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    Thermalright AXP-200


    Einer der ersten CPU-Kühler, den wir dieses Jahr getestet haben, war der Thermalright AXP-100. Das kleine Modell zeigte trotz 58 mm Höhe eine gute Kühlleistung. Mit dem neuen AXP-200 soll nun der Konkurrenz noch einmal etwas entgegengesetzt werden. Der 60 mm hohe Kühlkörper kann mit 140-mm-Lüftern gepaart werden und tritt in den direkten Wettbewerb zu leistungsstarken Namen, die wir auch schon im Test hatten, z.B. Noctua NH-L12 oder SilverStone NT06-Pro. Während bereits seit einigen Wochen die Eckdaten des Kühlers dank eines Leaks bekannt sind, können wir euch heute sagen, was der Kühler zu leisten im Stande ist. Viel Spaß auf den folgenden Seiten!

    Wir möchten uns bei Thermalright für die Bereitstellung des Samples bedanken.

    [BREAK=Testsystem]
    Entgegen den älteren CPU-Kühler-Tests kommen an dieser Stelle mehrere Konfigurationen zum Einsatz. Damit wollen wir insgesamt vier TDP-Klassen abdecken: 45, 65, 95 und 125 Watt.

    Lange Zeit war es schwierig, verlässliche Temperaturwerte der internen Dioden zu bekommen und mit dem C3-Stepping der K10-CPUs schien das Problem weitestgehend gelöst. Beim zum Einsatz kommenden AMD Phenom II X3 720BE handelt es sich noch um ein Modell mit C2-Stepping, sodass die Temperaturen vermutlich ca. 10 °C zu niedrig angezeigt werden. Der Vergleichbarkeit unter den Kühlern schadet dieser Umstand aber nicht, da für alle die gleichen Bedingungen gelten.

    Unser Testsystem:
    • AMD Athlon II X2 240e (45 W TDP), AMD A4-3400 (65 W TDP), AMD Phenom II X3 720BE (95 W TDP) und AMD FX-8150 (125 W TDP)
    • Sapphire IPC-AM3DD785G, Gigabyte GA-A55M-DS2 oder ASUS Crosshair V Formula
    • 2 x 2 GB Patriot AMD Memory Entertainment Edition DDR3-1600 oder 2 x 4 GB G.Skill RipJaws-X DDR3-1866
    • Enermax Pro82+ 385 Watt
    • Wärmeleitpaste: Arctic Cooling MX-4


    Planet 3DNow! testet mit Hardware von getgoods.de

    Die Lautstärke messen wir mit einem dB(A)-Messgerät aus einem frontalen Abstand zum Lüfter von 1 cm. Daher erscheinen die Werte mit im Schnitt über 40 dB(A) recht hoch. Allerdings verfügen wir leider nicht über einen schallisolierten Raum und können nur so Nebengeräusche weitestgehend ausschließen. Anzumerken ist hier aber, dass in einem subjektiv völlig lautlosen Raum immer noch 35 dB(A) gemessen werden. Hier sollte man bedenken, dass Hersteller in schallarmen Räumen üblicherweise aus ca. 1 m Entfernung ihre Lüfter frei schwebend messen. Das sind allerdings keine realistischen Werte, die man auf die Praxis beziehen kann.

    Als kleine Hilfe kann man sich zur Orientierung folgendes vor Augen halten, wenn man ein geschlossenes Gehäuse verwendet:
      < 40 dB(A) - nicht wahrnehmbar
      40-42 dB(A) - extrem leise
      42-44 dB(A) - leicht wahrnehmbar
      44-46 dB(A) - leise, aber hörbar
      46-48 db(A) - hörbar
      48-50 dB(A) - deutlich wahrnehmbar
      > 50 dB(A) - laut

    Wer extrem geräuschempfindlich ist, wird auch mit einer Lautstärke von 39 dB(A) nicht so wirklich glücklich sein. Insgesamt ist es immer von der subjektiven Wahrnehmung abhängig, wie stark man eine gewisse Lautstärke empfindet. Allgemeingültig ist diese Orientierungshilfe nicht, spiegelt aber grob das allgemeine Empfinden wieder.

    Die Umgebungstemperatur beträgt bei den Messungen ca. 28 °C. Das erscheint recht viel, ist aber bei einem offenen Testaufbau – wie wir ihn verwenden – realistischer mit einem geschlossenen Gehäuse zu vergleichen. Sommerliche Wetterverhältnisse treiben die Temperaturen in den Gehäusen noch höher, weshalb wir empfehlen, immer eine Reserve von ca. 5 °C zu addieren.

    [BREAK=Thermalright AXP-200]
    Thermalright AXP-200

    Technische Daten:
    • Preis: 49,99 € (UVP)
    • Maße (BxHxT): 153x60x140 mm (nur Kühlkörper), 153x74x140 mm (mit TR-14013)
    • Material: Aluminium (vernickelt)
    • Gewicht: ca. 475 g (nur Kühlkörper)
    • Lüfter: 140x140x13 mm (Thermalright TR-14013)
    • Lüfterdrehzahl: 670-1320/min (im Test ermittelt)
    • Lüfteranschluss: 4-Pin (PWM)
    • Beleuchtung: Nein
    • Aufbau: Top-Blow-Kühler
    • Sockel: AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1, FM2, 775, 1150, 1155, 1156, 1366, 2011
    • Nebengeräusche: Luftrauschen beim Lüfter
    • Art der Lüfterbefestigung: Schrauben

    Einbau:
    • AMD: Verschraubung, Mainboard-Ausbau nötig
    • Intel: Verschraubung, Mainboard-Ausbau nötig


    Zusätzliches Zubehör:
    Wärmeleitpaste (Zubehör bei unserem Vorab-Testmuster eingeschränkt), Lüfter-Adapter

    Besonderheiten beim Einbau auf AMD-Systemen:
    Die Montage ist identisch zur Montage des Thermalright AXP-100. Die Backplate wird mit den passenden Schrauben versehen und die Isolationsringe aufgelegt. Nachfolgend legt man das Mainboard ohne originale AMD-Halterung auf die Thermalright-Backplate. Die Schrauben schauen nun durch die Sockel-Bohrungen. Dann werden die AMD-Abstandshalter aufgeschraubt. Danach ist der Montagerahmen einzuspannen. Der Kühler selbst kann in jegliche Richtungen gedreht montiert werden. Die Spannung ist variabel und kann durch die Schrauben eingestellt werden.

    Thermalright AXP-200

    Thermalrights AXP-200 ist ein Top-Blow-Kühler für anspruchsvolle Nutzer. Die Verarbeitung ist, wie man schon auf den ersten Blick erkennen kann, über jeden Zweifel erhaben. Da Thermalright aber auch stets im High-End-Segment mitspielen möchte, ist das auch nötig. Mit verbautem 140-mm-Lüfter erreicht man eine Höhe von ca. 74 mm. Damit rangiert der Kühler zwischen den bereits von uns getesteten Kühlern Thermalright AXP-100 und Noctua NH-L12. Natürlich lassen wir die beiden Modelle später in die Diagramme mit einfließen.

    Thermalright AXP-200 Thermalright AXP-200 Thermalright AXP-200 Thermalright AXP-200
    Thermalright AXP-200 Thermalright AXP-200 Thermalright AXP-200 Thermalright AXP-200

    Der Thermalright AXP-200 lässt sich in 90°-Schritten bei der Montage drehen, sodass er auf jedem Mainboard passend aufgesetzt werden kann. Zusätzlich ist der Abstand zwischen Sockel und Kühlerlamellen größer als beim AXP-100, sodass auch RAM-Module mit hochstehenden Kühlkonstruktionen Platz finden können.
    Wird der Lüfteradapter verwendet, muss dieser unter Umständen leicht verschoben werden. In bestimmten Positionen reicht ein größerer Lüfter bis hin zum ersten PCI-Express-Slot.

    Thermalright AXP-200 Thermalright AXP-200 Thermalright AXP-200 Thermalright AXP-200
    Thermalright AXP-200 Thermalright AXP-200 Thermalright AXP-200

    Der Aufbau des Thermalright AXP-200 ist identisch zum bekannten AXP-100. Der 60 mm hohe Kühlkörper verfügt über sechs Heatpipes. Auf die Heatpipe-Direct-Touch-Technologie verzichtet der Hersteller. Stattdessen sehen wir einen vernickelten Kühlerboden, in dem die Heatpipes verlötet sind. Der walzengefräste Boden weist im Normalfall eine höhere Oberflächenrauhigkeit auf, wird aber durch die Vernickelung sozusagen geglättet.
    Anstatt sich für die Stabilität nur auf die Heatpipes zu verlassen, kommt zusätzlich ein Stützbügel zum Einsatz. Die durch den Boden aufgenommene Wärme wird über die Heatpipes an die Lamellen weitergegeben. Wie man sehen kann, sind die Lamellen unterschiedlich hoch. Dadurch garantiert Thermalright bei den verschiedenen Montagerichtungen, dass keine Bauteile mit dem Kühler kollidieren. Gerade RAM-Module oder aufwändige Kühlkonstruktionen können öfter einmal Probleme machen, wir haben damit nicht zu kämpfen.
    Für die Montage hat der Hersteller wie schon beim AXP-100 zwei rechteckige Ausschnitte vorgesehen, durch die der Schraubendreher geführt werden kann. Während zum Beispiel Noctua hierfür ein passendes Werkzeug im Lieferumfang bereithält, muss die heimische Werkzeugkiste hier herhalten.

    Thermalright AXP-200

    Thermalright legt dem AXP-200 einen 140-mm-Lüfter bei, der nur eine Höhe von 13 mm besitzt. Damit reduziert sich die Bauhöhe, aber auch der erreichbare Volumenstrom. Der Lüfter muss somit höhere Drehzahlen erreichen, wenn Leistung gefordert wird. In unserem Test zeigt sich, dass er mit mindestens 670/min zu Werke geht, was auf den ersten Blick verhältnismäßig ist. Dafür liegt der Schallpegel aber dann doch etwas zu hoch. Für Silent-Fetischisten raten wir also zu einem alternativen Lüfter. Aus diesem Grund ist natürlich auch die Frage, inwieweit Nebengeräusche beim 140-mm-Modell herauszuhören sind. Eher fällt uns das typische Luftrauschen auf.

    Thermalright AXP-200

    Im Lieferumfang des AXP-200 liegt ein Adapter bei, der die Installation verschiedener Lüfter ermöglicht. Also haben wir selbstverständlich auch den von Thermalright für diesen Test beigelegten TY-150 ausprobiert. Damit verbessert sich das Bild hinsichtlich des Schallpegels deutlich, aber auch die Gesamthöhe des Kühlers steigt damit.
    Die Halterung des AXP-200 für die Installation größerer Lüfter war bei unserem Vorserienmodell ein wenig problematisch hinsichtlich der Passgenauigkeit. Zum Marktstart sollen diese Probleme aber behoben sein, wie Thermalright uns mitgeteilt hat.

    Während der Thermalright AXP-200 bei 45 und 95 Watt Verlustleistung seitens der CPU den bekannten AXP-100 ohne Probleme überbieten kann, sehen wir bei unserer verwendeten APU und dem 125-Watt-FX-Prozessor Unstimmigkeiten. Potenziell bietet der AXP-200 mehr Leistung als der AXP-100 und kann sich stark in die Nähe eines Noctua NH-L12 schieben.
    Wie bei allen Top-Blow-Kühlern profitieren die umliegenden Bauteile vom Luftstrom in Sockel-Richtung.

    Fazit
    Der Thermalright AXP-200 besitzt einen leistungsfähigen Kühlkörper, nur der verbaute Lüfter macht oftmals einen Strich durch die Rechnung. Für den passiven Betrieb reicht der Kühler nicht aus. Jedenfalls sind in unseren Tests schon 45 Watt Verlustleistung zu viel. Der Lamellenabstand ist auf dem Niveau diverser hochpreisiger Kühler, sodass selbst geringe Luftströme ausreichen, um in Kühlleistung umgesetzt zu werden. Vor allem der Thermalright TY-150 zeigt, wie viel Potenzial noch vorhanden ist, speziell um den Schallpegel reduzieren zu können. Das ist dann aber auch immer mit einer größeren Bauhöhe verbunden, man bleibt aber unterhalb eines Noctua NH-L12.

    [BREAK=Kühlleistung AMD Athlon II X2 240e]



    [BREAK=Kühlleistung AMD A4-3400]



    [BREAK=Kühlleistung AMD Phenom II X3 720BE]



    [BREAK=Kühlleistung AMD FX-8150]



    [BREAK=Lautstärke bei 7 V und 12 V Lüfterspannung]



    [BREAK=PWM-Steuerung]
    Wie immer haben wir die Steuerung mittels Pulsweitenmodulation genutzt, um weitergehende Tests mit dem Kühler zu machen. Zuerst wollen wir uns doch einmal die Lüfterdrehzahlen ansehen.


    Während der original verbaute Thermalright-Lüfter mit einem Durchmesser von 140 mm über ein breites Drehzahlspektrum verfügt, sehen wir beim optionalen TY-150, dass das Spektrum eingeschränkt wird.


    Betrachten wir nun die erreichten Werte für den dazu gehörenden Schallpegel, so sieht man, dass vor allem der mitgelieferte 140-mm-Lüfter negativ heraussticht. Durch den Einsatz des TY-150 lässt sich der Schallpegel stark reduzieren.


    Bei 45 Watt Verlustleistung seitens der CPU kann sich der AXP-200 deutlich stärker positionieren im direkten Vergleich zum kleineren AXP-100. Die Kühlleistung ist bereits beim Lüfterstart auf dem ASUS Crosshair V Formula auf einem hohen Niveau. Ein Leisetreter ist der AXP-200 dabei nicht. Selbst der optionale TY-150 zeigt hier zwar eine gute Figur, ein Noctua NH-L12 hat hier aber immer noch die Nase vorn. Dieser bietet schlichtweg mehr Spielraum. Der neue Thermalright-Kühler kann sich in die Lücke zwischen den Konkurrenten einfügen.


    Erhöhen wir die Abwärme ein wenig auf 65 Watt, so zeigt sich, dass die Kühlleistung ein wenig abfällt. Die Kühlung ist kein Problem, der AXP-100 zeigt hier aber unerwartet bessere Werte.


    Mit dem 95-Watt-Phenom-II ergibt sich wieder das erwartete Bild. Der AXP-200 ordnet sich zwischen AXP-100 und Noctua NH-L12 ein. Dabei ist bei der höheren Verlustleistung ersichtlich, dass der Schallpegel bei gleicher Temperatur niedriger liegt. Bestückt mit dem TY-150 von Thermalright steigt die Kühlleistung nicht nur leicht an, auch der Schallpegel reduziert sich. Schlussendlich kann der AXP-200 so sogar dem Noctua NH-L12 gefährlich nahe kommen.


    Ab 125 Watt Verlustwärme sinkt die Leistung des Thermalright AXP-200.

    [BREAK=Fazit]

    Thermalright hat mit dem AXP-200 einen größeren Top-Blow-Kühler auf den Markt gebracht, der sich ungefähr zwischen dem hauseigenen AXP-100 und einem Noctua NH-L12 einordnet. Dabei muss man aber immer wieder beachten, dass der Kühler sich wechselnd dem einen oder anderen Modell annähert. Auffällig ist aber, dass der Kühler bei geringer Verlustwärme deutlich mehr Potenzial bietet. Eine komplett passive Kühlung ist bei unseren Test-CPUs nicht möglich, ist aber nicht komplett auszuschließen. Steigt die Abwärme, muss der AXP-200 in unserem Test zunehmend zurückstecken.

    Thermalright paart den Kühler mit einem flachen 140-mm-Lüfter. Auch wenn der Lüfter im Betrieb nicht durch unangenehme Nebengeräusche auffällt, so müssen wir trotzdem Kritik üben. Der mitgelieferte Lüfter wirkt ein wenig deplatziert. Der Schallpegel ist selbst bei der niedrigsten, per Pulsweitenmodulation erreichbaren Drehzahl nicht als unbedingt leise zu bezeichnen. Im Lieferumfang des AXP-200 liegt eine Adapter-Platte für alternative Lüfter bei. Der von Thermalright für diesen Test beigelegte TY-150 zeigt, wie sich das Blatt wenden kann. Dadurch wächst die Bauhöhe des Kühlers an, was natürlich immer im Hinterkopf behalten werden muss.

    Der Thermalright AXP-200 erreicht uns mit unvollständigem Zubehör. Das Vorserienmodell weist noch einen problematischen Adapter für die Lüftermontage auf, soll aber laut Herstelleraussage in einer leicht überarbeiteten Variante den Markt erreichen.

    Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass Thermalright mit dem AXP-200 einen potentiellen Passiv-Kühler im Angebot hat, der leider ab Werk mit einem für uns unpassenden Lüfter daherkommt. Beim Kauf sollte man also gleich darüber nachdenken, einen anderen Lüfter mit in den Einkaufswagen zu packen. Das ist dann aber auch wieder eine Preisfrage.

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