AOpen AK77-8X Max
Das AK77-8X Max ist auf den ersten Blick eindeutig beim Hersteller AOpen einzuordnen. Das PCB der Platine besitzt den wohl vertrauten schwarzen "Look", der auch in offenen Gehäusen sehr gut zur Geltung kommt. Auch das Layout wirkt auf den ersten Blick aufgeräumt ohne große Schnitzer zu bieten. Der CPU-Sockel wurde um 90° gedreht, um die aus dem Kühler strömende Warmluft besser in die Lüfter des Netzteiles zu befördern. Über den Sitz des ATX-Steckers lässt sich allerdings streiten. Das Kabel muss gegebenfalls direkt über den Ansaugkanal des CPU-Lüfters geführt werden - eine negative Beeinflussung des Luftstromes ist daher eventuell vorprogrammiert.

Die drei vorhandenene DIMM-Steckplätze bieten Platz für PC1600/2100/2700/3200 Speicher-Module. Gerade hinsichtlich des DDR400-Betriebes existieren noch gewisse Stabilitäts-Probleme. AOpen gibt hierzu folgende Empfehlung zu PC3200-Bestückung:
- Single side DDR400 x 1 (one bank)
- Single side DDR400 x 2 (two banks)
- Single side x 3 + (three banks)
- Single side x 1 + Double side x1 (three banks)
- Double side DDR400 x 1 (two banks)
- Double side DDR400 x 2 (four banks)
Die Nähe des AGP-Steckplatzes zu den DIMM-Slots kann als relativ eng angesehen werden. Besitzer von großflächigen (und zugleich langen) Grafikkarten sind daher gezwungen, bei Zusatzbestückung von Speichermodulen (z.B. Upgrade), die Karte vorher auszubauen. Der normale User soll sich aber von dieser Tatsache nicht weiter stören lassen - wer tauscht schon jeden Tag seine RAM-Module?

Die Platzierung der IDE- und Floppy-Anschlüsse ist wohl durchdacht - auch Besitzer von großen Gehäusen werden keine Probleme mit zu kurzen Kabeln bekommen. Zusätzlich zu den beiden Anschlüssen des Onboard IDE ist ein weiterer für die Verwendung des Promise-RAID Controllers vorhanden.
Der verbaute Promise PDC20375 unterstützt sowohl RAID, als auch die Serial ATA-Technologie. Auch wenn demenstprechende Festplatten hierzulande momentan kaum erhältlich sind, ist dieses Feature auf vielen aktuellen KT400-Platinen anzutreffen. AOpen legt hierfür das entsprechende Kabel bei.
Hinsichtlich des Sounds vertraut man bei AOpen auf die klanglichen Qualitäten des Realtek ALC650. Dieser ermöglicht 5.1 Kanal Sound. Wer dagegen lieber auf eine zusätzliche Soundkarte vertrauen will, kann das Onboard-Feature bequem im BIOS deaktivieren.
Für die Kühlung der KT400 Northbridge wurde ein aktive Lösung verwendet, welche die gewohnte AOpen-Optik besitzt. Angesichts der im Board implementierten Silent-Funktion (dazu später) wäre allerdings eine passive Lösung wünscheswert gewesen. Trotzdem - der Kühlkörper wirkt solide und verrichtet relativ geräuscharm seinen Dienst.
Update: AOpen informierte uns, dass die Platinen der aktuellen Produktion mittlerweile mit passiven Kühlern ausgestattet sind.

Die VIA VT8235-Southbridge bringt als eine der großen Neuerungen acht INT-Leitungen (KT333 und KT266A jeweils vier) mit sich. Die zusätzlichen INT-Leitungen E# bis H# stehen allerdings nur den Onboard-Geräten (Sound, USB, Modem und LAN) zur Verfügung. Verbaut ein Hersteller allerdings Fremd-Komponenten (z.B. Realtek LAN), so geht dieses Bonus-Feature unweigerlich verloren, da dann ein Strang im Bereich A# bis D# belegt wird. Auch USB hat durch die VT8235-Southbridge ein "Upgrade" erhalten. So besitzen die 6 Anschlüsse nun den 2.0-Standard. Die Anbindung zur Northbrdige erfolgt durch V-Link mit 533 MB/s.

Hier noch einmal die Steckplätze für Erweiterungskarten. Der Sitz der AGP-Grafikkarte wird durch einen zusätzlichen Hebel fixiert. Auch große Karten vom Schlage einer GeForce4 finden problemlos Platz. Lediglich die DIMM-Slots (wie bereits erwähnt) stellen eine gewisse Beeinträchtigung bei der Bestückung dar. Verwunderlich ist allerdings, dass man nach wie vor am CNR-Slot festhält, da dieser vom Endkunden nicht nutzbar ist.
Ein sehr nützliches Feature ist das sog. "Die-Hard BIOS". Dieses bietet dem User eine zusätzliche Absicherung, sollte einmal ein Flash-Vorgang misslingen oder ein Virus das BIOS in Mitleidenschaft ziehen. Hier kann dann komfortabel per Jumper gewechselt werden. Mittlerweile wurde einer der beiden Fest verlöteten EEPROMS allerdings durch eine gesockelte Variante ersetzt. In Zeiten von experimentierfähigen Usern stellt diese Einrichtung auf jeden Fall eine vorzügliche Absicherung dar.
Im Bereich des CPU-Sockels geht es zwar doch recht eng zu, doch auf den ersten Blick spricht nichts gegen eine Verwendung von großvolumigen Kühlern. Ob sich diese Tatsache bewahrheitet, werden wir im Anschluss feststellen. Die beliebten Mounting-Holes sind ebenfalls vorhanden. Die XP-interne Diode wird allerdings nur für den Überhitzungs-Schutz ausgelesen. Software-Utilities liefern den Wert des Fühlers.

Das ATX-Panel des AK77-8X Max entspricht fast dem Standard (zumindest hinsichtlich den angetroffenen Anschlüssen). Eine entsprechende Gehäuse-Blende gehört zum Lieferumfang.
Sind Boards mit Jumper in letzter Zeit eine Seltenheit, so stellt die AOpen Platine eine Ausnahme dar. Neben dem bekannten CMOS-Clear sind weitere in der Form von "Keyboard/Mouse Wakeup", "Dr. Voice II Language Select" und für den FSB (100/133/166/200 MHz) vorhanden. Zu letzterem Stecker werden wir uns noch bei der Installation hinwenden. Selbstverständlich sind Wake_on_LAN, Wake_on_Modem und IrDA ebenfalls vorhanden.
Zusätzliche Slotblenden liegen in der Form von USB (5. und 6. Anschluss), IEEE 1394 Firewire (TI 1394-Kontrollchip) und S/PDIF (optisch und coax) vor.
Zum weiteren Lieferumfang gehören ein 80-adriges ATA100/133 IDE-Kabel, ein 40-adriges IDE-Kabel, ein Floppy-Kabel, sowie das bereits angesprochene S-ATA Kabel. Ein umfangreiches Handbuch (leider in englischer Sprache) bzw. Treiber- und Tool-CDs runden das großzügige Paket ab. Die erforderlichen Treiber für den Promise-Controller liegen in Form einer Diskette bei.
Nach der Erörterung des AOpen AK77-8X Max wollen wir uns nun noch einmal einen Überblick über die gesamten Specs verschaffen.
- VIA KT400 Chipsatz (VIA KT400 Northbridge, VT8235 Southbridge)
- 3 x 184pin DDR DIMM für PC1600/2100/2700/3200 Speicher (max. 3 GB)
- 6 x PCI
- 1 x AGP (8x/4x/2x)
- 1 x CNR
- 2 ATA133 Kanäle für max. 4 Geräte
- Onboard Promise PCD20375 ATA133/S-ATA RAID Controller
- 2 PS/2 Anschlüsse (Mouse, Keyboard)
- 4 USB 2.0 Anschlüsse (2 weitere möglich)
- Onboard Realtek Realtek RTL82100BL Audio für 5.1 Sound
- 3 Soundanschlüsse (S/PDIF auf Slotblech)
- 1 Gameport
- 2 COM und 1 Parallel Port
- IEEE 1394 Firewire
- Onboard Realtek 10/100 Mbit LAN
Das AOpen AK77-8X Max besitzt im herkömmlichen Sinne keine Revisonskennung. Daher der Vollständigkeit wegen die Teile- und Seriennummer.
Diesen Artikel bookmarken oder senden an ...