt. Die Klammern halten die Lüfter gut an ihren Plätzen. Gegen Vibrationen sollen Gummi-Puffer wirken. Die Ecken des 120-mm-Lüfters oben auf dem Kühler zieren braune Schoner. An der Unterseite des Kühlkörpers verklebt Noctua lange Gummi-Streifen, die den 92-mm-Lüfter dann ebenso leicht entkoppeln sollen, aber auch die Montage erleichtern und durch ihre Abstandshalter-Funktion das Ansaugverhalten begünstigen.

    Noctua NH-L12 Noctua NH-L12

    Den Kontakt zur CPU/APU stellt eine polierte und vernickelte Bodenplatte aus Kupfer her. Auf die Heatpipe-Direct-Touch-Technologie verzichtet Noctua und verlötet die vier Heatpipes in dem kleinen Kontaktblock. Über die Heatpipes wird die von der CPU/APU aufgenommene Wärme auf Aluminiumlamellen verteilt. Der Abstand ist eher eng gewählt, sodass einerseits zwar dadurch die Kühlfläche größer wird, andererseits aber auch die Lüfter mehr leisten müssen, um die Luft durch die Lamellen zu bekommen.
    Wir haben uns den Noctua NH-L12 sowohl in der Konfiguration mit zwei Lüftern als auch mit der Einzelbestückung nur mit dem 92-mm-Lüfter unterhalb des Kühlkörpers angesehen. Durch die reduzierte Bauhöhe von nun 66 mm konkurriert der Kühler zum Beispiel nahezu direkt mit dem bereits von uns getesteten Thermalright AXP-100. Somit müssen wir unsere Ergebnisse getrennt betrachten.
    Mit zwei installierten Lüftern reicht der NH-L12 aus, um selbst 125-Watt-Prozessoren ausreichend zu kühlen. Dabei profitiert der Noctua-Kühler von den beiden Lüftern im Standardmaß mit 25 mm Bauhöhe. Diese können im Gegensatz zu Low-Profile-Modellen mit 12 oder 14 mm Höhe bei gleichem Luftdurchsatz geringere Drehzahlen verwenden. Daraus resultieren gute Werte beim Schallpegel. Bei gleichen Temperaturen kann mitunter sogar die zuletzt getestete Corsair-H60-Wasserkühlung bei der Lautstärke unterboten werden. Wie später an der Drehzahlkurve zu sehen ist, steigt die Leistung ab einem bestimmten PWM-Signal stärker an und die Leistung legt ebenfalls zu. Am Ende sehen wir, dass der NH-L12 bei zwei verbauten Lüftern mit einer Kompakt-Wasserkühlung konkurrieren kann.

    Entfernt man den oberen Lüfter, sinkt die Kühlleistung merklich ab. Das Schallpegelmessgeräts offenbart, dass der 92-mm-Lüfter bauartbedingt höhere Drehzahlen mit einem entsprechenden Schallpegel braucht, um ausreichend Leistung zu erzeugen. In diesem Betriebsmodus zeigt sich, dass die schlussendliche Kühlleistung hinter einen Thermalright AXP-100 zurückfällt. 95 Watt TDP können in unserem Test zwar gekühlt werden, der Schallpegel zeigt aber beim direkten Vergleich von 65 zu 95 Watt TDP, dass dem Kühler in diesem Szenario ein wenig die Luft ausgeht. Bis zu 65 Watt TDP, wie es auch Noctua empfiehlt, ist der NH-L12 mit nur einem Lüfter noch gut dabei und leiser als der direkte Konkurrent von Thermalright.

    Noctua NH-L12

    Fazit
    Der Noctua NH-L12 kann zwei Gesichter zeigen. Einmal kann man ihn dank der Kraft zweier Lüfter zu den potenten Kühlern zählen, die einer Kompakt-Wasserkühlung gefährlich werden können und andererseits lässt sich der NH-L12 mithilfe weniger Handgriffe für den Einsatz in kompakteren Gehäusen umbauen. Die Lüfter harmonieren trotz des Durchmesser-Unterschiedes erstaunlich gut miteinander, sodass keine unangenehmen Nebengeräusche auftreten. Lediglich im Einzelbetrieb lässt sich beim unteren Lüfter ein minimales Brummen heraushören, wenn die Drehzahl reduziert wird. Top-Blow-typisch profitiert das System von dem erzeugten Luftzug in Richtung des Sockels, der aufgrund des geringeren Abstands des unteren 92-mm-Lüfters nur dezent wahrzunehmen ist, aber Wirkung zeigt.
    Ohne den zweiten Lüfter liefert sich der NH-L12 einen Schlagabtausch mit dem Thermalright AXP-100 und kann ihn dank des guten Lüfters im auch von Noctua vorgeschlagenen TDP-Bereich in Schach halten oder Lautstärke-technisch unterbieten.

    Noctua NH-L12


    [BREAK=Noctua NH-L9a]
    Noctua NH-L9a

    Der Noctua NH-L9a kommt in einer ungewohnt aufwändigen Verpackung daher.

    Noctua NH-L9a

    Technische Daten:
    • Preis: ab ca. 38,00 €
    • Maße (BxHxT): 114x37x92mm
    • Material: Aluminium
    • Gewicht: ca. 465 g
    • Lüfter: 92 mm (14 mm hoch)
    • Lüfterdrehzahl: 1100-2700/min (im Test ermittelt)
    • Lüfteranschluss: 4-Pin (PWM)
    • Beleuchtung: Nein
    • Aufbau: Top-Blow-Kühler
    • Sockel: AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1, FM2
    • Nebengeräusche: Luftrauschen beim Lüfter
    • Art der Lüfterbefestigung: Schrauben

    Einbau:
    • AMD: Verschraubung, Mainboard-Ausbau nötig
    • Intel: Verschraubung, Mainboard-Ausbau nötig


    Zusätzliches Zubehör: Wärmeleitpaste, Noise-Reduction-Adapter, alternative Montageschrauben für alternative Lüfter, Noctua-Aufkleber

    Besonderheiten beim Einbau auf AMD-Systemen: Die Montage des NH-L9a setzt den Ausbau des Mainboards voraus, da die AMD-Halterung samt Backplate entfernt wird. Man trägt nachfolgend etwas Wärmeleitpaste auf die CPU/APU auf und am leichtesten geht die Montage, wenn man den Kühler mit dem Lüfter auf den Tisch legt. Man positioniert grob das Mainboard und dessen Bohrungen über denen des Kühlers, legt die Backplate hinzu und nutzt die vier beiliegenden Montageschrauben zum Verspannen des Kühlers. Die nötige Spannung ist erreicht, wenn die Schrauben bis zum Schaft eingeschraubt sind.

    [Anmerkung: Neben der hier dargestellten Befestigung bietet Noctua inzwischen eine alternative Möglichkeit an. Hierbei wird auf eine Backplate verzichtet. Der interessierte Kunde kann sich diese kostenlos bei Noctua gegen Vorlage eines Kaufbeleges die nötigen Teile beim Kundendienst ordern.]

    Noctua NH-L9a Noctua NH-L9a

    Unser zweites Modell aus dem Hause Noctua ist der NH-L9a. Er platziert sich bei den ultrakompakten Kühlern und ist flacher als ein AMD-Boxed-Kühler (37 gegenüber 39 mm). Trotzdem soll das Modell möglichst leise arbeiten und das auch noch bei einer TDP von 65 Watt. Um das zu erreichen, ist neben einem guten Lüfter eine entsprechende Kühlfläche nötig, die Noctua durch das Ausfüllen der Keep-Out-Area erreicht. Damit ist der Bereich auf dem Mainboard gemeint, den AMD bei den Sockel-Spezifikationen für die Kühlerhalterungen und etwaigen Überhang definiert hat. Auf unserem Sapphire IPC-AM3DD785G stößt der Kühler an allen Ecken und Enden an, da sich der Hersteller aufgrund von Platzmangel nicht komplett an die Vorgaben halten konnte oder wollte. Aus diesem Grund müssen wir im Rahmen dieses Tests auf ein ASUS Crosshair V Formula zwingend zurückgreifen.

    Noctua NH-L9a Noctua NH-L9a Noctua NH-L9a Noctua NH-L9a

    Kompakte Kühler setzen oftmals auf einen einteiligen Aluminium-Körper, nicht so der Noctua NH-L9a. Um die Wärme so schnell wie möglich und vor allem gleichmäßiger zu verteilen, verwendet der Hersteller zwei Heatpipes. Die über die Bodenplatte aufgenommene Wärme wird vom Kern zu den äußeren Kanten transportiert. In die Lamellen der Stirnseite ist das Noctua-Logo gestanzt worden.
    Der verbaute 92-mm-Lüfter ist mit schwingungsdämpfenden Flächen ausgestattet. Die Lüfterblätter sind augenscheinlich strömungsoptimiert, um Nebengeräusche zu reduzieren und den Luftstrom zu konzentrieren. Wie viel macht das in der Praxis aus? Der Lüfter selbst gibt keine nennenswerten Nebengeräusche von sich. Luftrauschen ist aber auch bei diesem Modell zu verzeichnen. Steigt die Drehzahl an, ist das sehr wohl hörbar.

    Wenn wir die Kühlleistung betrachten, sehen wir eine stetige Abnahme der Leistung. Auch wenn in unserem Test sogar 95 anstatt der vom Hersteller angegebenen 65 Watt Verlustleistung der CPU/APU noch gestemmt werden können, so muss man die Ergebnisse differenziert betrachten. Einen direkten Konkurrenten in unseren Augen, den SilverStone NT07-AM2 mit 36,5 mm Höhe schlägt der NH-L9a um Längen. Bis 65 Watt liegt der Noctua NH-L9a sogar mit einem Thermalright AXP-100 ungefähr gleichauf, was die reine Kühlleistung angeht. Der herrschende Schallpegel offenbart aber eine zunehmende Lücke.

    Top-Blow-typisch ist ein Luftzug in Richtung des Sockels spürbar, der der Kühlung umliegender Bauteile (Kondensatoren, Spannungswandler usw.) zu Gute kommt.

    Fazit
    Noctua bietet mit dem NH-L9a einen bis 65 Watt Verlustleistung interessanten Kühler an. Das Verhältnis von Bauhöhe zu Kühlleistung überrascht und sorgt dafür, dass zum Beispiel HTPCs leiser gekühlt werden können. Der verwendete Lüfter kann leise agieren, jedoch ist eine gewisse Drehzahl nötig, um Leistung zu bringen. Im direkten Vergleich ist der NH-L9a nicht das leiseste Modell, aber wie schon beim Scythe Kozuti muss man die Leistungen im Verhältnis zur Höhe sehen. Die Heatpipe-Konstruktion hat ihren Anteil daran. Schlussendlich lassen sich auch CPUs mit bis zu 95 Watt TDP bei entsprechend hohen Lüfterdrehzahlen kühlen.

    Noctua NH-L9a Noctua NH-L9a


    [BREAK=Kühlleistung AMD Athlon II X2 240e]




    [BREAK=Kühlleistung AMD A4-3400]




    [BREAK=Kühlleistung AMD Phenom II X3 720BE]




    [BREAK=Kühlleistung AMD FX-8150]




    [BREAK=Lautstärke bei 7V und 12 V Lüfterspannung]




    [BREAK=PWM-Steuerung]
    Wie schon bei den vorangegangenen Tests haben wir die in die Mainboards integrierte Pulsweiten-Modulation, kurz PWM, genutzt, um den Kühlern auf den Zahn zu fühlen. Zuerst wollen wir uns die erreichten Lüfterdrehzahlen und Schallpegel ansehen.


    Wie auch schon bei anderen Lüftern in unseren letzten Tests zu sehen war, nutzen die Noctua-Lüfter nicht das komplette Spektrum des PWM-Bereichs aus. Was die Graphen nicht anzeigen: In unserem Test zeigt sich, dass der 120-mm-Lüfter des NH-L12 bei niedrigen PWM-Werten anhält. Der 92-mm-Lüfter des NH-L12 ist gleichzeitig die bestimmende Größe für den erreichten Schallpegel. Wir können anhand unserer Messungen keinen großen Unterschied zwischen Einzel- und Doppellüfter-Betrieb feststellen.


    Der Lüfter des NH-L9a zeigt bei der reinen Drehzahlkurve keine außergewöhnlichen Ausreißer. Beim Schallpegel sieht das schon anders aus. Gegenüber Konkurrenzmodellen setzt Noctua die niedrigste Drehzahl recht hoch an, womöglich um die minimale Leistung hoch anzusetzen. Bei der Enddrehzahl messen wir um die 65 dB(A). Das ist mehr als viele vergleichbare Kühler. Ob der hohe Schallpegel zu hoher Leistung passt, sehen wir uns im Folgenden an.


    Bei einer Verlustleistung der CPU von 45 Watt sehen wir, dass keiner der beiden Probleme mit der Kühlung der CPU besitzt. Bei beiden Kühlern ist es ebenso möglich, die Lüfterdrehzahl zu reduzieren, um den Schallpegel deutlich zu drücken.
    Der NH-L12 bietet erwartungsgemäß den größten Spielraum. Mit beiden Lüftern erreicht der Kühler fast die Leistungsfähigkeit unserer zuletzt getesteten Kompakt-Wasserkühlung. Was wir aber ebenso erkennen können, ist die Tatsache, dass die Leistung sprunghaft ansteigt.
    Ohne den 120-mm-Lüfter weist der NH-L12 eine weitestgehend lineare Kurve aus. Die Kühlleistung sinkt, liegt aber immer noch auf dem Niveau eines Thermalright AXP-100. Dafür muss man aber auch beachten, dass der NH-L12 zehn Millimeter höher ist.
    Der kleine NH-L9a bietet bei gerade einmal 37 mm Höhe eine beeindruckende Leistung. Die erreichten Temperaturen liegen auf dem Niveau größerer Kühler, jedoch muss man dafür einen höheren Schallpegel in Kauf nehmen. 45 Watt TDP sind für den kleinen Kühler kein Problem.


    Tests mit 65 Watt TDP offenbaren, wie das Feld der betrachteten Kühler auseinandergerissen wird. Während der NH-L12 weitestgehend seine Leistung halten kann, sieht man beim kleineren NH-L9a schon, wie die Kühlwirkung nachlässt. Der NH-L9a ist weiterhin im Rahmen und lässt auch noch reduzierte Lüfterdrehzahlen zu, in engen Gehäusen wird man aber bei steigenden Gehäuse-Temperaturen mit einem entsprechenden Schallpegel rechnen müssen.
    Der Noctua NH-L12 kann in diesem Testabschnitt überraschen. 65 W TDP können sehr effektiv abgeführt werden, sodass an dieser Stelle die Corsair H60 (2nd Generation) deutlich unterboten wird.


    Bei 95 Watt Abwärme kann der NH-L12 mit der Corsair H60 (2nd Generation) weiterhin mithalten. Leiser kann der Kühler dann aber nicht mehr agieren. Wer nicht unbedingt die geringsten Temperaturen braucht, kann aber hier getrost die Drehzahl reduzieren. Genug Potenzial bietet der NH-L12 bis zu dieser TDP-Stufe. Ohne den oberen 120-mm-Lüfter fällt die Leistung ab und man sieht, wie der kleinere 92-mm-Lüfter hohe Drehzahlen braucht und einen entsprechenden Schallpegel erzeugt, um ordentlich Leistung zu bieten.
    Der Abstand zwischen den beiden Noctua-Kühlern wächst an dieser Stelle zusehends an. Mehr als die 95 Watt TDP haben wir mit dem NH-L9a nicht mehr getestet. Die 95 W TDP kann der Kühler noch stemmen, wirklich leise kann er dabei aber nicht mehr agieren. Bei der Leistung kann er den fast gleich hohen Scythe Kozuti aus einem der letzten Tests hinter sich lassen: Bei gleichen Temperaturen ist der Kühler leiser und besitzt mehr Luft nach oben.


    Schlussendlich bleibt noch die 125-W-TDP-Klasse übrig. Auf dem AMD FX-8150 fällt der NH-L12 hinter die Kompakt-Wasserkühlung zurück. Dafür lässt sich ein niedrigerer Schallpegel bei Niedriglast einstellen, da der Lüfter des Noctua genügend Spielraum nach unten lässt.

    [BREAK=Fazit]

    Noctua bietet mit den beiden Kühler NH-L9a und NH-L12 zwei HTPC-taugliche Kühler an. Der NH-L12 kann mit einem Lüfter betrieben werden, um die Bauhöhe zu reduzieren und den Kühler somit kompatibler zu vielen flacheren Gehäusen zu machen. Aufgrund seines Aufbaus kann er dabei aber keinesfalls mit dem NH-L9a mithalten – 37 mm sind einfach nahezu unschlagbar.

    Der Noctua NH-L9a überrascht dabei sogar mit einer hohen Kühlleistung, die Potenzial nach oben bietet. Der Hersteller gibt maximal 65 Watt TDP an, wir erhalten brauchbare Temperaturen aber auch noch bei 95 W TDP. Da der Anspruch des Herstellers nach möglichst geringem Schallpegel besteht, muss man den angedachten Einsatzzweck aber auch berücksichtigen. Um genug Leistung aus dem kleinen Kühlkörper zu kitzeln, wertet Noctua den NH-L9a durch Heatpipes auf. Die Wärmeleitung verbessert sich und verteilt folgend die Abwärme der CPU effektiver an die engstehenden Lamellen. Beim Schallpegel liegt der Noctua NH-L9a bei 7 und 12 Volt Betriebsspannung des Lüfters nahezu gleichauf mit dem Boxed-Kühler. Aufgrund der niedrigeren Temperaturen muss der Nutzer also unbedingt vom Potenzial des Kühlers und des Lüfters Gebrauch machen, auch bei niedrigen Drehzahlen noch ausreichend kühlen zu können. Modelle mit gleicher Bauhöhe, die uns bekannt sind, kann der Noctua NH-L9a hinter sich lassen. Dafür muss der geneigte Käufer aber auch tiefer in die Tasche greifen. Ungefähr 38 Euro werden für den Winzling fällig. Wer auf die Bauhöhe angewiesen ist und bereit ist, auch ein paar Euro mehr auszugeben für einen Kühler, sollte den Noctua NH-L9a für AMD-Systeme unbedingt in Betracht ziehen.

    Mit dem Noctua NH-L12 haben wir einen CPU-Kühler mit zwei Gesichtern gesehen. Einerseits kann das Modell mit der Zwei-Lüfter-Bestückung für eine kleine Überraschung sorgen, indem bis 95 Watt Verlustleistung der CPU sogar eine Kompakt-Wasserkühlung in Schach gehalten werden kann. Wird keine Top-Leistung gefordert, kann der NH-L12 auch auf einen flüsterleisen Betrieb getrimmt werden. Bei niedrigen PWM-Werten hält der 120-mm-Lüfter sogar an, sodass sich mit diesem ein semi-passiver Betrieb realisieren ließe. Probleme beim Zusammenspiel der beiden unterschiedlich großen Lüfter, 92 und 120 mm im Durchmesser, können wir nicht feststellen. Der kleinere Lüfter muss lediglich hohe Drehzahlen erreichen, um einen annähernd gleichen Luftdurchsatz zu erreichen, was den Schallpegel nach oben treibt.
    Ohne den 120-mm-Lüfter lässt sich der NH-L12 auch betreiben und reduziert die Bauhöhe für den Einsatz des Kühlers zum Beispiel in kleineren HTPC-Gehäusen. Die Konkurrenz mit gleicher Bauhöhe kann der NH-L12 immer wieder in die Schranken weisen, auch wenn man dem schmalen Kühlkörper das auf den ersten Blick nicht zutraut. Einen gewissen Anteil daran haben auch die verwendeten Lüfter.
    Ungefähr bei 45 Euro gehen die Preise im Einzelhandel für den Noctua NH-L12 los. Damit gehört er nicht gerade zu den günstigsten Modellen und richtet sich damit vor allem an Anwender, die gerne etwas mehr Geld ausgeben wollen und können, dafür aber auch einen entsprechenden Gegenwert erhalten. Den Noctua NH-L12 könnte man schlichtweg als Allrounder bezeichnen.

    Artikel im Forum kommentieren...
    Weitere Artikel...

  2. Die folgenden 15 Benutzer sagen Danke zu heikosch für diesen nützlichen Beitrag:

    C4rp3di3m (29.04.2013), cologne46 (29.04.2013), derDruide (29.04.2013), Diggo (29.04.2013), Dr4go (03.05.2013), Effe (29.04.2013), mapim (29.04.2013), MrBad (29.04.2013), pokasser (29.04.2013), Qbert (01.05.2013), Raspo (29.04.2013), Sagi T 754 (03.05.2013), skibice (29.04.2013)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •